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Fachinformation LAPIDAR 10 - Tabletten Kräuterpfarrer Künzle AG ZusammensetzungWirkstoffe:Faulbaumrinde, Sennesfrüchte. Aromazusatz: Süssholzwurzel. Bindemittel: Excip pro compr. Galenische Form und Wirkstoffmenge pro Einheit1 Tablette enthält: 60 mg cortex rhamni frangulae pulvis, 43 mg fructus sennae angustifoliae pulvis, entsprechend 6,5 mg Hydroxyanthracenderivate. Indikationen/AnwendungsmöglichkeitenBei vorübergehender Verstopfung (z.B. auf Reisen, bei Umstellung der Ernährungsgewohnheiten). Sowie bei Erkrankungen, bei denen eine kurzfristige problemlose Defäkation weichen Stuhlgangs wünschenswert ist. Dosierung/AnwendungErwachsene:abends 2-4 Tabletten vor der Nachtruhe. KontraindikationenNicht bei Darmverschluss oder bei Erkrankungen des Magen-Darm-Traktes anwenden (bzw. Bauch- und Darmentzündungen), wie z.B. Colitis ulcerosa, Crohn-Krankheit, Blinddarmentzündung, Bauchschmerzen mit unbekannter Ursache. Kinder unter 12 Jahren nur nach ärztlicher Verordnung. Nicht bei Überempfindlichkeit gegenüber einem der Inhaltsstoffe anwenden. Warnhinweise und VorsichtsmassnahmenEine längere Anwendung von Laxantien (> 2 Wochen) kann zu einer Gewöhnung führen. Ein Abusus hat einen Wasser- und Elektrolytverlust zur Folge (eine Überdosierung führt zu Flüssigstuhl), begleitet von unerwünschten Nebenwirkungen: Abhängigkeit, durch die eventuell immer höhere Dosen erforderlich sind, Störungen des Wasser-Elektrolyt-Haushaltes (vor allem Hypokaliämie) sowie Kolonadenom mit Funktionsstörung des Dickdarms. InteraktionenAufgrund einer möglichen Hypokaliämie (insbesondere nach einer längeren Anwendung) sind Wechselwirkungen mit Digitalglykosiden (Verstärkung der Toxizität), mit Klasse-1-Antiarrhytmica, sowie mit bestimmten Antihistaminika, wie Terfenadin (Arrythmien), zu erwarten. Bei einer gleichzeitigen Anwendung anderer Medikamente, die eine Hypokaliämie bewirken (z.B. Diuretika, Kortikoide, Medikamente auf Süssholzbasis), wird diese Wirkung noch verstärkt. Schwangerschaft, StillzeitBisher wurden bei einer Einnahme in korrekter Dosierung keine Schädigungen beobachtet. Aufgrund bisheriger Erfahrungen bzgl. der Genotoxizität diverser anthrachinonhaltiger Pflanzen wird eine Einnahme von Lapidar 10 Tabletten während der Schwangerschaft nicht empfohlen. Ebenfalls wird eine Einnahme von Lapidar 10 während der Stillzeit nicht empfohlen, da noch unzureichende Kenntnisse über die Ausscheidung von Stoffwechselprodukten in dieMuttermilch vorliegen. Unerwünschte WirkungenDie Nebenwirkungen von anthrachinonhaltigen Medikamenten beschränken sich bei einer Einnahme in korrekter Dosierung auf eine zu starke abführende Wirkung, begleitet von Darmschmerzen (Flatulenz, Krämpfe, Diarrhöe). In diesem Fall ist die Dosis herabzusetzen. Nach Anwendung des Laxans kann der Urin eine intensive Färbung annehmen. Eine (pH-Wert-bedingte) gelbe oder rote Färbung des Urins durch die Stoffwechselprodukte ist ungefährlich. Eine chronische Verwendung kann eine Pigmentierung des Dickdarms (Pseudomelanose) nach sich ziehen, die jedoch harmlos ist und nach der Behandlung wieder verschwindet. ÜberdosierungSymptome:bei einer zu hohen Dosierung treten als Hauptsymptome Krämpfe und eine starke Diarrhöe mit Wasser- und Elektrolytverlust auf, die wieder zuzuführen sind. Eigenschaften/Wirkungen PharmakokinetikFür dieses Medikament liegen keine speziellen Daten vor. Gemäss der Literatur werden die Hydroxyanthracenderivate erst nach einer durch Bakterien hervorgerufenen Spaltung der Glykosidverbindung und einer Reduktion in Anthrone und Anthranole aktiv. Die Wirkung tritt somit erst nach ca. 8-10 Stunden ein. Der Grossteil der Anthrachinonderivate wird mit dem Stuhl ausgeschieden. Im oberen Darmtrakt wird lediglich ein geringer Anteil der wasserlöslichen Glykoside absorbiert, welche in der Leber abgebaut und umgewandelt werden und dann in Form von Glukoroniden oder Sulfaten mit der Galle oder über die Nieren mit dem Urin ausgeschieden werden. Der Urin kann sich deshalb je nach der Umgebungsazidität gelb oder braun verfärben. Präklinische DatenDiverse Präparate mit Faulbaumrinde haben sich in verschiedenen in vitro-Tests als genotoxisch erwiesen (Bakterienmutationstest, Chromosomenaberrationstest, DNA-Reparaturtest an Säugetierzellen). In einem Genmutationstest mit Säugetierzellen konnte keine Erhöhung der Mutationsfrequenz beobachtet werden. Sonstige HinweiseNur bis zu dem auf der Packung mit «EXP» angegebenen Datum verwenden. Zulassungsnummer10392 (Swissmedic) Packungen50 Tabletten (D) ZulassungsinhaberinKräuter-Pfarrer Künzle AG, CH-6573 Magadino. Stand der InformationMai 2006 |