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W-Tropfen®
Thiola GmbH

Zusammensetzung

Wirkstoffe: Milchsäure, Salicylsäure
Hilfsstoffe: Ether, Ethylacetat, 2-Propanol, Pyroxylin, dickflüssiges Paraffin, raffiniertes Rizinusöl

Galenische Form und Wirkstoffmenge pro Einheit

Lösung zur Anwendung auf der Haut. 1 ml Lösung enthält 41 mg Milchsäure und 100 mg Salicylsäure.

Indikationen/Anwendungsmöglichkeiten

Entfernung von Hühneraugen, Hornhaut und Warzen

Dosierung/Anwendung

Erwachsene und Jugendliche ab 12 Jahren
Bei Hühneraugen: Vor der ersten Anwendung von W-Tropfen® Füsse baden und gut abtrocknen. Die gesunden Hautstellen rund um die zu behandelnde Hautregion mit etwas Vaseline bestreichen, die erkrankte Hautregion selbst freilassen. Die zu behandelnde Hautregion mehrmals hintereinander (3- bis 4-mal) mit W-Tropfen® bestreichen. Nach jedem Auftragen warten, bis die zuvor aufgetragene Schicht getrocknet ist. Bei sachgerechter Anwendung werden topisch etwa 0.5 bis 1 ml appliziert. W-Tropfen® über 4 bis 6 Tage jeden Abend auftragen. Erst dann die behandelte Hautpartie in einem heissen Fussbad vorsichtig ablösen. In hartnäckigen Fällen ist eine Wiederholung der Behandlung erforderlich.
Hornhaut und Warzen werden sinngemäss wie Hühneraugen behandelt.
W-Tropfen® nach dem Auftragen immer gut trocknen lassen. Die getrocknete Lösung bildet ein festes Pflaster, das sich nicht verschiebt, nicht drückt, beim Laufen nicht stört und nicht auf Textilien abfärbt. Sollte versehentlich doch einmal ein W-Tropfen®-Fleck auf der Wäsche entstanden sein, kann man ihn leicht mit Aceton entfernen.
Nur äusserlich anwenden!
Kinder unter 12 Jahren
Die Anwendung und Sicherheit von W-Tropfen® bei Kindern unter 12 Jahren ist bisher nicht geprüft worden.

Kontraindikationen

W-Tropfen® dürfen nicht angewendet werden bei Überempfindlichkeit gegen Salicyl- und/oder Milchsäure oder einen der aufgeführten Hilfsstoffe. Bei Säuglingen/Kleinkindern unter 2 Jahren dürfen W-Tropfen® nicht angewendet werden. W-Tropfen® sollten nicht angewendet werden bei:
-schweren Nierenoder Lebererkrankungen,
-akut entzündlichen Hauterkrankungen,
-Verletzungen in der Nähe der zu behandelnden Hautregion,
-Muttermalen, behaarten Warzen oder Warzen im Genitalbereich.

Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen

W-Tropfen® sollten nicht im Gesicht und im Bereich von Schleimhäuten angewendet werden. Der Kontakt des Arzneimittels mit den Augen ist zu vermeiden.
Es sollte immer nur eine Fläche in der Grösse von etwa 2 cm Durchmesser behandelt werden. Grössere Hornhautstellen auf der Fusssohle sollten nicht auf einmal behandelt werden.
Bei Diabetes mellitus oder schweren Durchblutungsstörungen ist Vorsicht geboten.
Patienten sollten aufgefordert werden, den Arzt/die Ärztin zu konsultieren, falls sich die Warzen nicht innerhalb von 2 Wochen entfernen lassen.

Interaktionen

Salicylsäure kann die Penetration/Permeation anderer lokal applizierter Arzneimittel verstärken.
Absorbierte Salicylsäure kann die Wirkung von Sulfonylharnstoffen, Methotrexat und Kumarinderivaten verstärken und die Thrombozytenaggregation hemmen. Umgekehrt können Kortikosteroide zu erhöhten Salicylsäurespiegeln führen.
Salicylsäure kann verschiedene Laborwerte z.B. in der Schilddrüsendiagnostik beeinflussen:
-Verminderung von Protein-gebundenem Iod (PBI),
-Erhöhung des T3-Uptakes.

Schwangerschaft, Stillzeit

Es liegen weder klinische Daten für die Anwendung bei Schwangeren noch tierexperimentelle Studien vor. Salicylsäure geht in die Muttermilch über.
Auch wenn die Menge, die bei der lokalen Applikation resorbiert wird, gering ist, wird vorsichtshalber davon abgeraten, W-Tropfen® während der Schwangerschaft anzuwenden. W-Tropfen® dürfen nicht an der stillenden Brust angewendet werden.

Wirkung auf die Fahrtüchtigkeit und auf das Bedienen von Maschinen

Der Einfluss von W-Tropfen® auf die Fahrtüchtigkeit oder die Fähigkeit, Maschinen zu bedienen, wurde nicht untersucht.

Unerwünschte Wirkungen

Die nachfolgend aufgeführten unerwünschten Wirkungen stammen aus Beobachtungen nach Marktzulassung von W-Tropfen®, weshalb keine verlässlichen Häufigkeiten angegeben werden können.
Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes
Unbekannt: örtliche Hautreizungen (Rötungen oder Brennen)
Unbekannt: Kontaktallergien
Örtliche Hautreizungen verschwinden meist nach kurzer Zeit wieder. Bei übermässiger Reizung der Haut sollte die Behandlung mit W-Tropfen® abgebrochen und die betroffene Stelle mit viel Wasser abgespült werden.

Überdosierung

Es wurden keine Fälle von Überdosierung berichtet.

Eigenschaften/Wirkungen

ATC-Code: D02AF
Wirkungsmechanismus, Pharmakodynamik und klinische Wirksamkeit
Salicylsäure besitzt in geringer Konzentration eine keratoplastische und in höheren Konzentrationen (ab etwa 5%) eine keratolytische Wirkung. Als Keratolplastikum vermindert Salicylsäure den interzellulären Zusammenhalt von Korneozyten und erleichtert damit deren Ablösung. Als Keratolytikum bricht es Disulfidbrücken im Keratin der Korneozyten und verursacht so deren Auflösung.
Salicylsäure besitzt darüber hinaus antiseptische und entzündungshemmende Eigenschaften.
Die Wirkung der Salicylsäure kann durch andere synergistisch wirkende Keratolytika gesteigert werden.

Pharmakokinetik

Pharmakokinetik von Salicylsäure
Absorption
Die Absorption von topisch auf der Haut applizierter Salicylsäure hängt unter anderem von der verwendeten Formulierung und vom Hauttyp ab. Für W-Tropfen® wurden keine spezifischen Untersuchungen durchgeführt.
Distribution
Absorbierte Salicylsäure verteilt sich in fast allen parenchymatösen Organen.
50 – 80% des Plasma-Salicylates sind an Albumin gebunden.
Die Plazentaschranke kann durch Salicylat passiert werden.
Metabolismus
Absorbierte Salicylsäure wird hauptsächlich zu Salicylursäure metabolisiert und renal ausgeschieden.
Elimination
Absorbierte Salicylsäure hat bei vorschriftsgemässer topischer Anwendung eine Halbwertszeit von etwa 2 – 3 Stunden; bei hohen systemischen Salicylsäurekonzentrationen kann sich die Halbwertszeit wesentlich verlängern.

Präklinische Daten

Für W-Tropfen® bzw. dieses Kombinationspräparat liegen keine präklinischen Daten vor. Für Salicylsäure ist bisher keine mutagene, teratogene oder karzinogene Wirkung bekannt. Milchsäure ist nicht karzinogen und stellt kein theoretisches Risiko dar.

Sonstige Hinweise

Besondere Lagerungshinweise
Ausser Reichweite von Kindern aufbewahren!
Leichtentzündlich. Vor offener Flamme schützen!
W-Tropfen® sind stets gut verschlossen aufzubewahren!
W-Tropfen® nicht über 25 °C lagern.
Nach Eintrocknen der Lösung sollten W-Tropfen® nicht mehr verwendet werden.
Haltbarkeit
Das Arzneimittel darf nur bis zu dem auf der Packung mit «EXP» angegebenen Haltbarkeitsdatum verwendet werden.
Nach dem ersten Öffnen nicht länger als 12 Monate verwenden.

Zulassungsnummer

16598 (Swissmedic)

Packungen

W-Tropfen® 10 ml [D]

Zulassungsinhaberin

VERFORA SA, 1752 Villars-sur-Glâne.

Stand der Information

Februar 2018