Zusammensetzung
Wirkstoffe: Fibrinolysin (aus Rinderplasma) und Desoxyribonuklease (aus Rinderpankreas).
Hilfsstoffe: Saccharose, Excip. ad unguentum.
Galenische Form und Wirkstoffmenge pro Einheit
1 g Salbe enthält: 1 Einheit Fibrinolysin und 666 Einheiten Desoxyribonuklease.
Indikationen/Anwendungsmöglichkeiten
Enzymatische Wundreinigung bei Verbrennungen, Ulzerationen, postoperativen Wundkomplikationen und oberflächlichen Hämatomen.
Dosierung/Anwendung
Da die Fälle, in denen Fibrolan eingesetzt wird, sehr unterschiedliche Schweregrade aufweisen können, und damit die Häufigkeit der Anwendung variiert, können nur generelle Richtlinien gegeben werden:
Die örtliche Anwendung sollte in regelmässigen Abständen wiederholt werden. Die Enzymwirkung geht im Laufe der Zeit zurück und ist nach 24 Stunden praktisch erschöpft. Es hat sich bewährt, die Anwendung in 6–8-stündigen Intervallen zu wiederholen (Verband wechseln!). Die Salbe soll bis zur vollständigen Wundreinigung angewendet werden; d.h. bis deutlich erkennbar wird, dass die Wunde abheilt.
Da klinische Erfahrungen mit Kindern und Jugendlichen fehlen, sollte das Präparat mit Vorsicht bei dieser Patientengruppe angewendet werden.
Kontraindikationen
Bekannte Überempfindlichkeit gegenüber Fibrinolysin bzw. Desoxyribonuklease oder einem der Hilfsstoffe.
Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen
Die Salbe darf bei Patienten mit bekannter Allergie gegen Rindereiweiss nur mit Vorsicht angewendet werden.
Klinische Erfahrungen bei Kindern und Jugendlichen liegen nicht vor.
Interaktionen
Keine bekannt.
Schwangerschaft/Stillzeit
Es sind weder kontrollierte Studien bei Tieren noch bei schwangeren Frauen verfügbar. Das Arzneimittel sollte unter diesen Umständen während der Schwangerschaft nicht angewendet werden, es sei denn es ist klar notwendig.
Wirkung auf die Fahrtüchtigkeit und auf das Bedienen von Maschinen
Es wurden keine entsprechenden Studien durchgeführt.
Unerwünschte Wirkungen
Gefässe
Selten: örtliche Hyperämie.
Die üblichen Vorsichtsmassnahmen gegen allergische Reaktionen sollten beachtet werden, besonders wenn eine Überempfindlichkeit gegen Rindereiweiss bekannt ist.
Überdosierung
Überdosierungserscheinungen sind bisher nicht beobachtet worden.
Eigenschaften/Wirkungen
ATC-Code: D03BA
Fibrolan enthält die Kombination zweier lytischer Enzyme. Die Fibrinolysin-Komponente stammt aus Rinderplasma und die Desoxyribonuklease wird in gereinigter Form aus Rinderpankreas isoliert.
Fibrolan fördert die Auflösung unerwünschter Exsudate auf Körperoberflächen und Schleimhäuten und beschleunigt damit den Heilungsprozess. Dabei löst Fibrinolysin als Endopeptidase die Fibrinkomponente des Exsudates, während die Desoxyribonuklease den Desoxyribonukleinsäure-Anteil angreift. Bei der Depolymerisation entstehen Abbauprodukte, die sich hauptsächlich aus Polypeptiden und Polynukleotiden zusammensetzen. Diese sind sehr schwer resorbierbar (Molekülgrösse) und führen nicht zu den Nebenerscheinungen, wie die durch andere Enzyme bewirkten kleineren Spaltprodukte. Die lytische Wirkung von Fibrolan richtet sich vor allem gegen nekrotisches Gewebe, nicht gegen lebende Zellen.
Pharmakokinetik
Untersuchungen zur Pharmakokinetik liegen nicht vor.
Präklinische Daten
Es sind keine für die Anwendung von Fibrolan relevanten präklinischen Daten bekannt.
Sonstige Hinweise
Inkompatibilitäten
Die Wirkung des Arzneimittels kann verloren gehen, wenn gleichzeitig Umschläge mit Desinfektionsmitteln gemacht werden.
Haltbarkeit
Das Arzneimittel darf nur bis zu dem auf der Packung mit «EXP» bezeichneten Datum verwendet werden.
Besondere Lagerungshinweise
Nicht über 25 °C lagern.
Zulassungsnummer
28557 (Swissmedic).
Packungen
Fibrolan Salbe 30 g. (B)
Zulassungsinhaberin
Pfizer AG, Zürich.
Stand der Information
Dezember 2007.