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Home - Fachinformation zu Aspirin Cardio 100 - Änderungen - 11.07.2016
16 Änderungen an Fachinfo Aspirin Cardio 100
  • -Galenische Form und Wirkstoffmenge pro Einheit
  • -1 Filmtablette Aspirin Cardio 100 mit magensaft-resistentem Überzug enthält 100 mg Acetylsalicylsäure (ASS).
  • -1 Filmtablette Aspirin Cardio 300 mit magensaft-resistentem Überzug enthält 300 mg Acetylsalicylsäure (ASS).
  • -Eigenschaften/Wirkungen
  • -ATC-Code: B01AC06
  • -Acetylsalicylsäure (ASS) ist der Essig-Ester der Salicylsäure.Wirkungsmechanismus
  • -Da sogar kleine Dosen von ASS absorbiert werden, werden alle zirkulierenden Blutplättchen auf dem Weg vom Gastrointestinaltrakt zur Leber in den prähepatischen mesenterischen Blutgefässen irreversibel gehemmt. ASS wirkt antithrombotisch durch Hemmung der Thromboxan A 2 -Synthese in den Thrombozyten. Die Cyclooxygenase des Endothels (Prostacyclin-Synthese), welche schneller regeneriert wird, ist in der ganzen posthepatischen Zirkulation mit ASS-Konzentrationen von nur sehr geringer Aktivität konfrontiert. Die für die Blutstillung verantwortlichen Plättchenfunktionen werden nicht wesentlich beeinflusst.Klinische Wirksamkeit
  • -Primärprävention: In einer Metaanalyse der US Preventive Task Force (Ann Int Med 2002;136:161–172) wurde anhand von 5 prospektiven klinischen Studien gezeigt, dass bei Patienten ohne vorheriges kardiales Ereignis, aber mit verschiedenen Risikofaktoren (Alter >50 Jahre, Hypertonie, Diabetes mellitus, Raucher, Hypercholesterinämie, familiäre Vorgeschichte) durch prophylaktische Behandlung mit Acetylsalicylsäure 75–125 mg über 5 bis 7 Jahre das Risiko eines Myokardinfarktes erniedrigt wird (Odds ratio 0,72 [CI95% 0,60–0,87]). Dies wurde nur für nicht-letale koronare Ereignisse dokumentiert, es fand sich kein Benefit bei Schlaganfall und auf die Gesamtmortalität. Das Risiko einer schweren gastrointestinalen Blutung im Vergleich zur Kontrolle war 0,8% vs. 0,48%, das einer Hirnblutung 0,22% vs 0,17%. Bei Patienten über 70 Jahren war das Blutungsrisiko erhöht.
  • -Die Prophylaxe sollte nur nach befriedigender Kontrolle der Blutdruckwerte und zusammen mit anderen therapeutischen Massnahmen (Diät, Behandlung des Diabetes und des Lipidstoffwechsels, Einstellung des Rauchens) durchgeführt werden. Das Risiko kann anhand der Tabellen der Europäischen Gesellschaft für Kardiologie (European Heart Journal, 1998,19:1434–1503) abgeschätzt werden.
  • -Sekundärprävention: In einer Metaanalyse durch die Antithrombotic trialists collaboration (BMJ 2002;324:71–85) wurde in 287 Studien mit 135’000 Hochrisiko-Patienten die Wirkung von Acetylsalicylsäure vs. Placebo verglichen und bei 77’000 Patienten ein Vergleich verschiedener Plättchenaggregationshemmer durchgeführt. Hochrisiko-Patienten waren Patienten mit einem akuten oder anamnestisch berichteten vaskulären Ereignis (Myokardinfarkt, transitorisch-ischämische Attacke TIA), mit instabiler Angina pectoris, arterieller Verschlusskrankheit, nach gefässchirurgischen Eingriffen wie aortokoronarer Bypass, perkutane transluminare Koronarangioplastie (PTCA), periphere Angioplastie und bei Dialysepatienten mit arteriovenösem Shunt. Es zeigte sich eine Reduktion von schweren vaskulären Ereignissen (Odds Reduktion 25%; p <0,0001) und der vaskulären Mortalität. In allen genannten Hochrisikokategorien überwog der absolute Benefit gegenüber dem Risiko einer extrakranialen Blutung.
  • -Pharmakokinetik
  • -Absorption
  • -Nach oraler Gabe wird Acetylsalicylsäure schnell und vollständig im Gastrointestinaltrakt resorbiert. Während und nach der Resorption wird Acetylsalicylsäure in den aktiven Hauptmetaboliten Salicylsäure umgewandelt. Maximale Plasmaspiegel von Acetylsalicylsäure werden nach 10–20 Minuten, von Salicylsäure nach 0,3–3 Stunden erreicht.
  • -Der magensaft-resistente Überzug der Tabletten führt zu einer verzögerten Freisetzung, nicht im Magen, sondern erst im alkalischen Milieu des Dünndarms, was mit einer verzögerten Resorption der Substanz parallel geht. Durch den Schutz der Magenschleimhaut ist diese Formulierung der üblichen ASS-Tablette besonders in der Langzeitbehandlung überlegen.
  • -Verglichen mit Aspirin werden maximale Salicylat-Konzentrationen im Blut rund 3 bis 6 Stunden später erreicht.Distribution
  • -Salicylsäure ist zu 60–90% an Plasmaproteine gebunden.
  • -Die Bioverfügbarkeit des Salicylats liegt zwischen 80 und 100%.Metabolismus
  • -Die systemisch verfügbare ASS wird mit einer Halbwertszeit von rund 15 Minuten abgebaut. Die bei der Hydrolyse gebildete Salicylsäure besitzt eine Plasmahalbwertszeit von rund 2–3 Stunden, nach Gabe hoher Dosen (>3 g) ist diese aufgrund einer Sättigung des konjugierenden Enzymsystems deutlich erhöht.
  • -Die Biotransformation der Salicylsäure erfolgt vor allem in der Leber. Durch Bindung der Salicylsäure an Glyzin entsteht Salicylursäure, die durch Konjugation mit Glukuronsäure oder Schwefelsäure weiter umgesetzt wird. Ein kleiner Teil wird zu Gentisinsäure oxidiert und in Gentisinursäure umgewandelt.Elimination
  • -Die Ausscheidung erfolgt praktisch vollständig renal als Salicylsäure (ca. 10%), als Salicylursäure (ca. 75%) und als Konjugate der Salicylursäure (ca. 10%).
  • -Die Eliminationshalbwertzeit variiert zwischen 2–3 Stunden nach kleineren Dosen und bis zu 12 Stunden nach üblichen analgetischen Dosen.Kinetik in besonderen klinischen Situationen
  • -Elimination bei eingeschränkter Leberfunktion: Da die Metabolisierung der ASS überwiegend in der Leber erfolgt, muss mit einem verlangsamten Abbau der ASS zu Salicylsäure gerechnet werden (Kumulierung).
  • -Elimination bei eingeschränkter Nierenfunktion: Bei Niereninsuffizienz wird die Abbaugeschwindigkeit für die Salicylsäure im Blutplasma nicht beeinträchtigt; dagegen nimmt der Gehalt an inaktiven Salicylsäure-Metaboliten, vor allem an konjugierter Salicylursäure aber zu.
  • -Salicylate passieren die Plazentarschranke, sie erscheinen jedoch nur in geringen Mengen in der Muttermilch.
  • -
  • +Galenische Form und Wirkstoffmenge pro Einheit
  • +1 Filmtablette Aspirin Cardio 100 mit magensaft-resistentem Überzug enthält 100 mg Acetylsalicylsäure (ASS).
  • +1 Filmtablette Aspirin Cardio 300 mit magensaft-resistentem Überzug enthält 300 mg Acetylsalicylsäure (ASS).
  • -Wenn nicht vom Arzt bzw. von der Ärztin anders angeordnet, werden folgende Dosierungen empfohlen:Kardiovaskuläre Indikationen ohne aortokoronarer Bypass und ohne PTCA
  • -1× 100 mg/Tag.Thromboseprävention nach aortokoronarem Bypass und perkutaner transluminarer Koronarangioplastie (PTCA)
  • -100–300 mg/Tag.Prophylaxe von zerebrovaskulären Insulten, nachdem Vorläuferstadien (TIA) aufgetreten sind
  • +Wenn nicht vom Arzt bzw. von der Ärztin anders angeordnet, werden folgende Dosierungen empfohlen:
  • +Kardiovaskuläre Indikationen ohne aortokoronarer Bypass und ohne PTCA
  • +1× 100 mg/Tag.
  • +Thromboseprävention nach aortokoronarem Bypass und perkutaner transluminarer Koronarangioplastie (PTCA)
  • +100–300 mg/Tag.
  • +Prophylaxe von zerebrovaskulären Insulten, nachdem Vorläuferstadien (TIA) aufgetreten sind
  • -Es empfiehlt sich, die Tabletten mit etwas Flüssigkeit einzunehmen, möglichst nach den Mahlzeiten. Etwa ½–1 Glas Flüssigkeit nachtrinken.Akuter Myokardinfarkt
  • +Es empfiehlt sich, die Tabletten mit etwas Flüssigkeit einzunehmen, möglichst nach den Mahlzeiten. Etwa ½–1 Glas Flüssigkeit nachtrinken.
  • +Akuter Myokardinfarkt
  • +Kontraindikationen
  • +– Überempfindlichkeit gegen Salicylate und/oder andere Entzündungshemmer (Antirheumatika) oder einen der Hilfsstoffe gemäss Zusammensetzung.
  • +– Asthma in der Vorgeschichte, ausgelöst durch Salicylate oder Substanzen mit ähnlichem Wirkmechanismus, speziell nicht-steroidale Analgetika/Antirheumatika.
  • +– Hämorrhagische Diathese.
  • +– Magen-Darm-Ulcera.
  • +– Schwere Leberfunktionsstörungen.
  • +– Schwere Niereninsuffizienz.
  • +– Schwere dekompensierte Herzinsuffizienz.
  • +– Kombination mit Methotrexat in Dosen von 15 mg/Woche oder mehr (siehe «Interaktionen»).
  • +– Letztes Trimenon der Schwangerschaft.
  • +
  • -Unerwünschte Wirkungen
  • -Störungen des Blut- und Lymphsystems
  • -Verlängerte Blutungszeit.
  • -Selten: Thrombozytopenie, Agranulozytose, Panzytopenie, Leukopenie, aplastische Anämie.Störungen des Immunsystems
  • -Gelegentlich: Auftreten von Asthma.
  • -Selten: Überempfindlichkeitsreaktionen in Form von erythematösen/ekzematösen Hauterscheinungen, Urtikaria, Rhinitis, verstopfter Nase, Bronchospasmus, angioneurotischem Ödem, Blutdruckabfall bis hin zum Schock.
  • -Sehr selten: schwere Hautreaktionen bis hin zum Erythema exsudativum multiforme, Stevens-Johnson-Syndrom, toxisch epidermale Nekrolyse.Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen
  • -Sehr selten: Hypoglykämie, Eisenmangelanämie, Störungen des Säure-Basen-Haushaltes.Störungen des Nervensystems
  • -Selten: Kopfschmerzen, Schwindel, Tinnitus, Sehstörun­gen, Schwerhörigkeit, Verwirrtheitszustände.Gastrointestinale Störungen
  • -Häufig: Mikroblutungen (70%), Magenbeschwerden.
  • -Gelegentlich: Dyspepsie, Übelkeit, Erbrechen, Diarrhö.
  • -Selten: Magen-Darm-Blutungen, Magen-Darm-Ulzerationen, die sehr selten zur Perforation führen können, mit den entsprechenden klinischen Symptomen und Veränderungen in den Laborparametern.Funktionsstörungen der Leber und Galle
  • -Selten: Leberfunktionsstörungen (z.B. Transaminasen­erhöhung).Funktionsstörungen der Nieren und ableitenden Harnwege
  • -Über eine Einschränkung der Nierenfunktion und akutes Nierenversagen wurde berichtet.Sonstige
  • -Sehr selten: Reye-Syndrom (siehe Rubrik «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).
  • -Ausserdem wurden in Spontanmeldungen zu allen Aspirinformulierungen, inkl. oraler Kurz- und Langzeitbehandlung, weitere unerwünschte Arzneimittelwirkungen berichtet; eine Anordnung nach den Häufigkeitskategorien gemäss CIOMS III ist daher nicht möglich.
  • -Über Hämolyse und hämolytische Anämie bei Patienten mit schweren Formen des Glucose-6-Phosphatdehydrogenase (G6PD) Mangels wurde berichtet.
  • -Durch seine plättchenhemmende Wirkung kann Acetylsalicylsäure das Blutungsrisiko erhöhen. Blutungen wie perioperative Blutungen, Hämatome, Epistaxis, Urogenital­blutungen, Zahnfleischbluten wurden beobachtet.
  • -Selten bis sehr selten sind auch schwerwiegende Blutungen wie z.B. gastrointestinale Blutungen, cerebrale Blutungen, besonders bei Patienten mit nicht eingestelltem Bluthochdruck und/oder gleichzeitiger Behandlung mit Antikoagulantien berichtet worden, die in Einzelfällen möglicherweise lebensbedrohlich sein können.
  • -– Methotrexat in Dosen von 15 mg/Woche oder mehr: verstärkte hämatologische Toxizität von Methotrexat (generell verringern entzündungshemmende Wirkstoffe die Ausscheidung von Methotrexat und Salicylate verdrängen es aus seiner Plasmaproteinbindung), siehe «Kontraindikationen».Kombinationen, die besondere Vorsicht erfordern
  • -
  • +– Methotrexat in Dosen von 15 mg/Woche oder mehr: verstärkte hämatologische Toxizität von Methotrexat (generell verringern entzündungshemmende Wirkstoffe die Ausscheidung von Methotrexat und Salicylate verdrängen es aus seiner Plasmaproteinbindung), siehe «Kontraindikationen».
  • +Kombinationen, die besondere Vorsicht erfordern
  • +Schwangerschaft/Stillzeit
  • +Bei der Anwendung von Salicylaten ist im ersten und zweiten Trimenon der Schwangerschaft Vorsicht geboten. Im letzten Trimenon der Schwangerschaft sind Salicylate kontraindiziert.
  • +Die Hemmung der Prostaglandinsynthese kann sich negativ auf die Schwangerschaft und/oder die embryonale bzw. fetale Entwicklung auswirken.
  • +Daten aus epidemiologischen Studien weisen auf ein erhöhtes Risiko für Fehlgeburten sowie kardiale Missbildungen und Gastroschisis nach der Anwendung eines Prostaglandinsynthesehemmers in der Frühschwangerschaft hin. Es wird angenommen, dass das Risiko mit der Dosis und der Dauer der Therapie steigt.
  • +Es gibt Berichte über Implantationsstörungen, embryo- und fetotoxische Effekte und Beeinträchtigung der Lernfähigkeit bei den Nachkommen bei Einnahme von Salicylaten während der Schwangerschaft.
  • +Salicylate haben im Tierversuch unerwünschte Effekte (wie erhöhte Sterblichkeit, Wachstumsstörungen, Salicylat-Intoxikationen) auf den Föten gezeigt, es existieren jedoch keine kontrollierten Studien bei schwangeren Frauen.
  • +Aufgrund bisheriger Erfahrungen scheint jedoch das Risiko bei normalen therapeutischen Dosen allerdings gering zu sein.
  • +Bei Einnahme im letzten Trimenon der Schwangerschaft können alle Prostaglandinsynthesehemmer
  • +– den Fötus gefährden durch kardiopulmonare Toxizität (mit vorzeitigem Verschluss des Ductus arteriosus und pulmonaler Hypertonie) und/oder renaler Dysfunktion, die zu Nierenversagen mit Oligohydroamnie fortschreiten kann;
  • +– am Ende der Schwangerschaft kann es bei Mutter und Kind zu verlängerten Blutungen kommen. Dieser Effekt kann auch bei Gabe von sehr niedrigen Dosen auftreten;
  • +– bei der Mutter zu Wehenhemmungen und Blutungen und zu einer Verlängerung der Gestationsdauer führen.
  • +Salicylate gehen in die Muttermilch über. Die Konzentration in der Muttermilch ist gleich oder sogar höher als die mütterliche Plasmakonzentration.
  • +Während der Stillzeit nur bei zwingender Indikation, wobei bei regelmässiger Anwendung hoher Dosen abgestillt werden muss (>300 mg/Tag).
  • +Wirkung auf die Fahrtüchtigkeit und auf das Bedienen von Maschinen
  • +Es wurden keine entsprechenden Studien durchgeführt.
  • +Unerwünschte Wirkungen
  • +Störungen des Blut- und Lymphsystems
  • +Verlängerte Blutungszeit.
  • +Selten: Thrombozytopenie, Agranulozytose, Panzytopenie, Leukopenie, aplastische Anämie.
  • +Störungen des Immunsystems
  • +Gelegentlich: Auftreten von Asthma.
  • +Selten: Überempfindlichkeitsreaktionen in Form von erythematösen/ekzematösen Hauterscheinungen, Urtikaria, Rhinitis, verstopfter Nase, Bronchospasmus, angioneurotischem Ödem, Blutdruckabfall bis hin zum Schock.
  • +Sehr selten: schwere Hautreaktionen bis hin zum Erythema exsudativum multiforme, Stevens-Johnson-Syndrom, toxisch epidermale Nekrolyse.
  • +Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen
  • +Sehr selten: Hypoglykämie, Eisenmangelanämie, Störungen des Säure-Basen-Haushaltes.
  • +Störungen des Nervensystems
  • +Selten: Kopfschmerzen, Schwindel, Tinnitus, Sehstörun­gen, Schwerhörigkeit, Verwirrtheitszustände.
  • +Gastrointestinale Störungen
  • +Häufig: Mikroblutungen (70%), Magenbeschwerden.
  • +Gelegentlich: Dyspepsie, Übelkeit, Erbrechen, Diarrhö.
  • +Selten: Magen-Darm-Blutungen, Magen-Darm-Ulzerationen, die sehr selten zur Perforation führen können, mit den entsprechenden klinischen Symptomen und Veränderungen in den Laborparametern.
  • +Funktionsstörungen der Leber und Galle
  • +Selten: Leberfunktionsstörungen (z.B. Transaminasen­erhöhung).
  • +Funktionsstörungen der Nieren und ableitenden Harnwege
  • +Über eine Einschränkung der Nierenfunktion und akutes Nierenversagen wurde berichtet.
  • +Sonstige
  • +Sehr selten: Reye-Syndrom (siehe Rubrik «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).
  • +Ausserdem wurden in Spontanmeldungen zu allen Aspirinformulierungen, inkl. oraler Kurz- und Langzeitbehandlung, weitere unerwünschte Arzneimittelwirkungen berichtet; eine Anordnung nach den Häufigkeitskategorien gemäss CIOMS III ist daher nicht möglich.
  • +Über Hämolyse und hämolytische Anämie bei Patienten mit schweren Formen des Glucose-6-Phosphatdehydrogenase (G6PD) Mangels wurde berichtet.
  • +Durch seine plättchenhemmende Wirkung kann Acetylsalicylsäure das Blutungsrisiko erhöhen. Blutungen wie perioperative Blutungen, Hämatome, Epistaxis, Urogenital­blutungen, Zahnfleischbluten wurden beobachtet.
  • +Selten bis sehr selten sind auch schwerwiegende Blutungen wie z.B. gastrointestinale Blutungen, cerebrale Blutungen, besonders bei Patienten mit nicht eingestelltem Bluthochdruck und/oder gleichzeitiger Behandlung mit Antikoagulantien berichtet worden, die in Einzelfällen möglicherweise lebensbedrohlich sein können.
  • -Die Schwere der Vergiftung kann nicht alleine über die Plasmakonzentrationen abgeschätzt werden. Die Absorption von Acetylsalicylsäure kann durch eine Verlangsamung der Magenentleerung, Konkrementbildung im Magen, oder durch magensaft-resistente Überzüge verzögert sein.Warnung
  • -Lokale Reizsymptome, die normalerweise bei einer ASS Überdosierung im Vordergrund stehen, wie z.B. Nausea, Erbrechen und Magenschmerzen können fehlen, da diese ASS-Zubereitung einen magensaft-resistenten Überzug besitzt und nur im Dünndarm resorbiert wird.Symptome
  • +Die Schwere der Vergiftung kann nicht alleine über die Plasmakonzentrationen abgeschätzt werden. Die Absorption von Acetylsalicylsäure kann durch eine Verlangsamung der Magenentleerung, Konkrementbildung im Magen, oder durch magensaft-resistente Überzüge verzögert sein.
  • +Warnung
  • +Lokale Reizsymptome, die normalerweise bei einer ASS Überdosierung im Vordergrund stehen, wie z.B. Nausea, Erbrechen und Magenschmerzen können fehlen, da diese ASS-Zubereitung einen magensaft-resistenten Überzug besitzt und nur im Dünndarm resorbiert wird.
  • +Symptome
  • -Tinnitus kann ab einer Plasmakonzentration von 150 bis 300 µg/ml auftreten, schwerere Nebenwirkungen treten bei Plasmakonzentrationen über 300 µg/ml auf.Therapie
  • +Tinnitus kann ab einer Plasmakonzentration von 150 bis 300 µg/ml auftreten, schwerere Nebenwirkungen treten bei Plasmakonzentrationen über 300 µg/ml auf.
  • +Therapie
  • +Eigenschaften/Wirkungen
  • +ATC-Code: B01AC06
  • +Acetylsalicylsäure (ASS) ist der Essig-Ester der Salicylsäure.
  • +Wirkungsmechanismus
  • +Da sogar kleine Dosen von ASS absorbiert werden, werden alle zirkulierenden Blutplättchen auf dem Weg vom Gastrointestinaltrakt zur Leber in den prähepatischen mesenterischen Blutgefässen irreversibel gehemmt. ASS wirkt antithrombotisch durch Hemmung der Thromboxan A2-Synthese in den Thrombozyten. Die Cyclooxygenase des Endothels (Prostacyclin-Synthese), welche schneller regeneriert wird, ist in der ganzen posthepatischen Zirkulation mit ASS-Konzentrationen von nur sehr geringer Aktivität konfrontiert. Die für die Blutstillung verantwortlichen Plättchenfunktionen werden nicht wesentlich beeinflusst.
  • +Klinische Wirksamkeit
  • +Primärprävention: In einer Metaanalyse der US Preventive Task Force (Ann Int Med 2002;136:161–172) wurde anhand von 5 prospektiven klinischen Studien gezeigt, dass bei Patienten ohne vorheriges kardiales Ereignis, aber mit verschiedenen Risikofaktoren (Alter >50 Jahre, Hypertonie, Diabetes mellitus, Raucher, Hypercholesterinämie, familiäre Vorgeschichte) durch prophylaktische Behandlung mit Acetylsalicylsäure 75–125 mg über 5 bis 7 Jahre das Risiko eines Myokardinfarktes erniedrigt wird (Odds ratio 0,72 [CI95% 0,60–0,87]). Dies wurde nur für nicht-letale koronare Ereignisse dokumentiert, es fand sich kein Benefit bei Schlaganfall und auf die Gesamtmortalität. Das Risiko einer schweren gastrointestinalen Blutung im Vergleich zur Kontrolle war 0,8% vs. 0,48%, das einer Hirnblutung 0,22% vs 0,17%. Bei Patienten über 70 Jahren war das Blutungsrisiko erhöht.
  • +Die Prophylaxe sollte nur nach befriedigender Kontrolle der Blutdruckwerte und zusammen mit anderen therapeutischen Massnahmen (Diät, Behandlung des Diabetes und des Lipidstoffwechsels, Einstellung des Rauchens) durchgeführt werden. Das Risiko kann anhand der Tabellen der Europäischen Gesellschaft für Kardiologie (European Heart Journal, 1998,19:1434–1503) abgeschätzt werden.
  • +Sekundärprävention: In einer Metaanalyse durch die Antithrombotic trialists collaboration (BMJ 2002;324:71–85) wurde in 287 Studien mit 135’000 Hochrisiko-Patienten die Wirkung von Acetylsalicylsäure vs. Placebo verglichen und bei 77’000 Patienten ein Vergleich verschiedener Plättchenaggregationshemmer durchgeführt. Hochrisiko-Patienten waren Patienten mit einem akuten oder anamnestisch berichteten vaskulären Ereignis (Myokardinfarkt, transitorisch-ischämische Attacke TIA), mit instabiler Angina pectoris, arterieller Verschlusskrankheit, nach gefässchirurgischen Eingriffen wie aortokoronarer Bypass, perkutane transluminare Koronarangioplastie (PTCA), periphere Angioplastie und bei Dialysepatienten mit arteriovenösem Shunt. Es zeigte sich eine Reduktion von schweren vaskulären Ereignissen (Odds Reduktion 25%; p <0,0001) und der vaskulären Mortalität. In allen genannten Hochrisikokategorien überwog der absolute Benefit gegenüber dem Risiko einer extrakranialen Blutung.
  • +Pharmakokinetik
  • +Absorption
  • +Nach oraler Gabe wird Acetylsalicylsäure schnell und vollständig im Gastrointestinaltrakt resorbiert. Während und nach der Resorption wird Acetylsalicylsäure in den aktiven Hauptmetaboliten Salicylsäure umgewandelt. Maximale Plasmaspiegel von Acetylsalicylsäure werden nach 10–20 Minuten, von Salicylsäure nach 0,3–3 Stunden erreicht.
  • +Der magensaft-resistente Überzug der Tabletten führt zu einer verzögerten Freisetzung, nicht im Magen, sondern erst im alkalischen Milieu des Dünndarms, was mit einer verzögerten Resorption der Substanz parallel geht. Durch den Schutz der Magenschleimhaut ist diese Formulierung der üblichen ASS-Tablette besonders in der Langzeitbehandlung überlegen.
  • +Verglichen mit Aspirin werden maximale Salicylat-Konzentrationen im Blut rund 3 bis 6 Stunden später erreicht.
  • +Distribution
  • +Salicylsäure ist zu 60–90% an Plasmaproteine gebunden.
  • +Die Bioverfügbarkeit des Salicylats liegt zwischen 80 und 100%.
  • +Metabolismus
  • +Die systemisch verfügbare ASS wird mit einer Halbwertszeit von rund 15 Minuten abgebaut. Die bei der Hydrolyse gebildete Salicylsäure besitzt eine Plasmahalbwertszeit von rund 2–3 Stunden, nach Gabe hoher Dosen (>3 g) ist diese aufgrund einer Sättigung des konjugierenden Enzymsystems deutlich erhöht.
  • +Die Biotransformation der Salicylsäure erfolgt vor allem in der Leber. Durch Bindung der Salicylsäure an Glyzin entsteht Salicylursäure, die durch Konjugation mit Glukuronsäure oder Schwefelsäure weiter umgesetzt wird. Ein kleiner Teil wird zu Gentisinsäure oxidiert und in Gentisinursäure umgewandelt.
  • +Elimination
  • +Die Ausscheidung erfolgt praktisch vollständig renal als Salicylsäure (ca. 10%), als Salicylursäure (ca. 75%) und als Konjugate der Salicylursäure (ca. 10%).
  • +Die Eliminationshalbwertzeit variiert zwischen 2–3 Stunden nach kleineren Dosen und bis zu 12 Stunden nach üblichen analgetischen Dosen.
  • +Kinetik in besonderen klinischen Situationen
  • +Elimination bei eingeschränkter Leberfunktion: Da die Metabolisierung der ASS überwiegend in der Leber erfolgt, muss mit einem verlangsamten Abbau der ASS zu Salicylsäure gerechnet werden (Kumulierung).
  • +Elimination bei eingeschränkter Nierenfunktion: Bei Niereninsuffizienz wird die Abbaugeschwindigkeit für die Salicylsäure im Blutplasma nicht beeinträchtigt; dagegen nimmt der Gehalt an inaktiven Salicylsäure-Metaboliten, vor allem an konjugierter Salicylursäure aber zu.
  • +Salicylate passieren die Plazentarschranke, sie erscheinen jedoch nur in geringen Mengen in der Muttermilch.
  • +Präklinische Daten
  • +Das präklinische Sicherheitsprofil von Acetylsalicylsäure ist gut dokumentiert. Salicylate haben in tierexperimentellen Untersuchungen ausser Nierenschädigungen keine weiteren Organschädigungen gezeigt. Acetylsalicylsäure wurde ausführlich auf Mutagenität und Kanzerogenität untersucht; es wurden keine relevanten Hinweise auf mutagenes oder kanzerogenes Potential festgestellt.
  • +Es wurde beobachtet, dass Salicylate bei einer Reihe von Tierarten embryotoxische als auch teratogene Effekte haben (z.B. Fehlbildungen an Herz und Skelett, Gastroschisis).
  • -Das Arzneimittel darf nur bis zu dem auf dem Behälter mit EXP bezeichneten Datum verwendet werden.Besondere Lagerungshinweise
  • +Das Arzneimittel darf nur bis zu dem auf dem Behälter mit EXP bezeichneten Datum verwendet werden.
  • +Besondere Lagerungshinweise
  • -Aspirin Cardio Filmtabl 100 mg 30. (B)
  • -Aspirin Cardio Filmtabl 100 mg 90. (B)
  • -Aspirin Cardio Filmtabl 100 mg 28 (Kalenderpackung). (B)
  • -Aspirin Cardio Filmtabl 100 mg 98 (Kalenderpackung). (B)
  • -Aspirin Cardio Filmtabl 300 mg 30. (B)
  • -Aspirin Cardio Filmtabl 300 mg 90. (B)
  • +Aspirin Cardio Filmtabl 100 mg 30. (B)
  • +Aspirin Cardio Filmtabl 100 mg 90. (B)
  • +Aspirin Cardio Filmtabl 100 mg 28 (Kalenderpackung). (B)
  • +Aspirin Cardio Filmtabl 100 mg 98 (Kalenderpackung). (B)
  • +Aspirin Cardio Filmtabl 300 mg 30. (B)
  • +Aspirin Cardio Filmtabl 300 mg 90. (B)
  • +Zulassungsinhaberin
  • +Bayer (Schweiz) AG, 8045 Zürich.
  • +
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