| 118 Änderungen an Fachinfo Sevre-Long 30 mg |
-Sevre-Long 30 mg, 60 mg, 120 mg: color.: E 132, excip. pro capsula.
- +Sevre-Long 30 mg, 60 mg, 120 mg: color.: E 132 (Indigocarmin), excip. pro capsula.
-1 Kapsel retard enthält 30 mg, 60 mg, 120 mg bzw. 200 mg morphini sulfas pentahydricus corresp. morphinum 22,5 mg, 45 mg, 90 mg bzw. 150 mg.
- +Sevre-Long 30 mg: hellblaue Hartkapsel der Grösse 4, mit der Aufschrift «MS OD 30», enthält weisse bis cremefarbene Retard-Pellets mit 30 mg Morphinsulfat-Pentahydrat entsprechend 22,5 mg Morphin.
- +Sevre-Long 60 mg: dunkelbraune Hartkapsel der Grösse 3, mit der Aufschrift «MS OD 60», enthält weisse bis cremefarbene Retard-Pellets mit 60 mg Morphinsulfat-Pentahydrat entsprechend 45 mg Morphin.
- +Sevre-Long 120 mg: olivfarbene Hartkapsel der Grösse 1, mit der Aufschrift «MS OD 120», enthält weisse bis cremefarbene Retard-Pellets mit 120 mg Morphinsulfat-Pentahydrat entsprechend 90 mg Morphin.
- +Sevre-Long 200 mg: rostfarbene Hartkapsel der Grösse 0, mit der Aufschrift «MS OD 200», enthält weisse bis cremefarbene Retard-Pellets mit 200 mg Morphinsulfat-Pentahydrat entsprechend 150 mg Morphin.
-Sevre-Long Kapseln retard sollten in der Regel alle 24 Stunden eingenommen werden.
- +Sevre-Long Kapseln retard sind für die orale Anwendung bestimmt. Sie sollten in der Regel einmal täglich zur gleichen Zeit eingenommen werden.
-Die Patienten sollten angewiesen werden, die Kapseln täglich etwa zur selben Zeit als Ganzes mit einem Glas Wasser einzunehmen und die Kapseln niemals zu zerbeissen oder zu zerkauen.
- +Die Kapseln retard können sowohl während als auch zwischen den Mahlzeiten mit ausreichend Flüssigkeit eingenommen werden.
- +Sie müssen ganz geschluckt und dürfen nicht zerbissen oder zerkaut werden.
- +Die Dosierung ist an die Schmerzintensität und an die individuelle Empfindlichkeit, das Alter und das Gewicht des Patienten anzupassen.
- +Die korrekte Dosierung für einen Patienten ist die, welche genügt, um den Schmerz für volle 24 h ohne oder mit lediglich erträglichen unerwünschten Wirkungen zu kontrollieren.
- +Es gelten folgende allgemeine Dosierungsempfehlungen:
-Die Dosierung soll an die Schmerzintensität und an die individuelle Empfindlichkeit, das Alter und das Gewicht des Patienten angepasst werden. Es gelten folgende allgemeine Dosierungsempfehlungen:
-Patienten, die erstmals mit Sevre-Long behandelt werden, sind zuerst auf eine wirksame Tagesdosis eines nicht retardierten Morphinpräparats einzustellen (Dosistitration).
-Für den Therapiebeginn wird normalerweise eine Tagesdosis von 60 mg Morphinsulfat p.o. empfohlen. Die Tagesdosis wird solange allmählich gesteigert, bis eine ausreichende Analgesie erreicht wird.
-Eine Erhöhung in Stufen von 30-50% kann als angemessen betrachtet werden. Die korrekte Dosierung für einen Patienten ist die, welche genügt, um den Schmerz für volle 24 Stunden ohne oder mit erträglichen unerwünschten Wirkungen zu kontrollieren. Diese Tagesdosis entspricht der 1× täglich zu verabreichenden Sevre-Long-Dosierung.
-Bei der Umstellung von anderen Opioiden kann die äquiaktive Dosis berechnet werden. Es ist zu empfehlen, dass mit einer tieferen Dosis als der errechneten begonnen wird. Diese Dosis wird bei ungenügender Analgesie wie zuvor beschrieben gesteigert oder entsprechend der verbrauchten Reserve angepasst.
-Zur Behandlung von Durchbruchschmerzen sollte dem Patienten nicht retardiertes Morphin (Reserve) zur Verfügung stehen (Einzeldosis der Reserve = 1/6 der Sevre-Long-Tagesdosis).
-Da das Wirkmaximum des Reservemedikamentes nach ca.1-2 Stunden erreicht wird, sollten bei ungenügender Schmerzfreiheit weitere Reservedosen frühestens nach jeweils 1-2 Stunden eingenommen werden. Gebrauch der Reservemedikation an mehr als 2 aufeinanderfolgenden Tagen und 2 oder mehrmals pro Tag bedeutet, dass eine Dosissteigerung von Sevre-Long notwendig ist. Der Patient erhält dann die neu festgestellte Tagesdosis (bisherige Dosis von Sevre-Long plus Reservemedikation) in Form von Sevre-Long alle 24 Stunden.
- +Nicht-Opioid-gewöhnte (opioidnaive) Patienten
- +Bevor Patienten erstmals mit Sevre-Long gegen Schmerzen behandelt werden, sollten sie auf eine wirksame Tagesdosis eines nicht-retardierten Morphinpräparats bzw. auf ein 12 h-retardiertes Morphinpräparat eingestellt werden.
- +Die übliche Anfangsdosis von Sevre-Long beträgt:
- +Bei Patienten unter 70 kg sowie bei älteren oder geschwächten Patienten eine Kapsel zu 30 mg einmal täglich. Bei Patienten über 70 kg eine Kapsel zu 60 mg einmal täglich.
- +Eine tägliche Dosiserhöhung in Stufen von 30-50% wird als angemessen betrachtet (siehe auch Abs. «Ergänzende Schmerzmedikation und Dosistitration»).
- +Patienten, welche bereits mit Morphin vorbehandelt sind
- +Patienten, die von einem schnell wirksamen oral oder rektal verabreichten Morphinpräparat auf Sevre-Long umgestellt werden, erhalten als Einzeldosis von Sevre-Long die bisherige Tagesdosis an Morphin.
- +Die Bioäquivalenz von Sevre-Long zu anderen Morphinpräparaten mit kontrollierter Freisetzung ist nicht sichergestellt. Eine Umstellung muss mit Neuanpassung und klinischer Überprüfung erfolgen.
- +Bei Umstellung von parenteral verabreichtem Morphin auf Sevre-Long sollte wie folgt dosiert werden: parenterale Morphin-Tagesdosis × 3 = neue Tagesdosis von Sevre-Long. Eine individuelle Dosisanpassung ist erforderlich.
- +Patienten, welche bereits mit einem anderen Opioid vorbehandelt sind
- +Obwohl für die therapeutische Äquivalenz von oral und parenteral verabreichten Opioiden nützliche Tabellen existieren, bestehen bezüglich der relativen Potenz grosse interindividuelle Variabilitäten für die verschiedenen Wirkstoffe und Darreichungsformen. Spezifische Dosierungsempfehlungen sind auch nicht möglich, da systematische klinische Studien für entsprechende Wechsel von allen potentiell eingesetzten Opioiden fehlen. Bei einem Wechsel des Wirkstoffes oder der Darreichungsform muss unter klinischer Kontrolle neu titriert werden. Generell ist es sicherer, die tägliche Sevre-Long-Dosis eines Patienten tief einzuschätzen, als mit einer zu hohen Dosis gefährliche unerwünschte Wirkungen auszulösen. In der Regel wird mit der Hälfte der geschätzten Tagesdosis begonnen und schnell-freisetzendes Morphin als Reservemedikation bereitgestellt.
- +Ergänzende Schmerzmedikation und Dosistitration
- +Ein Teil der Patienten, die Sevre-Long nach einem festen Zeitschema erhalten, benötigt schnell freisetzendes Morphin als Reservemedikation zur Behandlung von Durchbruchschmerzen. Sevre-Long ist für die Behandlung von Durchbruchschmerzen nicht geeignet.
- +Die Einzeldosis der Reservemedikation sollte ca. 1/6 der entsprechenden Tagesdosis von Sevre-Long betragen. Wird eine Reservemedikation häufiger als zweimal pro Tag benötigt, ist dies ein Anzeichen dafür, dass eine Dosiserhöhung von Sevre-Long erforderlich ist.
- +Die neue Dosierung von Sevre-Long entspricht der bisherigen Dosis plus der Tagesmenge an schnell freisetzendem Morphin (Reservemedikation).
- +Das Ziel ist eine patientenspezifische Dosierung, die bei einmal täglicher Gabe eine adäquate Analgesie und so wenig wie möglich Reservemedikation so lange ermöglicht, wie eine Schmerztherapie notwendig ist.
-Bei Umstellung von parenteral verabreichtem Morphin ist mit einem zwei- bis dreimal höheren Bedarf an oral angebotenem Morphin zu rechnen. Wichtig ist die individuelle Dosisanpassung. Folgendes Vorgehen hat sich als günstig erwiesen: parenterale Morphin-Tagesdosis × 3 = neue Sevre-Long-Dosis.
- +Therapiedauer
- +Sevre-Long sollte nicht länger als unbedingt notwendig verabreicht werden. Falls in Abhängigkeit von Art und Schwere der Erkrankung eine Langzeitbehandlung erforderlich ist, sollte eine sorgfältige und regelmässige Beobachtung sicherstellen, in welchem Ausmass eine Weiterbehandlung notwendig ist. Falls eine Opioid-Therapie nicht länger angezeigt ist, sollte die Therapie ausschleichend beendet werden (siehe Rubrik «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).
-Opioidabhängige Patienten sind darüber aufzuklären, dass die orale Einnahme die einzig zulässige und sichere Verabreichungsart für Sevre-Long ist, und sind mit entsprechender Deutlichkeit über die möglichen Folgen eines Missbrauchs zu informieren (siehe Abschnitt «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).
-Zu Beginn und im Verlauf einer Substitutionsbehandlung soll der zusätzliche Konsum anderer psychotroper Substanzen zur Abschätzung der möglichen Interaktionen und der benötigten Dosierung von Sevre-Long thematisiert und auf die Gefahren hingewiesen werden (siehe auch Abschnitt «Interaktionen»).
- +Opioidabhängige Patienten sind darüber aufzuklären, dass die orale Einnahme die einzig zulässige und sichere Verabreichungsart für Sevre-Long ist, und sind mit entsprechender Deutlichkeit über die möglichen Folgen eines Missbrauchs zu informieren (siehe Rubrik «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).
- +Zu Beginn und im Verlauf einer Substitutionsbehandlung soll der zusätzliche Konsum anderer psychotroper Substanzen zur Abschätzung der möglichen Interaktionen und der benötigten Dosierung von Sevre-Long thematisiert und auf die Gefahren hingewiesen werden (siehe auch Rubrik «Interaktionen»).
-Dosierung
-Die Tagesdosis wird anschliessend mittels täglicher Dosissteigerung von 120 mg (beginnend mit einer festen Dosis von 320 mg am zweiten Tag) individuell angepasst, bis das Auftreten von Entzugssymptomen zuverlässig vermieden und das Opioid-Verlangen unterdrückt wird. Die geeignete Tagesdosis beträgt in der Regel 500-800 mg, wobei je nach Klinik erhebliche Abweichungen nach oben oder nach unten möglich sind.
- +Die Tagesdosis wird anschliessend mittels täglicher Dosissteigerung von 120 mg (beginnend mit einer festen Dosis von 320 mg am zweiten Tag) individuell angepasst, bis das Auftreten von Entzugssymptomen zuverlässig vermieden und das Opioid-Verlangen unterdrückt wird. Die geeignete Tagesdosis beträgt in der Regel 500–800 mg, wobei je nach klinischem Befund erhebliche Abweichungen nach oben oder nach unten möglich sind.
-Eine Umstellung von einer laufenden Substitutionsbehandlung mit Methadon auf Sevre-Long sollte von einem Tag zum anderen im Verhältnis von 1:6-1:8 der letzten Methadondosis erfolgen.
- +Eine Umstellung von einer laufenden Substitutionsbehandlung mit Methadon auf Sevre-Long sollte von einem Tag zum anderen im Verhältnis von 1:6–1:8 der letzten Methadondosis erfolgen.
-Bei stabilisiertem psychischem und physischem Zustand wird die geeignete Dosierung weitergeführt und je nach Klinik angepasst.
- +Bei stabilisiertem psychischem und physischem Zustand wird die geeignete Dosierung weitergeführt und je nach klinischem Befund angepasst.
-Ist eine Beendigung der Substitutionstherapie vorgesehen, erfolgt diese über Wochen bis Monate durch schrittweise Dosisreduktionen nach Massgabe der Befindlichkeit und eventuell auftretender Entzugsbeschwerden. Dosisreduktionen sollten 10% der aktuellen Tagesdosis nicht überschreiten und erst erfolgen, wenn eventuelle Beschwerden vom vorhergehenden Reduktionsschritt abgeklungen sind (siehe auch Abschnitt «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).
- +Ist eine Beendigung der Substitutionstherapie vorgesehen, erfolgt diese über Wochen bis Monate durch schrittweise Dosisreduktionen nach Massgabe der Befindlichkeit und eventuell auftretender Entzugsbeschwerden. Dosisreduktionen sollten 10% der aktuellen Tagesdosis nicht überschreiten und erst erfolgen, wenn eventuelle Beschwerden vom vorhergehenden Reduktionsschritt abgeklungen sind (siehe auch Rubrik «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).
-Leber- oder Nierenfunktionsstörungen
-Bei Patienten mit eingeschränkter Nieren- bzw. Leberfunktion sollte die Dosierung individuell angepasst und gegebenenfalls reduziert werden.
-Die Anwendung von Sevre-Long zur Schmerzbehandlung bei Kindern ab 1 Jahr wurde nicht eingehend untersucht. Aufgrund der vorliegenden Erkenntnisse wird bei starken Tumorschmerzen empfohlen, mit einer Anfangsdosis im Bereich von 0,4-1,6 mg/kg täglich zu beginnen. Danach sollte eine individuelle Dosistitration analog zum Erwachsenen erfolgen.
- +Die Anwendung von Sevre-Long zur Schmerzbehandlung bei Kindern ab 1 Jahr wurde nicht eingehend untersucht. Sevre-Long sollte bei Kindern ab 1 Jahr erst angewendet werden, wenn nach Dosistitration mit einem nicht-retardierten Morphinpräparat den verfügbaren Dosisstärken entsprechende Tagesdosen erreicht wurden.
- +Leber- und Nierenfunktionsstörung
- +Bei Patienten mit stark eingeschränkter Leberfunktion oder eingeschränkter Nierenfunktion sollte die Dosis reduziert und mit besonderer Vorsicht auftitriert werden (siehe Rubrik «Pharmakokinetik»).
-·Überempfindlichkeit gegenüber dem Wirkstoff oder einem der Hilfsstoffe gemäss Zusammensetzung,
-·Schädel-Hirn-Trauma und erhöhter intrakranieller Druck,
-·Atemdepression mit Hypoxie oder Hyperkapnie, obstruktive Erkrankungen der Atemwege,
-·akutes Abdomen, paralytischer Ileus, akute Lebererkrankungen, verzögerte Magenentleerung.
-·Monoaminoxidase-Inhibitoren und Sevre-Long dürfen nicht gleichzeitig verabreicht werden. Während 2 Wochen nach Absetzen eines MAO-Inhibitors ist Sevre-Long kontraindiziert.
-·Kinder unter 1 Jahr.
-Die präoperative Verabreichung stellt keine gesicherte Indikation/Anwendung dar. Sevre-Long wird in den ersten 24 Stunden postoperativ nicht empfohlen.
- +·Überempfindlichkeit gegenüber dem Wirkstoff und/oder einem der Hilfsstoffe gemäss Zusammensetzung,
- +·schwere Atemdepression mit Hypoxie und/oder Hyperkapnie,
- +·schwere chronisch obstruktive Lungenerkrankung,
- +·akutes Abdomen,
- +·paralytischer Ileus,
- +·Kinder unter 1 Jahr (<10 kg) aufgrund von fehlenden geeigneten Dosisstärken.
-Besondere Vorsicht ist geboten bei der Anwendung von Sevre-Long bei:
-·Epilepsie oder erhöhter Neigung zu Krampfanfällen (Morphin senkt die Anfallsschwelle),
-·Hypothyreose, Nebenniereninsuffizienz,
-·eingeschränkter Atmung, insbesondere bei schwerem Asthma bronchiale,
-·schwerem Cor pulmonale,
-·Hypotension bei Hypovolämie und Schock,
-·schweren Leber- und Nierenfunktionsstörungen,
-·Gallenwegserkrankungen,
- +Wie bei anderen Opioid-Präparaten stellt das Auftreten einer Atemdepression das grösste Risiko bei einer Überdosierung dar (siehe Rubrik «Überdosierung»).
- +Vorsicht ist geboten bei der Anwendung von Sevre-Long bei:
- +·älteren oder geschwächten Patienten,
- +·schwerem Cor pulmonale, schwerem Bronchialasthma, Atemdepression,
- +·stark eingeschränkter Leberfunktion oder eingeschränkter Nierenfunktion,
- +·Hypothyreose,
- +·Addisonscher Krankheit (Nebennierenrindeninsuffizienz),
- +·Intoxikationspsychose, Alkoholismus, Delirium tremens,
- +·Cholelithiasis oder sonstiger akuter biliärer Erkrankung,
-·entzündlichen Darmerkrankungen,
-·Prostatahypertrophie,
-·Stillzeit (siehe Abschnitt «Schwangerschaft/Stillzeit»),
-·älteren Patienten.
-Auf eine mögliche Maskierung von Hirndruck-Symptomen ist zu achten.
- +·obstruktiver oder entzündlicher Darmerkrankung,
- +·Prostatahyperplasie mit Restharnbildung,
- +·Hypotonie, Hypertonie, vorbestehenden Herzkreislauferkrankungen,
- +·Kopfverletzungen (wegen des Risikos eines erhöhten Hirndrucks),
- +·Epilepsie oder Prädisposition zu Krampfanfällen,
- +·gleichzeitiger Einnahme von Monoaminoxidase-Hemmern (MAO-Hemmern) (siehe Rubrik «Interaktionen»),
- +·Stillzeit (siehe Rubrik «Schwangerschaft/Stillzeit»).
-Patienten, die sich einer Chordotomie oder einem anderen schmerzlindernden Eingriff unterziehen müssen, dürfen während 24 Stunden vor der Operation kein Sevre-Long erhalten. Wenn danach eine weitere Behandlung mit Sevre-Long angezeigt ist, muss eine Neuanpassung der Dosierung erfolgen.
-Sevre-Long Kapseln retard sind für die orale Einnahme bestimmt.
-Die Kapseln dürfen weder aufgelöst und injiziert noch inhaliert werden, da dies zu einer sofortigen Freisetzung von Morphin und einer potenziell tödlichen Überdosierung bzw. zu schweren lokalen Reaktionen führen kann.
-Um die Retardierung nicht zu beeinträchtigen, darf der Inhalt der Kapseln nicht zerkaut oder zerrieben werden. Die Anwendung eines zerkauten oder zerriebenen Kapselinhaltes führt zu einer schnellen Freisetzung und zur Resorption einer möglicherweise letalen Dosis von Morphin (siehe Abschnitt «Überdosierung»).
- +Sevre-Long Kapseln retard sind für die orale Einnahme bestimmt. Die Kapseln dürfen weder aufgelöst und injiziert noch inhaliert werden, da dies zu einer sofortigen Freisetzung von Morphin und einer potenziell tödlichen Überdosierung bzw. zu schweren lokalen Reaktionen führen kann.
- +Um die Retardierung nicht zu beeinträchtigen, darf der Inhalt der Kapseln nicht zerkaut oder zerrieben werden. Die Anwendung eines zerkauten oder zerriebenen Kapselinhaltes führt zu einer schnellen Freisetzung und zur Resorption einer möglicherweise letalen Dosis von Morphin (siehe Rubrik «Überdosierung»).
-Bei längerfristiger Anwendung von Sevre-Long zur Schmerzbehandlung kann es zur Entwicklung einer Toleranz mit der Erfordernis höherer Dosen zum Erzielen des erwünschten analgetischen Effektes kommen. Die chronische Anwendung von Sevre-Long kann zu physischer Abhängigkeit führen, und bei abrupter Beendigung der Therapie kann ein Entzugssyndrom auftreten. Wenn die Therapie mit Morphin nicht mehr länger erforderlich ist, kann es ratsam sein, die Tagesdosis allmählich zu reduzieren, um das Auftreten von Entzugssymptomen zu vermeiden.
-Eine psychische Abhängigkeit kann sich nach Gabe opioidhaltiger Analgetika wie Sevre-Long entwickeln. Daher ist Sevre-Long als Analgetikum bei anamnestischem oder bestehendem Alkohol- oder Arzneimittelmissbrauch bzw. bei anamnestischer oder bestehender Opioidabhängigkeit nur mit besonderer Vorsicht und bei zwingenden Gründen zu verordnen.
-Eine Hyperalgesie, bei der eine weitere Dosiserhöhung von Sevre-Long zu keiner weiteren Schmerzreduktion führen wird, kann sehr selten insbesondere bei hoher Dosierung auftreten. Eine Reduktion der Morphin-Dosis oder der Wechsel zu einem anderen Opioid kann dann erforderlich werden.
- +Bei längerfristiger Anwendung von Sevre-Long zur Schmerzbehandlung kann es zur Entwicklung einer Toleranz mit der Erfordernis höherer Dosen zum Erzielen des erwünschten analgetischen Effektes kommen. Die chronische Anwendung von Sevre-Long kann zu physischer Abhängigkeit führen, und bei abrupter Beendigung der Therapie kann ein Entzugssyndrom auftreten. Wenn die Therapie mit Morphin nicht mehr länger erforderlich ist, kann es ratsam sein, die Tagesdosis stufenweise zu reduzieren, um das Auftreten von Entzugssymptomen zu vermeiden.
- +Der Wirkstoff Morphin hat, ähnlich wie andere stark wirksame Opioidrezeptoragonisten, ein Missbrauchspotenzial. Eine psychische Abhängigkeit (Arzneimittelsucht) kann sich nach Gabe opioidhaltiger Analgetika wie Sevre-Long entwickeln. Bei anamnestischem Alkohol-, Drogen- oder Arzneimittelmissbrauch ist Sevre-Long nur mit besonderer Vorsicht zu verschreiben.
- +Die Gabe von Sevre-Long wird präoperativ und während der ersten 24 Stunden postoperativ nicht empfohlen. Nach abdominalen Eingriffen sollte Sevre-Long erst nach Normalisierung der gastrointestinalen Motilität eingesetzt werden. In Abhängigkeit von Art und Umfang des chirurgischen Eingriffs, dem gewählten Anästhesieverfahren, der sonstigen Begleitmedikation sowie vom individuellen Zustand des Patienten ist der Zeitpunkt des postoperativen Einsatzes von Sevre-Long nach sorgfältiger Abwägung von Nutzen und Risiko im Einzelfall festzulegen.
- +Eine Hyperalgesie, bei der eine weitere Dosiserhöhung von Sevre-Long zu keiner weiteren Schmerzreduktion führen wird, kann insbesondere bei hoher Dosierung auftreten. Eine Reduktion der Morphin-Dosis oder der Wechsel zu einem anderen Opioid kann dann erforderlich werden.
-Der Patient ist darüber aufzuklären, dass der gleichzeitige Konsum von illegalen Opioiden, Benzodiazepinen, Alkohol oder anderen zentral dämpfenden Substanzen oder Arzneimitteln in Anbetracht der Potenzierung der Atemdepression zum Tod durch Atemstillstand führen kann (siehe Abschnitt «Interaktionen»). Informationen über alle früher oder aktuell konsumierten psychotropen Substanzen sowie über alle eingenommenen Arzneimittel sind von grösster Wichtigkeit zur Abschätzung von Interaktionen.
-Bei der Substitutionsbehandlung ist besonders aufmerksam auf das Auftreten von Überdosierungs- oder Entzugssymptomen zu achten und die Dosierung bei Bedarf entsprechend anzupassen (siehe Abschnitt «Dosierung/Anwendung»).
- +Der Patient ist darüber aufzuklären, dass der gleichzeitige Konsum von illegalen Opioiden, Benzodiazepinen, Alkohol oder anderen zentral dämpfenden Substanzen oder Arzneimitteln in Anbetracht der Potenzierung der Atemdepression zum Tod durch Atemstillstand führen kann (siehe Rubrik «Interaktionen»). Informationen über alle früher oder aktuell konsumierten psychotropen Substanzen sowie über alle eingenommenen Arzneimittel sind von grösster Wichtigkeit zur Abschätzung von Interaktionen.
- +Bei der Substitutionsbehandlung ist besonders aufmerksam auf das Auftreten von Überdosierungs- oder Entzugssymptomen zu achten und die Dosierung bei Bedarf entsprechend anzupassen (siehe Rubrik «Dosierung/Anwendung»).
-Bei Beendigung der Substitutionstherapie ist eine langsame Dosisreduktion über Wochen bis Monate angezeigt (siehe Abschnitt «Dosierung/Anwendung»). Der Patient muss über den Toleranzverlust und die erhöhte Gefahr einer Überdosierung bei erneutem Opioidkonsum informiert werden.
- +Bei Beendigung der Substitutionstherapie ist eine langsame Dosisreduktion über Wochen bis Monate angezeigt (siehe Rubrik «Dosierung/Anwendung»). Der Patient muss über den Toleranzverlust und die erhöhte Gefahr einer Überdosierung bei erneutem Opioidkonsum informiert werden.
- +Patienten, die sich einem Eingriff während einer Sevre-Long-Therapie unterziehen müssen, sollten in Abhängigkeit von der Art des Eingriffs und des Anästhesieverfahrens aufgrund der retardierten Eigenschaften von Sevre-Long postoperativ sorgfältig auf Symptome wie Atemdepression überwacht werden.
- +
-Die gleichzeitige Anwendung von Morphin und anderen zentral dämpfend wirkenden Arzneimitteln wie Anästhetika, Hypnotika, Sedativa, Tranquilizer, Neuroleptika, Barbiturate, Antidepressiva, Gabapentin, Antihistaminika/Antiemetika und anderer Opioide, Alkohol oder Antihypertensiva kann zu einer Verstärkung der unerwünschten Wirkungen von Morphin bei üblicher Dosierung führen. Dies betrifft insbesondere die Möglichkeit einer Atemdepression, Sedierung, Hypotonie oder auch eines Komas.
-Cimetidin und andere den Leberstoffwechsel beeinflussende Substanzen hemmen die Metabolisierung von Morphin, können Plasmakonzentrationen von Morphin und damit seine Wirksamkeit erhöhen und seine Wirkungsdauer verlängern.
- +Zentral dämpfend wirkende Substanzen wie Benzodiazepine, Barbiturate, Opioide, Alkohol, Neuroleptika (Phenothiazine), trizyklische Antidepressiva, sedierende H1-Antihistaminika, zentralwirkende Antiemetika, Gabapentin, Pregabalin, weitere Narkotika, Sedativa, Hypnotika oder Anxiolytika können das Risiko von Atemdepression, Hypotonie und/oder einem sedierenden Effekt von Sevre-Long erhöhen und die Aufmerksamkeit beeinträchtigen.
- +Falls eine kombinierte Therapie in Betracht gezogen wird, sollte eine Reduktion der Dosis einer oder beider Substanzen erwogen und die Patientin bzw. der Patient regelmässig auf Anzeichen von Atemdepression, Sedierung und Hypotonie überwacht werden.
- +Die gleichzeitige Einnahme von Alkohol ist zu vermeiden (siehe auch Rubrik «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).
- +Schwere Fälle von Interaktionen auf Zentralnervensystem, Atmungs- und Kreislauffunktion wurden nach gleichzeitiger Einnahme von Pethidin und Monoaminoxidase-Hemmer (MAO-Hemmer) beobachtet. Ähnliches Interaktionspotenzial mit Sevre-Long kann nicht ausgeschlossen werden. Sevre-Long ist nicht für die gleichzeitige Therapie mit MAO-Hemmern oder innerhalb 14 Tage nach Unterbruch solcher Therapie vorgesehen (siehe auch Rubrik «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).
-Bei Vorbehandlung von Patienten mit bestimmten Antidepressiva (MAO-Hemmer) innerhalb der letzten 14 Tage vor der Opioid-Anwendung sind lebensbedrohende Interaktionen auf Zentralnervensystem, Atmungs- und Kreislauffunktion mit Pethidin beobachtet worden. Dies ist auch mit Morphin nicht auszuschliessen.
-Morphin passiert die Plazentaschranke. Im Tierversuch mit Morphin in hohen Dosen ergaben sich Hinweise auf eine Schädigung von Embryonen und Föten im Uterus (siehe Abschnitt «Präklinische Daten»). Beim Menschen liegen keine ausreichenden Daten vor, die die abschliessende Bewertung eines möglichen teratogenen Risikos erlauben würden. Über einen möglichen Zusammenhang mit einer erhöhten Häufigkeit von Leistenbrüchen wurde aber berichtet.
- +Morphin passiert die Plazentaschranke. Im Tierversuch mit Morphin in hohen Dosen ergaben sich Hinweise auf eine Schädigung von Embryonen und Föten im Uterus (siehe Rubrik «Präklinische Daten»). Beim Menschen liegen keine ausreichenden Daten vor, die die abschliessende Bewertung eines möglichen teratogenen Risikos erlauben würden. Über einen möglichen Zusammenhang mit einer erhöhten Häufigkeit von Leistenbrüchen wurde aber berichtet.
-Amenorrhö, verminderte Libido und erektile Dysfunktion wurden als mögliche unerwünschte Wirkungen von Morphin beschrieben (siehe Abschnitt «Unerwünschte Wirkungen»). Den Patienten sollte erklärt werden, dass selbst bei Amenorrhö das Risiko einer Schwangerschaft besteht und dass aus diesem Grund eine wirksame Verhütung erforderlich ist.
- +Amenorrhö, verminderte Libido und erektile Dysfunktion wurden als mögliche unerwünschte Wirkungen von Morphin beschrieben (siehe Rubrik «Unerwünschte Wirkungen»). Den Patienten sollte erklärt werden, dass selbst bei Amenorrhö das Risiko einer Schwangerschaft besteht und dass aus diesem Grund eine wirksame Verhütung erforderlich ist.
-Sevre-Long kann die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit, Maschinen zu bedienen, beeinträchtigen. Dies ist insbesondere zu Beginn einer Morphin-Therapie, nach Dosiserhöhung oder Präparatewechsel sowie beim Zusammenwirken von Morphin mit Alkohol oder anderen ZNS-dämpfenden Substanzen zu erwarten. Deshalb sollten Patienten mit ihrem behandelnden Arzt besprechen, ob sie Auto fahren oder Maschinen bedienen dürfen.
- +Sevre-Long kann die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit, Maschinen zu bedienen, beeinträchtigen. Dies ist insbesondere zu Beginn der Therapie, nach Dosiserhöhung oder einer Umstellung auf Sevre-Long sowie beim Zusammenwirken von Sevre-Long mit Alkohol oder anderen ZNS-dämpfenden Substanzen zu erwarten. Bei einer stabilen Therapie sind Beschränkungen nicht zwangsläufig erforderlich. Deshalb sollten Patienten mit ihrem behandelnden Arzt besprechen, ob sie Auto fahren oder Maschinen bedienen dürfen.
-Die Häufigkeiten sind eingeteilt in «sehr häufig» (≥ 1/10), «häufig» (≥1/100, <1/10), «gelegentlich» (≥1/1000, <1/100), «selten» (≥1/10’000, <1/1000), «sehr selten» (<1/10’000), «nicht bekannt» (Häufigkeit aufgrund der verfügbaren Daten nicht abschätzbar).
-Schmerzbehandlung
-Immunsystem
-Gelegentlich: allergische Reaktionen.
-Häufigkeit nicht bekannt: anaphylaktische und anaphylaktoide Reaktionen.
- +Die Häufigkeiten werden wie folgt definiert: «sehr häufig» (≥1/10), «häufig» (≥1/100, <1/10), «gelegentlich» (≥1/1'000, <1/100), «selten» (≥1/10'000, <1/1'000), «sehr selten» (<1/10'000), «nicht bekannt» (Häufigkeit aufgrund der verfügbaren Daten nicht abschätzbar).
- +Erkrankungen des Immunsystem
- +Gelegentlich: Überempfindlichkeitsreaktionen.
- +Häufigkeit nicht bekannt: anaphylaktische Reaktion, anaphylaktoide Reaktion.
-Häufig: Anorexie.
- +Häufig: Appetitabnahme bis Appetitverlust.
-Häufig: Verwirrtheit, Insomnie.
- +Häufig: Verwirrtheit, Schlaflosigkeit.
-Störungen des Nervensystems
- +Erkrankungen des Nervensystems
-Gelegentlich: Konvulsionen, Muskelhypertonie, Parästhesie, Synkope.
- +Gelegentlich: Konvulsionen, Muskelhypertonie, Parästhesie.
-Gelegentlich: Verschwommensehen.
- +Gelegentlich: Sehstörungen.
-Funktionsstörungen des Ohrs und des Innenohrs
- +Erkrankungen des Ohrs und des Innenohrs
-Funktionsstörungen des Herzens
- +Herzerkrankungen
-Funktionsstörungen der Gefässe
-Gelegentlich: Gesichtsrötung, Hypotonie (v. a. orthostatische Hypotonie).
-Respiratorische, thorakale und mediastinale Funktionsstörungen
- +Gefässerkrankungen
- +Gelegentlich: Gesichtsrötung, Hypotonie (v.a. orthostatische Hypotonie), Synkope.
- +Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und Mediastinums
-Gastrointestinale Störungen
- +Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts
-Häufigkeit nicht bekannt: Geruchssinnsstörungen.
-Funktionsstörungen der Leber und Galle
- +Häufigkeit nicht bekannt: Geruchsinnsstörungen.
- +Affektionen der Leber und Gallenblase
-Funktionsstörungen der Haut und des Unterhautzellgewebes
-Häufig: Hyperhydrosis, Hautausschlag (Rash), Pruritus.
- +Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes
- +Häufig: Hyperhydrosis, Rash, Pruritus.
-Funktionsstörungen der Nieren und ableitenden Harnwege
- +Erkrankungen der Nieren und Harnwege
-Funktionsstörungen des Reproduktionssystems und der Brust
- +Erkrankungen der Geschlechtsorgane und der Brustdrüse
-Häufig: Schwächezustände.
- +Häufig: Asthenie, Müdigkeit, Unwohlsein.
-Häufigkeit nicht bekannt: Toleranzentwicklung, Arzneimittelentzugssyndrom.
- +Häufigkeit nicht bekannt: Toleranzentwicklung, Arzneimittelentzugssyndrom, neonatales Arzneimittelentzugssyndrom.
-Störungen des Nervensystems
- +Erkrankungen des Nervensystems
-Funktionsstörungen der Herzens
- +Herzerkrankungen
-Respiratorische, thorakale und mediastinale Funktionsstörungen
- +Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und Mediastinums
-Gastrointestinale Störungen
- +Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts
-Funktionsstörungen der Haut und des Unterhautzellgewebes
- +Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes
-Muskelskelettsystem
- +Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen
-Funktionsstörungen der Nieren und ableitenden Harnwege
- +Erkrankungen der Nieren und Harnwege
- +Wie bei allen Opioiden ist die Gefahr einer Intoxikation bzw. Überdosierung für Nicht-Gewöhnte hoch.
-Anzeichen einer Morphin-Intoxikation bzw. Überdosierung umfassen Miosis, Atemlähmung und tiefen Blutdruck. Kreislaufversagen und Koma können in schweren Fällen auftreten.
- +Akute Symptome umfassen Miosis, Atemdepression, Somnolenz bis Stupor oder Koma. Weitere mögliche Symptome sind Übelkeit, Erbrechen, Hypotonie, Bradykardie, verminderter Muskeltonus und Darmatonie, Rhabdomyolyse bis Nierenversagen. In Fällen schwerer Überdosierung können Atemstillstand, nicht-kardiogenes Lungenödem, Kreislaufversagen und Tod eintreten.
- +Substitutionsbehandlung bei Opioidabhängigkeit
- +In der substitutionsgestützten Behandlung können Mischintoxikationen u.a. mit Benzodiazepinen, Alkohol und Kokain auftreten, die die typischen Symptome einer Morphin-Intoxikation verschleiern können. Aus diesem Grund muss bei der Abklärung auf die Symptome geachtet werden.
-Wichtig ist, dass die Atemwege frei gehalten werden und die Atmung entsprechend unterstützt und kontrolliert wird.
-Je nach Schweregrad der Überdosierung: intravenöse Verabreichung von 0,4-2 mg Naloxonhydrochlorid (Kinder: 0,01 mg/kg Körpergewicht). Falls notwendig 2-3× jeweils nach 2-3 Minuten wiederholen (siehe entsprechende Fachinformation), oder Verabreichung einer Infusion von 2 mg Naloxonhydrochlorid in 500 ml 0,9% NaCl bzw. in 5% Dextrose (0,004 mg/ml). Die Infusions-Geschwindigkeit soll entsprechend der Bolusinjektion eingestellt und der Reaktion des Patienten angepasst werden.
-Die Wirkungsdauer von Naloxon ist relativ kurz (Plasmahalbwertszeit: t½ Naloxon = 60-90 Minuten, t½ Morphin = 2-4 Stunden), während jene von Sevre-Long protrahiert ist. Der Patient ist deshalb auch nach Naloxon-Gabe längerfristig zu überwachen (Atmung, u.a.) und wiederholte Naloxon-Gaben können notwendig sein.
-Naloxon sollte bei Absenz von klinisch signifikanter Atemdepression oder Kreislaufstörung nicht verabreicht werden.
-Naloxon sollte mit Vorsicht bei Personen verwendet werden, die möglicherweise physisch von Morphin abhängig sind. Eine abrupte oder vollständige Aufhebung der Opioideffekte kann zu einem akuten Entzugssyndrom führen.
-Eine Magen- oder Darmentleerung ist unter Umständen angezeigt, um nicht resorbierte Substanz zu entfernen.
-Bei sämtlichen Massnahmen ist zu beachten, dass im Magen-Darm-Trakt verbleibendes Sevre-Long noch über mehrere Stunden Morphin freisetzt.
- +Überwachung von Atmung und Bewusstsein, bei klinisch signifikanter Atem- oder ZNS-Depression: künstliche Beatmung, Stabilisieren des Kreislaufs und Gabe von Naloxon.
- +Dosierung: 0,4–2 mg Naloxon intravenös (Kinder: 0,01 mg/kg Körpergewicht). Falls notwendig 2–3× jeweils nach 2–3 Minuten wiederholen oder als Dauerinfusion verabreichen (siehe entsprechende Fachinformation).
- +In der substitutionsgestützten Behandlung kann es vorkommen, dass aufgrund schlechter oder kollabierter Venen eine intramuskuläre Applikation notwendig ist.
- +Die Wirkungsdauer von Naloxon ist relativ kurz (Plasmahalbwertszeit: t½ Naloxon = 1–1,5 Stunden, t½ Morphin = 2–4 Stunden), zudem besteht eine protrahierte Wirkstoffabgabe bei Sevre-Long. Der Patient ist deshalb auch nach Naloxon-Gabe längerfristig zu überwachen und wiederholte Naloxon-Gaben können notwendig sein.
- +Naloxon sollte mit Vorsicht bei Personen verwendet werden, die möglicherweise einen Langzeitgebrauch mit Opioiden (Toleranz) aufweisen. Eine abrupte oder vollständige Aufhebung der Opioidwirkung kann zu einem akuten Entzugssyndrom führen. Empfohlen wird eine Initialdosis von 0,04 mg Naloxon.
- +In speziellen Situationen kann eine primäre Dekontamination mit Aktivkohle in Erwägung gezogen werden.
-Periphere Wirkungen
-Über periphere Opioid-Rezeptoren unterstützt Morphin die analgetische Wirkung, bewirkt eine Reduktion der Motilität und Erhöhung des Tonus der glatten Muskulatur des Gastrointestinaltraktes (spastische Obstipation), Kontraktion der Sphinkteren der Gallenwege, Steigerung des Tonus der Harnblasenmuskulatur und des Blasenschliessmuskels, Verzögerung der Magenentleerung durch Pyloruskonstriktion, Hautrötung, Urtikaria und Juckreiz durch Histaminfreisetzung sowie bei Asthmatikern Bronchospasmus, Beeinflussung der hypophysar-hypothalamischen Achse und damit Beeinflussung der Hormonwirkung von Kortikoiden, Sexualhormonen, Prolactin und antidiuretischem Hormon. Eine Manifestation klinischer Symptome aufgrund dieser Hormonveränderungen kann möglich sein.
- +Weitere pharmakologische Wirkungen
- +Über periphere Opioid-Rezeptoren unterstützt Morphin die analgetische Wirkung, bewirkt eine Reduktion der Motilität und Erhöhung des Tonus der glatten Muskulatur des Gastrointestinaltraktes (spastische Obstipation), Kontraktion der Sphinkteren der Gallenwege, Steigerung des Tonus der Harnblasenmuskulatur und des Blasenschliessmuskels, Verzögerung der Magenentleerung durch Pyloruskonstriktion, Hautrötung, Urtikaria und Juckreiz durch Histaminfreisetzung sowie bei Asthmatikern Bronchospasmus, Beeinflussung der hypophysär-hypothalamischen Achse und damit Beeinflussung der Hormonwirkung von Kortikoiden, Sexualhormonen, Prolactin und antidiuretischem Hormon. Eine Manifestation klinischer Symptome aufgrund dieser Hormonveränderungen kann möglich sein.
-In einer prospektiven, randomisierten, offenen Nichtunterlegenheitsstudie mit Cross-over-Design, an der 276 Suchtpatienten (ITT) mit Methadon-Vortherapie teilnahmen, wurde orales Sevre-Long mit oralem Methadon verglichen. Der primäre Endpunkt war der Anteil an positiven Urinproben bezüglich Opioid-Beikonsum pro Patient für jede der Behandlungsphasen. Der Anteil an positiven Urinproben bezüglich Opioid-Beikonsum war signifikant geringer unter der Sevre-Long Therapie (26.6%) verglichen mit Methadon (45.4%) (Unterschied im Durchschnitt -18.8%, CI 95% min. -23.8%; max. -13.8%; p <0,0001, Per-Protokoll-Population (n= 157)).
-Während der Therapie mit Sevre-Long wurde ein signifikant geringeres Verlangen nach Heroin beobachtet als während der Behandlung mit Methadon (p <0,0001). Die Therapie mit Sevre-Long führte zu einer signifikant höheren Patientenzufriedenheit mit der Behandlung verglichen mit Methadon (p <0,0001).
- +In einer prospektiven, randomisierten, offenen Nichtunterlegenheitsstudie mit Cross-over-Design, an der 276 Suchtpatienten (ITT) mit Methadon-Vortherapie teilnahmen, wurde orales Sevre-Long mit oralem Methadon verglichen. Der primäre Endpunkt war der Anteil an positiven Urinproben bezüglich Opioid-Beikonsum pro Patient für jede der Behandlungsphasen. Der Anteil an positiven Urinproben bezüglich Opioid-Beikonsum war signifikant geringer unter der Sevre-Long-Therapie (26.6%) verglichen mit Methadon (45.4%) (Unterschied im Durchschnitt -18.8%, CI 95% min. -23.8%; max. -13.8%; p<0,0001, Per-Protokoll-Population (n = 157)).
- +Während der Therapie mit Sevre-Long wurde ein signifikant geringeres Verlangen nach Heroin beobachtet als während der Behandlung mit Methadon (p<0,0001). Die Therapie mit Sevre-Long führte zu einer signifikant höheren Patientenzufriedenheit mit der Behandlung verglichen mit Methadon (p<0,0001).
-Morphin wird rasch resorbiert, inaktiviert und wieder ausgeschieden. Durch das Retardsystem wird das Morphin kontrolliert und verzögert freigesetzt. Dadurch werden wirksame Plasmaspiegel aufrechterhalten, die eine 1× tägliche Verabreichung erlauben.
-Nach einmaliger Gabe von Sevre-Long 60 mg werden maximale Plasmaspiegel (Cmax ca. 13 ng/ml) nach 2-6 Stunden erreicht.
-Resorbiertes Morphin unterliegt nach oraler Gabe in der Leber einem first pass Metabolismus. Die absolute orale Bioverfügbarkeit von Morphin beträgt 20-40%. Die relative Bioverfügbarkeit von Sevre-Long zu MST Continus oder einer Morphinlösung liegt im Bereich von 100% (ca. 100% bzw. ca. 110%).
- +Morphin wird nach oraler Verabreichung gut resorbiert und unterliegt einem ausgeprägten First-Pass-Metabolismus. Die Bioverfügbarkeit nach oraler Verabreichung von Morphin beträgt ca. 20–40%.
- +Die Resorption von Morphin nach Gabe von Sevre-Long Kapseln retard wird durch die Nahrungsaufnahme nicht signifikant beeinflusst.
- +Durch das Retardsystem wird das Morphin kontrolliert und verzögert freigesetzt. Dadurch werden über längere Zeit wirksame Plasmaspiegel aufrechterhalten, die eine 1× tägliche Verabreichung ermöglichen.
- +In einer pharmakokinetischen Studie wurde die Einmalgabe von Sevre-Long 60 mg Kapseln retard an gesunden Probanden im Vergleich zu MST Continus 30 mg Tabletten retard und einer oralen Morphinlösung (15 mg) untersucht. Nach Dosisnormalisierung lag die relative Bioverfügbarkeit von Sevre-Long zu MST Continus retard oder einer Morphinlösung im Bereich von 100% (ca. 100% bzw. ca. 110%). Die Retardierungseigenschaften waren bei Sevre-Long ausgeprägt ohne Einschränkungen in der Bioverfügbarkeit.
- +Die erhobenen nicht-dosisnormalisierten Mittelwerte sind wie folgt:
- + Sevre-Long 60 mg Kapsel retard nüchtern MST Continus 30 mg Tablette retard nüchtern Morphinlösung 15 mg nüchtern
- +Cmax [ng/ml] Mittelwert (SD) 12,59 (4,59) 12,23 (4,18) 14,18 (4,47)
- +tmax [h] Median (Bereich) 3,5 (2,0–6,0) 2,0 (0,5–3,0) 0,25 (0,25–1,0)
- +AUC0–t [ng/ml×h] geometrischer Mittelwert (SD-Faktor) 183,50 (1,35) 90,67 (1,35) 41,24 (1,49)
- +
-Das Verteilungsvolumen von Morphin beträgt 3-4 l/kg. Die Proteinbindung im Plasma beträgt ca. 35%.
- +Das Verteilungsvolumen von Morphin beträgt 3-4 l/kg, die Plasmaproteinbindung ca. 35%.
- +Morphin tritt in die Plazenta über und lässt sich in der Muttermilch nachweisen.
-Bei der Metabolisierung in der Leber wird Morphin vor allem in Morphin-3-Glukuronid (nicht analgetisch wirksam) umgewandelt. Weitere Metaboliten, die in geringerer Menge gebildet werden, sind Morphin-6-Glukuronid (stärker und länger wirksam als Morphin) und Normorphin.
- +Morphin wird vorwiegend in der Leber über die UGT2B7 zu Morphin-3-Glukuronid (M3G) (57%) und Morphin-6-Glukuronid (M6G) (10%) metabolisiert.
- +Die Metaboliten erreichen höhere Plasmakonzentrationen als Morphin (M3G/Morphin: 34; M6G/Morphin: 3,9). Die Plasmaproteinbildung von M3G und M6G ist mit 10% bzw. 15% gering.
- +M3G ist nicht analgetisch wirksam, M6G ist zweimal potenter und länger wirksam als Morphin. M6G ist hauptsächlich verantwortlich für die analgetische Wirksamkeit von Morphin.
-Die Halbwertszeit von Morphin im Plasma beträgt 2-4 Stunden, die totale Plasma-Clearance 15-30 ml/min/kg. Die Ausscheidung erfolgt über die Galle mit anschliessender Sekretion in den Intestinaltrakt. Dort werden die Konjugate hydrolysiert und das freie Morphin erneut resorbiert (enterohepatischer Kreislauf). Die finale Exkretion erfolgt neben der Galle (7-10% in den Fäzes) über die Nieren.
- +Die Eliminationshalbwertszeit von Morphin nach oraler und intravenöser Verabreichung beträgt 2-4 Stunden, die totale Plasma-Clearance 15-30 ml/min/kg. Die Elimination erfolgt hauptsächlich über die Nieren als Morphin-Glukuronide. Etwa 7–10% des verabreichten Morphins wird über die Galle mit den Fäzes ausgeschieden.
- +Pädiatrische Patienten
- +Bei Neugeborenen ist die Clearance stark vermindert mit Werten um 5 ml/kg/min. Die Morphin-Clearance von Kleinkindern zwischen dem 6. und 30. Lebensmonat erreicht Werte wie bei Erwachsenen. Das Verteilungsvolumen ist unabhängig vom Alter. In jedem Fall ist eine Dosistitration notwendig wegen hoher interindividueller Unterschiede (siehe Rubriken «Kontraindikationen» und «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).
- +Ältere Patienten
-Bei Neugeborenen ist die Clearance stark vermindert mit Werten um 5 ml/kg/min. Die Morphin-Clearance von Kleinkindern zwischen dem 6. und 30. Lebensmonat erreicht Werte wie bei Erwachsenen. In jedem Fall ist eine Dosistitration notwendig wegen hoher interindividueller Unterschiede.
- +Leberfunktionsstörung
- +Patienten mit Leberzirrhose zeigen eine veränderte Morphin-Pharmakokinetik. So ist aufgrund einer verminderten Glukuronidierung und Clearance die Plasma-Halbwertszeit von Morphin verlängert. Ebenso ist im Plasma das Verhältnis von M3G und M6G zu Morphin erniedrigt, was auf eine verminderte metabolische Aktivität hinweist.
- +Nierenfunktionsstörung
- +Niereninsuffiziente Patienten zeigen eine veränderte Morphin-Pharmakokinetik. Die Plasma-AUC ist erhöht und die Clearance ist vermindert. Im Vergleich zu Nierengesunden kann es bei Patienten mit stark eingeschränkter Nierenfunktion ausserdem zu signifikant höheren Plasmakonzentrationen von M3G und M6G kommen.
-Das Medikament darf nur bis zu dem auf dem Behälter mit «EXP» bezeichneten Datum verwendet werden.
- +Das Arzneimittel darf nur bis zu dem auf dem Behälter mit «EXP» bezeichneten Datum verwendet werden.
-Bei Raumtemperatur (15-25 °C) und für Kinder unerreichbar lagern.
- +Bei Raumtemperatur (15–25 °C) und für Kinder unerreichbar lagern.
-Sevre-Long 30 mg und 60 mg, Kapseln retard: 30 [A+].
-Sevre-Long 120 mg und 200 mg, Kapseln retard: 30, 100 [A+].
- +Sevre-Long 30 mg und 60 mg, Kapseln retard: 30 [A+]
- +Sevre-Long 120 mg und 200 mg, Kapseln retard: 30, 100 [A+]
-März 2014.
- +Mai 2016.
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