| 1 Änderungen an Fachinfo Talvey 3 mg/1.5 ml |
- +Zusammensetzung
- +Wirkstoffe
- +Talquetamab (gentechnologisch hergestellt in Chinese hamster ovary [CHO]-Zellen).
- +Hilfsstoffe
- +Natriumacetat-Trihydrat, Essigsäure 99%, Saccharose, Polysorbat 20, Natriumedetat, Wasser für Injektionszwecke.
- +Gesamtnatriumgehalt: 0.4 mg Natrium pro 1.5 ml Durchstechflasche; 0.3 mg Natrium pro 1.0 ml Durchstechflasche.
- +Darreichungsform und Wirkstoffmenge pro Einheit
- +TALVEY ist eine farblose bis hellgelbe Injektionslösung.
- +TALVEY ist in den folgenden Darreichungsformen erhältlich:
- +-Jede 1.5-ml-Durchstechflasche enthält 3 mg Talquetamab (2 mg Talquetamab pro ml)
- +-Jede 1.0-ml-Durchstechflasche enthält 40 mg Talquetamab (40 mg Talquetamab pro ml)
- +Indikationen/Anwendungsmöglichkeiten
- +TALVEY ist als Monotherapie für die Behandlung erwachsener Patienten mit rezidiviertem oder refraktärem Multiplem Myelom indiziert, die zuvor mindestens drei Therapielinien erhalten haben, darunter einen Proteasom-Inhibitor, einen immunmodulatorischen Wirkstoff und einen monoklonalen Anti-CD38-Antikörper, und welche eine Progredienz zur letzten Therapielinie gezeigt haben.
- +Aufgrund einer zum Zeitpunkt der Begutachtung des Gesuches unvollständigen klinischen Datenlage, wird diese Indikation befristet zugelassen (Art. 9a Heilmittelgesetz). Die befristete Zulassung ist zwingend an die zeitgerechte Erfüllung von Auflagen gebunden. Nach deren Erfüllung kann die befristete Zulassung in eine ordentliche Zulassung überführt werden.
- +Dosierung/Anwendung
- +Die Anwendung von TALVEY soll nur unter der Anleitung von ärztlichem Personal mit Erfahrung in der Behandlung von malignen hämatologischen Erkrankungen, des Zytokinfreisetzungssyndroms (CRS) und von neurologischen Toxizitäten inklusive Immuneffektorzell-assoziiertes Neurotoxizitätssyndrom (ICANS) durchgeführt werden.
- +Überwachung
- +Eine intensive Überwachung der Patienten ist in folgenden Fällen empfohlen:
- +-Für 48 Stunden nach jeder Dosis der TALVEY Titrationsphase (siehe Tabelle 1 für das wöchentliche und Tabelle 2 für das zweiwöchentliche Dosierungsschema).
- +-Für 36 Stunden nach der nächsten Dosis von TALVEY, wenn bei der vorhergehenden Verabreichung ein Grad ≥2 ICANS oder ein Grad 2 CRS, welches nicht auf den Ausgangswert zurückgeht oder sich nicht innerhalb von 48 Stunden auf Grad ≤1 verbessert, oder ein Grad 3 CRS beobachtet wurde.
- +In diesen Fällen soll eine stationäre Überwachung in entsprechend ausgerüsteten Zentren erfolgen, die über multidisziplinäre Teams mit genügend Erfahrung verfügen, um auch schwerste Komplikationen intensiv-medizinisch behandeln zu können. Darüber hinaus sollen Patienten während bis zu 7 Tagen nach der Verabreichung von TALVEY täglich auf Anzeichen und Symptome eines CRS, sowie neurologischer und anderer Toxizitäten überwacht werden (siehe Dosierung/Anwendung - Dosisanpassungen bei unerwünschten Wirkungen und Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen).
- +TALVEY wird durch subkutane Injektion verabreicht.
- +Im Rahmen der Titrationsphase soll vor jeder Dosis TALVEY die Prämedikation verabreicht werden (siehe Dosierung/Anwendung - Prämedikation).
- +Um die Rückverfolgbarkeit von biotechnologisch hergestellten Arzneimitteln sicherzustellen, wird empfohlen, Handelsname und Chargennummer bei jeder Behandlung zu dokumentieren.
- +Übliche Dosierung
- +TALVEY ist subkutan nach dem wöchentlichen oder zweiwöchentlichen (alle 2 Wochen) Dosierungsschema gemäss Tabelle 1 resp. Tabelle 2 zu verabreichen.
- +Tabelle 1: Wöchentliches Dosierungsschema von TALVEY
- +Dosierungsschema Tag Dosisa
- +Titrationsphase Tag 1 Titrationsdosis 1 0.01 mg/kg
- +Tag 4b Titrationsdosis 2 0.06 mg/kg
- +Tag 7b Erste Behandlungsdos 0.4 mg/kg
- + is
- +Wöchentliches Dosierungsschema Eine Woche nach der Nachfolgende Behandl 0.4 mg/kg einmal
- + ersten Behandlungsdo ungsdosen wöchentlich
- + sis und danach
- + wöchentlichc
- +a Basierend auf dem tatsächlichen
- +Körpergewicht. b Die Dosis kann 2
- +bis 4 Tage nach der vorangegangene
- +n Dosis und, um ein Abklingen der
- +unerwünschten Wirkungen zu
- +ermöglichen, bis zu 7 Tage nach
- +der vorangegangenen Dosis
- +verabreicht werden. c Einhalten
- +eines Mindestabstands von 6 Tagen
- +zwischen den wöchentlichen Dosen.
- +
- +
- +Tabelle 2: Zweiwöchentliches (alle 2 Wochen) Dosierungsschema von TALVEY
- +Dosierungsschema Tag Dosisa
- +Titrationsphase Tag 1 Titrationsdosis 1 0.01 mg/kg
- +Tag 4b Titrationsdosis 2 0.06 mg/kg
- +Tag 7b Titrationsdosis 3 0.4 mg/kg
- +Tag 10c Erste Behandlungsdos 0.8 mg/kg
- + is
- +Zweiwöchentliches (alle 2 Wochen) Zwei Wochen nach Nachfolgende Behandl 0.8 mg/kg alle 2
- +Dosierungsschema der ersten Behandlun ungsdosen Wochen
- + gsdosis und danach
- + alle zwei Wochend
- +a Basierend auf dem tatsächlichen
- +Körpergewicht. b Die Dosis kann 2
- +bis 4 Tage nach der vorangegangene
- +n Dosis und, um ein Abklingen der
- +unerwünschten Wirkungen zu
- +ermöglichen, bis zu 7 Tage nach
- +der vorangegangenen Dosis
- +verabreicht werden. c Die Dosis
- +kann 2 bis 7 Tage nach
- +Titrationsdosis 3 verabreicht
- +werden. d Einhalten eines
- +Mindestabstands von 12 Tagen
- +zwischen den zweiwöchentlichen
- +(alle 2 Wochen) Dosen.
- +
- +
- +Die Behandlung soll bis zum Auftreten einer Krankheitsprogression oder inakzeptablen Toxizität fortgesetzt werden.
- +Prämedikation
- +Die folgende Prämedikation soll jeweils 1 bis 3 Stunden vor jeder Dosis der Titrationsphase von TALVEY verabreicht werden, um das Risiko des Auftretens eines CRS möglichst gering zu halten (siehe Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen - Zytokinfreisetzungssyndrom).
- +-Kortikosteroid (orales oder intravenöses Dexamethason, 16 mg oder gleichwertig)
- +-H1-Antihistaminikum (orales oder intravenöses Diphenhydramin, 50 mg oder gleichwertig)
- +-Antipyretika (Paracetamol, oral oder intravenös, 650 mg bis 1000 mg oder gleichwertig)
- +Die Verabreichung der Prämedikation kann für folgende Patienten vor der Verabreichung von nachfolgenden Dosen von TALVEY erforderlich sein:
- +-Patienten, die im Rahmen der TALVEY Titrationsphase eine Dosis aufgrund einer Dosisverzögerung wiederholen (siehe Dosierung/Anwendung - Dosisverzögerungen)
- +-Patienten, bei denen nach der vorherigen Dosis von TALVEY ein CRS aufgetreten ist (siehe Dosierung/Anwendung - Dosisverzögerungen)
- +Dosisverzögerungen
- +Wenn eine Dosis von TALVEY verspätet verabreicht wird, soll die Therapie gemäss den Empfehlungen in Tabelle 3 und Tabelle 4 wieder aufgenommen und das wöchentliche oder zweiwöchentliche (alle 2 Wochen) Dosierungsschema entsprechend fortgesetzt werden (siehe Dosierung/Anwendung - Übliche Dosierung). Eine Prämedikation soll vor Wiederaufnahme der Behandlung mit TALVEY verabreicht und die Patienten nach der Verabreichung von TALVEY überwacht werden (siehe Dosierung/Anwendung - Prämedikation).
- +Tabelle 3: Empfehlungen zur Wiederaufnahme der Behandlung mit TALVEY nach Dosisverzögerungen – Wöchentliches Dosierungsschema
- +Letzte verabreichte Dosis Zeit seit der letzten verabreichten TALVEY Empfehlung*
- + Dosis
- +0.01 mg/kg Mehr als 7 Tage Wiederaufnahme der
- + Titrationsphase von
- + TALVEY bei Titration
- + sdosis 1 (0.01
- + mg/kg).
- +0.06 mg/kg 8 bis 28 Tage Wiederholen von
- + Titrationsdosis 2
- + (0.06 mg/kg) und
- + weiterfahren mit
- + der TALVEY Titration
- + sphase.
- +Mehr als 28 Tage Wiederaufnahme der Titrationsphase
- + von TALVEY bei Titrationsdosis 1
- + (0.01 mg/kg).
- +0.4 mg/kg 8 bis 28 Tage Weiterfahren mit
- + dem TALVEY Dosierung
- + sschema mit der
- + Behandlungsdosis
- + (0.4 mg/kg wöchentli
- + ch)
- +29 bis 56 Tage Wiederaufnahme der Titrationsphase
- + von TALVEY bei Titrationsdosis 2
- + (0.06 mg/kg).
- +Mehr als 56 Tage Erwägung eines dauerhaften Absetzens
- + und Neubewertung des Nutzen-Risiko
- + Verhältnisses einer Wiederaufnahme
- + von TALVEY. Im Falle einer
- + Wiederaufnahme von TALVEY, mit der
- + Titrationsphase bei Titrationsdosis 1
- + (0.01 mg/kg) beginnen.
- +* Verabreichen einer Prämedikation
- +vor der Wiederaufnahme der Behandlung
- +mit TALVEY. Nach der Wiederaufnahme
- +der Behandlung mit TALVEY das
- +wöchentliche Dosierungsschema
- +entsprechend fortsetzen (siehe
- +Dosierung/Anwendung - Übliche
- +Dosierung).
- +
- +
- +
- +Tabelle 4: Empfehlungen zur Wiederaufnahme der Behandlung mit TALVEY nach Dosisverzögerungen – Zweiwöchentliches Dosierungsschema
- +Letzte verabreichte Dosis Zeit seit der letzten verabreichten TALVEY Empfehlung*
- + Dosis
- +0.01 mg/kg Mehr als 7 Tage Wiederaufnahme der
- + Titrationsphase von
- + TALVEY bei Titration
- + sdosis 1 (0.01
- + mg/kg).
- +0.06 mg/kg 8 bis 28 Tage Wiederholen von
- + Titrationsdosis 2
- + (0.06 mg/kg) und
- + Weiterfahren mit
- + der TALVEY Titration
- + sphase.
- +Mehr als 28 Tage Wiederaufnahme der Titrationsphase
- + von TALVEY bei Titrationsdosis 1
- + (0.01 mg/kg).
- +0.4 mg/kg 8 bis 28 Tage Wiederholen von
- + Titrationsdosis 3
- + (0.4 mg/kg) und
- + Weiterfahren mit
- + der TALVEY Titration
- + sphase.
- +29 bis 56 Tage Wiederaufnahme der Titrationsphase
- + von TALVEY bei Titrationsdosis 2
- + (0.06 mg/kg).
- +Mehr als 56 Tage Wiederaufnahme der Titrationsphase
- + von TALVEY bei Titrationsdosis 1
- + (0.01 mg/kg).
- +0.8 mg/kg 14 bis 28 Tage Weiterfahren mit
- + dem TALVEY Dosierung
- + sschema mit der
- + Behandlungsdosis
- + (0.8 mg/kg zweiwöche
- + ntlich)
- +29 bis 56 Tage Wiederaufnahme der Titrationsphase
- + von TALVEY bei Titrationsdosis 3
- + (0.4 mg/kg).
- +Mehr als 56 Tage Erwägung eines dauerhaften Absetzens
- + und Neubewertung des Nutzen-Risiko
- + Verhältnisses einer Wiederaufnahme
- + von TALVEY. Im Falle einer
- + Wiederaufnahme von TALVEY, mit der
- + Titrationsphase bei Titrationsdosis
- + 1 (0.01 mg/kg) beginnen.
- +* Verabreichen einer Prämedikation vor
- +der Wiederaufnahme der Behandlung mit
- +TALVEY. Nach der Wiederaufnahme der
- +Behandlung mit TALVEY das
- +zweiwöchentliche (alle 2 Wochen)
- +Dosierungsschema entsprechend
- +fortsetzen (siehe Dosierung/Anwendung
- +- Übliche Dosierung).
- +
- +
- +Dosisanpassungen bei unerwünschten Wirkungen
- +Zur Kontrolle der bei TALVEY auftretenden Toxizitäten können Dosisverzögerungen erforderlich sein (siehe Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen).
- +Siehe Tabellen 5 , 6 und 7 für empfohlene Massnahmen bei CRS, ICANS und neurologischer Toxizität. Siehe Tabelle 8 für empfohlene Dosisanpassungen bei anderen unerwünschten Wirkungen.
- +Zytokinfreisetzungssyndrom (CRS)
- +Das CRS soll anhand des klinischen Erscheinungsbildes identifiziert werden (siehe Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen - Zytokinfreisetzungssyndrom). Andere Ursachen für Fieber, Hypoxie und Hypotonie sollen evaluiert und entsprechend behandelt werden.
- +Bei Verdacht auf ein CRS ist TALVEY bis zum Abklingen des CRS abzusetzen und gemäss den Empfehlungen in Tabelle 5 zu behandeln. Eine unterstützende Behandlung des CRS ist zu verabreichen, im Falle eines schweren oder lebensbedrohlichen CRS kann auch eine intensivmedizinische Behandlung notwendig sein. Laboruntersuchungen zur Überwachung der disseminierten intravasalen Koagulopathie (DIC), der hämatologischen Parameter sowie der Lungen-, Herz-, Nieren- und Leberfunktion sind in Erwägung zu ziehen.
- +Tabelle 5: Empfohlene Massnahmen beim Zytokinfreisetzungssyndroms (CRS)
- +Grada Symptome Massnahmen
- +Grad 1 Temperatur ≥38°Cb -Setzen Sie TALVEY bis zum Abklingen
- + des CRS ab. -Behandlung des CRS
- + gemäss konsensbasierten Leitlinien.
- + -Verabreichen Sie die Prämedikation
- + vor der nächsten Dosis von TALVEY.
- +Grad 2 Temperatur ≥38°Cb -Setzen Sie TALVEY bis zum Abklingen
- + mit entweder: des CRS ab. -Behandlung des CRS
- + Hypotonie, die auf gemäss konsensbasierten Leitlinien.
- + Flüssigkeitsgabe -Verabreichen Sie die Prämedikation
- + anspricht und keine vor der nächsten Dosis von TALVEY.
- + Vasopressoren -Wenn das CRS nicht auf den
- + erfordert oder Ausgangswert zurückgeht oder sich
- + Sauerstoffbedarf nicht innerhalb von 48 Stunden auf
- + über Low-Flow-Nasenk Grad ≤1 verbessert, sollen Patienten
- + anülec oder Blow-by nach Verabreichung der nachfolgenden
- + Dosis von TALVEY für mindestens 36
- + Stunden stationär überwacht werden
- + (siehe Dosierung/Anwendung -
- + Überwachung).
- +Grad 3 Temperatur ≥38°Cb Dauer < 48 Stunden: -Setzen Sie
- + mit entweder: TALVEY bis zum Abklingen des CRS ab.
- + Hypotonie, die -Behandlung des CRS gemäss
- + einen Vasopressor konsensbasierten Leitlinien.
- + mit oder ohne -Verabreichen Sie die Prämedikation
- + Vasopressin erforder vor der nächsten Dosis von TALVEY.
- + t oder, Sauerstoffbe -Patienten sollen nach Verabreichung
- + darf über High-Flow- der nachfolgenden Dosis von TALVEY
- + Nasenkanülec, für mindestens 36 Stunden stationär
- + Sauerstoffmaske, überwacht werden (siehe
- + Maske ohne Rückatmun Dosierung/Anwendung - Überwachung).
- + g oder Venturi-Maske Wiederkehrend oder Dauer ≥48 Stunden:
- + -Setzen Sie TALVEY permanent ab.
- +Grad 4 Temperatur ≥38°Cb -Setzen Sie TALVEY permanent ab.
- + mit entweder: -Behandlung des CRS gemäss
- + Hypotonie, die konsensbasierten Leitlinien.
- + mehrere Vasopressore
- + n (ausser Vasopressi
- + n) erfordert oder,
- + Sauerstoffbedarf
- + mit positivem Druck
- + (z.B. CPAP, BiPAP,
- + Intubation und
- + mechanische Beatmung
- + )
- +a Entsprechend der Einstufung von CRS
- +der American Society for
- +Transplantation and Cellular Therapy
- +(ASTCT) (Lee et al 2019). b Auf das
- +CRS zurückzuführen. Fieber muss nicht
- +immer gleichzeitig mit Hypotonie oder
- +Hypoxie auftreten, da es durch die
- +verabreichten Medikamente wie
- +Antipyretika oder Antizytokine
- +maskiert werden kann (z.B.
- +Kortikosteroide). c Eine
- +Low-Flow-Nasenkanüle entspricht ≤6
- +l/min, eine High-Flow-Nasenkanüle
- +entspricht > 6 l/min.
- +
- +
- +Neurologische Toxizitäten einschliesslich ICANS
- +Bei den ersten Anzeichen von neurologischen Toxizitäten einschliesslich ICANS ist TALVEY abzusetzen und eine neurologische Untersuchung in Betracht zu ziehen. Andere Ursachen für neurologische Symptome müssen ausgeschlossen werden. Eine unterstützende Behandlung ist zu verabreichen, im Falle von schweren oder lebensbedrohlichen neurologischen Toxizitäten einschliesslich ICANS kann auch eine intensivmedizinische Behandlung notwendig sein (siehe Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen - Neurologische Toxizitäten einschliesslich ICANS). ICANS und neurologische Toxizitäten sind gemäss den Empfehlungen in Tabelle 6 und Tabelle 7 zu behandeln und die weitere Behandlung gemäss den aktuellen Praxisleitlinien zu erwägen.
- +Tabelle 6: Empfohlene Massnahmen beim Immuneffektorzellen-assoziierten Neurotoxizitätssyndroms (ICANS)
- +Grada Symptomeb Massnahmen
- +Grad 1 ICE Score 7-9c, oder -Setzen Sie TALVEY bis zum
- + getrübter Bewusstseinszust Abklingen des ICANS ab.e
- + andd: wacht spontan auf. -Neurologische Symptome
- + überwachen und die
- + Konsultation durch einen
- + Neurologen oder andere
- + Fachärzte für die weitere
- + Untersuchung und Massnahmen
- + in Betracht ziehen. -Die
- + Gabe nicht-sedierender
- + Antiepileptika (z.B.
- + Levetiracetam) zur
- + Vorbeugung von Krampfanfäll
- + en, in Betracht ziehen.
- + -Verabreichung einer
- + unterstützenden Therapie
- + gemäss konsensbasierten
- + Leitlinien.
- +Grad 2 ICE Score 3-6c, oder -Setzen Sie TALVEY bis zum
- + getrübter Bewusstseinszust Abklingen des ICANS ab.
- + andd: wacht auf Ansprache -10 mg Dexamethasonf alle
- + auf. 6 Stunden i.v. verabreichen
- + . Dexamethason bis zur
- + Besserung auf ≤ Grad 1
- + fortsetzen, dann ausschleic
- + hen. -Neurologische
- + Symptome überwachen und
- + die Konsultation durch
- + einen Neurologen oder
- + andere Fachärzte für die
- + weitere Untersuchung und
- + Massnahmen in Betracht
- + ziehen. -Die Gabe
- + nicht-sedierender
- + Antiepileptika (z.B.
- + Levetiracetam) zur
- + Vorbeugung von Krampfanfäll
- + en, in Betracht ziehen.
- + -Verabreichung einer
- + unterstützenden Therapie
- + gemäss konsensbasierten
- + Leitlinien. -Patienten
- + sollen nach Verabreichung
- + der nachfolgenden Dosis
- + von TALVEY für mindestens
- + 36 Stunden stationär
- + überwacht werden (siehe
- + Dosierung/Anwendung -
- + Überwachung).e
- +Grad 3 ICE Score 0-2c, (Wenn der Erstes Auftreten eines
- + ICE-Score 0 ist, der Grad 3 ICANS: -Setzen Sie
- + Patient aber erweckbar TALVEY bis zum Abklingen
- + ist (z.B. wach mit des ICANS ab. -10 mg
- + globaler Aphasie) und in Dexamethasonf alle 6
- + der Lage ist, die Stunden i.v. verabreichen.
- + Beurteilung durchzuführen) Dexamethason bis zur
- + oder getrübter Bewusstsei Besserung auf ≤ Grad 1
- + nszustandd: erwacht nur fortsetzen, dann ausschleic
- + bei taktilem Reiz, oder hen. -Neurologische
- + Krampfanfälled, entweder: Symptome überwachen und
- + -jeder klinische die Konsultation durch
- + Krampfanfall, fokal oder einen Neurologen oder
- + generalisiert, der sich andere Fachärzte für die
- + rasch zurückbildet, oder weitere Untersuchung und
- + -nicht konvulsive Massnahmen in Betracht
- + Krampfanfälle im EEG, die ziehen. -Die Gabe
- + bei Intervention nicht-sedierender
- + abklingen, oder erhöhter Antiepileptika (z.B.
- + intrakranieller Druck Levetiracetam) zur
- + (ICP): fokales/lokales Vorbeugung von Krampfanfäll
- + Ödem in der Neurobildgebun en, in Betracht ziehen.
- + gd. -Verabreichung einer
- + unterstützenden Therapie,
- + die auch eine intensivmediz
- + inische Versorgung
- + umfassen kann, gemäss
- + konsensbasierten Leitlinien
- + . -Patienten sollen nach
- + Verabreichung der
- + nachfolgenden Dosis von
- + TALVEY für mindestens 36
- + Stunden stationär
- + überwacht werden (siehe
- + Dosierung/Anwendung -
- + Überwachung).e
- +Rezidivierendes Grad 3 ICANS: -Setzen Sie
- +TALVEY dauerhaft ab. -10 mg Dexamethasonf
- +alle 6 Stunden i.v. verabreichen.
- +Dexamethason bis zur Besserung auf ≤ Grad
- +1 fortsetzen, dann ausschleichen.
- +-Neurologische Symptome überwachen und
- +die Konsultation durch einen Neurologen
- +oder andere Fachärzte für die weitere
- +Untersuchung und Massnahmen in Betracht
- +ziehen. -Die Gabe nicht-sedierender
- +Antiepileptika (z.B. Levetiracetam) zur
- +Vorbeugung von Krampfanfällen, in
- +Betracht ziehen. -Verabreichung einer
- +unterstützenden Therapie, die auch eine
- +intensivmedizinische Versorgung umfassen
- +kann, gemäss konsensbasierten Leitlinien.
- +Grad 4 ICE Score 0c, (Patient -Setzen Sie TALVEY
- + ist nicht erweckbar und dauerhaft ab. -10 mg
- + nicht fähig die ICE Dexamethasonf alle 6
- + Beurteilung durchzuführen) Stunden i.v. verabreichen.
- + oder getrübter Bewusstsei Dexamethason bis zur
- + nszustandd, entweder: Besserung auf ≤ Grad 1
- + -der Patient ist nicht fortsetzen, dann ausschleic
- + erweckbar oder benötigt hen. -Oder alternativ die
- + starke oder sich Verabreichung von
- + wiederholende taktile intravenösem Methylpredniso
- + Reize um zu erwachen, lon 1000 mg täglich und
- + oder -Stupor oder Koma, Fortsetzung mit intravenös
- + oder Krampfanfälled, 1000 mg Methylprednisolon
- + entweder: -lebensbedrohlic täglich für mindestens
- + her prolongierter zwei Tage in Betracht
- + Krampfanfall (Dauer > 5 ziehen. -Neurologische
- + min) oder -repetitive Symptome überwachen und
- + klinische oder elektrische die Konsultation durch
- + Anfälle ohne zwischenzeit einen Neurologen oder
- + liche Rückkehr zum andere Fachärzte für die
- + Ausgangszustand, oder weitere Untersuchung und
- + motorische Befunded: Massnahmen in Betracht
- + -tiefgreifende fokale ziehen. -Die Gabe
- + motorische Schwäche wie nicht-sedierender
- + Hemiparese oder Paraparese Antiepileptika (z.B.
- + , oder erhöhter ICP/zerebr Levetiracetam) zur
- + ales Ödemd mit Anzeichen/S Vorbeugung von Krampfanfäll
- + ymptomen wie: -diffuses en, in Betracht ziehen.
- + Hirnödem in der Neurobildg -Verabreichung einer
- + ebung -dezerebrale oder unterstützenden Therapie,
- + dekortikale Körperhaltung die auch eine intensivmediz
- + oder -Lähmung des VI. inische Versorgung
- + Hirnnervs oder -Papillenöd umfassen kann, gemäss
- + em oder -Cushing-Reflex konsensbasierten Leitlinien
- + .
- +a Entsprechend der Einstufung von ICANS
- +der American Society for Transplantation
- +and Cellular Therapy (ASTCT) 2019. b Die
- +Behandlung richtet sich nach dem
- +schwerwiegendsten Ereignis, das nicht auf
- +eine andere Ursache zurückzuführen ist. c
- +Ist der Patient erweckbar und kann eine
- +Beurteilung der Immuneffektorzellen-assozi
- +ierten Enzephalopathie (ICE) durchgeführt
- +werden, ist Folgendes zu beurteilen:
- +Orientierung (Orientierung bezüglich
- +Jahr, Monat, Stadt, Krankenhaus = 4
- +Punkte); Benennen (auf 3 Objekte
- +zeigen/diese benennen, z.B. Uhr, Stift,
- +Knopf = 3 Punkte); Befolgen von
- +Anweisungen (z.B. "Zeigen Sie mir 2
- +Finger" oder "Schliessen Sie Ihre Augen
- +und strecken Sie die Zunge heraus" = 1
- +Punkt); Schreibfähigkeit (einen
- +Standardsatz schreiben = 1 Punkt) und
- +Konzentrationsvermögen (von 100 in
- +Zehnerschritten rückwärts zählen = 1
- +Punkt). Wenn der Patient nicht erweckbar
- +und nicht imstande ist, die
- +ICE-Beurteilung durchzuführen (ICANS Grad
- +4) = 0 Punkte d Keiner anderen Ursache
- +zuzuschreiben. e Siehe Tabelle 3 und 4
- +für Empfehlungen zur Wiederaufnahme der
- +Behandlung mit TALVEY nach
- +Dosisverzögerungen (siehe Dosierung/Anwend
- +ung - Dosisverzögerungen). f Alle
- +Hinweise zur Verabreichung von
- +Dexamethason beziehen sich auf
- +Dexamethason oder ein gleichwertiges
- +Medikament.
- +
- +
- +Tabelle 7: Empfohlene Massnahmen bei neurologischen Toxizitäten (ausser ICANS)
- +Unerwünschte Wirkung Schweregrada Massnahmen
- +Neurologische Toxizitätena (ausser ICANS) Grad 1 -Setzen Sie TALVEY
- + bis zum Abklingen
- + oder bis zur Stabili
- + sierung der Symptome
- + der neurologischen
- + Toxizität ab.bc
- +Grad 2 -Setzen Sie TALVEY
- + ab bis sich die
- + Symptome der neurolo
- + gischen Toxizität
- + auf Grad 1 oder
- + weniger verbessert
- + haben.bc
- +Grad 3 (erstes Auftreten) -Verabreichen Sie
- + eine unterstützende
- + Therapie.
- +Grad 3 (rezidivierend) -Setzen Sie TALVEY
- + dauerhaft ab.
- +Grad 4 -Verabreichen Sie
- + eine unterstützende
- + Therapie, die auch
- + eine intensivmedizin
- + ische Versorgung
- + umfassen kann.
- +a Basierend auf den allgemeinen Begriffskriterien für
- +unerwünschte Wirkungen des National Cancer Institute
- +(NCI CTCAE), Version 4.03. b Siehe Tabelle 3 und 4 für
- +Empfehlungen zur Wiederaufnahme der Behandlung mit
- +TALVEY nach Dosisverzögerungen (siehe
- +Dosierung/Anwendung - Dosisverzögerungen). c Beim
- +Auftreten von Ataxie/Gleichgewichtsstörung ist vor der
- +Wiederaufnahme der Behandlung mit TALVEY eine
- +Neubewertung des Nutzen-Risiko Verhältnisses
- +durchzuführen.
- +
- +
- +Andere unerwünschte Wirkungen
- +Die empfohlenen Dosisanpassungen bei anderen unerwünschten Wirkungen sind in Tabelle 8 aufgeführt.
- +Tabelle 8: Empfohlene Dosisanpassungen bei anderen unerwünschten Wirkungen
- +Unerwünschte Wirkung Schweregrad Dosisanpassung
- +Schwere Infektionen (siehe Alle Grade -TALVEY in der Titrationsphase
- +Warnhinweise und Vorsichtsmas absetzen, bis die Infektion
- +snahmen) abgeklungen ist
- +Grad 3-4 -Setzen Sie TALVEY während
- + der Behandlungsphase ab,
- + bis sich die Infektion auf
- + mindestens Grad 2
- + verbessert.
- +Zytopenien (siehe Warnhinweis Absolute Neutrophilenzahl -Setzen Sie TALVEY ab, bis eine
- +e und Vorsichtsmassnahmen) weniger als 0.5 × 109/l absolute Neutrophilenzahl von
- + mindestens 0.5 × 109/l erreicht ist.
- +Febrile Neutropenie -Setzen Sie TALVEY ab, bis
- + eine absolute Neutrophilenza
- + hl von mindestens 1.0 ×
- + 109/l erreicht ist und das
- + Fieber abklingt.
- +Hämoglobin unter 8 g/dl -Setzen Sie TALVEY ab, bis
- + der Hämoglobinwert
- + mindestens 8 g/dl beträgt.
- +Thrombozytenzahl unter -Setzen Sie TALVEY ab, bis
- +25'000/µl Thrombozytenzahl die Thrombozytenzahl
- +zwischen 25'000/µl und mindestens 25'000/µl
- +50'000/µl mit Blutungen beträgt und keine Anzeichen
- + von Blutungen mehr
- + vorliegen.
- +Orale Toxizität (siehe Alle Grade -Setzen Sie TALVEY ab oder erwägen
- +Warnhinweise und Vorsichtsmas Sie eine weniger häufige Dosierung
- +snahmen) (zweiwöchentlich (alle 2 Wochen)
- + statt wöchentlich, monatlich statt
- + zweiwöchentlich) bis zur Besserung.
- +Hautreaktionen einschliesslic Grad 3-4 -Setzen Sie TALVEY ab, bis sich die
- +h Nagelerkrankungen (siehe unerwünschte Wirkung auf mindestens
- +Warnhinweise und Vorsichtsmas Grad 1 oder den Ausgangswert
- +snahmen) verbessert.
- +Andere nicht hämatologische Grad 3-4 -Setzen Sie TALVEY ab, bis sich die
- +unerwünschte Wirkungena unerwünschte Wirkung auf mindestens
- +(siehe Unerwünschte Grad 1 oder den Ausgangswert
- +Wirkungen) verbessert.
- +a Basierend auf den
- +allgemeinen Begriffskriterien
- + für unerwünschte Wirkungen
- +des National Cancer
- +Institute (NCI CTCAE),
- +Version 4.03.
- +
- +
- +Spezielle Dosierungsanweisungen
- +Patienten mit Leberfunktionsstörungen
- +Bei Patienten mit Leberfunktionsstörung wurden keine formalen Studien mit TALVEY durchgeführt.
- +Aufgrund pharmakokinetischer (PK) Populationsanalysen ist bei Patienten mit leichter oder mittelschwerer Leberfunktionsstörung keine Dosisanpassung erforderlich (siehe Pharmakokinetik).
- +Patienten mit Nierenfunktionsstörungen
- +Bei Patienten mit Nierenfunktionsstörung wurden keine formalen Studien mit TALVEY durchgeführt.
- +Aufgrund pharmakokinetischer (PK) Populationsanalysen ist bei Patienten mit leichter oder mittelschwerer Nierenfunktionsstörung keine Dosisanpassung erforderlich (siehe Pharmakokinetik).
- +Ältere Patienten (ab 65 Jahren)
- +Von den 339 Patienten, die in der MonumenTAL-1 Studie mit TALVEY behandelt wurden, waren 36 % 65 bis unter 75 Jahre alt und 17 % 75 Jahre oder älter. Es wurden keine klinisch bedeutsamen Unterschiede in Bezug auf die Sicherheit oder Wirksamkeit zwischen Patienten im Alter von 65 bis 75 Jahren im Vergleich zu jüngeren Patienten festgestellt. Es liegen nur begrenzte klinische Daten zur Anwendung von Talquetamab bei Patienten im Alter von 75 Jahren und älter vor.
- +Eine Dosisanpassung ist nicht erforderlich (siehe Pharmakokinetik).
- +Pädiatrische Popluation
- +TALVEY ist für die Anwendung in der pädiatrischen Population nicht zugelassen.
- +Kontraindikationen
- +Keine.
- +Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen
- +Zytokinfreisetzungssyndrom (CRS)
- +Bei Patienten, die TALVEY erhalten, kann es zu einem CRS, einschliesslich lebensbedrohlicher oder tödlicher Reaktionen, kommen (siehe Unerwünschte Wirkungen). Im Rahmen der klinischen Studie trat CRS bei 76.7 % der Patienten auf, die TALVEY in den empfohlenen Dosen erhielten, wobei das CRS bei 58.7 % der Patienten vom Grad 1, bei 16.5 % vom Grad 2 und bei 1.5 % vom Grad 3 war. Ein rezidivierendes CRS trat bei 31.0 % der Patienten auf. Bei den meisten Patienten entwickelte sich ein CRS während der Titrationsphase nach der 0.01 mg/kg Dosis (28.9 %), der 0.06 mg/kg Dosis (44.2 %), der 0.3 mg/kg (für Patienten im zweiwöchentlichen Dosierungsschema (33.3 %)), oder der ersten Behandlungsdosis(0.4 mg/kg (29.6 %) oder 0.8 mg/kg (12.4 %)). Bei 3.5 % der Patienten trat ein CRS nach Woche 5 auf, wobei alle Ereignisse vom Grad 1 waren.
- +Die mediane Zeit bis zum Auftreten des CRS betrug 2 (Spanne: 1 bis 22) Tage nach der letzten Dosis, wobei 90.9 % der Ereignisse innert 48 Stunden seit der letzten Dosis auftraten. Das CRS hatte mediane Dauer von 2 (Spanne: 1 bis 29) Tagen.
- +Klinische Anzeichen und Symptome eines CRS können u.a. Fieber, Hypotonie, Schüttelfrost, Hypoxie, Kopfschmerzen und Tachykardie sein. Zu den potenziell lebensbedrohlichen Komplikationen eines CRS gehören kardiale Dysfunktion, akutes Atemnotsyndrom, neurologische Toxizität, Nieren- und/oder Leberversagen und disseminierte intravasale Koagulopathie (DIC).
- +Um das Risiko eines CRS zu verringern ist die Behandlung mit TALVEY mit einer Titrationsphase zu initiieren und während der Titrationsphase die Prämedikation (Kortikosteroide, Antihistaminika und Antipyretika) vor jeder TALVEY-Dosis zu verabreichen. Patienten sind nach der Verabreichung von TALVEY entsprechend zu überwachen. Bei Patienten, bei denen ein CRS auftritt, ist vor der nächsten TALVEY-Dosis die Prämedikation zu verabreichen (siehe Dosierung/Anwendung – Überwachung, Übliche Dosierung, Prämedikation, und Dosisanpassungen bei unerwünschten Wirkungen).
- +Patienten sind anzuweisen, beim Auftreten von Anzeichen oder Symptomen eines CRS sofort einen Arzt aufzusuchen. Bei den ersten Anzeichen eines CRS ist der Patient sofort hinsichtlich einer Spitaleinweisung zu beurteilen, und abhängig vom Schweregrad sind unterstützende Therapiemassnahmen einzuleiten. Die Anwendung myeloischer Wachstumsfaktoren, insbesondere des Granulozyten-Makrophagen-Kolonie-stimulierenden Faktors (GM-CSF), wurde in der klinischen Studie während des CRS vermieden. TALVEY soll bis zum Abklingen des CRS abgesetzt oder basierend auf dem Schweregrad dauerhaft abgesetzt werden (siehe Dosierung/Anwendung - Dosisanpassungen bei unerwünschten Wirkungen).
- +Neurologische Toxizitäten einschliesslich ICANS
- +Schwerwiegende oder lebensbedrohliche neurologische Toxizitäten, einschliesslich ICANS, einschliesslich tödlicher Reaktionen sind bei der Behandlung mit TALVEY aufgetreten (siehe Unerwünschte Wirkungen).
- +Im Rahmen der klinischen Studie traten bei 28.9 % der Patienten, die TALVEY in den empfohlenen Dosen erhielten, neurologische Toxizitäten (einschliesslich ICANS) auf, wobei bei 16.5 % der Patienten neurologische Toxizitäten vom Grad 1, bei 9.7 % vom Grad 2 und bei 2.7 % vom Grad 3 oder 4 auftraten. Die mediane Zeit bis zum Auftreten von neurologischen Toxizitäten (einschliesslich ICANS) betrug 2 (Spanne: 1 bis 28) Tage nach der letzten Dosis mit einer medianen Dauer von 4 (Spanne: 1 bis 618) Tagen.
- +Im Rahmen der klinischen Studie trat bei 9.8 % von 265 Patienten, bei denen ICANS Ereignisse erfasst wurden und die TALVEY in der empfohlenen Dosis erhielten, ein ICANS auf (siehe Unerwünschte Wirkungen). ICANS trat bei 3.0 % der Patienten rezidivierend auf. Bei den meisten Patienten entwickelte sich ein ICANS während der Titrationsphase nach der 0.01 mg/kg Dosis (3.4 %), der 0.06 mg/kg Dosis (3.0 %), der 0.3 mg/kg Dosis (für Patienten im zweiwöchentlichen Dosierungsschema (1.8 %)), oder der ersten Behandlungsdosis (0.4 mg/kg (2.6 %) oder 0.8 mg/kg (3.7 %)). Die mediane Zeit bis zum Auftreten eines ICANS betrug 2 (Spanne: 1 bis 16) Tage nach der letzten Dosis, wobei 68.0 % der Ereignisse innert 48 Stunden seit der letzten Dosis auftraten. Das ICANS hatte eine mediane Dauer von 2 (Spanne: 1 bis 22) Tagen.
- +Das Auftreten eines ICANS kann gleichzeitig mit einem CRS, nach dessen Abklingen oder auch bei dessen Abwesenheit erfolgen. Zu den klinischen Anzeichen und Symptomen von ICANS gehören u.a. Verwirrtheit, getrübter Bewusstseinszustand, Desorientierung, Somnolenz, Lethargie und Bradyphrenie.
- +Patienten sind auf Anzeichen und Symptome von neurologischer Toxizität einschliesslich ICANS zu überwachen und umgehend zu behandeln. Patienten sind anzuweisen, beim Auftreten von Anzeichen oder Symptomen neurologischer Toxizität einschliesslich ICANS sofort einen Arzt aufzusuchen. Bei den ersten Anzeichen von neurologischer Toxizität einschliesslich ICANS ist der Patient sofort zu untersuchen und abhängig vom Schweregrad unterstützend zu behandeln; TALVEY ist abhängig vom Schweregrad zu unterbrechen oder abzusetzen und die Empfehlungen zu den zu treffenden Massnahmen sind zu befolgen (siehe Dosierung/Anwendung - Dosisanpassungen bei unerwünschten Wirkungen).
- +Bei Patienten, welche TALVEY erhalten, wurde über Fälle von Ataxie/Gleichgewichtsstörung berichtet. Patienten sind auf neu auftretende oder veränderte bestehende neurologische Anzeichen oder Symptome einschliesslich Ataxie, Gleichgewichtsstörung und zerebelläre Symptome zu überwachen. Zerebelläre Symptome können unter anderem Dyskinesie, Dysmetrie, Gangstörung, Intentionstremor, Nystagmus und Dysarthrie umfassen.
- +Bei den ersten Anzeichen einer Ataxie/Gleichgewichtsstörung ist die Behandlung mit TALVEY zu unterbrechen, der Patient ist sofort zu untersuchen und eine neurologische Beurteilung ist in Erwägung zu ziehen. Nach Ausschluss anderer Ursachen für neurologische Symptome ist der Patient abhängig vom Schweregrad unterstützend zu behandeln. Die Behandlung mit TALVEY ist abhängig vom Schweregrad zu unterbrechen oder dauerhaft abzusetzen. Die Weiterbehandlung ist gemäss den aktuellen Behandlungsleitlinien zu erwägen (siehe Dosierung/Anwendung - Dosisanpassungen bei unerwünschten Wirkungen).
- +Orale Toxizität
- +Orale Toxizitäten, einschliesslich Dysgeusie (72.3 %), Mundtrockenheit (36.0 %), Dysphagie (24.2 %) und Stomatitis (19.8 %), können unter der Behandlung mit TALVEY auftreten (siehe Unerwünschte Wirkungen). Bei 77.6 % der Patienten traten Ereignisse vom Grad 1 oder 2 auf, wobei bei 2.1 % der Patienten Grad 3 Ereignisse auftraten.
- +Patienten sind auf Anzeichen und Symptome einer oralen Toxizität zu überwachen. Patienten sind anzuweisen, beim Auftreten von Anzeichen oder Symptomen einer oralen Toxizität sofort einen Arzt aufzusuchen und unterstützende Massnahmen sind einzuleiten. Unterstützenden Massnahmen können z.B. speichelstimulierende Mittel, steroidhaltige Mundspülungen oder eine Beratung durch einen Ernährungsberater umfassen. Die Behandlung mit TALVEY ist zu unterbrechen oder eine niedrigere Dosierungsfrequenz in Betracht zu ziehen (siehe Dosierung/Anwendung - Dosisanpassungen bei unerwünschten Wirkungen).
- +Gewichtsverlust
- +Im Laufe der Zeit kann es zu einem deutlichen Gewichtsverlust kommen (siehe Unerwünschte Wirkungen). Die Gewichtsveränderung sollte während der Therapie regelmässig überwacht werden. Ein klinisch signifikanter Gewichtsverlust sollte weiter untersucht werden.
- +Schwerwiegende Infektionen
- +Bei Patienten, die TALVEY erhalten haben, wurde über schwerwiegende Infektionen, einschliesslich lebensbedrohlicher oder tödlicher Fälle, berichtet, einschliesslich opportunistischer Infektionen (siehe Unerwünschte Wirkungen).
- +Opportunistische Infektionen traten bei 4.7 % der Patienten, die TALVEY in den klinischen Studien erhielten, auf, wobei 0.9 % der Infektionen vom Grad 3 oder höher waren.
- +In den klinischen Studien mit TALVEY traten neue oder reaktivierte Virusinfektionen auf, darunter auch ein Fall einer tödlich verlaufenen Hepatitis-B-Virus (HBV)-Reaktivierung in einer Studie von Talquetamab in Kombination mit einer anderen Anti-Myelomtherapie. Vor Beginn einer Behandlung mit TALVEY soll ein Screening auf HBV-Infektion, aktive HIV- und aktive HCV-Infektion gemäss klinischer Leitlinien erfolgen. Aufgrund möglicher fulminanter Verläufe sollten Patienten, bei denen eine positive HBV-Serologie nachgewiesen wurde, während der Behandlung mit TALVEY und für mindestens sechs Monate nach deren Beendigung auf klinische Symptome und Laborwerte, die Zeichen einer HBV-Reaktivierung sein können, überwacht werden.
- +Bei Patienten, die während der Behandlung mit TALVEY eine HBV-Reaktivierung oder eine aktive HCV-Infektion entwickeln oder die nachweislich seropositiv für HIV oder das erworbene Immunschwächesyndrom sind, soll die Behandlung wie in Tabelle 8 angegeben unterbrochen und gemäss den örtlich geltenden Behandlungsprotokollen/Leitlinien gehandhabt werden (siehe Dosierung/Anwendung - Dosisanpassungen bei unerwünschten Wirkungen).
- +Patienten sind vor und während der Behandlung mit TALVEY auf Anzeichen und Symptome einer Infektion zu überwachen und entsprechend zu behandeln. Antibiotika sind entsprechend der lokalen Leitlinien prophylaktisch zu verabreichen. Die Behandlung mit TALVEY ist wie angegeben zu unterbrechen (siehe Dosierung/Anwendung - Dosisanpassungen bei unerwünschten Wirkungen).
- +Hepatotoxizität
- +TALVEY kann Hepatoxizität verursachen. Die Leberenzyme und das Bilirubin sollen zu Beginn und während der Behandlung wie klinisch angezeigt überwacht werden. Je nach Schweregrad ist die Behandlung mit TALVEY auszusetzen oder ein dauerhaftes Absetzen von TALVEY in Betracht zu ziehen. Die Behandlung soll gemäss den örtlich geltenden Behandlungsprotokollen/Leitlinien erfolgen (siehe Dosierung/Anwendung - Dosisanpassungen).
- +Hypogammaglobulinämie
- +Bei Patienten, die TALVEY erhalten, wurde über Hypogammaglobulinämie berichtet. Der Immunglobulinspiegel soll während der Behandlung mit TALVEY überwacht werden. Bei den Patienten wurde zur Behandlung der Hypogammaglobulinämie eine intravenöse oder subkutane Immunglobulintherapie eingesetzt. Die Patienten sollen gemäss klinischer Leitlinien behandelt werden, dazu gehören u.a. Infektionsschutzmassnahmen, antibiotische oder antivirale Prophylaxe und Anwendung einer Immunglobulinersatztherapie.
- +Zytopenien
- +In der klinischen Studie trat bei 36.4 % der Patienten, die TALVEY erhielten, eine Verminderung der Neutrophilenzahl des Grades 3 oder 4 und bei 23.4 % eine Verminderung der Blutplättchen auf. Die mediane Zeit bis zum Auftreten einer Neutropenie des Grades 3 oder 4 betrug 25 (Spanne: 1 bis 471) Tage, und die mediane Zeit bis zum Abklingen auf Grad 2 oder niedriger betrug 8 (Spanne: 1 bis 79) Tage. Die mediane Zeit bis zum Auftreten einer Thrombozytopenie des Grades 3 oder 4 betrug 13 (Spanne: 2 bis 477) Tage, und die mediane Zeit bis zum Abklingen auf Grad 2 oder niedriger betrug 10 (Spanne: 1 bis 64) Tage. Das komplette Blutbild ist während der Behandlung zu überwachen und die Behandlung mit TALVEY falls erforderlich zu unterbrechen (siehe Dosierung/Anwendung - Dosisanpassung bei unerwünschten Wirkungen).
- +Hautreaktionen
- +Ausschlag, einschliesslich makulo-papulösem Ausschlag, Erythem und erythematösem Ausschlag, wie auch Nagelerkrankungen traten bei Patienten auf, die TALVEY erhielten (siehe Unerwünschte Wirkungen). Das weitere Fortschreiten des Ausschlags ist zu überwachen, um frühzeitig eingreifen und mit Kortikosteroiden behandeln zu können. Hautausschläge sollten mit topischen Steroiden behandelt und frühzeitig eine kurze Behandlung mit oralen Steroiden in Betracht gezogen werden, um das Risiko eines weiteren Fortschreitens des Ausschlags zu verringern.
- +Bei Hautreaktionen und Nagelerkrankungen soll die Behandlung mit TALVEY je nach Schweregrad ausgesetzt werden, und es sollen die örtlich geltenden Behandlungsprotokolle/Leitlinien befolgt werden (siehe Dosierung/Anwendung -Dosisanpassung bei unerwünschten Wirkungen).
- +Impfstoffe
- +Die Immunreaktion auf Impfstoffe kann bei Einnahme von TALVEY vermindert sein.
- +Die Sicherheit einer Immunisierung mit Lebendvirusimpfstoffen während oder nach einer Behandlung mit TALVEY wurde nicht untersucht. Eine Impfung mit Lebendvirusimpfstoffen wird für die Dauer von mindestens 4 Wochen vor Beginn, während und mindestens 4 Wochen nach der Behandlung nicht empfohlen.
- +Frauen im gebärfähigen Alter/Verhütung
- +Der Schwangerschaftsstatus von Frauen im gebärfähigen Alter ist vor Beginn der Behandlung mit TALVEY zu überprüfen. Frauen im gebärfähigen Alter sollen während der Behandlung und bis 3 Monate nach der letzten Dosis von TALVEY eine zuverlässige Verhütungsmethode anwenden (siehe Schwangerschaft, Stillzeit).
- +Überempfindlichkeitsreaktionen und andere Verabreichungsreaktionen
- +TALVEY kann sowohl systemische auf die Verabreichung zurückzuführende Reaktionen als auch lokale Reaktionen an der Injektionsstelle hervorrufen.
- +Systemische Reaktionen
- +Bei 3.8 % der Patienten, die TALVEY in der klinischen Studie in der empfohlenen Dosis erhielten, traten systemische Verabreichungsreaktionen auf, wobei 3.2 % vom Grad 1 und 0.3 % vom Grad 2 respektive Grad 3 (je 1 Patient) waren.
- +Lokale Reaktionen
- +Bei 13.3 % der Patienten, die TALVEY in der klinischen Studie in der empfohlenen Dosis erhielten, traten Reaktionen an der Injektionsstelle auf, wobei 12.7 % vom Grad 1 und 0.6 % vom Grad 2 waren.
- +Setzen Sie TALVEY aus oder erwägen Sie ein dauerhaftes Absetzen von TALVEY je nach Schweregrad (siehe Dosierung/Anwendung - Andere unerwünschte Wirkungen).
- +Hilfsstoffe
- +Dieses Arzneimittel enthält weniger als 1 mmol Natrium (23 mg) pro Durchstechflasche, d.h. es ist nahezu "natriumfrei" .
- +Patientenpopulationen, die nicht in klinischen Studien untersucht wurden
- +Die folgenden Patientengruppen wurden von der klinischen Studie MonumenTAL-1 ausgeschlossen: Patienten mit Hyperkalzämie (> 3.5 mmol/l), Niereninsuffizienz (Kreatinin-Clearance < 40 ml/min), Anämie (Hämoglobin < 80 g/l), ECOG-Performance-Status > 2, ZNS-Beteiligung, Infektionen (HIV, AIDS, HBV, HCV), Herzerkrankungen (kongestive Herzinsuffizienz NYHA-Klasse III oder IV, Myokardinfarkt oder CABC ≤6 Monate vor Studienbeginn, klinisch signifikante ventrikuläre Arrhythmien oder ungeklärte Synkopen in der Vorgeschichte, schwere nicht-ischämische Kardiomyopathie in der Vorgeschichte), Schlag- oder Krampfanfall innerhalb der letzten 6 Monate, Patienten mit allogener Stammzelltransplantation innerhalb von 6 Monaten und autologer Stammzelltransplantation innerhalb von 12 Wochen vor der ersten Dosis von TALVEY, sowie Patienten, die innerhalb von 4 Wochen vor der ersten TALVEY Dosis abgeschwächte Lebendimpfstoffe erhalten haben.
- +Interaktionen
- +Es wurden keine Studien zur Erfassung von Arzneimittelinteraktionen mit TALVEY durchgeführt.
- +Talquetamab bewirkt die Freisetzung von Zytokinen (siehe Eigenschaften/Wirkungen - Pharmakodynamik), welche die Aktivität von Cytochrom P450-Enzymen unterdrücken können. Dies führt möglicherweise zu einer erhöhten Exposition gegenüber CYP-Substraten. Das höchste Risiko für das Auftreten von Arzneimittelinteraktionen wird ab Beginn der Talquetamab Titrationsphase bis zu 9 Tage nach der ersten Behandlungsdosis sowie während und nach dem Auftreten eines CRS erwartet (siehe Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen - Zytokinfreisetzungssyndrom). Die Toxizität oder die Konzentrationen von Arzneimitteln, bei denen es sich um CYP-Substrate handelt (z.B. CYP2C9, CYP2C19, CYP3A4/5) und bei denen minimale Konzentrationsänderungen zu schwerwiegenden unerwünschten Wirkungen führen können, ist zu überwachen. Die Dosis des gleichzeitig verabreichten CYP-Substrats (z.B. CYP2C9, CYP2C19, CYP3A4/5) ist je nach Bedarf anzupassen.
- +Schwangerschaft, Stillzeit
- +Gebärfähige Frauen und zeugungsfähige Männer
- +Schwangerschaftstest
- +Bei Frauen im gebärfähigen Alter ist vor Beginn der Behandlung mit TALVEY der Schwangerschaftsstatus zu überprüfen.
- +Empfängnisverhütung
- +Frauen im gebärfähigen Alter sollen angewiesen werden, während der Behandlung und für die ersten drei Monate nach der letzten Dosis von TALVEY eine wirksame Empfängnisverhütung anzuwenden.
- +Männliche Partner von Frauen im gebärfähigen Alter sollen angewiesen werden, eine wirksame Empfängnisverhütung während der Behandlung und für drei Monate nach der letzten Dosis von TALVEY anzuwenden.
- +Schwangerschaft
- +Es liegen keine Daten über die Anwendung von TALVEY bei schwangeren Frauen oder tierexperimentelle Daten zur Bewertung des Risikos von TALVEY in der Schwangerschaft vor. Es ist bekannt, dass humanes IgG nach dem ersten Schwangerschaftstrimester plazentagängig ist. Daher besteht die Möglichkeit, dass Talquetamab von der Mutter auf den sich entwickelnden Fötus übergeht. Die Auswirkungen von TALVEY auf den sich entwickelnden Fötus sind nicht bekannt. Basierend auf dem Wirkmechanismus kann TALVEY bei schwangeren Frauen zu Schädigungen des Fötus führen. Schwangere sind darauf hinzuweisen, dass möglicherweise ein Risiko für den Fötus besteht. Die Anwendung von TALVEY während der Schwangerschaft und bei Frauen im gebärfähigen Alter, die nicht verhüten, wird nicht empfohlen.
- +Stillzeit
- +Es ist nicht bekannt, ob Talquetamab bei Menschen oder Tieren in die Muttermilch ausgeschieden wird, einen Einfluss auf den gestillten Säugling hat oder die Milchbildung beeinflusst. Da das Potenzial für schwerwiegende unerwünschte Wirkungen von TALVEY bei gestillten Säuglingen unbekannt ist, sollen Patientinnen angewiesen werden während der Behandlung mit TALVEY und für mindestens drei Monate nach der letzten Dosis nicht zu stillen.
- +Fertilität
- +Es liegen keine Daten zur Wirkung von TALVEY auf die Fertilität vor. Die Auswirkungen von TALVEY auf die männliche oder weibliche Fertilität wurde in tierexperimentellen Studien nicht untersucht.
- +Wirkung auf die Fahrtüchtigkeit und auf das Bedienen von Maschinen
- +Aufgrund des Potenzials für das Auftreten eines ICANS besteht bei Patienten, die TALVEY erhalten, das Risiko eines getrübten Bewusstseinszustands (siehe Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen). Patienten sind anzuweisen, während der Titrationsphase und während 48 Stunden nach Beendigung der Titrationsphase (siehe Dosierung/Anwendung - Übliche Dosierung) sowie beim neuen Auftreten neurologischer Symptome bis zu deren Abklingen, das Führen von Fahrzeugen oder das Bedienen schwerer oder potenziell gefährlicher Maschinen zu unterlassen.
- +Unerwünschte Wirkungen
- +Als unerwünschte Wirkungen gelten unerwünschte Ereignisse, die anhand einer umfassenden Auswertung der verfügbaren Informationen mit der Anwendung von Talquetamab in Verbindung gebracht werden können. Ein Kausalzusammenhang mit Talquetamab kann im Einzelfall nicht zuverlässig nachgewiesen werden. Da klinische Studien unter sehr unterschiedlichen Bedingungen durchgeführt werden, können die beobachteten Häufigkeiten der unerwünschten Ereignisse nicht direkt mit den Studienergebnissen eines anderen Arzneimittels verglichen werden und entsprechen daher möglicherweise nicht den in der Praxis beobachteten Häufigkeiten.
- +Zusammenfassung des Sicherheitsprofils
- +Die Sicherheit von TALVEY wurde bei 339 erwachsenen Patienten mit rezidiviertem oder refraktärem multiplem Myelom untersucht, welche mit TALVEY in der in MonumenTAL-1 Studie in der empfohlenen Dosierung behandelt wurden. Auch in die Analyse eingeschlossen waren Patienten, die zuvor eine Therapie, welche die T-Zellen auf eine Erkennung der Krebszellen ausrichtet (T-cell redirection therapy), erhalten hatten. Die mediane Behandlungsdauer betrug 7.4 Monate (Spanne: 0.0 bis 32.9).
- +Die häufigsten unerwünschten Wirkungen (≥20 %) waren CRS, Dysgeusie, Hypogammaglobulinämie, Nagelerkrankung, Schmerzen des Muskel- und Skelettsystems, Anämie, Fatigue, Hauterkrankung, Gewichtsabnahme, Hautausschlag, Mundtrockenheit, Neutropenie, Fieber, Xerose, Thrombozytopenie, Infektionen der oberen Atemwege, Lymphopenie, Diarrhö, Dysphagie, Pruritus, Husten, verminderter Appetit, Schmerzen und Kopfschmerzen.
- +Zu den schwerwiegenden unerwünschten Wirkungen, die bei ≥2 % der Patienten berichtet wurden, gehörten CRS, Fieber, ICANS, Sepsis, COVID-19 Infektion, bakterielle Infektionen, Pneumonie, virale Infektionen, Neutropenie und Schmerzen.
- +Bei 64.0 % der Patienten kam es zu Dosisunterbrechungen (Dosisverzögerungen und Dosisauslassungen) von TALVEY aufgrund von unerwünschten Wirkungen. Die häufigsten unerwünschten Wirkungen (≥5 %), die zu Dosisunterbrechungen führten, waren COVID-19 Infektionen (13.3 %), CRS (12.4 %), Fieber (9.7 %), Neutropenie (6.5 %) and Infektionen der oberen Atemwege (6.2 %).
- +Eine Dosisreduktion von TALVEY aufgrund von unerwünschten Wirkungen trat bei 38 Patienten (11.2 %).
- +Die häufigsten unerwünschten Wirkungen, die zum Absetzen der Behandlung führten, waren ICANS (1.1 %) und Gewichtsverlust (0.9 %).
- +Liste der unerwünschten Wirkungen
- +Die in klinischen Studien beobachteten unerwünschten Wirkungen sind im Folgenden gemäss ihrer Häufigkeitskategorie aufgelistet: Sehr häufig (≥1/10); häufig (≥1/100, < 1/10); gelegentlich (≥1/1'000, < 1/100); selten (≥1/10'000, < 1/1'000); sehr selten (< 1/10'000) und nicht bekannt (Häufigkeit kann aus den verfügbaren Daten nicht abgeschätzt werden).
- +Innerhalb der einzelnen Häufigkeitskategorien sind die unerwünschten Wirkungen nach ihrer Schwere in absteigender Reihenfolge aufgeführt.
- +Tabelle 9: Unerwünschte Wirkungen bei Patienten mit multiplem Myelom, die in der MonumenTAL-1 Studie mit TALVEY behandelt wurden (N = 339)
- +Systemorganklasse Unerwünschte Häufigkeits- kategor Alle Grade (%) Grad 3 oder 4 (%)
- +Wirkung ie
- +Infektionen und parasitäre
- +Erkrankungen
- +Infektion der oberen Atemwege* Sehr häufig 98 (29 %) 7 (2.1 %)
- +COVID-19 Infektion*# Sehr häufig 63 (19 %) 10 (2.9 %)
- +Bakterielle Infektion* Sehr häufig 40 (12 %) 11 (3.2 %)
- +Pilzinfektion* Sehr häufig 39 (12 %) 1 (0.3 %)
- +Pneumonie* Häufig 23 (7 %) 11 (3.2 %)
- +Virusinfektion* Häufig 23 (7 %) 6 (1.8 %)
- +Sepsis*# Häufig 15 (4.4 %) 14 (4.1 %)
- +Erkrankungen des Blutes und des
- +Lymphsystems
- +Anämie* Sehr häufig 158 (47 %) 99 (29 %)
- +Neutropenie* Sehr häufig 120 (35 %) 104 (31 %)
- +Thrombozytopenie Sehr häufig 101 (30 %) 71 (21 %)
- +Lymphopenie Sehr häufig 91 (27 %) 83 (25 %)
- +Leukopenie Sehr häufig 62 (18 %) 38 (11 %)
- +Erkrankungen des Immunsystems
- +Zytokinfreisetzungssyndrom Sehr häufig 260 (77 %) 5 (1.5 %)
- +Hypogammaglobulinämie1 Sehr häufig 227 (67 %) 0
- +Stoffwechsel- und Ernährungsstörun
- +gen
- +Verminderter Appetit Sehr häufig 76 (22 %) 4 (1.2 %)
- +Hypokaliämie Sehr häufig 55 (16 %) 12 (3.5 %)
- +Hypophosphatämie* Sehr häufig 49 (15 %) 21 (6 %)
- +Hypomagnesiaemie Sehr häufig 35 (10 %) 0
- +Erkrankungen des Nervensystems
- +Kopfschmerzen* Sehr häufig 69 (20 %) 2 (0.6 %)
- +Sensorische Neuropathie2 Sehr häufig 58 (17 %) 0
- +Motorische Funktionsstörung3 Sehr häufig 43 (13 %) 2 (0.6 %)
- +Schwindelgefühl* Sehr häufig 42 (12 %) 8 (2.4 %)
- +Enzephalopathie4 Sehr häufig 36 (11%) 0
- +Immuneffektorzellen-assoziiertes Häufig 26 (10 %) 6 (2.3 %)
- +Neurotoxizitätssyndrom‡
- +Ataxie/Gleichgewichtsstörung5 Gelegentlich 3 (0.9 %) 0
- +Erkrankungen der Atemwege, des
- +Brustraums und Mediastinums
- +Husten* Sehr häufig 78 (23 %) 0
- +Schmerzen im Mund* Sehr häufig 42 (12 %) 0
- +Dyspnoe6# Sehr häufig 39 (12 %) 5 (1.5 %)
- +Erkrankungen des Gastrointestinalt
- +rakts
- +Dysgeusie7‡ Sehr häufig 245 (72 %) 0
- +Mundtrockenheit‡ Sehr häufig 122 (36 %) 0
- +Diarrhö Sehr häufig 84 (25 %) 4 (1.2 %)
- +Dysphagie Sehr häufig 82 (24 %) 3 (0.9 %)
- +Stomatitis8 Sehr häufig 67 (20 %) 4 (1.2 %)
- +Übelkeit Sehr häufig 64 (19 %) 0
- +Verstopfung Sehr häufig 61 (18 %) 0
- +Abdominalschmerz* Sehr häufig 35 (10 %) 1 (0.3 %)
- +Erbrechen Sehr häufig 34 (10 %) 2 (0.6 %)
- +Erkrankungen der Haut und des
- +Unterhautgewebes
- +Nagelerkrankung9 Sehr häufig 191 (56 %) 0
- +Hauterkrankung10 Sehr häufig 145 (43 %) 0
- +Ausschlag11 Sehr häufig 132 (39 %) 12 (3.5 %)
- +Xerose12 Sehr häufig 109 (32 %) 0
- +Pruritus Sehr häufig 79 (23 %) 1 (0.3 %)
- +Alopezie Häufig 30 (9%) 0
- +Skelettmuskulatur-, Bindegewebs-
- +und Knochenerkrankungen
- +Schmerzen des Muskel- und Sehr häufig 164 (48 %) 12 (3.5 %)
- +Skelettsystems*
- +Allgemeine Erkrankungen und
- +Beschwerden am Verabreichungsort
- +Fatigue* Sehr häufig 147 (43 %) 12 (3.5 %)
- +Gewichtsabnahme Sehr häufig 134 (40 %) 11 (3.2 %)
- +Fieber* Sehr häufig 113 (33 %) 6 (1.8 %)
- +Schmerzen* Sehr häufig 76 (22 %) 7 (2.1 %)
- +Ödeme13 Sehr häufig 59 (17 %) 0
- +Reaktion an der Injektionsstelle14 Sehr häufig 45 (13 %) 0
- +Schüttelfrost Sehr häufig 39 (12 %) 1 (0.3 %)
- +Untersuchungen
- +Transaminasenerhöhung15 Sehr häufig 48 (14 %) 12 (3.5 %)
- +Gamma-Glutamyltransferase erhöht Sehr häufig 36 (11 %) 16 (4.7 %)
- +Unerwünschte Ereignisse sind
- +gemäss MedDRA Version 24.0
- +kodiert. ‡ Gemäss CTCAE v4.03 ist
- +der maximale Toxizitätsgrad für
- +Dysgeusie 2 und der maximale
- +Toxizitätsgrad für Mundtrockenheit
- + 3. * Grouped Term # Umfasst
- +fatale Ereignisse 1 Hypogammaglobu
- +linämie umfasst: Hypogammaglobulin
- +ämie und/oder Patienten mit
- +IgG-Laborwerten unter 500 mg/dl
- +nach Behandlung mit Talquetamab.
- +2 Sensorische Neuropathie
- +umfasst: Dysästhesie,
- +Hyperästhesie, Hypoästhesie,
- +Hypoästhesie oral, immunvermittelt
- +e Neuropathie, Neuralgie,
- +periphere Neuropathie,
- +Parästhesie, periphere
- +sensorische Neuropathie,
- +Polyneuropathie, Ischialgie and
- +Neuronitis vestibularis. 3
- +Motorische Funktionsstörung
- +umfasst: Dysarthrie, Dysgraphie,
- +Dysmetrie, Dysphonie,
- +Gangstörung, Muskelatrophie,
- +Muskelspasmen, muskuläre Schwäche
- +and Tremor. 4 Enzephalopathie
- +umfasst: Agitiertheit, Amnesie,
- +Aphasie, Bradyphrenie,
- +Verwirrtheit, Delirium,
- +Desorientierung, Aufmerksamkeitsst
- +örungen, Enzephalopathie,
- +Halluzinationen, Lethargie,
- +Gedächtnisstörungen, Unruhe,
- +Schlafstörungen und Somnolenz. 5
- +Ataxie/Gleichgewichtsstörung
- +umfasst: Ataxie und Gleichgewichts
- +störung. 6 Dyspnoe umfasst: Akute
- +respiratorische Insuffizienz,
- +Dyspnoe, Belastungsdyspnoe,
- +respiratorische Insuffizienz und
- +Tachypnoe. 7 Dysgeusie umfasst:
- +Ageusie, Dysgeusie, Hypogeusie
- +und Geschmacksstörungen. 8
- +Stomatitis umfasst: Cheilitis,
- +Glossitis, Glossodynie,
- +Mundgeschwüre, orale Beschwerden,
- +Erythem der Mundschleimhaut,
- +orale Schmerzen, Stomatitis,
- +geschwollene Zunge, Zungenbeschwer
- +den, Zungenerythem, Zungenödem
- +und Zungengeschwüre. 9
- +Nagelerkrankung: Koilonychie,
- +Nagelbetterkrankung, Nagelhautspal
- +te, Nagelverfärbung, Nagelerkranku
- +ng, Nageldystrophie, Nagelhypertro
- +phie, Nagel-Dellenbildung,
- +Nagelfurchung, Nageltoxizität,
- +Onychoklasie, Onycholyse und
- +Onychomadesis. 10 Hauterkrankung:
- +palmar-plantares Erythrodysästhesi
- +esyndrom, palmoplantares
- +Keratoderma, Hautverfärbung,
- +Exfoliation der Haut und
- +Hautfissuren. 11 Ausschlag:
- +Dermatitis, Dermatitis akneiform,
- +Kontaktdermatitis, Dermatitis
- +exfoliativa, Dermatitis
- +exfoliativ generalisiert,
- +Erythem, exfoliativer
- +Hautausschlag, Hautausschlag,
- +erythematöser Hautausschlag,
- +makulöser Ausschlag, Ausschlag
- +makulo-papulös, Ausschlag
- +papulös, Ausschlag mit Juckreiz,
- +Ausschlag pustulös, blasiger
- +Hautausschlag und Stauungsdermatit
- +is. 12 Xerose umfasst: trockene
- +Augen, trockene Haut und Xerosis.
- +13 Ödeme umfasst: Flüssigkeitsrete
- +ntion, Zahnfleischschwellung,
- +Hypervolämie, Gelenkschwellung,
- +Lippenschwellung, Ödem,
- +peripheres Ödem, periorbitales
- +Ödem, periphere Schwellung und
- +Schwellung. 14 Reaktion an der
- +Injektionsstelle umfasst:
- +Beschwerden an der Injektionsstell
- +e, Erythem an der Injektionsstelle
- +, Blutung an der Injektionsstelle,
- + Entzündung an der Injektionsstell
- +e, Reizung an der Injektionsstelle
- +, Plaque an der Injektionsstelle,
- +Jucken an der Injektionsstelle,
- +Ausschlag an der Injektionsstelle
- +und Reaktion an der Injektionsstel
- +le. 15 Die Transaminaseerhöhung
- +umfasst: Alaninaminotransferase
- +erhöht, Aspartataminotransferase
- +erhöht und Transaminasen erhöht.
- +
- +
- +Beschreibung spezifischer unerwünschter Wirkungen und Zusatzinformationen
- +Zytokinfreisetzungssyndrom
- +In der MonumenTAL-1 Studie (N = 339) trat bei 76.7 % der Patienten ein CRS auf. Bei 31.0 % der Patienten trat mehr als ein CRS-Ereignis auf. Zu den Anzeichen und Symptomen von CRS können unter anderem gehören: Fieber (76.1 %), Hypotonie (14.7 %), Schüttelfrost (12.4 %), Hypoxie (7.1 %), Kopfschmerzen (4.7 %), Tachykardie (5.0 %) and erhöhte Transaminasen (Aspartataminotransferase (1.5 %) und Alaninaminotransferase (0.9 %)).
- +Neurologische Toxizitäten einschliesslich ICANS
- +In der MonumenTAL-1 Studie traten bei 28.9 % (N = 98) der Patienten neurologische Toxizitäten einschliesslich ICANS auf. In den überwiegenden Fällen handelte es sich um Ereignisse von Grad 1 (16.5 %) oder 2 (9.7 %). Die häufigsten klinischen Manifestationen neurologischer Toxizitäten waren ICANS (9.8 %), Kopfschmerzen (9.1 %), Enzephalopathie (3.8 %), Schwindelgefühl (3.5 %), sensorische Neuropathie (2.9 %) and Parästhesie (2.4%). 32.2 % der traten gleichzeitig mit einem CRS auf (während oder innerhalb von 7 Tagen nach Abklingen des CRS).
- +In der MonumenTAL-1 Studie wurde ein tödliches ICANS-Ereignis gemeldet.
- +In der MonumenTAL-1 Studie (N = 339) trat Ataxie/Gleichgewichtsstörung bei 4,1 % (N = 14) der Patienten auf. Der Schweregrad von Ataxie/Gleichgewichtsstörung Ereignisse war wie folgt: Grad 1 (1,5 %), Grad 2 (2,4 %) und Grad 3 (0,3 %). Es traten keine Grad 4 oder 5 Ereignisse auf. Die häufigsten klinischen Manifestationen von Ataxie/Gleichgewichtsstörung waren Dysarthrie (1,5 %), Gangstörung (1,5 %) und Gleichgewichtsstörung (0,9 %). Bei 0,9 % der Patienten trat mehr als ein Ereignis im Zusammenhang mit Ataxie/Gleichgewichtsstörung auf. Die mediane Zeit bis zum Auftreten betrug 77 (Spanne: 2 bis 463) Tage nach der ersten Dosis und 4 (Spanne 1 bis 13) Tage nach der letzten Dosis. Von 18 Ereignissen klangen 7 (38,9 %) nicht ab.
- +Schwerwiegende Infektionen
- +In der MonumenTAL-1 Studie (N = 339) traten bei 18.6 % der Patienten Infektionen vom Grad 3 oder 4 auf, bei 1.5 % der Patienten kam es zu tödlichen Infektionen.
- +Opportunistische Infektionen traten bei 4.7 % der Patienten, die TALVEY in den klinischen Studien erhielten, auf, wobei 0.9 % der Infektionen vom Grad 3 oder höher waren. Neue oder reaktivierte Virusinfektionen, die unter TALVEY in der Studie MonumenTAL-1 auftraten, beinhalteten unter anderem Infektionen mit dem Cytomegalovirus (CMV) (0.3 %).
- +In weiteren Studien mit Talquetamab in Kombination mit anderen Anti-Myelomtherapien traten 2 Fälle von HBV-Reaktivierung auf.
- +Hautreaktionen
- +In der MonumenTAL-1 Studie (N = 339) handelte es sich bei der Mehrheit der Hautausschläge um Ereignisse von Grad 1 oder 2, wobei bei 3.5 % der Patienten ein Hautausschlag von Grad 3 auftrat. Die mediane Zeit bis zum Auftreten des Ausschlags betrug 22 Tage.
- +Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von grosser Wichtigkeit. Sie ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels. Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdacht einer neuen oder schwerwiegenden Nebenwirkung über das Online-Portal ElViS (Electronic Vigilance System) anzuzeigen. Informationen dazu finden Sie unter www.swissmedic.ch.
- +Überdosierung
- +Anzeichen und Symptome
- +Die maximal verträgliche Dosis von Talquetamab wurde nicht bestimmt. In klinischen Studien wurden Dosen von bis zu 1.2 mg/kg alle zwei Wochen und 1.6 mg/kg monatlich verabreicht.
- +Behandlung
- +Im Falle einer Überdosierung muss der Patient auf Anzeichen oder Symptome von unerwünschten Wirkungen überwacht werden, und es soll sofort eine angemessene symptomatische Behandlung eingeleitet werden.
- +Eigenschaften/Wirkungen
- +ATC-Code
- +L01FX29
- +Wirkungsmechanismus
- +Talquetamab (auch bekannt als JNJ-64407564) ist ein humanisierter Immunglobulin G4 Prolin, Alanin, Alanin (IgG4-PAA) bispezifischer Antikörper, der gegen GPRC5D auf multiplen Myelomzellen und dem CD3-Rezeptor auf T-Zellen gerichtet ist.
- +Talquetamab fördert eine verstärkte T-Zell-vermittelte Zytotoxizität durch Rekrutierung von CD3-exprimierenden T-Zellen zu GPRC5D-exprimierenden Zellen. Dies führt zur Aktivierung von T-Zellen und zur anschliessenden Lyse von GPRC5D-exprimierenden Zellen durch sekretiertes Perforin und verschiedene Granzyme, die in den sekretorischen Vesikeln der zytotoxischen T-Zellen gespeichert sind. Basierend auf der Expression von GPRC5D auf Plasmazellen mit minimaler bis gar keiner Expression auf B-Zellen und B-Zell-Vorläufern, zielt Talquetamab spezifisch auf Zellen des multiplen Myeloms ab.
- +Pharmakodynamik
- +Im ersten Monat der Behandlung mit Talquetamab wurden eine Aktivierung und Umverteilung von T-Zellen und eine Induktion von Serumzytokinen beobachtet.
- +Immunogenität
- +In der MonumenTAL-1 Studie wurden 260 Patienten, die mit einer subkutanen Talquetamab-Monotherapie mit 0.4 mg/kg wöchentlich oder 0.8 mg/kg zweiwöchentlich (alle 2 Wochen) behandelt wurden, auf Antikörper gegen Talquetamab untersucht. Nach einer Behandlung mit 0.4 mg/kg wöchentlich oder 0.8 mg/kg zweiwöchentlich (alle 2 Wochen) entwickelten 64 von 260 Patienten (24.6 %) Anti-Talquetamab-Antikörper. Bei keinem der teilnehmenden Patienten wurden neutralisierende Antikörper gegen Talquetamab nachgewiesen. Es wurden keine klinisch bedeutsamen Auswirkungen von Anti-Talquetamab-Antikörpern auf die Pharmakokinetik, Wirksamkeit oder Sicherheit festgestellt (z.B. CRS, systemische Reaktionen im Zusammenhang mit der Verabreichung und Reaktionen an der Injektionsstelle).
- +Klinische Wirksamkeit
- +Die Wirksamkeit der Monotherapie mit TALVEY wurde bei Patienten mit rezidiviertem oder refraktärem multiplem Myelom in einer einarmigen, offenen, multizentrischen Studie, MMY1001 (MonumenTAL-1), untersucht. In die Studie wurden Patienten eingeschlossen, die zuvor mindestens drei Therapien erhalten hatten, darunter einen Proteasom-Inhibitor, einen immunmodulatorischen Wirkstoff und einen monoklonalen Antikörper gegen CD38. Die Studie schloss auch Patienten ein, die zuvor eine Therapie, welche die T-Zellen auf eine Erkennung der Krebszellen ausrichtet (T-cell redirection therapy), erhalten hatten (N = 34). Die Studie schloss folgende Patienten aus: Patienten mit Hyperkalzämie (> 3.5 mmol/l), Niereninsuffizienz (Kreatinin-Clearance < 40 ml/min), Anämie (Hämoglobin < 80 g/l), ECOG-Performance-Status > 2, ZNS-Beteiligung, Infektionen (HIV, AIDS, HBV, HCV), Herzerkrankungen (kongestive Herzinsuffizienz NYHA-Klasse III oder IV, Myokardinfarkt oder CABC ≤6 Monate vor Studienbeginn, klinisch signifikante ventrikuläre Arrhythmien oder ungeklärte Synkopen in der Vorgeschichte, schwere nicht-ischämische Kardiomyopathie in der Vorgeschichte), Schlag- oder Krampfanfall innerhalb der letzten 6 Monate, Patienten mit allogener Stammzelltransplantation innerhalb von 6 Monaten und autologer Stammzelltransplantation innerhalb von 12 Wochen vor der ersten Dosis von TALVEY, sowie Patienten, die innerhalb von 4 Wochen vor der ersten TALVEY Dosis abgeschwächte Lebendimpfstoffe erhalten haben.
- +Die Patienten erhielten TALVEY 0.4 mg/kg subkutan wöchentlich, im Anschluss an zwei Titrationsdosen (0.01 mg/kg und 0.06 mg/kg) in der ersten Therapiewoche, oder TALVEY 0.8 mg/kg subkutan zweiwöchentlich (alle 2 Wochen), im Anschluss an drei Titrationsdosen (0.01 mg/kg, 0.06 mg/kg und 0.3 mg/kg), bis zum Auftreten einer Krankheitsprogression oder inakzeptablen Toxizität. Die Patienten wurden während der Titrationsphase nach Verabreichung jeder Dosis von TALVEY während mindestens 48 Stunden zur Überwachung hospitalisiert.
- +Bei den 122 Patienten, die wöchentlich mit 0.4 mg/kg TALVEY behandelt wurden und die keine vorgängige Therapie erhalten hatten, welche die T-Zellen auf eine Erkennung der Krebszellen ausrichtet (T-cell redirection therapy), lag das mediane Alter bei 67 Jahren (Spanne: 47 bis 86 Jahre), 53 % waren männlich, 92 % waren weiss und 7 % waren schwarz oder afroamerikanisch. Die Patienten hatten im Median 5 (Spanne: 3 bis 13) vorherige Therapien erhalten. Bei 77 % der Patienten wurde zuvor eine autologe Stammzelltherapie (ASCT) vorgenommen. 93 % der Patienten waren refraktär gegenüber ihrer letzten Therapie und 75 % waren refraktär gegenüber einem Proteasom-Inhibitor, einem immunmodulatorischen Mittel und einem Anti-CD38-Antikörper. Von den 113 Patienten, für die zytogenetische Ausgangsdaten verfügbar waren, lagen bei 35 % der Patienten zytogenetische Hochrisikofaktoren vor (Vorhandensein von t(4:14), t(14:16) und/oder del(17p)).
- +Bei den 109 Patienten, die zweiwöchentlich (alle 2 Wochen) mit 0.8 mg/kg TALVEY behandelt wurden und die keine vorgängige Therapie erhalten hatten, welche die T-Zellen auf eine Erkennung der Krebszellen ausrichtet (T-cell redirection therapy), lag das mediane Alter bei 67 Jahren (Spanne: 38 bis 82 Jahre), 62 % waren männlich, 87 % waren weiss und 6 % waren schwarz oder afroamerikanisch. Die Patienten hatten im Median 5 (Spanne: 3 bis 12) vorherige Therapien erhalten. Bei 79 % der Patienten wurde zuvor eine autologe Stammzelltherapie (ASCT) vorgenommen. 95 % der Patienten waren refraktär gegenüber ihrer letzten Therapie und 69 % waren refraktär gegenüber einem Proteasom-Inhibitor, einem immunmodulatorischen Mittel und einem Anti-CD38-Antikörper. Von den 94 Patienten, für die zytogenetische Ausgangsdaten verfügbar waren, lagen bei 33 % der Patienten zytogenetische Hochrisikofaktoren vor (Vorhandensein von t(4:14), t(14:16) und/oder del(17p)).
- +Die Wirksamkeitsergebnisse basierten auf der Gesamtansprechrate (ORR), die durch die Bewertung des unabhängigen Prüfungsausschusses anhand der IMWG-Kriterien bestimmt wurde (siehe Tabelle 10 und Tabelle 11, Stichtag 16. Mai 2022).
- +Tabelle 10: Wirksamkeitsergebnisse von MMY1001 (MonumenTAL-1) bei Patienten, die wöchentlich 0,4 mg/kg TALVEY erhielten
- + 0,4 mg/kg wöchentlich
- + (N = 122)
- +Gesamtansprechrate (ORR = sCR+CR+VGPR+PR) 89 (73.0 %)
- +95%-KI (%) (64.2 %, 80.6 %)
- +Stringente komplette Remission (sCR) 15.6 %
- +Komplette Remission (CR) 12.3 %
- +Sehr gute partielle Remission (VGPR) 28.7 %
- +Partielle Remission 16.4 %
- +Dauer des Ansprechens (DOR)
- +Anzahl der ansprechenden Patienten 89
- +DOR Median (95%-KI) (Monate) 8.3 (6.5, NE)
- +Patienten mit DOR ≥6 Monate 66.7 %
- +Patienten mit DOR ≥9 Monate 48.2 %
- +Zeit bis zum ersten Ansprechen
- +Anzahl der ansprechenden Patienten 89
- +Median (Spanne) (Monate) 1.2 (0.2, 5.0)
- +Progressionsfreies Überleben (PFS)
- +Median (95%-KI) (Monate) 7.0 (5.7, 9.1)
- +6-Monats-PFS-Rate % (95%-KI) 56.8 (47.4, 65.2)
- +9-Monats-PFS-Rate % (95%-KI) 42.0 (33.0, 50.8)
- +Gesamtüberleben (OS)
- +Median (95%-KI) (Monate) NE
- +6-Monats-OS-Rate % (95%-KI) 87.6 (80.2, 92.3)
- +9-Monats-OS-Rate % (95%-KI) 78.7 (70.2, 85.1)
- +KI = Konfidenzintervall; NE = nicht schätzbar Dauer der Nachbeobachtung
- +(Median) = 10.8 Monate.
- +
- +
- +Tabelle 11: Wirksamkeitsergebnisse von MMY1001 (MonumenTAL-1) bei Patienten, die zweiwöchentlich (alle 2 Wochen) 0,8 mg/kg TALVEY erhielten
- + zweiwöchentlich (alle 2 Wochen)
- + 0,8 mg/kg (N = 109)
- +Gesamtansprechrate (ORR = sCR+CR+VGPR+PR) 55 (50.5 %)
- +95%-KI (%) (40.7 %, 60.2°%)
- +Stringente komplette Remission (sCR) 4.6 %
- +Komplette Remission (CR) 5.5 %
- +Sehr gute partielle Remission (VGPR) 23.9 %
- +Partielle Remission 16.5 %
- +Dauer des Ansprechens (DOR)
- +Anzahl der ansprechenden Patienten 55
- +Patienten mit DOR ≥6 Monate NE
- +Patienten mit DOR ≥9 Monate NE
- +Zeit bis zum ersten Ansprechen
- +Anzahl der ansprechenden Patienten 55
- +Median (Spanne) (Monate) 1.3 (0.2, 3.3)
- +Progressionsfreies Überleben (PFS)
- +6-Monats-PFS-Rate % (95%-KI) 66.7 (52.5, 77.4)
- +9-Monats-PFS-Rate % (95%-KI) NE
- +Gesamtüberleben
- +6-Monats-OS-Rate % (95%-KI) 88.4 (78.9, 93.7)
- +9-Monats-OS-Rate % (95%-KI) NE
- +KI = Konfidenzintervall; NE = nicht schätzbar Dauer der
- +Nachbeobachtung (Median) = 4.7 Monate.
- +
- +
- +Beim aktualisierten klinischen Cut-off am 17 Januar 2023 in Patienten, die TALVEY 0.4 mg/kg einmal wöchentlich erhielten, nach einem medianen Follow-up von 18.7 Monaten betrug die ORR 74.6 %, mediane TTR 1.15 Monate (Spanne: 0.2 bis 10.9 ), die mediane DOR war 8.8 Monate (95 % KI: 6.5; 12.7) und das mediane PFS war 7.5 Monate (95 % KI: 5.7 bis 9.4). Das geschätzte mediane OS war noch nicht reif.
- +Beim aktualisierten klinischen Cut-off am 17 Januar 2023 in Patienten, die TALVEY 0.8 mg/kg zweiwöchentlich erhielten, nach einem medianen Follow-up von 12.3 Monaten betrug die ORR 72.5 %, die mediane TTR 1.28 Monate (Spanne: 0.2 bis 9.2 ), die mediane DOR, das mediane PFS und das geschätzte mediane OS waren noch nicht reif.
- +An der MMY1001 Studie nahmen auch 34 Patienten teil, die zuvor eine Therapie erhalten hatten, welche die T-Zellen auf eine Erkennung der Krebszellen ausrichtet (T-cell redirection therapy), und die zuvor mindestens drei Therapien erhalten hatten, darunter einen Proteasom-Inhibitor, einen immunmodulatorischen Wirkstoff und einen monoklonalen Antikörper gegen CD38. Die Patienten erhielten wöchentlich 0.4 mg/kg TALVEY subkutan, im Anschluss an zwei Titrationsdosen (0.01 mg/kg und 0.06 mg/kg) bis zum Auftreten einer Krankheitsprogression oder inakzeptablen Toxizität. Das mediane Alter betrug 60 (Spanne: 38 bis 78) Jahre, 60 % waren männlich, 97 % waren weiss und 3 % waren schwarz oder afroamerikanisch. Die Patienten hatten im Median 6 (Spanne: 3 bis 15) vorherige Therapien erhalten. Die vorherige Therapie, welche die T-Zellen auf eine Erkennung der Krebszellen ausrichtet (T-cell redirection therapy), war bei 82 % der Patienten eine CAR-T-Zelltherapie und bei 24 % eine Behandlung mit einem bispezifischen Antikörper. Bei einer medianen Nachbeobachtungszeit von 6.97 Monaten, am Stichtag 16. Mai 2022, betrug die ORR nach Bewertung des unabhängigen Prüfungsausschusses (IRC) 64.7 % (N=34).
- +Beim aktualisierten klinischen Cut-off am 17 Januar 2023 nach einem medianen Follow-up von 14 Monaten betrug die ORR 73.5 %, die mediane TTR 1.15 Monate (Spanne: 0.2 bis 6.4 ), die mediane DOR war 11.9 Monate (95 % KI: 3.7; NE (nicht schätzbar)) und das mediane PFS war 6.8 Monate (95 % KI: 3.4 bis NE). Das geschätzte mediane OS war noch nicht reif.
- +Pharmakokinetik
- +Absorption
- +0.4 mg/kg wöchentlich
- +Talquetamab zeigte nach subkutaner Verabreichung eine annähernd dosisproportionale Pharmakokinetik über einen Dosisbereich von wöchentlich 0.005 mg/kg bis 0.8 mg/kg (das 0.0125- bis 2-Fache der empfohlenen wöchentlichen Dosis von 0.4 mg/kg). Das mittlere Akkumulationsverhältnis zwischen der 1. und der 7. wöchentlichen Dosis von Talquetamab 0.4 mg/kg betrug das 3.9- bzw. 4.5-Fache für Cmax bzw. AUCtau.
- +Die pharmakokinetischen Parameter von Talquetamab nach der 1. und 7. empfohlenen wöchentlichen Dosis von 0.4 mg/kg sind in Tabelle 12 dargestellt.
- +Tabelle 12: Pharmakokinetische Parameter von Talquetamab nach der 1. und 7. empfohlenen wöchentlichen Dosis von 0.4 mg/kg bei Patienten mit rezidiviertem oder refraktärem multiplem Myelom in MonumenTAL-1 Studie
- +Pharmakokinetische Parameter 1. Dosis von 0.4 7. Dosis von 0.4
- + mg/kg mg/kg
- +Tmax (Tage) 2.93 (0.98 - 7.75) 2.01 (0.94 - 5.97)
- + (n = 21) (n = 13)
- +Cmax (ng/ml) 1568 ± 1185 (n = 21) 3799 ± 2411 (n = 13)
- +Ctrough (ng/ml) 178 ± 124 (n = 19) 2548 ± 1308 (n = 13)
- +AUCtau (ng·h/ml) 178'101 ± 130'802 607'297 ± 371'399
- + (n = 17) (n = 10)
- +Tmax: Zeit bis zum Erreichen der Cmax; Cmax: maximale
- +beobachtete Serumkonzentration von Talquetamab;
- +Ctrough: beobachtete Serumkonzentration von Talquetamab
- +vor der nächsten Dosis; AUCtau = Fläche unter der
- +Konzentrations-Zeit-Kurve über das wöchentliche
- +Dosierungsintervall. Die Daten sind als Mittelwert ±
- +Standardabweichung angegeben, mit Ausnahme von Tmax,
- +die als Median (Minimum, Maximum) angegeben ist.
- +
- +
- +Zweiwöchentlich (alle zwei Wochen) 0.8 mg/kg
- +Talquetamab zeigte nach subkutaner Verabreichung eine annähernd dosisproportionale Pharmakokinetik über einen Dosisbereich von zweiwöchentlich 0.8 mg/kg bis 1.2 mg/kg (das 1- bis 1.5-Fache der empfohlenen zweiwöchentlichen Dosis von 0.8 mg/kg). Das mittlere Akkumulationsverhältnis zwischen der 1. und 5. zweiwöchentlichen Dosis von Talquetamab 0.8 mg/kg betrug das 2.3- bzw. 2.2-Fache für Cmax bzw. AUCtau.
- +Die pharmakokinetischen Parameter von Talquetamab nach der 1. und 5. empfohlenen zweiwöchentlichen (alle 2 Wochen) Erhaltungsdosis von 0.8 mg/kg sind in Tabelle 13 dargestellt.
- +Tabelle 13: Pharmakokinetische Parameter von Talquetamab nach der 1. und 5. empfohlenen zweiwöchentlichen (alle 2 Wochen) Dosis von 0.8 mg/kg bei Patienten mit rezidiviertem oder refraktärem multiplem Myelom in MonumenTAL-1 Studie
- +Pharmakokinetische Parameter 1. Dosis von 0.8 5. Dosis von 0.8
- + mg/kg mg/kg
- +Tmax (Tage) 2.83 (1.68 - 13.98) 2.85 (0.96 - 7.82)
- + (n = 33) (n = 19)
- +Cmax (ng/ml) 2507 ± 1568 (n = 33) 4161 ± 2021 (n = 19)
- +Ctrough (ng/ml) 597 ± 437 (n = 32) 1831 ± 841 (n = 17)
- +AUCtau (ng·h/ml) 675'764 ± 399'680 1'021'059 ± 383'417
- + (n = 28) (n = 17)
- +Tmax = Zeit bis zum Erreichen der Cmax; Cmax = maximale
- +beobachtete Serumkonzentration von Talquetamab; Ctrough
- += beobachtete Serumkonzentration von Talquetamab vor
- +der nächsten Dosis; AUCtau = Fläche unter der
- +Konzentrations-Zeit-Kurve über das zweiwöchtentliche
- +Dosierungsintervall. Die Daten sind als Mittelwert ±
- +Standardabweichung angegeben, mit Ausnahme von Tmax,
- +die als Median (Minimum, Maximum) angegeben ist.
- +
- +
- +Basierend auf dem populationspharmakokinetischen Modell betrug der übliche Wert für die Bioverfügbarkeit nach subkutaner Verabreichung von Talquetamab 62 % verglichen mit der intravenösen Verabreichung.
- +Bei einem wöchentlichen Dosierungsschema von 0.4 mg/kg betrug der Median (Spanne) der Tmax von Talquetamab nach der 1. und der 7. Behandlungsdosis 3 (1 bis 8) Tage bzw. 2 (1 bis 6) Tage.
- +Bei einem zweiwöchentlichen (alle 2 Wochen) Dosierungsschema von 0.8 mg/kg betrug der Median (Spanne) der Tmax von Talquetamab nach der 1. und der 5. Behandlungsdosis 3 (2 bis 14) Tage bzw. 3 (1 bis 8) Tage.
- +Distribution
- +Basierend auf dem populationspharmakokinetischen Modell betrug der übliche Wert für das Verteilungsvolumen für das zentrale Kompartiment 4.3 Liter (Variationskoeffizient (VK) von 22 %) und für das periphere Kompartiment 5.8 Liter (VK von 83 %).
- +Metabolismus
- +Keine Daten.
- +Elimination
- +Talquetamab weist sowohl eine lineare zeitunabhängige als auch eine zeitabhängige Clearance auf. Basierend auf dem populationspharmakokinetischen Modell beträgt die typische Gesamt-Clearance 2.08 l/Tag bei der Erstbehandlung und 1.06 l/Tag im Steady-State für Teilnehmer mit Myelom vom Subtyp IgG und ISS-Stadium I. Die zeitabhängige Clearance betrug zu Beginn der Behandlung 48.8 % der Gesamtclearance und nahm danach gegen Woche 16 exponentiell auf < 5 % ab. Das Konzentrations-Zeit-Profil in Woche 16 würde sowohl bei der wöchentlichen Verabreichung von 0.4 mg/kg als auch bei der zweiwöchentlichen Verabreichung von 0.8 mg/kg 90% der Steady-State-Konzentration entsprechen. Die mediane terminale Halbwertszeit basierend auf den Post-hoc-Parametern der gesamten subkutan behandelten Population (N = 392) betrug 7.56 Tage bei der Erstbehandlung und 12.2 Tage im Steady-State.
- +Kinetik spezieller Patientengruppen
- +Leberfunktionsstörungen
- +Bei Patienten mit Leberfunktionsstörung wurden keine formalen Studien mit TALVEY durchgeführt.
- +Die Ergebnisse der populationspharmakokinetischen Analysen deuten darauf hin, dass eine leicht eingeschränkte Leberfunktion (Gesamtbilirubin > 1 bis 1.5 × obere Normgrenze (ULN) und beliebige Werte der Aspartataminotransferase (AST) oder Gesamtbilirubin ≤ ULN und AST > ULN) und eine mässig eingeschränkte Leberfunktion (Gesamtbilirubin 1.5 bis 3 x ULN und jegliche AST > ULN) die Pharmakokinetik von Talquetamab nicht signifikant beeinflussen. Es liegen keine Daten bei Patienten mit stark eingeschränkter Leberfunktion vor.
- +Nierenfunktionsstörungen
- +Bei Patienten mit Nierenfunktionsstörung wurden keine formalen Studien mit TALVEY durchgeführt.
- +Die Ergebnisse der populationspharmakokinetischen Analysen deuten darauf hin, dass eine leicht eingeschränkte Nierenfunktion (60 ml/Min./1.73 m2 ≤ geschätzte glomeruläre Filtrationsrate (eGFR) < 90 ml/Min./1.73 m2) oder eine mässig eingeschränkte Nierenfunktion (30 ml/Min./1.73 m2 ≤ eGFR < 60 ml/Min./1.73 m2) die Pharmakokinetik von Talquetamab nicht signifikant beeinflusst. Es liegen keine Daten bei Patienten mit stark eingeschränkter Nierenfunktion vor.
- +Kinder und Jugendliche (bis (17) Jahre)
- +Die Pharmakokinetik von TALVEY wurde bei Kindern und Jugendlichen im Alter von 17 Jahren und jünger nicht untersucht.
- +Ältere Patienten ((65) Jahre und älter)
- +Die Ergebnisse der populationspharmakokinetischen Analysen zeigen, dass das Alter (33 bis 86 Jahre) keinen Einfluss auf die Pharmakokinetik von Talquetamab hatte.
- +Präklinische Daten
- +Es wurden keine tierexperimentellen Studien zur Beurteilung des kanzerogenen oder genotoxischen Potenzials von Talquetamab durchgeführt.
- +Es wurden keine tierexperimentellen Studien zur Untersuchung der Auswirkungen von Talquetamab auf die Reproduktions- und Entwicklungstoxizität durchgeführt.
- +Sonstige Hinweise
- +Inkompatibilitäten
- +Da keine Kompatibilitätsstudien durchgeführt wurden, darf das Arzneimittel nicht mit anderen Arzneimitteln gemischt werden.
- +Haltbarkeit
- +Das Arzneimittel darf nur bis zu dem auf der Packung mit "EXP" bezeichneten Datum verwendet werden.
- +Haltbarkeit nach Anbruch
- +Die chemische und physikalische Stabilität der vorbereiteten Spritzen wurde für einen Zeitraum von 24 Stunden bei 2°C bis 8°C und anschliessend bis zu 24 Stunden bei Raumtemperatur 15°C bis 30°C gezeigt.
- +Aus mikrobiologischer Sicht sind die vorbereiteten Spritzen sofort zu verwenden. Werden diese nicht sofort verwendet, so liegen Lagerungsbedingungen und Dauer der Lagerung in der Verantwortung des Anwenders und dürfen im Normalfall nicht mehr als 24 Stunden bei 2 bis 8°C betragen.
- +Wenn die Lösung im Kühlschrank aufbewahrt wird, muss sie vor der Verabreichung auf Raumtemperatur erwärmt werden.
- +Besondere Lagerungshinweise
- +Im Kühlschrank (2°C-8°C) lagern.
- +In der Originalverpackung aufbewahren, um den Inhalt vor Licht zu schützen.
- +Nicht einfrieren.
- +Nicht schütteln.
- +Ausser Reichweite von Kindern aufbewahren.
- +Hinweise für die Handhabung
- +Nicht verwendetes Arzneimittel oder Abfallmaterial ist vorschriftsgemäss zu entsorgen.
- +Art der Anwendung
- +Verabreichen Sie TALVEY durch subkutane Injektion.
- +TALVEY sollte von medizinischem Fachpersonal verabreicht werden, das über eine angemessene medizinische Ausrüstung und Personal zur Behandlung schwerer unerwünschter Wirkungen wie dem CRS verfügt (siehe Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen - Zytokinfreisetzungssyndrom).
- +TALVEY 2 mg/ml und 40 mg/ml werden als gebrauchsfertige Injektionslösung geliefert, die vor Verabreichung nicht verdünnt werden muss.
- +TALVEY-Durchstechflaschen mit unterschiedlichen Konzentrationen sollen nicht zum Erreichen der Behandlungsdosis kombiniert werden.
- +Bei der Zubereitung und Verabreichung von TALVEY sind aseptische Verfahren anzuwenden.
- +Vorbereitung von TALVEY
- +-Für die Zubereitung von TALVEY wird auf die folgenden Referenztabellen verwiesen.
- +-Bestimmen Sie mit Hilfe von Tabelle 14 die Gesamtdosis, das Injektionsvolumen und die Anzahl benötigter Durchstechflaschen auf Grundlage des Körpergewichts des Patienten für die 0.01 mg/kg-Dosis unter Verwendung der TALVEY 3 mg/1.5 ml-Durchstechflasche.
- +Tabelle 14: 0.01 mg/kg-Dosis (Titrationsdosis 1): Injektionsvolumina mit TALVEY 3 mg/1.5 ml (2 mg/mL) Durchstechflasche
- + Körpergewicht (kg) Gesamtdosis (mg) Injektionsvolumen Anzahl der Durchstec
- + (ml) hflaschen (1 Durchst
- + echflasche = 1,5 ml)
- +0.01 mg/kg-Dosis 35 bis 39 0.38 0.19 1
- +40 bis 45 0.42 0.21 1
- +46 bis 55 0.5 0.25 1
- +56 bis 65 0.6 0.3 1
- +66 bis 75 0.7 0.35 1
- +76 bis 85 0.8 0.4 1
- +86 bis 95 0.9 0.45 1
- +96 bis 105 1.0 0.5 1
- +106 bis 115 1.1 0.55 1
- +116 bis 125 1.2 0.6 1
- +126 bis 135 1.3 0.65 1
- +136 bis 145 1.4 0.7 1
- +146 bis 155 1.5 0.75 1
- +156 bis 160 1.6 0.8 1
- +
- +
- +-Bestimmen Sie mit Hilfe von Tabelle 15 die Gesamtdosis, das Injektionsvolumen und die Anzahl benötigter Durchstechflaschen auf Grundlage des Körpergewichts des Patienten für die 0.06 mg/kg-Dosis unter Verwendung der TALVEY 3 mg/1.5 ml-Durchstechflasche.
- +Tabelle 15: 0.06 mg/kg-Dosis (Titrationsdosis 2): Injektionsvolumina mit TALVEY 3 mg/1.5 mL (2 mg/ml) Durchstechflasche
- + Körpergewicht (kg) Gesamtdosis (mg) Injektionsvolumen Anzahl der Durchstec
- + (ml) hflaschen (1 Durchst
- + echflasche = 1,5 ml)
- +0.06 mg/kg-Dosis 35 bis 39 2.2 1.1 1
- +40 bis 45 2.6 1.3 1
- +46 bis 55 3 1.5 1
- +56 bis 65 3.6 1.8 2
- +66 bis 75 4.2 2.1 2
- +76 bis 85 4.8 2.4 2
- +86 bis 95 5.4 2.7 2
- +96 bis 105 6 3 2
- +106 bis 115 6.6 3.3 3
- +116 bis 125 7.2 3.6 3
- +126 bis 135 7.8 3.9 3
- +136 bis 145 8.4 4.2 3
- +146 bis 155 9 4.5 3
- +156 bis 160 9.6 4.8 4
- +
- +
- +-Bestimmen Sie mit Hilfe von Tabelle 16 die Gesamtdosis, das Injektionsvolumen und die Anzahl benötigter Durchstechflaschen auf Grundlage des Körpergewichts des Patienten für die 0.4 mg/kg-Dosis unter Verwendung der TALVEY 40 mg/ml-Durchstechflasche.
- +Tabelle 16: 0.4 mg/kg-Dosis (Titrationsdosis 3 bzw. Behandlungsdosen für das wöchentliche Dosisschema): Injektionsvolumina mit TALVEY 40 mg/ml Durchstechflasche
- + Körpergewicht (kg) Gesamtdosis (mg) Injektionsvolumen Anzahl der Durchstec
- + (ml) hflaschen (1 Durchst
- + echflasche = 1,0 ml)
- +0.4 mg/kg-Dosis 35 bis 39 14.8 0.37 1
- +40 bis 45 16 0.4 1
- +46 bis 55 20 0.5 1
- +56 bis 65 24 0.6 1
- +66 bis 75 28 0.7 1
- +76 bis 85 32 0.8 1
- +86 bis 95 36 0.9 1
- +96 bis 105 40 1 1
- +106 bis 115 44 1.1 2
- +116 bis 125 48 1.2 2
- +126 bis 135 52 1.3 2
- +136 bis 145 56 1.4 2
- +146 bis 155 60 1.5 2
- +156 bis 160 64 1.6 2
- +
- +
- +-Bestimmen Sie mit Hilfe von Tabelle 17 die Gesamtdosis, das Injektionsvolumen und die Anzahl benötigter Durchstechflaschen auf Grundlage des Körpergewichts des Patienten für die 0.8 mg/kg-Dosis unter Verwendung der TALVEY 40 mg/ml-Durchstechflasche.
- +Tabelle 17: 0.8 mg/kg-Dosis (Behandlungsdosen für das zweiwöchentliche Dosierungsschema): Injektionsvolumina mit TALVEY 40 mg/ml Durchstechflasche
- + Körpergewicht (kg) Gesamtdosis (mg) Injektionsvolumen Anzahl der Durchstec
- + (ml) hflaschen (1 Durchst
- + echflasche = 1,0 ml)
- +0.8 mg/kg-Dosis: 35 bis 39 29.6 0.74 1
- +40 bis 45 34 0.85 1
- +46 bis 55 40 1 1
- +56 bis 65 48 1.2 2
- +66 bis 75 56 1.4 2
- +76 bis 85 64 1.6 2
- +86 bis 95 72 1.8 2
- +96 bis 105 80 2 2
- +106 bis 115 88 2.2 3
- +116 bis 125 96 2.4 3
- +126 bis 135 104 2.6 3
- +136 bis 145 112 2.8 3
- +146 bis 155 120 3 3
- +156 bis 160 128 3.2 4
- +
- +
- +-Prüfen Sie, ob die TALVEY-Injektionslösung farblos bis hellgelb ist. Die Lösung soll nicht verabreicht werden, wenn sie verfärbt oder trübe ist oder wenn Fremdkörper vorhanden sind.
- +-Nehmen Sie die TALVEY-Durchstechflasche(n) in der entsprechenden Dosisstärke aus dem Kühlschrank (2°C-8°C) und lassen Sie sie für mindestens 15 Minuten auf Raumtemperatur (15°C-30°C) erwärmen. Erwärmen Sie TALVEY nicht auf andere Weise.
- +-Wenn die Temperatur erreicht ist, schwenken Sie die Durchstechflasche vorsichtig für etwa 10 Sekunden, um den Inhalt zu mischen. Nicht schütteln.
- +-Ziehen Sie das erforderliche Injektionsvolumen von TALVEY aus der/den Durchstechflasche(n) mit Hilfe einer Transfernadel in eine Spritze geeigneter Grösse auf.
- +-Das einzelne Injektionsvolumen darf 2.0 ml nicht überschreiten. Wird ein Injektionsvolumen über 2.0 ml benötigt, ist die Gesamtdosis gleichmässig auf mehrere Spritzen zu verteilen.
- +-TALVEY ist mit Injektionsnadeln aus Edelstahl und Spritzenmaterial aus Polypropylen oder Polycarbonat kompatibel.
- +-Ersetzen Sie die Transfernadel durch eine Injektionsnadel geeigneter Grösse.
- +Verabreichung von TALVEY
- +-Spritzen Sie die erforderliche Menge TALVEY in das Unterhautgewebe des Bauches (bevorzugte Injektionsstelle). Alternativ kann TALVEY auch an anderen Stellen (z.B. am Oberschenkel) in das Unterhautgewebe injiziert werden. Wenn mehrere Injektionen erforderlich sind, sollten sie in mindestens 2 cm Abstand voneinander erfolgen.
- +-Spritzen Sie nicht in Tätowierungen oder Narben oder in Bereiche, in denen die Haut rot, gequetscht, empfindlich, verhornt oder geschädigt ist.
- +-Nicht verwendetes Arzneimittel oder Abfallmaterial ist vorschriftsgemäss zu entsorgen.
- +Zulassungsnummer
- +69049 (Swissmedic)
- +Packungen
- +Packungen mit 1 Durchstechflasche zu 3 mg/1.5 ml (Titrationsdosis) [A].
- +Packungen mit 1 Durchstechflasche zu 40 mg/1.0 ml (Behandlungsdosis) [A].
- +Zulassungsinhaberin
- +Janssen-Cilag AG, Zug
- +Stand der Information
- +Juli 2025
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