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Fachinformation zu Fortam:Sandoz Pharmaceuticals AG
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Zusammensetzung

Wirkstoffe
Ceftazidimum (ut Ceftazidimi pentahydras).
Hilfsstoffe
Natrii carbonas.
Die hergestellte Lösung enthält 52 mg Natrium pro 1 g Ceftazidim.

Darreichungsform und Wirkstoffmenge pro Einheit

Durchstechflasche zu 500 mg, 1 g und 2 g Ceftazidim Pulver zur Herstellung einer Injektions- oder Infusionslösung.

Indikationen/Anwendungsmöglichkeiten

Zur Behandlung von Infektionen, auch Mischinfektionen, die durch Ceftazidim-empfindliche Erreger hervorgerufen werden:
Schwere Allgemeininfektionen: Sepsis, Bakteriämie, Peritonitis, Meningitis, Infektionen bei Patienten mit herabgesetzter Immunabwehr und bei Intensivpflegepatienten (z.B. mit infizierten Verbrennungen).
ORL-Infektionen: Otitis media, schwere Otitis externa, Mastoiditis und Sinusitis.
Infektionen des unteren Respirationstraktes: Pneumonie, Pleuritis, Empyem, Lungenabszess, infizierte Bronchiektasen und Bronchitis, Lungeninfektionen bei Patienten mit zystischer Fibrose.
Infektionen der Nieren und ableitenden Harnwege: akute und chronische Pyelonephritis, Pyelitis, Prostatitis, Cystitis, bakterielle Urethritis, Nierenabszess, Infektionen im Zusammenhang mit Blasen- und Nierensteinen.
Infektionen der Haut und Weichteilgewebe: Erysipel, Abszesse, infizierte Verbrennungen und Wunden, Mastitis.
Infektionen des Magen-Darm-Traktes, der Gallenwege und des Bauchraumes: Cholangitis, Cholezystitis, Empyem in der Gallenblase, intraabdominale Abszesse, Peritonitis, Divertikulitis, Enterokolitis, Infektionen im Bereich des Beckens und post partum.
Infektionen der Knochen und Gelenke: Ostitis, Osteomyelitis, septische Arthritis, infektiöse Bursitis.
Dialyse: Infektionen im Zusammenhang mit Hämo- und Peritonealdialyse.
Wo immer möglich sollte die Keimempfindlichkeit geprüft werden.
Kombinationstherapie:
Sofern dies angezeigt ist (z.B. bei schwerer Neutropenie), kann Fortam mit Aminoglykosid-Antibiotika oder Beta-Lactam-Antibiotika kombiniert werden. Fortam darf dabei nicht mit Aminoglykosiden im Infusionsbesteck oder in der Spritze gemischt werden. Bei Kombination mit Aminoglykosiden sollte die Nierenfunktion überwacht werden (siehe "Interaktionen" ).
Bei Verdacht auf Infektionen mit Bacteroides fragilis kann Fortam auch mit Antibiotika, die gegen Anaerobier wirksam sind, kombiniert werden.
Offizielle Empfehlungen zum angemessenen Gebrauch von Antibiotika sollen beachtet werden, insbesondere Anwendungsempfehlungen zur Verhinderung der Zunahme der Antibiotikaresistenz.

Dosierung/Anwendung

Art der Anwendung

        Dosis          Art der Verabreichung  Lösungsmittel*  Ungefähre Konzentration von Ceftazidim
500 mg         i.m.                   1,5 mL          260 mg/mL
i.v.           5,0 mL                 90 mg/mL
1 g            i.m.                   3,0 mL          260 mg/mL
i.v. Bolus     10,0 mL                90 mg/mL
i.v. Infusion  50,0 mL                20 mg/mL
2 g            i.v. Bolus             10,0 mL         170 mg/mL
i.v. Infusion  50,0 mL                40 mg/mL

* Ceftazidim ist mit den gebräuchlichsten Infusionslösungen kompatibel (siehe auch "Sonstige Hinweise: Hinweise für die Handhabung" und "Inkompatibilitäten" ).
Wie aus oben stehender Tabelle ersichtlich ist, kann Fortam je nach Menge i.m., als i.v. Bolus oder als Infusion appliziert werden.
Die i.m.-Injektion hat tief intraglutäal oder lateral in den Oberschenkel zu erfolgen. Bei i.m.-Verabreichung kann Fortam wenn nötig mit einer Lidocain-Lösung aufgelöst werden (siehe "Sonstige Hinweise: Hinweise für die Handhabung" ).
Die i.v.-Injektion hat über 3-5 Minuten zu erfolgen (siehe "Unerwünschte Wirkungen" ). Fortam kann als Kurzinfusion von ca. 30 Minuten Dauer gegeben werden oder als Dauertropfinfusion, gemischt mit gebräuchlichen Infusionslösungen (siehe "Sonstige Hinweise: Hinweise für die Handhabung" ). Bei einer laufenden Infusion kann die Fortam-Lösung in den Infusionsschlauch injiziert werden.
Übliche Dosierung
Die Dosierung von Fortam richtet sich nach der Schwere, Lokalisation und Typ der Infektion, der Empfindlichkeit des Erregers, dem Alter, dem Gewicht und der Nierenfunktion des Patienten. Es wird folgende Dosierung empfohlen:
Erwachsene und Jugendliche ab 14 Jahren:
Die Tagesdosis liegt zwischen 1,0 g und 6,0 g Fortam (500 mg, 1 g oder 2 g i.v. oder i.m., verabreicht in Abständen von 8 h oder 12 h). Für die meisten Infektionen ist 1 g alle 8 h oder 2 g alle 12 h angezeigt. Für Harnwegsinfekte genügen 500 mg – 1 g alle 12 h.
Bei sehr schweren Infektionen, besonders bei Patienten mit herabgesetzter Immunabwehr (einschliesslich Patienten mit Neutropenie), sollten 2 g alle 8 h oder 12 h verabreicht werden.
Pseudomonas-Infektionen der Lungen bei Patienten mit zystischer Fibrose (normale Nierenfunktion) können mit hohen Dosen von 100 – 150 mg/kg KG/Tag, aufgeteilt in 3 Einzeldosen (alle 8 h), behandelt werden. Bei diesen Erwachsenen sind bis zu 9 g/Tag ohne nachteilige Effekte angewendet worden.
Kinder bis 14 Jahre und Säuglinge ab 2 Monaten:
Die übliche Dosis liegt zwischen 30 und 100 mg/kg KG/Tag, aufgeteilt in 2-3 Einzelgaben, die im Abstand von 8 resp. 12 Stunden gegeben werden; für Säuglinge über 2 Monate und unter 1 Jahr beträgt die Dosis im Allgemeinen 2x täglich 25-50 mg/kg KG.
Infektionen bei Kindern mit herabgesetzter Immunabwehr, zystischer Fibrose oder Meningitis, können mit Dosierungen bis zu 3x täglich 50 mg/kg KG (Maximaldosis 6 g/Tag) behandelt werden.
Neugeborene und Säuglinge bis zu 2 Monaten:
25-60 mg/kg KG/Tag, aufgeteilt in 2 Einzelgaben. Bei Neugeborenen kann die Serum-Halbwertszeit 3- bis 4-mal so lang wie beim Erwachsenen sein.
Die Behandlungsdauer ist vom Ansprechen der Erreger und dem klinischen und bakteriologischen Erscheinungsbild abhängig. Nach Entfieberung oder Abklingen der klinischen Symptome sollte die Behandlung noch mindestens 2 Tage fortgesetzt werden.
Spezielle Dosierungsanweisungen
Geriatrie: Da die Ceftazidim-Clearance bei älteren akut erkrankten Patienten herabgesetzt ist, sollte die Tagesdosis, ganz besonders bei über 80-jährigen Patienten, 3 g nicht überschreiten.
Patienten mit Nierenfunktionsstörungen
Da Fortam überwiegend unverändert über die Nieren ausgeschieden wird, muss bei eingeschränkter Nierenfunktion die Dosis herabgesetzt werden, um die verlangsamte Ausscheidung zu kompensieren. Bei nur leichter Beeinträchtigung (GFR = glomeruläre Filtrationsrate >50 mL/min) ist keine Dosisreduktion erforderlich. Die Dosis ist in Relation zur GFR festzusetzen (siehe Tabellen).
Erwachsene und Jugendliche über 14 Jahre:
Die Initialdosis beträgt bei Erwachsenen mit eingeschränkter Nierenfunktion 1 g Ceftazidim.
Für die Erhaltungsdosis gelten folgende Empfehlungen:

      Kreatinin-Clearance(  Serum Kreatinin*)(µmol/L;     Empfohlene Ceftazidim-Einz  Dosierungsintervall(
mL/min)               in Klammern mg/dL)            eldosis(g)                  h)
>50                   <150 (<1,7)                   normale Dosierung
50 – 31               150 – 200 (1,7 – 2,3)         1,0                         12
30 – 16               200 – 350 (2,3 – 4,0)         1,0                         24
15 – 6                350 – 500 (4,0 – 5,6)         0,5                         24
<5                    >500 (>5,6)                   0,5                         48

*) Die Serum-Kreatinin-Werte sind Richtwerte, die nicht für alle Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion genau den gleichen Grad der Einschränkung angeben; dies gilt insbesondere für ältere Patienten, bei denen die Nierenfunktion aufgrund der Serum-Kreatinin-Konzentration überschätzt werden kann.
Kinder und Säuglinge ab 2 Monaten:
Bei der Bestimmung der Kreatinin-Clearance bei Kindern soll die Körperoberfläche oder Körpergrösse mitberücksichtigt werden.
Die Initialdosis für Kinder und Säuglinge ab 2 Monaten entspricht der dem Körpergewicht angepassten Normaldosis.
Für die Erhaltungsdosis bei eingeschränkter Nierenfunktion gelten folgende Richtlinien:

     Kreatinin-Clearance(  Serum-Kreatinin*)(µmol/L;    Empfohlene Ceftazidim-Einze  Dosierungsintervall(
mL/min)**)            in Klammern mg/dL)           ldosis(mg/kg)                h)
50 – 31               150 – 200 (1,7 – 2,3)        25                           12
30 – 16               200 – 350 (2,3 – 4,0)        25                           24
15 – 6                350 – 500 (4,0 – 5,6)        12,5                         24
<5                    >500 (>5,6)                  12,5                         48

*) Die Serum-Kreatinin-Werte sind Richtwerte, die nicht für alle Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion genau den gleichen Grad der Einschränkung angeben.
**) Bezogen auf die Körperoberfläche.
Für niereninsuffiziente Patienten (Erwachsene und Kinder) mit schweren Infektionen, besonders bei Neutropenie, die bei normaler Nierenfunktion 6 g Ceftazidim/Tag erhalten würden, kann die in der Tabelle angegebene Einzeldosis um 50% heraufgesetzt werden, bzw. die Dosierungshäufigkeit entsprechend erhöht werden. Bei diesen Patienten sollten die Ceftazidim-Plasmaspiegel überwacht werden und vor einer erneuten Injektion 40 mg/L nicht überschreiten.
Ceftazidim ist dialysierbar. Die Serumhalbwertszeit liegt während der Hämodialyse zwischen 3 und 5 Stunden. Nach Beendigung der Dialyse ist die erneute Verabreichung einer Fortam-Dosis erforderlich.
Fortam kann auch bei Peritonealdialyse und kontinuierlicher ambulanter Peritonealdialyse (CAPD) verabreicht werden. Fortam kann dabei entweder i.v. verabreicht oder der Dialyselösung hinzugefügt werden (meistens 125-250 mg auf 2 L Lösung).
Für Patienten mit Nierenversagen, die eine kontinuierliche arteriovenöse Hämodialyse oder High-Flux-Hämofiltration auf der Intensivstation erhalten, wird täglich 1 g entweder als Einzeldosis oder in Teildosierungen empfohlen (diese Empfehlungen beruhen auf einer Studie von Davies SP, Lacey LF et al. in Nephrology Dialysis Transplantation (1991) 6: 971-976, in der ein Hospal AN69S 0,43m2 Filter verwendet wurde). Für die Low-Flux-Hämofiltration sind die unter beeinträchtigter Nierenfunktion angegebenen Dosierungsempfehlungen zu befolgen.
Für Patienten, die eine venovenöse Hämofiltration oder venovenöse Hämodialyse erhalten, können nach einer Studie von Matzke GR, Fyre RF et al. (Determinants of ceftazidime clearance by continuous venovenous hemofiltration and continuous venovenous hemodialysis. In: Antimicrobial Agents and Chemotherapy, Vol. 44, S. 1639-1644 (2000)) die Dosierungsanleitungen in den folgenden Tabellen befolgt werden. Mit diesen Dosierungsempfehlungen sollen während >80% des Dosierungsintervalls Konzentrationen freien Ceftazidims erreicht werden, die die mittlere Hemmkonzentration empfindlicher (4 mg/L) Bakterien übersteigen; eine solche zeitliche Abdeckung wird bei Nierengesunden mit einer Verabreichung von 3x 1 g Ceftazidim pro Tag erreicht. Ist nach klinischer Beurteilung eine Abdeckung über 40% des Dosierungsintervalls ausreichend, kann die in der Tabelle aufgeführte Erhaltungsdosis nach Angaben der Autoren statt alle 12 h auch nur alle 24 h gegeben werden.
Ceftazidim-Dosierungsrichtlinien bei kontinuierlicher venovenöser Hämofiltration:

       Nieren-Restfunktion(  Erhaltungsdosis
Creatinin-Clearance   (mg) bei einer
in mL/min)            Ultrafiltrationsrate
                       (mL/min) vona:
5                     16,7                  33,3                  50
0                     250                   250                   500                   500
5                     250                   250                   500                   500
10                    250                   500                   500                   750
15                    250                   500                   500                   750
20                    500                   500                   500                   750

a Die Erhaltungsdosis ist alle 12 Stunden zu verabreichen.
Ceftazidim-Dosierungsrichtlinien bei kontinuierlicher venovenöser Hämodialyse:

         Nieren-Restfunktion(  Erhaltungsdosis
Creatinin-Clearance   (mg) bei einer
in mL/min)            Dialysat-Zuflussrate
                       vona:
1,0 Liter/h           2,0 Liter/h
Ultrafiltrationsrate  Ultrafiltrationsrate
 (Liter/h)             (Liter/h)
0,5                   1,0                   2,0                   0,5                   1,0                   2,0
0                     500                   500                   500                   500                   500                   750
5                     500                   500                   750                   500                   500                   750
10                    500                   500                   750                   500                   750                   1000
15                    500                   750                   750                   750                   750                   1000
20                    750                   750                   1000                  750                   750                   1000

a Die Erhaltungsdosis ist alle 12 Stunden zu verabreichen.

Kontraindikationen

Bei Patienten mit bekannter Überempfindlichkeit gegenüber Cephalosporin-Antibiotika oder einem Bestandteil der Darreichungsform.
Schwerwiegenden Überempfindlichkeitsreaktionen (z.B. anaphylaktische Reaktion, schwere Hautreaktion) gegenüber anderen Beta-Lactam-Antibiotika in der Vorgeschichte.

Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen

Überempfindlichkeitsreaktionen
Wie bei allen Beta-Lactam-Antibiotika sind schwere und gelegentlich tödliche Überempfindlichkeitsreaktionen gemeldet worden (siehe "Kontraindikationen" und "Unerwünschte Wirkungen" ). Beim Auftreten einer allergischen Reaktion muss Fortam sofort abgesetzt werden. Beim Auftreten von schweren Überempfindlichkeitsreaktionen sind Notfallmassnahmen angezeigt.
Bevor eine Therapie mit Fortam begonnen wird, soll abgeklärt werden, ob bereits schwere Überempfindlichkeitsreaktionen auf Ceftazidim, andere Cephalosporine oder andere Betalaktam-Antibiotika bestehen.
Vorsicht ist geboten bei der Verabreichung von Ceftazidim an Patienten mit einer nicht-schwerwiegenden Überempfindlichkeit gegenüber anderen Beta-Lactam-Wirkstoffen in der Vorgeschichte.
Überempfindlichkeitsreaktionen können auch zum Kounis-Syndrom führen, einer schweren allergischen Reaktion, die in einem Myokardinfarkt enden kann. Zu den ersten Symptomen solcher Reaktionen können Brustschmerzen gehören, die in Verbindung mit einer allergischen Reaktion auf Beta-Lactam-Antibiotika auftreten (siehe "Unerwünschte Wirkungen" ).
Beim Auftreten solcher Reaktionen ist Fortam unverzüglich abzusetzen und eine Alternativtherapie ist in Erwägung zu ziehen.
Schwere kutane Arzneimittelreaktionen
Schwere kutane Arzneimittelreaktionen (SCAR) wie das Stevens-Johnson-Syndrom (SJS), toxische epidermale Nekrolyse (TEN), Arzneimittelexanthem mit Eosinophilie und systemischen Symptomen (DRESS), Erythema multiforme (EM) und akute generalisierte exanthematöse Pustulosis (AGEP) wurden bei Patienten unter Behandlung mit Beta-Laktam-Antibiotika, einschliesslich Ceftazidim, berichtet (siehe auch "Unerwünschte Wirkungen" ). Beim Auftreten solcher Reaktionen ist Fortam sofort abzusetzen und eine Alternativtherapie in Erwägung zu ziehen.
Es bestehen keine Hinweise, dass Fortam in üblicher Dosierung die Nierenfunktion beeinträchtigt. Ceftazidim wurde über die Nieren ausgeschieden, daher sollte die Dosis dem Grad der Niereninsuffizienz entsprechend reduziert werden um die klinischen Auswirkungen eines erhöhten Blutspiegels, wie z.B. Krämpfe, zu verhindern (siehe "Spezielle Dosierungsanweisungen – Patienten mit Nierenfunktionsstörungen" und "Unerwünschte Wirkungen" ).
Antibakterielles Spektrum
Ceftazidim hat ein eingeschränktes antibakterielles Spektrum. Es ist zur alleinigen Behandlung mancher Infektionsarten nicht geeignet, ausser der Erreger ist bereits dokumentiert und als empfindlich bekannt, oder es besteht ein sehr grosser Verdacht, dass die wahrscheinlichsten Erreger für die Behandlung mit Ceftazidim geeignet sind. Dies trifft insbesondere bei Erwägungen zur Behandlung von Patienten mit Bakteriämie und zur Behandlung der bakteriellen Meningitis, Haut- und Weichteilinfektionen sowie Knochen- und Gelenksinfektionen zu. Zusätzlich ist Ceftazidim empfindlich auf Hydrolyse durch einige der erweiterten Spektren von Betalactamasen (ESBLs). Deshalb sollte die Information über die Prävalenz von ESBL produzierenden Organismen berücksichtigt werden, wenn Ceftazidim zur Behandlung ausgesucht wird.
Niereninsuffizienz
Die gleichzeitige Behandlung mit hochdosierten Cephalosporinen und nephrotoxischen Arzneimitteln wie Aminoglykosiden oder potenten Diuretika (z.B. Furosemid) kann die Nierenfunktion nachteilig beeinflussen (siehe "Interaktionen" ).
Clostridioides difficile-assoziierte Diarrhöe
Das Auftreten von Diarrhoe während oder nach der Behandlung mit Fortam, besonders wenn diese schwer, anhaltend und/oder blutig verläuft, kann ein Symptom für eine Infektion mit Clostridium difficile sein. Die schwerste Verlaufsform ist die pseudomembranöse Kolitis. Sollte der Verdacht auf eine derartige Komplikation bestehen, so ist die Behandlung mit Fortam unverzüglich abzubrechen und der Patient sollte eingehend untersucht werden, um allenfalls eine spezifische Antibiotikatherapie (z.B. Metronidazol, Vancomycin) einzusetzen. Der Einsatz von peristaltikhemmenden Mitteln ist in dieser klinischen Situation kontraindiziert.
Resistenzentwicklung
Wie bei anderen Cephalosporinen und Penicillinen können anfänglich empfindliche Stämme von Enterobacter spp. und Serratia spp. (chromosomal-vermittelte, rasch induzierbare Resistenz) unter Therapie mit Ceftazidim eine Resistenz entwickeln. Bei der Behandlung von solchen Infektionen sollte deshalb, wo klinisch angezeigt, die periodische Durchführung eines Empfindlichkeitstests in Erwägung gezogen werden.
Überwucherung von nicht-empfindlichen Keimen
Eine Langzeitanwendung kann eine Überwucherung von nicht-empfindlichen Keimen (z.B. Candida, Enterokokken) führen. Eine wiederholte Bewertung des Zustands des Patienten ist essenziell.
Natriuminhalt
Fortam enthält 52 mg Natrium pro 1 g Ceftazidim. Bei Patienten die eine Beschränkung der Natriumzufuhr benötigen, muss der Natriumgehalt beachtet werden.

Interaktionen

Hohe Dosen von Cephalosporin-Antibiotika sollten nur mit grosser Vorsicht zusammen mit Aminoglykosiden und/oder stark wirksamen Diuretika wie Furosemid gegeben werden, da diese Kombinationen eine ungünstige Wirkung auf die Nierenfunktion haben können (Krämpfe). Die klinische Erfahrung hat gezeigt, dass bei üblichen Dosierungen von Fortam und Aminoglykosiden und/oder Diuretika sowie bei normaler Nierenfunktion keine Probleme zu erwarten sind.
Die Kombination von Ceftazidim mit Chloramphenicol zeigt in vitro eine antagonistische Wirkung. Die klinische Relevanz dieser Tatsache ist nicht bekannt, aber bei Erwägung einer Kombinationstherapie sollte an die Möglichkeit eines Antagonismus gedacht werden.
Wie andere Antibiotika auch, kann Ceftazidim eine ungünstige Wirkung auf die intestinale Flora haben, was zu verminderter Oestrogen-Resorption und Wirksamkeit von kombinierten oralen Kontrazeptiva führen kann.
Ceftazidim beeinträchtigt enzymbasierte Tests zum Nachweis einer Glykosurie nicht, kann jedoch Kupfer-Reduktionsmethoden (Benedict-Probe, Fehling-Probe, Clinitest) beeinträchtigen und zu falsch positiven Ergebnissen führen. Ebenso wenig beeinträchtigt Ceftazidim die Kreatininbestimmung mit alkalischem Pikrat.
Das Auftreten eines positiven Coombs-Tests im Zusammenhang mit der Anwendung von Ceftazidim, bei etwa 5% der Patienten, kann eine Kreuzprobe im Blut beeinträchtigen.

Schwangerschaft, Stillzeit

Schwangerschaft
Tierexperimentelle Studien ergaben keine Hinweise auf teratogene oder embryotoxische Effekte. Das potentielle Risiko für den Menschen ist unbekannt, und deshalb ist bei der Anwendung während der Schwangerschaft Vorsicht geboten.
Stillzeit
Ceftazidim geht in niedrigen Konzentrationen in die Muttermilch über, und deshalb sollte das Präparat während der Stillzeit nicht angewendet werden.

Wirkung auf die Fahrtüchtigkeit und auf das Bedienen von Maschinen

Aufgrund der möglichen unerwünschten Wirkungen kann Fortam die Fahrtüchtigkeit und die Fähigkeit, Maschinen zu bedienen, beeinträchtigen.

Unerwünschte Wirkungen

Die häufigsten Nebenwirkungen sind Eosinophilie, Thrombozytose, Venenentzündungen oder Thrombophlebitis bei intravenöser Verabreichung, Durchfall, vorübergehender Anstieg der Leberenzyme, makulopapulöser oder urtikarieller Hautausschlag, Schmerzen und/oder Entzündungen nach intramuskulärer Injektion und positiver Coombs-Test.
Die Häufigkeiten der gelegentlich bis sehr häufig beobachteten unerwünschten Wirkungen wurden dem Datenmaterial breit angelegter klinischer Studien (intern und publiziert) entnommen. Die Häufigkeiten aller anderen unerwünschten Wirkungen stammen vorwiegend aus Post-Marketing Informationen und geben daher eher die Meldehäufigkeit als die tatsächliche Häufigkeit des Auftretens wieder.
Zur Klassifikation der Häufigkeit der unerwünschten Wirkungen wurden die folgenden Definitionen verwendet:
"sehr häufig" (≥1/10), "häufig" (≥1/100 und <1/10), "gelegentlich" (≥1/1000 und <1/100), "selten" (≥1/10'000 und <1/1000), "sehr selten" (<1/10'000), "nicht bekannt" kann aus den verfügbaren Daten nicht abgeschätzt werden.
Infektionen und parasitäre Erkrankungen
Gelegentlich: Candidose (einschliesslich Vaginitis und Mundsoor).
Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems
Häufig: Eosinophilie und Thrombozytose.
Gelegentlich: Leukopenie, Neutropenie und Thrombozytopenie.
Sehr selten: Lymphozytose, hämolytische Anämie und Agranulozytose.
Erkrankungen des Immunsystems
Sehr selten: Anaphylaxie (einschliesslich Bronchospasmus und/oder Hypotonie, siehe auch "Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen" ).
Erkrankungen des Nervensystems
Gelegentlich: Kopfschmerzen und Schwindelgefühl.
Sehr selten: Parästhesien.
Es liegen Berichte über neurologische Erscheinungen, einschliesslich Tremor, Myoklonien, Konvulsionen, Enzephalopathie und Koma bei Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion vor, bei denen keine angemessene Reduktion der Ceftazidimdosis vorgenommen wurde.
Herzerkrankungen
Nicht bekannt: Kounis-Syndrom (siehe "Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen" ).
Gefässerkrankungen
Häufig: Phlebitis oder Thrombophlebitis bei intravenöser Verabreichung, die aber im Allgemeinen durch langsame Injektion (3-5 Min.) vermieden werden können.
Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts
Häufig: Durchfall.
Gelegentlich: Übelkeit, Erbrechen, Bauchschmerzen und Kolitis.
Sehr selten: Unangenehmer Geschmack im Mund.
Wie bei anderen Cephalosporinen kann eine Kolitis auf Clostridiodes difficile zurückzuführen sein und sich als pseudomembranöse Kolitis manifestieren (siehe "Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen" ).
Leber- und Gallenerkrankungen
Häufig: Vorübergehender Anstieg eines oder mehrerer der folgenden Leberenzyme: ALT (SGPT), AST (SGOT), LDH, GGT und alkalische Phosphatase.
Sehr selten: Gelbsucht.
Erkrankungen der Haut und des Unterhautgewebes
Häufig: Makulopapulöser oder urtikarieller Hautausschlag.
Gelegentlich: Pruritus.
Sehr selten: Angioödem, Erythema exsudativum multiforme, Stevens-Johnson-Syndrom und toxische epidermale Nekrolyse (siehe auch "Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen" ).
Nicht bekannt: Arzneimittelexanthem mit Eosinophilie und systemischen Symptomen (DRESS), akute generalisierte exanthematöse Pustulosis (AGEP) (siehe auch "Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen" ).
Erkrankungen der Nieren und Harnwege
Gelegentlich: Wie bei anderen Cephalosporinen wurde ein vorübergehender Anstieg der Blut-Harnstoff-, Blut-Harnstoff-Stickstoff- und/oder Serum-Kreatininwerte beobachtet.
Sehr selten: Interstitielle Nephritis, akutes Nierenversagen
Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort
Häufig: Schmerz und/oder Entzündungen nach intramuskulärer Verabreichung.
Gelegentlich: Fieber.
Untersuchungen
Häufig: Positiver Coombs-Test.
Bei ungefähr 5% der Patienten kommt es zur Entwicklung eines positiven Coombs-Tests, der bei Blut-Kreuzproben stören kann.
Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von grosser Wichtigkeit. Sie ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels. Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdacht einer neuen oder schwerwiegenden Nebenwirkung über das Online-Portal ElViS (Electronic Vigilance System) anzuzeigen. Informationen dazu finden Sie unter www.swissmedic.ch.

Überdosierung

Überdosierung von Cephalosporinen kann zu neurologischen Folgeerscheinungen wie Konvulsionen führen. Erhöhte Ceftazidim-Serumspiegel können durch Hämodialyse oder Peritonealdialyse gesenkt werden.

Eigenschaften/Wirkungen

ATC-Code
J01DD02
Wirkungsmechanismus
Ceftazidim inhibiert die bakterielle Zellwand-Synthese durch Bindung an Penicillin-Bindeproteine (PBPs). Dadurch wird die Biosynthese der Zellwand (Peptidoglycan) unterbrochen, was zur bakteriellen Zelllyse und zum Tod der Bakterien führt.
Pharmakodynamik
Grenzwerte der Empfindlichkeitstestung
Die Interpretationskriterien für die Empfindlichkeitstestung wurden vom European Committee on Antimicrobial Susceptibility Testing (EUCAST) für Ceftazidim festgelegt und sind hier aufgeführt: www.eucast.org (Rubrik Clinical Breakpoints)
In vitro-Empfindlichkeit der Erreger gegenüber Ceftazidim
Mikrobiologische Empfindlichkeiten
Die Prävalenz erworbener Resistenzen schwankt in Abhängigkeit von der geographischen Region sowie im Zeitverlauf und kann bei bestimmten Spezies sehr hoch sein. Informationen zur Resistenz und zur Prävalenz von ESBL- (Beta-Lactamase mit erweitertem Wirkspektrum) produzierenden Organismen in der jeweiligen Region sind vorteilhaft, insbesondere bei der Behandlung schwerer Infektionen.
Üblicherweise empfindliche Keime:
Grampositive Aerobier:
Streptococcus pyogenes
Streptococcus agalactiae
Gramnegative Aerobier:
Citrobacter koseri
Haemophilus influenzae
Haemophilus parainfluenzae
Moraxella catarrhalis
Neisseria meningitidis
Pasteurella multocida
Proteus mirabilis
Proteus spp. (other)
Providencia spp.
Keime, bei denen eine erworbene Resistenz ein Problem darstellen kann:
Gramnegative Aerobier:
Acinetobacter baumannii+
Burkholderia cepacia
Citrobacter freundii
Enterobacter aerogenes
Enterobacter cloacae
Escherichia coli
Klebsiella pneumoniae
Klebsiella spp. (other)
Pseudomonas aeruginosa
Serratia spp.
Morganella morganii
Grampositive Aerobier:
Staphylococcus aureus*
Streptococcus pneumoniae**
Viridans group streptococcus
Grampositive Anaerobier:
Clostridium perfringens
Peptostreptococcus spp.
Gramnegative Anaerobier:
Fusobacterium spp.
Von Natur aus resistente Spezies:
Grampositive Aerobier:
Enterococcus spp. einschliesslich Enterococcus faecalis und Enterococcus faecium
Listeria spp.
Gramnegative Aerobier:
Campylobacter spp.
Grampositive Anaerobier:
Clostridium difficile
Gramnegative Anaerobier:
Bacteroides spp. (viele Stämme von Bacteroides fragilis sind resistent)
Andere:
Chlamydia spp.
Mycoplasma spp.
Legionella spp.
* Methicillin-empfindliche S. aureus gelten als von Natur aus wenig empfindlich gegenüber Ceftazidim. Alle Methicillin-resistenten S. aureus sind resistent gegenüber Ceftazidim.
**S. pneumoniae, die eine mittlere Empfindlichkeit aufweisen oder gegen Penicillin resistent sind, dürften zumindest eine verminderte Empfindlichkeit gegenüber Ceftazidim zeigen.
+ In einem oder mehreren Gebieten/Ländern/Regionen innerhalb der EU wurden hohe Resistenzraten beobachtet.
Klinische Wirksamkeit
Keine Angaben.

Pharmakokinetik

Absorption
Nach parenteraler Verabreichung von Ceftazidim werden hohe und langanhaltende Serumspiegel erreicht. Nach i.m.-Injektion von 500 mg Ceftazidim werden schnell Serumspiegel von 18 mg/L bzw. nach 1 g von 37 mg/L erreicht. 5 Minuten nach i.v.-Bolusinjektion von 500 mg, 1 g bzw. 2 g betragen die Serumspiegel 46, 87 bzw. 170 mg/L.
Distribution
Therapeutisch wirksame Ceftazidim-Konzentrationen können noch 8-12 Stunden nach i.v.- oder i.m.-Injektion im Serum nachgewiesen werden.
Die Serumhalbwertszeit beträgt bei gesunden Probanden etwa 1,8 Stunden, bei Patienten mit normaler Nierenfunktion etwa 2,2 Stunden. Die Serumproteinbindung liegt bei durchschnittlich 10%.
Im Gewebe werden Ceftazidim-Konzentrationen erreicht, die über den für die meisten pathogenen Keime minimalen Hemmkonzentrationen liegen z.B. in den Knochen, im Herz, in der Galle, im Sputum, im Kammerwasser, in der Synovial-, Pleural- und Peritonealflüssigkeit. Ceftazidim passiert die Plazenta relativ schnell und geht auch in die Muttermilch über.
Bei Entzündung der Meningen passiert Ceftazidim die Blut-Liquor-Schranke und es werden therapeutische Konzentrationen von 4-20 mg/L oder mehr in der Zerebrospinalflüssigkeit erreicht. Liegt keine Entzündung vor, ist die Blut-Liquor-Schranke für Ceftazidim weitgehend unpassierbar.
Metabolismus
Ceftazidim wird im Körper nicht metabolisiert.
Elimination
Nach parenteraler Verabreichung sinken die Serumspiegelmit einer Halbwertszeit von etwa 2 Stunden. Ceftazidim wird unverändert in aktiver Form durch glomeruläre Filtration über die Nieren ausgeschieden. Etwa 80-90% einer Dosis werden im 24 Stunden-Urin wiedergefunden. Weniger als 1% wird über die Galle ausgeschieden, wodurch nur eine sehr geringe Menge der verabreichten Dosis in den Darm gelangt.
Kinetik spezieller Patientengruppen
Die Ceftazidim-Elimination sinkt bei Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion, was eine Dosisreduktion erfordert (siehe "Spezielle Dosierungsanweisungen" ).
Siehe "Spezielle Dosierungsanweisungen" für Kinder und Säuglinge ab 2 Monaten und Geriatrie Patienten.

Präklinische Daten

In präklinischen Untersuchungen wurden keine auffälligen Befunde festgehalten.

Sonstige Hinweise

Inkompatibilitäten
Fortam ist in Natriumhydrogenkarbonatlösungen weniger stabil als in anderen Infusionslösungen und sollte deshalb damit nicht gemischt werden. Fortam darf nicht mit Aminoglykosiden oder Vancomycin im Infusionsbesteck oder in der Spritze gemischt werden. Werden die beiden Infusionen nacheinander gegeben, muss das Infusionsbesteck dazwischen durchgespült werden, um eine Ausfällung zu vermeiden. Fortam soll nur mit den unter "Hinweise für die Handhabung" aufgeführten Arzneimitteln gemischt werden.
Beeinflussung diagnostischer Methoden
Bei Glukosebestimmungen im Harn mit Reduktionsmethoden (Benedikt, Fehling, Clinitest) kann es zu Interferenzen kommen; dies lässt sich durch Anwendung enzymatischer Methoden (Glukoseoxidase- oder Hexokinaseverfahren) vermeiden.
Gelegentlich kann der direkte Coombs-Test positiv ausfallen.
Zur Kreatinin-Bestimmung sollte das alkalische Pikrat-Verfahren (Jaffé-Probe) verwendet werden.
Haltbarkeit
Die Durchstechflaschen dürfen nur bis zu dem auf dem Behälter mit "EXP" bezeichneten Datum verwendet werden.
Haltbarkeit nach Anbruch
Haltbarkeit der Fortam-Lösungen: Es sollten wenn möglich nur frisch zubereitete Lösungen verwendet werden. Im Ausnahmefall kann die Lösung bei Raumtemperatur (15-25°C) aufbewahrt werden. Die mit den kompatiblen Infusions-, Dialyse- und Arzneimittellösungen (siehe "Hinweise für die Handhabung" und "Inkompatibilitäten" ) resp. Aqua ad iniect. zubereiteten Fortam-Lösungen sind alle bei Raumtemperatur (15-25°C) bis zu 18 Stunden und im Kühlschrank (4°C) bis zu 7 Tage haltbar.
Bei zubereiteten Fortam-Lösungen kann während der Lagerung eine Intensivierung der schwach gelblichen Farbe auftreten, die bei Beachtung der angegebenen Lagerungsempfehlungen ohne Bedeutung für die Wirksamkeit und Verträglichkeit des Produktes ist.
Besondere Lagerungshinweise
Haltbarkeit der Trockensubstanz:
Bei Raumtemperatur (15-25°C) und vor Licht geschützt aufbewahren.
Ausser Reichweite von Kindern aufbewahren.
Hinweise für die Handhabung
Fortam Durchstechflaschen stehen unter leichtem Unterdruck. Nach Zugabe des Lösungsmittels zur Trockensubstanz kommt es zur Kohlendioxidentwicklung und zum Druckanstieg (Anweisungen zur Herstellung der Lösung unter "Art der Anwendung" beachten). Die Trockensubstanz wird wie folgt aufgelöst:
- i.m.- oder i.v.-Bolusinjektion:
1.Verschlusskappe der Durchstechflasche mit der Injektionsnadel durchstechen und die empfohlene Menge Lösungsmittel einspritzen.
2.Nadel herausziehen und die Durchstechflasche schütteln, bis die Substanz vollständig gelöst ist.
3.Mit ganz durchgedrücktem Spritzenkolben in die auf den Kopf gestellte Durchstechflasche einstechen und, ohne Luft aufzuziehen, die ganze Lösung entnehmen. Kleine Kohlendioxid-Blasen können vernachlässigt werden.
- Kurzinfusion:
1.Verschlusskappe der Durchstechflasche mit der Injektionsnadel durchstechen und 10 mL Lösungsmittel einspritzen.
2.Nadel herausziehen und die Durchstechflasche schütteln, bis die Substanz vollständig gelöst ist.
3.Entlastungsnadel einstechen, um den entstandenen Überdruck entweichen zu lassen.
4.Ohne die Entlastungsnadel zu entfernen, die restlichen 40 mL Lösungsmittel einspritzen, beide Nadeln herausziehen und Durchstechflasche schütteln.
Bemerkung: Um die Keimfreiheit des Produktes zu gewährleisten, ist es wichtig, die Entlastungsnadel erst nach vollständiger Auflösung der Substanz einzustechen.
Kompatibilitäten
Fortam ist bei einer Ceftazidim-Konzentration zwischen 1 mg/mL und 40 mg/mL mit folgenden Infusionslösungen kompatibel:
NaCl 0,9%, Glukose 5% und 10%, Glukose 5% + NaCl 0,9%, Glukose 5% + NaCl 0,45%, Glukose 5% + NaCl 0,225%, Glukose 4% + NaCl 0,18%, Dextran 40 10% + NaCl 0,9%, Dextran 40 10% + Glukose 5%, Dextran 70 6% + NaCl 0,9%, Dextran 70 6% + Glukose 5%, 1/6 M Natriumlaktat und Ringer-Laktat, Hartmann.
Dialyselösungen:
Fortam ist in Konzentrationen von 0,05 mg/mL-0,25 mg/mL mit Dialyselösungen zur Intraperitonealdialyse kompatibel (Magnesiumchlorid 0,015%, Kalziumchlorid 0,026%, Natriumlaktat 0,5%, Natriumchlorid 0,56%, wasserfreie Glukose 1,36%, Natriumsulfit 0,005%).
Arzneistofflösungen:
Bei einer Ceftazidim-Konzentration von 4 mg/mL ist Fortam mit folgenden Arzneistofflösungen kompatibel:
-Hydrocortison (als Hydrocortison-21-hydrogenphosphat, Natriumsalz) 1 mg/mL in NaCl 0,9% oder Glukose 5%
-Cefuroxim (als Natrium-Salz) 3 mg/mL in NaCl 0,9%
-Cloxacillin (als Natrium-Salz) 4 mg/mL in NaCl 0,9%
-Heparin 10 IE/mL oder 50 IE/mL in NaCl 0,9%
-Kaliumchlorid 10 mÄquivalent/L oder 40 mÄquivalent/L in NaCl 0,9%.
Fortam Lösung kann in einer Konzentration von 500 mg/1,5 mL Aqua ad iniect. einer Metronidazol Infusionslösung (500 mg/100 mL) hinzugefügt werden.
Für die i.m.-Injektion kann Fortam in Lidocainlösung (0,5% oder 1%) gelöst werden.

Zulassungsnummer

46050 (Swissmedic)

Packungen

Durchstechflasche zu 500 mg für i.v./i.m.-Injektion: 1 (A)
Durchstechflasche zu 1 g für i.v./i.m.-Injektion und als Infusion: 1 (A)
Durchstechflasche zu 2 g für i.v.-Injektion und als Infusion: 1 (A)

Zulassungsinhaberin

Sandoz Pharmaceuticals AG, Risch; Domizil: Rotkreuz

Stand der Information

Dezember 2025

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