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Fachinformation zu Ambulant erworbene Pneumonien / community-acquired pneumonia (CAP).:Advanz Pharma Specialty Medicine Switzerland GmbH
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Pharmakokinetik

Absorption
Plasmakonzentrationen
Die mittleren Werte der pharmakokinetischen Parameter einer Einzeldosis von 500 mg Ceftobiprol als 2-stündige Infusion und mehreren 500-mg-Dosen alle 8 Stunden als 2-stündige Infusion bei gesunden Erwachsenen sind in Tabelle 3 zusammengefasst. Die pharmakokinetischen Eigenschaften von Einmal- und Mehrfachgaben waren gleich.
 
Tabelle 3: Mittelwerte (Standardabweichung) der pharmakokinetischen Parameter von Ceftobiprol bei gesunden Erwachsenen

Parameter             500-mg-Einzeldosis als              Mehrere 500-mg-Dosen alle 8 Stunden als
                      120-minütige Infusion               120-minütige Infusion
Cmax (ug /ml)         29,2 (5,52)                         33,0 (4,83)
AUCa (ug · h/ml)      90,0 (12,4)                         102 (11,9)
t1/2 (Stunden)        3,1 (0,3)                           3,3 (0,3)
Cl (ml/min)           4,89 (0,69)                         4,98 (0,58)

aAUC wird als AUClast und AUC0-8h für Einzeldosen bzw. Mehrfachdosen angegeben.
 
Distribution
Ceftobiprol bindet nur minimal (16%) an Plasmaproteine und die Bindung erfolgt nicht konzentrationsabhängig. Das Ceftobiprol-Steady-state-Verteilungsvolumen (18 Liter) entspricht ungefähr dem extrazellulären Flüssigkeitsvolumen bei gesunden Erwachsenen.
 
Metabolismus
Die Umwandlung aus der Prodrug Ceftobiprol Medocaril Natrium in das wirksame Ceftobiprol erfolgt schnell und wird durch unspezifische Plasmaesterasen bewerkstelligt. Die Prodrug-Konzentrationen sind vernachlässigbar und nur während der Infusion im Plasma und Urin messbar.
 
Ceftobiprol unterliegt einer minimalen Verstoffwechselung in den mikrobiologisch inaktiven Offenen-Ring-Metaboliten. Systemisch lassen sich bei Patienten mit normaler Nierenfunktion nur etwa 4% des Ausgangsstoffes in Form des Offenen-Ring-Metaboliten, und damit erheblich weniger als Ceftobiprol nachweisen.
 
In vitro Studien mit Ceftobiprol ergaben eine äusserst geringe Inhibition und keine Induktion von CYP1A2, CYP2C9, CYP2C19, CYP2D6 und CYP3A4. Die in den Studien verwendeten Konzentrationen waren jedoch durch die Löslichkeit von Ceftobiprol begrenzt und die Möglichkeit von Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln kann nicht ausgeschlossen werden.
 
In vitro Studien haben gezeigt, dass Ceftobiprol ein Inhibitor der Leberzellen Aufnahme-Transporter OATP1B1 und OATP1B3 ist, nicht aber von PgP, BCRP, MDR1, MRP2, OAT1, OAT3, OCT1 oder OCT2. Ceftobiprol ist ein potentiell schwaches Substrat der Nierentubulus-Zellen Aufnahme-Transporter OAT1 und OCT2.
 
Ceftobiprol bindet nur gering an Eiweisse (16%) und ist kein PGP-Inhibitor oder -Substrat. Das Potential anderer Substanzen, Wechselwirkungen mit Ceftobiprol einzugehen, ist minimal, da nur ein geringer Teil von Ceftobiprol metabolisiert wird. Aus diesem Grund werden keine relevanten Arzneimittelinteraktionen erwartet (siehe Rubrik "Interaktionen" ).
 
Da Ceftobiprol keiner tubulären Sekretion unterliegt und nur ein Bruchteil reabsorbiert wird, werden keine renalen Arzneimittelinteraktionen erwartet.
 
Elimination
Ceftobiprol wird mit einer Halbwertszeit von ca. 3 Stunden primär unverändert renal ausgeschieden. Der vorherrschende Ausscheidungsmechanismus ist die glomeruläre Filtration, mit einer geringen aktiven Reabsorption. Nach Verabreichung einer Einzeldosis werden bei gesunden Erwachsenen ca. 89 % der verabreichten Dosis im Urin als aktives Ceftobiprol (83%), Offen-Ring-Metabolit (5%) und Ceftobiprol Medocaril (<1%) wieder gefunden.
Linearität/Nicht-Linearität
Ceftobiprol zeigt eine lineare und zeitunabhängige Pharmakokinetik. Die Cmax und AUC von Ceftobiprol steigen proportional zur Dosis über einen Bereich von 125 mg bis 1 g an. Steady-state-Wirkstoffkonzentrationen werden schon am ersten Behandlungstag erreicht; bei Personen mit normaler Nierenfunktion ist nach 8-stündiger Verabreichung keine nachweisbare Anreicherung feststellbar.
Pharmakokinetische/pharmakodynamische Zusammenhänge
Wie bei anderen Betalactam-Antibiotika konnte gezeigt werden, dass die Zeitspanne, die die Plasmakonzentration von Ceftobiprol die MHK (%fT>MHK) für den Infektionserreger überschreitet, am besten mit der Wirksamkeit in den klinischen und präklinischen Pharmakokinetik-/Pharmakodynamik-Studien korreliert.
 
Kinetik spezieller Patientengruppen
Eingeschränkte Nierenfunktion
Die Schätzung der Kreatinin-Clearance sollte bei erwachsenen Patienten auf der Cockcroft-Gault-Formel unter Verwendung des tatsächlichen Körpergewichts und bei pädiatrischen Patienten auf der Schwartz-Formel basieren. Während der Behandlung mit Ceftobiprol empfiehlt es sich, eine enzymatische Methode zur Bestimmung des Serumkreatinins zu verwenden (siehe Rubrik "Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen" ).
Die Pharmakokinetik von Ceftobiprol ist bei gesunden Erwachsenen und Patienten mit geringer Einschränkung der Nierenfunktion (CLCR > 50 bis ≤ 80 ml/min) ähnlich. Die Ceftobiprol AUC war bei Patienten mit mässig (CLCR 30 bis < 50 ml/min) und schwer (CLCR < 30 ml/min) ausgeprägter Niereninsuffizienz 2,5- bzw. 3,3-mal höher als bei gesunden Erwachsenen mit normaler Nierenfunktion. Eine Anpassung der Dosierung für Patienten mit mässig bis schwer ausgeprägter Niereninsuffizienz wird empfohlen (siehe Rubrik "Dosierung/Anwendung" ). Die Dosisempfehlungen für pädiatrische Patienten basieren auf pharmakokinetischen Berechnungen.
 
Dialysepflichtige terminale Nierenfunktionsstörung
Verglichen mit gesunden Erwachsenen, sind die AUCs von Ceftobiprol und dem mikrobiologisch inaktiven Ring-offenen Metaboliten bei erwachsenen Patienten, die eine Hämodialyse benötigen, deutlich erhöht. In einer Studie, in der sechs erwachsene Patienten mit terminaler Niereninsuffizienz unter Hämodialyse eine Einzeldosis von 250 mg Ceftobiprol als intravenöse Infusion erhielten, wurde gezeigt, dass Ceftobiprol mit einem Extraktionsverhältnis von 0,7 hämodialysierbar ist (siehe Rubriken "Dosierung/Anwendung" und "Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen" ). Es liegen keine ausreichenden Informationen vor, um eine Dosisanpassung bei pädiatrischen Patienten mit einer CLCR < 10 ml/min/1,73 m2 oder dialysepflichtiger terminaler Nierenfunktionsstörung zu empfehlen.
 
Patienten mit einer Kreatinin-Clearance > 150ml/min
Die systemische Clearance (CLSS) von Ceftobiprol war bei erwachsenen Patienten mit einer CLCR  > 150 ml/min 40% grösser im Vergleich zu Personen mit normaler Nierenfunktion (CLCR  = 80-150 ml/min). Das Verteilungsvolumen war 30% grösser. In dieser Population wird aufgrund von pharmakokinetischen/pharmakodynamischen Überlegungen empfohlen, die Dauer der Infusion zu verlängern (siehe Rubrik "Dosierung/Anwendung" ).
 
Eingeschränkte Leberfunktion
Bei Patienten mit Leberinsuffizienz wurde die Pharmakokinetik von Ceftobiprol nicht untersucht. Da Ceftobiprol nur minimal in der Leber verstoffwechselt und hauptsächlich unverändert im Urin ausgeschieden wird, ist eine durch eine Leberinsuffizienz beeinträchtigte Ausscheidung von Ceftobiprol nicht zu erwarten (siehe Rubrik "Dosierung/Anwendung" ).
 
Ältere Patienten
Die Populations-pharmakokinetischen Daten zeigten, dass das Alter als unabhängiger Parameter keine Auswirkungen auf die Pharmakokinetik von Ceftobiprol besitzt. Eine Anpassung der Dosierung für ältere Patienten mit normaler Nierenfunktion ist nicht vorgesehen (siehe Rubrik "Dosierung/Anwendung" ).
 
Kinder und Jugendliche
Populationspharmakokinetischen Daten zeigten, dass die Reifung der glomerulären Filtrationsrate einen Einfluss auf die Pharmakokinetik von Ceftobiprol bei pädiatrischen Patienten im Alter von 1 Jahr und jünger hat. Gewichtsabhängige Dosisanpassungen sind bei pädiatrischen Patienten mit einem Körpergewicht < 50 kg erforderlich (siehe Rubrik "Dosierung/Anwendung" ).
 
Die mittleren Expositionen gegenüber Ceftobiprol bei pädiatrischen Teilnehmern mit normaler Nierenfunktion auf der Grundlage von Populations-PK-Modellen sind in Tabelle 4 zusammengefasst (siehe Rubrik "Dosierung/Anwendung" ) und ähneln den bei Erwachsenen beobachteten mittleren Expositionen.
 
Tabelle 4: Mittelwerte (Standardabweichung) der pharmakokinetischen Parameter von Ceftobiprol bei Kindern und Jugendlichen basierend auf Populations-PK-Modellen

Altersgruppe                        Dosierungsschema      Cmax (µg/ml)          AUC0-24h (h.µg/ml)
Geburt bis < 3 Monate               15 mg/kg alle 12 ha   31,1 (7,05)           298 (66,4)
3 Monate bis < 2 Jahre              15 mg/kg alle 8 h     30,3 (5,32)           278 (69,9)
2 bis < 6 Jahre                     15 mg/kg alle 8 h     30,8 (4,98)           266 (55,3)
6 bis < 12 Jahre                    15 mg/kg alle 8 h     35,2 (5,94)           312 (68,7)
12 bis <18 Jahre                    10 mg/kg alle 8 h     26,6 (4,92)           245 (56,9)
Erwachsene                          500 mg alle 8 h       33,0 (4,83)           306 (35,7)
aPatienten mit einem Körpergewicht
 < 4 kg erhalten 10 mg/kg alle 12
h als 2-stündige Infusion

 
Geschlecht
Die systemische Exposition gegenüber Ceftobiprol war bei erwachsenen Frauen höher als bei erwachsenen Männern (21% für Cmax und 15% für AUC), bei der %T>MHK wurde jedoch kein Unterschied zwischen den Geschlechtern festgestellt. Eine Dosisanpassung aufgrund des Geschlechts wird als nicht erforderlich erachtet.
 
Ethnische Zugehörigkeit
Populations-pharmakokinetische Analysen (einschliesslich Kaukasier, Schwarzen und andere Gruppen) und eine spezielle pharmakokinetische Studie an gesunden japanischen Erwachsenenzeigten keine Auswirkung der ethnischen Zugehörigkeit auf die Pharmakokinetik von Ceftobiprol. Eine Dosisanpassung aufgrund der ethnischen Zugehörigkeit wird als nicht erforderlich erachtet.
 
Körpergewicht
Es wurde eine Studie bei extrem fettleibigen Probanden durchgeführt. Eine Dosisanpassung an das Körpergewicht ist nicht erforderlich.
 

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