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Fachinformation zu Veyvondi:Takeda Pharma AG
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Zusammensetzung

Wirkstoffe
Vonicogum alfa
Hilfsstoffe
trinatrii citras dihydricus, glycinum, trehalosum dihydricum, mannitolum, polysorbatum 80
Lösungsmittel: Aqua ad iniectabilia

Darreichungsform und Wirkstoffmenge pro Einheit

Lyophilisat und Lösungsmittel zur Herstellung einer Injektionslösung.
 
VEYVONDI liegt als steriles, lyophilisiertes Pulver in den folgenden nominellen Dosierungsstärken vor:
• mit nominell 650 internationalen Einheiten (I.E.) vonicog alfa (Von-Willebrand-Faktor VWF) pro Durchstechflasche. Nach Rekonstitution mit 5 ml sterilisiertem Wasser für Injektionszwecke enthält VEYVONDI ca. 130 I.E./ml rekombinanten humanen Von-Willebrand-Faktor (rVWF).
• mit nominell 1.300 I.E. vonicog alfa (Von-Willebrand-Faktor VWF) pro Durchstechflasche. Nach Rekonstitution mit 10 ml sterilisiertem Wasser für Injektionszwecke enthält VEYVONDI ca. 130 I.E./ml rekombinanten humanen Von-Willebrand-Faktor (rVWF).
 
Die Aktivität (I.E.) des VWF wird anhand der Ristocetin-Cofaktor-Aktivität (VWF: RCo), verglichen mit dem Internationalen Standard für Von-Willebrand-Faktor-Konzentrat (WHO), angegeben.
 
Das Arzneimittel enthält nur Spuren des humanen Gerinnungsfaktors VIII (≤ 0.01 I.E. FVIII/I.E. VWF: RCo) laut dem chromogenen Assay für Faktor VIII (FVIII) gemäss Europäischem Arzneibuch.

Indikationen/Anwendungsmöglichkeiten

Prävention und Behandlung von Blutungen oder operationsbedingten Blutungen bei Erwachsenen (ab 18 Jahren) mit von-Willebrand-Krankheit, wenn eine alleinige Therapie mit Desmopressin (DDAVP) unwirksam oder kontraindiziert ist.
 
VEYVONDI darf nicht zur Behandlung von Hämophilie A angewendet werden.

Dosierung/Anwendung

Übliche Dosierung
Die Behandlung der Von-Willebrand-Krankheit sollte von einem Arzt mit Erfahrung in der Behandlung von Hämostasestörungen überwacht werden. Der behandelnde Arzt entscheidet für jeden individuellen Patienten mit VWK, ob eine Verabreichung des Produkts zu Hause möglich ist und er stellt auch ein angemessenes Training sicher. Das Verständnis des Patienten oder Betreuers und die Einhaltung des Trainingsinhalts sollten in regelmässigen Abständen kontrolliert werden.
 
Dosierung und Häufigkeit müssen individuell in Abhängigkeit von der klinischen Beurteilung und basierend auf dem Gewicht des Patienten, Art und Schweregrad der Blutungsepisoden/operativen Intervention sowie basierend auf dem Monitoring der geeigneten klinischen und Labormessungen festgelegt werden.
 
In der Regel erhöht 1 I.E./kg (VWF:RCo/VEYVONDI/vonicog alfa) die Plasmaspiegel von VWF:RCo um 0.02 I.E./ml (2%).
 
Die Hämostase ist erst dann gewährleistet, wenn die Gerinnungsaktivität des Faktors VIII (FVIII:C) mindestens 0.4 I.E./ml beträgt (≥ 40 % der normalen Aktivität). Je nach FVIII:C-Baseline-Spiegel des Patienten erhöht eine einzelne Infusion rVWF bei der Mehrheit der Patienten die endogene FVIII:C-Aktivität innerhalb von 6 Stunden auf über 40 % und diese Aktivität wird bis zu 72 Stunden nach der Infusion aufrechterhalten. Dosierung und Dauer der Behandlung sind vom klinischen Status des Patienten, der Art und Schwere der Blutung und von den VWF:RCo- und FVIII:C-Spiegeln abhängig. Wenn der FVIII:C-Baseline-Plasmaspiegel des Patienten < 40 % beträgt oder unbekannt ist sowie in allen Situationen in welchen eine rasche Korrektur der Hämostase erreicht werden soll (wie zum Beispiel bei der Behandlung akuter Hämorrhagien, schwerer Verletzungen oder Notfalloperationen), ist mit der ersten Infusion von Von-Willebrand-Faktor die Verabreichung eines  rekombinanten Faktor-VIII-Arzneimittels  erforderlich, um einen hämostatischen Plasmaspiegel von FVIII:C zu erreichen. Sollte jedoch ein sofortiger Anstieg von FVIII:C nicht erforderlich sein oder der FVIII:C-Baseline-Spiegel ist ausreichend zur Erzielung der Hämostase, kann der Arzt entscheiden, die erste Infusion von VEYVONDI auch ohne rFVIII zu verabreichen.
 
Um den übermässigen Anstieg des FVIII-Spiegels zu vermeiden, wird bei schweren Blutungsereignissen oder grösseren Eingriffen mit wiederholten, häufigen Infusionen dessen Überwachung empfohlen, um entscheiden zu können, ob weitere Infusionen von rFVIII erforderlich sind.
 
Behandlung von Blutungsepisoden:
– Behandlungsbeginn:
Die erste Dosis VEYVONDI sollte 40 bis 80 I.E. pro kg Körpergewicht betragen. Substitutionsniveaus von VWF:RCo > 0.6 I.E./ml (60 %) und FVIII:C > 0.4 I.E./ml (40 %) sollten erreicht werden. Dosierungsrichtlinien für die Behandlung leichter und schwerer Blutungen finden Sie in Tabelle 1.
 
Um die Faktor VIII-Werte zu erhöhen ist nur rekombinanter FVIII und nicht aus Plasma hergestellter FVIII zu verabreichen. Verabreichen Sie die vollständige Dosis VEYVONDI und innerhalb von 10 Minuten danach den rFVIII.
 
Sollte jedoch ein sofortiger Anstieg von FVIII:C nicht erforderlich sein oder der FVIII:C-Baseline-Spiegel ist ausreichend zur Erzielung der Hämostase, kann der Arzt entscheiden, die erste Infusion mit VEYVONDI ohne gleichzeitige Anwendung von rFVIII zu verabreichen.
 
– Dosisberechnung:
VEYVONDI-Dosis [I.E.] = Dosis in [I.E./kg] x Körpergewicht [kg]
 
– Nachfolgende Infusionen:
Folgedosen von 40 I.E./kg bis 60 I.E./kg VEYVONDI als Infusion alle 8 bis 24 Stunden gemäss den Dosisbereichen in Tabelle 1 verabreichen. Folgedosen sind solange zu verabreichen wie klinisch erforderlich. Bei schweren Blutungen sollten Talspiegel von VWF:RCo von über 50 % so lange wie notwendig erachtet aufrechterhalten werden.
 
Erfahrungen aus klinischen Studien haben gezeigt, dass nach Substitution von VWF die endogenen FVIII-Spiegel normal oder nahe normal bleiben, solange VEYVONDI weiter verabreicht wird.
 

Tabelle 1 Dosierungsempfehlungen für die
Behandlung leichter und schwerer Blutungen
Blutung                                        Anfangsdosisa (I.E.   Folgedosis
                                               VWF:RCo/kg Körpergew  
                                               icht)                 
Kleinere (z. B. Epistaxis, orale Blutung,      40 bis 50 I.E./kg     40 bis 50 I.E./kg alle 8 bis
Menorrhagie)                                                         24 Stunden (oder solange wie
                                                                     klinisch notwendig erachtet)
Schwereb (z. B. schwere oder refraktäre        50 bis 80 I.E./kg     40 bis 60 I.E./kg alle 8 bis
Epistaxis, Menorrhagie, Gastrointestinale-Blu                        24 Stunden über ca. 2–3 Tage
tung, Trauma des zentralen Nervensystems,                            (oder solange wie klinisch
Hämarthrose oder traumatische Blutung)                               notwendig erachtet)

a Wenn rFVIII auch verabreicht wird, muss die Rekonstitution und Anwendung gemäss dessen Packungsbeilage erfolgen.
b Eine Blutung kann dann als schwer gelten, wenn eine Erythrozytentransfusion entweder erforderlich oder potenziell indiziert ist oder bei Blutungen an anatomisch kritischen Stellen (z. B. intrakranielle oder gastrointestinale Blutung).
 
Prävention von Blutungen/Hämorrhagien und Behandlung bei operativen Eingriffen:
Zur Prävention exzessiver Blutungen sollten die FVIII:C-Werte  innerhalb von 3 Stunden vor Einleitung aller operativen Eingriffe festgestellt werden. Die empfohlenen Zielwerte betragen mindestens 0.4 I.E./ml für kleine und orale Eingriffe und mindestens 0.6 I.E./ml für grosse Eingriffe.
 
Um endogene FVIII-Werte auf den Zielwert (0.4 I.E./ml für kleine Eingriffe und 0.8 I.E./ml für grosse Eingriffe) anzuheben, kann 12–24 Stunden vor Einleitung eines Eingriffs eine Dosis von 40–60 I.E./kg VEYVONDI verabreicht werden.
 
Wenn die Werte dem empfohlenen Zielwert entsprechen, sollte innerhalb 1 Stunde vor dem Eingriff eine alleinige Dosis VEYVONDI verabreicht werden. Wenn die FVIII:C-Werte nicht den empfohlenen Zielwerten entsprechen, VEYVONDI zusätzlich zu rFVIII verabreichen, um VWF:RCo und FVIII:C zu erhöhen. Zielwerte, die für FVIII:C empfohlen werden, finden Sie in (Tabelle 2).
 

Tabelle 2: VWF:RCo und
FVIII:C VWF:RCo und
FVIII:C Zielwerte
Empfehlungen zur Vorbeugung
 exzessiver Blutungen
während und nach einem
operativen Eingriff
Art des operativen           VWF:RCo Ziel-Spitzen  FVIII:C Ziel-Spitzen  Berechnung der Dosis rVWF
Eingriffs                    wert im Plasma        wert im Plasmaa       (zu verabreichen innerhalb
                                                                         von 1 Stunde vor dem
                                                                         operativen Eingriff)
                                                                         (erforderliche I.E.
                                                                         VWF:RCo)
Kleinere                     50–60 I.E./dl         40–50 I.E./dl         

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