Dosierung/AnwendungDie Anwendung soll unter Anleitung und Aufsicht eines in Diagnose und Behandlung der Alzheimer-Krankheit erfahrenen Arztes begonnen werden. Die Infusion von Donanemab soll durch medizinisches Fachpersonal begonnen und überwacht werden. Ein zeitnaher Zugang zu einem MRT muss gewährleistet sein. Die Behandlung mit Donanemab soll unter Aufsicht eines erfahrenen, multidisziplinären Teams erfolgen, welches trainiert ist auf den Nachweis, Überwachung und Behandlung von ARIA und erfahren ist im Erkennen und Behandlung von infusionsbedingten Reaktionen.
Vor dem Behandlungsbeginn müssen vorliegen:
-ApoE ε4 Genotypisierung, mit zuvor angemessener Genberatung gemäss den geltenden nationalen oder lokalen Regelungen
-MRT-Bildgebung zu Beginn (nicht älter als 3 Monate, nach standardisiertem Protokoll)
-Amyloid-PET, ausgewertet mit der Centiloid-Methode
-Tau-PET (sofern verfügbar)
Ein Donanemab Neuroimaging Manual und ein MRT-Manual stehen weiter unten zur Konsultation zur Verfügung.
Um die Rückverfolgbarkeit von biotechnologisch hergestellten Arzneimitteln sicherzustellen, wird empfohlen, Handelsname und Chargennummer bei jeder Behandlung zu dokumentieren.
Nachweis von Amyloid-beta
Der Nachweis von Amyloid-beta vereinbar mit einer AD soll durch eine validierte Methode (z.B. Amyloid-PET) bestätigt werden.
Dosierung
Donanemab ist alle 4 Wochen zu verabreichen. Die empfohlene Dosis beträgt 350 mg für die erste Anwendung, 700 mg für die zweite Anwendung und 1050 mg für die dritte Anwendung (350/700/1050 mg), gefolgt von 1400 mg alle 4 Wochen. Dieses Dosierungsschema basiert auf pharmakokinetischen und pharmakodynamischen Bridging-Daten zwischen empfohlener Dosis aus der Phase 3b TRAILBLAZER-ALZ-6-Studie und der pivotalen Phase 3 TRAILBLAZER-ALZ-2-Studie. Es entspricht nicht dem Dosierungsschema der ersten 3 Anwendungen in der pivotalen Phase 3 Studie (siehe Rubriken "Pharmakokinetik" und "Klinische Wirksamkeit" ).
Therapiedauer
Die Behandlung soll bis zur Auflösung der Amyloid-Plaques, bestätigt durch eine validierte Methode, und bis zu maximal 18 Monate fortgesetzt werden.
Sie sollte vorzeitig abgebrochen werden, sobald eine Progression in ein höheres klinisches Krankheitsstadium stattgefunden hat. Deshalb ist der kognitive Status vor und nach Beginn der Therapie alle drei Monate mittels eines geeigneten, validierten kognitiven Testverfahrens, das die Stadien der Alzheimer-Krankheit zuverlässig erfasst, und eine Beurteilung der klinischen Symptome durchzuführen. Die Ergebnisse sind schriftlich zu dokumentieren.
Die Überprüfung der Kognition und der Progression der Symptome sollten durchgeführt werden, um zu beurteilen, ob beim Patienten eine Progression der Grunderkrankung stattgefunden hat und/oder ob der klinische Verlauf anderweitig nahelegt, dass Kisunla bei dem Patienten keine Wirksamkeit gezeigt hat.
Ein Amyloid-PET ist zwischen Monat 6 und Monat 12 durchzuführen, um die Amyloid-Last zu überprüfen und bei PET-Negativität die Behandlung zu beenden. Empfohlen wird eine Behandlungsdauer von maximal 18 Monaten. Wenn die PET-Negativität früher als 18 Monate erreicht wird, das klinische Ansprechen ausbleibt oder das im individuellen Fall nächsthöhere Erkrankungsstadium erreicht wird, muss die Behandlung abgebrochen werden.
Nutzen und Risiken können von der Tau-Anfangskonzentration abhängen. Bei Patienten mit niedriger bis mittlerer Tau-Last wurde im Vergleich zu hohem Tau eine numerisch höhere Wirksamkeit beobachtet (siehe Rubrik "Pharmakodynamik" ). Bei der Entscheidung, ob Donanemab angewendet werden soll oder nicht, sollten die Ergebnisse aus der Tau-PET-Bildgebung, sofern diese durchgeführt wurde, berücksichtigt werden.
Überwachung und Therapieunterbrechung bei Amyloid-bedingten Bildgebungsanomalien
Während der gesamten Behandlung mit Kisunla muss ein Zugang zu Magnetresonanztomographie (MRT) gewährleistet sein.
Vor Behandlungsbeginn soll eine MRT des Gehirns als Ausgangswert (nicht älter als 3 Monate) vorhanden sein. Ein MRT ist jeweils vor der 2. Anwendung, vor der 3. Anwendung, vor der 4. Anwendung und vor der 7. Anwendung (Monat 6) durchzuführen. Bei Patienten mit ARIA-Risikofaktoren, wie heterozygote Träger von ApoE ε4 und/oder Patienten mit früheren ARIA-Ereignissen während der Behandlung, sollte nach einjähriger Behandlung (vor der zwölften Infusion) ein zusätzliches MRT durchgeführt werden. Sofern Patienten über Symptome berichten, welche auf ARIA hindeuten, soll zu jedem Zeitpunkt der Behandlung eine klinische Untersuchung einschliesslich MRT-Bildgebung erfolgen.
Das Studienprotokoll der TRAILBLAZER-ALZ-2 Studie (AACI) empfahl ein MRT mit FLAIR-Sequenz zum Nachweis von ARIA-E, und T2* Gradient-Recalled Echo zum Nachweis von ARIA-H. Eine suszeptibilitätsgewichtete Bildgebung ist ebenfalls akzeptabel zum Nachweis von ARIA-H.
Die Empfehlungen für Therapieunterbrechungen bei Patienten mit Amyloid-bedingten Bildgebungsanomalien mit Ödemen (edema/effusion, ARIA-E) und mit Hämorrhagien/Hämosiderinablagerungen (ARIA-H) sind in Tabelle 1 aufgeführt.
Tabelle 1: Dosierungsempfehlungen für Patienten mit ARIA-E und ARIA-H
Klinische Symptome Schwereb der ARIA-E und ARIA-H im MRT
Leicht Mittelschwer Schwer
Asymptomatisch Therapieunterbrechung erwägen Therapie unterbrechena Therapie beenden
Symptomatisch Therapie unterbrechen a Therapie unterbrechen a Therapie beenden
a Unterbrechung der Behandlung, bis eine MRT-Untersuchung einen radiologischen Rückgang (ARIA-E) oder eine Stabilisierung (ARIA-H) zeigt, und die Symptome, falls vorhanden, zurückgegangen sind. Zwei bis vier Monate nach der Erstfeststellung sollte eine erneute MRT-Untersuchung in Betracht gezogen werden, zur Beurteilung des Rückgangs (ARIA-E) bzw. der Stabilisierung (ARIA-H). Die Wiederaufnahme oder das Absetzen der Therapie sollte nach klinischem Ermessen erfolgen. Vor der Wiederaufnahme der Behandlung ist eine erneute Bewertung der Risikofaktoren durchzuführen. Bei ARIA-E kann eine unterstützende Therapie, einschliesslich Kortikosteroide, erfolgen. Die Wirksamkeit dieser Behandlung wurde jedoch nicht nachgewiesen.
b Siehe Tabelle 2 für die Kriterien zur Klassifizierung von ARIA-Schweregraden im MRT
Bei radiographisch oder klinisch symptomatisch schweren ARIA-E oder ARIA-H ist die Therapie mit Donanemab dauerhaft abzubrechen.
Donanemab sollte nach klinisch schwerwiegenden ARIA-E, schwerwiegenden ARIA-H oder einer intrazerebralen Blutung grösser als 1 cm endgültig abgesetzt werden. Nach wiederkehrenden klinisch symptomatischen oder radiographisch mittelschweren oder schweren ARIA-Ereignissen sollte die Behandlung mit Donanemab dauerhaft abgesetzt werden.
Art der Anwendung
Kisunla 350 mg ist nur für die intravenöse Infusion. Die Durchstechflasche ist zum einmaligen Gebrauch bestimmt. Die Infusion soll über mindestens 30 Minuten erfolgen. Patienten sollen nach der Infusion über mindestens 30 Minuten beobachtet werden. Für Hinweise zur Verdünnung des Arzneimittels vor der Anwendung siehe Rubrik "Sonstige Hinweise, Hinweise für die Handhabung" .
Parenteral angewendete Arzneimittel sollen vor der Anwendung visuell auf Partikel und Verfärbungen geprüft werden, wenn immer die Lösung und das Behältnis dies erlauben. Kisunla darf nicht verwendet werden, wenn es trüb aussieht oder sichtbare Partikel enthält.
Versäumte Anwendung
Falls eine Infusion versäumt wurde, ist die Gabe so bald wie möglich nachzuholen. Anschliessend wird die empfohlene Anwendung alle 4 Wochen wieder aufgenommen.
Ältere Menschen
Es ist keine Dosisanpassung für ältere Menschen erforderlich. (siehe Rubrik "Pharmakokinetik" )
Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion
Bei leicht bis moderat eingeschränkter Nierenfunktion ist keine Dosisanpassung erforderlich. Für Patienten mit schwer eingeschränkter Nierenfunktion liegen nur begrenzte Daten vor (siehe Rubrik "Pharmakokinetik" ).
Patienten mit eingeschränkter Leberfunktion
Bei leicht eingeschränkter Leberfunktion ist keine Dosisanpassung erforderlich. Es liegen nur begrenzte Daten für Patienten mit moderat eingeschränkter Leberfunktion und keine Daten für Patienten mit schwer eingeschränkter Leberfunktion vor (siehe Rubrik "Pharmakokinetik" ).
Patienten mit zeitgleicher Plasmapherese
Die Zeit zwischen der Anwendung von Donanemab und der Plasmapherese sollte abgestimmt werden, um die Eliminierung von Donanemab zu minimieren (siehe Rubrik "Interaktionen" ).
Kinder und Jugendliche
Kisunla ist nicht für die Anwendung bei Kindern und Jugendlichen zugelassen. Dosierungsempfehlungen sind nicht verfügbar.
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