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Information for professionals for Flucloxacillin OrPha:OrPha Swiss GmbH
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Zusammensetzung

Wirkstoffe
Flucloxacillin als Flucloxacillin-Natrium
Hilfsstoffe
Keine

Indikationen/Anwendungsmöglichkeiten

Behandlung von Infektionen mit Penicillinase-produzierenden Staphylokokken (Ausnahme: Methicillinresistenz), die auf Flucloxacillin empfindlich sind, zum Beispiel:
ORL-Infekte (Tonsillitis, Pharyngitis, Sinusitis);
Atemwegsinfekte;
Harnwegsinfekte;
infizierte Wunden;
Hautinfekte (Furunkel, Anthrax, andere Pyodermien, infizierte Akne vulgaris);
Pleuraempyem (zusätzlich zu Drainage);
Osteomyelitis;
Meningitis (trotz schwacher Liquorgängigkeit);
Endokarditis;
Septikämie;
Superinfektionen mit Staphylokokken.
Offizielle Empfehlungen zum angemessenen Einsatz von Antibiotika, insbesondere Anwendungsempfehlungen zur Verhinderung der Zunahme der Antibiotikaresistenz, sollen beachtet werden.

Dosierung/Anwendung

Die Dosierung hängt von Alter, Gewicht und Nierenfunktion des Patienten sowie von der Schwere der Infektion ab. Die parenterale Anwendung ist indiziert bei schweren Infektionen, z.B. Osteomyelitis, Staphylokokkenseptikämie und Endokarditis oder wenn eine p.o. Verabreichung nicht möglich ist (vgl. «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).
Übliche Dosierung
Erwachsene
Injektion (i.m./i.v.): 3× 1 g täglich.
Die Durchstechflaschen zu 2 g sind nur zur i.v.-Anwendung bestimmt.
Infusion: 2–8 g täglich in 3 oder 4 Kurzinfusionen (20–30 Minuten). Pro Einzelinfusion nicht mehr als 2 g geben.
Spezielle Dosierungsanweisungen
Kinder
Die Dosierung muss individuell angepasst werden (bei schweren Infekten bis zu 100–150 mg/kg/Tag). Pro Injektion/Infusion dürfen nicht mehr als 33 mg/kg gegeben werden.
Die Durchstechflaschen zu 2 g sind nur zur i.v.-Anwendung bestimmt.
Niereninsuffizienz
Die Flucloxacillinexkretion ist bei einer Niereninsuffizienz verlangsamt. Bei einer Kreatinin-Clearance unter 10 ml/Min wird eine Dosierung von 1 g alle 8–12 Stunden empfohlen. Bei Patienten mit Anurie beträgt die Maximaldosis 1 g alle 12 Stunden.
Weder die Hämodialyse noch die Peritonealdialyse führen zu einer Senkung der Serumspiegel von Flucloxacillin. Infolgedessen muss während der Dialyse keine zusätzliche Flucloxacillindosis gegeben werden.
Penicillin G-resistente Staphylokokkenendokarditis
12 g pro Tag plus Aminoglycosidantibiotikum.

Kontraindikationen

Überempfindlichkeit: Flucloxacillin OrPha darf Patienten mit Überempfindlichkeit gegen Penicilline oder Cephalosporine nicht verabreicht werden.
Intraarterielle Injektionen: Flucloxacillin OrPha darf nicht intraarteriell injiziert werden.
Flucloxacillin OrPha darf nicht am Auge angewendet werden (weder subkonjunktival noch topisch).
Obwohl die Anwendung von Flucloxacillin OrPha bei Patienten mit Pfeiffer’schem Drüsenfieber oder lymphatischer Leukämie nicht kontraindiziert ist, sollte wenn möglich darauf verzichtet werden, da im Vergleich zur übrigen Population bei diesen Personen eine grössere Inzidenz von Hautausschlägen aufgezeichnet worden ist.
Anamnestisch aufgetretene Gelbsucht bzw. Leberfunktionsstörung in Verbindung mit Flucloxacillin OrPha.

Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen

Schwere kutane Arzneimittelreaktionen (SCAR) wie das Stevens-Johnson-Syndrom, toxische epidermale Nekrolyse, Arzneimittelexanthem mit Eosinophilie und systemischen Symptomen (DRESS), Erythema multiforme und akute generalisierte exanthematöse Pustulosis (AGEP) wurden bei Patienten unter Behandlung mit Beta-Laktam-Antibiotika, einschliesslich Flucloxacillin, berichtet (siehe auch «Unerwünschte Wirkungen»). Beim Auftreten solcher Reaktionen ist Flucloxacillin OrPha unverzüglich abzusetzen und eine Alternativtherapie ist in Erwägung zu ziehen.
Nieren- oder Herzinsuffizienz: 1 g Flucloxacillin enthält 2,2 mmol (50,6 mg) Natrium, entsprechend 2.5% der von der WHO für einen Erwachsenen empfohlenen maximalen täglichen Natriumaufnahme mit der Nahrung von 2 g. Die maximale tägliche Dosis dieses Arzneimittels (8 g) entspricht 20.24 % der von der WHO empfohlenen maximalen täglichen Natriumaufnahme. Flucloxacillin OrPha gilt als natriumreich. Dies sollte bei natriumarmer Diät berücksichtigt werden.
Seltene Störungen der Elektrolyte in Form einer Hypernatriämie können auftreten (bei Flucloxacillin-Natrium).
Eine Langzeittherapie kann gelegentlich zu einem vermehrten Wachstum von nicht empfindlichen Organismen führen.
Aufmerksamkeit sollte auf eine mögliche Kreuzresistenz mit anderen β-Laktam-Antibiotika, z.B. Cephalosporinen, gelenkt werden.
Bevor eine Therapie mit Flucloxacillin OrPha begonnen wird, soll abgeklärt werden, ob bereits Überempfindlichkeitsreaktionen auf Penicilline, Cephalosporine (β-Laktam-Antibiotika) oder andere Allergene festgestellt worden sind. Kreuzsensitivität zwischen Penicillinen und Cephalosporinen wurde beobachtet (vgl. Kapitel «Unerwünschte Wirkungen»).
Das Auftreten eines fieberhaften, generalisierten Erythems mit Pustelbildung zu Therapiebeginn kann ein Symptom eines akuten generalisierten pustulösen Exanthems (AGEP) sein (siehe Kapitel «Unerwünschte Wirkungen»).
Wird ein AGEP diagnostiziert, sollte Flucloxacillin abgesetzt werden. Jede weitere Verabreichung von Flucloxacillin ist dann kontraindiziert.
Bei Patienten mit nachgewiesener Einschränkung der Leberfunktion, bei Patienten ab 50 Jahren und bei Patienten mit schwerwiegender Grunderkrankung sollte Flucloxacillin mit Vorsicht verwendet werden. Bei diesen Patienten können hepatische unerwünschte Wirkungen schwerwiegend sein und in äussert seltenen Fällen wurden Todesfälle berichtet (siehe Kapitel «Unerwünschte Wirkungen»).
Es gibt Hinweise, dass das Risiko von Flucloxacillin induzierten Leberschädigungen bei Patienten, welche das HLA-B*5701 Allel tragen, erhöht ist. Trotz diesem eindeutigen Zusammenhang wird nur einer von 500-1000 Trägern eine Leberschädigung entwickeln. Demzufolge ist die positive Vorhersage von Tests auf das HLA-B*5701 Allel für Leberschädigungen sehr niedrig (0,12%) und eine Routine Untersuchung auf dieses Allel nicht empfehlenswert.
Angesichts der Gefahr einer Hyperbilirubinämie muss die Therapie bei Säuglingen unter engmaschiger medizinischer Überwachung erfolgen. Studien haben den Nachweis erbracht, dass Flucloxacillin im Anschluss an die hochdosierte parenterale Applikation das Bilirubin von den Plasmaproteinbindungsorten verdrängen kann. Folglich kann das Vorliegen eines Neugeborenenikterus zu einem Kernikterus führen.
Zusätzlich ist bei Neugeborenen angesichts des Potentials für hohe Flucloxacillin-Serumspiegel besondere Vorsicht geboten. Diese hohen Serumkonzentrationen sind ihrerseits durch die herabgesetzte Rate der renalen Ausscheidung bedingt.
Während längerfristigen Behandlungen (z.B. Osteomyelitis, Endokarditis) wird die regelmässige Überprüfung der Leber- und Nierenfunktion empfohlen.
Lidocain sollte nicht als Lösungsmittel für eine intravenöse Applikation von Flucloxacillin OrPha verwendet werden.
Vorsicht ist geboten, wenn Flucloxacillin zusammen mit Paracetamol verabreicht wird, da ein erhöhtes Risiko für eine metabolische Azidose mit vergrösserter Anionenlücke (HAGMA) besteht. Patienten mit erhöhtem Risiko für eine metabolische Azidose mit vergrösserter Anionenlücke sind insbesondere jene mit schwerer Nierenfunktionsstörung, Sepsis oder Mangelernährung, vor allem, wenn Tageshöchstdosen von Paracetamol angewendet werden.
Nach gleichzeitiger Verabreichung von Flucloxacillin und Paracetamol wird eine engmaschige Überwachung empfohlen, um das Auftreten von Ungleichgewichten des Säure-Basen-Haushaltes, insbesondere einer metabolischen Azidose mit vergrösserter Anionenlücke, festzustellen. Es sollte auch ein Urintest im Hinblick auf 5-Oxoprolin erfolgen.
Wenn Flucloxacillin nach Absetzen von Paracetamol weiter eingenommen wird, ist es ratsam sicherzustellen, dass keine Zeichen einer metabolischen Azidose mit vergrösserter Anionenlücke vorliegen, da die Möglichkeit besteht, dass Flucloxacillin das Krankheitsbild der metabolischen Azidose mit vergrösserter Anionenlücke aufrecht erhält (siehe Kapitel «Interaktionen»).

Interaktionen

Flucloxacillin OrPha sollte nicht gleichzeitig mit bakteriostatischen Medikationen angewendet werden. Auf der anderen Seite kann die Kombination mit Aminoglykosiden einen synergistischen Effekt zur Folge haben. Wenn sie gleichzeitig verschrieben werden, sollten die beiden Antibiotika nicht im selben Behälter vermischt werden, da eine Präzipitation auftreten kann.
Probenecid senkt die renale tubuläre Sekretion von Flucloxacillin. Der gleichzeitige Gebrauch kann erhöhte und anhaltende Blutspiegel von Flucloxacillin zur Folge haben.
Es gibt Berichte, wonach Hautausschläge bei Patienten, die gleichzeitig mit β-Laktam-Antibiotika und Allopurinol behandelt wurden, häufiger auftraten. Für Flucloxacillin liegen bis jetzt keine solchen Daten vor.
Flucloxacillin ist als Induktor des Isoenzyms von Zytochrom P450 3A4 (CYP3A4) bekannt. Eine gleichzeitige Behandlung mit Flucloxacillin OrPha und Tacrolimus kann daher zu einem Abfall des Tacrolimusspiegels führen und in der Folge eine Verschlechterung der Transplantatfunktion verursachen.
Vorsicht ist geboten, wenn Flucloxacillin zusammen mit Paracetamol angewendet wird, da die gleichzeitige Einnahme mit einer metabolischen Azidose mit vergrösserter Anionenlücke in Zusammenhang gebracht wurde, insbesondere bei Patienten mit Risikofaktoren (siehe Kapitel «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Schwangerschaft, Stillzeit

Reproduktionsstudien bei Tieren haben keine Risiken für die Föten gezeigt, aber man verfügt über keine kontrollierten Studien bei schwangeren Frauen.
Bei der Anwendung von Flucloxacillin OrPha während der Schwangerschaft ist grundsätzlich grösste Vorsicht geboten, da Flucloxacillin plazentagängig ist.
Stillzeit
Da Flucloxacillin in die Muttermilch übergeht, können beim Säugling Diarrhoe (cave pseudo-membranöse Colitis) und Candidose auftreten. Ebenso besteht das Risiko der Sensibilisierung (Überempfindlichkeitsreaktionen).
Die Anwendung von Flucloxacillin OrPha sollte deshalb auf Situationen beschränkt werden, wo der potentielle Nutzen für die Mutter das mögliche Risiko für den Foetus oder Säugling rechtfertigt.

Wirkung auf die Fahrtüchtigkeit und auf das Bedienen von Maschinen

Es wurden keine entsprechenden Studien durchgeführt.

Unerwünschte Wirkungen

Die Häufigkeit der unerwünschten Wirkungen sind wie folgt definiert: Sehr häufig (≥1/10), häufig (≥1/100 bis <1/10), gelegentlich (≥1/1000 bis <1/100), selten (≥1/10000 bis <1/1000), sehr selten (<1/10000), unbekannt (kann anhand der verfügbaren Daten nicht abgeschätzt werden).
Wo dies nicht anderweitig angegeben ist, wurde die Häufigkeit der unerwünschten Wirkungen dem Datenmaterial aus 30 Jahren an Erfahrungsberichten (Post-Marketing Reports) entnommen.
Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems
Sehr selten: Eosinophilie, Neutropenie, Agranulozytose, Thrombozytopenie, Anämie. Diese sind bei Abbruch der Behandlung gewöhnlich reversibel. Hämolytische Anämie.
Erkrankungen des Immunsystems
Sehr selten: Angioneurotisches Oedem. Anaphylaxie (vgl. Kapitel «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»): Bei Patienten, die β-Laktam-Antibiotika erhielten, ist über schwerwiegende und gelegentlich fatal verlaufende Überempfindlichkeitsreaktionen (Anaphylaxie) berichtet worden. Obwohl bei parenteraler Applikation eine Anaphylaxie häufiger auftritt, ist diese Reaktion auch bei der oralen Behandlung festgestellt worden.
Das Auftreten dieser systemischen, allergischen Reaktionen ist bei Personen, bei denen in der Krankheitsgeschichte eine Überempfindlichkeit gegen β-Laktam-Antibiotika vorliegt, wahrscheinlicher.
Beim Auftreten einer allergischen Reaktion sollte Flucloxacillin OrPha abgesetzt und eine entsprechende Behandlung eingeleitet werden (siehe auch «Haut und subkutanes Gewebe»).
Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen
Erfahrung nach der Markteinführung: sehr seltene Fälle von metabolischer Azidose mit vergrösserter Anionenlücke, wenn Flucloxacillin zusammen mit Paracetamol angewendet wird, im Allgemeinen bei Vorhandensein von Risikofaktoren (siehe Kapitel «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).
Erkrankungen des Nervensystems
Sehr selten: Nach hohen Dosen parenteraler Anwendung sind vor allem bei niereninsuffizienten Patienten neurologische Störungen mit Konvulsionen möglich.
Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts
Häufig: Leichte gastrointestinale Störungen (z.B. häufig: Nausea, Diarrhoe, Erbrechen, Unterleibsschmerzen und sehr selten: Appetitlosigkeit, Flatulenz).
Sehr selten: Pseudomembranöse Kolitis, wie bei anderen Penicillinen.
Wenn sich diese entwickelt, sollte die Behandlung mit Flucloxacillin OrPha unterbrochen und eine angemessene Therapie eingeleitet werden, z.B mit oralem Vancomycin.
Leber- und Gallenerkrankungen
Sehr selten: Hepatitis und cholestatischer Ikterus (vgl. Kapitel «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»), in einigen Fällen mit protrahiertem Verlauf, der einige Monate dauerte. Diese unerwünschten Wirkungen können bis zu zwei Monate nach der Behandlung auftreten.
Veränderungen der Laborwerte der Leberfunktion: Ein vorübergehender Anstieg von Leberenzymen (Transaminasen, Laktat-Dehydrogenase, alkalische Phosphatase) im Serum wurde beobachtet. Dieser Anstieg ist jedoch bei Abbruch der Behandlung gewöhnlich reversibel.
Diese hepatischen unerwünschten Wirkungen können schwerwiegend sein; in sehr seltenen Fällen wurden Todesfälle berichtet. Die meisten Todesfälle wurden bei Patienten ab 50 Jahren und bei Patienten mit schwerwiegender Grunderkrankung berichtet.
Es gibt Hinweise, dass das Risiko von Flucloxacillin induzierten Leberschädigungen bei Patienten, welche das HLA-B*5701 Allel tragen, erhöht ist. Trotz diesem eindeutigen Zusammenhang wird nur einer von 500-1000 Trägern eine Leberschädigung entwickeln. Demzufolge ist die positive Vorhersage von Tests auf das HLA-B*5701 Allel für Leberschädigungen sehr niedrig (0,12%) und eine Routine Untersuchung auf dieses Allel nicht empfehlenswert.
Erkrankungen der Haut und des Unterhautgewebes
Gelegentlich: Juckende Hautausschläge, Purpura, Urticaria. Makulopapulöse oder morbilliforme Exantheme, Pruritus, angioneurotisches Oedem.
Sehr selten: Erythema multiforme, Stevens-Johnson-Syndrom, toxische epidermale Nekrolyse (siehe auch «Immunsystem»).
Wenn ein Hautausschlag auftritt, sollte die Behandlung unterbrochen und eine Anwendung mit einem Antihistaminikum erwogen werden.
Über erhöhte Exanthemraten wurde bei gleichzeitig vorliegender Virusinfektion des oberen Respirationstraktes, bei Salmonellen, bei gleichzeitiger Allopurinoltherapie und bei Patienten mit Nierenfunktionsstörungen berichtet.
Häufigkeit nicht bekannt: AGEP - akutes generalisiertes pustulöses Exanthem (siehe Kapitel «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).
Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen
Sehr selten: Arthralgie und Myalgie können manchmal mehr als 48 Stunden nach Beginn der Behandlung auftreten.
Erkrankungen der Nieren und Harnwege
Sehr selten: Interstitielle Nephritis, die bei Abbruch der Behandlung gewöhnlich reversibel ist.
Selten wurden Nierenfunktionsstörungen mit Erhöhung von BUN und Kreatinin beobachtet.
Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort
Sehr selten: Fieber kann manchmal mehr als 48 Stunden nach Beginn der Behandlung auftreten.
Nach i.v. Anwendung: Schmerz an der Injektionsstelle.
Gelegentlich: Thrombophlebitis.
Postmarketing Erfahrung:
Unbekannt: Schwere kutane Arzneimittelreaktionen (SCAR) (siehe auch «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).
Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von grosser Wichtigkeit. Sie ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels. Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdacht einer neuen oder schwerwiegenden Nebenwirkung über das Online-Portal ElViS (Electronic Vigilance System) anzuzeigen. Informationen dazu finden Sie unter www.swissmedic.ch.

Überdosierung

Bei Überdosierung können gastrointestinale Symptome und eine Störung des Fliess- und Elektrolytgleichgewichts offensichtlich sein. Überdosierungen können symptomatisch (durch Beobachtung des Wasser-Elektrolyt-Haushalts) behandelt werden. Flucloxacillin kann durch Hämodialyse nicht aus dem Kreislauf entfernt werden.

Eigenschaften/Wirkungen

ATC-Code
J01CF05
Wirkungsmechanismus
Flucloxacillin ist ein säurestabiles und penicillinasefestes Isoxazolyl- Penicillin der β-Laktam-Antibiotika mit Wirkung auf verschiedene grampositive Organismen, Streptokokken (ausgenommen jene der Gruppe D) und β-Laktamase produzierende Staphylokokken (ausgenommen Methicillin-resistente Staphylokokken) eingeschlossen.
Flucloxacillin wird durch die Penicillinase kaum zerstört, wohl aber durch sogenannte R-Faktor-abhängige β-Laktamasen der Klasse V.
Flucloxacillin wirkt auf die Synthese der Bakterienzellwand ein. Bei genügender Dosierung übt es eine bakterizide Wirkung aus.
Die Wirkung tritt nach einer gewissen Latenzphase nur bei proliferierenden Keimen auf und führt zur Lyse derselben. Keime im Ruhestand werden nur geringgradig in bakteriostatischem Sinne beeinflusst.
Da Flucloxacillin säurefest ist, kann es sowohl peroral als auch parenteral verabreicht werden, und es erreicht in Serum, Körpergeweben, Sputum und Urin hohe Konzentrationen.
In vitro-Aktivitätsspektrum
Die Keime, gegen die Flucloxacillin OrPha im Allgemeinen aktiv ist, gehören hauptsächlich zu den folgenden Arten:

Keime

Minimale
Hemmkonzentration (µg/ml)

Staphylococcus aureus¹

0,1–0,25

Staphylococcus aureus, Beta-Laktamase bildende Stämme¹

0,25–0,5

Staphylococcus epidermidis¹

0,25–2,0 (ø 0,8)

Streptococcus pyogenes (Gruppe A)*

0,1

Streptococcus pneumoniae

0,25

Streptococcus viridans

0,5

Bacillus anthracis

0,5

Clostridium tetani

0,25

Clostridium welchii

0,25

Neisseria meningitidis

0,1

Neisseria gonorrhoeae

0,1

Neisseria gonorrhoeae, Beta-Laktamase bildende Stämme

2,5

* Weniger empfindlich auf Isoxazolylpenicilline als auf Penicillin G oder Penicillin V.
¹ Diese Werte beziehen sich auf Methicillin-empfindliche Stämme. Die Behandlung von Infektionen mit Methicillin-resistenten Staphylokokken mit Flucloxacillin OrPha wird nicht empfohlen.

Pharmakokinetik

Absorption
Eine Stunde nach der intravenösen Einzeldosis von 2 g betragen die Serumspiegel rund 100 µg/ml. Bei i.v. Applikation fallen die sehr hohen Initialkonzentrationen rasch ab und unterschreiten nach ca. 4 Stunden die therapeutisch wirksame Plasmakonzentration.
Distribution
Die Bindung an Plasmaproteine beträgt 95%.
Flucloxacillin ist plazentagängig und tritt in die Muttermilch über.
Flucloxacillin diffundiert gut in die Gewebe. Es ist aber nur schwach liquorgängig, wenn die Meningen nicht entzündet sind und erreicht dort kaum eine mikrobiologisch wirksame Konzentration.
Metabolismus/Elimination
Die Eliminations-Halbwertszeit von Flucloxacillin beträgt rund 53 Minuten. Flucloxacillin wird hauptsächlich durch die Nieren ausgeschieden. In den ersten 8 Stunden nach oraler Verabreichung finden sich 55% (35–76%), nach parenteraler Gabe (i.v.) 76,1% der verabreichten Dosis als aktive Substanz in hoher Konzentration im Urin. Zusätzlich sind ein antibakteriell aktiver Metabolit, 5-Hydroxymethyl-Flucloxacillin (bis zu 10% der Aktivität können durch diesen Metaboliten beigetragen werden) und inaktive Penicilloinsäuren des Penicillins und des Metaboliten (ca. 5% inaktiv) im Urin vorhanden. Die totale Eliminationsrate beträgt 80%. Ein kleiner Teil des Flucloxacillins wird mit der Galle ausgeschieden.
In der Leber werden nur 10–30% zu inaktiven Metaboliten metabolisiert. Der Q0-Wert beträgt 0,25. Durch gleichzeitige Verabreichung von Probenecid wird die renale Flucloxacillinexkretion reduziert, was zu einer Erhöhung der Plasmaspiegel führt.
Kinetik spezieller Patientengruppen
Die Flucloxacillinexkretion ist bei Niereninsuffizienz verlangsamt. Die terminale Halbwertszeit von Flucloxacillin beträgt 2,1–2,9 Stunden.

Präklinische Daten

Keine relevanten präklinischen Daten anzufügen.

Sonstige Hinweise

Inkompatibilitäten
Wenn Flucloxacillin OrPha und Aminoglycoside gleichzeitig verschrieben werden, sollten die beiden Antibiotika nicht im selben Behälter vermischt werden, da eine Präzipitation auftreten kann.
Flucloxacillin OrPha darf nicht mit Vollblut, Blutplasma, Proteinhydrolisaten, Protein- und Lipidlösungen gemischt werden.
Das Arzneimittel darf nur mit den unter «Hinweise für die Handhabung» aufgeführten Arzneimitteln gemischt werden.
Physikalische Inkompatibilitäten oder der Verlust der Aktivität treten in gelöster Form mit zahlreichen Arzneimitteln auf.
Deshalb ist es nicht ratsam, Flucloxacillin mit anderen Arzneimitteln als Lösung zur parenteralen Verabreichung zu kombinieren.
Beeinflussung diagnostischer Methoden
Penicilline können die Resultate des Coombs-Tests sowie den nicht-enzymatischen Harnzuckernachweis beeinträchtigen.
Haltbarkeit
Das Arzneimittel darf nur bis zu dem auf der Packung mit «EXP» bezeichneten Datum verwendet werden.
Haltbarkeit nach Anbruch
Stabilität der Lösungen für i.m. und i.v. Injektion (Durchstechflaschen zu 1 g):
Das in den empfohlenen Verdünnungen zubereitete Flucloxacillin OrPha 1 g bleibt in den folgenden Infusionslösungen während 24 Stunden stabil:
-Physiologische NaCl-Lösung;
-Glukose 5%;
-NaCl 0,18% + Glukose 4% zur Injektion;
-Dextran-40 10% + physiologische NaCl-Lösung;
-Dextran-40 10% + Glukose 5%;
-Natriumlaktat M/6.
Das in den empfohlenen Verdünnungen zubereitete Flucloxacillin OrPha 1 g sofort nach Verdünnung verwenden:
-Ringer-Laktat-Lösung (nach Hartmann).
Stabilität der Lösungen für i.v. Injektion (Durchstechflaschen zu 2 g):
Aus mikrobiologischer Sicht sollte das in den empfohlenen Verdünnungen zubereitete Flucloxacillin OrPha 2 g innerhalb von 30 Minuten nach Zubereitung verabreicht werden. Wässrige Lösungen des Arzneimittels können für 24 Stunden bei 2-8 °C gelagert werden, wenn die Lösungen unter aseptischen Bedingungen hergestellt wurden:
-Physiologische NaCl-Lösung;
-Glukose 5%;
-NaCl 0,18% + Glukose 4% zur Injektion.
Das in den empfohlenen Verdünnungen zubereitete Flucloxacillin OrPha 2 g sofort nach Verdünnung verwenden:
-Ringer-Laktat-Lösung (nach Hartmann).
Besondere Lagerungshinweise
In der Originalverpackung bei Raumtemperatur (15-25°C) und ausser Reichweite von Kindern aufbewahren.
Hinweise für die Handhabung
Intramuskuläre Injektion:
1000 mg + 3,0 ml Aqua/Lidocain 0,5% oder 1%.
Die Durchstechflaschen zu 2 g sind nicht zur i.m.-Anwendung bestimmt.
Intravenöse Injektion:
1000 mg + 20 ml Aqua/isoton. NaCl.
2000 mg + 40 ml Aqua/isoton. NaCl.
Infusion:
Lösungsmittelvolumen: Volumen entsprechend einer 1%igen Konzentration.
Lösungsmittel für Infusion mit Durchstechflaschen zu 1 g: Wasser zur Injektion, physiologische NaCl-Lösung, Glukose 5%, NaCl 0,18% + Glukose 4% zur Injektion, Hartmann’s Lösung, Natriumlaktat M/6.
Lösungsmittel für Infusion mit Durchstechflaschen zu 2 g: Wasser zur Injektion, physiologische NaCl-Lösung, Glukose 5%, NaCl 0,18% + Glukose 4% zur Injektion, Hartmann's Lösung.

Zulassungsnummer

60092 (Swissmedic)

Packungen

10 Durchstechflaschen Flucloxacillin OrPha 1 g i.v./i.m. (B)
10 Durchstechflaschen Flucloxacillin OrPha 2 g i.v. (B)

Zulassungsinhaberin

OrPha Swiss GmbH, 8700 Küsnacht

Stand der Information

Juni 2020

2021 ©ywesee GmbH
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