ZusammensetzungWirkstoffe
Diclofenacnatrium, Lidocainhydrochlorid-Monohydrat.
Hilfsstoffe
Natriumedetat, Acetylcystein, Natriumhydroxid 2.62 mg/2 ml, Macrogole, Propylenglycol (E 1520), Wasser fĂŒr Injektionszwecke.
Eine Ampulle enthÀlt 6.96 mg Natrium und 480 mg Propylenglycol.
Indikationen/AnwendungsmöglichkeitenIntramuskulÀre Injektion
Initialbehandlung folgender ZustÀnde:
·Exazerbation entzĂŒndlicher oder degenerativer Formen des Rheumatismus: Rheumatoide Arthritis, Spondylitis ankylosans, Arthrose, Spondylarthrose, schmerzhafte Vertebralsyndrome, extraartikulĂ€rer Rheumatismus.
·Akuter Gichtanfall.
·Nieren- und Gallenkolik.
·Schmerz, EntzĂŒndung und Schwellung nach Verletzungen und operativen Eingriffen.
·Schwere MigrÀneanfÀlle.
Dosierung/AnwendungAls allgemeine Empfehlung gilt, dass die Dosis individuell angepasst werden sollte. UnerwĂŒnschte Wirkungen können vermindert werden, indem die niedrigste wirksame Dosis ĂŒber die kĂŒrzest mögliche Zeitdauer zur Kontrolle der Symptome verabreicht wird (s. «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).
Ăbliche Dosierung
IntramuskulÀre Injektion
Die folgenden Anweisungen zur intramuskulĂ€ren Verabreichung mĂŒssen eingehalten werden, um Nerven- oder andere GewebeschĂ€den an der Injektionsstelle zu vermeiden (diese können zu MuskelschwĂ€chen, MuskellĂ€hmungen, HypoĂ€sthesie und Embolia cutis medicamentosa (Nicolau-Syndrom) fĂŒhren).
Die Dosierung betrÀgt im Allgemeinen 1 Ampulle zu 75 mg/d, die unter aseptischen Bedingungen tief intragluteal in den oberen Àusseren Quadranten injiziert wird.
In schweren FÀllen (z.B. Koliken) können ausnahmsweise auch 2 Ampullen zu 75 mg/d, je eine auf der linken und der rechten Seite und im Abstand von einigen Stunden, gegeben werden. Eine Ampulle zu 75 mg kann aber auch mit anderen Darreichungsformen von Olfen (z.B Lactab, Depocaps, Depotabs) bis zu einer Tageshöchstdosis von total 150 mg kombiniert werden.
Ăber die Anwendung bei MigrĂ€neanfĂ€llen beschrĂ€nken sich die klinischen Erfahrungen auf folgende Vorgehensweise: Die Behandlung wird so frĂŒh wie möglich mit 1 Ampulle zu 75 mg eingeleitet und erforderlichenfalls mit einer rektalen Diclofenac-Form in einer Dosierung bis zu 75 mg am gleichen Tag fortgesetzt. Die Gesamtdosis sollte am ersten Tag 150 mg nicht ĂŒberschreiten.
Ăber die Anwendung von Diclofenac-Mepha bei MigrĂ€ne mit einer Behandlungsdauer von mehr als einem Tag liegen keine Angaben vor. Sollte eine Fortsetzung der Behandlung an den folgenden Tagen erforderlich sein, ist die maximale Tagesdosis auf 150 mg (in Form von Suppositorien und auf Einzelgaben verteilt) zu begrenzen.
Diclofenac-Mepha darf nicht intravenös verabreicht werden.
Therapiedauer
Erwachsene
Die Behandlung mit Diclofenac-Mepha Ampullen sollte nicht lÀnger als 2 Tage dauern und kann, falls erforderlich, mit Olfen Lactab fortgesetzt werden.
Spezielle Dosierungsanweisungen
Bestehende kardiovaskulÀre Erkrankung oder wesentliche kardiovaskulÀre Risikofaktoren
Eine Behandlung mit Diclofenac ist im Allgemeinen bei Patienten mit bestehender kardiovaskulĂ€rer Erkrankung oder unkontrollierter Hypertonie nicht empfohlen. Falls notwendig, sollten Patienten mit bestehender kardiovaskulĂ€rer Erkrankung, unkontrollierter Hypertonie oder wesentlichen Risikofaktoren fĂŒr eine kardiovaskulĂ€re Erkrankung mit Diclofenac nur nach sorgfĂ€ltiger AbwĂ€gung und bei Gabe ĂŒber mehr als 4 Wochen nur mit Dosen bis zu 100 mg pro Tag, behandelt werden (s. «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).
Patienten mit Leberfunktionsstörungen
Diclofenac ist kontraindiziert bei Patienten mit Leberinsuffizienz (s. «Kontraindikationen»).
Es wurden keine spezifischen Studien bei Patienten mit eingeschrĂ€nkter Leberfunktion durchgefĂŒhrt, weshalb keine spezifischen Empfehlungen fĂŒr eine Dosisanpassung gemacht werden können. Vorsicht ist angezeigt bei der Verabreichung von Diclofenac bei Patienten mit leichter bis mĂ€ssig starker Leberfunktionsstörung (s. «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).
Patienten mit Nierenfunktionsstörungen
Diclofenac ist kontraindiziert bei Patienten mit Niereninsuffizienz (GFR <15 ml/min/1.73 m2) (s. «Kontraindikationen»).
Es wurden keine spezifischen Studien bei Patienten mit eingeschrĂ€nkter Nierenfunktion durchgefĂŒhrt, weshalb keine spezifischen Empfehlungen fĂŒr eine Dosisanpassung gemacht werden können. Vorsicht ist angezeigt bei der Verabreichung von Diclofenac bei Patienten mit Nierenfunktionsstörung (s. «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).
Ăltere Patienten
GrundsĂ€tzlich ist keine Anpassung der Initialdosis bei Ă€lteren Patienten erforderlich. Jedoch ist aus grundsĂ€tzlichen medizinischen Ăberlegungen bei Ă€lteren Patienten Vorsicht geboten. Insbesondere bei gebrechlichen Ă€lteren Patienten oder bei solchen mit geringem Körpergewicht (s. «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).
Kinder und Jugendliche
Aufgrund ihrer DosierungsstĂ€rke sind Diclofenac-Mepha Ampullen fĂŒr Kinder und Jugendliche nicht geeignet.
Art der Anwendung
Gebrauchsanweisung
Diclofenac-Mepha Ampullen sind intramuskulĂ€r als tief intragluteale Injektion in den oberen Ă€usseren Quadranten zu verabreichen. Jede Ampulle ist fĂŒr den einmaligen Gebrauch bestimmt. Die Lösung sollte unmittelbar nach dem Ăffnen verwendet werden. Eine allfĂ€llige Restmenge sollte verworfen werden.
Eine angemessene Injektionstechnik und NadellĂ€nge (unter BerĂŒcksichtigung der Dicke des glutealen Fettgewebes des Patienten) sollten angewendet werden, um eine unbeabsichtigte subkutane Diclofenac-Mepha Injektion zu vermeiden.
KontraindikationenĂberempfindlichkeit gegenĂŒber dem Wirkstoff oder einem der Hilfsstoffe gemĂ€ss Zusammensetzung.
Anamnese von Bronchospasmus, Angioödem, Urtikaria, akuter Rhinitis, Nasenschleimhautpolypen oder allergieÀhnliche Symptomen nach Einnahme von AcetylsalicylsÀure oder anderen nichtsteroidalen Antirheumatika.
Drittes Trimenon der Schwangerschaft (siehe «Schwangerschaft/Stillzeit»).
Aktive Magen- und/oder Duodenalulzera oder gastrointestinale Blutungen oder Perforation.
EntzĂŒndliche Darmerkrankungen (wie M. Crohn, Colitis ulcerosa).
Leberinsuffizienz (Child Pugh Klasse C) (Leberzirrhose und Aszites).
Niereninsuffizienz (GFR <15 ml/min/1.73 m2).
Schwere Herzinsuffizienz (NYHA III-IV).
Patienten mit hohem Risiko postoperativer Blutung, Antikoagulation, unvollstÀndiger HÀmostase, Blutbildungsstörungen oder cerebrovaskulÀre Blutung.
Behandlung postoperativer Schmerzen nach einer koronaren Bypass-Operation (resp. Einsatz einer Herz-Lungen-Maschine).
Kinder unter 14 Jahren.
Lidocain
·Bekannte Ăberempfindlichkeit gegenĂŒber LokalanĂ€sthetika vom SĂ€ureamid-Typ.
·Schwere Störungen des Herz-Reizleitungssystems.
·Bradykardie.
·Kardiogener oder hypovolÀmischer Schock.
Warnhinweise und VorsichtsmassnahmenAllgemeiner Warnhinweis fĂŒr die Anwendung von systemischen nichtsteroidalen Antirheumatika:
Gastrointestinale Ulzerationen, Blutungen oder Perforationen können wĂ€hrend der Behandlung mit nichtsteroidalen Antirheumatika (NSAR), COX-2 selektiv oder nicht, jederzeit auch ohne Warnsymptome oder anamnestische Hinweise auftreten. Um dieses Risiko zu verringern, sollte die kleinste wirksame Dosis wĂ€hrend der kĂŒrzest möglichen Therapiedauer verabreicht werden.
FĂŒr gewisse selektive COX-2-Hemmer wurde in Placebo-kontrollierten Studien ein erhöhtes Risiko fĂŒr thrombotische kardio- und zerebrovaskulĂ€re Komplikationen gezeigt. Es ist noch nicht bekannt, ob dieses Risiko direkt mit der COX-1/COX-2-SelektivitĂ€t der einzelnen NSAR korreliert. Da fĂŒr Diclofenac zurzeit keine vergleichbaren klinischen Studiendaten unter maximaler Dosierung und Langzeittherapie vorliegen, kann ein Ă€hnlich erhöhtes Risiko nicht ausgeschlossen werden. Bis zum Vorliegen von entsprechenden Daten sollte Diclofenac bei klinisch gesicherter koronarer Herzkrankheit, zerebrovaskulĂ€ren Erkrankungen, peripherer arterieller Verschlusskrankheit oder bei Patienten mit erheblichen Risikofaktoren (z.B. Bluthochdruck, HyperlipidĂ€mie, Diabetes mellitus, Rauchen) nur nach sorgfĂ€ltiger Nutzen-Risiko-AbwĂ€gung eingesetzt werden. Auch wegen diesem Risiko sollte die kleinste wirksame Dosis wĂ€hrend der kĂŒrzest möglichen Therapiedauer verabreicht werden.
Die renalen Effekte der NSAR umfassen FlĂŒssigkeitsretention mit Ădemen und/oder arterieller Hypertonie. Bei Patienten mit beeintrĂ€chtigter Herzfunktion und anderen ZustĂ€nden, die zur FlĂŒssigkeitsretention prĂ€disponieren, sollte Diclofenac deshalb nur mit Vorsicht angewendet werden. Vorsicht ist ebenfalls geboten bei Patienten, die gleichzeitig Diuretika oder ACE-Hemmer einnehmen, sowie bei erhöhtem Risiko einer HypovolĂ€mie.
Bei Àlteren Personen sind die Folgen im Allgemeinen gravierender. Wenn es bei Patienten unter Diclofenac-Mepha-Behandlung zu gastrointestinalen Blutungen oder Ulzerationen kommt, sollte das Arzneimittel abgesetzt werden.
Hautreaktionen
Schwerwiegende, teilweise letale Hautreaktionen wie exfoliative Dermatitis, Stevens-Johnson Syndrom und toxische epidermale Nekrolyse (Lyell-Syndrom) sowie Arzneimittelexanthem mit Eosinophilie und systemischen Symptomen (DRESS) wurden sehr selten im Zusammenhang mit der Verwendung von NSAR einschliesslich Diclofenac-Mepha berichtet (s. «UnerwĂŒnschte Wirkungen»). Das Risiko fĂŒr die Patienten scheint am Anfang der Behandlung am grössten, die Reaktion setzt meistens innerhalb des ersten Behandlungsmonats ein. Bei den ersten Anzeichen eines Hautausschlags, von SchleimhautlĂ€sionen oder anderen Anzeichen einer Ăberempfindlichkeit sollte Diclofenac-Mepha abgesetzt werden.
Wie bei anderen NSAR kann es mit Diclofenac in seltenen FĂ€llen auch ohne vorherige Exposition mit dem Arzneimittel zu allergischen Reaktionen, einschliesslich anaphylaktischer/anaphylaktoider Reaktionen, kommen.
Verschleierung von Anzeichen einer Infektion
Aufgrund der pharmakodynamischen Eigenschaften kann Diclofenac â wie auch andere NSAR-die Anzeichen und Symptome einer Infektion verschleiern.
Vorsichtsmassnahmen
Allgemein
Die gleichzeitige Verwendung von Diclofenac-Mepha und systemischen NSAR wie Cyclooxygenase-2 selektiven Inhibitoren ist zu vermeiden, da ein Potential fĂŒr additive unerwĂŒnschte Wirkungen besteht (s. «Interaktionen»).
Bei Patienten in hohem Alter ist aus grundsĂ€tzlichen medizinischen Ăberlegungen Vorsicht geboten. Vor allem wird empfohlen, bei gebrechlichen Ă€lteren Patienten oder solchen mit einem niedrigen Körpergewicht die niedrigste wirksame Dosierung zu verwenden.
Respiratorische Wirkungen (Vorbestehendes Asthma)
Bei Patienten mit Asthma, saisonaler allergischer Rhinitis, Schwellung der Nasenschleimhaut (d.h. Nasenpolypen), chronisch obstruktiven Lungenkrankheiten oder chronischen Infektionen der Atemwege (besonders wenn diese mit allergischen Rhinitis-artigen Symptomen verbunden sind) sind Reaktionen auf NSAR wie Exazerbationen des Asthmas (so genannte Analgetika-UnvertrĂ€glichkeit/Analgetika-Asthma), Quincke's Ădem oder Urtikaria hĂ€ufiger als bei anderen Patienten. Daher ist bei diesen Patienten besondere Vorsicht geboten (Notfall-Bereitschaft). Dies gilt auch fĂŒr Patienten, die beispielsweise mit Hautausschlag, Pruritus oder Urtikaria allergisch auf andere Substanzen reagieren.
Besondere Vorsicht ist angezeigt, wenn Diclofenac-Mepha parenteral an Patienten verabreicht wird, die an Bronchialasthma leiden, da sich dadurch die Symptome verstÀrken können.
Gastrointestinale Wirkungen
Wie bei allen NSAR, einschliesslich Diclofenac ist eine enge medizinische Ăberwachung angezeigt und besondere Vorsicht gilt bei der Verschreibung von Diclofenac-Mepha an Patienten mit Symptomen, die auf gastrointestinale (GI) Beschwerden deuten oder Patienten mit Hinweisen auf gastrische oder intestinale Ulzeration, Blutungen oder Perforation in der Anamnese (s. «UnerwĂŒnschte Wirkungen»). Das Risiko fĂŒr GI-Blutungen ist bei höherer Dosierung der NSAR grösser und auch bei Patienten mit einem anamnestischen Ulcus, besonders bei zusĂ€tzlichen Komplikationen von Blutungen oder Perforation sowie bei Ă€lteren Patienten.
Um das Risiko einer GI-ToxizitÀt bei Patienten mit anamnestischem Ulcus, besonders bei zusÀtzlichen Komplikationen von Blutungen oder Perforation und bei Àlteren Patienten zu vermindern, sollte die Behandlung mit der niedrigsten wirksamen Dosis begonnen und beibehalten werden.
Die Kombinationsbehandlung mit protektiven Substanzen (z.B. Protonenpumpen-Hemmern oder Misoprostol) sollte fĂŒr diese Patienten in Betracht gezogen werden sowie auch fĂŒr Patienten, die gleichzeitig niedrige Dosierungen von AcetylsalicylsĂ€ure (ASS) benötigen oder andere Medikamente, die das gastrointestinale Risiko möglicherweise erhöhen.
Patienten mit einer GI-ToxizitÀt in der Vorgeschichte, besonders Àltere Patienten, sollten alle ungewöhnlichen abdominalen Symptome (besonders GI-Blutungen) melden. Vorsicht ist bei Patienten geboten, die gleichzeitig Medikamente erhalten, welche das Risiko einer Ulzeration oder einer Blutung erhöhen könnten, wie beispielsweise systemische Kortikosteroide, Antikoagulantien, Antithrombotika oder selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (s. «Interaktionen»).
NSAR, einschliesslich Diclofenac, können mit einem erhöhten Risiko gastrointestinaler Anastomosenlecks verbunden sein. Bei der Anwendung von Diclofenac-Mepha nach einer Magen-Darm-Operation ist Vorsicht geboten und es wird eine engmaschige Ă€rztliche Ăberwachung empfohlen.
Hepatische Wirkungen
Enge medizinische Ăberwachung ist nötig, wenn Diclofenac-Mepha an Patienten mit eingeschrĂ€nkter Leberfunktion verabreicht wird, da ihre Erkrankung sich verschlimmern könnte (s. «UnerwĂŒnschte Wirkungen»).
Wie bei anderen NSAR, einschliesslich Diclofenac können die Werte eines oder mehrerer Leberenzyme wĂ€hrend der Behandlung mit Diclofenac-Mepha ansteigen. Dies wurde unter Diclofenac in klinischen Studien sehr hĂ€ufig gesehen (bei etwa 15% der Patienten), ist aber selten von klinischen Symptomen begleitet. In der Mehrheit dieser FĂ€lle handelt es sich um Erhöhungen im Grenzbereich. HĂ€ufig (bei 2.5%) wurden mĂ€ssige Erhöhungen beobachtet (â„3-<8x die obere Normgrenze) wĂ€hrend die Inzidenz deutlicher Erhöhungen (â„8x die obere Normgrenze) im Bereich von ungefĂ€hr 1% blieben. In den oben genannten klinischen Studien kam es in 0.5% nebst Leberenzymerhöhungen zu klinisch manifesten LeberschĂ€digungen. Die Enzymerhöhungen waren im Allgemeinen nach Absetzen des PrĂ€parates reversibel.
Hepatitis kann unter der Anwendung von Diclofenac ohne Prodromalsymptome auftreten. Bei Patienten mit hepatischer Porphyrie ist Diclofenac-Mepha mit Vorsicht anzuwenden, da das Medikament eine Attacke auslösen kann.
Renale Wirkungen
Aufgrund der wichtigen Funktion der Prostaglandine fĂŒr die Aufrechterhaltung der Nierendurchblutung kommt es unter lĂ€nger dauernder Therapie mit hochdosierten NSAR, einschliesslich Diclofenac, hĂ€ufig (1-10%) zu Ădemen und Hypertonie.
Besondere Vorsicht ist geboten bei Patienten mit beeintrĂ€chtigter Herz- oder Nierenfunktion, anamnestischer Hypertonie, bei Ă€lteren Patienten, bei Patienten, die gleichzeitig mit Diuretika oder Medikamenten behandelt werden, welche die Nierenfunktion wesentlich beeinflussen können sowie bei Patienten mit ausgeprĂ€gtem FlĂŒssigkeitsmangel im ExtrazellulĂ€rraum jeglicher Ursachen, z.B. vor oder nach einem grösseren chirurgischen Eingriff (s. «Kontraindikationen»). Als vorsorgliche Massnahme wird empfohlen, die Nierenfunktion zu ĂŒberwachen, wenn in solchen FĂ€llen Diclofenac-Mepha eingesetzt wird. Nach Absetzen der Therapie erholt sich der Patient ĂŒblicherweise auf den Zustand vor der Behandlung.
KardiovaskulÀre Wirkungen
Eine Behandlung mit NSARs einschliesslich Diclofenac kann insbesondere bei einer hohen Dosis und bei Langzeitanwendung mit geringem erhöhtem Risiko von schweren kardiovaskulÀren thrombotischen Ereignissen verbunden sein (einschliesslich Myokardinfarkt und Schlaganfall).
Eine Behandlung mit Diclofenac ist im Allgemeinen nicht empfohlen bei Patienten mit bestehender kardiovaskulĂ€rer Erkrankung (Herzinsuffizienz, bestehende ischĂ€mische Herzkrankheit, periphere arterielle Verschlusskrankheit) oder unkontrollierte Hypertonie. Falls notwendig sollten Patienten mit bestehender kardiovaskulĂ€rer Erkrankung, unkontrollierter Hypertonie oder wesentlichen Risikofaktoren fĂŒr kardiovaskulĂ€re Erkrankung (z.B. Hypertonie, HyperlipidĂ€mie, Diabetes mellitus und Rauchen) nur nach sorgfĂ€ltiger AbwĂ€gung mit Diclofenac behandelt werden und nur mit Dosen bis zu 100 mg/Tag, falls die Behandlung ĂŒber mehr als 4 Wochen fortgesetzt wird.
Da die kardiovaskulĂ€ren Risiken von Diclofenac mit der Dosis und der Dauer der Anwendung ansteigen können, sollte die niedrigste wirksame Tagesdosis ĂŒber die kĂŒrzest mögliche Zeitdauer angewendet werden. Die Notwendigkeit des Patienten fĂŒr die Symptomlinderung und das Ansprechen auf die Behandlung sollte periodisch neu beurteilt werden, insbesondere wenn die Behandlung ĂŒber mehr als 4 Wochen fortgesetzt wird.
Die Patienten sollten auf Anzeichen und Symptome von ernsthaften arteriellen thromboembolischen Ereignissen (z.B. Brustkorbschmerzen, Kurzatmigkeit, SchwÀche, undeutliches Sprechen) achten, welche ohne Warnzeichen auftreten können. Patienten sollten angewiesen werden, im Falle eines solchen Ereignisses sofort einen Arzt aufzusuchen.
Bei mit NSAR behandelten Patienten wurden FĂ€lle von Kounis-Syndrom berichtet. Das Kounis-Syndrom umfasst kardiovaskulĂ€re Symptome infolge einer allergischen Reaktion oder Ăberempfindlichkeitsreaktion mit einer Verengung der Koronararterien und kann potenziell zu einem Myokardinfarkt fĂŒhren.
Reaktionen an der Injektionsstelle
Nach der intramuskulÀren Anwendung von Diclofenac wurden Reaktionen an der Injektionsstelle gemeldet, einschliesslich Nekrose an der Injektionsstelle und Embolia cutis medicamentosa, auch als Nicolau-Syndrom bekannt (insbesondere nach versehentlicher subkutaner Anwendung). Eine angemessene Nadel Auswahl und Injektionstechnik sollten bei einer intramuskulÀren Anwendung von Diclofenac befolgt werden (s. «Dosierung/Anwendung», Art der Anwendung).
HĂ€matologische Wirkungen
WĂ€hrend der Langzeitbehandlung mit Diclofenac werden wie bei anderen NSAR Blutbildkontrollen empfohlen.
Wie andere NSAR kann auch Diclofenac vorĂŒbergehend die Thrombozytenaggregation hemmen. Patienten mit einer Gerinnungsstörung sollten sorgfĂ€ltig ĂŒberwacht werden.
Vorsichtsmassnahmen betreffend Lidocain
Wegen des Gehaltes an Lidocain ist Vorsicht geboten bei erhöhter Krampfbereitschaft, intraventrikulÀren Erregungsleitungsstörungen und AV-Block I. Grades, Myasthenia gravis, Injektion in infiziertes Gewebe.
Hilfsstoffe
Deses Arzneimittel enthÀlt weniger als 1 mmol Natrium (23 mg) pro Ampulle à 2ml, d.h. es ist nahezu «natriumfrei».
Dieses Arzneimittel enthÀlt 480 mg Propylenglycol (E1520) pro Ampulle à 2ml entsprechend 240mg/ml.
InteraktionenDie folgenden Interaktionen konnten unter Diclofenac-Mepha Ampullen und/oder anderen Darreichungsformen von Diclofenac beobachtet werden.
Beobachtete Interaktionen, die in Betracht zu ziehen sind
Enzyminduktoren
CYP2C9 Induktoren
Vorsicht ist angebracht, wenn Diclofenac zusammen mit CYP2C9 Induktoren (z.B. Rifampicin) angewendet wird. Es kann zu signifikanter Verringerung der Plasmakonzentration und Exposition durch Diclofenac kommen.
Enzyminhibitoren
CYP2C9-Inhibitoren
Vorsicht ist angebracht, wenn Diclofenac zusammen mit CYP2C9-Inhibitoren (z.B. Voriconazol) angewendet wird. Es kann zu signifikantem Ansteigen der Plasma-Peak-Konzentration von Diclofenac und insgesamt zu einer erhöhten Gesamt-Exposition durch Diclofenac kommen.
Wirkung von Diclofenac InjektionsprÀparat auf andere Arzneimittel
Beobachtete Interaktionen, die in Betracht zu ziehen sind
Lithium
Bei gleichzeitiger Verwendung kann Diclofenac die Plasmakonzentration von Lithium erhöhen. Eine Kontrolle der Lithiumspiegel im Serum wird empfohlen.
Digoxin
Bei gleichzeitiger Verwendung kann Diclofenac die Plasmakonzentration von Digoxin erhöhen. Eine Kontrolle der Digoxinspiegel im Serum wird empfohlen.
Diuretika und Antihypertonika
Wie mit anderen NSAR kann die gleichzeitige Verwendung von Diclofenac mit Diuretika oder Antihypertonika (z.B. Betablocker, Angiotensin Converting Enzyme (ACE)-Hemmer) zu einer Abnahme ihrer antihypertonischen Wirkungen fĂŒhren. Daher sollte eine Kombination mit Vorsicht angewendet werden und bei Patienten, besonders bei Ă€lteren, sollte der Blutdruck regelmĂ€ssig kontrolliert werden. Die Patienten sollten angemessen hydriert werden und auf die Kontrolle der Nierenfunktion ist nach Beginn der Kombinationsbehandlung und danach regelmĂ€ssig zu achten, besonders bei Diuretika und ACE-Hemmern, denn hier besteht ein erhöhtes Risiko einer NephrotoxizitĂ€t (s. «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).
Ciclosporin und Tacrolimus
Diclofenac kann wie andere NSAR die NephrotoxizitÀt von Ciclosporin und Tacrolimus aufgrund seiner Wirkungen auf die renalen Prostaglandine verstÀrken. Daher sollte es in niedrigeren Dosierungen verabreicht werden als bei Patienten, die kein Ciclosporin oder Tacrolimus erhalten.
Arzneimittel, die bekanntlich HyperkalÀmie verursachen
Die gleichzeitige Behandlung mit kaliumsparenden Diuretika, Ciclosporin, Tacrolimus oder Trimethoprim kann mit erhöhten Plasma-Kaliumspiegeln zusammenhĂ€ngen, die deshalb hĂ€ufig ĂŒberprĂŒft werden sollten (s. «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).
Chinolon-Antibiotika
Vereinzelt wurde ĂŒber Konvulsionen berichtet, die möglicherweise auf die gleichzeitige Anwendung von Chinolonen und NSAR zurĂŒckzufĂŒhren waren.
Voraussehbare Interaktionen, die in Betracht zu ziehen sind
Andere NSAR und Kortikosteroide
Die gleichzeitige Verabreichung von Diclofenac mit anderen systemischen NSAR oder Kortikosteroiden kann die HĂ€ufigkeit unerwĂŒnschter gastrointestinaler Wirkungen erhöhen (s. «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).
Antikoagulantien und Antithrombotika
Vorsicht ist geboten, da die gleichzeitige Verabreichung das Blutungsrisiko erhöhen könnte (s. «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).
Obwohl klinische PrĂŒfungen keine Anhaltspunkte dafĂŒr zu geben scheinen, dass Diclofenac die Wirkung von Antikoagulantien beeinflusst, liegen Berichte ĂŒber ein erhöhtes Blutungsrisiko bei gleichzeitiger Anwendung von Diclofenac und Antikoagulantien vor. Deshalb wird in diesen FĂ€llen eine sorgfĂ€ltige Ăberwachung empfohlen.
Selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRIs)
Die gleichzeitige Verabreichung von systemischen NSAR, einschliesslich Diclofenac, und SSRI kann das Risiko fĂŒr gastrointestinale Blutungen erhöhen (s. «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).
Antidiabetika
Klinische PrĂŒfungen haben gezeigt, dass Diclofenac zusammen mit oralen Antidiabetika gegeben werden kann, ohne deren klinische Wirkung zu beeinflussen. Vereinzelt wurde jedoch ĂŒber hypoglykĂ€mische und hyperglykĂ€mische Reaktionen nach Verabreichung von Diclofenac berichtet, die eine Anpassung der Antidiabetikadosierung erforderlich machten.
Aus diesem Grund wird die Kontrolle des Blutzuckerspiegels als Vorsichtsmassnahme wÀhrend der Kombinationstherapie empfohlen.
Es liegen auch vereinzelte Berichte ĂŒber Stoffwechselazidose vor, wenn Diclofenac zusammen mit Metformin verabreicht wurde, insbesondere bei Patienten mit schon bestehender NierenfunktionsbeeintrĂ€chtigung.
Methotrexat
Vorsicht ist geboten, wenn NSAR, einschliesslich Diclofenac, weniger als 24 h vor oder nach einer Behandlung mit Methotrexat verabreicht werden, da der Methotrexat-Blutspiegel ansteigen und die ToxizitÀt von Methotrexat erhöht werden kann.
Phenytoin
Wird Phenytoin zusammen mit Diclofenac angewendet, ist die Ăberwachung der Phenytoin-Plasmakonzentration empfohlen, da ein Anstieg der Phenytoin-Exposition zu erwarten ist.
Lidocain
Bei der Kombination mit Antiarrhythmika, Betablockern oder Calciumantagonisten muss mit einer additiven, hemmenden Wirkung auf die AV-Ăberleitung, die intra-ventrikulĂ€re Reizausbreitung und die Kontraktionskraft gerechnet werden.
Schwangerschaft, StillzeitSchwangerschaft
Diclofenac
Eine Hemmung der Prostaglandinsynthese kann die Schwangerschaft und/oder die embryofetale Entwicklung negativ beeinflussen. Daten aus epidemiologischen Studien weisen auf ein erhöhtes Risiko fĂŒr Fehlgeburten sowie kardiale Missbildungen und Gastroschisis nach der Anwendung eines Prostaglandinsynthesehemmers in der FrĂŒhschwangerschaft hin. Es wird angenommen, dass das Risiko mit der Dosis und der Dauer der Therapie steigt.
Bei Tieren wurde nachgewiesen, dass die Gabe eines Prostaglandinsynthesehemmers zu erhöhtem prĂ€- und post-implantĂ€rem Verlust und zu embryo-fetaler LetalitĂ€t fĂŒhrt. Ferner wurden erhöhte Inzidenzen verschiedener Missbildungen, einschliesslich kardiovaskulĂ€rer Missbildungen, bei Tieren berichtet, die wĂ€hrend der Phase der Organogenese einen Prostaglandinsynthesehemmer erhielten (s. «PrĂ€klinische Daten»).
Lidocain
Eine Anwendung von Lidocain wĂ€hrend der Schwangerschaft soll nur erfolgen, wenn dies unbedingt erforderlich ist. Kontrollierte Untersuchungen an Schwangeren liegen nicht vor. Daten ĂŒber eine begrenzte Anzahl von exponierten Schwangeren geben keinen Hinweis auf kongenitale Effekte durch Lidocain. Tierexperimentelle Studien haben ReproduktionstoxizitĂ€t gezeigt (s. «PrĂ€klinische Daten»). Lidocain passiert die Plazenta rasch.
Erstes und zweites Trimenon
Diclofenac
WÀhrend des ersten und zweiten Schwangerschaftstrimesters sollte Diclofenac nur gegeben werden, wenn dies unbedingt notwendig ist. Falls Diclofenac von einer Frau angewendet wird, die versucht schwanger zu werden oder wenn es wÀhrend des ersten oder zweiten Schwangerschaftstrimesters angewendet wird, sollte die Dosis so niedrig und die Behandlungsdauer so kurz wie möglich gehalten werden.
Oligohydramnion/neonatale Niereninsuffizienz/Verengung des Ductus arteriosus
Die Einnahme von NSARs, in der 20. SSW oder spĂ€ter kann zu fetalen Nierenfunktionsstörungen fĂŒhren, die Oligohydramnion und, in bestimmten FĂ€llen, neonatale Niereninsuffizienz verursachen können. Diese unerwĂŒnschten Wirkungen treten im Durchschnitt nach Tagen bis Wochen der Behandlung auf, obwohl in seltenen FĂ€llen bereits 48 Stunden nach Beginn der NSAR-Behandlung ĂŒber Oligohydramnion berichtet wurde. Oligohydramnion ist oft, aber nicht immer, mit Absetzen der Behandlung reversibel. Zu den Komplikationen eines verlĂ€ngerten Oligohydramnios können z.B. Kontrakturen der Gliedmassen und eine verzögerte Lungenreifung gehören. Nach der MarkteinfĂŒhrung waren in einigen FĂ€llen von eingeschrĂ€nkter neonataler Nierenfunktion invasive Verfahren wie Austauschtransfusion oder Dialyse erforderlich.
DarĂŒber hinaus wurde ĂŒber eine Verengung des Ductus arteriosus nach der Behandlung im zweiten Trimester berichtet, welche sich in den meisten FĂ€llen nach Absetzen der Behandlung wieder auflöste.
ErwĂ€gen Sie eine UltraschallĂŒberwachung des Fruchtwassers und des Fötusherzens, wenn die Behandlung mit Diclofenac-Mepha Ampullen lĂ€nger als 48 Stunden dauert. Setzten Sie Diclofenac-Mepha Ampullen ab, wenn ein Oligohydramnion oder eine Verengung des Ductus arteriosus auftritt, und fĂŒhren Sie eine Nachuntersuchung gemĂ€ss der klinischen Praxis durch.
Drittes Trimenon
Diclofenac
WÀhrend des dritten Schwangerschaftstrimesters ist Diclofenac kontraindiziert. Alle Prostaglandinsynthesehemmer können:
·den Fetus folgenden Risiken aussetzen:
·Kardiopulmonale ToxizitÀt (mit vorzeitigem Verschluss des Ductus arteriosus und pulmonaler Hypertonie, s. auch «PrÀklinische Daten»);
·Nierenfunktionsstörung, die zu Nierenversagen mit Oligohydramniose fortschreiten kann.
·die Mutter und das Kind folgenden Risiken aussetzen:
·Mögliche VerlÀngerung der Blutungszeit, ein thrombozyten-aggregationshemmender Effekt, der selbst bei sehr geringen Dosen auftreten kann;
·Hemmung von Uteruskontraktionen, mit der Folge eines verspÀteten oder verlÀngerten Geburtsvorganges.
Stillzeit
Diclofenac
Wie andere NSAR geht Diclofenac in geringen Mengen in die Muttermilch ĂŒber. Vorsichtshalber soll Diclofenac deshalb von stillenden Frauen nicht verwendet werden. Ist die Behandlung unerlĂ€sslich, ist der SĂ€ugling auf Flaschennahrung umzustellen.
Lidocain
Auch Lidocain geht in geringer Menge in die Muttermilch ĂŒber, eine Gefahr fĂŒr den SĂ€ugling erscheint bei therapeutischen Dosen aber unwahrscheinlich.
FertilitÀt
Die Anwendung von Diclofenac kann die weibliche FertilitĂ€t beeintrĂ€chtigen und wird daher bei Frauen, die schwanger werden möchten nicht empfohlen. Bei Frauen, die Schwierigkeiten haben schwanger zu werden oder bei denen Untersuchungen zur InfertilitĂ€t durchgefĂŒhrt werden, sollte das Absetzen von Diclofenac in Betracht gezogen werden.
Bei Tieren ist aufgrund entsprechender Daten eine BeeintrĂ€chtigung der mĂ€nnlichen FertilitĂ€t nicht auszuschliessen (s. «PrĂ€klinische Daten»). Die Relevanz dieser Befunde fĂŒr den Menschen ist unklar.
Wirkung auf die FahrtĂŒchtigkeit und auf das Bedienen von MaschinenPatienten, bei denen es unter Diclofenac-Mepha zu Sehstörungen, Benommenheit, Schwindel, SchlĂ€frigkeit oder anderen zentralnervösen Störungen kommt, sollten darauf verzichten, ein Fahrzeug zu lenken oder Maschinen zu bedienen.
UnerwĂŒnschte WirkungenDie folgenden unerwĂŒnschten Wirkungen umfassen solche, die mit Diclofenac-Mepha Ampullen und/oder anderen Diclofenac-Darreichungsformen unter Kurzzeit- oder Langzeitbehandlung berichtet wurden.
HĂ€ufigkeiten
«Sehr hĂ€ufig» (â„1/10), «hĂ€ufig» (<1/10, â„1/100), «gelegentlich» (<1/100, â„1/1'000), «selten» (<1/1'000, â„1/10'000), «sehr selten» (<1/10'000).
Infektionen
Sehr selten: Abszesse an der Injektionsstelle.
Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems
Sehr selten: Thrombozytopenie, Leukopenie, AnÀmie (einschliesslich hÀmolytischer und aplastischer AnÀmie), Agranulozytose.
Erkrankungen des Immunsystems
Selten: Ăberempfindlichkeit, anaphylaktische und anaphylaktoide Reaktionen (einschliesslich Hypotonie und Schock).
Sehr selten: Angioödem (einschliesslich Gesichtsödem).
Psychiatrische Erkrankungen
Sehr selten: Desorientiertheit, Depression, Schlaflosigkeit, AlbtrÀume, Reizbarkeit, psychotische Störung.
Erkrankungen des Nervensystems
HĂ€ufig: Kopfschmerzen, Benommenheit.
Selten: Somnolenz.
Sehr selten: ParĂ€sthesie, GedĂ€chtnisstörung, Konvulsion, AngstgefĂŒhl, Zittern, aseptische Meningitis, Dysgeusie, cerebrovaskulĂ€rer Vorfall.
Augenerkrankungen
Sehr selten: Sehstörung, SehschwÀche, Diplopie.
Erkrankungen des Ohrs und des Labyrinths
HĂ€ufig: Vertigo.
Sehr selten: Tinnitus, vermindertes Hörvermögen.
Herzerkrankungen
Gelegentlich*: Myokardinfarkt, Herzinsuffizienz, Palpitationen, Brustschmerz.
Nicht bekannt: Kounis-Syndrom.
GefÀsserkrankungen
HĂ€ufig: Hypertonie.
Sehr selten: Vaskulitis.
Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und Mediastinums
Selten: Asthma (einschliesslich Dyspnoe).
Sehr selten: Pneumonitis.
Erkrankungen des Gastrointestinaltraktes
HĂ€ufig: Ăbelkeit, Erbrechen, Durchfall, Bauchschmerzen, Dyspepsie, BlĂ€hungen, verminderter Appetit.
Selten: Gastritis, gastrointestinale Blutung, HĂ€matemesis, hĂ€morrhagischer Durchfall, Melaena, Magen-Darmulkus (mit oder ohne Blutung, gastrointestinale Stenose oder Perforation, die zu einer Peritonitis fĂŒhren kann).
Sehr selten: Colitis (einschliesslich hÀmorrhagischer Colitis, ischÀmische Colitis und Exazerbation der Colitis ulcerosa oder Morbus Crohn), Obstipation, Stomatitis, Glossitis, oesophageale Störung, intestinale Diaphragmaerkrankung, Pankreatitis.
Leber- und Gallenerkrankungen
HÀufig: Transaminasen erhöht.
Selten: Hepatitis, Gelbsucht, Leberfunktionsstörung.
Sehr selten: Fulminante Hepatitis, Lebernekrose, Leberversagen.
Erkrankungen der Haut und des Unterhautgewebes
HĂ€ufig: Hautausschlag.
Selten: Urtikaria.
Sehr selten: Bullöse Dermatitis, Ekzem, Erythem, Erythema multiforme, Stevens-Johnson-Syndrom, Lyell-Syndrom (Epidermolysis acuta toxica), exfoliative Dermatitis, Alopezie, Lichtempfindlichkeit, Purpura, Henoch-Schonlein-Purpura, Pruritus.
Nicht bekannt: Arzneimittelexanthem mit Eosinophilie und systemischen Symptomen (DRESS).
Erkrankungen der Nieren und Harnwege
HĂ€ufig: FlĂŒssigkeitsretention, Ădeme.
Sehr selten: Akute NierenschÀdigung (akutes Nierenversagen), HÀmaturie, Proteinurie, tubulo-interstitielle Nephritis, nephrotisches Syndrom, renale Papillennekrose.
Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort
HÀufig: Reaktion an der Injektionsstelle, Schmerz an der Injektionsstelle, VerhÀrtung an der Injektionsstelle.
Selten: Ădem, Nekrose an der Injektionsstelle.
* Die HĂ€ufigkeit widerspiegelt Daten bei Langzeitbehandlung mit einer hohen Dosis (150 mg/Tag).
Meta-Analysen von kontrollierten klinischen Studien und pharmako-epidemiologische Daten weisen darauf hin, dass die Anwendung von Diclofenac, insbesondere in hohen Dosen (150 mg tĂ€glich) und bei Langzeitanwendung in Zusammenhang stehen kann mit einem erhöhten Risiko fĂŒr arterielle thromboembolische Ereignisse (z.B. Myokardinfarkt oder Schlaganfall) (siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).
UnerwĂŒnschte Wirkungen nach MarkteinfĂŒhrung
Die folgenden unerwĂŒnschten Arzneimittelwirkungen basieren auf Erfahrungen mit Diclofenac nach der MarkteinfĂŒhrung. Weil es sich dabei um freiwillige Angaben aus einer Population unbekannter Grösse handelt, ist es nicht möglich, eine verlĂ€ssliche SchĂ€tzung ihrer HĂ€ufigkeit abzugeben, deshalb werden sie der Kategorie «nicht bekannt» zugeordnet.
Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort
Nicht bekannt: Embolia cutis medicamentosa (Nicolau-Syndrom).
Beschreibung ausgewÀhlter Nebenwirkungen
Einfluss auf die Sehkraft
Sehstörungen wie Sehverschlechterung, verschwommenes Sehen und Doppeltsehen scheinen ein Klasseneffekt von NSAR zu sein und sind normalerweise reversibel nach Abbruch der Therapie. Ein wahrscheinlicher Mechanismus fĂŒr die Sehstörungen ist die Inhibierung der Synthese von Prostaglandin und anderen Ă€hnlichen Stoffen, was die Regulation des retinalen Blutdruckes verĂ€ndern und zu möglichen VerĂ€nderungen der Sehkraft fĂŒhren kann. Falls solche Symptome wĂ€hrend der Behandlung mit Diclofenac auftreten, sollte eine ophthalmologische Untersuchung in Betracht gezogen werden, um andere Ursachen auszuschliessen.
Lidocain
Allergische Reaktionen in Form von Urtikaria, Ădem, Bronchospasmus oder eines Atemnotsyndrom sowie Kreislaufreaktionen werden gelegentlich beschrieben.
Durch eine schnelle Anflutung (versehentliche i.v.- Injektion, Injektion in stark durchblutetes Gewebe) oder durch Ăberdosierung kann es zu systemischen Reaktionen wie Schwindel, Benommenheit, Somnolenz, KrĂ€mpfe, VerwirrtheitszustĂ€nde, Ăbelkeit, Erbrechen, Bradykardie, Rhythmusstörungen, Blutdruckabfall bis zum Schock kommen.
Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von grosser Wichtigkeit. Sie ermöglicht eine kontinuierliche Ăberwachung des Nutzen-Risiko-VerhĂ€ltnisses des Arzneimittels. Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdacht einer neuen oder schwerwiegenden Nebenwirkung ĂŒber das Online-Portal ElViS (Electronic Vigilance System) anzuzeigen. Informationen dazu finden Sie unter www.swissmedic.ch.
ĂberdosierungAnzeichen und Symptome
Es gibt kein typisches Erscheinungsbild nach einer Ăberdosierung von Diclofenac. Eine Ăberdosis kann Symptome wie Erbrechen, gastrointestinale Blutung, Diarrhoe, Benommenheit, Tinnitus oder Konvulsionen auslösen. Im Falle einer schweren Vergiftung kann es zu akutem Nierenversagen und Leberschaden kommen.
Behandlung
Die Behandlung einer akuten Vergiftung mit NSAR, einschliesslich Diclofenac, besteht im Wesentlichen aus supportiven Massnahmen und einer symptomatischen Behandlung. Supportive Massnahmen und eine symptomatische Behandlung sollten bei Komplikationen wie Hypotonie, Nierenversagen, Konvulsionen, gastrointestinalen Beschwerden und Atemdepression erfolgen.
Spezifische Massnahmen wie forcierte Diurese, Dialyse oder HĂ€moperfusion sind vermutlich fĂŒr die Elimination von NSAR, einschliesslich Diclofenac, wegen ihrer hohen Proteinbindung und ihrer extensiven Verstoffwechselung nicht hilfreich.
Eigenschaften/WirkungenATC-Code
M01AB05
Wirkungsmechanismus
Diclofenac-Mepha Ampullen enthalten das Natriumsalz von Diclofenac, einer nichtsteroidalen Wirksubstanz mit ausgeprĂ€gten antirheumatischen, entzĂŒndungshemmenden, schmerzlindernden und fiebersenkenden Eigenschaften.
Als wesentlich fĂŒr den Wirkungsmechanismus wird die Hemmung der Prostaglandin-Biosynthese angesehen, die experimentell nachgewiesen wurde. Prostaglandine sind an der Entstehung von EntzĂŒndung, Schmerz und Fieber wesentlich beteiligt.
In Konzentrationen, die den beim Menschen erreichten Werten entsprechen, verursacht Diclofenac-Mepha in vitro keine UnterdrĂŒckung der Biosynthese von Proteoglykanen im Knorpel.
Pharmakodynamik
Siehe «Wirkungsmechanismus».
Klinische Wirksamkeit
Die entzĂŒndungshemmenden und schmerzlindernden Eigenschaften bewirken bei der Behandlung von rheumatischen Erkrankungen eine deutliche Besserung der Beschwerden, wie Ruheschmerz, Schmerz bei Bewegung, Morgensteifigkeit, Schwellung der Gelenke sowie eine Zunahme der FunktionsfĂ€higkeit.
Bei posttraumatischen und postoperativen EntzĂŒndungen, bewirkt Diclofenac-Mepha eine rasche Abnahme von Spontan- und Bewegungsschmerzen und vermindert die entzĂŒndliche Schwellung und das Wundödem.
Zusammen mit Opioiden zur Behandlung postoperativer Schmerzen eingesetzt, verringert Diclofenac-Mepha den Opioidbedarf signifikant.
In klinischen PrĂŒfungen wurde die ausgeprĂ€gte analgetische Wirkung auch bei mittleren und schweren SchmerzzustĂ€nden nichtrheumatischer Art nachgewiesen, wobei die Wirkung innerhalb von 15â30 Min. eintritt. Ausserdem zeigte sich, dass Diclofenac-Mepha die Symptome von MigrĂ€neanfĂ€llen gĂŒnstig beeinflusst.
Diclofenac-Mepha Ampullen eignen sich besonders zur Initialtherapie von entzĂŒndlichen und degenerativen rheumatischen Erkrankungen sowie zur Behandlung von entzĂŒndlichen SchmerzzustĂ€nden nichtrheumatischer Art.
PharmakokinetikAbsorption
Nach intramuskulÀrer Injektion von 75 mg Diclofenac werden nach ungefÀhr 20 Minuten maximale Plasmakonzentrationen von im Mittel 2.5 ”g/ml erreicht. Im Gegensatz dazu fallen die Plasmakonzentrationen rasch ab, sobald sie nach intramuskulÀrer Injektion oder nach Verabreichung von magensaftresistenten Dragées oder Suppositorien ihr Maximum erreicht haben.
Die FlÀche unter der Konzentrationskurve (AUC) ist bei gleicher Dosierung nach intramuskulÀrer oder intravenöser Verabreichung etwa doppelt so gross wie nach oraler oder rektaler Gabe, weil der Wirkstoff nach oraler oder rektaler Applikation wÀhrend der ersten Leberpassage («first pass») etwa zur HÀlfte metabolisiert wird.
Bei wiederholter Verabreichung Àndert sich die Kinetik nicht. Bei Einhaltung der empfohlenen Dosierungsintervalle kommt es zu keiner Kumulation.
Distribution
Diclofenac wird zu 99.7% an die Serumproteine, hauptsÀchlich an Albumin (99.4%) gebunden.
Das apparente Verteilungsvolumen lÀsst sich berechnen und betrÀgt demnach 0.12-0.17 l/kg.
Diclofenac dringt in die SynovialflĂŒssigkeit ein. Dort werden die Höchstkonzentrationen 2-4 h nach Erreichen der maximalen Plasmawerte gemessen. Die apparente Halbwertszeit der Elimination aus der SynovialflĂŒssigkeit betrĂ€gt 3-6 h. Bereits zwei Stunden nach Erreichen der maximalen Plasmakonzentration liegt die Konzentration des Wirkstoffs in der SynovialflĂŒssigkeit höher als im Plasma und bleibt bis zu 12 h lang höher. Diclofenac wurde in der Brustmilch einer stillenden Mutter in einer geringen Konzentration nachgewiesen (100 ng/ml). Die geschĂ€tzte Menge, die durch einen SĂ€ugling, der Brustmilch konsumiert, aufgenommen wird, entspricht einer Dosis von 0.03 mg/kg/Tag.
Metabolismus
Die Biotransformation erfolgt teilweise durch Glucuronidierung des intakten MolekĂŒls, aber vorwiegend durch einfache und mehrfache Hydroxylierung und Methoxylierung. Dadurch entstehen mehrere phenolische Metaboliten (3'-Hydroxy-, 4'-Hydroxy-, 5-Hydroxy-, 4',5-Dihydroxy- und 3'-Hydroxy-4'-methoxy-diclofenac), die dann weitgehend an GlucuronsĂ€ure konjugiert werden. Zwei dieser phenolischen Metaboliten sind, wenn auch wesentlich weniger als Diclofenac, pharmakologisch wirksam.
Elimination
Die Elimination der Wirksubstanz aus dem Plasma erfolgt mit einer systemischen Clearance von 263 ± 56 ml/min (x ± SD). Die terminale Halbwertszeit betrÀgt 1-2 h.
Auch vier der Metaboliten, darunter die beiden aktiven Metaboliten, haben eine kurze Halbwertszeit von 1-3 h. Eine wesentlich lÀngere Halbwertszeit hat der praktisch inaktive Metabolit 3'-Hydroxy-4'-methoxy-diclofenac.
UngefÀhr 60% der applizierten Dosis werden renal in Form von Metaboliten ausgeschieden, weniger als 1% als unverÀnderte Substanz. Der Rest der Dosis wird als Metaboliten mit der Galle in den Faeces eliminiert.
LinearitÀt/Nicht LinearitÀt
Die Plasmakonzentrationen stehen in linearer Relation zur Dosis.
Kinetik spezieller Patientengruppen
Leberfunktionsstörungen
Bei eingeschrÀnkter Leberfunktion (chronische Hepatitis, kompensierte Leberzirrhose) verlaufen die Kinetik und der Metabolismus von Diclofenac wie bei Patienten mit gesunder Leber.
Nierenfunktionsstörungen
Bei Patienten mit eingeschrĂ€nkter Nierenfunktion kann aus der Kinetik einer Einzeldosis fĂŒr das ĂŒbliche Dosierungsschema keine Akkumulation von unverĂ€nderter Wirksubstanz abgeleitet werden. Bei einer Kreatinin-Clearance von weniger als 10 ml/min. ist der theoretische Steady-state-Plasmaspiegel der Metaboliten ungefĂ€hr viermal höher als bei gesunden Menschen. Dennoch werden die Metaboliten schliesslich ĂŒber die Galle ausgeschieden.
Ăltere Patienten
Es wurden keine wesentlichen altersbedingten Unterschiede der Resorption, des Metabolismus oder der Ausscheidung des Arzneimittels festgestellt.
PrĂ€klinische DatenPrĂ€klinische Daten aus Studien zur Sicherheitspharmakologie, akuten ToxizitĂ€t und ToxizitĂ€t nach Mehrfachdosierung sowie zur GenotoxizitĂ€t, MutagenitĂ€t und KarzinogenitĂ€t von Diclofenac ergaben bei den vorgesehenen therapeutischen Dosierungen keine Hinweise auf eine besondere Gefahr fĂŒr Menschen.
Die erhöhte Inzidenz von Lymphomen (Thymus) bei MĂ€usen, und die erhöhte Inzidenz von subkutanen Fibromen, Fibroadenomen (MilchdrĂŒse) oder C-Zell-Adenomen (SchilddrĂŒse) bei Ratten waren alle innerhalb des historischen Kontrollbereiches des Labors fĂŒr den verwendeten Tierstamm und wurden als zufĂ€llig eingestuft.
In allen an der Ratte durchgefĂŒhrten ToxizitĂ€tsstudien wurden eine Hypertrophie mesenterialer Lymphknoten oder Lymphadenitits mit reaktiver Hyperplasie beobachtet. Diese VerĂ€nderungen wurden von einer Neutrophilie begleitet, welche ebenfalls in Affenstudien beobachtet werden konnte. Es wird vermutet, dass es sich dabei um Reaktionen handelt, die sekundĂ€r zu den im Magen-Darm-Trakt beobachteten Ulzera auftreten. In einer 2-Jahresstudie wurde bei mit Diclofenac behandelten Ratten eine dosisabhĂ€ngige Zunahme von thrombotischen GefĂ€ssverschlĂŒssen am Herzen beobachtet.
ReproduktionstoxizitÀt
Aus zusĂ€tzlichen Studien gibt es Hinweise darauf, dass Diclofenac bei wiederholter oraler Gabe an Ratten (>1 mg/kg Körpergewicht) die FertilitĂ€t beeinflussende Effekte hervorruft (erniedrigter Testosteronspiegel sowie Reduktion im Gewicht der Nebenhoden und Hoden verbunden mit histopathologischen VerĂ€nderungen). Ăhnliche Effekte wurden auch in der F1-Generation nach Dosen â„1.25 mg/kg in einer 2-Generationenstudie beobachtet. Beim Hund fĂŒhrte die tĂ€gliche subkutane Gabe von 2 mg/kg Diclofenac-Natrium zu einer Erhöhung der Spermatidenzahl. Weitere Studien beschreiben einen verminderten Prozentsatz sich paarender Rattenweibchen nach wiederholter Gabe von â„0.5 mg/kg Diclofenac. Ein Einfluss auf sowohl mĂ€nnliche als auch weibliche FertilitĂ€t kann daher nicht ausgeschlossen werden.
Diclofenac ĂŒberwindet die Plazentaschranke bei Nagetieren. Die Gabe von NSAR (einschliesslich Diclofenac) hemmte die Ovulation bei Kaninchen und die Implantation und Plazentation bei Ratten, und fĂŒhrte bei trĂ€chtigen Ratten zum frĂŒhzeitigen Verschluss des Ductus arteriosus. Bei Ratten waren fĂŒr das Muttertier toxische Dosen von Diclofenac verbunden mit Dystokie, verlĂ€ngerter TrĂ€chtigkeit, vermindertem fötalem Ăberleben und intrauteriner Wachstumsverzögerung. Die geringen Effekte von Diclofenac auf Reproduktionsparameter und Geburt als auch auf den Verschluss des Ductus arteriosus in utero sind pharmakologische Auswirkungen dieser Klasse von Prostaglandinsynthesehemmern (s. «Kontraindikationen» und «Schwangerschaft/Stillzeit»).
In einer Studie mit MĂ€usen wurde TeratogenitĂ€t (Gaumenspalte) bei der maternal toxischen Dosis 4 mg/kg beobachtet. Bei Ratten und Kaninchen fĂŒhrte Behandlung mit bis zu maternal toxischen Dosen nicht zu teratogenen Effekten. Retardierte Ossifikation und reduziertes fetales Gewicht bei einer Studie mit Kaninchen waren die einzigen VerĂ€nderungen, die bei diesen Untersuchungen beobachtet wurden.
Bei fĂŒr das Muttertier toxischen Dosen wurde die perinatale und postnatale Entwicklung der Nachkommen beeintrĂ€chtigt (FertilitĂ€t, siehe oben, sowie Geburtsgewicht und retardiertes postnatales Wachstum).
Lidocain
MutagenitĂ€tsuntersuchungen mit Lidocain verliefen negativ. Dagegen gibt es Hinweise, dass ein bei der Ratte, möglicherweise auch beim Menschen aus Lidocain entstehendes Stoffwechselprodukt, 2,6-Xylidin, mutagene Wirkungen haben könnte. Diese Hinweise ergeben sich aus in-vitro-Tests, in denen dieser Metabolit in sehr hohen, fast toxischen Konzentrationen eingesetzt wurde. DarĂŒber hinaus zeigte 2,6-Xylidin in einer KanzerogenitĂ€tsstudie an Ratten mit transplazentarer Exposition und nachgeburtlicher Behandlung der Tiere ĂŒber 2 Jahre ein tumorigenes Potential. In diesem hochempfindlichen Testsystem wurden bei sehr hohen Dosierungen bösartige und gutartige Tumoren vor allem in der Nasenhöhle beobachtet. Da eine Relevanz dieser Befunde fĂŒr den Menschen nicht hinreichend sicher auszuschliessen ist, sollte Lidocain nicht ĂŒber lĂ€ngere Zeit in hohen Dosen verabreicht werden.
Studien zur ReproduktionstoxizitĂ€t ergaben keine Hinweise auf teratogene Eigenschaften. Allein eine Reduzierung des Fetalgewichtes wurde beobachtet. Bei Nachkommen von Ratten, die wĂ€hrend der TrĂ€chtigkeit eine Dosis Lidocain erhielten, die fast der fĂŒr den Menschen empfohlenen Maximaldosis entspricht, wurde von VerhaltensĂ€nderungen berichtet.
Sonstige HinweiseInkompatibilitÀten
Generell sollte das InjektionsprÀparat Diclofenac-Mepha nicht mit anderen Injektionslösungen gemischt werden.
Haltbarkeit
Das Arzneimittel darf nur bis zu dem auf der Packung mit «EXP» bezeichneten Datum verwendet werden.
Haltbarkeit nach Anbruch
Ampullen nach Ăffnen sofort verwenden und allfĂ€llige Resten verwerfen.
Besondere Lagerungshinweise
In der Originalverpackung, trocken und bei Raumtemperatur (15-25°C) lagern. Ampullen nach dem Ăffnen sofort verwenden und allfĂ€llige Reste verwerfen. Ausser Reichweite von Kindern aufbewahren.
Zulassungsnummer60374 (Swissmedic).
PackungenDiclofenac-Mepha Injektionslösung i.m. Ampullen zu 2 ml
Packungen zu 5, 25 und 50 Ampullen (B)
ZulassungsinhaberinMepha Pharma AG, Basel.
Stand der InformationSeptember 2024.
Interne Versionsnummer: 11.2
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