ch.oddb.org 
German | English | French
Apotheken | Doctor | Drugs | Hospital | Interactions | MiGeL | Registration owner | Services
Information for professionals for alli® 27 mg:Haleon Schweiz AG
Complete information for professionalsDDDPrint 
Composition.Galenic FormIndication.UsageContra IndicationWarning restrictions.Interactions.Pregnancy
Driving abilityUnwanted effectsOverdoseEffectsPharm.kinetikPreclinicalOther adviceSwissmedic-Nr.
PackagesRegistration ownerLast update of information 

AMZV

Zusammensetzung

Wirkstoff:Orlistat.
Hilfsstoffe:Aromatica; Excip. pro compr.
Die Kautabletten enthalten Lactose und Sucrose (als Mono­palmitat).

Galenische Form und Wirkstoffmenge pro Einheit

Kautabletten zu 27 mg.
Weisse bis cremefarbene, facettierte, dreieckig geformte 12 mm grosse Tabletten, geprägt mit «alli».

Indikationen/Anwendungsmöglichkeiten

alli 27 mg ist in Verbindung mit einer leicht hypokalorischen fett-reduzierten Ernährungsweise zur Behandlung von übergewichtigen Erwachsenen mit einem Körpermassenindex (body mass index – BMI) von ≥28 kg/m² indiziert.

Dosierung/Anwendung

Erwachsene (18 und älter)
Die empfohlene Dosierung von alli 27 mg ist eine Kautablette zu 27 mg zu jeder Hauptmahlzeit (unmittelbar vor, während oder bis zu einer Stunde nach dem Essen). Falls eine Mahlzeit nicht eingenommen wird oder kein Fett enthält, sollte auf die jeweilige Einnahme verzichtet werden.
Es sollten nicht mehr als drei Kautabletten zu 27 mg pro 24 Stunden eingenommen werden.
Es ist möglich, dass die systemische Absorption der 27 mg Kautabletten höher ist als die der 60 mg Hartkapseln. Es wird deshalb empfohlen, nicht zwei Kautabletten auf einmal einzunehmen.
Die Behandlung mit Orlistat kann die Absorption von fettlöslichen Vitaminen (A, D, E und K) beeinträchtigen (siehe Kapitel «Interaktionen»). Aus diesem Grund sollte vor dem Schlafen gehen ein Multivitaminpräparat zur Vitaminsubstitution (A, D, E, K) eingenommen werden.
Die Behandlung soll nicht länger als 6 Monate andauern.
Die stärkste Gewichtsabnahme findet in den ersten 6 Monaten der Behandlung statt. In dieser Zeit sollte der Fortschritt gegenüber den festgelegten Vorgaben der Gewichtsabnahme mit einem Arzt/Ärztin oder Apotheker/Apothekerin besprochen werden.
Falls Patienten nach 12 Wochen Behandlung mit alli 27 mg keine Gewichtsabnahme erreicht haben, sollten sie ihren Arzt/Ärztin oder einen Apotheker/Apothekerin aufsuchen. Möglicherweise ist ein Abbruch der Behandlung erforderlich.
Diät und körperliche Betätigung sind wichtige Bestandteile eines Gewichtsabnahmeprogramms. Es wird empfohlen, vor Beginn der Behandlung mit alli 27 mg eine Diät und ein Trainingsprogramm aufzunehmen.
Das Diät- und Trainingsprogramm sollte nach Absetzen der Behandlung mit alli 27 mg weitergeführt werden.
Während der Einnahme von alli 27 mg sollte der Patient eine ernährungsphysiologisch ausgewogene, leicht hypokalorische Kost zu sich nehmen, deren Kalorienanteil aus ca. 30% Fett bestehen sollte (z.B. bei einer Diät mit 2’000 kcal/Tag entspricht dies etwa <67 g Fett). Die Nahrung sollte reichlich Früchte und Gemüse enthalten. Die tägliche Menge an Fett, Kohlenhydraten und Proteinen sollte auf drei Hauptmahlzeiten verteilt werden.
Die Wirkung von Orlistat führt 24–48 Stunden nach der Einnahme zu einer Zunahme der fäkalen Fettausscheidung. Nach Unterbrechung der Therapie kehrt die fäkale Fettausscheidung üblicherweise innerhalb von 48–72 Stunden auf die vor Behandlungsbeginn bestehenden Werte zurück.
Spezielle Dosierungsanweisungen
alli 27 mg darf nicht von Kindern und Jugendlichen unter 18 angewendet werden, da nicht genügend Daten zur Wirksamkeit und Sicherheit vorliegen.
Die Verträglichkeit und Wirksamkeit von alli 27 mg, bei älteren Patienten und bei Patienten mit Leber- und/oder Nierenfunktionsstörungen wurde nicht untersucht.

Kontraindikationen

alli 27 mg ist kontraindiziert:
bei Patienten mit chronischem Malabsorptionssyndrom,
bei Patienten mit Cholestase,
bei Patienten, die gleichzeitig mit Cyclosporin behandelt werden (siehe Kapitel «Interaktionen»),
bei Patienten, die schwanger sind,
während der Stillzeit
und bei Patienten mit Überempfindlichkeit gegenüber dem Wirkstoff oder einem der Hilfsstoffe gemäss Zusammensetzung.

Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen

Die Patienten sollten über die Möglichkeit des Auftretens gastrointestinaler Nebenwirkungen informiert werden sowie darüber, wie man diese am besten beherrscht, wie z.B. durch Beachtung der Nahrungszusammensetzung, insbesondere des prozentualen Fettanteils. Die Aufnahme von fettarmer Nahrung senkt die Wahrscheinlichkeit gastrointestinaler Nebenwirkungen. Dies kann die Patienten dabei unterstützen, die Fettaufnahme zu beobachten und zu regulieren.
Den Patienten sollten empfohlen werden, sich an die Ernährungsempfehlungen zu halten (siehe Kapitel «Dosierung/Anwendung»). Die Einnahme von Orlistat mit einer fettreichen Mahlzeit kann die Wahrscheinlichkeit von gastrointestinalen Nebenwirkungen erhöhen (siehe Kapitel «Unerwünschte Wirkungen»). Die tägliche Aufnahme von Fett sollte auf 3 Hauptmahlzeiten verteilt werden.
Die Behandlung mit Orlistat kann potentiell die Resorption von fettlöslichen Vitaminen (A, D, E, K) beeinträchtigen. Aus diesem Grund sollte vor dem Schlafen gehen ein ergänzendes Multivitaminpräparat eingenommen werden.
Aufgrund der Verbesserung der glykämischen Kontrolle muss unter Umständen die Dosis der oralen Antidiabetika oder des Insulins angepasst werden.
Patienten, die ein Antidiabetikum nehmen müssen, sollten vor Beginn der Therapie mit alli 27 mg einen Arzt oder Apotheker bzw. eine Ärztin oder Apothekerin konsultieren, da die Dosierung von Antidiabetika gegebenenfalls anzupassen ist.
In klinischen Studien war die Gewichtsabnahme mit einer Orlistat-Behandlung bei Patienten mit einem Typ-2-Diabetes geringer als bei Nicht-Diabetikern. Die Behandlung mit Antidiabetika sollte bei Einnahme von Orlistat engmaschig überwacht werden.
Bei der gleichzeitigen Gabe von Orlistat und Cyclosporin A wurde eine Reduktion des Cyclosporin A-Plasmaspiegels beobachtet. Die gleichzeitige Anwendung von alli 27 mg und Cyclosporin ist kontraindiziert (siehe Kapitel «Kontraindikationen»).
Patienten, die Antikoagulantien wie Phenprocoumon und Acenocoumarol einnehmen, sollten vor Beginn einer Therapie mit alli 27 mg einen Arzt oder Apotheker bzw. eine Ärztin oder Apothekerin konsultieren, weil die Dosierung des Antikoagulanz gegebenenfalls angepasst werden muss (siehe Kapitel «Interaktionen»).
Patienten, die Amiodaron einnehmen, sollten vor Beginn einer Therapie mit alli 27 mg einen Arzt oder Apotheker bzw. eine Ärztin oder Apothekerin konsultieren (siehe Kapitel «Interaktionen»).
Patienten mit einer Nierenerkrankung sollten vor Beginn einer Therapie mit alli 27 mg einen Arzt bzw. Ärztin befragen, da die Einnahme von Orlistat in seltenen Fällen mit Hyperoxalurie und Oxalat-Nephropathie verbunden sein kann.
Patienten, die Symptome wie gelbliche Verfärbungen der Augen oder Haut, Juckreiz, dunkler Urin und Appetitlosigkeit entwickeln, sollten die Einnahme von alli 27 mg beenden und einen Arzt bzw. eine Ärztin konsultieren. Es wurden in seltenen Fällen von Hepatitis im Zusammenhang mit der Einnahme von alli 27 mg berichtet.
Die Kautabletten enthalten Lactose. Patienten mit der seltenen hereditären Galactose-Intoleranz, Lactase-Mangel oder Glucose-Galactose-Malabsorption sollten dieses Arzneimittel nicht einnehmen.
Die Kautabletten enthalten auch Sucrose. Patienten mit der seltenen hereditären Fructose-Intoleranz, Glucose-Galactose-Malabsorption oder Saccharase-Isomaltase-Mangel sollten dieses Arzneimittel nicht einnehmen.

Interaktionen

Da keine pharmakokinetischen und pharmakodynamischen Studien zu Wechselwirkungen vorliegen, wird eine gleichzeitige Verabreichung von Orlistat mit Acarbose, Thiazolidindionen (Glitazone), Gliniden oder Anorektika nicht empfohlen.
Ciclosporin
Sowohl in einer Studie zu Wechselwirkungen von Arzneimitteln als auch in mehreren Fällen mit gleichzeitiger Anwendung von Orlistat und Ciclosporin wurde eine Absenkung der Ciclosporin-Plasmaspiegel beobachtet. Dies könnte zu einer Abnahme der immunsuppressiven Wirkung von Ciclosporin führen.
Die gleichzeitige Anwendung von alli 27 mg und Cyclosporin ist kontraindiziert (siehe Kapitel «Kontraindikationen»).
Orale Antikoagulantien
Bei Verabreichung von oralen Antikoagulantien wie Phenprocoumon und Acenocoumarol in Kombination mit Orlistat (in hoher Dosierung oder als Langzeitbehandlung) sollten die INR-Werte (Quick-Werte) überwacht werden.
Eine gleichzeitige Anwendung von alli 27 mg und Phenprocoumon, Acenocoumarol oder anderen Antikoagulantien sollte nur nach Rücksprache mit einem/einer Arzt/Ärztin oder Apotheker/Apothekerin erfolgen.
Fettlösliche Vitamine
Orlistat kann die Resorption von fettlöslichen Vitaminen (A, D, E und K) beeinträchtigen. Bei den meisten Patienten, die in klinischen Studien bis zu 4 Jahren mit Orlistat behandelt worden waren, blieben die Konzentrationen der Vitamine A, D, E und K sowie von Beta-Carotin im Normbereich. Allerdings sollte den Patienten empfohlen werden, vor dem Schlafengehen ein ergänzendes Multivitaminpräparat (A, D, E, K) einzunehmen, um eine ausreichende Vitaminaufnahme sicherzustellen (siehe Kapitel «Dosierung/Anwendung» sowie «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).
Amiodaron
Eine pharmakokinetische Studie, in der Amiodaron während einer Therapie mit Orlistat oral verabreicht wurde, zeigte eine Reduktion der systemischen Exposition gegenüber Amiodaron und Desethylamiodaron um 25–30%. Aufgrund der komplexen Pharmakokinetik von Amiodaron sind die klinischen Auswirkungen in diesem Zusammenhang nicht klar. Die Auswirkungen einer Behandlungsaufnahme mit Orlistat bei Patienten mit stabiler Amiodaron-Therapie wurden nicht untersucht. Es besteht die Möglichkeit einer reduzierten therapeutischen Wirkung von Amiodaron. Die gleichzeitige Anwendung von alli 27 mg und Amiodaron sollte nur nach Absprache mit einem Arzt oder Ärztin erfolgen.
Keine Interaktionen
Es wurden keine Interaktionen beobachtet mit Amitriptylin, Atorvastatin, Biguaniden, Glibenclamid, Digoxin, Fibraten, Fluoxetin, Losartan, Furosemid, Captopril, Atenolol, Phenytoin, oralen Kontrazeptiva, Phentermin, Pravastatin, Nifedipin, Sibutramin oder Alkohol. Spezielle Studien zur Ermittlung von Arzneimittel-Interaktionen haben bestätigt, dass es mit diesen Substanzen zu keinen Wechselwirkungen kommt.

Schwangerschaft/Stillzeit

Für Orlistat liegen keine klinischen Daten über exponierte Schwangere vor.
Tierexperimentelle Studien lassen nicht auf direkte oder indirekte schädliche Auswirkungen auf Schwangerschaft, embryonale/fetale Entwicklung, Geburt oder postnatale Entwicklung schliessen (siehe Kapitel «Präklinische Daten»).
alli 27 mg ist während der Schwangerschaft kontraindiziert.
Da nicht bekannt ist, ob Orlistat in die Muttermilch übertritt, ist alli 27 mg während der Stillzeit kontraindiziert.

Wirkung auf die Fahrtüchtigkeit und auf das Bedienen von Maschinen

Eine Beeinträchtigung der Verkehrstüchtigkeit und des Bedienens von Maschinen durch alli 27 mg ist nicht zu erwarten.

Unerwünschte Wirkungen

Die Nebenwirkungen von Orlistat sind hauptsächlich gastrointestinaler Natur und hängen mit der pharmakologischen Wirkung des Arzneimittels zusammen, da die Absorption von eingenommenem Fett verhindert wird.
Die gastrointestinalen Nebenwirkungen wurden aus klinischen Studien mit Orlistat 60 mg über eine Dauer von 18 Monaten bis 2 Jahren ermittelt und waren im Allgemeinen leicht und vorübergehend. Sie traten in der Regel früh in der Behandlung (innerhalb der ersten 3 Monate) und bei den meisten Patienten nur einmal auf. Die Einnahme von fettarmer Nahrung senkt die Wahrscheinlichkeit gastrointestinaler Nebenwirkungen (siehe Kapitel «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).
Die Nebenwirkungen sind nachfolgend nach Systemorganklasse und Häufigkeit aufgelistet. Die Häufigkeiten sind wie folgt definiert: sehr häufig (≥1/10), häufig ≥1/100, <1/10), gelegentlich (≥1/1’000, <1/100), selten (≥1/10’000, <1/1’000) und sehr selten (<1/10’000), nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar).
Die Häufigkeit der bekannt gewordenen Nebenwirkungen, die nach der Markteinführung von Orlistat festgestellt wurden, ist nicht bekannt, da diese Ereignisse freiwillig von einer Population ungewisser Grösse berichtet wurden.
Innerhalb jeder Häufigkeitsgruppe werden die Nebenwirkungen nach abnehmendem Schweregrad angegeben.
Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems
Nicht bekannt: Verringerung des Prothrombin und erhöhte INR (siehe Kapitel «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen» und «Interaktionen»).
Erkrankungen des Immunsystems
Nicht bekannt:Überempfindlichkeitsreaktionen einschliesslich Pruritus, Rash, Urtikaria, Angioödem, Bronchospasmus und anaphylaktischer Schock.
Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts
Sehr häufig:Ölige Flecken, Flatulenz mit Stuhlabgang, Stuhldrang, fettiger öliger Stuhl, Abgang öligen Sekrets.
Häufig:Unterbauchschmerzen, Stuhlinkontinenz, flüssige Stühle, vermehrter Stuhlgang.
Funktionsstörungen der Leber und der Galle
Nicht bekannt:Cholelithiasis. Hepatitis. Erhöhung der Transaminasen und der alkalischen Phosphatase.
Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes
Nicht bekannt:Bullöses Exanthem.

Überdosierung

Einzeldosen von 800 mg Orlistat und Mehrfachdosen von bis zu 400 mg dreimal täglich wurden über einen Zeitraum von 15 Tagen an normalgewichtige und übergewichtige Probanden verabreicht, ohne dass signifikante klinische Befunde auftraten. Darüber hinaus wurden Dosen von dreimal täglich 240 mg über 6 Monate an adipöse Patienten verabreicht. Bei der Mehrzahl der nach der Markteinführung gemeldeten Fälle von Orlistat-Überdosierung wurden entweder keine Nebenwirkungen oder ähnliche Nebenwirkungen wie bei der empfohlenen Dosis von Orlistat gemeldet.
Im Falle einer Überdosierung sollte ärztliche Hilfe in Anspruch genommen werden.
Sollte es zu einer signifikanten Überdosierung von Orlistat gekommen sein, wird empfohlen, den Patienten für 24 Stunden zu beobachten. Basierend auf Untersuchungen an Mensch und Tier kann von einer schnellen Rückbildung etwaiger systemischer Wirkungen, die auf die lipasehemmenden Eigenschaften von Orlistat zurückzuführen sind, ausgegangen werden.

Eigenschaften/Wirkungen

ATC-Code: A08AB01
Wirkungsmechanismus/Pharmakodynamik
Orlistat ist ein potenter, spezifischer, langwirksamer Lipasehemmer. Es entfaltet seine therapeutische Wirkung im Lumen des Magens und des oberen Dünndarms, indem es eine kovalente Bindung mit dem aktiven Serin-Rest der gastrischen Lipasen und Pankreaslipasen eingeht. Das inaktivierte Enzym ist dadurch nicht mehr in der Lage, die in Form von Triglyceriden vorliegenden Nahrungsfette in leicht zu resorbierende freie Fettsäuren und Monoglyceride zu hydrolysieren. Da unverdaute Triglyceride nicht resorbiert werden können, entsteht ein kalorisches Defizit mit einem positiven Effekt auf die Gewichtskontrolle. Eine systemische Resorption von Orlistat ist aus diesem Grund für seine Wirkung nicht notwendig.
Die pharmakodynamische Äquivalenz von alli 27 mg Kautabletten und alli 60 mg Hartkapseln wurde unter Verwendung eines fäkalen Fettausscheidungsmodells ermittelt.
Aus klinischen Studien wurde abgeschätzt, dass alli dreimal täglich eingenommen die Absorption von ungefähr 25% des Nahrungsfetts blockiert.
Klinische Wirksamkeit
Drei klinische Studien belegen die Wirksamkeit von dreimal täglich eingenommenem alli in Kombination mit einer hypokalorischen Ernährung. Dabei handelte es sich um doppelblinde, randomisierte, placebokontrollierte Studien mit Parallelgruppendesign an Erwachsene mit einem BMI ≥28 kg/m² (Studien 1 und 2) oder BMI 25–28 kg/m² (Studie 3). Die Behandlungsdauer in den Studien 1 und 2 betrug 2 Jahre. Das erste Behandlungsjahr war darauf ausgelegt, den Gewichtsverlust zu ermitteln. In den Studien 1 und 2 gab es eine 4-wöchige Lead-in-Periode mit kalorienreduzierter Ernährung. Die Behandlungsdauer in Studie 3 betrug 16 Wochen, wobei es keine Lead-in-Periode gab. Der primäre Parameter in allen drei Studien war die Veränderung des Körpergewichts gegenüber dem Ausgangswert zu Beginn der Studie. Hierzu wurde die Gewichtsveränderung während des Studienverlaufes, sowie der prozentualen Anteil der Patienten, die ≥5% oder ≥10% ihres Ausgangs-Körpergewichts verloren hatten, beurteilt.
Die Analysen der Studien zeigten, dass es nach einer Behandlung von 6 Monaten (Studien 1 und 2) beziehungsweise 4 Monaten (Studie 3) statistisch signifikante Unterschiede im Gewichtsverlust zwischen den Placebo- und Orlistatgruppen gab.
Bei den mit alli behandelten Patienten wurde eine signifikante Gewichtsabnahme erstmals nach zweiwöchiger Behandlung beobachtet. Der Unterschied zwischen alli und Placebo nach 2 Wochen war in allen drei Studien statistisch signifikant.
Die Studien 1 und 2 zeigen nach einer 6-monatigen Behandlung mit dreimal täglich alli eine statistisch signifikante und konsistente Gewichtsabnahme von ungefähr 5% bezogen auf das Ausgangs-Körpergewicht. Eine Gewichtsabnahme von ca. 5% konnte auch in Studie 3 nach 4-monatiger Behandlung mit Orlistat bei Patienten mit einem BMI von 25–28 kg/m² verzeichnet werden.
Die Ergebnisse der Studien zeigen, dass in Verbindung mit einer Diät für jede Reduktion des Körpergewichts um 1 kg in der Placebogruppe eine um ungefähr 0,5 kg grössere Gewichtsabnahme in den Orlistatgruppen einherging. Dies entspricht einer um relativ 50% grösseren Gewichtsabnahme in der Orlistatgruppe.
Zudem konnte in den Studien 1 und 2 gezeigt werden, dass nach 6 Monaten unter alli im Vergleich zu Placebo signifikant mehr Patienten ≥5% oder ≥10% ihres Körpergewichtes verloren hatten. 47% der Patienten, die Orlistat einnahmen, konnten eine Gewichtsabnahme von ≥5% verzeichnen (Placebo 26%).
Zusätzlich zum Gewichtsverlust bewirkte alli weitere wichtige gesundheitliche Vorteile wie die Reduktion des Taillen­umfangs, des Gesamtcholesterins, sowie des «Low Density Lipoprotein»-(LDL)-Cholesterins. Nach 6-monatiger Behandlung mit alli war das durchschnittliche Gesamtcholesterin um 2,4% niedriger, während das durchschnittliche LDL-Cholesterin um 3,5% niedriger war.
Ausserdem verringerte sich nach 6 Monaten der mittlere Taillenumfang um 4,5 cm; nach 1-jähriger Behandlung stieg die Reduktion des mittleren Taillenumfanges auf 5,2 cm an. Sämtliche Vergleiche waren statistisch signifikant gegenüber Placebo.

Pharmakokinetik

Absorption
Untersuchungen an normalgewichtigen und übergewichtigen Probanden haben gezeigt, dass die Absorption von Orlistat und dessen Metaboliten minimal (≤3%) war. Plasmakonzentrationen von nicht metabolisiertem waren 8 Stunden nach der oralen Einnahme von 360 mg Orlistat nicht messbar (<5 ng/ml).
Im Allgemeinen konnte bei therapeutischen Dosierungen nicht metabolisiertes Orlistat im Plasma nur sporadisch und in sehr niedrigen Konzentrationen (<10 ng/ml oder 0,02 µmol) nachgewiesen werden. Dies ist konsistent mit der beobachteten minimalen Absorption.
Distribution
Das Verteilungsvolumen kann wegen der minimalen Resorption und der nicht untersuchten systemischen Pharmakokinetik der Substanz nicht bestimmt werden. In vitro wird Orlistat zu mehr als 99% an Plasmaproteine gebunden (vor allem an Lipoproteine und Albumin). Orlistat wird nur in geringem Ausmass in Erythrozyten aufgenommen.
Metabolismus
Tierexperimentelle Daten legen nahe, dass Orlistat vor allem in der Darmwand metabolisiert wird. In einer Studie mit adipösen Patienten, denen die minimal systemisch resorbierte Dosis verabreicht wurde, konnten zwei Hauptmetabolite, nämlich M1 (in Position 4 hydrolysierter Lactonring) und M3 (M1 nach Abspaltung der N-Formyl-Leucin-Gruppe), identifiziert werden, die annähernd 42% der Gesamtplasmakonzentration darstellten.
M1 und M3 haben einen offenen β-Lactonring und eine extrem schwache lipasehemmende Aktivität (1’000fach bzw. 2’500fach schwächer als Orlistat). In Anbetracht der geringen inhibitorischen Wirkung und der niedrigen Plasmaspiegel bei therapeutischer Dosierung (durchschnittlich 26 ng/ml bzw. 108 ng/ml) werden diese Metabolite als pharmakologisch unwirksam betrachtet.
Elimination
Untersuchungen bei normalgewichtigen und übergewichtigen Personen haben gezeigt, dass der nicht resorbierte Wirkstoff hauptsächlich über den Stuhl eliminiert wird.
Ungefähr 97% der verabreichten Dosis wurden mit dem Stuhl ausgeschieden, 83% davon als unverändertes Orlistat.
Die kumulative renale Ausscheidung von Orlistat und seiner Derivate betrug weniger als 2% der applizierten Dosis. Der Zeitraum bis zur vollständigen Ausscheidung (fäkal und renal) betrug 3–5 Tage. Dies schien bei Normalgewichtigen und Übergewichtigen ähnlich zu sein. Sowohl Orlistat als auch M1 und M3 werden biliär ausgeschieden.

Präklinische Daten

Basierend auf den konventionellen Studien zu Sicherheitspharmakologie, Toxizität bei wiederholter Gabe, Genotoxizität, kanzerogenem Potential und Reproduktionstoxizität lassen die präklinischen Daten keine besondere Gefahr für den Menschen erkennen.

Sonstige Hinweise

Haltbarkeit
Das Arzneimittel darf nur bis zu dem auf dem Behälter mit «EXP» bezeichneten Datum verwendet werden.
Kautabletten, die länger als einen Monat in der Transportbox aufbewahrt wurden, sollten nicht mehr eingenommen, sondern entsorgt werden.
Besondere Lagerungshinweise
Nicht über 25 °C lagern. Das Behältnis fest verschlossen halten, um den Inhalt vor Feuchtigkeit zu schützen.

Zulassungsnummer

62261 (Swissmedic).

Packungen

Menge

CHF

Abgabekat.

Rückerstattungskat.

ALLI Kautabl 27 mg (nH)

42 Stk (nH)

C

84 Stk (nH)

C

120 Stk (nH)

C

Zulassungsinhaberin

GlaxoSmithKline Consumer Healthcare AG, Talstrasse 5, 3053 Münchenbuchsee.

Stand der Information

September 2011.

2026 ©ywesee GmbH
Settings | Help | Login | Contact | Home