Eigenschaften/WirkungenATC-Code
N02CD01
Wirkungsmechanismus / Pharmakodynamik
Erenumab ist ein humaner monoklonaler antagonistischer Antikörper gegen den Calcitonin Gene Related Peptide Rezeptor (CGRP-Rezeptor) ohne wesentliche pharmakologische Wirkung auf Adrenomedullin-, Calcitonin- und Amylin-Rezeptoren und ohne agonistische Wirkung auf den CGRP-Rezeptor.
CGRP ist ein Neuropeptid, das die nozizeptive Signalübertragung moduliert und ein Vasodilatator, der mit der Pathophysiologie der Migräne in Verbindung gebracht worden ist.
Der CGRP-Rezeptor befindet sich an Orten, die für die Pathophysiologie der Migräne relevant sind. Erenumab konkurriert potent und spezifisch mit CGRP um die Bindung an den CGRP-Rezeptor und hemmt so die Funktion von CGRP am CGRP-Rezeptor.
In einer randomisierten, doppelblinden, placebokontrollierten Studie (20140254) zur Beurteilung der Wirksamkeit von Aimovig (140 mg i. v., Einzeldosis) bei Patienten mit stabiler Angina pectoris hatte Aimovig keine Verringerung der Belastungsdauer im Laufbandtest im Vergleich zu einem Placebo zur Folge und führte zu keiner Verschlimmerung der Myokardischämie.
Klinische Wirksamkeit
Chronische Migräne
Studie 20120295
Aimovig wurde in einer randomisierten, multizentrischen, 12wöchigen, placebokontrollierten, doppelblinden Studie zur Prophylaxe gegen chronische Migräne beurteilt. Insgesamt 667 Migränepatienten mit oder ohne Aura in der Vorgeschichte (≥15 Kopfschmerztage pro Monat mit ≥8 Migränetagen pro Monat) wurden randomisiert, um 12 Wochen lang alle 4 Wochen ein Placebo (n = 286), 70 mg Aimovig (n = 191) oder 140 mg Aimovig (n = 190) per subkutane Injektion zu erhalten.
Zum Studienbeginn betrug die mittlere Migränehäufigkeit ungefähr 18 Migränetage pro Monat und war in allen Behandlungsgruppen ähnlich. Den Patienten war es während der Studie gestattet, Akutbehandlungen gegen Kopfschmerzen anzuwenden, beispielsweise Triptane, Ergotamin-Derivate und NSARs.
Das mediane Alter der Patienten betrug 43 Jahre (Bereich: 18-66 Jahre), 83% waren weiblich und 94% waren weiss. Patienten mit vorbestehendem Myokardinfarkt, Schlaganfall, transitorischen ischämischen Attacken, instabiler Angina pectoris, koronarer arterieller Bypass-Operation oder anderen durchgeführten Revaskularisierungsverfahren innerhalb der letzten 12 Monaten vor dem Screening wurden aus Studie (20120295) ausgeschlossen.
Die primäre Outcome-Variable war die Veränderung der Migränetage pro Monat in Monat 3 gegenüber dem Studienbeginn. Zu den sekundären Outcome-Variablen zählten das Erreichen einer Verringerung der Migränetage pro Monat gegenüber dem Studienbeginn um 50 bis 100% (≥50% Responder) und die Veränderung der Anzahl der Tage mit migränespezifischer Akutmedikation pro Monat gegenüber dem Studienbeginn.
Abbildung 1 Veränderung der Anzahl der Migränetage pro Monat in Studie (20120295)

Es sind die Kleinstquadrat-Mittelwerte und die 95%-Konfidenzintervalle angegeben.Der p-Wert für die Differenz der Kleinstquadrat-Mittelwerte zwischen Erenumab und dem Placebo bei Beurteilung in Monat 3 (primäre Outcome-Variable) betrug <0,001.
Tabelle 1 Veränderungen der Wirksamkeit und den von den Patienten selbst berichteten Outcome-Variablen in Woche 12 gegenüber dem Studienbeginn (Baseline) in Studie (20120295)
Aimovig 70 mg (n = Aimovig 140 mg (n = Placebo (n = 281) Behandlungs-untersch p-Werta
188) 187) ied/ Odds ratioc
(95% KI)
≥50% MMT Responderc 39.9 41.2 23.5 ORd 70 mg: 2.18 <0.001
Prozent (%) (1.46, 3.27) 140
mg: 2.34 (1.56;
3.51)
Anzahl Tage mit -3.45 (-4.02, -2.87) -4.13 (-4.70; -3.56) -1.58 (-2.05; -1.11) BU 70 mg: -1.86 <0.001
migräne-spezifischer (-2.60, -1.13) 140
Akutmedikation mg: -2.55 (-3.28;
(pro Monat)e Mittler -1.82)
e Veränderungb (95%
KI)
BU = Behandlungsunte
rschied, KI =
Konfidenzintervall;
MMT = Migränetage
pro Monat, OR =
odds ratio a. Alle
p-Werte sind als
nicht-angepasste
p-Werte angegeben,
die nach Anpassung
im Hinblick auf
Mehrfachvergleiche
statistisch signifik
ant sind. b. Die
Veränderung der
Kleinstquadrat-Mitte
lwerte gegenüber
dem Studienbeginn
in Monat 3, der
Behandlungsunterschi
ed und der p-Wert
beruhen auf einem
linearen Gemische-Ef
fekte-Modell unter
Berücksichtigung
der Behandlungsgrupp
e, des Werts pro
Monat zum Studienbeg
inn, der Stratifizie
rungsfaktoren
(Region [Nordamerika
vs. Europa] und
Medikationsübergebra
uch [vorhanden vs.
nicht vorhanden]),
des geplanten
Besuchs und der
Interaktion zwischen
Behandlungsgruppe
und geplantem
Besuch ohne Imputati
on bei fehlenden
Daten. c. Responder
sind definiert als
Patienten, welche
eine Verringerung
von ≥50% in der
Anzahl Migränetage
pro Monat gegenüber
Studienbeginn
(Baseline) erreichen
d. Das Odds-Ratio
und der p-Wert für
≥50% Responder in
Monat 3 beruhen auf
einem stratifizierte
n Cochran-Mantel-Hae
nszel-Test nach
Imputation fehlender
Daten als Nicht-Ans
prechen (Non-Respons
e). e. Migräne-spezi
fische Medikationen
sind beispielsweise
Triptane und Ergotam
in-Derivate.
Episodische Migräne
Studie 20120296, STRIVE
Bei Studie (20120296) handelte es sich um eine randomisierte, multizentrische, 24-wöchige, placebokontrollierte, doppelblinde Studie zur Beurteilung von Aimovig zur Prophylaxe gegen episodische Migräne. Insgesamt 955 Patienten mit Migräne mit einer Dauer von ≥12 Monaten mit oder ohne Aura und 4-14 Migränetagen pro Monat in der Krankengeschichte wurden randomisiert, um alle 4 Wochen während 24 Wochen mit 70 mg Aimovig (n=317), 140 mg Aimovig (n = 319) oder ein Placebo (n = 319) durch subkutane Injektion zu erhalten.
Zum Studienbeginn betrug die mittlere Migränehäufigkeit ungefähr 8 Migränetage pro Monat und war in allen Behandlungsgruppen ähnlich. Den Patienten war es während der Studie gestattet, Akutbehandlungen gegen Kopfschmerzen anzuwenden, beispielsweise Triptane, Ergotamin-Derivate und NSARs.
Das mediane Alter der Patienten betrug 42 Jahre (18-65 Jahre), 85% waren weiblich und 89% waren weiss. Patienten mit Medikationsübergebrauch, Patienten mit vorbestehendem Myokardinfarkt, Schlaganfall, transitorischen ischämischen Attacken, instabiler Angina pectoris, koronarer arterieller Bypass-Operation oder anderen durchgeführten Revaskularisierungsverfahren innerhalb der letzten 12 Monaten vor dem Screening wurden aus Studie (20120296) ausgeschlossen.
Der primäre Endpunkt war die Veränderung der Migränetage pro Monat in den Monaten 4-6 gegenüber dem Studienbeginn. Sekundäre Endpunkte waren unter anderem das Erreichen einer Verringerung der mittleren Migränetage pro Monat gegenüber dem Studienbeginn um 50 bis 100% (≥50% Responder) und die Veränderung der mittleren Anzahl der Tage mit migränespezifischer Akutmedikation pro Monat gegenüber dem Studienbeginn.
Unterschiede zum Placebo waren bereits nach einem Monat feststellbar.
Abbildung 2 Veränderung der Anzahl der Migränetage pro Monat in Studie (20120296)a

a Es sind die Kleinstquadrat-Mittelwerte und die 95%-Konfidenzintervalle angegeben.
Der p-Wert für die Differenz der Kleinstquadrat-Mittelwerte zwischen Erenumab und dem Placebo als Durchschnittswert der Monate 4, 5 und 6 (primäre Outcome-Variable) betrug <0,001
Tabelle 2 Veränderungen der Wirksamkeit und den von den Patienten selbst berichteten Outcome-Variablen gegenüber dem Studienbeginn (Baseline) in den Wochen 13-24 in Studie (20120296)
Aimovig 70 mg (n = Aimovig 140 mg (n = Placebo (n = 316) Behandlungsunterschi p-Werta
312) 318) ed/Odds Ratio (95%
CI)
≥50% MMT Responderc 43.3 50.0 26.6 ORd 70 mg: 2.13 <0.001
Prozent (%) (1.52, 2.98) 140
mg: 2.81 (2.01,
3.94)
Anzahl der Tage mit -1.13 (-1.34, -0.92) -1.61 (-1.83; -1.40) -0.20 (-0.41; 0.02) BU 70 mg: -0.94 <0.001
migränespezifischer (-1.23, -0.64) 140
Akutmedikation pro mg: -1.42 (-1.71;
Monate Mittlere -1.12)
Veränderungb (95%
KI)
BU = Behandlungsunte
rschied; KI =
Konfidenzintervall;
MMT = Migränetage
pro Monat; OR =
odds ratio a Alle p
Werte sind als
nicht-angepasste p
Werte angegeben,
die nach Anpassung
im Hinblick auf
Mehrfachvergleiche
statistisch signifik
ant sind. b Die
Veränderung der
Kleinstquadrat-Mitte
lwerte gegenüber
dem Studienbeginn
in den Monaten 4-6,
der Behandlungsunter
schied und der
p-Wert beruhen auf
einem linearen
Gemischte Effekte-Mo
dell unter Berücksic
htigung der Behandlu
ngsgruppe, des
Werts zum Studienbeg
inn, der Stratifizie
rungsfaktoren
(Region [Nordamerika
vs. Rest der Welt]
und vorgängige
Anwendung prophylakt
ischer Medikamente
[keine Anwendung,
nur vorgängige
Anwendung, gleichzei
tige Anwendung]),
des geplanten
Besuchs und der
Interaktion zwischen
Behandlungsgruppe
und geplantem
Besuch ohne Imputati
on bei fehlenden
Daten. c Responder
sind definiert als
Patienten, welche
eine Verringerung
von ≥50% in der
Anzahl Migränetage
pro Monat gegenüber
Studienbeginn
(Baseline) erreichen
d Das Odds-Ratio
und der p-Wert für
≥50% Responder in
den Monaten 4-6
beruhen auf einem
stratifizierten
Cochran-Mantel-Haens
zel-Test nach
Imputation fehlender
Daten als Nicht-Ans
prechen (Non-Respons
e). e Migräne-spezif
ische Medikationen
sind beispielsweise
Triptane und Ergotam
in-Derivate.
Langzeit-Follow-up-Studie
Im Anschluss an eine placebokontrollierte Studie erhielten 383 Patienten in einer Open-Label-Behandlungsphase über 5 Jahre zunächst 70 mg Erenumab (mediane Dauer: 2,0 Jahre), von denen 250 Patienten ihre Dosis auf 140 mg erhöhten (mediane Dauer: 2,7 Jahre). 214 schlossen die Open-Label-Behandlungsphase von 5 Jahren ab. Von den 383 Patienten brachen 168 (43,9 %) die Behandlung ab, wobei die häufigsten Gründe Patientenwunsch (84 Patienten; 21,9 %), unerwünschte Ereignisse (19 Patienten; 5,0 %), "lost to follow-up" (14 Patienten; 3,7 %) und mangelnde Wirksamkeit (12 Patienten; 3,1 %) waren. Die Ergebnisse zeigen, dass die Wirksamkeit in der Open-Label-Behandlungsphase der Studie bis zu 5 Jahre lang aufrechterhalten wurde.
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