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Information for professionals for IMAAVY®:Janssen-Cilag AG
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Zusammensetzung

Wirkstoffe
Nipocalimab
Hilfsstoffe
Argininhydrochlorid, Histidin, Histidinhydrochlorid-Monohydrat, Methionin, Polysorbat 80, Saccharose, Wasser für Injektionszwecke.

Darreichungsform und Wirkstoffmenge pro Einheit

IMAAVY (Nipocalimab) ist ein steriles, farbloses bis leicht bräunliches, klares bis leicht opaleszentes Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung in einer Einzeldosis-Durchstechflasche zum einmaligen Gebrauch nach Verdünnung.
IMAAVY ist in den folgenden Darreichungsformen erhältlich:
-Jede 1,62 mL Durchstechflasche zum einmaligen Gebrauch enthält 300 mg Nipocalimab (1 mL enthält 185 mg Nipocalimab).
-Jede 6,5 mL Durchstechflasche zum einmaligen Gebrauch enthält 1200 mg Nipocalimab (1 mL enthält 185 mg Nipocalimab).

Indikationen/Anwendungsmöglichkeiten

IMAAVY ist indiziert als Zusatzbehandlung zur Standardtherapie der generalisierten Myasthenia gravis (gMG) bei Patienten ab 12 Jahren, die Anti-Acetylcholin-Rezeptor (AChR)- oder Anti-Muskelspezifische Tyrosinkinase (MuSK) - Antikörper-positiv sind.

Dosierung/Anwendung

Generalisierte Myasthenia gravis (gMG)
Intravenöse Anwendung bei Erwachsenen (≥18 Jahre) und Jugendliche (12 bis < 18 Jahre)
IMAAVY muss von medizinischem Fachpersonal und unter Aufsicht eines in der Behandlung von Patienten mit neuromuskulären und neuroinflammatorischen Erkrankungen erfahrenen Arztes angewendet werden.
Übliche Dosierung
Für Erwachsene und Jugendliche ab 12 Jahren mit gMG beträgt die empfohlene Anfangsdosis von IMAAVY 30 mg/kg, intravenös verabreicht über einen Zeitraum von etwa 30 Minuten, gefolgt von einer Erhaltungsdosis von 15 mg/kg alle 2 Wochen, intravenös verabreicht über einen Zeitraum von etwa 15 Minuten.
Patienten sollten für die Dauer von 60 Minuten nach den ersten drei Infusionen auf Anzeichen oder Symptome einer infusionsbedingten Reaktion oder Überempfindlichkeitsreaktion überwacht werden. Wenn nach diesen ersten drei Gaben keine relevanten Beschwerden durch die Infusion auftreten, kann die Beobachtungszeit nach jeder weiteren Infusion auf 30 Minuten reduziert werden. Wenn während der Verabreichung der Behandlung eine unerwünschte Reaktion auftritt, kann die Infusion verlangsamt oder abgebrochen werden (siehe Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen).
Um die Rückverfolgbarkeit von biotechnologisch hergestellten Arzneimitteln sicherzustellen, wird empfohlen, Handelsname und Chargennummer bei jeder Behandlung zu dokumentieren.
IMAAVY wurde nicht bei Personen mit einem Körpergewicht unter 31 kg oder über 135 kg untersucht. Patienten mit der Myasthenia Gravis Foundation of America (MGFA) Klasse V wurden im klinischen Entwicklungsprogramm für IMAAVY nicht untersucht.
Der Patientenstatus muss vor dem Beginn der Therapie mit Nipocalimab und regelmässig mindestens alle 12 Wochen anhand der Myasthenia gravis – Activities of Daily Living (MG-ADL) und/oder der Quantitative Myasthenia Gravis (QMG) Skala dokumentiert werden. Wenn ein Patient nach 24 Wochen Behandlung (d.h. 12 Verabreichungen) keinen Responder-Status (d.h. eine Verbesserung von mindestens 3 Punkten auf der QMG-Skala oder mindestens 2 Punkten auf der MG-ADL-Skala) erreicht hat, soll die Behandlung mit Nipocalimab beendet werden.
Wenn ein Patient, der zuvor den Responder-Status erreicht hatte, diesen aber dann verliert (vor Woche 24 oder zu einem beliebigen Zeitpunkt danach), kann die Behandlung mit IMAAVY für weitere 12 Wochen fortgesetzt werden (d.h. 6 Verabreichungen). Wenn jedoch der Responder-Status mit diesen 6 zusätzlichen Verabreichungen nicht erreicht wird, sollte die Behandlung abgebrochen werden. Sollte ein Patient eine Rescue-Therapie benötigen, ist ebenfalls von einem Non-Responder-Status auszugehen und es gelten dieselben Empfehlungen.
Vor Beginn der Behandlung mit IMAAVY wird empfohlen, den Gesamt-IgG-Spiegel im Blut zu bestimmen.
Patienten, die intravenöse Immunglobuline (IVIg) benötigen, können die Behandlung mit IMAAVY ab 4 Wochen nach Abschluss der Rescue-Therapie fortsetzen (siehe Interaktionen).
Patienten, die eine Rescue-Therapie mit Plasmaaustausch/Immunadsorption erhalten, können die Behandlung mit IMAAVY nach Abschluss der Rescue-Therapie fortsetzen. Es wird empfohlen, dass die IgG-Werte den Grenzwert von 1 g/l übersteigen, bevor mit IMAAVY erneut begonnen wird.
Spezielle Dosierungsanweisungen
Patienten mit Leberfunktionsstörungen
Die Sicherheit und Wirksamkeit von IMAAVY bei Patienten mit eingeschränkter Leberfunktion wurde nicht untersucht (siehe Pharmakokinetik). Bei Patienten mit Leberfunktionsstörung ist keine Dosisanpassung erforderlich.
Patienten mit Nierenfunktionsstörungen
Die Sicherheit und Wirksamkeit von IMAAVY bei Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion wurde nicht untersucht (siehe Pharmakokinetik). Bei Patienten mit Nierenfunktionsstörung ist keine Dosisanpassung erforderlich.
Ältere Patienten (ab 65 Jahre)
Es wurden keine offensichtlichen Unterschiede hinsichtlich der Clearance und des Verteilungsvolumens bei Patienten ≥65 Jahre im Vergleich zu Patienten < 65 Jahre beobachtet, was darauf hindeutet, dass bei älteren Patienten keine Dosisanpassung erforderlich ist (siehe Pharmakokinetik). In der Altersgruppe über 65 bis 81 Jahre sind die zur Verfügung stehenden Daten begrenzt (siehe Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen). Patienten mit Myasthenia gravis mit einem Alter über 81 Jahre wurden im klinischen Entwicklungsprogramm nicht untersucht.
Kinder (unter 12 Jahren)
Die Sicherheit und Wirksamkeit von IMAAVY wurde bei Kindern unter 12 Jahren bisher nicht untersucht. Es kann keine Dosierungsempfehlung angegeben werden (siehe Pharmakokinetik).
Verspätete Dosisgabe
Wenn ein geplanter Infusionstermin verpasst wird, soll die Erhaltungsdosis von IMAAVY so bald wie möglich verabreicht werden. Danach soll die Dosierung wie üblich alle 2 Wochen fortgesetzt werden.
Art der Anwendung
Intravenöse Infusion
IMAAVY muss vor der Verabreichung verdünnt werden und darf nur als intravenöse Infusion verabreicht werden. Die Infusion muss über ein Filtersystem verabreicht werden. Für Anweisungen zur Verdünnung des Arzneimittels vor der Verabreichung und die zu verwendenden Filter siehe Sonstige Hinweise, Gebrauchsanweisung und Hinweise zur Handhabung und Entsorgung.

Kontraindikationen

IMAAVY ist kontraindiziert bei Patienten mit einer Vorgeschichte von schwerer Überempfindlichkeit gegen Nipocalimab oder einen der Hilfsstoffe siehe Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen.

Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen

Temporäre oder dauerhafte Unterbrechung der Therapie mit IMAAVY
Die Behandlung mit Nipocalimab muss unterbrochen werden bei (a) einer starken oder schweren Infektion, die auf eine antiinfektive Therapie nicht anspricht oder die sich unter antiinfektiver Therapie verschlechtert, (b) im Fall einer klinischen Verschlechterung, die zur Hospitalisierung und/oder Rescue-Therapie zwingt.
Die Behandlung mit Nipocalimab muss dauerhaft beendet werden im Fall (a) einer schweren allergischen und/oder einer schweren, durch Nipocalimab verursachten Infusionsreaktion (z.B. Anaphylaxie) und/oder (b) einer rezidivierenden starken und/oder schweren Infektion.
Verschlechterung der Myasthenie
Patienten müssen laufend auf eine Verschlechterung ihrer myasthenen Symptome hin überwacht werden. Im klinischen Entwicklungsprogramm erlebten 12,2 % mit IMAAVY und 13,2 % mit Placebo behandelte Patienten eine Verschlechterung ihrer MG-Symptome, wobei einige eine Rescue-Therapie wie IVIg oder Plasmaaustausch (IMAAVY 5,1 % vs. Placebo 7,1 %) benötigten. Die Raten von myasthenen Krisen während der doppelblinden Phase betrugen 1 % bei Patienten, die mit IMAAVY behandelt wurden, und 2 % in der Placebo-Gruppe. Bei Patienten, die IMAAVY in der doppelblinden Phase erhielten und in der offenen Verlängerungsphase weiterhin IMAAVY erhielten, betrug die Rate 1,1 %. Es gab unter IMAAVY einen Fall einer myasthenen Krise der tödlich verlief, und zwei Fälle einer myasthenen Krise mit Placebo, die nicht tödlich waren.
Myasthene Krise
Die Behandlung von Patienten mit Nipocalimab in der MGFA Klasse V (d.h. myasthene Krise), definiert als Intubation mit oder ohne mechanische Beatmung, ausser im Rahmen der routinemässigen, postoperativen Versorgung, wurde nicht untersucht. Die Reihenfolge der Einleitung etablierter Therapien zur Behandlung der MG-Krise und die Verabreichung von Nipocalimab sowie ihre potenziellen Wechselwirkungen sollten berücksichtigt werden (siehe Interaktionen).
IMAAVY ist nicht zugelassen zur Behandlung der drohenden oder manifesten myasthenen Krise.
Ältere Patienten
Im klinischen Entwicklungsprogramm wurden nur wenige Patienten mit Myasthenia gravis im Alter von ≥65 bis 81 Jahren untersucht. Der Behandlungserfolg in dieser Altersgruppe war sehr variabel (siehe Klinische Wirksamkeit). Das Sicherheitsprofil für diese Altersgruppe war zwischen den beiden Behandlungsarmen (Nipocalimab (n = 25) und Placebo (n = 24)) vergleichbar. Es traten mehr Ereignisse einer Verschlechterung der Myasthenia gravis bei Nipocalimab auf, 24 % vs. 12,5 % bei Placebo; allerdings wurden weniger Ereignisse einer myasthenen Krise bei Nipocalimab beobachtet, 4,0 % vs. 8,3 % bei Placebo.
Körpergewicht < 60 kg
Das klinische Entwicklungsprogramm umfasste nur eine begrenzte Anzahl erwachsener Patienten mit einem Körpergewicht unter 60 kg.
Andere myasthene Syndrome
IMAAVY wurde nicht bei Lambert-Eaton Myasthenie Syndrom (LEMS), Arzneimittel-induzierter MG oder erblichen Formen des myasthenen Syndroms untersucht.
Infektionen
IMAAVY kann das Infektionsrisiko erhöhen, einschliesslich der Aktivierung latenter Virusinfektionen wie Herpes Zoster (siehe Unerwünschte Wirkungen). Die Behandlung mit IMAAVY ist bei Patienten mit einer aktiven Infektion erst einzuleiten, nachdem die Infektion abgeklungen ist. Die Patienten sind während der Behandlung mit IMAAVY auf klinische Anzeichen und Symptome einer Infektion zu überwachen. Beim Auftreten einer schweren ('severe'), schwerwiegenden ('serious') oder rezidivierenden Infektion soll der Gesamt-IgG-Spiegel kontrolliert werden, und es hat eine angemessene Behandlung zu erfolgen. Ausserdem ist zu erwägen, die Behandlung mit IMAAVY zu unterbrechen, bis die Infektion abgeklungen ist (siehe auch Temporäre oder dauerhafte Unterbrechung der Therapie mit IMAAVY).
In Studie 1 (MOM-M281-011) war die Gesamtinfektionsrate bei Patienten in der IMAAVY-Gruppe und bei Patienten in der Placebo-Gruppe dieselbe (42 (42,9 %) in beiden Gruppen). Innerhalb der Studie 1 (doppelblinde Phase) und ihrer Verlängerungsstudie (offene Phase) berichteten von 186 Patienten, die mit IMAAVY behandelt wurden, 132 (71 %) Patienten 360 Ereignisse einer Infektion. Schwerwiegende Infektionen wurden bei 7 % der mit IMAAVY behandelten Patienten beobachtet. Die meisten Infektionen waren mild bis moderat in der Schwere und führten nicht zum Absetzen von IMAAVY.
Patienten mit schwerwiegenden Infektionen einschliesslich opportunistischer Infektionen, die eine parenterale antiinfektiöse Therapie und/oder Hospitalisierung in den vorangegangenen 8 Wochen vor Therapiebeginn erforderten, mit einer chronischen Infektion (z.B. Bronchiektasen, chronische Osteomyelitis, chronische Pyelonephritis) oder die eine dauerhafte antiinfektiöse Behandlung benötigen, wurden im klinischen Studienprogramm von IMAAVY nicht untersucht.
Impfungen
Mit IMAAVY behandelte Patienten können je nach Bedarf und gemäss den Impfempfehlungen Totimpfstoffe erhalten. Die Wirkung von Nipocalimab auf eine T-Zell-abhängige (Tdap) oder eine T-Zell-unabhängige (PPSV23) Impfreaktion auf einen Totimpfstoff wurde an gesunden Probanden (n = 16) untersucht. Die Gabe von Nipocalimab zusammen mit einem dieser Impfstoffe war gut verträglich. Die Studienteilnehmer konnten eine adäquate Immunantwort in Form von IgG-Antikörpern spezifisch für diese Impfstoffe aufbauen.
Die Sicherheit von Impfungen mit Lebendimpfstoffen oder abgeschwächten Lebendimpfstoffen und das Ansprechen auf Impfungen mit diesen Impfstoffen während der Behandlung mit IMAAVY sind nicht bekannt. Eine Impfung mit Lebendimpfstoffen oder abgeschwächten Lebendimpfstoffen wird während der Behandlung mit IMAAVY nicht empfohlen. Vor Beginn der Behandlung mit IMAAVY sollte die Notwendigkeit, die gemäss der aktuellen Impfempfehlungen dem Alter entsprechenden Impfungen mit Lebendimpfstoffen und abgeschwächten Lebendimpfstoffen zu verabreichen, geprüft werden.
Überempfindlichkeit
Die Anwendung von IMAAVY kann zu Überempfindlichkeitsreaktionen, einschliesslich Hautausschlag, Urtikaria und Ekzemen, führen. Die meisten Überempfindlichkeitsreaktionen waren nicht schwerwiegend, leicht oder mittelschwer und führten nicht zum Abbruch der Behandlung. Im Rahmen des klinischen Entwicklungsprogramms von IMAAVY, das mehrere Krankheitsgebiete umfasst, wurde über einen isolierten Fall von Anaphylaxie berichtet.
Die Patienten sollten nach jeder Infusion überwacht werden (siehe Dosierung/Anwendung). Wenn während der Verabreichung eine Überempfindlichkeitsreaktion auftritt, soll die Infusion mit IMAAVY unterbrochen werden. Gegebenenfalls sind geeignete unterstützende Massnahmen einzuleiten. IMAAVY ist kontraindiziert bei Patienten mit einer Vorgeschichte von schwerwiegender Überempfindlichkeit gegen Nipocalimab oder einen der Hilfsstoffe von IMAAVY (siehe Kontraindikationen).
Infusionsbedingte Reaktionen
Die Verabreichung von IMAAVY kann zu infusionsbedingten Reaktionen, einschliesslich Kopfschmerz, Ausschlag, Übelkeit, Ermüdung (Fatigue), Schwindelgefühl, Schüttelfrost und Erythem, führen. Die meisten infusionsbedingten Reaktionen, die während des klinischen Entwicklungsprogramms beobachtet wurden, waren nicht schwerwiegend, leicht bis mittelschwer, und führten nicht zum Abbruch der Behandlung. Wenn Anzeichen einer schwerwiegenden infusionsbedingten Reaktion auftreten, ist die IMAAVY-Infusion zu unterbrechen und geeignete unterstützende Massnahmen sind einzuleiten.
Erhöhte Plasma-Lipidwerte
Ein Anstieg der Plasma-Lipidwerte wurden bei erwachsenen und jugendlichen Patienten beobachtet, die mit Nipocalimab behandelt wurden (siehe Unerwünschte Wirkungen). Patienten mit abnormalen Lipidparametern sollten überwacht und entsprechend dem langfristigen kardiovaskulären Risiko des Patienten sowie den klinischen Leitlinien behandelt werden.

Interaktionen

Pharmakokinetische Interaktionen
Wirkung von IMAAVY auf andere Arzneimittel
Die gleichzeitige Anwendung von IMAAVY kann die systemische Exposition von Arzneimitteln verringern, die an den humanen neonatalen Fc-Rezeptor (FcRn) binden (z.B. Immunglobulin-G-Produkte [IgG], IgG-basierte monoklonale Antikörper, Antikörperderivate, welche die humane Fc-Domäne der IgG-Unterklasse enthalten, sowie Fc-Fusionsproteine). Wenn Patienten, die mit Arzneimitteln behandelt werden, die an die IgG-Bindungsstelle des humanen neonatalen FcRn-Rezeptors binden (z.B. IVIg), eine Behandlung mit Nipocalimab benötigen, wird empfohlen, 4 Wochen nach der letzten Dosis dieser Arzneimittel zu warten, bevor mit der Dosis von Nipocalimab begonnen wird. Wenn Patienten, die Nipocalimab erhalten, eine Behandlung mit Arzneimitteln benötigen, die an die IgG-Bindungsstelle des humanen neonatalen Fc-Rezeptors binden, wird empfohlen, diese Arzneimittel 2 Wochen nach der letzten Dosis von Nipocalimab zu beginnen, wenn dies nach klinischer Einschätzung medizinisch vertretbar ist.
In klinischen Interaktionsstudien bei gesunden Probanden verringerte Nipocalimab die systemische Exposition (Cmax und AUC) von Fremanezumab und Etanercept.
Wenn die gleichzeitige Langzeitanwendung solcher Arzneimittel für die Patientenversorgung unerlässlich ist, ist sorgfältig auf eine verminderte Wirksamkeit dieser Arzneimittel zu achten, und das Absetzen von IMAAVY oder die Anwendung alternativer Therapien in Erwägung zu ziehen (siehe Pharmakokinetik).
Bei gleichzeitiger Gabe von Fremanezumab an gesunde Teilnehmer verringerte IMAAVY die systemische Exposition (Cmax und AUC) von Fremanezumab um 42 % bzw. 66 %. Bei Verabreichung von IMAAVY 14 Tage nach der Verabreichung von Fremanezumab blieb der Cmax-Wert unverändert, wohingegen die AUC um 53 % verringert wurde.
Bei gleichzeitiger Anwendung mit Etanercept bei gesunden Teilnehmern verringerte IMAAVY die Cmax von Etanercept um ca. 8 % und die AUC um ca. 28 %.
Wirkung anderer Arzneimittel auf IMAAVY
In einer klinischen Interaktionsstudie mit gesunden Probanden, in der die Wirkung von Hydroxychloroquin (HCQ) auf die Pharmakodynamik von IMAAVY untersucht wurde, war die IgG-Reduktion nach Verabreichung von IMAAVY mit und ohne gleichzeitige Verabreichung von HCQ vergleichbar.
Cytochrom-P450-Substrate
Nipocalimab wird nicht durch Cytochrom-P450-Enzyme metabolisiert. Daher sind Interaktionen mit anderen Arzneimitteln, die Substrate, Induktoren oder Inhibitoren von Cytochrom-P450-Enzymen sind, unwahrscheinlich.

Schwangerschaft, Stillzeit

Schwangerschaft
Es liegen nur begrenzte Daten über die Anwendung von Nipocalimab bei schwangeren Frauen vor. Es liegen keine Daten zur Anwendung von Nipocalimab bei Schwangeren mit gMG vor. Basierend auf den verfügbaren Tierdaten kann IMAAVY fetale Schäden verursachen (siehe Präklinische Daten).
Die Behandlung von schwangeren Frauen mit IMAAVY sollte nur in Betracht gezogen werden, wenn der klinische Nutzen die Risiken überwiegt.
Da Nipocalimab die mütterlichen IgG-Antikörperspiegel verringert und auch die Übertragung von maternalen Antikörpern auf den Fötus hemmt, ist eine Verringerung des passiven Schutzes des Neugeborenen zu erwarten. Risiken und Nutzen sollten vor der Verabreichung von Lebendimpfstoffen oder abgeschwächten Lebendimpfstoffen an Säuglinge von Frauen, die während der Schwangerschaft IMAAVY anwendeten, abgewogen werden (siehe Präklinische Daten).
Stillzeit
Es gibt nur ungenügende Informationen, ob Nipocalimab bei stillenden Frauen in die Muttermilch übergeht, oder zu den Auswirkungen auf den gestillten Säugling oder auf die Milchproduktion. Mütterliches IgG wird bekanntermassen in die Muttermilch ausgeschieden. Sehr begrenzte Daten zeigten, dass Nipocalimab in niedrigen Konzentrationen bis zu 8 Tage nach der Geburt im Kolostrum oder in der Muttermilch von Frauen nachweisbar ist, die während des zweiten und dritten Trimesters ihrer Schwangerschaft Nipocalimab angewendet hatten. Ein Risiko für das gestillte Neugeborene/Kleinkind kann nicht ausgeschlossen werden.
Der Nutzen des Stillens für die Entwicklung und Gesundheit des Kindes sollte zusammen mit der klinischen Notwendigkeit von IMAAVY für die Mutter sowie möglichen Nebenwirkungen von IMAAVY oder der Grunderkrankung der Mutter auf das gestillte Kind berücksichtigt werden.
Fertilität
Bisher liegen keine Erfahrungen zu den Auswirkungen von Nipocalimab auf die Fertilität beim Menschen vor. Tierexperimentelle Studien lassen nicht auf schädliche Auswirkungen in Bezug auf die Fertilität schliessen.

Wirkung auf die Fahrtüchtigkeit und auf das Bedienen von Maschinen

IMAAVY hat keinen oder einen vernachlässigbaren Einfluss auf die Fahrtüchtigkeit oder die Fähigkeit, Maschinen zu bedienen.

Unerwünschte Wirkungen

Zusammenfassung des Sicherheitsprofils
Die am häufigsten gemeldeten unerwünschten Wirkungen während der doppelblinden und der open-label Phasen der gMG-Studie 1 waren Gesamtcholesterin erhöht (29,9 %) und LDL-Cholesterin erhöht (22,7 %), Muskelspasmen (12,2 %), peripheres Ödem (12,2 %), Harnwegsinfektionen (10,8 %) und Immunoglobulin G im Blut erniedrigt (10,3 %).
Tabellarische Auflistung der unerwünschten Wirkungen
In einer placebokontrollierten Studie (gMG-Studie 1) bei erwachsenen Patienten mit gMG erhielten 98 Patienten IMAAVY 15 mg/kg für bis zu 24 Wochen (nach einer initialen Dosis von 30 mg/kg) (siehe Klinische Wirksamkeit).
Unerwünschte Wirkungen aus der doppelblinden, placebokontrollierten Phase und der offenen Phase der Phase-3 gMG-Studie 1 sind unten aufgeführt. In der gMG-Studie 1 erhielten 205 erwachsene Patienten IMAAVY, darunter 98 in der doppelblinden Phase und 195 in der offenen Verlängerungsstudie. Insgesamt erhielten 178 Patienten für mindestens 6 Monate die empfohlene Erhaltungsdosis (15 mg/kg alle 2 Wochen), und 132 Patienten erhielten die Erhaltungsdosis für mindestens 12 Monate.
Die Häufigkeitskategorien beziehen sich auf die höchste Inzidenzrate in der doppelblinden oder open-label Phase der gMG-Studie 1 (siehe Klinische Wirksamkeit).
Die unerwünschten Wirkungen sind nach MedDRA-Systemorganklassen und Häufigkeit gemäss folgender Konvention geordnet: "sehr häufig" (≥1/10), "häufig" (≥1/100, <1/10), "gelegentlich" (≥1/1'000, <1/100), "selten" (≥1/10'000, <1/1'000), "sehr selten" (<1/10'000). Innerhalb der einzelnen Häufigkeitsgruppen sind die unerwünschten Wirkungen nach ihrer Schwere in absteigender Reihenfolge aufgelistet.
Tabelle 1: Unerwünschte Wirkungen

Systemorganklasse                           Unerwünschte Wirkungen              Häufigkeitskategorie
Erkrankungen des Immunsystems               Immunoglobulin G im Blut            Sehr häufig
                                            erniedrigt (10,3 %)7                
Infektionen und parasitäre Erkrankungen     Harnwegsinfektion (10,8 %)          Sehr häufig
Pneumonie1                                  Häufig
Bronchitis                                  Häufig
Herpes zoster2                              Häufig
Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen       Gesamtcholesterin erhöht (29,9 %)3  Sehr häufig
LDL-Cholesterin erhöht (22,7 %)4            Sehr häufig
Psychiatrische Erkrankungen                 Schlaflosigkeit                     Häufig
Erkrankungen des Nervensystems              Schwindelgefühl                     Häufig
Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts     Diarrhö                             Häufig
Abdominalschmerz5                           Häufig
Übelkeit                                    Häufig
Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und        Muskelspasmen (12,2 %)              Sehr häufig
Knochenerkrankungen                                                             
Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden     Peripheres Ödem (12,2 %)6           Sehr häufig
am Verabreichungsort                                                            
Fieber                                      Häufig

 
1 Umfasst Pneumonie und bakterielle Pneumonie
2 Umfasst Herpes zoster und Herpes zoster oticus
3 Basierend auf dem höchsten Anteil der mit Nipocalimab behandelten Patienten, welche in jeder Phase der gMG-Studie 1 mindestens einmal einen Anstieg des Gesamtcholesterins von < 6,2 mmol/l vor der Behandlung auf ≥6,2 mmol/l aufwiesen.
4 Basierend auf dem höchsten Anteil der mit Nipocalimab behandelten Patienten, welche in jeder Phase der gMG-Studie 1 mindestens einmal einen Anstieg der LDL-Werte von < 4,1 mmol/l vor der Behandlung auf ≥4,1 mmol/l aufwiesen.
5 Umfasst Abdominalschmerz und Schmerzen im Oberbauch.
6 Umfasst Ödeme, periphere Ödeme und periphere Schwellung.
7 Bezieht sich auf Gesamt-IgG < 1g/l.
Beschreibung spezifischer unerwünschter Wirkungen und Zusatzinformationen
Lipidmetabolismus
Bei Patienten, die Nipocalimab in der gMG-Studie 1 erhielten, wurde ein Anstieg des Gesamt-, des HDL- und des LDL-Cholesterins im nüchternen Zustand beobachtet. Die mittlere Veränderung gegenüber dem Ausgangswert erreichte in der Doppelblind-Woche 4 ihren Höhepunkt, nahm dann ab und pendelte sich bis zu der Doppelblind-Woche 24 auf einen durchschnittlichen prozentualen Anstieg (SD) des Gesamtcholesterins von +7,8 % (17 %), des HDL-Cholesterins von +7,0 % (21 %) bzw. des LDL-Cholesterins von +8,3 % (23 %) ein für Patienten, die Nipocalimab erhalten haben, im Vergleich zu einer Abnahme von -4,1 % (12 %), -1,6 % (14 %) und -3,0 % (19 %) für Patienten, die Placebo erhalten haben.
Deutlich erhöhte Nüchterncholesterinwerte (≥240 mg/dl) wurden in der gMG-Studie 1 (n = 98) bei 29,9 % der mit IMAAVY behandelten erwachsenen Probanden während der doppelblinden (Placebo 4,1 %) und bei 28,7 % während der offenen Studienphase beobachtet. Deutlich abnorme LDL-Cholesterinwerte (≥160 mg/dl) wurden bei 22,7 % der mit IMAAVY behandelten Patienten während der doppelblinden (Placebo 10.3 %) und bei 21,5 % während der offenen Studienphase zu jedem Zeitpunkt beobachtet. Mögliche langfristige Sicherheitsrisiken im Zusammenhang mit diesen unerwünschten Wirkungen sind unbekannt.
Immunogenität
In der doppelblinden placebokontrollierten Phase-3-Studie bei erwachsenen Patienten mit generalisierter Myasthenia gravis entwickelten 83 von 194 (42,8 %) der mit IMAAVY behandelten Patienten Antidrug-Antikörper (ADA), und 44 von 194 (22,7 %) Patienten testeten positiv auf neutralisierende Antikörper (NAb) gegen Nipocalimab.
Nach Abschluss der pivotalen klinischen Studien wurde der Herstellprozess für Nipocalimab geändert. In einer Phase-1-Studie an gesunden Probanden wurde die Inzidenz von ADA und NAb nach einer Einzeldosis Nipocalimab verglichen - zwischen Nipocalimab aus dem vorherigen Herstellungsprozess, das im klinischen Entwicklungsprogramm verabreicht wurde, und Nipocalimab, dass gemäss dem neuen Prozess hergestellt wurde, der nach der Marktzulassung implementiert wurde. Diese Analysen ergaben höhere Raten von ADA (82,5 % vs. 60 %) und NAb (32,5 % vs. 25 %) nach Verabreichung einer Einzeldosis dieses neuen Nipocalimab aus dem neuen Herstellungsprozess. In dieser Einzeldosis-Studie an gesunden Probanden gab es keine Hinweise auf eine Auswirkung auf das Sicherheitsprofil oder die pharmakokinetischen/pharmakodynamischen Eigenschaften des neuen Nipocalimab aus dem neuen Herstellungsprozess.
Jugendliche mit gMG
Die Sicherheit von IMAAVY wurde in einer offenen Studie an jugendlichen Patienten (12 Jahre und älter, n = 8) mit gMG bis zu 24 Wochen untersucht (Studie 2; MYG2001). Sieben der acht jugendlichen Patienten haben die 24-wöchige Studienphase abgeschlossen. Das Sicherheitsprofil bei Jugendlichen war ähnlich dem Sicherheitsprofil bei Studien mit Erwachsenen mit gMG.
Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von grosser Wichtigkeit. Sie ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels. Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdacht einer neuen oder schwerwiegenden Nebenwirkung über das Online-Portal ElViS (Electronic Vigilance System) anzuzeigen. Informationen dazu finden Sie unter www.swissmedic.ch.

Überdosierung

In klinischen Studien wurden Einzeldosen von bis zu 60 mg/kg intravenös verabreicht, ohne dass es zu einer dosislimitierenden Toxizität kam. Es sind keine spezifischen Anzeichen und Symptome einer Überdosierung mit Nipocalimab bekannt.
Behandlung
Die Patienten sollten auf unerwünschte Wirkungen überwacht werden, und eine geeignete symptomatische und unterstützende Behandlung sollte sofort eingeleitet werden.

Eigenschaften/Wirkungen

ATC-Code
L04AL03
Wirkungsmechanismus
Nipocalimab ist ein vollständig humaner monoklonaler Immunglobulin-G1-Lambda (IgG1λ)-Antikörper (Molekulargewicht etwa 142 Kilodalton (kDa)), der mit hoher Spezifität und hoher Affinität sowohl bei neutralem (extrazellulär) als auch saurem (intrazellulär) pH-Wert an FcRn bindet, was zu einer Reduktion des Spiegels von zirkulierenden und pathogenen IgGs führt. Nipocalimab hat eine aglykosylierte Fc-Region, sodass die Effektor-Funktionen fehlen und kein Zelltod, keine Aktivierung des Immunsystems und keine Gewebeschädigung durch diese Mechanismen induziert werden. Eine Hauptfunktion des FcRn ist seine Wirkung als Recycling- oder Transzytose-Rezeptor, wodurch er zur Aufrechterhaltung und Homöostase des zirkulierenden Serum-IgG beiträgt.
Pharmakodynamik
In Studie 1 wurde die pharmakologische Wirkung von Nipocalimab durch Messung der Abnahme der IgG-Serumspiegel und der Acetylcholinrezeptor (AChR)- und muskelspezifische Tyrosinkinase (MuSK)-Autoantikörperspiegel bewertet. Die maximale IgG-Reduktion wird ungefähr eine Woche nach Dosisgabe erwartet. Nach der ersten Dosis lag die mediane beobachtete totale IgG-Reduktion gegenüber dem Ausgangswert in Woche 2 bei 75 %. Bei anschliessender Dosierung alle 2 Wochen in den Wochen 4 bis 24 betrug der Median der beobachteten gesamten IgG-Reduktion vor der Dosisgabe gegenüber dem Ausgangswert etwa 70 %. Die Abnahme der AChR- und MuSK-Antikörperkonzentrationen folgte einem ähnlichen Muster. Die IgG-Gesamtspiegel sollten 8 Wochen nach Beendigung einer Therapie mit Nipocalimab ihren Ausgangswert wieder erreichen.
Es wurden keine Veränderungen der Gesamt-IgM-, IgA- oder IgE-Spiegel im Zusammenhang mit IMAAVY beobachtet.
Klinische Wirksamkeit
Generalisierte Myasthenia gravis (gMG)
Erwachsene
Die Wirksamkeit von IMAAVY zur Behandlung der gMG wurde bei Antikörper-positiven Erwachsenen (Antikörper gegen AChR, MuSK oder Low-Density-Lipoproteinrezeptor-verwandtes Protein 4 [LRP4]) in einer 24-wöchigen, multizentrischen, randomisierten, doppelblinden, placebokontrollierten Studie (gMG-Studie 1; MOM-M281-011) nachgewiesen. An der Studie nahmen Patienten teil, die bei der Voruntersuchung die folgenden Kriterien erfüllten:
-Klinische Klassifizierung nach Myasthenia Gravis Foundation of America (MGFA): II bis IV.
-Gesamtscore nach MG-Activities of Daily Living (MG-ADL): ≥6 (ohne Mindestscore für nicht-okuläre Symptome).
-Behandlung mit stabiler Dosis einer Standardtherapie (SOC - Standard of Care) vor Studienbeginn, einschliesslich AChE-Hemmern (Acetylcholinesterase-Hemmer), Steroiden oder nichtsteroidalen immunsuppressiven Therapien (NSISTs), entweder in Kombination oder als Monotherapie.
Insgesamt wurden 196 seropositive und seronegative Patienten randomisiert und erhielten entweder IMAAVY plus SOC (n = 98) oder Placebo plus SOC (n = 98). Die Patienten wurden mit IMAAVY nach dem empfohlenen Dosierungsschema behandelt (siehe Dosierung/Anwendung).
Es gab 153 Antikörper-positive Patienten: 77 Patienten wurden mit IMAAVY behandelt (AChR n = 63, MuSK n = 12, LRP4 n = 2) und 76 Patienten haben Placebo erhalten (AChR n = 71, MuSK n = 4, LRP4 n = 1). Die Merkmale bei Studienbeginn waren in den Behandlungsgruppen ähnlich. Die Patienten hatten bei der Voruntersuchung ein medianes Alter von 52 Jahren (20 bis 81 Jahre) und die MG-Diagnose lag im Median 6 Jahre zurück. 60,1 % waren weiblich, 62,7 % weisser Hautfarbe, 32,0 % asiatisch. Der mediane MG-ADL-Gesamtscore betrug 9 und der mediane QMG-Gesamtscore (Quantitative Myasthenia Gravis) war 15.
Zu Studienbeginn erhielten 97 % in der IMAAVY und 100 % in der Placebo-Gruppe eine stabile Basistherapie nach SOC. In der IMAAVY plus SOC-Behandlungsgruppe erhielten 83 % AChE-Hemmer, 61 % Steroide und 53 % nichtsteroidale immunsuppressive Therapien (NSISTs) in stabilen Dosen. In der Placebo plus SOC-Behandlungsgruppe erhielten 87 % AChE-Hemmer, 71 % Steroide und 54 % nichtsteroidale immunsuppressive Therapien (NSISTs) in stabilen Dosen.
Die Wirksamkeit von IMAAVY wurde anhand der MG-ADL-Skala gemessen, eine klinisch angewendete Skala (Punktespanne: 0-24), die 8 Alltagsfunktionen bewertet, die bei gMG typischerweise beeinträchtig sind, basierend auf der Erinnerung der Patienten. Jede dieser Funktionen wird auf einer 4-Punkte-Skala bewertet, wobei ein Score von 0 eine normale Funktion und ein Score von 3 einen Verlust der Fähigkeit zur Ausführung dieser Funktion darstellt.
Der Gesamtscore ist die Summe der 4 Subdomänen, einschliesslich okulär (0 bis 6 Punkte), respiratorisch (0 bis 3 Punkte), bulbär (0 bis 9 Punkte) und Gliedmassen/Grobmotorik (0 bis 6 Punkte), für einen Gesamtscore von 0 bis 24, wobei die höheren Werte auf eine schwerere Funktionsstörung hinweisen.
Die Wirksamkeit von IMAAVY wurde auch anhand des auf der ärztlichen Untersuchung basierten QMG-Gesamtscores gemessen. QMG ist eine standardisierte Untersuchung zur Bewertung von Muskelschwäche mit 13 Kriterien. Jedes dieser Kriterien wird auf einer 4-Punkte-Skala bewertet, wobei ein Score von 0 keine Beeinträchtigung und ein Score von 3 eine schwerwiegende Beeinträchtigung darstellt. Die Punktwerte reichen von 0 bis 39, wobei höhere Werte auf eine stärkere Beeinträchtigung hinweisen.
Der primäre Wirksamkeitsendpunkt war die mittlere Veränderung des MG-ADL-Gesamtscores gegenüber dem Ausgangswert in den Wochen 22, 23 und 24 bei Patienten mit Antikörper-positiver gMG. Ein statistisch signifikanter Unterschied zugunsten von IMAAVY wurde bei der MG-ADL-Veränderung gegenüber dem Ausgangswert beobachtet (siehe Tabelle 2).
Ein wichtiger sekundärer Endpunkt war die durchschnittliche Veränderung des QMG-Scores gegenüber dem Ausgangswert über die Wochen 22 und 24 bei Antikörper-positiven gMG-Patienten. Ein statistisch signifikanter Unterschied zugunsten von IMAAVY wurde bei der Veränderung im QMG-Score gegenüber dem Ausgangswert beobachtet (siehe Tabelle 2).
Tabelle 2: Mittlere Veränderung des MG-ADL-Gesamtscores und des QMG-Gesamtscores bei der gMG-Studie 1

                      IMAAVY(n = 77)        Placebo(n = 76)       Änderung bei IMAAVY   p-Wert
                      LS-Mittelwert (SE)    LS-Mittelwert (SE)    im Vergleich zu       
                                                                  Placebo Mittlere      
                                                                  LS-Differenz (95      
                                                                  %-KI)                 
MG-ADL1               –4,70 (0,329)         –3,25 (0,335)         –1,45 (–2,38; –0,52)  0,002
QMG2                  –4,86 (0,504)         –2,05 (0,499)         –2,81 (–4,22; –1,41)  <0,001
MG-ADL = Myasthenia
Gravis – Activities
of Daily Living QMG
= Quantitative
Myasthenia Gravis
LS-Mittelwert =
Mittelwert bei
Methode der kleinste
n Quadrate SE =
Standardfehler KI =
Konfidenzintervall.

 
1 Mittlere Veränderung gegenüber dem Ausgangswert in den Wochen 22, 23 und 24.
2 Mittlere Veränderung gegenüber dem Ausgangswert in den Wochen 22 und 24.
Tabelle 3: MG-ADL- und QMG-Responder Analysen in der gMG-Studie 1

                      Nipocalimab (n = 77)  Placebo (n = 76)      Nipocalimab-Placebo-  p-Wert
                                                                   Differenz (95 %-KI)  
MG-ADL-Responder      68,8 %                52,6 %                16,2(0,9; 31,5)       0,021
auf Basis der                                                                           
durchschnittlichen                                                                      
Veränderung in den                                                                      
Wochen 22, 23 und                                                                       
241                                                                                     
QMG Responder2        46,8 %                25 %                  21,8 (7,0; 36,6)      N/A*
1 Die durchschnittli
che Veränderung in
den Wochen 22, 23
und 24 ist mindesten
s eine Verbesserung
um 2 Punkte gegenübe
r dem Ausgangswert.
2 Die durchschnittli
che Veränderung in
den Wochen 22 und
24 ist mindestens
eine Verbesserung
um 3 Punkte gegenübe
r dem Ausgangswert.
* Kein formales
statistisches
Testing durchgeführt
.

 
Ansprechen im Zeitverlauf (offene Verlängerungsphase; fortlaufend)
Von den 153 Antikörper-positiven Patienten in der doppelblinden placebokontrollierten Phase nahmen 137 an der offenen Verlängerungsphase teil und erhielten Nipocalimab. Zum Zeitpunkt der Analyse blieben bei Patienten, die anfänglich während der doppelblinden Phase Nipocalimab erhielten und während der ersten 48 Wochen (n = 52) resp. 84 Wochen (n = 20) der offenen Verlängerungsphase weiterhin Nipocalimab erhielten, die durchschnittlichen Verbesserungen der MG-ADL- und QMG-Gesamtscores aufrechterhalten.
Pädiatrie
Jugendliche mit gMG
Die Pharmakodynamik, Pharmakokinetik und Wirksamkeit von IMAAVY zur Behandlung der generalisierten Myasthenia gravis (gMG) bei Jugendlichen (im Alter von 12 bis unter 18 Jahren), wurden in einer offenen Studie (gMG-Studie 2; MYG2001) nach 24 Wochen untersucht.
An der Studie nahmen Patienten teil, die bei der Voruntersuchung die folgenden Kriterien erfüllten:
-Klinische Klassifizierung nach MGFA: II bis IV.
-Positiver Nachweis von AChR- oder MuSK-Antikörpern.
-Behandlung mit stabiler Dosis einer SOC-Therapie vor Studienbeginn, einschliesslich AChE-Hemmern, Steroiden oder NSISTs, entweder in Kombination oder als Monotherapie.
Acht Patienten wurden 24 Wochen lang mit IMAAVY gemäss dem empfohlenen Dosierungsschema behandelt (siehe Dosierung/Anwendung). Die Patienten hatten ein anfängliches medianes Alter von 10,5 Jahren (0,5 bis 13,4 Jahre) und die Diagnose lag bei der Voruntersuchung im Median 3,6 Jahre zurück. Sieben Patienten waren weiblich, 5 Patienten waren asiatischer Herkunft, 1 Patient war schwarzer Hautfarbe und 2 waren von unbekannter Hautfarbe. Deren mittlerer MG-ADL-Gesamtscore (SD) betrug zu Studienbeginn 4,4 (2,26) und der mittlere QMG-Gesamtscore (SD) 13,3 (4,13). Alle Patienten waren AChR-Antikörper-positiv.
Zu Studienbeginn erhielten 4 Patienten AChE-Hemmer, 6 Patienten Steroide und 7 Patienten NSISTs in stabilen Dosen.
Der primäre Endpunkt war die Wirkung von IMAAVY auf das Gesamt-IgG im Serum. In Woche 24 betrug die mediane prozentuale Reduktion des Gesamt-IgG gegenüber dem Ausgangswert vor der Verabreichung (n = 7) 73,3 %, was mit der in der gMG-Studie 1 bei Erwachsenen beobachteten IgG-Reduktion übereinstimmt (siehe Pharmakodynamik). Für die sekundären Endpunkte betrug der Mittelwert (SD) der Veränderung in Woche 24 bei MG-ADL –2,57 (0,535) und bei QMG –4,93 (3,81). Das Verbesserungsmuster entsprach dem der gMG-Studie 1 bei Erwachsenen (siehe Klinische Wirksamkeit).

Pharmakokinetik

Absorption
Nach einer einmaligen intravenösen Infusion von Nipocalimab in Dosen von 0,3 bis 60 mg/kg bei gesunden Teilnehmern stieg die Cmax dosisproportional und die AUC mehr als dosisproportional an.
Distribution
Das mittlere Verteilungsvolumen betrug 1,1 bis 2,7 L.
Metabolismus
Es wird angenommen, dass Nipocalimab, gleich wie endogenes IgG, durch proteolytische Enzyme über katabole Wege in kleine Peptide und Aminosäuren abgebaut wird.
Elimination
Nipocalimab zeigt eine konzentrationsabhängige Pharmakokinetik. Nach einer einmaligen intravenösen Gabe von 15 mg/kg Nipocalimab beträgt die mittlere Clearance 0,0627 L/h und die Halbwertszeit 29,3 Stunden. Der pharmakodynamische Effekt hält bei einem monoklonalen Antikörper im Verhältnis zur relativen Elimination länger an (siehe Pharmakodynamik).
Linearität
Nipocalimab weist eine nicht-lineare, dosisabhängige Pharmakokinetik auf.
Pharmakokinetische Populationsanalyse
Eine pharmakokinetische Populationsanalyse, in der die Auswirkungen von Alter, Geschlecht und ethnischer Zugehörigkeit bewertet wurden, ergab keinen Hinweis auf einen klinisch signifikanten Einfluss dieser Kovariaten auf die Nipocalimab-Exposition.
Kinetik spezieller Patientengruppen
Leberfunktionsstörungen
Es wurden keine speziellen pharmakokinetischen Studien bei Patienten mit Leberfunktionsstörungen durchgeführt. IMAAVY wird nicht durch Cytochrom-P450-Enzyme metabolisiert. Daher ist nicht zu erwarten, dass eine Leberfunktionsstörung die Pharmakokinetik von IMAAVY beeinflusst. Basierend auf einer pharmakokinetischen Populationsanalyse, die Teilnehmer mit leichter bis mittelschwerer Leberfunktionsstörung einschloss, gab es keinen klinisch signifikanten Einfluss auf die Nipocalimab-Clearance. Bei Patienten mit Leberfunktionsstörung ist keine Dosisanpassung erforderlich.
Nierenfunktionsstörungen
Es wurden keine speziellen pharmakokinetischen Studien bei Patienten mit Nierenfunktionsstörungen durchgeführt.
Es wird nicht angenommen, dass eine Nierenfunktionsstörung die Pharmakokinetik von Nipocalimab beeinflusst. Basierend auf einer pharmakokinetischen Populationsanalyse, die Teilnehmer mit leichter bis mittelschwerer Nierenfunktionsstörung einschloss, hatte die Nierenfunktion (geschätzte glomeruläre Filtrationsrate [eGFR] 30–90 mL/min/1,73 m2) keinen klinisch signifikanten Einfluss auf die Nipocalimab-Clearance. Bei Patienten mit Nierenfunktionsstörung ist keine Dosisanpassung erforderlich.
Ältere Patienten (≥65 Jahre)
Es wurden keine offensichtlichen Unterschiede in der Clearance und im Verteilungsvolumen bei Patienten ≥65 Jahre im Vergleich zu Patienten < 65 Jahre beobachtet, was darauf hindeutet, dass bei älteren Patienten keine Dosisanpassung erforderlich ist.
Jugendliche (12 bis 17 Jahre)
Nach Gabe der empfohlenen intravenösen Dosen von IMAAVY bei jugendlichen Studienteilnehmern zwischen 12 und 17 Jahren mit gMG (n = 5) lagen die beobachteten Nipocalimab-Serumkonzentrationen im Steady-State innerhalb des Bereichs der Konzentrationen, die bei erwachsenen Probanden mit gMG beobachtet wurden.

Präklinische Daten

Kanzerogenität und Mutagenität
Studien zur Kanzerogenität von Nipocalimab wurden nicht durchgeführt.
Das mutagene Potenzial von Nipocalimab wurde nicht untersucht.
Reproduktionstoxizität
Basierend auf der Untersuchung der Fortpflanzungsorgane (Organgewichte und Histopathologie) bei Affen, die während der 26-wöchigen intravenösen Studie geschlechtsreif wurden, zeigte Nipocalimab in Dosen von bis zu 300 mg/kg/Woche keine Auswirkungen auf die männliche und weibliche Fertilität. Die bei Affen untersuchten Dosen erreichten Expositionen bis zum 44-Fachen der für den Menschen empfohlenen Erhaltungsdosis für gMG auf mg/kg-Basis.
Es wurden keine Studien zur Bewertung der möglichen direkten oder indirekten Auswirkungen von Nipocalimab auf die Implantation, die frühe Entwicklung und die Organogenese im ersten Trimester der Schwangerschaft durchgeführt.
In der ePPND-Studie erhielten schwangere Cynomolgus-Affen Nipocalimab in Dosen von 100 oder 300 mg/kg/Woche durch IV-Bolusinfusion von Gestationstag 40 (2. Trimester) bis zur Geburt (entspricht der 5- oder 24-fachen Exposition beim Menschen bei der empfohlenen Erhaltungsdosis basierend auf AUC). Muttertiere entwickelten während oder kurz nach der Verabreichung klinische Symptome, einschliesslich Erbrechen, flaches oder erschwertes Atmen, Speichelfluss, Zittern, unkoordinierte Bewegungen, Schwellungen in einer Extremität und flüssiger Kot. Die klinischen Symptome entwickelten sich dosisunabhängig. Bei den schwangeren Affen, denen Nipocalimab verabreicht wurde, zeigten vier von fünfundzwanzig Plazenten grosse, zentrale Plazentainfarkte. Von diesen vier Schwangerschaften waren drei mit dem Verlust des Fötus oder einer Totgeburt assoziiert. Ein NOAEL kann hinsichtlich maternaler und entwicklungsbedingter Toxizität nicht bestimmt werden. Nachkommen von behandelten Muttertieren wiesen bei der Geburt niedrige IgG-Werte auf. Der IgG-Spiegel bei Jungtieren erholte sich innerhalb von 6 Monaten. Es gab keine nachteiligen Auswirkungen auf die Immunfunktion der Jungtiere behandelter Muttertiere, die anhand eines T-Zell-abhängigen Antikörperreaktionstests (TDAR) beurteilt wurden.

Sonstige Hinweise

Inkompatibilitäten
Das Arzneimittel darf nicht in Kombination mit Dosierungsvorrichtungen, Infusionsbeuteln, Infusionssets oder Filtermaterialien verwendet werden, die nicht auf Kompatibilität und Stabilität während der Anwendung getestet wurden. Kompatible Materialien sind im Abschnitt Gebrauchsanweisung und Hinweise zur Handhabung und Entsorgung aufgeführt.
Haltbarkeit
Das Arzneimittel darf nur bis zu dem auf der Packung mit "EXP" bezeichneten Datum verwendet werden.
Haltbarkeit nach Anbruch
Lagerbedingungen der verdünnten Lösung
Die verdünnte Infusionszubereitung ist nicht konserviert. Chemische und physikalische in-use Stabilität wurde für bis zu 24 Stunden bei 2 °C bis 8 °C und weiteren 12 Stunden einschliesslich Infusionszeit, bei 15 °C bis 30 °C gezeigt. Aus mikrobiologischen Gründen sollte die gebrauchsfertige Zubereitung unmittelbar nach Verdünnung verwendet werden. Falls dies nicht möglich ist, liegen Aufbrauchfristen und Lagerbedingungen in der Verantwortung des Anwenders und sollten normalerweise nicht länger als 24 Std. bei 2 – 8 °C betragen, ausser wenn die Verdünnung unter kontrollierten und validierten aseptischen Bedingungen erfolgte.
Nicht einfrieren.
Besondere Lagerungshinweise
Lagerung der Durchstechflasche
Im Kühlschrank (2–8 °C) lagern. Nicht einfrieren. In der Originalverpackung aufbewahren, um den Inhalt vor Licht zu schützen. Nicht schütteln.
Ausser Reichweite von Kindern aufbewahren.
Hinweise für die Handhabung
Gebrauchsanweisung und Hinweise zur Handhabung und Entsorgung
Anweisungen für die Vorbereitung und Anwendung
Für die IMAAVY-Lösung, die mit 0,9 %iger Natriumchlorid-Injektionslösung verdünnt wurde, können Infusionsbehälter aus Polyolefin, Polypropylen oder Polyvinylchlorid sowie Infusionssets mit Leitungen aus Polybutadien, Polyethylen, Polyurethan, Polypropylen oder Polyvinylchlorid verwendet werden. Die verdünnte Lösung muss immer zusammen mit wenig Protein-bindenden Infusionsfiltern (in-line oder add-on) aus Polyethersulfon oder Polysulfon (Porengrösse 0,2 µm oder weniger) verabreicht werden.
Vor der Verabreichung müssen IMAAVY-Durchstechflaschen für eine Einzeldosis in 0,9 %iger Natriumchlorid-Injektionslösung verdünnt werden (siehe Vorbereitung).
Vorbereitung
Bereiten Sie die Lösung für die Infusion unter Anwendung aseptischer Techniken wie folgt vor:
-Berechnen Sie die Dosierung (mg), das Gesamtarzneimittelvolumen (mL) der erforderlichen IMAAVY-Lösung und die Anzahl der benötigten IMAAVY-Durchstechflaschen basierend auf dem aktuellen Körpergewicht des Patienten (siehe Dosierung/Anwendung). Jede Einzeldosis-Durchstechflasche IMAAVY hat eine Konzentration von 185 mg/mL.
-Stellen Sie sicher, dass die Lösung in jeder Durchstechflasche farblos bis leicht bräunlich und frei von sichtbaren Partikeln ist. Nicht verwenden, wenn sichtbare Partikel vorhanden sind oder wenn die Lösung verfärbt ist (anders als farblos bis leicht bräunlich).
-Entnehmen Sie vorsichtig das berechnete Volumen der IMAAVY-Lösung aus der/den Durchstechflasche(n) mittels Spritzen (aus Polycarbonat oder Polypropylen) und Nadeln (aus Edelstahl). Verwerfen Sie die nicht gebrauchten Reste der Durchstechflaschen.
-Das von IMAAVY entnommene Gesamtvolumen durch Zugabe zu einem Infusionsbehälter verdünnen mit:
-250 mL 0,9 %iger Natriumchlorid-Injektionslösung für Patienten, die 40 kg oder mehr wiegen
-100 mL 0,9 %iger Natriumchlorid-Injektionslösung für Patienten, die weniger als 40 kg wiegen
-Verwenden Sie nur Infusionsbehälter aus Polyolefin, Polypropylen oder Polyvinylchlorid.
-Den Infusionsbehälter vorsichtig mindestens zehn Mal schwenken, um die Lösung zu mischen. Nicht schütteln.
-Vergewissern Sie sich durch eine Sichtprüfung, dass eine gleichmässige Lösung erreicht wurde. Nicht verwenden, wenn sichtbare Partikel oder Verfärbungen vorhanden sind. Entsorgen Sie die Durchstechflasche ordnungsgemäss.
Anwendung
-Verabreichen Sie die verdünnte Lösung durch intravenöse Infusion unter Verwendung eines Infusionssets mit Leitungen aus Polybutadien, Polyethylen, Polyurethan, Polypropylen oder Polyvinylchlorid. Die Verabreichung muss immer mit einem sterilen, nicht-pyrogenen, wenig Protein-bindenden Filter aus Polyethersulfon oder Polysulfon (Porengrösse 0,2 µm oder weniger) erfolgen.
-IMAAVY darf nicht gleichzeitig mit anderen Wirkstoffen über denselben intravenösen Zugang infundiert werden.
-Verabreichen Sie IMAAVY intravenös über einen Zeitraum von etwa 30 Minuten für die Anfangsdosis (30 mg/kg) und über einen Zeitraum von etwa 15 Minuten für die nachfolgenden Dosen (15 mg/kg).
-Wenn während der Anwendung von IMAAVY eine unerwünschte Wirkung auftritt, kann die Infusion nach Ermessen des Arztes verlangsamt oder abgebrochen werden.
-Überwachen Sie den Patienten nach jeder Infusion 30 Minuten lang auf Anzeichen oder Symptome einer infusionsbedingten Reaktion oder Überempfindlichkeitsreaktion.

Zulassungsnummer

69588 (Swissmedic)

Packungen

1 Durchstechflasche mit 300 mg/1,62 mL [A]
1 Durchstechflasche mit 1200 mg/6,5 mL [A]

Zulassungsinhaberin

Janssen-Cilag AG, Zug, ZG.

Stand der Information

August 2025

2026 ©ywesee GmbH
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