ZusammensetzungWirkstoffe
Influenzavirus-Oberflächenantigene (Hämagglutinin und Neuraminidase), inaktiviert, vom Stamm*: A/turkey/Turkey/1/2005 (H5N1)ähnlicher Stamm (NIBRG-23; Klade 2.2.1)
* vermehrt in Madin-Darby-Canine-Kidney (MDCK)-Zellen
Adjuvans MF59C.1
Squalen (9,75 mg), Polysorbat 80 (1,175 mg), Sorbitantrioleat (1,175 mg), Natriumcitrat Dihydrat (0,66 mg), Citronensäure Monohydrat (0,04 mg)
Hilfsstoffe
Natriumchlorid, Kaliumchlorid , Magnesiumchlorid-Hexahydrat, Natriummonohydrogenphosphat-Dihydrat, Kaliumdihydrogenphosphat, Wasser für Injektionszwecke q.s.
Eine Dosis zu 0,5 ml enthält 1,88 mg Natrium und 0,102 mg Kalium.
Celldemic kann Restbestandteile von Beta-Propiolacton, und Cetyltrimethylammoniumbromid enthalten, welche während des Herstellungsprozesses verwendet werden.
Darreichungsform und Wirkstoffmenge pro EinheitInjektionssuspension in einer Fertigspritze zur intramuskulären (i.m.) Injektion.
Zoonotischer Influenza-Impfstoff (H5N1) (Oberflächenantigen, inaktiviert, adjuvantiert, hergestellt in Zellkulturen).
Oberflächenantigen: 7,5 µg Hämagglutinin pro 0,5 ml-Dosis.
Milchig-weisse Suspension.
Indikationen/AnwendungsmöglichkeitenCelldemic wird angewendet zur aktiven Immunisierung von Erwachsenen und Kindern ab 6 Monaten zur Prophylaxe einer Influenza, die durch das Influenza-A-Virus des Subtyps H5N1 das im Impfstoff enthalten ist, verursacht wird.
Celldemic ist gemäss offiziellen Impfempfehlungen anzuwenden.
Dosierung/AnwendungDosierung
Grundimmunisierung
Erwachsene und Kinder ab 6 Monaten
Celldemic wird intramuskulär als Serie von 2 Dosen zu je 0,5 ml verabreicht. Es wird empfohlen, die zweite Dosis 3 Wochen nach der ersten Dosis zu verabreichen.
Ältere Personen
Eine Dosisanpassung bei älteren Personen ≥ 65 Jahre ist nicht erforderlich.
Kinder (Säuglinge < 6 Monate)
Die Sicherheit und Wirksamkeit von Celldemic bei Säuglingen unter 6 Monaten ist bisher noch nicht erwiesen. Es liegen keine Daten vor.
Um die Rückverfolgbarkeit von biotechnologisch hergestellten Arzneimitteln sicherzustellen, wird empfohlen, Handelsname und Chargennummer bei jeder Behandlung zu dokumentieren.
Auffrischdosis
Der Bedarf für eine oder mehrere Auffrischdosen nach der Grundimmunisierung wurde bisher nicht untersucht. Es wurde ein Rückgang der Antikörpertiter nach 6 und 12 Monaten beobachtet, insbesondere bei Erwachsenen (siehe "Eigenschaften/Wirkung" ).
Austauschbarkeit
Es liegen keine Daten zur Unterstützung der Austauschbarkeit von Celldemic mit anderen monovalenten H5-Impfstoffen vor.
Art der Anwendung
Celldemic darf nur intramuskulär angewendet werden.
Bei Personen ab 12 Monaten ist die bevorzugte Injektionsstelle der Deltamuskel des Oberarms, bei Kleinkindern zwischen 6 und weniger als 12 Monaten ist die bevorzugte Injektionsstelle der anterolaterale Oberschenkel.
Der Impfstoff darf nicht intravenös, subkutan oder intradermal verabreicht werden.
Der Impfstoff darf nicht mit anderen Impfstoffen oder anderen Arzneimitteln in derselben Spritze gemischt werden.
Zu den Vorsichtsmassnahmen vor der Verabreichung des Impfstoffs siehe "Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen" .
KontraindikationenÜberempfindlichkeit gegen einen der Bestandteile des Impfstoffes oder gegen mögliche Restbestandteile von Beta-Propiolacton, Cetyltrimethylammoniumbromid und Polysorbat 80.
Anamnese mit anaphylaktischen (d.h. lebensbedrohlichen) Reaktionen auf eine vorangegangene Impfung mit einem Influenzaimpfstoff.
Warnhinweise und VorsichtsmassnahmenÜberempfindlichkeit und Anaphylaxie
Es muss stets für eine entsprechende medizinische Behandlung und Überwachung gesorgt sein, für den Fall, dass nach der Verabreichung des Impfstoffs eine anaphylaktische Reaktion auftritt. Eine engmaschige Überwachung über mindestens 15 Minuten nach der Verabreichung des Impfstoffs wird empfohlen.
Angstbedingte Reaktionen
Angstbedingte Reaktionen, einschliesslich vasovagaler Reaktionen (Synkope), Hyperventilation oder
stressbedingte Reaktionen können im Zusammenhang mit der Impfung als psychogene Reaktion auf den Einstich mit der Injektionsnadel auftreten. Es ist wichtig, dass im Vorfeld Massnahmen ergriffen werden, um Verletzungen durch eine Ohnmacht zu verhindern.
Begleiterkrankung
Bei Personen mit akuten schweren fieberhaften Erkrankungen oder akuten Infektionen soll die Impfung verschoben werden. Das Vorliegen einer leichten Infektion und/oder leicht erhöhter Temperatur soll jedoch nicht zum Aufschub der Impfung führen.
Guillain-Barré-Syndrom
Falls innerhalb von 6 Wochen nach einer früheren Influenza-Impfung ein Guillain-Barré-Syndrom (GBS) aufgetreten ist, sollte bei der Entscheidung über eine Anwendung von Celldemic der potenzielle Nutzen sorgfältig gegen die möglichen Risiken abgewogen werden.
Thrombozytopenie und Koagulationsstörungen
Wie andere intramuskuläre Injektionen muss der Impfstoff Personen mit einer Antikoagulationstherapie oder Personen mit Thrombozytopenie oder Koagulationsstörungen (wie z. B. Hämophilie) mit Vorsicht verabreicht werden, da es bei diesen Personen nach einer intramuskulären Verabreichung zu Blutungen oder Hämatomen kommen kann.
Grenzen der Wirksamkeit des Impfstoffs
Es gibt kein etabliertes Immunkorrelat für einen Schutz vor Influenza A (H5N1).
Basierend auf den humoralen Immunantworten auf den Impfstamm A/turkey/Turkey/1/2005 nach zwei Dosen Celldemic ist anzumerken, dass, wie bei jedem Impfstoff, möglicherweise nicht bei allen Geimpften eine schützende Immunantwort hervorgerufen werden kann.
Ein gewisser Grad einer kreuzreaktiven Immunität wurde gegen H5N1-Viren aus vom Impfstoff-Stamm abweichenden Kladen beobachtet. Der Umfang des Schutzes, der gegen H5N1-Stämme anderer Subtypen oder Kladen und nach einer heterologen (H5N6) Auffrischdosis hervorgerufen werden kann, ist jedoch nicht bekannt (siehe "Eigenschaften/Wirkung" ).
Dauer des Impfschutzes
Die Dauer des Impfschutzes nach der Grundimmunisierung ist nicht bekannt.
Eine Abnahme der Antikörpertiter wurde bei den Untersuchungen nach 6 und 12 Monaten nach der Impfserie zur Grundimmunisierung beobachtet, insbesondere bei Erwachsenen.
Immungeschwächte Personen
Die Wirksamkeit, Sicherheit und Immunogenität des Impfstoffs bei immungeschwächten Personen, einschliesslich solchen mit immunsuppressiven Therapien, wurden nicht untersucht. Die Immunantwort auf Celldemic kann bei immunsupprimierten Personen schwächer sein und unter Umständen für einen Schutz nicht ausreichen.
Krampfanfälle
Es liegen keine Daten aus der Anwendungsbeobachtung nach Markteinführung von Celldemic vor, aber es wurden Krampfanfälle (mit und ohne Fieber) während der Pandemie 2009 bei H1N1- Impfstoffen gemeldet, die mit dem gleichen MF59-Adjuvans hergestellt wurden wie Celldemic.
Die meisten Krampfanfälle mit Fieber traten bei pädiatrischen Probanden auf. Einige Fälle wurden bei Personen mit Epilepsie in der Anamnese beobachtet. Epileptikern ist daher besondere Aufmerksamkeit zu widmen und der behandelnde Arzt muss die Impfkandidaten (oder deren Erziehungsberechtigte) über die Möglichkeit des Auftretens von Krampfanfällen informieren (siehe "Unerwünschten Wirkungen" ).
Natrium
Dieser Impfstoff enthält weniger als 1 mmol (23 mg) Natrium pro Dosis, d. h. er ist nahezu „natriumfrei“.
Kalium
Dieser Impfstoff enthält Kalium, jedoch weniger als 1 mmol (39 mg) Kalium pro Dosis, d. h. er ist nahezu „kaliumfrei“.
Polysorbat
Dieses Arzneimittel enthält 1,175 mg Polysorbat pro Dosis. Polysorbate können allergische Reaktionen hervorrufen.
InteraktionenEs wurden keine Studien zur Erfassung von Wechselwirkungen durchgeführt. Falls Celldemic gleichzeitig mit (einem) anderen injizierten Impfstoff(en) verabreicht werden muss, sollte die Impfung stets an separaten Gliedmassen erfolgen. Es ist zu beachten, dass verstärkt Nebenwirkungen auftreten können.
Schwangerschaft, StillzeitSchwangerschaft
Bisher liegen nur sehr begrenzte Erfahrungen mit der Anwendung von Celldemic bei Schwangeren vor.
Tierexperimentelle Studien ergaben keine Hinweise auf direkte oder indirekte gesundheitsschädliche Wirkungen in Bezug auf eine Reproduktionstoxizität, siehe "Präklinische Daten" .
Behandelnde Ärzte müssen den Nutzen und die potenziellen Risiken einer Verabreichung des Impfstoffs an Schwangere unter Beachtung der amtlichen Empfehlungen abwägen.
Stillzeit
Celldemic wurde während der Stillzeit nicht untersucht. Es ist nicht damit zu rechnen, dass der Impfstoff in die Muttermilch ausgeschieden wird und es ist nicht mit Auswirkungen auf gestillte Neugeborene/Säuglinge zu rechnen.
Fertilität
Eine Studie zur Reproduktions- und Entwicklungstoxizität an weiblichen Kaninchen, die mit Celldemic behandelt wurden, ergab keine Anhaltspunkte für eine Beeinträchtigung der Fertilität.
Wirkung auf die Fahrtüchtigkeit und auf das Bedienen von MaschinenCelldemic hat einen vernachlässigbaren Einfluss auf die Fahrtüchtigkeit oder die Fähigkeit, Maschinen zu bedienen.
Allerdings können einige der in Abschnitt "Unerwünschte Wirkungen" genannten Nebenwirkungen Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit oder die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen haben.
Unerwünschte WirkungenZusammenfassung des Sicherheitsprofils
Erwachsene ab 18 Jahren
Die häufigsten lokalen und systemischen Nebenwirkungen, die bei Erwachsenen innerhalb von 7 Tagen nach der Impfung gemeldet wurden, waren Schmerzen an der Injektionsstelle (51 %), Ermüdung/Fatigue (22 %), Kopfschmerzen (20 %), Unwohlsein (19 %), Myalgie (14 %) und Arthralgie (11 %).
Schwere Nebenwirkungen wurden jeweils von 1% oder weniger der Probanden gemeldet, die mit aH5N1c geimpft wurden. Die Reaktogenität war nach der ersten Dosis grösser als nach der zweiten Dosis.
Daten zur Sicherheit einer heterologen Auffrischimpfung mit aH5N6c wurden in Studie V89_18E1 erhoben, in der 258 Probanden geimpft wurden. Von den Studienteilnehmern hatten 158 aH5N1c in Studie V89_18 etwa 6 Jahre zuvor erhalten. Das Sicherheitsprofil nach einer oder zwei Dosen einer heterologen Auffrischimpfung mit aH5N6c war vergleichbar mit dem Sicherheitsprofil, das in klinischen Studien mit aH5N1c beobachtet wurde.
Tabellarische Liste der Nebenwirkungen
Die Häufigkeiten der Nebenwirkungen basieren auf drei klinischen Studien mit 3579 Probanden (siehe "Klinische Wirksamkeit" ).
Die Nebenwirkungen sind nachfolgenden Häufigkeiten und Systemorganklassen gemäss MedDRA Konvention aufgeführt: sehr häufig (≥ 1/10), häufig (≥ 1/100, < 1/10), gelegentlich (≥ 1/1000, < 1/100).
Tabelle 1: Nebenwirkungen, die bei Erwachsenen ab 18 Jahren gemeldet wurden
MedDRA Systemorgankl Sehr häufig (≥ 1/10) Häufig (≥ 1/100, < 1/10) Gelegentlich (≥
asse 1/1000, < 1/100)
Erkrankungen des Lymphadenopathie
Blutes und des
Lymphsystems
Erkrankungen des Kopfschmerzen (20 %) Schwindelgefühl
Nervensystems
Erkrankungen des Appetitlosigkeit, Übelkeit Diarrhoe, Erbrechen
Gastrointestinaltrak
ts
Erkrankungen der Ausschlag, Pruritus
Haut und des Unterha
utgewebes
Skelettmuskulatur-, Myalgie (14 %), Arthralgie
Bindegewebs- und (11 %)
Knochenerkrankungen
Allgemeine Erkrankun Schmerzen an der Schüttelfrost, blauer Fleck Erythem an der
gen und Beschwerden Injektionsstelle (51 %), an der Injektionsstelle, Injektionsstelle,
am Verabreichungsort Ermüdung/ Fatigue (22 %), Verhärtung an der Blutung an der
Unwohlsein (19 %) Injektionsstelle, Fieber Injektionsstelle
Ältere Personen
Ältere Personen im Alter von 65 Jahren und älter meldeten bei Befragung generell weniger lokale und systemische Reaktionen als jüngere Erwachsene.
Kinder und Jugendliche im Alter von 6 Monaten bis unter 18 Jahren
Daten zur klinischen Sicherheit von Celldemic bei Kindern im Alter von 6 Monaten bis unter 18 Jahren wurden in Studie V89_11 erhoben.
Bei dieser Studie handelte es sich um eine randomisierte, kontrollierte, für Beobachter verblindete, multizentrische Studie der Phase 2 an Kindern und Jugendlichen im Alter von 6 Monaten bis unter 18 Jahren. Die Probanden erhielten zwei Dosen mit entweder 0,5 ml (7,5 μg HA von H5N1 mit 0,25 ml MF59) oder 0,25 ml (3,75 μg HA von H5N1 mit 0,125 ml MF59) des Impfstoffs im Abstand von jeweils 21 Tagen.
Im Sicherheitskollektiv wurden insgesamt 658 Probanden mit mindestens einer Impfdosis (7,5μg- Dosis, N = 329; 3,75-μg-Dosis, N = 329) geimpft.
Im Anschluss an jede Impfung wurden gezielt abgefragte lokale und systemische Nebenwirkungen über 7 Tage nach der Impfung bei allen Kindern erhoben, die in zwei Alterskohorten eingeteilt waren (6 Monate bis < 6 Jahre und 6 bis < 18 Jahre).
Sowohl in der Gruppe mit der 7,5-μg-Dosis als auch in der Gruppe mit der 3,75-μg-Dosis waren die meisten bei Befragung angegebenen lokalen und systemischen Nebenwirkungen leicht oder mässig ausgeprägt und klangen innerhalb weniger Tage ab. Die berichteten lokalen und systemischen Nebenwirkungen traten nach der 7,5-μg-Dosis und nach der 3,75-μg-Dosis mit vergleichbarer Häufigkeit auf.
Die bei Befragung am häufigsten (≥ 10 %) angegebenen lokalen und systemischen Nebenwirkungen innerhalb von 7 Tagen nach der Impfung mit Celldemic bei Kindern im Alter von 6 Monaten bis unter 6 Jahren waren Druckschmerz an der Injektionsstelle (56 %), Reizbarkeit (30 %), Schläfrigkeit (25 %), Änderung der Essgewohnheiten (18 %) und Fieber (16 %).
Die bei Befragung am häufigsten (≥ 10 %) angegebenen lokalen und systemischen Nebenwirkungen innerhalb von 7 Tagen nach der Impfung mit Celldemic bei Kindern im Alter von 6 Jahren bis unter 18 Jahren waren Schmerzen an der Injektionsstelle (68 %), Myalgie (30 %), Ermüdung/Fatigue (27 %), Unwohlsein (25 %), Kopfschmerzen (22 %), Appetitlosigkeit (14 %), Übelkeit (13 %) und Arthralgie (13 %).
Die berichteten lokalen und systemischen Nebenwirkungen bei Probanden, die in StudieV89_11 mit der 7,5-μg-Dosis oder der 3,75-μg-Dosis von aH5N1c geimpft wurden, sind in Tabelle 2 gezeigt.
Die berichteten Nebenwirkungen sind nach folgenden Häufigkeiten und Systemorganklassen gemäss MedDRA-Konvention aufgeführt: sehr häufig (≥ 1/10), häufig (≥ 1/100, < 1/10).
Tabelle 2: Nebenwirkungen bei Kindern und Jugendlichen im Alter von 6 Monaten bis unter 18 Jahren
MedDRA-Systemorganklasse Nebenwirkungen Häufigkeit
6 Monate bis < 6 Jahre 6 bis < 18 Jahre
Erkrankungen des Nervensyst Kopfschmerzen Sehr häufig (22 %)
ems
Erkrankungen des Gastrointe Übelkeit Sehr häufig (13 %)
stinaltrakts
Verminderter Appetit1 Sehr häufig (18 %) Sehr häufig (14%)
Erbrechen Häufig Häufig
Diarrhoe Häufig Häufig
Skelettmuskulatur-, Myalgie Sehr häufig (30 %)
Bindegewebs- und Knochenerk
rankungen
Arthralgie Sehr häufig (13 %)
Allgemeine Erkrankungen Schmerzen/Druck- schmerz Sehr häufig (56 %) Sehr häufig (68 %)
und Beschwerden am an der Injektionsstelle2
Verabreichungsort
Erythem an der Injektionsst Häufig Häufig
elle
Verhärtung an der Häufig Häufig
Injektionsstelle
Ermüdung/Fatigue Sehr häufig (27 %)
Somnolenz3 Sehr häufig (25 %)
Unwohlsein Sehr häufig (25 %)
Reizbarkeit Sehr häufig (30 %)
Fieber Sehr häufig (16 %)4 Häufig
1 Die Nebenwirkungen „Änderung der Essgewohnheiten“ und „Appetitlosigkeit“ wurden bei Kindern im Alter von 6 Monaten bis ˂ 6 Jahren bzw. 6 Jahren bis < 18 Jahren erfasst.
2 „Druckschmerz an der Injektionsstelle” wurde bei Kindern im Alter von 6 Monaten bis ˂ 6 Jahren erfasst.
3 Die Nebenwirkung „Schläfrigkeit“ wurde bei Kindern im Alter von 6 Monaten bis ˂ 6 Jahren erfasst.
4 In der Altersgruppe 6 Monate bis ˂ 6 Jahre wurde Fieber bei 16 % der Probanden gemeldet, welche die 7,5-µg- Dosis erhalten hatten, und bei 8 % der Probanden, welche die 3,75-µg-Dosis erhalten hatten.
Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von grosser Wichtigkeit. Sie ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels. Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdacht einer neuen oder schwerwiegenden Nebenwirkung über das Online-Portal ElViS (Electronic Vigilance System) anzuzeigen. Informationen dazu finden Sie unter www.swissmedic.ch.
Beschreibung ausgewählter Nebenwirkungen
Es liegen noch keine Daten für Celldemic vor. Allerdings wurden folgende Nebenwirkungen allgemein nach der Anwendung von Grippeimpfstoffen nach der Markteinführung gemeldet (Tabelle 3).
Tabelle 3: Erfahrungen nach der Markteinführung, die nach der Anwedung von Grippeimpfstoffen allgemein gemeldet wurden
MedDRA- Systemorganklas Nebenwirkung1
se
Erkrankungen des Allergische Reaktionen, wie Allergie vom Soforttyp, Anaphylaxie
Immunsystems einschliesslich Dyspnoe, Bronchospasmus, Kehlkopfödem, in seltenen Fällen
mit daraus resultierendem anaphylaktischem Schock
Erkrankungen des Neuralgie, Parästhesie, Neuritis, Konvulsionen, Enzephalomyelitis,
Nervensystems Guillain-Barré-Syndrom, angstbedingte Reaktionen im Zusammenhang mit der
Impfung, einschliesslich Präsynkope und Synkope
Gefässerkrankungen Vaskulitis, die mit einer vorübergehenden Nierenbeteiligung verbunden
sein kann
Erkrankungen der Haut Generalisierte Hautreaktionen wie Urtikaria, unspezifischer Ausschlag und
und des Unterhautgewebe lokale allergische Reaktionen, einschliesslich Angioödem
s
Allgemeine Erkrankungen Massive Schwellung an der geimpften Extremität
und Beschwerden am
Verabreichungsort
1nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar)
Darüber hinaus wurden im Rahmen der Überwachung nach der Markteinführung von aH1N1 (einem monovalenten Influenza-Impfstoff, der während der Influenzapandemie 2009 für die Impfung ab einem Alter von 6 Monaten zugelassen war und das gleiche Adjuvans MF59 wie Celldemic enthält) die folgenden unerwünschten Ereignisse gemeldet (Tabelle 4).
Tabelle 4: Erfahrung nach der Markteinführung eines ähnlichen Impfstoffes gegen pandemische Influenza (aH1N1)
MedDRA- Systemorganklasse Nebenwirkung1
Erkrankungen des Nervensystems Somnolenz
Herzerkrankungen Palpitation, Tachykardie
Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und Husten
Mediastinums
Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts Abdominalschmerz
Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen Muskelschwäche, Schmerz in den
Extremitäten
Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Asthenie
Verabreichungsort
1nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar)
ÜberdosierungEs liegen keine Erfahrungen mit einer Überdosierung des Impfstoffs Celldemic vor. Im Falle einer Überdosierung wird eine Überwachung der Vitalfunktionen und gegebenenfalls eine symptomatische Behandlung empfohlen.
Eigenschaften/WirkungenATC-Code
J07BB02
Pharmakotherapeutische Gruppe: Impfstoffe, Influenzaimpfstoff
Wirkungsmechanismus
Celldemic bietet eine aktive Immunisierung gegen den im Impfstoff enthaltenen Influenzavirusstamm. Celldemic induziert humorale Antikörper gegen die Hämagglutinine des Influenza-A-Virus vom Subtyp H5. Diese Antikörper neutralisieren die Influenzaviren. Spezifische Hämagglutinin-hemmende (HI) Antikörpertiter nach der Impfung mit inaktiviertem Influenza-Impfstoff wurden nicht mit einem Schutz gegen Influenzaviren korreliert, aber die HI-Antikörpertiter wurden als Mass für die Wirksamkeit des Impfstoffs verwendet. Antikörper gegen einen Influenzavirustyp oder -subtyp bieten nur einen begrenzten oder gar keinen Schutz gegen andere Viren dieser Art. Darüber hinaus schützen Antikörper gegen eine antigene Variante des Influenzavirus möglicherweise nicht gegen eine neue antigene Variante desselben Typs oder Subtyps. Celldemic enthält das Adjuvans MF59C.1 (MF59), das die antigenspezifische Immunantwort verstärken und ausweiten bzw. die Dauer der Immunantwort verlängern kann.
Pharmakodynamik
Siehe Wirkungsmechanismus.
Klinische Wirksamkeit
Erwachsene
Studie V89_18 war eine randomisierte, für Beobachter verblindete, multizentrische, kontrollierte klinische Studie der Phase 3, welche in den USA an Erwachsenen ab 18 Jahren durchgeführt wurde, die entweder aH5N1c oder als Placebo eine 9-mg/ml-Natriumchlorid-Injektionslösung (0,9 %) im Abstand von 21 Tagen erhielten. Insgesamt 2988 Probanden (18 bis < 65 Jahre, N = 1488; ≥ 65 Jahre, N = 1500) im Per-Protocol-Kollektiv erhielten beide Dosen aH5N1c (N = 2249) oder Placebo (N = 739). Die Antikörpertiter für die Hämagglutinationsinhibition (HI) gegen den Stamm A/turkey/Turkey/1/2005 (H5N1) wurden in Serumproben bestimmt, die 21 Tage nach der zweiten Dosis entnommen wurden.
Die HI-Titer wurden nach vorgegebenen Kriterien für den Anteil der Probanden mit Serokonversion (definiert als ein prävakzinaler HI-Titer von < 1:10 und ein postvakzinaler HI-Titer von ≥ 1:40 oder ein prävakzinaler HI-Titer von ≥ 1:10 und ein ≥ 4-facher Anstieg des HI-Titers) und den Anteil der Probanden mit einem HI-Titer von ≥ 1:40 bewertet. Die Bewertung des Anteils der Probanden mit Serokonversion oder einem HI-Titer von ≥ 1:40 nach der Impfung erfolgte nach Altersgruppen (18 bis < 65 Jahre und ≥ 65 Jahre). Die Erfolgskriterien verlangten, dass die Untergrenze des zweiseitigen 95-%-KI für den Anteil der Probanden mit Serokonversion bei Probanden im Alter von 18 bis unter 65 Jahren ≥ 40 % und bei Probanden im Alter von ≥ 65 Jahren ≥ 30 % beträgt. Für den Anteil der Probanden mit einem HI-Titer von > 1:40 musste die Untergrenze des zweiseitigen 95-%-KI bei Probanden im Alter von ≥ 18 bis unter 65 Jahren bei ≥ 70 % liegen und bei Probanden im Alter von ≥ 65 Jahren bei ≥ 60 %.
Bei Probanden im Alter von 18 bis unter 65 Jahren und bei Probanden ≥ 65 Jahren waren die vorgegebenen Kriterien für den Anteil der Probanden mit Serokonversion und einem HI-Titer von ≥ 1:40 21 Tage nach der zweiten Impfung erfüllt (Tabelle 5). In Studie V89_04 bei Erwachsenen im Alter von 18 bis unter 65 Jahren und in Studie V89_13 bei Erwachsenen ab 65 Jahren wurden vergleichbare Immunogenitätsergebnisse festgestellt.
Tabelle 5: Serokonversionsraten, prozentualer Anteil von Probanden mit HI-Titern von ≥ 1:40 und Verhältnis der geometrischen Mittelwerte der Antikörpertiter (GMR) nach aH5N1c oder Placebo (21 Tage nach 2 Impfungen) (PPSa – Studie V89_18)
Erwachsene im Alter Erwachsene ab 65
von 18 bis weniger Jahren
als 65 Jahren
aH5N1c (N = 1076) Placebo (N = 349) aH5N1c (N = 1080) Placebo (N = 351)
Serokonversionb 79,9 % 0,3 % 54,0 % 1,7 %
(95-%-KI) (77,4; 82,3) (0,0; 1,6) (51,0; 57,0) (0,6; 3,7)
HI-Titer ≥ 1:40 95,0 % 8,5 % 85,7 % 20,8 %
(95-%-KI) (93,4; 96,2) (5,9; 12,1) (83,3; 87,9) (16,6; 25,8)
GMR Tag 43/Tag 1c 12,7 (11,9; 13,5) 0,8 (0,7; 0,9) 4,9 (4,6; 5,2) 0,8 (0,8; 0,9)
(95-%-KI)
a PPS: Per-Protocol-Set; Probanden, die 2 Dosen aH5N1c korrekt nach Studienprotokoll erhielten.
b Serokonversion ist definiert als ein prävakzinaler HI-Titer von < 1:10 und ein postvakzinaler HI-Titer von
≥ 1:40 oder ein prävakzinaler HI-Titer ≥ 1:10 und ein ≥ 4-facher Anstieg des HI-Titers.
c Geometrische mittlere HI-Titer an Tag 43 im Vergleich zu Tag 1
Fettdruck zeigt, dass das vorgegebene Kriterium erfüllt wurde, d. h. eine Untergrenze des zweiseitigen 95-%- Konfidenzintervalls für die Serokonversion von ≥ 40 %, und für den Anteil von Probanden mit HI- Antikörpertitern von ≥ 1:40 eine Untergrenze des zweiseitigen 95-%-Konfidenzintervalls von ≥ 70 % bei Probanden im Alter von 18 bis unter 65 Jahren und von ≥ 60 % bei Probanden ab 65 Jahren.
Die immunologische Reaktion gegen den homologen Stamm wurde bei einer Untergruppe von 76 Erwachsenen im Alter von 18 bis < 65 Jahren in Studie V89_18 mithilfe des MicroNeutralisation (MN)-Tests gemessen. Mit dem MN-Test wurde bei 90 % der Probanden ein mindestens 4-facher Anstieg der Titer gegenüber dem Ausgangswert an Tag 43 und ein 24-facher Anstieg der GMRs an Tag 43 im Vergleich zu Tag 1 ermittelt.
Ein Rückgang der Antikörpertiter wurde 6 Monate nach der Impfserie zur Grundimmunisierung beobachtet, wobei GMR von 1,53 [95-%-KI: 1.44; 1,61] bei Erwachsenen im Alter von 18 bis < 65 Jahren und von 0,97 [95-%-KI: 0,91; 1,02] bei Erwachsenen ≥ 65 Jahre festgestellt wurden. Zum Messzeitpunkt nach 12 Monaten wurden in den Phase-2-Studien V89_04 und V89_13 geringfügig höhere, aber insgesamt vergleichbare GMR festgestellt: GMR 1,95 (95-%-KI: 1,73; 2,19) bei Erwachsenen im Alter von 18 bis < 65 Jahren bzw. GMR 1,97 (97,5-%-KI: 1,76; 2,2) bei Erwachsenen ≥ 65 Jahre.
Über den Zeitraum von 12 Monaten hinaus sind keine Daten verfügbar.
Daten zur Kreuzreaktivität bei Erwachsenen
Kreuzreaktive Immunantwort ausgelöst von A/turkey/Turkey/1/2005 (Klade 2.2.1)
In den Phase-2-Studien V89_04 und V89_13 wurden die Immunantworten gegen fünf heterologe H5N1-Stämme drei Wochen nach der zweiten Impfung evaluiert: A/Anhui/1/2005 (Klade 2.3.4); A/Egypt/N03072/2010 (Klade 2.2.1); A/Hubei/1/2010 (Klade 2.3.2); A/Indonesia/5/2005 (Klade 2.1.3) und A/Vietnam/1203/2004 (Klade 1). Die geometrischen Mittel der HI-Titer (GMRs) an Tag 43 stiegen bei Teilnehmern im Alter von 18 bis < 65 Jahren (Studie V89_04) um das 2- bis 7,3-Fache im Vergleich zu Tag 1, und bei Teilnehmern im Alter von ≥ 65 Jahren (Studie V89_13) um das 1,5- bis 4,8-Fache. Der prozentuale Anteil von Teilnehmern mit einer Serokonversion oder einem HI-Titer von ≥ 1:40 an Tag 43 bewegte sich bei Teilnehmern im Alter von 18 bis < 65 Jahren zwischen 28 % und 64 % und bei Teilnehmern im Alter von ≥ 65 Jahren zwischen und 17 % und 57 %. Die Daten zur Immunantwort gegen die heterologen H5N1-Stämme sind aus Tabelle 6 ersichtlich.
Tabelle 6: Serokonversionsraten, prozentualer Anteil von Teilnehmern mit HI-Titern von ≥ 1:40 und Verhältnis der geometrischen Mittelwerte der HI-Titer (GMR) nach aH5N1c (21 Tage nach 2 Impfungen) gegen heterologe H5N1-Stämme bei Probanden im Alter von 18 bis < 65 Jahren und ≥ 65 Jahren (FASa – Studie V89_04 und V89_13)
Erwachsene im Alter
von 18 bis unter 65
Jahren (V89_04) N =
69
A/Anhui/ 1/2005 A/Egypt/ N03072/2010 A/Hubei/ 1/2010 A/Indonesia/ 5/2005 A/Vietnam/ 1203/2004
Serokonversionb 28 % (16; 41) 55 % (41; 69) 55 % (41; 69) 35 % (22; 49) 52 % (38; 66)
(97,5-%-KI)
HI-Titer ≥ 1:40 28 % (16; 41) 58 % (44; 71) 64 % (50; 76) 35 % (22; 49) 54 % (40; 67)
(97,5-%-KI)
GMR Tag 43/Tag 1c 2,1 (1,3; 3,4) 6,5 (3,6; 12) 7,3 (4,0; 13) 3,1 (1,8; 5,4) 7,0 (3,8; 13)
(95-%-KI)
Erwachsene im Alter
≥ 65 Jahre (V89_13)
N = 35
Serokonversionb 17 % (6; 36) 43 % (24; 63) 46 % (27; 66) 26 % (11; 46) 43 % (24; 63)
(95-%-KI)
HI-Titer ≥ 1:40 17 % (6; 36) 49 % (29; 68) 57 % (37; 76) 26 % (11; 46) 51 % (32; 71)
(95-%-KI)
GMR Tag 43/Tag 1c 1,5 (0,9; 2,6) 3,6 (1,6; 8,2) 4,8 (2,3; 10) 2,1 (1,1; 3,8) 4,3 (2,0; 9,2)
(95-%-KI)
a FAS: Full Analysis Set; Probanden, die mindestens eine Impfung im Rahmen der Studie erhielten und für die Immunogenitätsdaten an Tag 1 und an Tag 43 vorlagen.
b Serokonversion ist definiert als ein prävakzinaler HI-Titer von < 1:10 und ein postvakzinaler HI-Titer von
≥ 1:40 oder ein prävakzinaler HI-Titer von ≥ 1:10 und ein ≥ 4-facher Anstieg des HI-Titers.
c Verhältnis der geometrischen Mittelwerte der HI-Titer an Tag 43 im Vergleich zu Tag 1
Der MN-Test gegen die 5 heterologen Stämme zeigte einen mindestens 4-fachen Anstieg der Titer gegenüber dem Ausgangswert an Tag 43 bei 32 % bis 88 % der Probanden im Alter von 18 bis < 65 Jahren und bei 26 % bis 74 % der Probanden im Alter von ≥ 65 Jahren. Die mittels MN-Test gemessenen GMRs an Tag 43 im Vergleich zu Tag 1 stiegen bei Probanden im Alter von 18 bis < 65 Jahren um das 4,8und 34-Fache (Studie V89_04) und bei Probanden im Alter von ≥ 65 Jahren um das 3,7- bis 12-Fache (Studie V89_13).
Immunantwort nach einer heterologen Auffrischimpfung mit aH5N6c
Die Immunogenität einer heterologen Auffrischimpfung mit aH5N6c bei Erwachsenen ab 18 Jahren wurde in Studie V89_18E1 untersucht. Bei dieser Studie handelte es sich um eine randomisierte, für Beobachter verblindete multizentrische Studie, in der Probanden, die in Studie V89_18 etwa 6 Jahre zuvor 2 Dosen Celldemic erhalten hatten (grundimmunisierte Probanden), im Verhältnis 1:1 randomisiert einer Impfung mit entweder zwei Dosen aH5N6c-Impfstoff mit 7,5 µg HA von A/Guangdong/18SF020/2018 (H5N6, Klade 2.3.4.4h) mit Adjuvans MF59 im Abstand von 3 Wochen oder einer Dosis aH5N6c-Impfstoff an Tag 1 und Placebo mit Kochsalzlösung an Tag 22 zugewiesen wurden. Probanden, die kein Celldemic erhalten hatten, wurden als Probanden ohne Grundimmunisierung betrachtet. Die Antikörpertiter für die Hämagglutinationsinhibition (HI) gegen den Stamm A/turkey/Turkey/1/2005 (Klade 2.2.1) wurden in Serumproben bestimmt, die 21 Tage nach der zweiten Dosis entnommen wurden. Die HI-Titer an Tag 43 zeigten bei grundimmunisierten Probanden, die zwei Dosen aH5N6c (Gruppe 1) oder eine Dosis aH5N6c und eine Dosis Placebo mit Kochsalzlösung (Gruppe 2) erhalten hatten, einen 30,8- bis 31,7-fachen Anstieg gegenüber dem Titer von Tag 1. Bei nicht grundimmunisierten Probanden betrug der Anstieg das 2,1-Fache. Der prozentuale Anteil von Probanden mit Serokonversion oder einem HI-Titer ≥ 1:40 an Tag 43 reichte von 89,6 % bis 93,1 % bei grundimmunisierten Probanden (Gruppe 1 und 2) und von 13,4 % bis 20,0 % bei nicht grundimmunisierten Probanden. Tabelle 7 zeigt die Daten für Immunantworten gegen den heterologen Stamm H5N1 nach Gruppen.
Tabelle 7: Serokonversionsraten, prozentualer Anteil von Probanden mit HI-Titern ≥ 1:40 und geometrische Mittelwerte der Erhöhung (GMFI, Geometric Mean Fold Increases) gegen heterologe H5N1 nach Auffrischimpfung mit aH5N6c (21 Tage nach der zweiten Impfung) bei Erwachsenen ab 18 Jahren (PPSa – Studie V89_18E1)
Gruppe 1 (H5N1 Grundimmu Gruppe 2 (H5N1 Grundimmun Gruppe 3 (Ohne Grundimmun
nisierung: aH5N6c – isierung: aH5N6c – isierung aH5N6c –
aH5N6c) (N=74) Placebo) (N=69) aH5N6c) (N=95)
Serokonversionb 89,6 % (79,7; 95,7) 90,2 % (79,8; 96,3) 13,4 % (6,9; 22,7)
(95-%-KI)
HI-Titer ≥ 1:40 93,1 % (84,5; 97,7) 90,9 % (81,3; 96,6) 20,0 % (12,1; 30,1)
(95-%-KI)
GMFI Tag 43/Tag 1c 30,8 (23,1; 41,0) 31,7 (23,4; 43,0) 2,1 (1,6; 2,8)
(95-%-KI)
a PPS: Per-Protocol-Set, Probanden, die 2 Dosen aH5N6c korrekt nach Studienprotokoll erhielten.
b Serokonversion ist definiert als ein prävakzinaler HI-Titer von < 1:10 und ein postvakzinaler HI-Titer von ≥ 1:40 oder ein prävakzinaler HI-Titer ≥ 1:10 und ein ≥ 4-facher Anstieg des HI-Titers.
c Geometrischer Mittelwert der Erhöhung (GMFI): Verhältnis der geometrischen mittleren HI-Titer an Tag 43 im Vergleich zu Tag 1.
Mit dem MicroNeutralisation (MN)-Test erreichten 98,6 % der Probanden in Gruppe 1, 95,7 % der Probanden in Gruppe 2 und 11,8 % der Probanden in Gruppe 3 an Tag 43 eine Serokonversion gegen den heterologen H5N1-Stamm. Der geometrische Mittelwert der Erhöhung (GMFI) betrug 51,7 in Gruppe 1, 50,5 in Gruppe 2 und 1,7 in Gruppe 3.
Kinder und Jugendliche im Alter von 6 Monaten bis unter 18 Jahren
Die Immunogenitätsdaten für aH5N1c bei Kindern im Alter von 6 Monaten bis < 18 Jahren wurden in Studie V89_11 evaluiert. Diese randomisierte, kontrollierte, für Beobachter verblindete, multizentrische Studie wurde bei Kindern und Jugendlichen im Alter von 6 Monaten bis unter 18 Jahren durchgeführt. Die Probanden erhielten zwei Dosen mit 7,5 µg HA von H5N1 mit MF59 pro 0,5 ml im Abstand von 21 Tagen.
Insgesamt erhielten 289 Probanden in der vollständigen Analysepopulation die 7,5-µg-Dosis . Die Probanden wurden in drei Alterskohorten eingeteilt: 6 bis < 36 Monate (N = 92), 3 bis < 9 Jahre (N = 95) und 9 bis < 18 Jahre (N = 102); 55 % der Probanden waren männlich, 72 % der Teilnehmer waren Asiaten, 23 % waren weiss, 3 % waren dunkelhäutig oder Afroamerikaner. Die HI-Antikörpertiter gegen den Stamm A/turkey/Turkey/1/2005 (H5N1) wurden in Serumproben untersucht, die in drei Alterskohorten (6 bis < 36 Monate, 3 bis < 9 Jahre und 9 bis < 18 Jahre) 21 Tage nach der zweiten Dosis entnommen wurden.
Der Anteil von Probanden mit Serokonversion und einem HI-Titer von ≥ 1:40 nach der Impfung wurde nach vorgegebenen Kriterien bewertet. Die Erfolgskriterien für den Anteil von Probanden mit Serokonversion waren eine Untergrenze des zweiseitigen 97,5-%-KI von ≥ 40 %, und für den Anteil der Probanden mit einem HI-Titer > 1:40 sollte die Untergrenze des zweiseitigen 97,5-%-KI für alle drei Alterskohorten bei ≥ 70 % liegen. In allen drei Alterskohorten (6 bis < 36 Monate, 3 bis < 9 Jahre und 9 bis < 18 Jahre) waren die vorgegebenen Kriterien für den Anteil von Probanden mit Serokonversion und einem HI-Titer von ≥ 1:40 21 Tage nach der zweiten Impfung erfüllt. Die Daten zur empfohlenen Dosis sind aus Tabelle 8 ersichtlich.
Tabelle 8: Serokonversionsraten, prozentualer Anteil von Probanden mit HI-Titern ≥ 1:40 und Verhältnis der geometrischen Mittelwerte der Antikörpertiter (GMR) nach Impfung mit aH5N1c in Studie V89_11 (FASa)
Formulierung: 7,5
µg HA / 100 % MF59
Gesamt- population Alters-Subgruppen
6 Monate bis < 18 6 bis < 36 Monate 3 bis < 9 Jahre 9 bis < 18 Jahre
Jahre
96 % 99 % 98 % 92 %
Serokonversionb (93-98) (94; 100) (92; 100) (85; 97)
(97,5-%-KI)c
N = 279 N = 84 N = 93 N = 102
96 % 98 % 98 % 92 %
HI-Titer ≥ 1:40 (92-98) (92; 100) (93; 100) (85; 97)
(97,5-%-KI)c
N = 287 N = 91 N = 94 N = 102
GMR Tag 43/Tag 1d 262 (190-361) N = 302 (192-476) N = 84 249 (153-404) N = 93 186 (105-328) N =
(97,5-%-KI)c 279 102
a FAS: Full Analysis Set; Probanden, die mindestens eine Dosis 7,5 µg aH5N1c erhielten und für die Immunogenitätsdaten an Tag 1 und an Tag 43 vorlagen.
b Serokonversion ist definiert als ein prävakzinaler HI-Titer von < 1:10 und ein postvakzinaler HI-Titer von
≥ 1:40 oder ein prävakzinaler HI-Titer von ≥ 1:10 und ein ≥ 4-facher Anstieg des HI-Titers.
c 95-%-KI für die Alters-Subgruppen
d Verhältnis der geometrischen Mittelwerte des HI-Titers an Tag 43 im Vergleich zu Tag 1
Fettdruck zeigt, dass das vorgegebene Kriterium erfüllt wurde, d. h. eine Untergrenze des zweiseitigen 97,5-%-Konfidenzintervalls für die Serokonversion von ≥ 40 %, und für den Anteil von Probanden mit HI-Titern von
≥ 1:40 eine Untergrenze des zweiseitigen 97,5-%-Konfidenzintervalls von ≥ 70 %.
Die immunologische Reaktion gegen den homologen Stamm (A/turkey/Turkey/1/2005) bei Probanden im Alter von 6 Monaten bis < 18 Jahren (N = 69), die in Studie V89_11 die 7,5 µg-Dosis erhielten, wurde mithilfe des MN-Tests ermittelt. Der MN-Test zeigte, dass 100 % der Probanden einen mindestens 4-fachen Anstieg des Titers gegenüber dem Ausgangswert an Tag 43 erreichten und dass an Tag 43 im Vergleich zu Tag 1 ein 257-facher Anstieg der GMRs erreicht wurde.
Ein Rückgang der Antikörpertiter wurde 12 Monate nach der Grundimmunisierung beobachtet (GMR nach der 7,5 µg-Dosis: 12 [97,5-%-KI: 8,76; 17]), aber die GMR waren weiterhin höher als bei der Erwachsenenpopulation. Über den Zeitraum von 12 Monaten hinaus sind keine Daten verfügbar.
Daten zur Kreuzreaktivität in der pädiatrischen Population im Alter von 6 Monaten bis unter 18 Jahre
Kreuzreaktive Immunantwort, die durch A/turkey/Turkey/1/2005 (Klade 2.2.1) ausgelöst wurde
Bei Probanden im Alter von 6 Monaten bis <18 Jahren (Study V89_11) wurden die Immunantworten gegen fünf heterologe H5N1-Stämme drei Wochen nach der zweiten Impfung evaluiert: A/Anhui/1/2005 (Klade 2.3.4); A/Egypt/N03072/2010 (Klade 2.2.1); A/Hubei/1/2010 (Klade 2.3.2); A/Indonesia/5/2005 (Klade 2.1.3) und A/Vietnam/1203/2004 (Klade 1). Die geometrischen Mittel der HI-Titer (GMRs) an Tag 43 stiegen um das 8- bis 40-Fache im Vergleich zu Tag 1. Der prozentuale Anteil von Probanden mit einer Serokonversion oder einem HI-Titer von ≥ 1:40 an Tag 43 bewegte sich bei Probanden im Alter von 6 Monaten bis < 18 Jahren zwischen 32 % und 72 %. Die Daten zur Immunantwort gegen die heterologen H5N1-Stämme sind aus Tabelle 9 ersichtlich.
Tabelle 9: Serokonversionsraten, prozentualer Anteil von Probanden mit HI-Titern ≥ 1:40 und Verhältnis der geometrischen Mittelwerte der Antikörpertiter (GMR) nach aH5N1c (21 Tage nach 2 Impfungen) gegen heterologe H5N1-Stämme bei Probanden im Alter von 6 Monaten bis < 18 Jahren (FASa – Studie V89_11)
Kinder und Jugendlic
he im Alter von 6
Monaten bis < 18
Jahren (V89_11) N =
69
A/Anhui/ 1/2005 A/Egypt/ N03072/2010 A/Hubei/ 1/2010 A/Indonesia/ 5/2005 A/Vietnam/ 1203/2004
Serokonversionb 32 % 72 % 54 % 36 % 54 %
(97,5-%-KI) (20, 46) (59, 84) (40, 67) (24, 50) (40, 68)
HI-Titer ≥ 1:40 32 % 72 % 54 % 36 % 54 %
(97,5-%-KI) (20, 46) (59, 84) (40, 67) (24, 50) (40, 68)
GMR Tag 43/Tag 1c 8,4 40 34 11 23
(97,5-%-KI) (4,0; 17) (15; 109) (11; 105) (4,9; 25) (8,5; 60)
a FAS: Full Analysis Set; Probanden, die mindestens eine Impfung im Rahmen der Studie erhielten und für die Immunogenitätsdaten an Tag 1 und an Tag 43 vorlagen.
b Serokonversion ist definiert als ein prävakzinaler HI-Titer von < 1:10 und ein postvakzinaler HI-Titer von
≥ 1:40 oder ein prävakzinaler HI-Titer von ≥ 1:10 und ein ≥ 4-facher Anstieg des HI-Titers.
c Verhältnis der geometrischen Mittelwerte des HI-Titers an Tag 43 im Vergleich zu Tag 1
Die MN-Test-Ergebnisse gegen die 5 heterologen Stämme zeigten, dass ein beachtlicher prozentualer Anteil von pädiatrischen Probanden einen mindestens 4-fachen Anstieg der im MN-Test gemessenen Titer an Tag 43 erreichte, mit einer Spanne von 83 % bis 100 %. Die mittels MN-Test bestimmten GMRs an Tag 43 im Vergleich zu Tag 1 stiegen bei Probanden im Alter von 6 Monaten bis < 18 Jahren um das 13und 160-Fache (Studie V89_11).
PharmakokinetikAbsorption
Nicht zutreffend.
Distribution
Nicht zutreffend.
Metabolismus
Nicht zutreffend.
Elimination
Nicht zutreffend.
Kinetik spezieller Patientengruppen
Nicht zutreffend.
Präklinische DatenBasierend auf den konventionellen Studien zur Toxizität bei wiederholter Gabe und zur Reproduktionsund Entwicklungstoxizität lassen die präklinischen Daten keine besonderen Gefahren für den Menschen erkennen.
Sonstige HinweiseInkompatibilitäten
Da keine Kompatibilitätsstudien durchgeführt wurden, darf dieses Arzneimittel nicht mit anderen Arzneimitteln gemischt werden.
Beeinflussung diagnostischer Methoden
Nicht zutreffend.
Haltbarkeit
Das Arzneimittel darf nur bis zu dem auf der Packung mit "EXP" bezeichneten Datum verwendet werden.
Besondere Lagerungshinweise
Im Kühlschrank (2-8 °C) lagern.
Nicht einfrieren. Impfstoff verwerfen, falls er eingefroren wurde.
Die Fertigspritze im Umkarton aufbewahren, um den Inhalt vor Licht zu schützen.
Hinweise für die Handhabung
Vor Gebrauch vorsichtig schütteln. Nach dem Schütteln ist das normale Erscheinungsbild des Impfstoffs eine milchigweisse Suspension.
Der Inhalt jeder Fertigspritze muss vor der Verabreichung visuell auf Partikel und/oder Abweichungen des Erscheinungsbildes geprüft werden. Falls eines dieser Merkmale zu beobachten ist, darf der Impfstoff nicht verabreicht werden.
Bei Verwendung einer Fertigspritze mit einem Luer-Lock-System, entfernen Sie die Schutzkappe von der Spitze, indem Sie sie gegen den Uhrzeigersinn abschrauben. Nachdem Sie die Schutzkappe abgenommen haben, schrauben Sie eine Kanüle im Uhrzeigersinn auf die Spritze, bis sie einrastet.
Verwenden Sie eine sterile Kanüle geeigneter Grösse für eine intramuskuläre Injektion. Sobald die Kanüle eingerastet ist, entfernen Sie den Nadelschutz und injizieren den Impfstoff.
Nicht verwendeter Impfstoff und Abfallmaterial ist entsprechend den nationalen Anforderungen zu beseitigen.
Zulassungsnummer69948 (Swissmedic)
PackungenFertigspritze zu 0.5 ml (Glas, Typ I) mit einem Kolbenstopfen aus Brombutylgummi, versehen mit einem Luer-Lock-System. Die Kanülen sind nicht inbegriffen.
Packung mit 10 Fertigspritzen (B).
ZulassungsinhaberinVifor (International) AG, St. Gallen
Stand der InformationSeptember 2025
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