Dosierung/AnwendungDie Behandlung muss von einem in der Krebstherapie erfahrenen Arzt eingeleitet und überwacht werden.
Patienten mit MET-Überexpression und/oder MET-Amplifikation bei lokal fortgeschrittenem oder metastasiertem NSCLC sollten für die Behandlung mit ORPATHYS auf Basis des Nachweises der MET-Überexpression und/oder MET-Amplifikation anhand von validierten Tests ausgewählt werden. Eine MET-Überexpression ist definiert als ≥90 % der Tumorzellen mit immunhistochemischer Färbeintensität von 3+. Eine MET-Amplifikation ist definiert als ≥10 MET-Genkopien in den Tumorzellen.
Ein positiver EGFR-Mutationsstatus (Exon-19-Deletionen oder L858R-Substitutionsmutationen in Exon 21) muss bewiesen worden sein. Für den Therapiebeginn mit ORPATHYS muss der EGFR-Mutationsstatus nicht erneut überprüft werden.
Übliche Dosierung
Die empfohlene Dosis von ORPATHYS beträgt 300 mg zweimal täglich zum Einnehmen (im Abstand von etwa 12 Stunden). Die zwei Dosen von ORPATHYS sollten jeden Tag möglichst zur selben Zeit eingenommen werden. ORPATHYS ist unmittelbar nach einer Mahlzeit einzunehmen.
ORPATHYS wird in Kombination mit Osimertinib angewendet, und die empfohlene Dosis von Osimertinib beträgt 80 mg oral einmal täglich. Die Dosis Osimertinib sollte jeden Tag zur selben Zeit entweder mit der Morgen- oder der Abenddosis von ORPATHYS eingenommen werden. Siehe auch die Fachinformation von Osimertinib.
ORPATHYS ist zum Einnehmen bestimmt. Die Tabletten sollten als Ganzes mit Wasser geschluckt und nicht zerkaut, zerstossen, aufgelöst oder geteilt werden, um sicherzustellen, dass die vollständige Dosis verabreicht wird. ORPATHYS darf nicht eingenommen werden, wenn die Tabletten zerbrochen, rissig oder auf sonstige Weise nicht intakt sind.
Therapiedauer
Patienten sollten bis zur Krankheitsprogression oder bis zum Auftreten einer inakzeptablen Toxizität behandelt werden.
Versäumte Dosis
Wenn der Patient nach der Einnahme von ORPATHYS erbricht oder eine Dosis versäumt wird, sollte er die nächste Dosis zum nächsten planmässigen Zeitpunkt einnehmen.
Wenn eine Dosis Osimertinib bei kombinierter Anwendung mit ORPATHYS versäumt wird, ist die Dosis nachträglich einzunehmen, es sei denn, die Einnahme der nächsten Dosis steht innerhalb von 12 Stunden an.
Dosisanpassungen
Je nach individueller Sicherheit und Verträglichkeit kann das Aussetzen einer Dosis und/oder eine Dosisreduktion erforderlich sein. Die Dosis von ORPATHYS kann bis zu zwei Mal reduziert werden. Die bei Nebenwirkungen empfohlenen Dosisanpassungen von ORPATHYS sind in Tabelle 1 aufgeführt.
Tabelle 1: Für ORPATHYS empfohlene Dosisreduktionen bei Nebenwirkungen
Anfangsdosis 300 mg zweimal täglich
Erste Dosisreduktion 200 mg zweimal täglich
Zweite Dosisreduktion 100 mg zweimal täglich
Die bei bestimmten Nebenwirkungen empfohlenen Dosisanpassungen von ORPATHYS sind in Tabelle 2 aufgeführt. Informationen über Dosisanpassungen von Osimertinib sind der Fachinformation von Osimertinib zu entnehmen.
Tabelle 2: Für ORPATHYS empfohlene Dosisreduktionen bei bestimmten Nebenwirkungen
Nebenwirkung Dosisanpassung
Arzneimittelinduzierte Leberschädigung
-ALT oder AST > 8 × ULN, kombiniert mit Gesamtbilirubin-Erhöhung ORPATHYS dauerhaft absetzen.
über dem Ausgangswert oder ULN -ALT oder AST > 5 × ULN für > 2
Wochen, kombiniert mit Gesamtbilirubin-Erhöhung über dem
Ausgangswert oder ULN -ALT oder AST > 3 × ULN und
(Gesamtbilirubin > 2 × ULN oder INR > 1,5 ohne Gabe von
Antikoagulanzien, die die INR erhöhen) -AST oder ALT > 3 × ULN
mit offensichtlicher Fatigue, Übelkeit, Erbrechen, Schmerzen im
Oberbauch oder Völlegefühl, Fieber, Hautausschlag und/oder neu
aufgetretene Eosinophilie über dem normalen Referenzbereich oder
signifikante Veränderung einer vorbestehenden Eosinophilie
-Wiederauftreten von ALT oder AST > 5 × ULN -Wiederauftreten von
ALT oder AST > 3–5 × ULN, kombiniert mit Gesamtbilirubin > 1,5–2
× ULN
-ALT oder AST > 5 × ULN und Gesamtbilirubin nicht über dem Behandlung mit ORPATHYS
Ausgangswert oder ULN erhöht -ALT oder AST > 3 × ULN und unterbrechen und die
Gesamtbilirubin-Erhöhung auf 1–2 × ULN -Wiederauftreten von ALT Leberfunktionstests zweimal
oder AST > 3–5 × ULN, aber Gesamtbilirubin ist nicht über dem wöchentlich wiederholen. -Bei
Ausgangswert oder ULN erhöht Abklingen auf Grad 1 (nahe
Ausgangswert) oder Ausgangswert
innerhalb einer Woche ist die
Dosis um 1 Stufe zu reduzieren
und die Leberfunktionstests
sind für 6 Wochen zweimal
wöchentlich zu wiederholen.
-Ansonsten ist dieses Produkt
dauerhaft abzusetzen.
Überempfindlichkeit/allergische Reaktionen
Alle Grade Zur Behandlung von Überempfindl
ichkeit/allergischen
Reaktionen siehe die Rubrik
"Warnhinweise und Vorsichtsmass
nahmen" .
QTc-Verlängerung
Grad 3 (QTcF-Verlängerung auf ≥501 ms) oder Veränderung um > 60 -Behandlung mit ORPATHYS
ms gegenüber dem Ausgangswert bei mindestens zwei separaten EKGs unterbrechen. Regelmässige
EKGs bis zur Normalisierung
auf QTcF ≤480 ms (Grad 1)
durchführen. Die Behandlung
mit ORPATHYS mit reduzierter
Dosis wieder aufnehmen (siehe
Tabelle 1). -Wenn das
QTcF-Intervall nicht innerhalb
von 21 Tagen auf ≤480 ms
zurückgeht, ist ORPATHYS
dauerhaft abzusetzen.
Grad 4 (Torsade de Pointes, polymorphe ventrikuläre Tachykardie ORPATHYS dauerhaft absetzen;
oder Anzeichen/Symptome einer schwerwiegenden Arrhythmie) zur weiteren Behandlung ist
ein Kardiologe hinzuzuziehen,
wie klinisch angezeigt (siehe
Rubrik "Warnhinweise und
Vorsichtsmassnahmen" ).
Sonstiges
Toxizität von Grad 3 -Behandlung mit ORPATHYS
unterbrechen. Wenn die
Toxizität innerhalb von 7
Tagen auf Grad 1 abklingt, ist
die Behandlung mit der
gleichen oder einer
reduzierten Dosis wieder
aufzunehmen, je nachdem, was
klinisch geeignet erscheint
(siehe Tabelle 1). -Wenn die
Toxizität nicht innerhalb von
7 Tagen auf Grad 1 abklingt,
ist ORPATHYS dauerhaft
abzusetzen.
Toxizität von Grad 4 -Behandlung mit ORPATHYS
unterbrechen. Wenn die
Toxizität innerhalb von 7
Tagen auf Grad 1 abklingt, ist
die Behandlung mit einer
reduzierten Dosis wiederaufzune
hmen (siehe Tabelle 1). -Wenn
die Toxizität nicht innerhalb
von 7 Tagen auf Grad 1
abklingt, ist ORPATHYS
dauerhaft abzusetzen.
Abkürzungen: ALT, Alanin-Aminotransferase; AST,
Aspartat-Aminotransferase; ULN, Obergrenze des Normalbereichs
(Upper Limit of Normal); ≥, grösser oder gleich; Ausgangswert,
zum Zeitpunkt des Behandlungsbeginns.Hinweis: Der Schweregrad der
Nebenwirkungen wird gemäss Version 5 der CTCAE-Kriterien (Common
Terminology Criteria for Adverse Events) des National Cancer
Institute (NCI) eingestuft.
Gleichzeitige Verabreichung mit CYP3A4-Induktoren und CYP1A2-Inhibitoren
Starke CYP3A4-Induktoren: Die gleichzeitige Anwendung starker CYP3A4-Induktoren (z.B. Rifampicin und Phenytoin) ist zu vermeiden (siehe Rubrik "Interaktionen" ).
Starke und moderate CYP1A2-Inhibitoren: Die gleichzeitige Anwendung starker und moderater CYP1A2-Inhibitoren (z.B. Fluvoxamin und Ciprofloxacin) ist zu vermeiden, während die Patienten mit ORPATHYS behandelt werden. Ist dies nicht möglich, ist die Dosis von ORPATHYS auf 100 mg zweimal täglich zu verringern, wenn gleichzeitig starke CYP1A2-Inhibitoren gegeben werden, und auf 200 mg zweimal täglich bei moderaten CYP1A2-Inhibitoren (siehe Rubrik "Interaktionen" ).
Art der Anwendung
ORPATHYS ist unmittelbar nach einer Mahlzeit einzunehmen.
Die Tabletten sollten als Ganzes mit Wasser geschluckt und nicht zerkaut, zerstossen, aufgelöst oder geteilt werden. ORPATHYS darf nicht eingenommen werden, wenn die Tabletten zerbrochen, rissig oder auf sonstige Weise nicht intakt sind.
Besondere Patientengruppen
Nierenfunktionsstörungen
Bei Patienten mit leichter, moderater und schwerer Nierenfunktionsstörung wird keine Dosisanpassung empfohlen. Für Patienten mit schwerer Nierenfunktionsstörung liegen nur begrenzte Daten vor (siehe Rubrik "Pharmakokinetik" ). Für Patienten mit terminaler Nierenerkrankung liegen keine Daten vor.
Leberfunktionsstörungen
Bei Patienten mit leichter Leberfunktionsstörung und moderater Leberfunktionsstörung ist keine Dosisreduktion erforderlich. Aufgrund der begrenzten Datenlage für Patienten mit moderater Leberfunktionsstörung ist Vorsicht geboten. ORPATHYS wurde bei Patienten mit schwerer Leberfunktionsstörung nicht untersucht und wird bei diesen Patienten nicht empfohlen.
Kinder und Jugendliche
Die Sicherheit und Wirksamkeit von ORPATHYS bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren sind nicht erwiesen.
Ältere Patienten
Bei älteren Patienten (≥65 Jahre) ist keine Anpassung der Anfangsdosis erforderlich.
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