Information for professionals OMVOHŸ Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung Eli Lilly (Suisse) SA ZusammensetzungWirkstoffe
Mirikizumab (aus Chinese Hamster Ovary [CHO] -Zellen hergestellter monoklonaler Antikörper)
Hilfsstoffe
Natriumcitrat-Dihydrat, CitronensĂ€ure, Natriumchlorid, Polysorbat 80, Wasser fĂŒr Injektionszwecke q.s. ad solutionem pro 1 ml.
Gesamtnatriumgehalt: 4 mg/ml.
Darreichungsform und Wirkstoffmenge pro EinheitOmvoh 300 mg Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung
Jede Durchstechflasche enthÀlt 300 mg Mirikizumab in 15 ml (20 mg/ml)
Indikationen/AnwendungsmöglichkeitenColitis ulcerosa
Omvoh ist zur Behandlung erwachsener Patienten mit mittelschwerer bis schwerer aktiver Colitis ulcerosa indiziert, bei denen konventionelle Therapien oder die Behandlung mit einem Biologikum ungenĂŒgend angesprochen haben, nicht mehr ansprechen, kontraindiziert sind oder nicht vertragen wurden (siehe "Eigenschaften/Wirkungen" ).
Morbus Crohn
Omvoh ist indiziert zur Behandlung von erwachsenen Patienten mit mittelschwerem bis schwerem aktivem Morbus Crohn, bei denen konventionelle Therapien oder die Behandlung mit einem Biologikum ungenĂŒgend angesprochen haben, nicht mehr ansprechen, oder nicht vertragen wurden.
Dosierung/AnwendungDie Anwendung von Omvoh sollte unter Anleitung und Aufsicht eines in Diagnose und Behandlung von Colitis ulcerosa oder Morbus Crohn erfahrenen Arztes erfolgen.
Um die RĂŒckverfolgbarkeit von biotechnologisch hergestellten Arzneimitteln sicherzustellen, wird empfohlen, Handelsname und Chargennummer bei jeder Behandlung zu dokumentieren.
Colitis ulcerosa
Das empfohlene Dosierungsschema fĂŒr Mirikizumab besteht aus 2 Teilen:
Therapieeinleitung
Die Induktionsdosis mit Omvoh 300 mg Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung ist 300 mg (1 Durchstechflasche) als intravenöse Infusion wÀhrend mindestens 30 Minuten in Woche 0, 4 und 8.
Erhaltungstherapie
Die Erhaltungsdosis mit Omvoh 100 mg Injektionslösung in einer Fertigspritze oder im Fertigpen ist 200 mg als subkutane Injektion alle 4 Wochen mit Beginn in Woche 12, nach Abschluss der Induktionsdosierung.
Therapiedauer
Die Patienten sollten nach der 12-wöchigen Induktionsdosierung beurteilt werden und bei angemessenem therapeutischem Ansprechen auf die Erhaltungsdosierung umgestellt werden. Wenn Patienten mit Induktionsdosis in Woche 12 kein angemessenes Ansprechen zeigen, ist eine Fortsetzung der Dosierung mit 300 mg Mirikizumab als intravenöse Infusion in Woche 12, 16 und 20 zu erwÀgen (verlÀngerte Therapieeinleitung). Wenn mit der zusÀtzlichen intravenösen Therapie ein therapeutischer Nutzen erzielt wird, können die Patienten ab Woche 24 mit einer subkutanen Erhaltungsdosis von Mirikizumab (200 mg) alle 4 Wochen beginnen.
Mirikizumab ist bei Patienten, die keinen Hinweis auf einen therapeutischen Nutzen nach einer erweiterten Induktionstherapie in Woche 24 zeigen, zu beenden.
Patienten mit Verlust des therapeutischen Ansprechens wĂ€hrend der Erhaltungstherapie können 300 mg Mirikizumab als intravenöse Infusion alle 4 Wochen fĂŒr insgesamt 3 Dosen erhalten. Wird mit dieser zusĂ€tzlichen intravenösen Therapie ein klinischer Nutzen erreicht, kann die Behandlung wieder mit Mirikizumab subkutan alle 4 Wochen fortgesetzt werden, falls nicht, ist die Therapie mit Mirikizumab abzubrechen.
Morbus Crohn
Das empfohlene Dosierungsschema fĂŒr Mirikizumab besteht aus 2 Teilen:
Therapieeinleitung
Die Induktionsdosis mit Omvoh 300 mg Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung ist 900 mg (3 Durchstechflaschen) als intravenöse Infusion wÀhrend mindestens 90 Minuten in Woche 0, 4 und 8.
Erhaltungstherapie
Die Erhaltungsdosis mit Omvoh Injektionslösung in einer Fertigspritze oder im Fertigpen ist 300 mg als subkutane Injektion alle 4 Wochen mit Beginn in Woche 12, nach Abschluss der Induktionsdosierung.
Therapiedauer
Mirikizumab ist bei Patienten, die keinen Hinweis auf einen therapeutischen Nutzen in Woche 12 zeigen, zu beenden.
Siehe Fachinformation zu Omvoh Injektionslösung in Fertigspritze / Fertigpen fĂŒr weitere Informationen.
Spezielle Dosierungsanweisungen
Patienten mit Leberfunktionsstörungen
Omvoh wurde in dieser Patientenpopulation nicht untersucht. Es können keine Dosierungsempfehlungen gegeben werden.
Patienten mit Nierenfunktionsstörungen
Omvoh wurde in dieser Patientenpopulation nicht untersucht. Es können keine Dosierungsempfehlungen gegeben werden.
Ăltere Patienten
Dosisanpassungen sind nicht erforderlich.
Es liegen nur begrenzte Informationen zu Personen im Alter von â„75 Jahren vor.
Kinder und Jugendliche
Die Sicherheit und Wirksamkeit von Omvoh bei Kindern und Jugendlichen im Alter von 2 bis unter 18 Jahren wurden nicht untersucht.
Es gibt keine relevante Anwendung fĂŒr Omvoh bei Kindern unter 2 Jahren in der Indikation Colitis ulcerosa oder Morbus Crohn.
Art der Anwendung
Omvoh 300 mg Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung soll nur fĂŒr intravenöse Dosen verwendet werden. Die Infusion soll bei Colitis ulcerosa ĂŒber mindestens 30 Minuten und bei Morbus Crohn ĂŒber mindestens 90 Minuten erfolgen. FĂŒr Hinweise zur VerdĂŒnnung des Arzneimittels vor der Anwendung siehe "Sonstige Hinweise / Hinweise fĂŒr die Handhabung" .
KontraindikationenSchwere Ăberempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der Hilfsstoffe, gemĂ€ss Zusammensetzung.
Klinisch relevante, aktive Infektion (z.B. aktive Tuberkulose, siehe "Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen" ).
Warnhinweise und VorsichtsmassnahmenĂberempfindlichkeitsreaktionen
Schwerwiegende Ăberempfindlichkeitsreaktionen, einschliesslich Anaphylaxie, können mit Mirikizumab auftreten. Wenn eine schwerwiegende Ăberempfindlichkeitsreaktion auftritt, muss Mirikizumab umgehend abgebrochen und eine geeignete Therapie eingeleitet werden.
Infektionen
Mirikizumab erhöht das Risiko fĂŒr Infektionen. Mirikizumab darf Patienten mit einer klinisch bedeutsamen, aktiven Infektion nicht verabreicht werden. Bei Patienten mit chronischer Infektion oder einer Vorgeschichte mit wiederkehrenden Infektionen sind Nutzen und Risiken der Behandlung vor Beginn der Anwendung von Mirikizumab abzuwĂ€gen. Patienten sind anzuweisen, bei Anzeichen oder Symptomen einer Infektion Ă€rztlichen Rat einzuholen. Falls sich eine schwerwiegende Infektion entwickelt, sind die Patienten engmaschig zu ĂŒberwachen und Mirikizumab ist abzusetzen, bis die Infektion abgeklungen ist. In den Colitis ulcerosa Studien traten vier COVID-19 Infektion-bedingte TodesfĂ€lle bei mit Mirikizumab behandelten Teilnehmern auf. In klinischen Studien mit Mirikizumab wurde ĂŒber opportunistische Infektionen berichtet.
Vor Beginn der Therapie sind die Patienten auf eine Tuberkulose-Infektion zu untersuchen. Mirikizumab darf Patienten mit aktiver Tuberkulose nicht verabreicht werden. Bei Patienten mit latenter Tuberkulose ist vor dem Beginn der Mirikizumab Behandlung eine antituberkulöse Therapie einzuleiten. Eine antituberkulöse Therapie vor der Gabe von Mirikizumab sollte ausserdem bei Patienten mit einer latenten oder aktiven Tuberkulose in der Vorgeschichte erwogen werden, bei denen keine BestĂ€tigung fĂŒr eine ausreichende Behandlung vorliegt. Patienten, die Mirikizumab erhalten, sind wĂ€hrend und nach der Behandlung engmaschig auf Symptome einer aktiven Tuberkulose zu ĂŒberwachen.
Erhöhungen der Leberenzyme
Erhöhungen der Aminotransferasen wurden bei Patienten unter Mirikizumab berichtet. Die Leberenzyme sind wie klinisch indiziert zu bewerten. Bei Anstiegen von Alanin-Aminotransferase (ALT) oder Aspartat-Aminotransferase (AST) und vermuteter arzneimittelinduzierter LeberschÀdigung ist Mirikizumab bis zum Ausschluss dieser Diagnose abzusetzen.
Impfungen
Vor dem Einleiten der Therapie mit Mirikizumab sollte die DurchfĂŒhrung aller angebrachten Impfungen in Ăbereinstimmung mit den aktuellen Impfempfehlungen erfolgen. Bei mit Mirikizumab behandelten Patienten ist die Anwendung von Lebendimpfstoffen (z.B. Impfung gegen Gelbfieber) zu vermeiden. Es liegen keine Daten zum Ansprechen auf Lebendimpfstoffe oder Nicht-lebend-Impfstoffe, einschliesslich COVID-19-Impfstoffen, vor.
Maligne Tumorerkrankungen
Das Risiko fĂŒr maligne Tumorerkrankungen ist bei Patienten mit Colitis ulcerosa erhöht. Immunmodulatorische Arzneimittel können das Risiko fĂŒr maligne Tumorerkrankungen erhöhen.
In der placebokontrollierten Induktionsphase der klinischen Colitis-ulcerosa-Studien trat bei keinem Patienten unter Placebo eine maligne Tumorerkrankung (ohne Basalzellkarzinome und Plattenepithelkarzinome) auf, und die Inzidenzrate betrug 0.9 pro 100 Beobachtungsjahre bei mit Mirikizumab behandelten Patienten. Es wurden keine FÀlle von Nicht-melanozytÀrem Hautkrebs (Basalzellkarzinom und Plattenepithelkarzinom), weder bei den mit Placebo noch bei den mit Mirikizumab behandelten Patienten, berichtet.
In der randomisierten, placebokontrollierten Absetz-Erhaltungsphase der klinischen Studien zu Colitis ulcerosa trat bei keinem Patienten unter Placebo eine maligne Erkrankung (ohne Basalzellkarzinome und Plattenepithelkarzinome) auf, und die Inzidenzrate maligner Tumorerkrankungen (ohne Basalzellkarzinome und Plattenepithelkarzinome) betrug 0.3 pro 100 Beobachtungsjahre bei mit Mirikizumab behandelten Patienten. Die Inzidenzrate von Nicht-melanozytÀrem Hautkrebs (Basalzellkarzinom und Plattenepithelkarzinom) betrug 0.8 pro 100 Beobachtungsjahre bei Patienten die Placebo nach der Mirikizumab-Induktion erhielten, und keine Ereignisse wurden bei mit Mirikizumab sowohl in der Induktions- als auch in der Erhaltungsphase behandelten Patienten berichtet.
Unter allen mit Mirikizumab behandelten Patienten in den Colitis ulcerosa Phase 3 klinischen Studien betrug die Inzidenzrate von malignen Tumorerkrankungen (ohne Basalzellkarzinome und Plattenepithelkarzinome) 0.5 pro 100 Beobachtungsjahre, und die Inzidenzrate von Nicht-melanozytÀrem Hautkrebs (Basalzellkarzinom und Plattenepithelkarzinom) betrug 0.2 pro 100 Beobachtungsjahre.
Weitere Hinweise
Dieses Arzneimittel enthĂ€lt 60 mg Natrium pro 300 mg Dosis bzw. 180 mg Natrium pro 900 mg Dosis, entsprechend 3 % bzw. 9% der von der WHO fĂŒr einen Erwachsenen empfohlenen maximalen tĂ€glichen Natriumaufnahme mit der Nahrung von 2 g.
InteraktionenIn Studien zu Colitis ulcerosa und Morbus Crohn hatte die gleichzeitige Anwendung von Kortikosteroiden oder oralen Immunmodulatoren keinen Einfluss auf die Sicherheit von Mirikizumab.
Populationspharmakokinetische Auswertungen deuten darauf hin, dass die Clearance von Mirikizumab durch die gleichzeitige Anwendung von 5-ASAs (5-AminosalicylsÀure), Kortikosteroiden oder oralen Immunmodulatoren (Azathioprin, Mercaptopurin, Tioguanin und Methotrexat) bei Patienten mit Colitis ulcerosa oder Morbus Crohn nicht beeinflusst wurde.
Bei Patienten mit Colitis ulcerosa oder Morbus Crohn wurde bei der empfohlenen Dosierung keine Interaktionsstudie durchgefĂŒhrt. Basierend auf einer klinischen Arzneimittelinteraktionsstudie fĂŒhrten mehrere SC-Dosen von 250 mg Mirikizumab alle 4 Wochen nicht zu VerĂ€nderungen in der Exposition von CYP3A-, CYP2C9-, CYP2D6-, CYP2C19- oder CYP1A2-Substraten bei Patienten mit mittelschwerer bis schwerer Plaque-Psoriasis.
Schwangerschaft, StillzeitFrauen im gebÀrfÀhigen Alter
Frauen im gebĂ€rfĂ€higen Alter sollen wĂ€hrend und fĂŒr mindestens 10 Wochen nach der Behandlung eine zuverlĂ€ssige VerhĂŒtungsmethode anwenden.
Schwangerschaft
Es liegen nur begrenzt Daten zur Anwendung von Mirikizumab bei Schwangeren vor. Tierstudien zeigen keine direkten oder indirekten schĂ€dlichen Wirkungen in Bezug auf die ReproduktionstoxizitĂ€t (siehe "PrĂ€klinische Daten" ). Aus VorsichtsgrĂŒnden soll eine Anwendung von Omvoh wĂ€hrend der Schwangerschaft vermieden werden.
Stillzeit
Es ist nicht bekannt, ob Mirikizumab beim Menschen in die Muttermilch ĂŒbertritt. Ein Risiko fĂŒr das Neugeborene/Kind kann nicht ausgeschlossen werden. Es muss eine Entscheidung darĂŒber getroffen werden, ob das Stillen zu unterbrechen ist oder ob auf die Behandlung mit Omvoh verzichtet werden soll. Dabei ist sowohl der Nutzen des Stillens fĂŒr das Kind als auch der Nutzen der Therapie fĂŒr die Frau zu berĂŒcksichtigen.
FertilitÀt
Die Wirkung von Mirikizumab auf die humane FertilitĂ€t wurde nicht untersucht. Es wurden keine spezifischen tierexperimentellen Studien zur FertilitĂ€t durchgefĂŒhrt. In einer ToxizitĂ€tsstudie mit wiederholter Gabe wurden bei geschlechtsreifen Cynomolgus-Affen keine Auswirkungen auf das Organgewicht oder die Histopathologie im mĂ€nnlichen oder weiblichen Reproduktionstrakt beobachtet.
Wirkung auf die FahrtĂŒchtigkeit und auf das Bedienen von MaschinenEs wurden keine entsprechenden Studien durchgefĂŒhrt.
UnerwĂŒnschte WirkungenZusammenfassung des Sicherheitsprofils
Die am hĂ€ufigsten berichteten unerwĂŒnschten Wirkungen ĂŒber den Behandlungszeitraum von 52 Wochen waren Infektionen der oberen Atemwege (am hĂ€ufigsten Nasopharyngitis), Arthralgien, Reaktionen an der Injektionsstelle bei subkutaner Verabreichung, Kopfschmerzen und Hautausschlag.
Die integrierte Datenbank mit allen Mirikizumab-Expositionen fĂŒr die Indikationen Colitis ulcerosa und Morbus Crohn umfasste 2632 Patienten und insgesamt 5605 Patientenjahre mit Exposition.
Liste der unerwĂŒnschten Wirkungen
Die unerwĂŒnschten Wirkungen sind nach MedDRA-Systemorganklassen gelistet. Innerhalb jeder Systemorganklasse werden die unerwĂŒnschten Wirkungen nach HĂ€ufigkeit angeordnet, beginnend mit den hĂ€ufigsten. Innerhalb jeder HĂ€ufigkeitsgruppe werden die Nebenwirkungen nach abnehmendem Schweregrad angefĂŒhrt. ZusĂ€tzlich basiert die entsprechende HĂ€ufigkeitskategorie fĂŒr jede Nebenwirkung auf den folgenden HĂ€ufigkeitsdefinitionen: sehr hĂ€ufig (â„1/10); hĂ€ufig (â„1/100, <1/10); gelegentlich (â„1/1'000, <1/100); selten (â„1/10'000, <1/1'000); sehr selten (<1/10'000)., nicht bekannt (auf Grundlage der verfĂŒgbaren Daten nicht abschĂ€tzbar).
Infektionen und parasitÀre Erkrankungen
HĂ€ufig: Infektionen der oberen Atemwege, Nasopharyngitis, Sinusitis, Harnwegsinfektion, Herpes zoster Infektion, Rhinitis.
Gelegentlich: vulvovaginale Pilzinfektion, Herpes simplex Infektion.
Erkrankungen des Immunsystems
Gelegentlich: Infusionsbedingte Ăberempfindlichkeitsreaktion, HypersensitivitĂ€t.
HĂ€ufigkeit nicht bekannt: Anaphylaxie.
Psychiatrische Erkrankungen
Gelegentlich: Depression.
Erkrankungen des Nervensystems
HÀufig: Kopfschmerzen, MigrÀne.
Gelegentlich: Schwindel, HypÀsthesie.
Augenerkrankungen
Gelegentlich: trockene Augen.
Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und Mediastinums
HĂ€ufig: Husten, Schmerzen im Mundrachenraum.
Gelegentlich: verstopfte Nase.
Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts
HÀufig: gastroösophagealer Reflux.
Leber- und Gallenerkrankungen
Gelegentlich: erhöhte Alanin-Aminotransferase, erhöhte Aspartat-Aminotransferase.
Erkrankungen der Haut und des Unterhautgewebes
HĂ€ufig: Hautausschlag.
Gelegentlich: Kontaktdermatitis.
Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen
HĂ€ufig: Arthralgien.
Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort
Sehr hÀufig: Reaktionen an der Injektionsstelle (10.8%)a.
GefÀsserkrankungen
HĂ€ufig: Hypertonie.
a WĂ€hrend der Erhaltungstherapie berichtet.
Beschreibung spezifischer unerwĂŒnschter Wirkungen und Zusatzinformationen
Infusionsbedingte Ăberempfindlichkeitsreaktionen
In den ersten 12 Wochen (Therapieeinleitung) wurden alle infusionsbedingten Ăberempfindlichkeitsreaktionen als nicht-schwerwiegend berichtet, 7 (0.4 %) bei mit Mirikizumab behandelten Patienten im Vergleich zu 2 (0.4 %) Patient in der Placebo-Gruppe.
Reaktionen an der Injektionsstelle (Erhaltungstherapie)
Reaktionen an der Injektionsstelle wurden bei 10.8 % mit Mirikizumab behandelten Patienten berichtet im Vergleich zu 6.5 % der Patienten in der Placebo-Gruppe. Die hĂ€ufigsten Ereignisse waren Schmerzen an der Injektionsstelle ( 3.5 % Mirikizumab; 6.5 % Placebo), Reaktionen an der Injektionsstelle ( 4.2 % Mirikizumab; 0 % Placebo) und Erythem an der Injektionsstelle ( 1.0 % Mirikizumab; 0 % Placebo). Diese Symptome wurden meist als nicht-schwerwiegend, leicht und vorĂŒbergehend berichtet.
Die oben dargestellten Ergebnisse beruhen auf der Originalzusammensetzung von Omvoh. In einer randomisierten, zweiarmigen Doppelblindstudie im Paralleldesign mit Einzeldosierung mit 60 gesunden Patienten, in der 200 mg Mirikizumab (2 Injektionen von 100 mg/ml in einer Fertigspritze) der Originalzusammensetzung mit der ĂŒberarbeiteten citratfreien Zusammensetzung verglichen wurden, wurden 1 Minute nach der Injektion statistisch signifikant geringere Schmerzen berichtet.
Erhöhungen der Leberenzyme
In den ersten 12 Wochen wurden Anstiege der ALT bei 10 (0.6 %) mit Mirikizumab behandelten Patienten im Vergleich zu 1 (0.4 %) Patient in der Placebo-Gruppe berichtet. Anstiege der AST wurden von 7 (0.4 %) mit Mirikizumab behandelten Patienten im Vergleich zu 1 (0.2 %) Patient in der Placebo-Gruppe berichtet. Alle Ereignisse wurden als leicht bis mittelschwer und nicht schwerwiegend berichtet.
In allen Phasen der Behandlung mit Mirikizumab im klinischen Studienprogramm bei Colitis ulcerosa und Morbus Crohn (einschliesslich der placebokontrollierten und offenen Einleitungs- und Erhaltungsphasen) wurden bei Patienten unter Mirikizumab Erhöhungen der ALT auf â„3 x ULN (upper limit of normal) (2.3%), â„5 x ULN (0.7 %) und â„10 x ULN (0.1 %) sowie der AST auf â„3 x ULN (2.2 %), â„5 x ULN (0.8 %) und â„10 x ULN (0.1 %) beobachtet (siehe "Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen" ). Diese Erhöhungen traten mit und ohne begleitende Erhöhung des Gesamt-Bilirubins auf.
ImmunogenitÀt
Wie bei allen therapeutischen Proteinen besteht ein Potenzial fĂŒr ImmunogenitĂ€t. Die Erkennung einer Antikörperbildung hĂ€ngt in hohem Masse von der SensitivitĂ€t und SpezifitĂ€t des Tests ab.
In Colitis ulcerosa Studien entwickelten bis zu 23 % der mit Mirikizumab ĂŒber 12 Monate behandelten Patienten Antikörper gegen den Wirkstoff meist mit positivem Test auf neutralisierende AktivitĂ€t und mit niedrigem Titer. Höhere Antikörpertiter bei etwa 2 % der mit Mirikizumab behandelten Patienten waren mit niedrigeren Mirikizumab-Serumkonzentrationen und reduziertem klinischen Ansprechen verbunden.
In der Morbus-Crohn-Studie entwickelten 12.7 % der mit Mirikizumab ĂŒber 12 Monate behandelten Patienten Antikörper gegen den Wirkstoff, von denen die meisten einen geringen Titer aufwiesen und positiv auf neutralisierende AktivitĂ€t getestet wurden.
Ein Zusammenhang zwischen Antikörpern gegen den Wirkstoff und Ăberempfindlichkeit oder injektionsbedingten Ereignissen wurde weder in Colitis ulcerosa noch in Morbus Crohn Studien festgestellt.
Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von grosser Wichtigkeit. Sie ermöglicht eine kontinuierliche Ăberwachung des Nutzen-Risiko-VerhĂ€ltnisses des Arzneimittels. Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdacht einer neuen oder schwerwiegenden Nebenwirkung ĂŒber das Online-Portal ElViS (Electronic Vigilance System) anzuzeigen. Informationen dazu finden Sie unter www.swissmedic.ch.
ĂberdosierungIn klinischen Studien wurde Mirikizumab in Dosierungen bis zu 2400 mg intravenös und bis zu 500 mg subkutan ohne dosislimitierende ToxizitĂ€t verabreicht. Im Fall einer Ăberdosierung ist der Patient auf Anzeichen und Symptome von unerwĂŒnschten Wirkungen zu ĂŒberwachen und unverzĂŒglich eine angemessene symptomatische Behandlung einzuleiten.
Eigenschaften/WirkungenATC-Code
L04AC24
Wirkungsmechanismus
Mirikizumab ist ein humanisierter, monoklonaler, gegen Interleukin 23 (anti-IL-23) IgG4 Antikörper, der mit hoher AffinitÀt und SpezifitÀt an die p19 Untereinheit des humanen IL-23 Zytokins bindet und dessen Interaktion mit dem IL-23 Rezeptor hemmt. Eine KreuzreaktivitÀt mit anderen Mitgliedern der IL-12 Zytokin-Familie (diese sind IL-12, IL-27 und IL-35) wurde nicht beobachtet.
IL-23 ist ein wichtiger Treiber der mukosalen EntzĂŒndung bei Colitis ulcerosa und Morbus Crohn und hat Einfluss auf die Differenzierung, Expansion und das Ăberleben von T-Zell-Subtypen sowie Subtypen der angeborenen Immunzellen, die einen Ursprung fĂŒr pro-inflammatorische Zytokine darstellen. Forschungen in Tiermodellen haben gezeigt, dass eine genetische Löschung oder pharmakologische Hemmung von IL-23p19 die intestinale EntzĂŒndung lindern oder verhindern kann.
Pharmakodynamik
In den Phase 3 Studien bei Colitis ulcerosa und Morbus Crohn wurden Biomarker der EntzĂŒndung gemessen. WĂ€hrend der Therapieeinleitung mit intravenöser Verabreichung alle 4 Wochen fĂŒhrte Mirikizumab bis Woche 12 zu einer signifikanten Reduktion der Konzentrationen von fĂ€kalem Calprotectin und C-reaktivem Protein gegenĂŒber dem Ausgangswert. DarĂŒber hinaus war die subkutane Verabreichung von Mirikizumab alle 4 Wochen im Rahmen der Erhaltungstherapie mit anhaltend signifikant reduzierten Konzentrationen von fĂ€kalem Calprotectin und Creaktivem Protein bis zu 52 Wochen verbunden.
Klinische Wirksamkeit
Colitis ulcerosa
Die Wirksamkeit und Sicherheit von Mirikizumab wurde bei erwachsenen Patienten mit mittelschwerer bis schwerer aktiver Colitis ulcerosa in zwei randomisierten, doppelblinden, placebokontrollierten, multizentrischen Studien untersucht (LUCENT-1 und LUCENT-2). Bei den eingeschlossenen Patienten bestand die bestĂ€tigte Diagnose einer Colitis ulcerosa seit mindestens 3 Monaten, und es lag eine mittelschwere bis schwere aktive Erkrankung vor, definiert als ein modifizierter Mayo-Score von 4 bis 9, einschliesslich eines Mayo-Endoskopie-Subscore â„2. Die Patienten mussten ein Versagen (definiert als Verlust des Ansprechens, unzureichendes Ansprechen oder UnvertrĂ€glichkeit) gegenĂŒber Kortikosteroiden oder Immunmodulatoren (6-Mercaptopurin, Azathioprin) oder mindestens einem Biologikum (einem TNFα Antagonist und/oder Vedolizumab) oder Tofacitinib aufweisen. Patienten, die auf 3 oder mehr Biologika nicht angesprochen hatten, waren von den Studien ausgeschlossen worden, ebenso Patienten, die vorgĂ€ngig mit Ustekinumab oder Risankizumab behandelt worden sind.
LUCENT-1 war eine intravenöse Induktionsstudie mit Behandlung ĂŒber bis zu 12 Wochen, der eine subkutane, randomisierte Absetz-Erhaltungsstudie (LUCENT-2) ĂŒber 40 Wochen folgte, entsprechend bis zu 52 Wochen Behandlung. Das mittlere Alter bei Studienbeginn betrug 42.5 Jahre, bei 53.2 % bestand eine schwere, aktive Erkrankung mit einem modifizierten Mayo-Score von 7 bis 9.
Die fĂŒr die Studien LUCENT-1 und LUCENT-2 gezeigten Wirksamkeitsergebnisse basieren auf einer zentralen Beurteilung von Endoskopien und Histologie.
LUCENT-1 schloss 1162 Patienten in der primĂ€ren Wirksamkeitspopulation ein. Die Patienten wurden im BehandlungsverteilungsverhĂ€ltnis 3:1 auf eine Dosis 300 mg Mirikizumab als intravenöse Infusion oder Placebo jeweils in Woche 0, Woche 4 und Woche 8 randomisiert. Der primĂ€re Endpunkt fĂŒr die Induktionsstudie war der Anteil der Teilnehmer in klinischer Remission [modifizierter Mayo-Score (MMS) definiert als: Subscore fĂŒr die Stuhlfrequenz (SF) = 0 oder 1 mit einer Abnahme â„1 Punkt gegenĂŒber dem Ausgangswert und einem Subscore fĂŒr rektale Blutung (RB) = 0 und einem endoskopischen Subscore (ES) = 0 oder 1 (ausgenommen FriabilitĂ€t)] in Woche 12.
Die Patienten in diesen Studien konnten andere begleitende Therapien erhalten haben, hierzu gehörten Aminosalicylate, Immunmodulatoren (Azathioprin, 6-Mercaptopurin oder Methotrexat) und orale Kortikosteroide (tÀgliche Prednison-Dosis bis zu 20 mg oder Àquivalent). Zu Beginn der Induktion erhielten 39.9 % der Patienten orale Kortikosteroide, 24.1 % Immunmodulatoren und 74.3 % Aminosalicylate.
Bei 57.9 % der Patienten hatte eine konventionelle Therapie versagt, jedoch kein Biologikum oder Tofacitinib (57.1 % waren Biologika- und Tofacitinib-naiv). Bei 41.2 % der Patienten hatten Biologika oder Tofacitinib versagt. Bei 36.3 % der Patienten hatte zuvor mindestens 1 anti-TNF-Behandlung versagt. Bei 3.4 % der Patienten hatte Tofacitinib versagt. 23.5 % der Patienten wiesen ein unzureichendes Ansprechen auf ein Biologikum oder Tofacitinib auf.
In Woche 12 der LUCENT-1 Studie befand sich in der mit Mirikizumab behandelten Gruppe ein signifikant grösserer Anteil der Patienten in klinischer Remission im Vergleich zu Placebo (Tabelle 1).
Tabelle 1: Zusammenfassung der wesentlichen Wirksamkeitsendpunkte in der LUCENT-1 Studie (Woche 12)
Placebo N=294 Mirikizumab IV N=868 Behandlungsunterschi
ed und 99.875 % CI
N % N %
Klinische Remission* 39 13.3 % 210 24.2 % 11.1 % (3.2 %, 19.1
1 %)c
Biologika- und 27/171 15.8 % 152/492 30.9 % - - -
JAK-Inhibitor-naive
Patientena
Patienten mit 10/118 8.5 % 55/361 15.2 % - - -
Versagenb von
mindestens einem
Biologikum oder
JAK-Inhibitord
Klinisches Anspreche 124 42.2 % 551 63.5 % 21.4 % (10.8 %,
n*2 32.0 %)c
Biologika- und 86/171 50.3 % 345/492 70.1 % - - -
JAK-Inhibitor-naive
Patienten a
Patienten mit 35/118 29.7 % 197/361 54.6 % - - -
Versagenb von
mindestens einem
Biologikum oder
JAK-Inhibitord
Endoskopische 62 21.1 % 315 36.3 % 15.4 % (6.3 %, 24.5
Verbesserung*3 %)c
Biologika- und 48/171 28.1 % 226/492 45.9 % - - -
JAK-Inhibitor-naive
Patientena
Patienten mit 12/118 10.2 % 85/361 23.5 % - - -
Versagenb von
mindestens einem
Biologikum oder
JAK-Inhibitord
Symptomatische 82 27.9 % 395 45.5 % 17.5 % (7.5 %, 27.6
Remission*4 %)c
Biologika- und 57/171 33.3 % 248/492 50.4 % - - -
JAK-Inhibitor-naive
Patientena
Patienten mit 22/118 18.6 % 139/361 38.5 % - - -
Versagenb von
mindestens einem
Biologikum oder
JAK-Inhibitord
Histo-endoskopische 41 13.9 % 235 27.1 % 13.4 % (5.5 %, 21.4
mukosale Verbesserun %)c
g* 5
Biologika- und 32/171 18.7 % 176/492 35.8 % - - -
JAK-Inhibitor-naive
Patientena
Patienten mit 8/118 6.8 % 56/361 15.5 % - - -
Versagenb von
mindestens einem
Biologikum oder
JAK-Inhibitord
AbkĂŒrzungen: CI = confidence interval, Konfidenzintervall
*1 Klinische Remission auf Basis des modifizierten Mayo-Score (MMS), definiert als: Stuhlfrequenz (SF) Subscore = 0 oder 1 mit Abnahme â„1 Punkt gegenĂŒber dem Ausgangswert und einem Subscore fĂŒr rektale Blutung (RB)= 0 und einem endoskopischen Subscore (ES) = 0 oder 1 (ausgenommen FriabilitĂ€t)
*2 Klinisches Ansprechen auf Basis des MMS, definiert als: Eine Abnahme des MMS um â„2 Punkte und eine Abnahme â„30 % gegenĂŒber dem Ausgangswert und eine Abnahme â„1 Punkt im RB-Subscore gegenĂŒber dem Ausgangswert oder ein RB-Score von 0 oder 1
*3 Endoskopische Verbesserung, definiert als: ES = 0 oder 1 (ausgenommen FriabilitÀt)
*4 Symptomatische Remission ist definiert als: SF = 0 oder SF = 1 mit einer Abnahme â„1 Punkt gegenĂŒber dem Ausgangswert und RB = 0
*5 Histoendoskopische mukosale Verbesserung ist definiert als Erreichen von beidem:
1.Histologische Verbesserung, definiert unter Anwendung des Geboes Bewertungssystems mit Neutrophileninfiltration bei < 5 % der Krypten, ohne Kryptendestruktion und ohne Erosion, Ulceration oder Granulationsgewebe.
2.Endoskopische Verbesserung definiert als ES = 0 oder 1 (ausgenommen FriabiliÀt).
a Weitere 5 Patienten unter Placebo und 15 Patienten unter Mirikizumab wiesen eine vorausgegangene Exposition auf, aber ohne Versagen von Biologikum oder JAK-Inhibitor.
b Verlust des Ansprechens, unzureichendes Ansprechen oder UnvertrÀglichkeit.
c p < 0.001
d Die Ergebnisse fĂŒr Mirikizumab in der Subgruppe der Patienten mit Versagen gegenĂŒber mehr als einem Biologikum oder JAK-Inhibitor standen im Einklang mit den Ergebnissen in der Gesamtpopulation.
LUCENT-2 beurteilte 544 Patienten, die in der LUCENT-1 Studie in Woche 12 ein klinisches Ansprechen erreicht hatten. Die Patienten wurden re-randomisiert im BehandlungsverteilungsverhĂ€ltnis 2:1 auf subkutane Erhaltungstherapie mit 200 mg Mirikizumab oder Placebo alle 4 Wochen ĂŒber 40 Wochen (entsprechend 52 Wochen ab Beginn der Induktionsdosis). FĂŒr Patienten, die wĂ€hrend der LUCENT-1 Studie Kortikosteroide erhalten hatten, wurde bei Eintritt in die LUCENT-2 Studie das Ausschleichen der Kortikosteroide gefordert. In Woche 40 befanden sich ein signifikant grösserer Anteil der mit Mirikizumab behandelten Patienten in klinischer Remission im Vergleich zur Placebo-Gruppe (siehe Tabelle 2).
Tabelle 2: Zusammenfassung der wesentlichen Wirksamkeitsparameter in der LUCENT-2 Studie (Woche 40; 52 Wochen ab Beginn der Therapieeinleitung)
Placebo N=179 Mirikizumab 200 mg Behandlungs-untersch
SC N=365 ied und 95 % CI
N % N %
Klinische Remission* 45 25.1 % 182 49.9 % 23.2 % (15.2 %,
1 31.2 %)c
Biologika- und 35/114 30.7 % 118/229 51.5 % - - -
JAK-Inhibitor-naive
Patienten a
Patienten mit 10/64 15.6 % 59/128 46.1 % - - -
Versagen b von
mindestens einem
Biologikum oder
JAK-Inhibitor d
Beibehalten der 24/65 36.9 % 91/143 63.6 % 24.8 % (10.4 %,
klinischen Remission 39.2 %)c
bis Woche 40*2
Biologika- und 22/47 46.8 % 65/104 62.5 % - - -
JAK-Inhibitor-naive
Patienten a
Patienten mit 2/18 11.1 % 24/36 66.7 % - - -
Versagen b von
mindestens einem
Biologikum oder
JAK-Inhibitor d
Kortikosteroid-freie 39 21.8 % 164 44.9 % 21.3 % (13.5 %,
Remission*3 29.1 %)c
Biologika- und 30/114 26.3 % 107/229 46.7 % - - -
JAK-Inhibitor-naive
Patienten a
Patienten mit 9/64 14.1 % 52/128 40.6 % - - -
Versagen b von
mindestens einem
Biologikum oder
JAK-Inhibitor d
Endoskopische 52 29.1 % 214 58.6 % 28.5 % (20.2 %,
Verbesserung*4 36.8 %)c
Biologika- und 39/114 34.2 % 143/229 62.4 % - - -
JAK-Inhibitor-naive
Patienten a
Patienten mit 13/64 20.3 % 65/128 50.8 % - - -
Versagen b von
mindestens einem
Biologikum oder
JAK-Inhibitor d
Histo-endoskopische 39 21.8 % 158 43.3 % 19.9 % (12.1 %,
mukosale Remission*5 27.6 %)c
Biologika- und 30/114 26.3 % 108/229 47.2 % - - -
JAK-Inhibitor-naive
Patienten a
Patienten mit 9/64 14.1 % 46/128 35.9 % - - -
Versagen b von
mindestens einem
Biologikum oder
JAK-Inhibitor d
AbkĂŒrzungen: CI = confidence interval, Konfidenzintervall; SC = subcutaneous, subkutan
*1 Siehe Fussnoten zu Tabelle 1
*2 Der Anteil der Patienten mit klinischer Remission in Woche 40 innerhalb der Patienten, die in Woche 12 in klinischer Remission waren, mit klinischer Remission definiert als: Stuhlfrequenz (SF) Subscore = 0 oder SF = 1 mit Abnahme um â„1 Punkt gegenĂŒber dem Ausgangswert bei Therapieeinleitung und einem Subscore fĂŒr rektale Blutung (RB) = 0 und einem endoskopischen Subscore (ES) = 0 oder 1 (ausgenommen FriabilitĂ€t)
*3 Kortikosteroid-freie Remission ohne Operation, definiert als: Klinische Remission in Woche 40 und symptomatische Remission in Woche 28 ohne Kortikosteroid- Anwendung seit â„12 Wochen vor Woche 40
*4 Endoskopische Verbesserung definiert als: ES = 0 oder 1 (ausgenommen FriabilitÀt)
*5 Histo-endoskopische mukosale Remission, definiert als Erreichen von beidem:
1.Histologische Remission, definiert als Geboes Subscore 0 fĂŒr Grad: 2b (Neutrophile in der Lamina propria) und 3 (Neutrophile im Epithel) und 4 (Kryptendestruktion) und 5 (Erosion oder Ulzeration) und
2.Mayo-Endoskopie-Score 0 oder 1 (ausgenommen FriabilitÀt)
a Ein weiterer Patient unter Placebo und 8 Patienten unter Mirikizumab wiesen eine vorausgegangene Exposition auf, aber ohne Versagen von Biologikum oder JAK-Inhibitor.
b Verlust des Ansprechens, unzureichendes Ansprechen oder UnvertrÀglichkeit.
c p < 0.001
d Die Ergebnisse fĂŒr Mirikizumab in der Subgruppe der Patienten mit Versagen gegenĂŒber mehr als einem Biologikum oder JAK-Inhibitor standen im Einklang mit den Ergebnissen in der Gesamtpopulation.
Der Effekt von Mirikizumab auf symptomatische, endoskopische und histologische Endpunkte wurde in der Induktionstherapie und in der Erhaltungstherapie beobachtet, beides bei Patienten mit Versagen auf konventionelle Therapie, jedoch nicht biologische oder JAK-Inhibitor-Therapie, sowie bei Patienten mit Versagen auf mindestens ein oder mehrere Biologika oder JAK-Inhibitoren. In Woche 12 erreichten 50.2 % der Patienten mit unzureichendem Ansprechen auf Biologika oder JAK-Inhibitor-Therapie mit Mirikizumab ein klinisches Ansprechen und 45.9 % der Patienten, die auf eine Mirikizumab Erhaltungstherapie re-randomisiert worden waren, befanden sich in Woche 40 in klinischer Remission.
Das Wirksamkeits- und Sicherheitsprofil von Mirikizumab zeigte konsistente Ergebnisse in den Subgruppen nach Alter, Geschlecht, Körpergewicht, Schweregrad der KrankheitsaktivitÀt zu Beginn und Region.
In Woche 40 wies ein grösserer Anteil der Patienten in der Mirikizumab-Respondergruppe mit Re-randomisierung auf Mirikizumab (80 %) ein klinisches Ansprechen auf (definiert als eine Abnahme des MMS um â„2 Punkte und eine Abnahme â„30 % gegenĂŒber dem Ausgangswert, und eine Abnahme â„1 Punkt im RB-Subscore gegenĂŒber dem Ausgangswert oder ein RB-Score von 0 oder 1) im Vergleich zur Mirikizumab-Respondergruppe mit Rerandomisierung auf Placebo (49 %).
Mirikizumab-Responder in Woche 24 bei verlÀngerter Induktion (LUCENT-2)
Mit Mirikizumab behandelte Patienten ohne Response in Woche 12 der LUCENT-1 Studie konnten im Rahmen der LUCENT-2 Studie eine verlÀngerte offene Induktionsdosierung erhalten (300 mg Mirikizumab IV in Woche 0, 4 und 8). Von diesen 272 Patienten erreichten 146 (53.7 %) ein klinisches Ansprechen in Woche 12 (24 Wochen nach der ersten Induktionsdosierung) bzw. 31 (11.4%) eine klinische Remission. 144 Patienten erhielten anschliessend die Erhaltungstherapie mit 200 mg Mirikizumab subkutan alle 4 Wochen; die Mehrzahl dieser Patienten (72.2 %) behielt das klinische Ansprechen bei und 36.1 % erreichten eine klinische Remission in Woche 40.
Wiedererlangen der Wirksamkeit nach Verlust des Ansprechens auf die Mirikizumab Erhaltungstherapie (LUCENT-2)
Patienten, die zwischen Woche 12 und 28 der LUCENT-2 Studie unter Erhaltungstherapie mit Mirikizumab symptomatisch und endoskopisch bestĂ€tigt das Ansprechen verloren (5.2 %, n=19), erhielten eine offene Mirikizumab Re-Induktion mit 300 mg Mirikizumab intravenös alle 4 Wochen ĂŒber 3 Anwendungen (als Rescue-Dosierung bezeichnet). Von diesen Patienten erreichten 63.2 % (n=12) ein symptomatisches Ansprechen und 36.8 % (n=7) eine symptomatische Remission nach 12 Wochen mit Rescue-Dosierung.
Endoskopische Normalisierung in Woche 40
Die Normalisierung des Aussehens der Mukosa in der Endoskopie war definiert als ein endoskopischer Mayo-Subscore von 0. In Woche 40 der LUCENT-2 erreichten 81/365 (22.2 %) der mit Mirikizumab behandelten Patienten eine endoskopische Normalisierung, und 24/179 (13.4 %) der Patienten in der Placebo-Gruppe (p=0.026, nicht auf MultiplizitÀt kontrolliert).
Gesundheitsbezogene LebensqualitÀt
Die gesundheitsbezogene LebensqualitĂ€t wurde anhand der Fragebögen Inflammatory Bowel Disease Questionnaire (IBDQ) beurteilt. In Woche 12 der LUCENT-1 zeigten Patienten unter Mirikizumab signifikant grössere klinisch relevante Verbesserungen von IBDQ Gesamtscore (pâ€0.001) im Vergleich zu Placebo. Ein IBDQ-Ansprechen war definiert als eine Verbesserung des IBDQ-Scores um mindestens 16 Punkte gegenĂŒber dem Ausgangswert und eine IBDQ-Remission war definiert als ein Score von mindestens 170. In Woche 12 der LUCENT-1 erreichten 57.5 % der mit Mirikizumab behandelten Patienten eine IBDQ-Remission versus 39.8 % mit Placebo (p < 0.001) und 72.7 % der mit Mirikizumab behandelten Patienten erreichten ein IBDQ-Ansprechen versus 55.8 % mit Placebo. In Woche 40 der LUCENT-2 hatten 72.3 % der mit Mirikizumab behandelten Patienten die IBDQ-Remission beibehalten, versus 43.0 % unter Placebo, und 79.2 % der mit Mirikizumab behandelten Patienten hatten ein IBDQ-Ansprechen erreicht, versus 49.2 % unter Placebo.
Morbus Crohn
Die Wirksamkeit und Sicherheit von Mirikizumab wurde in einer randomisierten, doppelblinden, placebo- und aktiv kontrollierten, durchgÀngigen klinischen VIVID-1-Studie mit erwachsenen Patienten mit mittelschwerem bis schwerem aktivem Morbus Crohn evaluiert, die bei einer Behandlung mit Kortikosteroiden, Immunmodulatoren (z.B. Azathioprin, 6-Mercaptopurin) oder einer Biologika-Therapie (z.B. einem TNFα-Hemmer oder einem Integrin-Rezeptor-Antagonisten) ein unzureichendes Ansprechen, einen Verlust des Ansprechens oder eine UnvertrÀglichkeit aufwiesen. Diese Studie umfasste eine Induktionsperiode von 12 Wochen mit intravenösen Mirikizumab-Infusionen, gefolgt von einer 40-wöchigen Erhaltungsperiode mit subkutanen Injektionen. Diese Studie umfasste wÀhrend der Induktions- und der Erhaltungsperiode auch einen Vergleichsarm mit Ustekinumab.
VIVID-1
In der Studie VIVID-1 wurde die Wirksamkeit bei 1065 Patienten untersucht, die im VerhĂ€ltnis 6:3:2 randomisiert wurden, um Mirikizumab 900 mg als intravenöse Infusion (IV) in Woche 0, Woche 4 und Woche 8 zu erhalten, gefolgt von einer Erhaltungsdosis von 300 mg durch subkutane Injektion (SC) in Woche 12 und dann alle 4 Wochen (Q4W) fĂŒr 40 Wochen, Ustekinumab etwa 6 mg/kg durch intravenöse Verabreichung in Woche 0, gefolgt von 90 mg SC-Verabreichung alle 8 Wochen (Q8W) ab Woche 8, oder Placebo. Patienten, die zu Studienbeginn auf Placebo randomisiert wurden und in Woche 12 ein klinisches Ansprechen durch das Patient-Reported Outcome (PRO) erreichten (definiert als mindestens 30 %ige Abnahme der Stuhlfrequenz (SF) und/oder der Bauchschmerzen (BS), wobei keiner der beiden Werte schlechter als der Ausgangswert war), blieben unter Placebo. Patienten, die zu Studienbeginn auf Placebo randomisiert wurden und in Woche 12 kein klinisches Ansprechen durch PRO erreichten, erhielten Mirikizumab 900 mg als IV-Infusion in Woche 12, Woche 16 und Woche 20, gefolgt von einer Erhaltungsdosis von 300 mg Q4W SC in Woche 24 bis Woche 48.
Die KrankheitsaktivitĂ€t zu Studienbeginn wurde durch (1) die ungewichtete tĂ€gliche durchschnittliche SF, (2) die ungewichteten tĂ€glichen durchschnittlichen BS (von 0 bis 3) und (3) den Simple Endoscopic Score for Crohn's Disease (SES-CD) (von 0 bis 56) bewertet. Als mittelschwerer bis schwerer aktiver Morbus Crohn wurde eine Erkrankung mit den Parametern SF â„4 und/oder BS â„2 und SES-CD â„7 (zentral ausgelesen) bei Patienten mit Erkrankung des Ileums und des Kolons bzw. isolierter Erkrankung des Kolons oder â„4 bei Patienten mit isolierter Erkrankung des Ileums definiert. Zu Studienbeginn hatten die Patienten eine mediane SF von 6, BS von 2 und SES-CD von 12. Das Durchschnittsalter der Patienten lag bei 36 Jahren (im Alter von 18 bis 76 Jahren); 45 % waren weiblich; 72 % wurden als Weisse, 25 % als Asiaten, 2 % als Schwarze und 1 % in einer anderen ethnischen Gruppe eingestuft. Die Patienten durften stabile Dosen von Kortikosteroiden, Immunmodulatoren (z.B. 6-Mercatopurin, Azathioprin oder Methotrexat) und/oder Aminosalicylaten einnehmen. Zu Studienbeginn erhielten 31 % der Patienten orale Kortikosteroide, 27 % erhielten Immunmodulatoren und 44 % Aminosalicylate.
Zu Studienbeginn hatten 49 % der Patienten einen Verlust des Ansprechens, ein unzureichendes Ansprechen oder eine UnvertrĂ€glichkeit gegenĂŒber einer oder mehreren Biologika-Therapien (vorheriges Versagen gegenĂŒber Biologika).
Die co-primĂ€ren Endpunkte waren (1) klinisches Ansprechen durch PRO in Woche 12 und endoskopisches Ansprechen in Woche 52 im Vergleich zu Placebo und (2) klinisches Ansprechen durch PRO in Woche 12 und klinische Remission durch Crohn's Disease Activity Index (CDAI) in Woche 52. Die Ergebnisse fĂŒr die co-primĂ€ren Endpunkte und die wichtigsten sekundĂ€ren Endpunkte in Woche 52 im Vergleich zu Placebo sind in Tabelle 3 aufgefĂŒhrt.
Die wichtigsten sekundĂ€ren Endpunkte in Woche 12 im Vergleich zu Placebo sind in Tabelle 4 aufgefĂŒhrt.
Tabelle 3. Anteil der Patienten mit Morbus Crohn, die in Woche 52 die Wirksamkeitsendpunkte der VIVID-1-Studie erreichten
Placebo N=199 Mirikizumab 300 mg Behandlungsunterschi
SCa N=579 ed zu Placebob
(99.5% CI)
n/N % n/N %
Co-primÀre Endpunkte
klinisches Anspreche
n durch PROc in
Woche 12 und endosko
pisches Ansprechend
in Woche 52
Gesamtpopulation 18/199 9 % 220/579 38 % 29%e (21 %, 37 %)
ohne vorheriges 12/102 12 % 117//298 39 %
Versagen gegenĂŒber
Biologika
vorheriges Versagen 6/97 6 % 103/281 37 %
gegenĂŒber Biologika
f
klinisches Anspreche
n durch PROc in
Woche 12 und klinisc
he Remission durch
CDAIg in Woche 52
Gesamtpopulation 39/199 20 % 263/579 45 % 26 %e (16 %, 36 %)
ohne vorheriges 27/102 27 % 141/298 47 %
Versagen gegenĂŒber
Biologika
vorheriges Versagen 12/97 12 % 122/281 43 %
gegenĂŒber Biologika
f
Wichtigste sekundÀre
Endpunkte
endoskopisches
Ansprechend in
Woche 52
Gesamtpopulation 18/199h 9 % 280/579 48 % 39 %e (31 %, 47 %)
ohne vorheriges 12/102h 12 % 154/298 52 %
Versagen gegenĂŒber
Biologika
vorheriges Versagen 6/97h 6 % 126/281 45 %
gegenĂŒber Biologika
f
klinische Remission
durch CDAIh in
Woche 52
Gesamtpopulation 39/199h 20 % 313/579 54 % 35 %e (25 %, 44 %)
ohne vorheriges 27/102h 27 % 169/298 57 %
Versagen gegenĂŒber
Biologika
vorheriges Versagen 12/97h 12 % 144/281 51 %
gegenĂŒber Biologika
f
klinisches Anspreche
n durch PROc in
Woche 12 und klinisc
he Remission durch
PROi in Woche 52
Gesamtpopulation 39/199 20 % 263/579 45 % 26 %e(16 %, 36 %)
klinisches Anspreche
n durch PROc in
Woche 12 und endosko
pische Remissionj
in Woche 52
Gesamtpopulation 8/199 4 % 136/579 24 % 19 %e (13 %, 26 %)
klinisches Anspreche
n durch PROc in
Woche 12 und Kortiko
steroid-freie
klinische Remission
durch CDAIg, k in
Woche 52
Gesamtpopulation 37/199 19 % 253/579 44 % 25 %e (15 %, 35 %)
AbkĂŒrzungen: BS = Bauchschmerzen; CDAI = Crohn's Disease Activity Index; CI = confidence interval (Konfidenzintervall); PRO = 2 der Patienten berichteten ĂŒber Elemente der CDAI (SF und BS); SES-CD = Simple Endoscopic Score for Crohn's Disease; SF = stool frequency (Stuhlfrequenz).
a Nach Mirikizumab 900 mg als IV-Infusion in Woche 0, Woche 4 und Woche 8 erhielten die Patienten Mirikizumab 300 mg als SC-Injektion in Woche 12 und danach alle 4 Wochen fĂŒr bis zu weitere 40 Wochen.
b FĂŒr binĂ€re Endpunkte basierte die adjustierte Behandlungsdifferenz auf der Cochran-Mantel-Haenszel-Methode, an Baseline-Kovariaten angepasst.
c Das klinische Ansprechen durch PRO ist definiert als eine mindestens 30%ige Abnahme der SF und/oder BS und keiner der beiden Werte schlechter als der Ausgangswert.
d Endoskopisches Ansprechen ist definiert als â„50 %ige Reduktion des SES-CD-Gesamtscores gegenĂŒber dem Ausgangswert, basierend auf der zentralen Auslesung.
e p <0.000001
f Vorheriges biologisches Versagen umfasst den Verlust des Ansprechens, ein unzureichendes Ansprechen oder eine UnvertrĂ€glichkeit gegenĂŒber einer oder mehreren biologischen Therapien (z.B. TNFα-Antagonist oder Integrinrezeptorantagonist).
g Klinische Remission durch CDAI ist definiert als CDAI-Gesamtscore < 150.
h Die Placebo-Stichprobengrösse umfasst alle Patienten, die zu Studienbeginn auf Placebo randomisiert wurden. Placebo-Patienten, die in Woche 12 kein klinisches Ansprechen durch PRO erreichten, wurden in Woche 52 als Non-Responder betrachtet.
i Klinische Remission durch PRO ist definiert als SF â€3 und nicht schlechter als der Ausgangswert (gemĂ€ss der Bristol Stool Scale Kategorie 6 oder 7) und BS â€1 und nicht schlechter als der Ausgangswert.
j Endoskopische Remission ist definiert als SES-CD-Gesamtscore â€4 und eine Reduktion von mindestens 2 Punkten gegenĂŒber dem Ausgangswert und kein Subscore >1 in einer einzelnen Variablen, basierend auf der zentralen Auslesung.
k Kortikosteroid-frei ist definiert als Patienten, die von Woche 40 bis Woche 52 kortikosteroid-frei waren.
Remission des imperativen Stuhldrangs
Die Remission des imperativen Stuhldrangs wurde wĂ€hrend VIVID-1 anhand einer numerischen Dringlichkeitsbewertungsskala (Numeric Rating Scale, NRS) von 0 bis 10 bewertet. Im Vergleich zu Placebo erreichte ein grösserer Anteil der Patienten mit einem durchschnittlichen NRS-Stuhldrang-Wochenwert von â„3 zu Studienbeginn ein klinisches Ansprechen durch PRO in Woche 12 und einen durchschnittlichen NRS-Stuhldrang-Wochenwert von â€2 in Woche 52 (33 % gegenĂŒber 11 %).
Tabelle 4. Anteil der Patienten mit Morbus Crohn, die in Woche 12 die Wirksamkeitsendpunkte der VIVID-1-Studie erreichten
Placebo N=199 Mirikizumab 900 mg Behandlungsunterschi
IVa N=579 ed zu Placebob
(99.5% CI)
n/N % n/N %
klinisches Anspreche
n durch PROc
Gesamtpopulation 103/199 52 % 409/579 71 % 19 %e (8 %, 30 %)
klinische Remission
durch CDAIg
Gesamtpopulation 50/199 25 % 218/579 38 % 12 %f (2 %, 23 %)
endoskopisches
Ansprechend
Gesamtpopulation 25/199 13 % 188/579 32 % 20 %e (11 %, 28 %)
endoskopische
Remissionj
Gesamtpopulation 14/199 7 % 102/579 18 % 11 %f (4 %, 17 %)
FACIT-fatigue
Ănderung zum Ausgang
swerth
LS Mean SE LS Mean SE
Gesamtpopulation 2.6 0.61 5.9 0.36 3.2f (1.2, 5.2)
AbkĂŒrzungen: FACIT-fatigue = Functional Assessment of Chronic Illness Therapy â fatigue; LS Mean = Least Square Mean (adjustierter Mittelwert); SE = Standard Error; andere - siehe Tabelle 3 oben.
a Woche 0, 4, 8
b siehe Tabelle 3.
c, d, e, g, j siehe Tabelle 3
f p-value <0.005
h FĂŒr die VerĂ€nderung der FACIT-Fatigue gegenĂŒber dem Ausgangswert basierten die LS-Mittelwerte und der Behandlungsunterschied auf dem ANCOVA-Modell, das um die FACIT-Fatigue zu Studienbeginn und andere Kovariaten angepasst wurde. Zu Studienbeginn waren die mittleren FACIT-Fatigue Werte in allen Behandlungsgruppen Ă€hnlich und lagen zwischen 32.3 und 31.5.
Das Wirksamkeits- und Sicherheitsprofil von Mirikizumab zeigte konsistente Ergebnisse in den Subgruppen nach Alter, Geschlecht, Körpergewicht, Schweregrad der KrankheitsaktivitÀt zu Beginn und Region. Die Effektgrösse kann variieren.
Aktiver Komparatorarm
VIVID-1 enthielt einen aktiven Komparatorarm. In Woche 52 zeigte Mirikizumab eine Nichtunterlegenheit (vordefinierte Marge von -10 %) gegenĂŒber Ustekinumab bei klinischer Remission durch CDAI (Mirikizumab 54 %; Ustekinumab 48 %). Die Ăberlegenheit gegenĂŒber Ustekinumab beim endoskopischen Ansprechen in Woche 52 wurde nicht erreicht (Mirikizumab 48 %, Ustekinumab 46 %).
PharmakokinetikMirikizumab weist pharmakokinetischen Eigenschaften auf, die typisch fĂŒr einen monoklonalen IgG4 Antikörper sind. Bei subkutaner Anwendung alle 4 Wochen zeigte sich keine scheinbare Akkumulation der Mirikizumab-Serumkonzentration ĂŒber die Zeit.
Colitis ulcerosa: Nach der Induktionsdosierung (300 mg alle 4 Wochen als intravenöse Infusion) betrugen die mittlere (Variationskoeffizient [CV %]) Cmax bzw. die FlÀche unter der Kurve (area under the curve, AUC) bei Patienten mit Colitis ulcerosa 99.7 (22.7) ”g/ml bzw. 538 (34.4) ”g*Tag/ml. Nach der Erhaltungsdosierung (200 mg alle 4 Wochen als subkutane Injektion) betrugen die mittlere (CV %) Cmax bzw. AUC 10.1 (52.1) ”g/ml bzw. 160 (57.6) ”g*Tag/ml.
Morbus Crohn: Nach der Induktionsdosierung (900 mg alle 4 Wochen als intravenöse Infusion) betrugen die mittlere (Variationskoeffizient [CV %]) Cmax bzw. die FlÀche unter der Kurve (area under the curve, AUC) bei Patienten mit Morbus Crohn 332 (20.6) ”g/ml bzw.1820 (38.1) ”g*Tag/ml. Nach der Erhaltungsdosierung (300 mg alle 4 Wochen als subkutane Injektion) betrugen die mittlere (CV %) Cmax bzw. AUC 13.6 (48.1) ”g/ml bzw. 220 (55.9) ”g*Tag/ml.
Absorption
Nach subkutaner Gabe von Mirikizumab wurden die maximalen Serumkonzentrationen 3-7 Tage nach der Gabe erreicht, mit einer geometrischen mittleren (CV%) absoluten BioverfĂŒgbarkeit von 44 % (34%) bei Colitis ulcerosa und 36.3% (31%) bei Morbus Crohn.
Die Injektionsstelle (Bauch, Arm, Oberschenkel) hatte keinen signifikanten Einfluss auf die Absorption von Mirikizumab.
Distribution
Das geometrische mittlere Gesamtverteilungsvolumen betrug 4.83 l (21%) bei Patienten mit Colitis ulcerosa und 4.40 l (14%) bei Patienten mit Morbus Crohn.
Metabolismus
Mirikizumab ist ein humanisierter, monoklonaler IgG4 Antikörper und es ist zu erwarten, dass er auf gleiche Art und Weise wie endogene IgGs ĂŒber die katabolen Stoffwechselwege zu kleinen Peptiden und AminosĂ€uren abgebaut wird.
Elimination
In der populationspharmakokinetischen Analyse betrug die geometrische mittlere (CV%) scheinbare Clearance 0.0229 l/h (34%) und die geometrische mittlere (CV%) Eliminationshalbwertszeit etwa 9.3 Tage (40%) bei Patienten mit Colitis ulcerosa. Die geometrische mittlere (CV%) scheinbare Clearance 0.0202 l/h (38%) und die geometrische mittlere (CV%) Eliminationshalbwertszeit betrug auch etwa 9.3 Tage (26%) bei Patienten mit Morbus Crohn.
LinearitÀt/Nicht LinearitÀt
Mirikizumab zeigte eine lineare Pharmakokinetik mit Dosis-proportionalem Anstieg der Exposition ĂŒber den Dosierungsbereich von 5 bis 2400 mg als intravenöse Infusion oder ĂŒber 120 bis 400 mg als subkutane Injektion bei Patienten mit Colitis ulcerosa oder Morbus Crohn oder bei gesunden Probanden.
Kinetik spezieller Patientengruppen
In populationspharmakokinetischen Auswertungen hatten Alter (18-79 Jahre), Geschlecht (60.9% mÀnnlich), Gewicht (34-152 kg) oder Abstammung/EthnizitÀt (weiss oder asiatisch) keine klinisch relevanten Auswirkungen auf die Pharmakokinetik von Mirikizumab bei Patienten mit Colitis ulcerosa oder Morbus Crohn.
Leber- und Nierenfunktionsstörungen
Es wurden keine spezifischen klinisch-pharmakologischen Studien zur Untersuchung der Auswirkungen einer Nieren- und LeberfunktionseinschrĂ€nkung auf die Pharmakokinetik von Mirikizumab durchgefĂŒhrt.
Bei Patienten mit Colitis ulcerosa hatten in populationspharmakokinetischen Auswertungen die Creatinin-Clearance (Bereich 36.2 bis 291 ml/min) oder das Gesamtbilirubin (Bereich 1.5 bis 29 ”mol/l) keinen Einfluss auf die Pharmakokinetik von Mirikizumab.
Bei Patienten mit Morbus Crohn hatten in populationspharmakokinetischen Auswertungen die Creatinin-Clearance (Bereich 26.5 bis 269 ml/min) oder das Gesamtbilirubin (Bereich 1.5 bis 36 ”mol/l) keinen Einfluss auf die Pharmakokinetik von Mirikizumab.
PrĂ€klinische DatenNicht-klinische Daten von Cynomolgus-Affen zeigten basierend auf Studien zur ToxizitĂ€t bei wiederholter Gabe, pharmakologischen Auswertungen zur Sicherheit, sowie Studien zur Entwicklungs- und ReproduktionstoxizitĂ€t keine besonderen Gefahren fĂŒr den Menschen.
Es wurden keine nicht-klinischen Studien zur Untersuchung des gentoxischen oder karzinogenen Potentials von Mirikizumab durchgefĂŒhrt.
Sonstige HinweiseInkompatibilitÀten
Da keine KompatibilitĂ€tsstudien durchgefĂŒhrt wurden, darf das Arzneimittel nicht mit anderen Arzneimitteln gemischt werden. Omvoh soll nur mit Natriumchlorid 0.9 % Injektionslösung oder Glucose 5 % Injektionslösung verdĂŒnnt werden. Omvoh soll nicht zusammen mit anderen Arzneimitteln ĂŒber den gleichen intravenösen Zugang verabreicht werden.
Haltbarkeit
Das Arzneimittel darf nur bis zu dem auf der Packung mit "EXP" bezeichneten Datum verwendet werden.
Besondere Lagerungshinweise
Im KĂŒhlschrank (2-8°C) lagern.
Nicht einfrieren. Omvoh nicht verwenden, wenn es eingefroren war.
In der Originalverpackung aufbewahren, um den Inhalt vor Licht zu schĂŒtzen.
Ausser Reichweite von Kindern aufbewahren.
VorĂŒbergehende Aufbewahrung der verdĂŒnnten Infusionslösung:
Aus mikrobiologischer Sicht ist die verdĂŒnnte Lösung sofort zu verwenden. Wird die Lösung nicht sofort verwendet, so liegen Lagerungsbedingungen und Dauer der Lagerung in der Verantwortung des Anwenders und dĂŒrfen im Normalfall nicht mehr als 24 Stunden bei 2 bis 8 °C betragen, es sei denn, die Rekonstitution/VerdĂŒnnung ist unter kontrollierten und validierten aseptischen Bedingungen erfolgt.
Die chemische und physikalische StabilitĂ€t nach VerdĂŒnnung mit Natriumchloridlösung 9 mg/ml (0.9 %) wurde fĂŒr 96 Stunden bei 2 °C bis 8 °C und 10 Stunden bei Temperaturen bis zu 25 °C nachgewiesen.
Die chemische und physikalische StabilitĂ€t nach VerdĂŒnnung mit Glucose 5 % wurde fĂŒr 48 Stunden bei 2 °C bis 8 °C und 5 Stunden bei Temperaturen bis zu 25 °C nachgewiesen.
Die verdĂŒnnte Lösung im vorbereiteten InfusionsbehĂ€ltnis nicht einfrieren.
Hinweise fĂŒr die Handhabung
Nicht schĂŒtteln.
Omvoh ist eine sterile, Konservierungsmittel-freie, klare und farblose bis leicht gelbliche Lösung. Nicht verwenden, wenn Partikel auftreten oder wenn die Lösung wolkig und/oder merklich braun ist.
Die Durchstechflasche ist zum einmaligen Gebrauch bestimmt.
VerdĂŒnnung zur Vorbereitung der intravenösen Infusion und Anwendung
1.Jede Durchstechflasche ist nur fĂŒr den einmaligen Gebrauch bestimmt.
2.Verwenden Sie bei der Zubereitung der Infusionslösung eine aseptische Technik, um die SterilitÀt der zubereiteten Lösung sicherzustellen.
3.ĂberprĂŒfen Sie den Inhalt der Durchstechflaschen. Die Lösung soll klar, farblos bis leicht gelblich und ohne sichtbare Partikel sein.
4.Bereiten Sie den Infusionsbeutel fĂŒr die Behandlung bei Colitis ulcerosa oder Morbus Crohn gemĂ€ss der nachstehenden Anleitung vor. Bitte beachten Sie, dass fĂŒr jede Indikation eigene Instruktionen und Volumen gelten.Colitis ulcerosa: Eine Durchstechflasche zu 15 ml (300 mg)Entnehmen Sie 15 ml aus der Mirikizumab Durchstechflasche (300 mg), verwenden Sie dazu eine Nadel in angemessener Grösse (empfohlen werden 18 bis 21 Gauge), und ĂŒberfĂŒhren Sie die Lösung in das InfusionsbehĂ€ltnis. Mirikizumab zur Behandlung von Colitis ulcerosa darf nur in InfusionsbehĂ€ltnissen (Grösse des BehĂ€ltnisses im Bereich von 50-250 ml) verdĂŒnnt werden, die ENTWEDER Natriumchlorid 0.9 % ODER Glucose 5 % Injektionslösung enthalten.Morbus Crohn: Drei Durchstechflaschen zu 15 ml; Gesamtdosis = 45 ml (900 mg)Ziehen Sie zuerst 45 ml VerdĂŒnnungsmittel aus dem Infusionsbeutel und entsorgen Sie sie. Anschliessend entnehmen Sie 15 ml aus jeder der drei Mirikizumab Durchstechflaschen (900 mg) verwenden Sie dazu eine Spritze und eine Nadel in angemessener Grösse (empfohlen werden 18 bis 21 Gauge). Mirikizumab zur Behandlung von Morbus Crohn darf nur in InfusionsbehĂ€ltnissen (Grösse des BehĂ€ltnisses im Bereich von 100-250 ml) verdĂŒnnt werden, die ENTWEDER Natriumchlorid 0.9 % ODER Glucose 5 % Injektionslösung enthalten.VerdĂŒnnen Sie die Infusionslösung nicht mit anderen Lösungen, verabreichen Sie sie nicht zusammen mit anderen Elektrolyten oder Arzneimitteln.
5.Wenden Sie das InfusionsbehĂ€ltnis vorsichtig, um den Inhalt zu vermischen. Das vorbereitete BehĂ€ltnis nicht schĂŒtteln.
6.Verbinden Sie das vorbereitete BehĂ€ltnis mit einem Besteck zur intravenösen Infusion und entlĂŒften Sie es. Bei Colitis ulcerosa betrĂ€gt die Infusionsdauer mindestens 30 Minuten. Bei Morbus Crohn betrĂ€gt die Infusionsdauer mindestens 90 Minuten.
7.Um nach der Infusion eine vollstĂ€ndige Gabe der Dosis sicherzustellen, soll das Infusionsbesteck mit Natriumchlorid 0.9 % oder Glucose 5 % Injektionslösung gespĂŒlt werden. Die SpĂŒlflĂŒssigkeit soll mit der gleichen Rate infundiert werden, die zuvor fĂŒr die Gabe von Omvoh verwendet wurde. Die Zeit zum SpĂŒlen der Omvoh Lösung aus dem Infusionsbesteck wird zusĂ€tzlich zur Infusionsdauer von mindestens 30 Minuten (Colitis ulcerosa) oder 90 Minuten (Morbus Crohn) benötigt.
Zulassungsnummer68950 (Swissmedic)
PackungenOmvoh 300 mg Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung: 1 Durchstechflasche (B)
ZulassungsinhaberinEli Lilly (Suisse) SA, 1214 Vernier/GE
Stand der InformationFebruar 2026
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