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Home - Information for professionals for Ketamin Sintetica 10 mg/ml - Änderungen - 02.02.2026
2 Änderungen an Fachinfo Ketamin Sintetica 10 mg/ml
  • -Angaben zur Aufrechterhaltung der anästhetischen Wirkung von Ketamin bei Gebärenden fehlen jedoch
  • +Angaben zur Aufrechterhaltung der anästhetischen Wirkung von Ketamin bei Gebärenden fehlen jedoch; entsprechende Dosierungsempfehlungen können daher nicht abgegeben werden.
  • +Wegen des sehr raschen Wirkungseintritts soll die intravenöse Verabreichung am entspannt gelagerten Patienten erfolgen.
  • +Intramuskuläre Anwendung
  • +Initialdosis: 4–8 mg/kg Körpergewicht. Die chirurgische Toleranz wird nach wenigen Minuten erreicht und erstreckt sich erfahrungsgemäss über 12–25 Minuten.
  • +Wird die Initialdosis auf mehrere intramuskuläre Depots verteilt, muss die Dosierung reduziert werden (3–5 mg/kg).
  • +Wie bei jeder Allgemeinanästhesie sollte das Einleitungsstadium besonders sorgfältig überwacht werden.
  • +Geburtshilfe: Angaben zur intramuskulären Anwendung bei Gebärenden liegen nicht vor; entsprechende Dosierungsempfehlungen können daher nicht abgegeben werden. Die verfügbaren pharmakokinetischen Daten werden unter "Pharmakokinetik, Distribution" aufgeführt.
  • +Verlängerung der Anästhesie
  • +Zur Verlängerung der Ketamin Sintetica-Anästhesie kann sowohl intravenös als auch intramuskulär je nach Bedarf die halbe oder volle Dosis nachinjiziert werden. Das Auftreten von Nystagmus oder Abwehrreaktionen auf Reizung sowie Lautäusserungen sprechen für eine flachwerdende Anästhesie, die gegebenenfalls eine Nachinjektion erfordert.
  • +Unter der Anästhesie können unwillkürliche Extremitätenbewegungen auftreten. Diese Bewegungen dürfen nicht als Zeichen einer zu flachen Anästhesie gedeutet werden und erfordern keine Nachinjektion.
  • +Die Fortführung der intravenösen Ketamin-Narkose ist auch als Tropfinfusion möglich.
  • +Hierzu werden im allgemeinen 500 mg Ketamin (Ketamin Sintetica 10 mg/ml oder 50 mg/ml) in 500 ml Glucose- oder Kochsalzlösung gegeben und mit einer Erhaltungsdosis von 20–60 Tropfen/Minute infundiert.
  • +Wird die Infusionslösung Ketamin Sintetica 1 mg/ml verwendet, ist diese gebrauchsfertig und muss vor der Anwendung nicht verdünnt werden.
  • +Die erforderliche Gesamtdosierung liegt zwischen 2–6 mg/kg/Stunde, je nachdem, ob mit reinem Sauerstoff, z.B. bei einem Risikopatienten, beatmet wird (etwa 6 mg/kg/Stunde) oder eine Ergänzung mit Lachgas/Sauerstoff oder Diazepam erfolgt (2–4 mg/kg/Stunde).
  • +Bei Tropfinfusionsnarkose mit Ketamin kann auch zur Einleitung anstatt mit einer i.v. Bolusinjektion bereits mit einer Infusionslösung in rascher Tropfenfolge (80–100 Tropfen/Min.) begonnen werden.
  • +Reduziert man die Dosierung der Tropfinfusion erheblich (0,2–0,5 mg/kg/Stunde) wird schon eine ausgeprägte Analgesie bei nur leichter Schläfrigkeit erzielt.
  • +Toleranzentwicklung
  • +Nach wiederholter Anwendung von Ketamin in kurzen Zeitabständen kann sich, vor allem bei Kleinkindern, eine akute Toleranz entwickeln. Die erwünschte anästhetische Wirkung kann bei diesen Patienten durch entsprechende Erhöhung der Ketamindosissteigerung erreicht werden.
  • +Spezielle Dosierungsanweisungen
  • +Pädiatrie
  • +Die Dosierung von Ketamin wurde bei Kindern und Jugendlichen bisher nicht adäquat untersucht. Aufgrund der begrenzten Informationen sowie der Erfahrungen wird Ketamin bei Kindern und Jugendlichen (wie bei Erwachsenen) nach Körpergewicht dosiert.
  • +Bei Kindern unter 3 Monaten darf Ketamin wegen potentieller respiratorischer Komplikationen nicht angewendet werden.
  • +Kontraindikationen
  • +•Überempfindlichkeit gegenüber dem Wirkstoff Ketamin oder einem der Hilfsstoffe gemäss Zusammensetzung;
  • +•Schlecht eingestellte oder nicht behandelte arterielle Hypertonie (systolischer/diastolischer Blutdruck über 180/100 mmHg in Ruhe);
  • +•Patienten, bei denen eine Blutdrucksteigerung eine erhebliche Gefährdung bedeutet (z.B. vorangegangener zerebrovaskulärer Insult);
  • +•Präeklampsie und Eklampsie;
  • +•nicht oder ungenügend behandelte Hyperthyreose.
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  • +Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen
  • +Ketamin Sintetica gehört – wie jedes Allgemeinanästhetikum – nur in die Hand eines mit der Allgemeinanästhesie vertrauten Arztes, da eine sorgfältige Überwachung der Atmung erforderlich ist. Wie bei jeder Allgemeinnarkose wird vorausgesetzt, dass eine zur Wiederbelebung notwendige Ausrüstung zur Verfügung steht.
  • +Die intravenöse Injektion soll langsam, während 60 Sekunden, erfolgen. Zu rasche Injektion oder zu hohe Dosen können zu Atemdepression und Apnoe (mechanische Beatmung kann erforderlich sein!) sowie zu stärkerem Blutdruckanstieg führen.
  • +Besondere Vorsicht ist geboten bei:
  • +•Instabiler Angina pectoris oder Myokardinfarkt in den letzten sechs Monaten;
  • +•gesteigertem Hirndruck ausser unter adäquater Beatmung;
  • +•Glaukom und perforierenden Augenverletzungen.
  • +Eine kontinuierliche Überwachung der Herzfunktion während des Eingriffs ist bei Patienten mit Hypertonie oder kardialer Dekompensation erforderlich.
  • +Da unter Ketamin eine Steigerung des Liquordruckes beobachtet wurde, sollte Ketamin Sintetica bei Patienten mit einem präanästhetisch erhöhten Liquordruck mit besonderer Vorsicht angewendet werden.
  • +Da die pharyngealen Reflexe im allgemeinen erhalten sind, sollte ohne zusätzliche Verwendung von Muskelrelaxanzien eine mechanische Reizung des Pharynx vermieden werden, wenn Ketamin als Monoanästhetikum verwendet wird. Bei Eingriffen an Pharynx und Larynx und Bronchialbaum kann daher insbesondere eine Muskelrelaxation mit entsprechender Beatmung erforderlich sein.
  • +Bei chirurgischen Eingriffen, die viszerale Schmerzen einbeziehen, kann die zusätzliche Verabreichung einer anderen analgetischen Substanz angezeigt sein.
  • +Bei geburtshilflichen Eingriffen wie Wendungen, die eine volle Entspannung der Uterusmuskulatur erfordern, sollte Ketamin nicht als Monoanästhetikum gegeben werden.
  • +Bei diagnostischen und operativen Eingriffen in der Ophthalmologie hat sich die zusätzliche Verabreichung einer Lokalanästhesie, die z.B. bei Strabismusoperationen subkonjunktival, äquatorial und im Muskelbereich, bei intraokulären Eingriffen retrobulbär verabreicht wird, bewährt.
  • +Bei Alkoholintoxikation ist bei der Anwendung von Ketamin Vorsicht geboten. Barbiturate und Opiate können in Kombination mit Ketamin die Erholungsphase verlängern.
  • +Während der Aufwachphase kann es bei Monoanästhesie zu einer postoperativen, transienten Desorientierung bzw. – vor allem bei jüngeren Erwachsenen - zu lebhaften Träumen kommen. Aufwachreaktionen können reduziert werden, wenn während der Erholungsphase Ansprechen und Berühren des Patienten weitgehend vermieden werden. Die Registrierung vitaler Funktionen kann nötigenfalls in gewohnter Weise durchgeführt werden.
  • +Bei Patienten mit bekannten schweren Angina-pectoris-Anfällen in der Anamnese ist, wie auch für andere Anästhetika, bei der Anwendung von Ketamin Vorsicht geboten.
  • +Beim Einsatz von Ketamin bei Schockpatienten sind selbstverständlich die Grundprinzipien der Schocktherapie (Volumenauffüllung, O2-Zufuhr) zu beachten. In schwersten Schockzuständen mit kaum oder überhaupt nicht messbarem Blutdruck ist, wie mit jedem anderen Anästhetikum, besondere Vorsicht geboten.
  • +Um eine Hypersalivation zu verhindern, soll immer eine sekretionshemmende Substanz wie Atropin verabreicht werden.
  • +Längere Verabreichung
  • +Bei längerer Verabreichung von Ketamin, insbesondere im Zusammenhang mit Ketaminmissbrauch, wurden Fälle von Zystitis, einschließlich hämorrhagischer Zystitis, akuter Nierenschädigung, Hydronephrose und Ureterbeschwerden berichtet (siehe "Nebenwirkungen"). Diese Nebenwirkungen entwickeln sich bei Patienten, die eine Langzeitbehandlung mit Ketamin über einen Zeitraum von einem Monat bis zu mehreren Jahren erhalten.
  • +Bei Anwendung über einen längeren Zeitraum (>3 Tage) wurde bei Patienten Hepatotoxizität beobachtet.
  • +Missbrauch und Abhängigkeit
  • +Es gibt Berichte über einen Missbrauch von Ketamin. Gemäss diesen kann Ketamin beispielsweise folgende Symptome verursachen: Halluzinationen, Dysphorie, Angstzustände, Schlaflosigkeit, Orientierungslosigkeit und sogenannte "flashbacks" . Darüber hinaus wurden Fälle von Zystitis, einschließlich hämorrhagischer Zystitis, akuter Nierenschädigung, Hydronephrose und Ureterbeschwerden (siehe "Nebenwirkungen") sowie Hepatotoxizität berichtet. Menschen mit Arzneimittelmissbrauch und -abhängigkeit in der Anamnese können eine Ketaminabhängigkeit und -gewöhnung entwickeln. Aus diesen Gründen sollte Ketamin mit Vorsicht verschrieben und verabreicht werden.
  • +Pädiatrische Neurotoxizität
  • +Präklinische Studien zeigen, dass die Verabreichung von Anästhetika (Flurane) oder Sedativa (Propofol, Ketamin), die NMDA-Rezeptoren blockieren und/oder die GABA-Aktivität potenzieren, während der Phase des schnellen Gehirnwachstums oder der Synaptogenese zu einem Zellverlust im sich entwickelnden Gehirn führt, was mit anhaltenden kognitiven Defiziten verbunden sein kann. Die klinische Bedeutung dieser Beobachtung ist nicht bekannt (siehe "Schwangerschaft, Stillzeit" und "Präklinische Daten").
  • +Anästhetika und Sedativa sind ein notwendiger Bestandteil der Versorgung von Kindern, welche Operationen oder andere medizinische Verfahren oder Tests, die nicht aufgeschoben werden können, benötigen. Dabei hat sich keine bestimmte Medikamentierung als sicherer gegenüber anderen erwiesen. Bei Entscheiden hinsichtlich des Zeitpunkts der Durchführung von gewählten Verfahren mit erforderlicher Anästhesie ist der Nutzen des Verfahrens gegen die potentiellen Risiken abzuwägen.
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  • +Natrium
  • +Ketamin Sintetica 10 mg/ml:
  • +Dieses Arzneimittel enthält 26 mg Natrium pro Ampulle à 10 ml, entsprechend 1,3% der von der WHO für einen Erwachsenen empfohlenen maximalen täglichen Natriumaufnahme mit der Nahrung von 2 g.
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  • +Ketamin Sintetica 1 mg/ml:
  • +Dieses Arzneimittel enthält 354,5 mg Natrium pro Beutel à 100 ml, entsprechend 17,7% der von der WHO für einen Erwachsenen empfohlenen maximalen täglichen Natriumaufnahme mit der Nahrung von 2 g.
  • +Interaktionen
  • +Die gleichzeitige Gabe von Ketamin und halogenierten Anästhetika kann die Eliminationshalbwertszeit von Ketamin sowie die Erholungsphase verlängern. Das Risiko einer Bradykardie, eines Blutdruckabfalls oder einer verringerten Herzleistung kann insbesondere bei hoher Dosierung oder schneller Verabreichung in Kombination mit halogenierten Anästhetika erhöht sein.
  • +Die anästhetische Wirkung von Halothan wird durch Gabe von Ketamin verstärkt, so dass niedrigere Dosierungen ausreichend sein können.
  • +Bei gleichzeitiger Anwendung von Ketamin und Halothan kann sich das Risiko erhöhen, durch die zusätzliche Gabe von Epinephrin Herzrhythmusstörungen auszulösen.
  • +Bei Einsatz von Ketamin im Rahmen von Anästhetikakombinationen sind die Nebenwirkungen, vor allem diejenigen psychotomimetischer Art, deutlich geringer ausgeprägt.
  • +Die gleichzeitige Gabe von Ketamin und Arzneimitteln und Substanzen, die das ZNS hemmen (z. B. Ethanol, Phenothiazine, sedierende H1-Antagonisten oder Muskelrelaxanzien), kann die sedierende Wirkung auf das ZNS potenzieren und/oder das Risiko einer Atemdepression erhöhen. Bei gleichzeitiger Gabe anderer Anxiolytika, Sedativa und Hypnotika kann somit eine Reduktion der Ketamindosis erforderlich sein.
  • +Insbesondere die Kombination mit Benzodiazepinen oder Neuroleptika verlängert die Wirkung von Ketamin. Es ist beispielsweise bekannt, dass Diazepam die Halbwertszeit von Ketamin und seine pharmakodynamische Wirkung verlängert. Somit können Dosisanpassungen erforderlich sein.
  • +Es ist beschrieben, dass Ketamin die hypnotische Wirkung von Thiopental hemmt. Die Wirkung nichtdepolarisierender, aber auch depolarisierender Muskelrelaxanzien kann verlängert sein.
  • +Die gleichzeitige Gabe von Antihypertensiva und Ketamin erhöht das Risiko eines Blutdruckabfalls.
  • +Die gleichzeitige Gabe von Schilddrüsenhormonen, direkt oder indirekt wirkenden Sympathomimetika sowie Vasopressin kann die sympathomimetischen Wirkungen von Ketamin verstärken und eine arterielle Hypertonie und Tachykardie hervorrufen.
  • +Die gleichzeitige Gabe von Ergometrin (in der Schweiz nicht zugelassen) kann eine arterielle Hypertonie hervorrufen.
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  • +Bei gleichzeitiger Gabe von Ketamin und Theophyllin oder Aminophyllin tritt möglicherweise eine Absenkung der Krampfschwelle ein.
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  • +Pharmakokinetische Wechselwirkungen
  • +Arzneimittel, welche die CYP3A4 Enzymaktivität inhibieren, reduzieren in der Regel die Leberclearance. Dies führt zu erhöhter Plasmakonzentration von CYP3A4 Substraten wie Ketamin. Gleichzeitige Anwendung von Ketamin mit Arzneimitteln, welche CYP3A4-Enzyme hemmen, kann daher eine Reduktion der Ketamindosierung nötig machen.
  • +Arzneimittel, welche die CYP3A4 Enzymaktivität induzieren, erhöhen in der Regel die Leberclearance. Dies führt zu einer Abnahme der Plasmakonzentration von CYP3A4 Substraten wie Ketamin. Gleichzeitige Anwendung von Ketamin mit Arzneimitteln, welche CYP3A4-Enzyme induzieren, kann eine Erhöhung der Ketamindosierung nötig machen.
  • +Schwangerschaft, Stillzeit
  • +Schwangerschaft
  • +Ketamin ist unzureichend auf reproduktionstoxische Eigenschaften geprüft und man verfügt über keine kontrollierten Studien bei schwangeren Frauen.
  • +Veröffentlichte Tierversuchsstudien mit Anästhetika/Medikamenten, die eine Sedierung bewirken, berichten von unerwünschten Wirkungen auf die Gehirnentwicklung in einem frühen Stadium (siehe "Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen" und "Präklinische Daten").
  • +Ketamin ist plazentagängig und findet sich rasch im Plasma des Fetus wieder.
  • +Bei Neugeborenen, die während der Entbindung maternalen intravenösen Ketamindosen von ≥1.5 mg/kg ausgesetzt werden, muss mit Atemdepression und niedrigen Apgar-Scores gerechnet werden, die eine Neugeborenen-Reanimation notwendig machen.
  • +Bei intravenösen Dosen über 2 mg/kg wurden deutliche Anstiege des maternalen Blutdrucks sowie des Uterustonus beobachtet.
  • +Angaben zur intramuskulären Anwendung sowie zur Aufrechterhaltung der anästhetischen Wirkung bei Gebärenden liegen nicht vor; entsprechende Dosierungsempfehlungen können daher nicht abgegeben werden. Die verfügbaren pharmakokinetischen Daten werden unter "Pharmakokinetik, Distribution" aufgeführt.
  • +Deshalb sollte Ketamin Sintetica während der Schwangerschaft nicht angewendet werden, es sei denn es ist klar notwendig.
  • +Stillzeit
  • +Zu der Frage des Übertritts von Ketamin in die Muttermilch liegen keine Unterlagen vor. Ketamin Sintetica soll daher in der Stillzeit nicht angewendet werden.
  • +Wirkung auf die Fahrtüchtigkeit und auf das Bedienen von Maschinen
  • +Ketamin Sintetica hat hat einen erheblichen Einfluss auf die Fahrtüchtigkeit oder die Fähigkeit, Maschinen zu bedienen.
  • +Speziell in Situationen, bei welchen eine frühe Entlassung möglich ist, sollte die Wirkungsdauer von Ketamin und anderen Arzneimitteln, die während einer Anästhesie angewendet werden, berücksichtigt werden. Die Patienten sollten darauf hingewiesen werden, dass sie während 24 h nach einer Anästhesie oder länger (abhängig von der Ketamin-Dosis und den anderen angewendeten Arzneimitteln) auf das Führen eines Autos, das Bedienen einer gefährlichen Maschine oder das Unternehmen von gefährlichen Tätigkeiten verzichten sollten.
  • +Wird Ketamin Sintetica an ambulante Patienten verabreicht, muss eine postnarkotische klinische Überwachung gewährleistet sein und der Zeitpunkt der Entlassung in Begleitung eines verantwortlichen Erwachsenen jeweils vom behandelnden Arzt bestimmt werden.
  • +Unerwünschte Wirkungen
  • +Die im folgenden angeführten Beobachtungen erklären sich zum Teil aus der Wirkungsweise von Ketamin.
  • +Ein gewöhnlich beobachteter charakteristischer Ketamin-Effekt ist der temporäre Anstieg der Pulsfrequenz und des Blutdrucks. Die Blutdrucksteigerung mit gleichbleibender Amplitude setzt kurz nach der Injektion ein, erreicht nach wenigen Minuten ihren Höhepunkt und kehrt nach 15 Minuten gewöhnlich zu präanästhetischen Werten zurück. Bei den klinischen Untersuchungen betrug der mittlere Blutdruckanstieg 20% bis 25% der präanästhetischen Werte. Je nach dem Zustand des Patienten kann dieser Blutdruckanstieg günstig wirken oder u.U. unerwünscht sein. Bei Patienten, bei welchen aufgrund ihres Zustandes ein Blutdruckabfall vermieden werden soll, erwies sich nach bisher vorliegenden klinischen Erfahrungen der stabile oder unter Ketamin leicht erhöhte Blutdruck als vorteilhaft.
  • +Muss die kardiostimulatorische Ketamin-Wirkung vermieden werden, hat sich die Prämedikation von 0.2-0.25 mg/kg Diazepam i.v. als günstig erwiesen.
  • +Nachfolgend werden für Ketamin die unerwünschten Wirkungen nach Organsystem und Häufigkeit aufgeführt, welche in klinischen Studien und/oder während der Marktüberwachung beobachtet wurden. Definition der Häufigkeitskategorien: häufig (≥1/100 und <1/10), gelegentlich (≥1/1000 und <1/100), selten (≥1/10'000 und <1/1000), nicht bekannt: (kann auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abgeschätzt werden).
  • +Erkrankungen des Immunsystems
  • +Selten: Anaphylaktische Reaktion.
  • +Psychiatrische Erkrankungen
  • +Häufig: Aufwachreaktionen wie Halluzinationen, lebhafte Träume, Albträume, Verwirrung, motorische Unruhe, auffälliges Verhalten, Agitation.
  • +Gelegentlich: Angstzustände.
  • +Selten: Delirium, Flashback, Dysphorie, Schlaflosigkeit, Desorientierung.
  • +Erkrankungen des Nervensystems
  • +Häufig: Nystagmus, tonische und klonische Bewegungen, erhöhter Muskeltonus, intrakranieller Druckanstieg (ausser unter adäquater Beatmung).
  • +Gelegentlich: Schwindel
  • +Augenerkrankungen
  • +Häufig: Diplopie, Sehstörungen.
  • +Nicht bekannt: Zunahme des intraokularen Drucks.
  • +Herzerkrankungen
  • +Häufig: Tachykardie, Hypertonie.
  • +Gelegentlich: Arrhythmie, Bradykardie.
  • +Gefässerkrankungen
  • +Gelegentlich: Hypotension.
  • +Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und Mediastinums
  • +Häufig: Steigerung der Atemfrequenz.
  • +Gelegentlich: Laryngospasmus (oder andere Formen von Atemwegsverengungen), Atemdepression.
  • +Selten: Apnoe.
  • +Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts
  • +Häufig: Nausea, Erbrechen.
  • +Gelegentlich: Anorexie, Hypersalivation.
  • +Leber- und Gallenerkrankungen
  • +Nicht bekannt: Arzneimittelinduzierte Leberschädigung (längere Anwendung oder Arzneimittelmissbrauch).
  • +Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes
  • +Häufig: Erythem, morbilliformes Exanthem.
  • +Erkrankungen der Nieren und Harnwege
  • +Unbekannt: akute Nierenschädigung*, Hydronephrose*, Ureterbeschwerden*,**, hämorrhagische Zystitis*, Blasenentzündung*.
  • + 
  • +* Bei langfristiger Anwendung (1 Monat bis mehrere Jahre), vor allem im Zusammenhang mit Ketaminmissbrauch.
  • +** Uretererkrankungen: Ureterpolypen, Ureteritis, Ureterstenose und Ureterobstruktion.
  • +Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort
  • +Gelegentlich: Lokale Schmerzempfindlichkeit, Rötung der Injektionsstelle.
  • + 
  • +Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von grosser Wichtigkeit. Sie ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels. Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdacht einer neuen oder schwerwiegenden Nebenwirkung über das Online-Portal ElViS (Electronic Vigilance System) anzuzeigen. Informationen dazu finden Sie unter www.swissmedic.ch.
  • +Überdosierung
  • +Bei hohen Dosen und schneller i.v.-Injektion ist mit einem Atemstillstand zu rechnen, der durch assistierte Beatmung bis zum Wiedereinsetzen einer adäquaten Spontanatmung überbrückt werden muss.
  • +Eigenschaften/Wirkungen
  • +ATC-Code
  • +N01AX03
  • +Wirkungsmechanismus
  • +Die dissoziative Anästhesie soll durch eine funktionelle Entkopplung des thalamoneocorticalen vom limbischen System entstehen.
  • +Ketamin zeigt bei sub-anästhetischen Dosen eine analgetische Wirkung, die wahrscheinlich auf eine Interaktion mit dem biogenen Amin- und dem endogenen Opiat-System zurückzuführen ist.
  • +Ketamin hat bei Tieren und beim Menschen antikonvulsive Eigenschaften. Das Arzneimittel wirkt auf die cerebralen Neurotransmitter, interagiert mit muskarinisch cholinergen Rezeptoren und mit cerebraler Acetylcholinesterease.
  • +Pharmakodynamik
  • +Ketamin Sintetica ist ein intravenös und intramuskulär injizierbares Allgemeinanästhetikum mit starker analgetischer Wirkung.
  • +Ketamin, der Wirkstoff von Ketamin Sintetica, bewirkt eine sogenannte dissoziative Anästhesie. Die analgetische Wirkung tritt bereits bei subdissoziativen Dosen auf und überdauert die Anästhesie. Die sedativen und hypnotischen Eigenschaften von Ketamin sind dagegen weit weniger ausgeprägt. Am Rückenmark und an peripheren Nerven zeigt Ketamin einen deutlichen lokalanästhetischen Effekt.
  • +Der Muskeltonus ist unter Ketamin Sintetica-Anästhesie erhalten oder gesteigert, so dass die Schutzreflexe im allgemeinen nicht beeinträchtigt werden. Die Krampfschwelle wird nicht gesenkt. Unter Spontanatmung tritt eine Erhöhung des intrakraniellen Druckes ein, die bei adäquater Beatmung ausbleibt.
  • +Aufgrund einer sympathikotonen Wirkung führt Ketamin zu einem Anstieg von Blutdruck und Herzfrequenz, wodurch auch der myokardiale Sauerstoffverbrauch bei gleichzeitig gesteigerter Koronardurchblutung zunimmt. Am Herzen selbst zeigt Ketamin eine negativ inotrope und antiarrhythmische Wirkung. Der periphere Widerstand ändert sich aufgrund gegensätzlicher Einflüsse kaum.
  • +Nach Ketamingabe wird eine mässige Hyperventilation beobachtet ohne wesentliche Beeinträchtigung der Blutgase. An der Bronchialmuskulatur übt Ketamin einen relaxierenden Effekt aus.
  • +Klinische Wirksamkeit
  • +Ketamin Sintetica (Ketamin Hydrochlorid) wurde in 105 Studien bei über 12'000 operativen und diagnostischen Eingriffen an über 10'000 Patienten untersucht. Ketamin wurde in diesen Studien als Monoanästhetikum, als Narkoseeinleitung bei der Anwendung von anderen Allgemeinanästhetika oder zur Ergänzung von schwach wirksamen Anästhetika verabreicht.
  • +Debridement, schmerzhaftes Verbinden und Hauttransplantation bei Verbrennungspatienten sowie andere oberflächliche chirurgische Eingriffe.
  • +Neurodiagnostische Eingriffe wie Pneumoenzephalogram, Ventrikulogram, Myelogram und Lumbalpunktion.
  • +Diagnostische und chirurgische Eingriffe an den Augen, am Ohr, der Nase und Mund, einschliesslich Zahnextraktion.
  • +Diagnostische und chirurgische Eingriffe am Pharynx, Larynx oder den Bronchien.
  • +Vorsicht: Muskelrelaxantien mit geeigneter Überwachung der Atmung können notwendig sein (siehe "Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen" ).
  • +Sigmoidoskopie, kleinere Eingriffe am Anus, am Rektum und Circumzision.
  • +Extraperitoneale Eingriffe in der Gynäkologie, wie Dilatation und Curettage.
  • +Orthopädische Eingriffe wie unblutige Reposition, Manipulation, Femoralverband, Amputation und Biopsie.
  • +Bei Patienten mit tiefem Risiko Anästhetikum mit Herabsetzung der Vitalfunktionen.
  • +Bei Eingriffen mit bevorzugt intramuskulärer Verabreichung.
  • +Bei Eingriffen mit kardialen Kathetern.
  • +Pharmakokinetik
  • +Absorption
  • +Ketamin ist nach i.m. Applikation zu 93% bioverfügbar. Die Dauer der anästhetischen Wirkung wird nach einmaliger Bolusgabe durch die Verteilungshalbwertszeit von 5,5–18 Minuten bestimmt.
  • +Distribution
  • +Ketamin tritt leicht in die Plazenta über und verteilt sich schnell in stark durchblutetem Gewebe (z.B. Herz, Lunge und Gehirn), gefolgt von Muskelgewebe, sowie peripherem und Fettgewebe.
  • +Nach i.v. Bolusgabe von 2.5 mg/kg beträgt die Distributionsphase von Ketamin beim Menschen ca. 45 Minuten, mit einer Halbwertszeit von 10-15 Minuten; dies entspricht einer anästhetischen Wirkdauer von etwa 20 Minuten.
  • +Maximale Ketamin Plasmaspiegel erreichen bei Erwachsenen und Kindern ca. 1.8-2.0 μg/ml 5 Minuten nach i.v. Bolusgabe von 2 mg/kg, und ca. 1.7-2.2 μg/ml 15 Minuten nach i.m. Injektion von 6 mg/kg.
  • +Bei Gebärenden, die eine i.m. Dosis von 250 mg (ca. 4.2 mg/kg) erhalten hatten, lag die Ketamin Plazenta-Transferrate von der Mutter-Arterie in die Umbilikalvene zum Geburtszeitpunkt bei 47% (1.72 vs. 0.75 μg/ml). Bei diesen Gebärenden betrug die durchschnittliche Geburtszeit 12 Minuten, gemessen vom Zeitpunkt der Ketamin Injektion bis zur Vaginalgeburt.
  • +Metabolismus
  • +Ketamin wird rasch in der Leber metabolisiert Die N-Demethylierung von Ketamin zu Norketamin erfolgt hauptsächlich über CYP3A4; in geringerem Masse auch über CYP2B6 und CYP2C9. Sowohl Ketamin als auch seine Metaboliten werden hauptsächlich über die Nieren ausgeschieden.
  • +Ketamin wird zu etwa 47% an Plasmaprotein gebunden. Die Substanz ist gut plazenta- und liquorgängig.
  • +Elimination
  • +Die terminale Eliminationshalbwertszeit liegt zwischen 79 Minuten (nach kontinuierlicher Infusion) und 186 Minuten (nach niedrigdosierter i.v. Gabe), für den Metaboliten Norketamin wurden 240 Minuten gemessen.
  • +Die Pharmakokinetik ändert sich bei Dauerinfusionsbehandlung nicht wesentlich.
  • +Kinetik spezieller PatientengruppenKinder
  • +Die Absorption nach intramuskulärer Ketamin-Verabreichung scheint bei Kindern schneller zu sein als bei Erwachsenen. Die Serumkonzentrationen von Norketamin (aktiver Metabolit) waren bei Kindern ebenfalls höher.
  • +Trotz der rascheren Absorption nach intramuskulärer Injektion bei Kindern waren die Plasma-Halbwertszeit, die Clearance und das Verteilungsvolumen (relativ zum Körpergewicht) zwischen Erwachsenen und Kindern nicht signifikant unterschiedlich.
  • +Präklinische Daten
  • +Chronische Toxizität
  • +Untersuchungen zur Toxizität nach wiederholter Anwendung (3–6 Wochen) wurden an Ratte, Kaninchen, Hund und Affe durchgeführt. Nach wiederholter Verabreichung (7 Tage) an Mäusen bzw. Ratten (i.p.) entwickelte sich eine signifikante Toleranz in Bezug auf den analgetischen Effekt.
  • + 
  • +Mutagenität
  • +Ketaminhydrochlorid ist nur unzureichend bezüglich mutagener Wirkung untersucht. Bisherige Testergebnisse erbringen keine relevanten Hinweise auf eine mutagene Wirkung, sie basieren jedoch auf einer mangelhaften Methode.
  • +Karzinogenität
  • +Tierexperimentelle Untersuchungen zur Kanzerogenität von Ketaminhydrochlorid liegen nicht vor. Ein kanzerogenes Potenzial von Ketamin kann daher nicht ausreichend beurteilt werden.
  • +Reproduktions- und Entwicklungstoxizität
  • +Veröffentlichte Tierstudien (auch an Primaten) mit Dosierungen, die zu einer leichten bis mittelschweren Narkose führen, zeigen, dass die Verabreichung von Anästhetika (Fluranen) oder Sedativa (Propofol, Ketamin), die NMDA-Rezeptoren blockieren und/oder die GABA-Aktivität potenzieren, während der Phase des schnellen Gehirnwachstums oder der Synaptogenese zu einem Zellverlust im sich entwickelnden Gehirn führt, was mit langfristigen kognitiven Defiziten verbunden sein kann. Die klinische Bedeutung dieser nicht-klinischen Ergebnisse ist unbekannt.
  • + 
  • +Sonstige Hinweise
  • +Inkompatibilitäten
  • +Barbiturate und Ketamin Sintetica dürfen nicht aus der gleichen Spritze oder dem gleichen Beutel verabreicht werden, da sie chemisch unverträglich sind und ein Präzipitat bilden.
  • +Stabilität
  • +Das Arzneimittel darf nur bis zu dem auf dem Behälter mit 'Exp' bezeichneten Datum verwendet werden.
  • +Haltbarkeit nach Anbruch
  • +Ketamin Sintetica 1 mg/ml, Infusionslösung / Ketamin Sintetia 10 mg/ml, 50 mg/ml, Injektionslösung
  • +Das Präparat enthält keine Konservierungsmittel. Aus mikrobiologischen Gründen ist das gebrauchsfertige Präparat unmittelbar nach dem Öffnen zu verwenden.
  • +Evt. Restmengen des Präparats sind zu verwerfen.
  • +Ketamin Sintetica 10 mg/ml, 50 mg/ml, Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung
  • +Nach der Verdünnung darf das Infusionspräparat nicht aufbewahrt werden. Aus mikrobiologischen Gründen ist das gebrauchsfertige Präparat unmittelbar nach der Verdünnung zu verwenden.
  • +Besondere Lagerungshinweise
  • +Ausser Reichweite von Kindern aufbewahren.
  • +Das Arzneimittel ist in der Originalverpackung, bei Raumtemperatur (15-25 °C) und vor Licht geschützt aufzubewahren.
  • +Hinweise für die Handhabung
  • +Ketamin Sintetica Lösungen sollten nicht in einem Autoklav erneut sterilisiert werden.
  • +Zulassungsnummer
  • +65214, 67199 (Swissmedic).
  • +Packungen
  • +Ketamin Sintetica 10 mg/ml Ampullen 10× 10 ml [B]
  • +Ketamin Sintetica 50 mg/ml Ampullen 10× 2 ml [B]
  • +Ketamin Sintetica 1 mg/ml Beutel 10× 100 ml [B]
  • +Zulassungsinhaberin
  • +Sintetica SA, CH-6850 Mendrisio.
  • +Stand der Information
  • +September 2021
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