ZusammensetzungWirkstoffe
Disulfiram.
Hilfsstoffe
Polysorbat 20, Maisstärke, Povidon K30, Weinsäure (E334), Natriumhydrogencarbonat, Talkum, hochdisperses Siliciumdioxid, Magnesiumstearat, mikrokristalline Cellulose.
Eine Brausetablette Antabus 400 mg enthält 13.14 mg Natrium.
Darreichungsform und Wirkstoffmenge pro EinheitBrausetabletten (mit kreuzförmiger Bruchrille, teilbar) zu 400 mg Disulfiram.
Indikationen/AnwendungsmöglichkeitenUnterstützende Behandlung von chronischem Alkoholismus, periodisch wiederkehrender Alkoholismus in Verbindung mit nicht-medikamentösen Behandlungsformen.
Dosierung/AnwendungTherapieeinleitung
2 Brausetabletten zu 400 mg pro Tag während 3 Tagen.
Erhaltungstherapie
½ Brausetablette zu 400 mg pro Tag oder 1 Brausetablette jeden 2. Tag.
Hinweis
Vor Therapiebeginn soll eine Alkohol-Karenz von ca. 3 Tagen eingehalten werden.
Spezielle Dosierungsanweisungen
Patienten mit Leberfunktionsstörungen
Bei schweren Lebererkrankungen ist die Dosierung sorgfältig zu überwachen. Die empfohlene Dosis soll nicht überschritten werden.
Kinder und Jugendliche
Die Anwendung und Sicherheit von Antabus, Brausetabletten bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren ist bisher nicht geprüft worden.
Art der Anwendung
Brausetablette in einem ½ Glas Wasser auflösen. Die Brausetablette kann an der Bruchrille in 2 gleiche Dosen geteilt werden. Es entsteht eine milchige, feine Dispersion, welche geschmacksneutral ist. Es ist meist ratsam, diese vor den Augen des Therapie-Begleiters zu trinken. Die Dispersion darf nicht stehengelassen werden.
KontraindikationenÜberempfindlichkeit gegenüber Disulfiram oder gegen andere Thiuram-Derivate oder einem der Hilfsstoffe gemäss Zusammensetzung.
Patienten, die auf eine frühere Gabe von Disulfiram mit einer subklinischen oder klinisch manifesten Hepatitis reagiert haben, dürfen nicht mit Antabus behandelt werden.
Bei vorbestehender nicht-aethylischer Hepatopathie (z.B. Virushepatitis) oder bei ausgeprägterer Erhöhung der Transaminasen (vgl. "Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen" ) soll Antabus nicht eingesetzt werden.
Kontraindiziert bei schweren Myokard-, Koronar- und Kreislaufaffektionen, unkompensierter Herzinsuffizienz, Schwangerschaft, fortgeschrittener Leber- und Nierenerkrankung, Suizidrisiko oder manifesten Psychosen, Epilepsie, schweren Gehirnschäden.
Unter allen Umständen dürfen Patienten, die Antabus einnehmen, keinen Alkohol oder alkoholhaltige Präparate einnehmen, z.B. bestimmte Hustensirups, Saucen, Essig, Tonika und mit Alkohol zubereitete Lebensmittel und sollten sogar die Verwendung von alkoholhaltigen After Shaves, etc. vermeiden.
Antabus sollte niemals einem Patienten verabreicht werden, der Alkohol konsumiert oder sich in einem Zustand alkoholischer Vergiftung befindet.
Antabus darf nicht bei Patienten angewendet werden, die Metronidazol erhalten (siehe "Interaktionen" ).
Antabus darf bei Kindern und Jugendlichen nicht angewendet werden.
Warnhinweise und VorsichtsmassnahmenDisulfiram-induzierte Leberschädigung
Antabus soll grundsätzlich nur unter sorgfältiger ärztlicher Überwachung verabreicht werden.
Disulfiram kann zu Leberschädigungen führen. Die Störungen der Leberfunktion sind normalerweise reversibel, aber Todesfälle infolge Nekrose sind bekannt. Die Symptome gleichen denen einer akuten Hepatitis und/oder eines Ikterus mit erhöhten Werten von Transaminasen und/oder Bilirubin, manchmal besteht zugleich eine Bluteosinophilie und evtl. ein Hautausschlag.
Die Symptome treten meist innert Wochen bis Monaten nach Beginn der Behandlung auf und erfordern ein sofortiges Absetzen von Antabus. Im Hinblick auf ein vorbestehendes Leberleiden sind als Ausgangswerte mindestens folgende Laborparameter zu bestimmen: GOT, GPT, Gamma-GT und alkalische Phosphatase. Überschreiten die Transaminasen oder die alkalische Phosphatase das Dreifache der oberen Normgrenze, ist Antabus kontraindiziert. Bei geringer ausgeprägten pathologischen Leberenzymwerten sind die Risiken besonders sorgfältig abzuwägen und die Kontrolle ist zu intensivieren.
Während der ersten 3 Monate der Behandlung sind wenigstens alle 2 Wochen die Transaminasen zu bestimmen, danach in mindestens 3- bis 6-monatigen Abständen. Steigen die Leberenzymwerte auf mehr als das Dreifache der oberen Normgrenze an, muss Antabus sofort abgesetzt werden und der Patient ist bis zur Normalisierung des Befundes nachzukontrollieren. Es wird empfohlen Rezepte für Antabus vom Arzt oder der Ärztin mit dem Vermerk "TK sic" (TK = Transaminase-Kontrolle) zu versehen.
Bei Auftreten von Symptomen einer Leberschädigung wie Müdigkeit, Nausea, Erbrechen, Schwäche, Fieber, Pruritus, Ikterus, Dunkelfärbung des Urins oder Entfärbung des Stuhls ist Antabus sofort abzusetzen und es sind entsprechende diagnostische und therapeutische Massnahmen einzuleiten. Der Patient ist über die erwähnten Anzeichen zu informieren.
Disulfiram-induzierte Reaktion auf Alkohol
Antabus sollte nie einem Patienten mit Alkohol im Blut oder ohne dessen Wissen verabreicht werden. Dies sollte auch den Angehörigen mitgeteilt werden. Der Patient muss mindestens 24 Stunden auf Alkohol verzichtet haben, bevor Antabus eingenommen werden kann.
Der Patient soll über die Antabus-Alkohol-Reaktion voll informiert werden, insbesondere über die Folgen heimlichen Konsums. Er soll auch vor Alkohol in versteckter Form gewarnt werden z.B. in bestimmten Hustensirups, Saucen, Essig, Tonika, mit Alkohol zubereiteten Lebensmittel, After Shave etc. (die Reaktion selbst ist unter "Eigenschaften/Wirkungen" beschrieben).
Die Intensität der Antabus-Alkohol-Reaktion variiert von Person zu Person und ist dosisabhängig. Schwache Reaktionen können bei empfindlichen Patienten schon bei Blutalkoholspiegeln von 5–10 mg/100 ml auftreten. Die volle Symptomatik tritt bei 50 mg Alkohol/100 ml Blut zu Tage. Bei über 125–150 mg/100 ml tritt Bewusstlosigkeit ein. Die Reaktion dauert von 30–60 Min. bis zu mehreren Stunden oder solange noch Alkohol im Blut ist.
Im Falle der Antabus-Alkohol-Reaktion sollten unterstützende Massnahmen ergriffen werden.
Patienten, die die Einnahme von Antabus abbrechen, sollten darauf hingewiesen werden, mindestens eine Woche zu warten, bevor sie Alkohol einnehmen, und dass Reaktionen mit Alkohol bis zu drei Wochen nach der Einnahme von Antabus auftreten können.
Disulfiram induzierte Opticus-Neuritis
Bei Verdacht auf eine Opticus-Neuritis ist das Absetzen des Präparates sofort erforderlich, bis der Verdacht weitergehend abgeklärt ist. Dasselbe gilt für Zeichen einer neu auftretenden oder zunehmenden peripheren Polyneuropathie. Die neurologischen Nebenwirkungen können erst nach einigen Monaten der Behandlung auftreten.
Weitere Vorsichtsmassnahmen
Bei Patienten mit Diabetes mellitus, Hypothyreose, Nierenfunktionsstörungen, Herz-Kreislauf-Störungen, allergischer ekzematöser Kontaktdermatitis und Asthma ist strenge Vorsicht geboten. Obwohl Disulfiram unter diesen Bedingungen ohne Schaden eingenommen werden kann, ist eine strenge ärztliche Überwachung erforderlich. Schwere Nierenfunktionsstörungen und schwere Herz-Kreislauf-Störungen sind kontraindiziert (siehe "Kontraindikationen" ).
Hilfsstoffe
Dieses Arzneimittel enthält weniger als 1 mmol Natrium (23 mg) pro Brausetablette, d.h. es ist nahezu "natriumfrei" .
InteraktionenDie gleichzeitige Einnahme von Antazida, die zweiwertige Kationen enthalten, kann die Resorption von Disulfiram verringern. Grosse Dosen von Eisensalzen blockieren in ähnlicher Weise die Absorption. Disulfiram blockiert die Oxidation und renale Ausscheidung von Rifampicin.
Dilsulfiram kann den Metabolismus bestimmter Arzneimittel verzögern und somit die Wirkungsdauer verlängern oder die Möglichkeit einer klinischen Toxizität von Arzneimittel erhöhen, die gleichzeitig verabreicht werden. Zu diesen Medikamenten gehören folgende Wirkstoffe:
-Phenytoin: Die gleichzeitige Anwendung mit Disulfiram kann die Plasmakonzentration von Phenytoin erhöhen und möglicherweise zu einer Phenytoin-Intoxikation führen. Die Plasmakonzentration von Phenytoin sollte bestimmt werden und möglicherweise muss die Dosis von Phenytoin während der gleichzeitigen Therapie mit Antabus angepasst werden. Es gibt Hinweise darauf, dass Phenobarbiton nicht von Disulfiram beeinflusst wird.
-Isoniazid: Zu den Nebenwirkungen, die mit der gleichzeitigen Anwendung von Isoniazid verbunden sind, gehören Ataxie und Veränderungen des psychischen Zustands.
-Benzodiazepine: Die Wirkungen von Chlordiazepoxid und Diazepam, jedoch nicht von Oxazepam, werden durch die gleichzeitige Anwendung von Disulfiram verstärkt und verlängert.
-Antikoagulantien: Da Disulfiram die Prothrombinzeit verlängern kann, kann es erforderlich sein, die Dosierung von oralen Antikoagulanzien, wie z.B. Warfarin, bei Patienten, die diese Arzneimittel erhalten, anzupassen.
-Metronidazol: Eine Kombination mit Metronidazol kann zu Verwirrungszuständen und akuten psychotischen Reaktionen führen.
-Theophyllin: Bei der gleichzeitigen Anwendung mit Theophyllin kann ein verzögerter Abbau und/oder eine Erhöhung des Theophyllin-Plasmaspiegel mit einer erhöhten Überdosierungsgefahr und vermehrtem Nebenwirkungsrisiko auftreten.
Verschiedenes: Die Toxizität bestimmter zentral wirkender Arzneimittel wurde durch Disulfiram bei Ratten erhöht. Zu diesen Arzneimitteln gehören Morphin, Pethidin, Amphetamin und Barbiturate.
Schwangerschaft, StillzeitTierstudien haben unerwünschte Effekte auf den Föten gezeigt (Embryotoxizität, aber keine Teratogenität s. "Präklinische Daten" ) und nur eine Studie bei schwangeren Frauen ist verfügbar, welche über Missbildungen berichtet. Unter diesen Umständen ist das teratogene Risiko schwer abzuschätzen. Das Arzneimittel soll während Schwangerschaft und Stillzeit nicht angewendet werden, es sei denn, es ist klar notwendig.
Wirkung auf die Fahrtüchtigkeit und auf das Bedienen von MaschinenDa Müdigkeit oder Koordinationsstörungen auftreten können, kann Antabus Einfluss auf die Fahrtüchtigkeit oder die Fähigkeit Maschinen zu bedienen haben.
Unerwünschte WirkungenZu Behandlungsbeginn auftretende Nebenwirkungen sind nicht nur auf die Verabreichung von Antabus zurückzuführen; sie können gegebenenfalls durch die zugrundeliegende Krankheit verursacht werden. Aus diesem Grunde sind diesbezügliche Häufigkeitsangaben nicht vollkommen gesichert.
Häufigkeit der Nebenwirkungen aufgrund von Spontanmeldungen und klinischen Versuchen.
Die Nebenwirkungen sind gewichtet gemäss folgender Abstufung:
Sehr häufig (≥1/10), häufig (≥1/100, <1/10), gelegentlich (≥1/1'000, <1/100), selten (≥1/10'000, <1/1'000), sehr selten (<1/10'000) und nicht bekannt (kann aus den verfügbaren Daten nicht abgeschätzt werden).
Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems
Selten: Eosinophilie.
Psychiatrische Erkrankungen
Häufig: Exazerbation depressiver Schwankungen.
Selten: Psychosen mit psychosomatischen Symptomen/EEG-Veränderungen und Krampfanfälle.
Erkrankungen des Nervensystems
Häufig: Müdigkeit.
Selten: Periphere Neuropathien (sensorische und motorische Störungen), Opticus-Neuritis (vgl. "Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen" ).
Nicht bekannt: Enzephalopathie.
Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts
Häufig: Epigastralgie, Diarrhö.
Leber- und Gallenerkrankungen
Selten: Leberschädigung, oft begleitet von den Symptomen einer akuten Hepatitis und/oder Ikterus mit erhöhten Werten von Transaminasen und/oder Bilirubin, manchmal besteht zugleich eine Bluteosinophilie (vgl. "Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen" ).
Erhöhung von Transaminasen, Hyperbilirubinämie, Ikterus, Hepatitis.
Akute Hepatitis, einige davon mit tödlichem Ausgang (fulminante toxische Hepatitis) beobachtet nach Markteinführung (vgl. "Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen" ).
Erkrankungen der Haut und des Unterhautgewebes
Gelegentlich: Akneartiger Hautausschlag, allergische Reaktionen in Verbindung mit Juckreiz und/oder Exanthem.
Selten: Erythema multiforme, toxisch epidermale Nekrolyse, Stevens-Johnson-Syndrom.
Nicht bekannt: Hautausschlag.
Allgemeine Erkrankungen
Häufig: Schlaflosigkeit, Kopfschmerzen, Mundgeruch, metallischer Geschmack im Mund.
Selten: Störungen der Sexualfunktion.
Die neurologischen Nebenwirkungen zeigen wahrscheinlich eine Dosisabhängigkeit (i.d.R. bei Dosen über 500 mg/Tag).
Psychotische Symptome sind teilweise dosisabhängig und werden v.a. bei Patienten mit einem Hintergrund von Depression oder Schizophrenie beobachtet. Als mögliche Ursache kommt ein erhöhter Dopaminspiegel infolge Hemmung der Dopamin-Beta-Hydroxylase in Frage.
Selten können schwere Hautreaktionen wie z.B. Erythema multiforme, toxisch epidermale Nekrolyse oder Stevens-Johnson-Syndrom auftreten. Bei Nachweis eines Exanthems ist die Behandlung mit Antabus abzubrechen.
Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von grosser Wichtigkeit. Sie ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels. Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdacht einer neuen oder schwerwiegenden Nebenwirkung über das Online-Portal ElViS (Electronic Vigilance System) anzuzeigen. Informationen dazu finden Sie unter www.swissmedic.ch.
ÜberdosierungAnzeichen und Symptome
Hohe Dosen von Disulfiram (bis zu 6 g täglich) sind beim Menschen relativ ungiftig. Zu den Symptomen einer Überdosierung gehören Erbrechen, Kopfschmerzen, Apathie, Ataxie, motorische Unruhe, Reizbarkeit, Halluzinationen, Psychosen, Bewusstlosigkeit und Krampfanfälle. Der Tod tritt durch Atemstillstand ein, dem eine aufsteigende Lähmung vorausgeht, und pathologische Läsionen sind in Leber, Milz, Niere und ZNS zu sehen, mit Stauungen in der Nebenniere und Ödemen im Herzmuskel. Ähnliche Läsionen sind bei Tieren nach chronischer Verabreichung aufgetreten.
Behandlung
Leerpumpen des Magens, Aktivkohle. Möglicherweise Laxantien.
Symptomatische und supportive Therapie.
Eigenschaften/WirkungenATC-Code
N07BB01
Wirkungsmechanismus / Pharmakodynamik
Antabus blockiert selektiv die Acetaldehyddehydrogenase in der Leber, welche für den enzymatischen Abbau von Acetaldehyd, einem Alkohol-Metaboliten, verantwortlich ist. Nach gleichzeitiger Einnahme von Alkohol steigt bei Antabus behandelten Patienten die Konzentration von Acetaldehyd im Blut an und reichert sich im Gewebe an. Dies führt zur typischen Antabus-Alkohol-Reaktion: Flush (Hitze, Rötung) primär im Gesicht und allmählich auf Rumpf und Gliedmassen übergreifend. Die Hautrötung wird durch Vasodilatation verursacht und geht mit einem Gefühl von Hitze und Schwitzen sowie Herzklopfen einher. Beim Auftreten einer Antabus-Alkohol-Reaktion mit Störung der Kreislaufregulation sollen die Patienten sich hinlegen (Palpitationen, Dyspnoe (Hyperventilation), Tachykardie, Kopfweh, manchmal Brustschmerzen). Es kommt zu einem Gefühl der Verengung und Reizung des Rachens und der Luftröhre, was zu Hustenkrämpfen führt. Brustschmerzen können auftreten, die einen Koronarspasmus simulieren. Unruhe oder ein Gefühl des Unbehagens und der Angst vor dem Sterben können sich entwickeln. Diese Symptome gehen mit einem starken Anstieg des Blutdrucks einher, gefolgt von einer Hypotonie, wenn die Vasodilatation signifikant ist. Schwere Reaktionen mit ausgeprägter Vasodilatation erzeugen einen Kreislaufkollaps mit Symptomen wie Blässe, Schwäche, Sehstörungen, Schwindel, Desorientierung, Übelkeit oder Erbrechen. Weitere berichtete Symptome sind Durst, Taubheitsgefühle an Händen und Füssen sowie Schlaflosigkeit. Schwere Reaktionen können das Herz betreffen, und es kann zu Krampfanfällen, Bewusstlosigkeit und Tod durch Herz-Kreislauf-Versagen kommen. Die Reaktion setzt meist innert 5–10 Minuten nach Alkohol-Einnahme ein und dauert bis das Acetaldehyd ausgeschieden ist (bis zu mehreren Stunden). Die Aussicht auf einen solchen Zustand hält den Patienten davon ab, wieder Alkohol zu konsumieren (aversive Wirkung).
Nach der Reaktion folgen meistens Verwirrung und Schläfrigkeit. Häufig kommt es zu vorübergehenden EKG-Veränderungen, wie z.B. Abflachung der T-Wellen, ST-Senkung und QT-Verlängerung in einem Muster, das auf eine rechtsventrikuläre Belastung hindeutet.
Die Wiederherstellung der enzymatischen Aktivität hängt von der neuen Synthese der Acetaldehyddehydrogenase ab, die allmählich im Laufe einer Woche oder länger erfolgt.
Disulfiram und sein Hauptmetabolit, Diethyldithiocarbamid hemmen auch das Enzym Dopamin-Beta-Hydroxylase. Dies führt zu einer verminderten Synthese von Noradrenalin.
Klinische Wirksamkeit
Keine Angaben.
PharmakokinetikAbsorption
Das in Antabus enthaltene Disulfiram wird zu 80–90% bioverfügbar, da das Disulfiram in mikrokristalliner Form in der Brausetablette vorliegt. Durch die starke Oberflächenvergrösserung wird eine hohe Absorptionsrate erreicht. Es ist möglich, dass Disulfiram Brausetabletten besser bioverfügbar sind, wenn sie mit einer Mahlzeit eingenommen werden.
Distribution
Disulfiram ist stark lipophil und verteilt sich gut ins Fettgewebe. Die Disulfiram-Konzentration im Plasma kann aufgrund der extrem schnellen Metabolisierung nicht gemessen werden.
Metabolismus
Disulfiram wird schnell zu Diethyldithiocarbamid abgebaut, und dieses wiederum zersetzt sich in Diethylamin und Schwefelkohlenstoff.
Elimination
Die Plasma-Halbwertzeit des wichtigsten Stoffwechselproduktes liegt bei ca. 12 Stunden. Die Metaboliten werden hauptsächlich mit dem Urin ausgeschieden. Zum Teil wird Schwefelkohlenstoff ausgeatmet. Bis zu 20% einer Dosis können eine Woche oder länger im Körper verbleiben. Massgebend für die Wirkungsdauer ist die teilweise irreversible Hemmung der Acetaldehyddehydrogenase, die 7 bis 21 Tage nach absetzen anhalten kann.
Patienten mit Leberfunktionsstörungen
Eine leichte oder moderate Leberfunktionsstörung beeinträchtigt den Metabolismus nicht; bei einer Leberzirrhose hingegen ist ein vermehrtes Auftreten der Metaboliten zu erwarten.
Präklinische DatenPublizierte Daten zu Genotoxizität und Karzinogenität von Disulfiram zeigten keine entsprechenden Risiken.
Bei Ratten zeigte sich eine hohe Embryotoxizität, wenn Disulfiram vom dritten Tag der Trächtigkeit an verabreicht wurde; in den überlebenden Jungtieren ergaben sich keine Anzeichen einer teratogenen Wirkung.
Sonstige HinweiseHinweise
Antabus ist nur mit Wissen des Patienten zu verabreichen. Die Alkohol-Antabus-Reaktion kann sich sogar noch 3 Wochen nach Absetzen der Behandlung entwickeln.
Vorbenannte Reaktion kann bereits durch extrem geringe Mengen von Alkohol bewirkt werden (z.B. After Shave oder alkoholhaltige Schokolade).
Haltbarkeit
Das Arzneimittel darf nur bis zu dem auf dem Behälter mit "EXP" bezeichneten Datum verwendet werden.
Besondere Lagerungshinweise
In der Originalverpackung, vor Feuchtigkeit geschützt und bei Raumtemperatur (15–25°C) lagern.
Ausser Reichweite von Kindern aufbewahren.
Zulassungsnummer15104 (Swissmedic).
PackungenAntabus: Packungen zu 50 Brausetabletten (mit Bruchrille, teilbar) (B).
ZulassungsinhaberinTeva Pharma AG, Basel.
Stand der InformationJanuar 2026.
Interne Versionsnummer: 4.3
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