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Fachinformation zu Norvir:AbbVie AG
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Interaktionen

Ritonavir ist ein starker Inhibitor des hepatischen Enzyms CYP3A4 sowie ein Inhibitor von CYP2D6 und des Arzneistoff-Transporters p-Glycoprotein (P-gp). Ritonavir weist zudem auch starke Affinität zu CYP2C9 auf.
Aufgrund dieser Eigenschaften weist der Wirkstoff ein erhebliches Interaktionspotential auf und es ist nicht möglich, sämtliche potentiellen Interaktionspartner hier namentlich zu nennen. Bei gleichzeitiger Anwendung anderer Arzneimittel sollte daher grundsätzlich auch deren Fachinformation herangezogen werden, um sich über deren Metabolisierungswege und potentiellen Interaktionen sowie über daraus resultierende mögliche Risiken und eventuell erforderliche Dosisanpassungen (oder andere Massnahmen) zu informieren.
Ritonavir weist eine hohe Affinität zu einigen Isoformen des Cytochrom P450 (CYP) auf, und zwar in der folgenden Reihenfolge: CYP3A >CYP2D6>CYP2C9. Im Folgenden werden die bekannten Interaktionen (Komedikation mit CYP3A4-Substraten, CYP2D6-Substraten, CYP2C9-Substraten, CYP3A4-Induktoren, CYP3A4-Inhibitoren, CYP2D6-Inhibitoren und CYP2C9-Inhibitoren) und anschliessend die vermuteten Interaktionen mit Ritonavir beschrieben.
Einfluss anderer Arzneimittel auf die Pharmakokinetik von Ritonavir
Der Metabolismus von Ritonavir kann beeinflusst werden durch gleichzeitige Anwendung von lnduktoren oder lnhibitoren von CYP3A4 sowie von Arzneimitteln, welche ebenfalls durch CYP3A4 metabolisiert werden. Entsprechend kann die Wirksamkeit reduziert oder das Risiko für unerwünschte Wirkungen erhöht werden.
Es ist zu beachten, dass bei einigen Arzneimitteln, welche die Pharmakokinetik von Ritonavir beeinflussen können, umgekehrt auch deren Pharmakokinetik durch die gleichzeitige Gabe von Ritonavir beeinflusst werden kann. Siehe daher auch "Einfluss von Ritonavir auf die Pharmakokinetik anderer Arzneimittel" .
CYP3A4 Induktoren
Interaktionsmechanismus: Induktion des Metabolismus von Ritonavir.
Klinische Auswirkungen: Die gleichzeitige Gabe von Ritonavir mit starken CYP3A-Induktoren könnte zu einer Reduktion der Bioverfügbarkeit und der Wirksamkeit von Ritonavir führen.
Erforderliche Massnahmen: Die gleichzeitige Gabe von CYP3A4-Induktoren zusammen mit Ritonavir wird nicht empfohlen. Ist eine gleichzeitige Anwendung unvermeidbar, sollte während der Komedikation der klinische Verlauf besonders sorgfältig überwacht werden.
Beispiele für solche Wirkstoffe, deren Anwendung zusammen mit Ritonavir nicht empfohlen wird: Präparate, welche Johanniskraut (Hypericum perforatum) enthalten, Rifampicin, Phenobarbital, Phenytoin, Carbamazepin, Rifabutin und Dexamethason.
Die folgende Tabelle gibt das Verhältnis der geometrischen Mittelwerte ( "geometric mean ratio" (GMR)) der pharmakokinetischen Grössen bei Einnahme mit/ohne Begleitmedikation mit 90% Konfidenzintervallen (KI) an

Gleichzeitig verabre  Dosis Ritonavir (mg)  Auswirkung auf die    KlinischerKommentar
ichtes Arzneimittel                         Arzneimittelspiegel   
Wirkstoff             Cmax                  AUC                   Cmin
Rifampicin 600 oder   500 mg alle 12        Ritonavir             ↓ 0.75                ↓ 0.65                -                     Nicht empfohlen
300 mg täglich        Stunden während 20                                                                                            
während 10 Tagen      Tagen                                                                                                         
Efavirenz 600 mg      500 mg Ritonavir      Ritonavir             -                     ↑ 1.17                -                     Nicht empfohlen
täglich               zweimal täglich                                                                                               
Fluconazol 400 mg     200 mg alle 6         Ritonavir             ↑ 1.15* (1.07, 1.22)  ↑ 1.12* (1.05, 1.20)  ↑ 1.14* (1.00, 1.26)  Nicht empfohlen
(Tag 1) und 200 mg    Stunden während 4                                                                                             
täglich während 4     Tagen                                                                                                         
darauffolgenden                                                                                                                     
Tagen                                                                                                                               
Nelfinavir (in der    400 mg zweimal        Wechselwirkung von    Nicht empfohlen
Schweiz nicht         täglich               Ritonavir und         
zugelassen)                                 Nelfinavir beinhalte  
                                            n wahrscheinlich      
                                            sowohl eine Hemmung   
                                            als auch Induktion    
                                            des Cytochrom P450.   
                                            Die gleichzeitige     
                                            Gabe von zweimal      
                                            täglich 400 mg        
                                            Ritonavir erhöht      
                                            die Konzentration     
                                            an M8 (der wichtigst  
                                            e aktive Metabolit    
                                            von Nelfinavir)       
                                            signifikant und       
                                            führt zu einem        
                                            geringeren Anstieg    
                                            der Nelfinavir-Konze  
                                            ntrationen. Die       
                                            Gabe von 750 mg       
                                            Nelfinavir und 400    
                                            mg Ritonavir zweimal  
                                             täglich führt zu     
                                            einer leicht erhöhte  
                                            n Nelfinavir AUC      
                                            (160%), Cmax (121%)   
                                            und Ctrough (123%)    
                                            verglichen mit        
                                            historischen Daten    
                                            einer Monotherapie    
                                            mit dreimal täglich   
                                            750 mg Nelfinavir.    
                                            Die AUC von M8        
                                            erhöhte sich um       
                                            347%.                 
Johanniskraut         -                     Serumspiegel von      Kontraindiziert
                                            Ritonavir können      
                                            bei gleichzeitiger    
                                            Anwendung von         
                                            pflanzlichen Zuberei  
                                            tungen mit Johannisk  
                                            raut (Hypericum       
                                            perforatum) reduzier  
                                            t sein. Dies ist      
                                            bedingt durch die     
                                            Induktion der         
                                            Enzyme des Arzneimit  
                                            telmetabolismus       
                                            durch Johanniskraut.  
                                             Pflanzliche Zuberei  
                                            tungen, die Johannis  
                                            kraut enthalten,      
                                            sollten daher nicht   
                                            mit Ritonavir         
                                            kombiniert werden.    
                                            Falls ein Patient     
                                            bereits Johanniskrau  
                                            t einnimmt, muss      
                                            die Einnahme von      
                                            Johanniskraut         
                                            beendet und, wenn     
                                            möglich, die Virusla  
                                            st geprüft werden.    
                                            Ritonavir-Spiegel     
                                            können sich erhöhen,  
                                             wenn die Einnahme    
                                            von Johanniskraut     
                                            beendet wird. Eine    
                                            Anpassung der         
                                            Dosierung von         
                                            Ritonavir kann        
                                            notwendig sein. Der   
                                            Induktionseffekt      
                                            kann für mindestens   
                                            2 Wochen nach dem     
                                            Ende der Behandlung   
                                            mit Johanniskraut     
                                            andauern (siehe       
                                            "Kontraindikationen"  
                                             ).                   

 
* 95% KI
CYP3A4 Inhibitoren
Interaktionsmechanismus: Inhibierung des Metabolismus von Ritonavir
Klinische Auswirkungen: Die Bioverfügbarkeit von Ritonavir könnte erhöht sein.
Erforderliche Massnahmen: Vorsicht sollte angewendet werden wenn moderate oder starke CYP3A Inhibitoren gleichzeitig angewendet werden.
Beispiele für solche Wirkstoffe, welche nur mit Vorsicht zusammen mit Ritonavir verabreicht werden sollten: Clarithromycin, Fluconazol und Saquinavir.
Einfluss von Ritonavir auf die Pharmakokinetik anderer Arzneimittel
Substrate von CYP3A4, CYP2D6, CYP2C9 und/oder p-Glykoprotein (P-gp)
Ritonavir ist ein starker Inhibitor des hepatischen Enzyms CYP3A4 sowie ein Inhibitor von CYP2D6 und dem Arzneistoff-Transporter p-Glycoprotein (P-gp). Ritonavir weist zudem auch Affinität zu CYP2C9 auf. Der Metabolismus von Arzneimitteln, welche unter Beteiligung von CYP3A4 metabolisiert werden, kann daher bei gleichzeitiger Anwendung zusammen mit Ritonavir erheblich verzögert sein. Dadurch können die Plasmakonzentrationen dieser Wirkstoffe erhöht und ihre erwünschten und unerwünschten Wirkungen verstärkt bzw. verlängert werden. Die daraus resultierenden Konsequenzen sind abhängig vom jeweiligen Wirkstoff und dessen therapeutischer Breite. Auch durch Inhibition des genannten Transporters kann es zu einer entsprechenden Erhöhung der Plasmakonzentrationen kommen.
Im Falle von Arzneimitteln, bei welchen der Wirkstoff als Prodrug appliziert und unter wesentlicher Beteiligung von CYP3A4 in den aktiven Wirkstoff umgewandelt wird, kann die gleichzeitige Anwendung eines Enzyminhibitors wie Ritonavir zu einer klinisch relevanten Abnahme der Plasmakonzentrationen des aktiven Wirkstoffes und damit zu einer reduzierten Wirksamkeit führen.
Nach Beendigung der Behandlung sinken die Plasmakonzentrationen von Ritonavir je nach Dosis und Dauer der Behandlung innerhalb von 1 Tag auf nahezu nicht nachweisbare Konzentrationen. In der Folge sinken auch die Plasmaspiegel der gleichzeitig verabreichten CYP3A4-Substrate allmählich ab. Bei gleichzeitiger Verabreichung von Substanzen mit engem therapeutischem Fenster sollten deren Plasmaspiegel auch nach Absetzen von Ritonavir überwacht und ggf. die Dosis angepasst werden.
Die in der nachfolgenden Tabelle genannten Empfehlungen sind (so nicht explizit anders angegeben) wie folgt definiert:
- "kontraindiziert" : Das Arzneimittel darf unter keinen Umständen zusammen mit Ritonavir verabreicht werden.
- "nicht empfohlen" : Eine Anwendung des Arzneimittels während oder in den ersten 2 Wochen nach Absetzen der Behandlung mit Ritonavir sollte vermieden werden, sofern nicht der Nutzen die potentiell erhöhten Risiken überwiegt. Falls eine gleichzeitige Verabreichung unvermeidbar ist, muss der Patient überwacht und ggf. die Dosierung des gleichzeitig verabreichten Arzneimittels angepasst werden. Für Wirkstoffe, bei welchen Zielkonzentrationen definiert sind, wird empfohlen, die Plasmakonzentrationen zu überwachen. Dies gilt für Arzneimittel mit geringer therapeutischer Breite.
- "mit Vorsicht anwenden" : Wird das Arzneimittel zusammen mit Ritonavir angewendet, so wird eine sorgfältige und engmaschige Überwachung empfohlen. Für Wirkstoffe, bei welchen Zielkonzentrationen definiert sind, wird empfohlen, die Plasmakonzentrationen zu überwachen. Ggf. muss die Dosierung des gleichzeitig verabreichten Arzneimittels angepasst werden.
Die Tabelle unten gibt das Verhältnis der geometrischen Kleinstquadrat-Mittelwerte der pharmakokinetischen Grössen bei Einnahme mit/ohne Begleitmedikation mit 95% Konfindenzintervall (KI) an. Die Richtung des Pfeils zeigt jeweils die Richtung der Veränderung der Exposition (Cmax, AUC und Cmin) (↑ = Erhöhung um mehr als 25%, ↓ = Verringerung um mehr als 20%, ↔ = keine Veränderung (Verminderung um maximal 20% oder Erhöhung um maximal 25%)).

Arzneimittel nach     Dosis Ritonavir(mg)   Auswirkung auf die    Klinischer Kommentar
therapeutischem                             Arzneimittelspiegel   
Anwendungsgebiet/Mög                                              
licher Interaktionsm                                              
echanismus                                                        
Wirkstoff             Cmax                  AUC                   Cmin
Alpha1-Adrenorezepto
r-Antagonist
Alfuzosin             ---                   Basierend auf den     Kontraindiziert
                                            Resultaten einer      
                                            Interaktionsstudie    
                                            mit Ketoconazol,      
                                            einem anderen         
                                            potenten CYP3A4       
                                            Inhibitor, und        
                                            Alfuzosin, wird in    
                                            Gegenwart von         
                                            Ritonavir eine        
                                            signifikanter         
                                            Anstieg der Alfuzosi  
                                            n Exposition erwarte  
                                            t.                    
Antiarrhythmika
Digoxin (eine 0.5     300 mg alle 12 h      ↑ Digoxin             ---                   ↑ 1.86                ---                   Mit Vorsicht anwende
mg i.v. Dosis)        während 3 Tagen                                                                                               n
Analgetika
Fentanyl              --                    Nicht untersucht.     Mit Vorsicht anwende
                                            Aufgrund der CYP3A4-  n
                                            Hemmung von Ritonavi  
                                            r ist eine Erhöhung   
                                            der Plasmakonzentrat  
                                            ionen von Fentanyl    
                                            zu erwarten.          
Pethidin (orale       500 mg alle 12        ↓ Pethidin            ↓ 0.41 (0.28, 0.58)   ↓ 0.38 (0.35, 0.41)   ---                   Kontraindiziert
Einzeldosis 50 mg)    Stunden während 10                                                                                            
                      Tagen                                                                                                         
↑ Norpethidin         ↑ 1.88 (1.42, 2.47)   ↑ 1.47 (0.76, 4.45)   --
Metabolit                                                         
Methadon (Einzeldosi  500 mg alle 12 h      ↓ Methadon            ↓ 0.62 (0.54, 0.72)   ↓ 0.64 (0.48, 0.84)   ---                   Mit Vorsicht anwende
s 5 mg)                                                                                                                             n. In Abhängigkeit
                                                                                                                                    von der Reaktion
                                                                                                                                    des Patienten kann
                                                                                                                                    bei der gleichzeitig
                                                                                                                                    en Verabreichung
                                                                                                                                    zusammen mit Ritonav
                                                                                                                                    ir eine Dosiserhöhun
                                                                                                                                    g von Methadon
                                                                                                                                    notwendig werden.
Morphin               ---                   Nicht untersucht.     Mit Vorsicht anwende
                                            Aufgrund des Metabol  n
                                            ismus von Morphin     
                                            (Glucuronidierung)    
                                            sind niedrigere       
                                            Morphinspiegel zu     
                                            erwarten.             
Antiasthmatika
Theophyllin 3 mg/kg   500 mg alle 12 h      ↓ Theophyllin         ↓ 0.68 (0.66, 0.71)   ↓ 0.57 (0.55, 0.58)   ↓ 0.43 (0.41, 0.45)   Eine Erhöhung der
alle 8 Stunden        während 10 Tagen                                                                                              Theophyllin-Dosis
während 15 Tagen                                                                                                                    kann notwendig
                                                                                                                                    sein. Mit Vorsicht
                                                                                                                                    anwenden
Arzneimittel gegen
Krebserkrankungen
Abemaciclib           ---                   Nicht untersucht.     Nicht empfohlen
                                            Die Serumkonzentrati  
                                            onen von Abemaciclib  
                                             können erhöht sein.  
Afatinib              200 mg alle 12 h/     ↑ Afatinib (Einzeldo  ↑ 1.39                ↑ 1.48                ---                   Mit Vorsicht anwende
                      1h vorher             sis 20 mg)                                                                              n
200 mg alle 12 h/     ↔ Afatinib (Einzeldo  ↑ 1.04                ↑ 1.19                ---
zusammen eingenommen  sis 40 mg)                                                        
200 mg alle 12 h/     ↔ Afatinib (Einzeldo  ↑ 1.05                ↑ 1.11                ---
6h danach             sis 40 mg)                                                        
                      Die Serumkonzentrati
                      onen erhöhen sich
                      möglicherweise
                      aufgrund des Brustkr
                      ebs-Resistenzprotein
                      s (BCRP) und der
                      akuten P-gp-Inhibiti
                      on durch Ritonavir.
                      Das Ausmass der
                      Erhöhung ist abhängi
                      g von der zeitlichen
                       Einnahme von
                      Ritonavir.
Apalutamid            ---                   Nicht untersucht.     Kontraindiziert
                                            Apalutamid ist ein    
                                            moderater bis         
                                            starker CYP3A4        
                                            Induktor und dies     
                                            kann zu einer         
                                            geringeren Ritonavir  
                                             Exposition und       
                                            damit zu einem        
                                            möglichen Verlust     
                                            der virologischen     
                                            Antwort führen.       
                                            Apalutamid wird       
                                            überwiegend durch     
                                            CYP3A4 und CYP2C8     
                                            metabolisiert,        
                                            daher kann eine       
                                            gleichzeitige         
                                            Anwendung mit         
                                            Ritonavir zu erhöhte  
                                            r Apalutamid Exposit  
                                            ion und somit zu      
                                            schwerwiegenden       
                                            unerwünschten         
                                            Wirkungen, unter      
                                            anderem zu Krampfanf  
                                            ällen, führen.        
Ceritinib             ---                   Nicht untersucht.     Mit Vorsicht anwende
                                            Die Serumkonzentrati  n
                                            onen erhöhen sich     
                                            möglicherweise        
                                            aufgrund der CYP3A-   
                                            und der P-gp-Inhibit  
                                            ion durch Ritonavir.  
Dasatinib             ---                   Nicht untersucht.     Nicht empfohlen
                                            Die Serumkonzentrati  
                                            onen können erhöht    
                                            sein, wenn diese      
                                            Wirkstoffe zusammen   
                                            mit Ritonavir         
                                            verabreicht werden.   
                                            Die gleichzeitige     
                                            Anwendung von         
                                            Encorafenib oder      
                                            Ivosidenib mit        
                                            Ritonavir kann zu     
                                            einem Anstieg der     
                                            Encorafenib oder      
                                            Ivosidenib Expositio  
                                            n führen und möglich  
                                            erweise zu einem      
                                            erhöhten Risiko von   
                                            schwerwiegenden       
                                            unerwünschten         
                                            Wirkungen wie z.B.    
                                            zu einer Verlängerun  
                                            g des QT Intervalls.  
Encorafenib           ---                   Nicht empfohlen
Ibrutinib             ---                   Nicht empfohlen
Ivosidenib            ---                   Nicht empfohlen
Neratinib             ---                   Kontraindiziert
Nilotinib             ---                   Nicht empfohlen
Venetoclax            ---                   Nicht empfohlen
Vincristin            ---                   Nicht empfohlen
Vinblastin            ---                   Nicht empfohlen
Antidepressiva
Trazodon (Einzeldosi  200 mg alle 12 h, 4   ↑ Trazodon            ↑ 1.34                ↑ 2.4                 --                    Mit Vorsicht anwende
s 50 mg)              Dosen                                                                                                         n: Nausea, Benommenh
                                                                                                                                    eit, Hypotonie und
                                                                                                                                    Synkope können
                                                                                                                                    auftreten
Antikoagulantien
Coumarin-Derivate     ---                   Nicht untersucht.     Mit Vorsicht anwende
                                            Die Metabolisierung   n
                                            von oralen Antikoagu  
                                            lantien (Coumarin-De  
                                            rivate) kann induzie  
                                            rt werden. Dies       
                                            führt häufig zu       
                                            verringerter Antikoa  
                                            gulation, weshalb     
                                            eine Überwachung      
                                            der Gerinnungsparame  
                                            ter empfohlen wird.   
Rivaroxaban* (Einzel  600 mg alle 12 h      ↑ Rivaroxaban         ↑ 1.55 (1.41, 1.69)   ↑ 2.53 (2.34, 2.74)   ---                   Nicht empfohlen
dosis 10 mg)          während 8 Tagen                                                                                               
Vorapaxar (in der                           Nicht untersucht.     Nicht empfohlen
Schweiz nicht                               Die Serumkonzentrati  
zugelassen)                                 onen erhöhen sich     
                                            möglicherweise        
                                            aufgrund der CYP3A-I  
                                            nhibition durch       
                                            Ritonavir.            
Arzneimittel gegen
Gicht
Colchicin (in der                           Bei gleichzeitiger    Kontraindiziert
Schweiz nicht                               Anwendung von         
zugelassen)                                 Colchicin und         
                                            Ritonavir wird        
                                            erwartet, dass die    
                                            Colchicin-Konzentrat  
                                            ionen erhöht werden.  
                                             Bei Patienten, die   
                                            Colchicin und         
                                            Ritonavir erhielten,  
                                             wurden lebensbedroh  
                                            liche und tödlich     
                                            verlaufende Arzneimi  
                                            ttel-interaktionen    
                                            beschrieben (siehe    
                                            "Kontraindikationen"  
                                             und "Warnhinweise    
                                            und Vorsichtsmassnah  
                                            men" ).               
Antiinfektiva
Clarithromycin (500   200 mg alle 8 h       ↑ Clarithromycin      ↑ 1.31 (1.15, 1.51)   ↑ 1.77 (1.56, 2.03)   ↑ 2.81 (2.42, 3.33)   Mit Vorsicht anwende
mg alle 12 Stunden    während 4 Tagen                                                                                               n
während 4 Tagen)                                                                                                                    
Bedaquilin* (Einzeld  Lopinavir/Ritonavir   ↑ Bedaquilin          ↔ 0.99 (0.89, 1.12)   ↑ 1.22 (1.11, 1.34)   ---                   Mit Vorsicht anwende
osis 400 mg)          400/100mg zweimal                                                                                             n
                      täglich während 24                                                                                            
                      Tagen                                                                                                         
Delamanid (in der     ---                   Nicht untersucht.     Mit Vorsicht anwende
Schweiz nicht                               In einer klinischen   n
zugelassen)                                 Wechselwirkungsstudi  
                                            e an gesunden         
                                            Probanden wurde       
                                            Delamanid (100 mg     
                                            zweimal täglich)      
                                            und Lopinavir/Ritona  
                                            vir (400/100 mg       
                                            zweimal täglich)      
                                            für 14 Tage angewend  
                                            et. Die Exposition    
                                            von Delamanid und     
                                            des Delamanid-Metabo  
                                            liten, DM-6705, war   
                                            leicht erhöht.        
                                            Aufgrund des Risikos  
                                             einer QTc-Verlänger  
                                            ung in Verbindung     
                                            mit DM-6705 ist es    
                                            empfehlenswert,       
                                            während des gesamten  
                                             Behandlungszeitraum  
                                            s mit Delamanid       
                                            regelmässige EKG-Kon  
                                            trollen durchzuführe  
                                            n, wenn die gleichze  
                                            itige Anwendung von   
                                            Delamanid mit         
                                            Ritonavir für         
                                            erforderlich erachte  
                                            t wird.               
Fusidinsäure          ---                   Nicht untersucht.     Kontraindiziert
                                            Bei gleichzeitiger    
                                            Gabe von Ritonavir    
                                            mit Fusidinsäure      
                                            ist ein signifikante  
                                            r Anstieg der         
                                            Plasmakonzentratione  
                                            n von Fusidinsäure    
                                            und Ritonavir zu      
                                            erwarten.             
Ketoconazol (200 mg   500 mg alle 12 h      ↑ Ketoconazol         ↑ 1.55 (1.40, 1.72)   ↑ 3.44 (2.78, 4.27)   ---                   Nicht empfohlen
täglich während 7     während 7 Tagen                                                                                               
Tagen)                                                                                                                              
Rifabutin (150 mg     500 mg alle 12 h      ↑ Rifabutin           ↑ 2.5 (1.9, 3.4)      ↑ 4 (2.8, 6.1)        ↑ 6 (3.5, 18.3)       Kontraindiziert,
täglich während 16    während 10 Tagen                                                                                              wenn Ritonavir in
Tagen)                                                                                                                              antriretroviralen
                                                                                                                                    Dosierungen angewend
                                                                                                                                    et wird (600 mg
                                                                                                                                    BID).
100 mg zweimal        Die Fachinformation   Mit Vorsicht anwende
täglich               des gleichzeitig      n, wenn Ritonavir
                      verabreichten         zur Verbesserung
                      Proteaseinhibitors    der Pharmakokinetik
                      sollte für spezifisc  angewendet wird.
                      he Empfehlungen       
                      konsultiert werden.   
Sulfamethoxazol/      500 mg zweimal        ↓/↑ Sulfamethoxazol/  ---                   ↓ 0.80 (0.77,         ---                   Mit Vorsicht anwende
Trimethoprim (Einzel  täglich                Trimethoprim                               0.84)/ ↑ 1.20                               n
dosis 800 mg/160 mg)                                                                    (1.03, 1.43)                                
Voriconazol* (400     400 mg zweimal        ↓ Voriconazol         ↓ 0.32 (0.27, 0.38)   ↓ 0.17 (0.14, 0.20)   ---                   Kontraindiziert
mg zweimal täglich    täglich während 9                                                                                             
während einem Tag,    Tagen                                                                                                         
dann 200 mg zweimal                                                                                                                 
täglich während 8                                                                                                                   
Tagen)                                                                                                                              
Antipsychotika
Quetiapin             ---                   Nicht untersucht.     Kontraindiziert
                                            Auf Grund der CYP3A   
                                            Hemmung durch         
                                            Ritonavir wird eine   
                                            Konzentrationserhöhu  
                                            ng von Quetiapin      
                                            erwartet.             
Antivirale Substanze
n
Efavirenz (600 mg     500 mg zweimal        ↑ Efavirenz           ---                   ↑ 1.21                ---                   Mit Vorsicht anwende
täglich)              täglich                                                                                                       n.
Patienten mit
diesem Dosierungssch
ema zeigten eine
höhere Nebenwirkungs
rate (z.B. Schwindel
, Übelkeit, um 50%
bis 60% Parästhesie)
 und veränderte
Laborwerte (erhöhte
Leberwerte).
Glecaprevir/ Pibrent  ---                   Nicht untersucht.     Nicht empfohlen
asvir                                       Die gleichzeitige     
                                            Anwendung mit         
                                            Ritonavir wird        
                                            nicht empfohlen, da   
                                            ein erhöhtes Risiko   
                                            für einen Anstieg     
                                            der ALT-Werte mit     
                                            einer erhöhten        
                                            Glecaprevir Expositi  
                                            on in Zusammenhang    
                                            gebracht wird.        
Indinavir (in der     400 mg alle 12        Indinavir (400 mg     ↓ 0.49 (0.39, 0.60)   ↔ 1.06 (0.86, 1.29)   ↑ 4-fach (2.8,        Es liegen nur
Schweiz nicht         Stunden               alle 12 Stunden)      ↓ 0.38 (0.30, 0.48)   ↔ 1.07 (0.78, 1.28)   6.8x) ↑ 4-fach        begrenzte Erfahrunge
zugelassen)                                 mit Nahrung Tag 14                                                (2.5, 6.5x)           n zur Sicherheit
                                            Tag 15 Verglichen                                                                       und Wirksamkeit
                                            mit Indinavir 800                                                                       dieser Kombination
                                            mg dreimal täglich                                                                      bei Patienten vor.
                                            nüchtern                                                                                Das Risiko einer
                                                                                                                                    Nephrolithiasis
                                                                                                                                    kann sich bei Gabe
                                                                                                                                    einer Dosis von
                                                                                                                                    zweimal täglich 800
                                                                                                                                    mg Indinavir oder
                                                                                                                                    höher zusammen mit
                                                                                                                                    Ritonavir erhöhen.
                                                                                                                                    Eine adäquate
                                                                                                                                    Flüssigkeitszufuhr
                                                                                                                                    und eine Überwachung
                                                                                                                                     der Patienten muss
                                                                                                                                    gewährleistet sein.
                      Ritonavir hemmt die
                      Metabolisierung von
                      Indinavir durch
                      CYP3A. Die Gabe von
                      zweimal täglich 200
                      mg bis 400 mg
                      Ritonavir zusammen
                      mit einer Einzeldosi
                      s von 400 mg bis
                      600 mg Indinavir
                      erhöhte bei gesunden
                       Probanden die AUC
                      von Indinavir um
                      185% bis 475%, Cmax
                      um 21% bis 110% und
                      Cmin um das 11- bis
                      33-fache verglichen
                      mit der alleinigen
                      Gabe einer Einzeldos
                      is von 400 mg bis
                      600 mg Indinavir.
Maraviroc* (100 mg    100 mg alle 12 h      ↑ Maraviroc           ↑ 1.28 (0.79, 2.09)   ↑ 2.61 (1.92, 3.56)   ---                   Mit Vorsicht anwende
zweimal täglich)                                                                                                                    n
Nevirapin             ---                   Nicht untersucht.     n.a.
                                            Die gleichzeitige     
                                            Gabe von Ritonavir    
                                            in therapeutischen    
                                            Dosen führte nicht    
                                            zu klinisch relevant  
                                            en Änderungen der     
                                            Ritonavir und         
                                            Nevirapin Plasmaspie  
                                            gel.                  
Raltegravir* (Einzel  100 mg zweimal        ↔ Raltegravir         ↓ 0.76 (0.55, 1.04)   ↓ 0.84 (0.70, 1.01)   ↓ 0.99 (0.70, 1.40)   n.a.
dosis 400 mg)         täglich während 16                                                                                            
                      Tagen                                                                                                         
Saquinavir (in der    100 mg zweimal        ↑ Saquinavir          --                    ↑ 15                  ↑ 5                   Mit Vorsicht anwende
Schweiz nicht         täglich                                                                                                       n
zugelassen)                                                                                                                         
400 mg zweimal        ↑ Saquinavir          ↑ 14                  ↑ 17                  ---
täglich                                                                                 
Dosierungen der
beiden Proteasehemme
r von jeweils mehr
als 400 mg zweimal
täglich waren mit
einer erhöhten
Inzidenz von Nebenwi
rkungen verbunden.
Simeprevir (in der    100 mg zweimal        Eine pharmakokinetis  Nicht empfohlen
Schweiz nicht         täglich               che Studie hat        
zugelassen) (200 mg                         gezeigt, dass eine    
einmal täglich)                             gleichzeitige         
                                            Verabreichung von     
                                            Simeprevir 200 mg     
                                            1× täglich mit        
                                            Ritonavir 100 mg 2×   
                                            täglich eine Erhöhun  
                                            g der Simeprevir      
                                            Konzentration         
                                            bewirkte.             
Tipranavir (500 mg    200 mg alle 12 h      ↑ Tipranavir          ↑ 4                   ↑ 11                  ↑ 44 (Ctrough)        Mit Vorsicht anwende
zweimal täglich                                                                                                                     n. Tipranavir muss
während 11 Tagen)                                                                                                                   zusammen mit einer
                                                                                                                                    niedrigen Dosis
                                                                                                                                    Ritonavir angewendet
                                                                                                                                     werden, um die
                                                                                                                                    therapeutische
                                                                                                                                    Wirkung sicherzustel
                                                                                                                                    len. Ritonavir-Dosen
                                                                                                                                     kleiner als 200 mg
                                                                                                                                    zweimal täglich
                                                                                                                                    dürfen nicht zusamme
                                                                                                                                    n mit Tipranavir
                                                                                                                                    verabreicht werden
Ritonavir erhöht
die Serumspiegel
von Tipranavir
infolge der CYP3A4-H
emmung. Tipranavir
in Kombination mit
200 mg Ritonavir
wurde mit Berichten
über klinisch
relevante Hepatitis
und Leberversagen
in Zusammenhang
gebracht, darunter
einige Fälle mit
tödlichem Verlauf.
Besondere Vorsicht
muss bei Patienten
mit chronischer
Hepatitis B oder
Hepatitis C Co-Infek
tion gewährleistet
sein, weil diese
Patienten ein
erhöhtes Risiko für
eine Hepatotoxizität
 haben. Für weitere
Informationen siehe
die Fachinformation
zu Tipranavir.
Zidovudin (200 mg     300 mg alle 6 h       ↓ Zidovudin           ---                   ↓ 0.75 (0.66, 0.85)   ---                   Mit Vorsicht anwende
alle 8 h)                                                                                                                           n
Endothelin-Antagonis
ten
Bosentan              ---                   Nicht untersucht.     Mit Vorsicht anwende
                                            Die gleichzeitige     n
                                            Anwendung von         
                                            Bosentan und Ritonav  
                                            ir kann die maximale  
                                            n Bosentan steady-st  
                                            ate Konzentrationen   
                                            (Cmax) und die AUC    
                                            erhöhen.              
Riociguat             ---                   Nicht untersucht.     Nicht empfohlen
                                            Die Serumkonzentrati  
                                            onen erhöhen sich     
                                            möglicherweise        
                                            aufgrund der CYP3A-   
                                            und der P-gp-Inhibit  
                                            ion durch Ritonavir.  
GnRH-Antagonisten
Elagolix (in der      ---                   Die gleichzeitige     Nicht empfohlen
Schweiz nicht                               Anwendung von         
zugelassen)                                 Elagolix und Ritonav  
                                            ir kann durch die     
                                            Hemmung von CYP3A     
                                            und P-gp die Elagoli  
                                            x Exposition erhöhen  
                                            . Bekannte schwerwie  
                                            gende unerwünschte    
                                            Wirkungen von         
                                            Elagolix beinhalten   
                                            Suizidgedanken und    
                                            Erhöhung der hepatis  
                                            chen Transaminasen.   
                                            Zusätzlich ist        
                                            Elagolix ein schwach  
                                            er/moderater Indukto  
                                            r von CYP3A. Dies     
                                            kann die Exposition   
                                            von Ritonavir         
                                            verringern.           
HMG-CoA-Reduktase-In
hibitoren
Simvastatin, Atorvas  ---                   Nicht untersucht.     Simvastatin: kontrai
tatin, Rosuvastatin,                        Bei HMG-CoA-Reduktas  ndiziert Rosuvastati
 Pravastatin,                               e-hemmern wie         n und Atorvastatin:
Fluvastatin                                 Simvastatin, deren    mit Vorsicht anwende
                                            Metabolisierung in    n
                                            hohem Ausmass von     
                                            CYP3A abhängt,        
                                            werden bei gleichzei  
                                            tiger Anwendung mit   
                                            Ritonavir deutlich    
                                            erhöhte Plasmakonzen  
                                            trationen erwartet.   
                                            Da erhöhte Konzentra  
                                            tionen an HMG-CoA-Re  
                                            duktasehemmern zu     
                                            Myopathie, einschlie  
                                            sslich Rhabdomyolyse  
                                            , führen können,      
                                            ist die Kombination   
                                            dieser Arzneimittel   
                                            mit Ritonavir         
                                            kontraindiziert       
                                            (siehe "Kontraindika  
                                            tionen" ). Die        
                                            Metabolisierung von   
                                            Atorvastatin ist in   
                                            geringerem Ausmass    
                                            von CYP3A abhängig.   
                                            Bei Anwendung mit     
                                            Ritonavir sollte      
                                            die kleinst mögliche  
                                             Dosis von Atorvasta  
                                            tin gegeben werden.   
                                            Obwohl Rosuvastatin   
                                            schlecht über         
                                            CYP3A4 metabolisiert  
                                             wird, wurde eine     
                                            5- bzw. 2-fache       
                                            Erhöhung der Rosuvas  
                                            tatin Cmax und AUC    
                                            beobachtet. Der       
                                            Mechanismus dieser    
                                            Interaktion resultie  
                                            rt möglicherweise     
                                            aus der Hemmung von   
                                            Transportproteinen.   
                                            Die Metabolisierung   
                                            von Pravastatin und   
                                            Fluvastatin hängt     
                                            nicht von CYP3A ab    
                                            und Wechselwirkungen  
                                             mit Ritonavir        
                                            werden nicht erwarte  
                                            t.                    
Hormonelle Kontrazep
tiva
Ethinylestradiol      500 mg zweimal        ↓ Ethinylestradiol    ↓ 0.68 (0.61, 0.76)   ↓ 0.60 (0.51, 0.69)   ---                   Nicht empfohlen
(Einzeldosis 50 µg)   täglich während 16                                                                                            
                      Tagen                                                                                                         
Barriere- oder
andere nicht-hormone
lle Methoden zur
Empfängnisverhütung
sollten bei einer
Verabreichung von
Ritonavir in therape
utischen oder
geringen Dosierungen
 angewendet werden.
Kinase Inhibitoren
Fostamatinib          ---                   Nicht untersucht.     Nicht empfohlen
                                            Die gleichzeitige     
                                            Anwendung von         
                                            Fostamatinib mit      
                                            Ritonavir kann die    
                                            Exposition des        
                                            Fostamatinib Metabol  
                                            iten R406 erhöhen     
                                            was zu dosisabhängig  
                                            en unerwünschten      
                                            Wirkungen wie z.B.    
                                            Hepatoxizität und     
                                            Neutropenie führen    
                                            kann.                 
Lipidstoffwechsel-mo
difizierende Arzneim
ittel
Lomitapid             ---                   Nicht untersucht.     Kontraindiziert
                                            Lomitapid ist ein     
                                            sensitives Substrat   
                                            des CYP3A4 Metabolis  
                                            mus. CYP3A4 Inhibito  
                                            ren erhöhen die       
                                            Exposition von        
                                            Lomitapid. Starke     
                                            CYP3A4 Inhibitoren    
                                            erhöhen die Expositi  
                                            on annähernd um das   
                                            27-fache.             
PDE5 Inhibitoren
Avanafil (Einzeldosi  600 mg alle 12 h      ↑ Avanafil            ↑ 2.4                 ↑ 13                  ---                   Kontraindiziert
s 50 mg)                                                                                                                            
Sildenafil (Einzeldo  500 mg alle 12 h      ↑ Sildenafil          ↑ 3.9 (3.2, 4.9)      ↑ 11 (9.0, 12.0)      ---                   Mit Vorsicht anwende
sis 100 mg)           während 8 Tagen                                                                                               n/ Kontraindiziert
                                                                                                                                    bei Patienten mit
                                                                                                                                    pulmonaler arteriell
                                                                                                                                    er Hypertonie
                                                                                                                                    (PAH). Die Gabe von
                                                                                                                                    Sildenafil zur
                                                                                                                                    Behandlung der
                                                                                                                                    erektilen Dysfunktio
                                                                                                                                    n zusammen mit
                                                                                                                                    Ritonavir sollte
                                                                                                                                    engmaschig überwacht
                                                                                                                                     werden, und in
                                                                                                                                    keinem Fall darf
                                                                                                                                    die Sildenafil-Dosis
                                                                                                                                     25 mg in 48 Stunden
                                                                                                                                     überschreiten.
Tadalafil (Einzeldos  200 mg alle 12 h      ↑ Tadalafil           ---                   ↑ 2.24                ---                   Mit Vorsicht anwende
is 20 mg)                                                                                                                           n
Vardenafil (5 mg)     600 mg alle 12 h      ↑ Vardenafil          ↑ 13                  ↑ 49                  ---                   Kontraindiziert
Sedativa/Beruhigungs
mittel
Alprazolam (1         --                    Nicht untersucht.     Mit Vorsicht anwende
Einfachdosis)                               Der Metabolismus      n. Vorsicht ist
                                            von Alprazolam        geboten bei gleichze
                                            wurde nach Gabe von   itiger Anwendung
                                            Ritonavir inhibiert.  von Alprazolam
                                             Nach 10-tägiger      während der ersten
                                            Ritonavir-Einnahme    paar Tage, nach
                                            wurde kein inhibitor  Beginn einer Ritonav
                                            ischer Effekt mehr    ir-Therapie und
                                            beobachtet.           bevor die Induktion
                                                                  der Metabolisierung
                                                                  von Alprazolam
                                                                  eingesetzt hat.
200 mg alle 12        ↑ Alprazolam          -                     ↑ 2.5                 ↔
Stunden während 2                                                                       
Tagen                                                                                   
500 mg alle 12        ↔ Alprazolam          -                     ↔ 0.88                ↔ 0.84
Stunden während 10                                                                      
Tagen                                                                                   
Buspiron (in der                            Ritonavir wurde mit   Mit Vorsicht anwende
Schweiz nicht                               einem erhöhten        n
zugelassen)                                 Risiko unerwünschter  
                                             Ereignisse durch     
                                            Buspiron (wie z.B.    
                                            neurologische oder    
                                            psychische Störungen  
                                            ) in Verbindung       
                                            gebracht, wenn die    
                                            Arzneimittel zusamme  
                                            n verabreicht         
                                            wurden. Eine möglich  
                                            e Erklärung können    
                                            klinisch relevante    
                                            Erhöhungen der        
                                            Buspiron-Spiegel      
                                            aufgrund einer        
                                            Hemmung des CYP-3A-a  
                                            bhängigen Metabolism  
                                            us von Buspiron       
                                            durch Ritonavir       
                                            sein.                 
Triazolam             200 mg, 4 Dosen       ↑ Triazolam           ↑ 1.87                ↑ 20.4                ---                   Kontraindiziert
Schlafmittel
Zolpidem              200 mg, 4 Dosen       ↑ Zolpidem            ↑ 1.22                ↑ 1.28                ---                   Mit Vorsicht anwende
                                                                                                                                    n
Rauchentwöhnung
Bupropion* (Einzeldo  100 mg zweimal        ↓ Bupropion           ↓ 0.79 (0.66, 0.96)   ↓ 0.78 (0.68, 0.90)   ---                   Mit Vorsicht anwende
sis 150 mg)           täglich                                                                                                       n
600 mg zweimal        ↓ 0.38 (0.35, 0.41)   ↓ 0.34 (0.31, 0.36)   ---
täglich                                                           
Steroide
Inhalativ, intranasa  ---                   Nicht untersucht.     Nicht empfohlen
l oder über Injektio                        Eine gleichzeitige    
n verabreichtes                             Verabreichung von     
Fluticason, Budesoni                        Ritonavir und         
d, Triamcinolon                             anderen Glukokortiko  
                                            iden, welche über     
                                            CYP3A4 metabolisiert  
                                             werden, wird nicht   
                                            empfohlen. Es sei     
                                            denn der mögliche     
                                            Nutzen einer Behandl  
                                            ung überwiegt das     
                                            Risiko von möglichen  
                                             systemischen         
                                            Corticosteroideffekt  
                                            en, einschliesslich   
                                            Cushing Syndrom und   
                                            adrenaler Suppressio  
                                            n. Alternativen zu    
                                            Fluticason, Budesoni  
                                            d und über Injektion  
                                             verabreichtes        
                                            Triamcinolon sollten  
                                             in Betracht gezogen  
                                             werden, besonders    
                                            bei Langzeitgebrauch  
                                            .                     
Schilddrüsenhormon-E
rsatztherapie
Levothyroxin          ---                   Nicht untersucht.     Mit Vorsicht anwende
                                            Es wurden Fälle       n
                                            nach der Markteinfüh  
                                            rung berichtet, die   
                                            auf eine potenzielle  
                                             Wechselwirkung       
                                            zwischen Ritonavir    
                                            enthaltenden Arzneim  
                                            itteln und Levothyro  
                                            xin hindeuten. Bei    
                                            Patienten, die mit    
                                            Levothyroxin behande  
                                            lt werden, sollten    
                                            zumindest im ersten   
                                            Monat nach Beginn     
                                            und/oder Ende der     
                                            Ritonavir-Behandlung  
                                             das Thyreoidea-stim  
                                            ulierende Hormon      
                                            (TSH) kontrolliert    
                                            werden.               

 
* 90 % KI
Komedikation mit weiteren Substanzen
Zusätzlich zu den im Abschnitt "Kontraindikationen" aufgeführten Arzneimitteln wurde nachgewiesen bzw. wird, basierend auf dem Metabolismus dieser Arzneimittel, vermutet, dass sich die Serumspiegel der folgenden Arzneimittel oder Arzneimittelklassen aufgrund von Interaktionen mit Ritonavir verändern könnten:
Analgetika (Narkotika): Alfentanil¹, Fentanyl¹, Hydrocodon², Hydromorphon5, Codein5, Morphium5, Oxycodon², Tramadol².
Analgetika (nicht-steroidal): Diclofenac³, Flurbiprofen³, Ibuprofen³, Indomethacin³, Ketoprofen5, Ketorolac5, Nabumeton4 (in der Schweiz nicht zugelassen), Naproxen5.
Antiarrhythmika: Lidocain¹.
Antibiotika (Makrolide): Erythromycin¹.
Antidepressiva (trizyklische): Amitriptylin², Clomipramin², Doxepin4*, Imipramin² (in der Schweiz nicht zugelassen), Maprotilin² (in der Schweiz nicht zugelassen), Nortriptylin² (in der Schweiz nicht zugelassen), Trimipramin².
Antidepressiva (andere): Fluoxetin², Fluvoxamin4, Paroxetin², Sertralin¹, Venlafaxin².
Antidiabetika: Glimepirid³, Glipizid³ (in der Schweiz nicht zugelassen), Glibenclamid³.
Antiemetika/Prokinetika: Metoclopramid5, Ondansetron², Promethazin4* (in der Schweiz nicht zugelassen).
Antiepileptika: Carbamazepin¹, Clonazepam², Ethosuximid², Lamotrigin5, Phenobarbital4, Phenytoin³.
Antihistaminika: Loratadin¹.
Antihypertonika: Bosentan¹, Doxazosin4*, Losartan³, Terazosin4*.
Antimykotika: Itraconazol¹, Miconazol¹.
Antivirale Mittel gegen HCV: Glecaprevir/Pibrentasvir1
Beta-Blocker: Betaxolol4*, Metoprolol², Pindolol² (in der Schweiz nicht zugelassen), Propranolol³, Timolol².
Durchblutungsfördernde Mittel: Pentoxifyllin4.
Ergotalkaloide und Derivate: Bromocriptin¹, Ergometrin, Methylergometrin4.
Immunsuppressiva: Cyclosporin¹, Tacrolimus¹, Sirolimus1.
Kalziumkanal-Blocker: Amlodipin¹, Diltiazem¹, Felodipin¹, Isradipin¹, Nifedipin¹, Nimodipin¹, Nitrendipin¹, Verapamil¹.
Kortikosteroide: Dexamethason¹, Prednison².
Lipidsenker: Fluvastatin¹, Gemfibrozil4, Pravastatin².
Mittel gegen Parasiten: Albendazol4, Atovaquon5, Chinin¹, Chloroquin4, Metronidazol4, Proguanil³, Pyrimethamin4.
Mittel gegen Diarrhö: Loperamid5.
Mittel zur Ulkustherapie: Lansoprazol³, Omeprazol³.
Neuroleptika: Haloperidol², Perphenazin2* (in der Schweiz nicht zugelassen), Risperidon².
Psychostimulantien: Amphetamine und Amphetaminderivate², Methylphenidat4.
Sedativa: Lorazepam5, Oxazepam5, Propofol5, Temazepam5.
Zytostatika: Apalutamid4,, Cyclophosphamid³, Daunorubicin4*(in der Schweiz nicht zugelassen), Doxorubicin4*, Etoposid², Fostamatinib's Metabolit R4062, Ifosfamid³, Paclitaxel², Abemaciclib1, Encorafenib1, Tamoxifen¹, Dasatinib¹, Ivosidenib1, Nilotinib¹, Vinblastin², Vincristin².
¹ >3x Anstieg der AUC
² 1,5-3x Anstieg der AUC
³ 1,5-3x Anstieg oder Abfall der AUC
4 Mögliche Interaktion mit unbekannter Auswirkung (*ein Anstieg der AUC ist sehr wahrscheinlich)
5 Mögliche Abnahme der AUC
Aufgrund der veränderten Serumspiegel dieser Arzneimittel sollten diese ohne eine vorherige sorgfältige Beurteilung der möglichen Risiken und Vorteile nicht gleichzeitig mit Ritonavir verabreicht werden.
Bei der gleichzeitigen Verabreichung mit Ritonavir müssen die therapeutischen Wirkungen und die Nebenwirkungen dieser Arzneimittel sorgfältig überwacht werden.
Da Ritonavir stark an Proteine bindet, sollte die Möglichkeit einer gesteigerten therapeutischen und toxischen Wirkung aufgrund der Verschiebung der Eiweissbindung gleichzeitig verabreichter Arzneimittel in Betracht gezogen werden.
Es wurde über neurologische und kardiale Ereignisse berichtet, wenn Ritonavir gleichzeitig mit Fluoxetin eingenommen wurde. Das mögliche Vorliegen einer Wechselwirkung kann nicht ausgeschlossen werden.

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