InteraktionenRitonavir ist ein starker Inhibitor des hepatischen Enzyms CYP3A4 sowie ein Inhibitor von CYP2D6 und des Arzneistoff-Transporters p-Glycoprotein (P-gp). Ritonavir weist zudem auch starke Affinität zu CYP2C9 auf.
Aufgrund dieser Eigenschaften weist der Wirkstoff ein erhebliches Interaktionspotential auf und es ist nicht möglich, sämtliche potentiellen Interaktionspartner hier namentlich zu nennen. Bei gleichzeitiger Anwendung anderer Arzneimittel sollte daher grundsätzlich auch deren Fachinformation herangezogen werden, um sich über deren Metabolisierungswege und potentiellen Interaktionen sowie über daraus resultierende mögliche Risiken und eventuell erforderliche Dosisanpassungen (oder andere Massnahmen) zu informieren.
Ritonavir weist eine hohe Affinität zu einigen Isoformen des Cytochrom P450 (CYP) auf, und zwar in der folgenden Reihenfolge: CYP3A >CYP2D6>CYP2C9. Im Folgenden werden die bekannten Interaktionen (Komedikation mit CYP3A4-Substraten, CYP2D6-Substraten, CYP2C9-Substraten, CYP3A4-Induktoren, CYP3A4-Inhibitoren, CYP2D6-Inhibitoren und CYP2C9-Inhibitoren) und anschliessend die vermuteten Interaktionen mit Ritonavir beschrieben.
Einfluss anderer Arzneimittel auf die Pharmakokinetik von Ritonavir
Der Metabolismus von Ritonavir kann beeinflusst werden durch gleichzeitige Anwendung von lnduktoren oder lnhibitoren von CYP3A4 sowie von Arzneimitteln, welche ebenfalls durch CYP3A4 metabolisiert werden. Entsprechend kann die Wirksamkeit reduziert oder das Risiko für unerwünschte Wirkungen erhöht werden.
Es ist zu beachten, dass bei einigen Arzneimitteln, welche die Pharmakokinetik von Ritonavir beeinflussen können, umgekehrt auch deren Pharmakokinetik durch die gleichzeitige Gabe von Ritonavir beeinflusst werden kann. Siehe daher auch "Einfluss von Ritonavir auf die Pharmakokinetik anderer Arzneimittel" .
CYP3A4 Induktoren
Interaktionsmechanismus: Induktion des Metabolismus von Ritonavir.
Klinische Auswirkungen: Die gleichzeitige Gabe von Ritonavir mit starken CYP3A-Induktoren könnte zu einer Reduktion der Bioverfügbarkeit und der Wirksamkeit von Ritonavir führen.
Erforderliche Massnahmen: Die gleichzeitige Gabe von CYP3A4-Induktoren zusammen mit Ritonavir wird nicht empfohlen. Ist eine gleichzeitige Anwendung unvermeidbar, sollte während der Komedikation der klinische Verlauf besonders sorgfältig überwacht werden.
Beispiele für solche Wirkstoffe, deren Anwendung zusammen mit Ritonavir nicht empfohlen wird: Präparate, welche Johanniskraut (Hypericum perforatum) enthalten, Rifampicin, Phenobarbital, Phenytoin, Carbamazepin, Rifabutin und Dexamethason.
Die folgende Tabelle gibt das Verhältnis der geometrischen Mittelwerte ( "geometric mean ratio" (GMR)) der pharmakokinetischen Grössen bei Einnahme mit/ohne Begleitmedikation mit 90% Konfidenzintervallen (KI) an
Gleichzeitig verabre Dosis Ritonavir (mg) Auswirkung auf die KlinischerKommentar
ichtes Arzneimittel Arzneimittelspiegel
Wirkstoff Cmax AUC Cmin
Rifampicin 600 oder 500 mg alle 12 Ritonavir ↓ 0.75 ↓ 0.65 - Nicht empfohlen
300 mg täglich Stunden während 20
während 10 Tagen Tagen
Efavirenz 600 mg 500 mg Ritonavir Ritonavir - ↑ 1.17 - Nicht empfohlen
täglich zweimal täglich
Fluconazol 400 mg 200 mg alle 6 Ritonavir ↑ 1.15* (1.07, 1.22) ↑ 1.12* (1.05, 1.20) ↑ 1.14* (1.00, 1.26) Nicht empfohlen
(Tag 1) und 200 mg Stunden während 4
täglich während 4 Tagen
darauffolgenden
Tagen
Nelfinavir (in der 400 mg zweimal Wechselwirkung von Nicht empfohlen
Schweiz nicht täglich Ritonavir und
zugelassen) Nelfinavir beinhalte
n wahrscheinlich
sowohl eine Hemmung
als auch Induktion
des Cytochrom P450.
Die gleichzeitige
Gabe von zweimal
täglich 400 mg
Ritonavir erhöht
die Konzentration
an M8 (der wichtigst
e aktive Metabolit
von Nelfinavir)
signifikant und
führt zu einem
geringeren Anstieg
der Nelfinavir-Konze
ntrationen. Die
Gabe von 750 mg
Nelfinavir und 400
mg Ritonavir zweimal
täglich führt zu
einer leicht erhöhte
n Nelfinavir AUC
(160%), Cmax (121%)
und Ctrough (123%)
verglichen mit
historischen Daten
einer Monotherapie
mit dreimal täglich
750 mg Nelfinavir.
Die AUC von M8
erhöhte sich um
347%.
Johanniskraut - Serumspiegel von Kontraindiziert
Ritonavir können
bei gleichzeitiger
Anwendung von
pflanzlichen Zuberei
tungen mit Johannisk
raut (Hypericum
perforatum) reduzier
t sein. Dies ist
bedingt durch die
Induktion der
Enzyme des Arzneimit
telmetabolismus
durch Johanniskraut.
Pflanzliche Zuberei
tungen, die Johannis
kraut enthalten,
sollten daher nicht
mit Ritonavir
kombiniert werden.
Falls ein Patient
bereits Johanniskrau
t einnimmt, muss
die Einnahme von
Johanniskraut
beendet und, wenn
möglich, die Virusla
st geprüft werden.
Ritonavir-Spiegel
können sich erhöhen,
wenn die Einnahme
von Johanniskraut
beendet wird. Eine
Anpassung der
Dosierung von
Ritonavir kann
notwendig sein. Der
Induktionseffekt
kann für mindestens
2 Wochen nach dem
Ende der Behandlung
mit Johanniskraut
andauern (siehe
"Kontraindikationen"
).
* 95% KI
CYP3A4 Inhibitoren
Interaktionsmechanismus: Inhibierung des Metabolismus von Ritonavir
Klinische Auswirkungen: Die Bioverfügbarkeit von Ritonavir könnte erhöht sein.
Erforderliche Massnahmen: Vorsicht sollte angewendet werden wenn moderate oder starke CYP3A Inhibitoren gleichzeitig angewendet werden.
Beispiele für solche Wirkstoffe, welche nur mit Vorsicht zusammen mit Ritonavir verabreicht werden sollten: Clarithromycin, Fluconazol und Saquinavir.
Einfluss von Ritonavir auf die Pharmakokinetik anderer Arzneimittel
Substrate von CYP3A4, CYP2D6, CYP2C9 und/oder p-Glykoprotein (P-gp)
Ritonavir ist ein starker Inhibitor des hepatischen Enzyms CYP3A4 sowie ein Inhibitor von CYP2D6 und dem Arzneistoff-Transporter p-Glycoprotein (P-gp). Ritonavir weist zudem auch Affinität zu CYP2C9 auf. Der Metabolismus von Arzneimitteln, welche unter Beteiligung von CYP3A4 metabolisiert werden, kann daher bei gleichzeitiger Anwendung zusammen mit Ritonavir erheblich verzögert sein. Dadurch können die Plasmakonzentrationen dieser Wirkstoffe erhöht und ihre erwünschten und unerwünschten Wirkungen verstärkt bzw. verlängert werden. Die daraus resultierenden Konsequenzen sind abhängig vom jeweiligen Wirkstoff und dessen therapeutischer Breite. Auch durch Inhibition des genannten Transporters kann es zu einer entsprechenden Erhöhung der Plasmakonzentrationen kommen.
Im Falle von Arzneimitteln, bei welchen der Wirkstoff als Prodrug appliziert und unter wesentlicher Beteiligung von CYP3A4 in den aktiven Wirkstoff umgewandelt wird, kann die gleichzeitige Anwendung eines Enzyminhibitors wie Ritonavir zu einer klinisch relevanten Abnahme der Plasmakonzentrationen des aktiven Wirkstoffes und damit zu einer reduzierten Wirksamkeit führen.
Nach Beendigung der Behandlung sinken die Plasmakonzentrationen von Ritonavir je nach Dosis und Dauer der Behandlung innerhalb von 1 Tag auf nahezu nicht nachweisbare Konzentrationen. In der Folge sinken auch die Plasmaspiegel der gleichzeitig verabreichten CYP3A4-Substrate allmählich ab. Bei gleichzeitiger Verabreichung von Substanzen mit engem therapeutischem Fenster sollten deren Plasmaspiegel auch nach Absetzen von Ritonavir überwacht und ggf. die Dosis angepasst werden.
Die in der nachfolgenden Tabelle genannten Empfehlungen sind (so nicht explizit anders angegeben) wie folgt definiert:
- "kontraindiziert" : Das Arzneimittel darf unter keinen Umständen zusammen mit Ritonavir verabreicht werden.
- "nicht empfohlen" : Eine Anwendung des Arzneimittels während oder in den ersten 2 Wochen nach Absetzen der Behandlung mit Ritonavir sollte vermieden werden, sofern nicht der Nutzen die potentiell erhöhten Risiken überwiegt. Falls eine gleichzeitige Verabreichung unvermeidbar ist, muss der Patient überwacht und ggf. die Dosierung des gleichzeitig verabreichten Arzneimittels angepasst werden. Für Wirkstoffe, bei welchen Zielkonzentrationen definiert sind, wird empfohlen, die Plasmakonzentrationen zu überwachen. Dies gilt für Arzneimittel mit geringer therapeutischer Breite.
- "mit Vorsicht anwenden" : Wird das Arzneimittel zusammen mit Ritonavir angewendet, so wird eine sorgfältige und engmaschige Überwachung empfohlen. Für Wirkstoffe, bei welchen Zielkonzentrationen definiert sind, wird empfohlen, die Plasmakonzentrationen zu überwachen. Ggf. muss die Dosierung des gleichzeitig verabreichten Arzneimittels angepasst werden.
Die Tabelle unten gibt das Verhältnis der geometrischen Kleinstquadrat-Mittelwerte der pharmakokinetischen Grössen bei Einnahme mit/ohne Begleitmedikation mit 95% Konfindenzintervall (KI) an. Die Richtung des Pfeils zeigt jeweils die Richtung der Veränderung der Exposition (Cmax, AUC und Cmin) (↑ = Erhöhung um mehr als 25%, ↓ = Verringerung um mehr als 20%, ↔ = keine Veränderung (Verminderung um maximal 20% oder Erhöhung um maximal 25%)).
Arzneimittel nach Dosis Ritonavir(mg) Auswirkung auf die Klinischer Kommentar
therapeutischem Arzneimittelspiegel
Anwendungsgebiet/Mög
licher Interaktionsm
echanismus
Wirkstoff Cmax AUC Cmin
Alpha1-Adrenorezepto
r-Antagonist
Alfuzosin --- Basierend auf den Kontraindiziert
Resultaten einer
Interaktionsstudie
mit Ketoconazol,
einem anderen
potenten CYP3A4
Inhibitor, und
Alfuzosin, wird in
Gegenwart von
Ritonavir eine
signifikanter
Anstieg der Alfuzosi
n Exposition erwarte
t.
Antiarrhythmika
Digoxin (eine 0.5 300 mg alle 12 h ↑ Digoxin --- ↑ 1.86 --- Mit Vorsicht anwende
mg i.v. Dosis) während 3 Tagen n
Analgetika
Fentanyl -- Nicht untersucht. Mit Vorsicht anwende
Aufgrund der CYP3A4- n
Hemmung von Ritonavi
r ist eine Erhöhung
der Plasmakonzentrat
ionen von Fentanyl
zu erwarten.
Pethidin (orale 500 mg alle 12 ↓ Pethidin ↓ 0.41 (0.28, 0.58) ↓ 0.38 (0.35, 0.41) --- Kontraindiziert
Einzeldosis 50 mg) Stunden während 10
Tagen
↑ Norpethidin ↑ 1.88 (1.42, 2.47) ↑ 1.47 (0.76, 4.45) --
Metabolit
Methadon (Einzeldosi 500 mg alle 12 h ↓ Methadon ↓ 0.62 (0.54, 0.72) ↓ 0.64 (0.48, 0.84) --- Mit Vorsicht anwende
s 5 mg) n. In Abhängigkeit
von der Reaktion
des Patienten kann
bei der gleichzeitig
en Verabreichung
zusammen mit Ritonav
ir eine Dosiserhöhun
g von Methadon
notwendig werden.
Morphin --- Nicht untersucht. Mit Vorsicht anwende
Aufgrund des Metabol n
ismus von Morphin
(Glucuronidierung)
sind niedrigere
Morphinspiegel zu
erwarten.
Antiasthmatika
Theophyllin 3 mg/kg 500 mg alle 12 h ↓ Theophyllin ↓ 0.68 (0.66, 0.71) ↓ 0.57 (0.55, 0.58) ↓ 0.43 (0.41, 0.45) Eine Erhöhung der
alle 8 Stunden während 10 Tagen Theophyllin-Dosis
während 15 Tagen kann notwendig
sein. Mit Vorsicht
anwenden
Arzneimittel gegen
Krebserkrankungen
Abemaciclib --- Nicht untersucht. Nicht empfohlen
Die Serumkonzentrati
onen von Abemaciclib
können erhöht sein.
Afatinib 200 mg alle 12 h/ ↑ Afatinib (Einzeldo ↑ 1.39 ↑ 1.48 --- Mit Vorsicht anwende
1h vorher sis 20 mg) n
200 mg alle 12 h/ ↔ Afatinib (Einzeldo ↑ 1.04 ↑ 1.19 ---
zusammen eingenommen sis 40 mg)
200 mg alle 12 h/ ↔ Afatinib (Einzeldo ↑ 1.05 ↑ 1.11 ---
6h danach sis 40 mg)
Die Serumkonzentrati
onen erhöhen sich
möglicherweise
aufgrund des Brustkr
ebs-Resistenzprotein
s (BCRP) und der
akuten P-gp-Inhibiti
on durch Ritonavir.
Das Ausmass der
Erhöhung ist abhängi
g von der zeitlichen
Einnahme von
Ritonavir.
Apalutamid --- Nicht untersucht. Kontraindiziert
Apalutamid ist ein
moderater bis
starker CYP3A4
Induktor und dies
kann zu einer
geringeren Ritonavir
Exposition und
damit zu einem
möglichen Verlust
der virologischen
Antwort führen.
Apalutamid wird
überwiegend durch
CYP3A4 und CYP2C8
metabolisiert,
daher kann eine
gleichzeitige
Anwendung mit
Ritonavir zu erhöhte
r Apalutamid Exposit
ion und somit zu
schwerwiegenden
unerwünschten
Wirkungen, unter
anderem zu Krampfanf
ällen, führen.
Ceritinib --- Nicht untersucht. Mit Vorsicht anwende
Die Serumkonzentrati n
onen erhöhen sich
möglicherweise
aufgrund der CYP3A-
und der P-gp-Inhibit
ion durch Ritonavir.
Dasatinib --- Nicht untersucht. Nicht empfohlen
Die Serumkonzentrati
onen können erhöht
sein, wenn diese
Wirkstoffe zusammen
mit Ritonavir
verabreicht werden.
Die gleichzeitige
Anwendung von
Encorafenib oder
Ivosidenib mit
Ritonavir kann zu
einem Anstieg der
Encorafenib oder
Ivosidenib Expositio
n führen und möglich
erweise zu einem
erhöhten Risiko von
schwerwiegenden
unerwünschten
Wirkungen wie z.B.
zu einer Verlängerun
g des QT Intervalls.
Encorafenib --- Nicht empfohlen
Ibrutinib --- Nicht empfohlen
Ivosidenib --- Nicht empfohlen
Neratinib --- Kontraindiziert
Nilotinib --- Nicht empfohlen
Venetoclax --- Nicht empfohlen
Vincristin --- Nicht empfohlen
Vinblastin --- Nicht empfohlen
Antidepressiva
Trazodon (Einzeldosi 200 mg alle 12 h, 4 ↑ Trazodon ↑ 1.34 ↑ 2.4 -- Mit Vorsicht anwende
s 50 mg) Dosen n: Nausea, Benommenh
eit, Hypotonie und
Synkope können
auftreten
Antikoagulantien
Coumarin-Derivate --- Nicht untersucht. Mit Vorsicht anwende
Die Metabolisierung n
von oralen Antikoagu
lantien (Coumarin-De
rivate) kann induzie
rt werden. Dies
führt häufig zu
verringerter Antikoa
gulation, weshalb
eine Überwachung
der Gerinnungsparame
ter empfohlen wird.
Rivaroxaban* (Einzel 600 mg alle 12 h ↑ Rivaroxaban ↑ 1.55 (1.41, 1.69) ↑ 2.53 (2.34, 2.74) --- Nicht empfohlen
dosis 10 mg) während 8 Tagen
Vorapaxar (in der Nicht untersucht. Nicht empfohlen
Schweiz nicht Die Serumkonzentrati
zugelassen) onen erhöhen sich
möglicherweise
aufgrund der CYP3A-I
nhibition durch
Ritonavir.
Arzneimittel gegen
Gicht
Colchicin (in der Bei gleichzeitiger Kontraindiziert
Schweiz nicht Anwendung von
zugelassen) Colchicin und
Ritonavir wird
erwartet, dass die
Colchicin-Konzentrat
ionen erhöht werden.
Bei Patienten, die
Colchicin und
Ritonavir erhielten,
wurden lebensbedroh
liche und tödlich
verlaufende Arzneimi
ttel-interaktionen
beschrieben (siehe
"Kontraindikationen"
und "Warnhinweise
und Vorsichtsmassnah
men" ).
Antiinfektiva
Clarithromycin (500 200 mg alle 8 h ↑ Clarithromycin ↑ 1.31 (1.15, 1.51) ↑ 1.77 (1.56, 2.03) ↑ 2.81 (2.42, 3.33) Mit Vorsicht anwende
mg alle 12 Stunden während 4 Tagen n
während 4 Tagen)
Bedaquilin* (Einzeld Lopinavir/Ritonavir ↑ Bedaquilin ↔ 0.99 (0.89, 1.12) ↑ 1.22 (1.11, 1.34) --- Mit Vorsicht anwende
osis 400 mg) 400/100mg zweimal n
täglich während 24
Tagen
Delamanid (in der --- Nicht untersucht. Mit Vorsicht anwende
Schweiz nicht In einer klinischen n
zugelassen) Wechselwirkungsstudi
e an gesunden
Probanden wurde
Delamanid (100 mg
zweimal täglich)
und Lopinavir/Ritona
vir (400/100 mg
zweimal täglich)
für 14 Tage angewend
et. Die Exposition
von Delamanid und
des Delamanid-Metabo
liten, DM-6705, war
leicht erhöht.
Aufgrund des Risikos
einer QTc-Verlänger
ung in Verbindung
mit DM-6705 ist es
empfehlenswert,
während des gesamten
Behandlungszeitraum
s mit Delamanid
regelmässige EKG-Kon
trollen durchzuführe
n, wenn die gleichze
itige Anwendung von
Delamanid mit
Ritonavir für
erforderlich erachte
t wird.
Fusidinsäure --- Nicht untersucht. Kontraindiziert
Bei gleichzeitiger
Gabe von Ritonavir
mit Fusidinsäure
ist ein signifikante
r Anstieg der
Plasmakonzentratione
n von Fusidinsäure
und Ritonavir zu
erwarten.
Ketoconazol (200 mg 500 mg alle 12 h ↑ Ketoconazol ↑ 1.55 (1.40, 1.72) ↑ 3.44 (2.78, 4.27) --- Nicht empfohlen
täglich während 7 während 7 Tagen
Tagen)
Rifabutin (150 mg 500 mg alle 12 h ↑ Rifabutin ↑ 2.5 (1.9, 3.4) ↑ 4 (2.8, 6.1) ↑ 6 (3.5, 18.3) Kontraindiziert,
täglich während 16 während 10 Tagen wenn Ritonavir in
Tagen) antriretroviralen
Dosierungen angewend
et wird (600 mg
BID).
100 mg zweimal Die Fachinformation Mit Vorsicht anwende
täglich des gleichzeitig n, wenn Ritonavir
verabreichten zur Verbesserung
Proteaseinhibitors der Pharmakokinetik
sollte für spezifisc angewendet wird.
he Empfehlungen
konsultiert werden.
Sulfamethoxazol/ 500 mg zweimal ↓/↑ Sulfamethoxazol/ --- ↓ 0.80 (0.77, --- Mit Vorsicht anwende
Trimethoprim (Einzel täglich Trimethoprim 0.84)/ ↑ 1.20 n
dosis 800 mg/160 mg) (1.03, 1.43)
Voriconazol* (400 400 mg zweimal ↓ Voriconazol ↓ 0.32 (0.27, 0.38) ↓ 0.17 (0.14, 0.20) --- Kontraindiziert
mg zweimal täglich täglich während 9
während einem Tag, Tagen
dann 200 mg zweimal
täglich während 8
Tagen)
Antipsychotika
Quetiapin --- Nicht untersucht. Kontraindiziert
Auf Grund der CYP3A
Hemmung durch
Ritonavir wird eine
Konzentrationserhöhu
ng von Quetiapin
erwartet.
Antivirale Substanze
n
Efavirenz (600 mg 500 mg zweimal ↑ Efavirenz --- ↑ 1.21 --- Mit Vorsicht anwende
täglich) täglich n.
Patienten mit
diesem Dosierungssch
ema zeigten eine
höhere Nebenwirkungs
rate (z.B. Schwindel
, Übelkeit, um 50%
bis 60% Parästhesie)
und veränderte
Laborwerte (erhöhte
Leberwerte).
Glecaprevir/ Pibrent --- Nicht untersucht. Nicht empfohlen
asvir Die gleichzeitige
Anwendung mit
Ritonavir wird
nicht empfohlen, da
ein erhöhtes Risiko
für einen Anstieg
der ALT-Werte mit
einer erhöhten
Glecaprevir Expositi
on in Zusammenhang
gebracht wird.
Indinavir (in der 400 mg alle 12 Indinavir (400 mg ↓ 0.49 (0.39, 0.60) ↔ 1.06 (0.86, 1.29) ↑ 4-fach (2.8, Es liegen nur
Schweiz nicht Stunden alle 12 Stunden) ↓ 0.38 (0.30, 0.48) ↔ 1.07 (0.78, 1.28) 6.8x) ↑ 4-fach begrenzte Erfahrunge
zugelassen) mit Nahrung Tag 14 (2.5, 6.5x) n zur Sicherheit
Tag 15 Verglichen und Wirksamkeit
mit Indinavir 800 dieser Kombination
mg dreimal täglich bei Patienten vor.
nüchtern Das Risiko einer
Nephrolithiasis
kann sich bei Gabe
einer Dosis von
zweimal täglich 800
mg Indinavir oder
höher zusammen mit
Ritonavir erhöhen.
Eine adäquate
Flüssigkeitszufuhr
und eine Überwachung
der Patienten muss
gewährleistet sein.
Ritonavir hemmt die
Metabolisierung von
Indinavir durch
CYP3A. Die Gabe von
zweimal täglich 200
mg bis 400 mg
Ritonavir zusammen
mit einer Einzeldosi
s von 400 mg bis
600 mg Indinavir
erhöhte bei gesunden
Probanden die AUC
von Indinavir um
185% bis 475%, Cmax
um 21% bis 110% und
Cmin um das 11- bis
33-fache verglichen
mit der alleinigen
Gabe einer Einzeldos
is von 400 mg bis
600 mg Indinavir.
Maraviroc* (100 mg 100 mg alle 12 h ↑ Maraviroc ↑ 1.28 (0.79, 2.09) ↑ 2.61 (1.92, 3.56) --- Mit Vorsicht anwende
zweimal täglich) n
Nevirapin --- Nicht untersucht. n.a.
Die gleichzeitige
Gabe von Ritonavir
in therapeutischen
Dosen führte nicht
zu klinisch relevant
en Änderungen der
Ritonavir und
Nevirapin Plasmaspie
gel.
Raltegravir* (Einzel 100 mg zweimal ↔ Raltegravir ↓ 0.76 (0.55, 1.04) ↓ 0.84 (0.70, 1.01) ↓ 0.99 (0.70, 1.40) n.a.
dosis 400 mg) täglich während 16
Tagen
Saquinavir (in der 100 mg zweimal ↑ Saquinavir -- ↑ 15 ↑ 5 Mit Vorsicht anwende
Schweiz nicht täglich n
zugelassen)
400 mg zweimal ↑ Saquinavir ↑ 14 ↑ 17 ---
täglich
Dosierungen der
beiden Proteasehemme
r von jeweils mehr
als 400 mg zweimal
täglich waren mit
einer erhöhten
Inzidenz von Nebenwi
rkungen verbunden.
Simeprevir (in der 100 mg zweimal Eine pharmakokinetis Nicht empfohlen
Schweiz nicht täglich che Studie hat
zugelassen) (200 mg gezeigt, dass eine
einmal täglich) gleichzeitige
Verabreichung von
Simeprevir 200 mg
1× täglich mit
Ritonavir 100 mg 2×
täglich eine Erhöhun
g der Simeprevir
Konzentration
bewirkte.
Tipranavir (500 mg 200 mg alle 12 h ↑ Tipranavir ↑ 4 ↑ 11 ↑ 44 (Ctrough) Mit Vorsicht anwende
zweimal täglich n. Tipranavir muss
während 11 Tagen) zusammen mit einer
niedrigen Dosis
Ritonavir angewendet
werden, um die
therapeutische
Wirkung sicherzustel
len. Ritonavir-Dosen
kleiner als 200 mg
zweimal täglich
dürfen nicht zusamme
n mit Tipranavir
verabreicht werden
Ritonavir erhöht
die Serumspiegel
von Tipranavir
infolge der CYP3A4-H
emmung. Tipranavir
in Kombination mit
200 mg Ritonavir
wurde mit Berichten
über klinisch
relevante Hepatitis
und Leberversagen
in Zusammenhang
gebracht, darunter
einige Fälle mit
tödlichem Verlauf.
Besondere Vorsicht
muss bei Patienten
mit chronischer
Hepatitis B oder
Hepatitis C Co-Infek
tion gewährleistet
sein, weil diese
Patienten ein
erhöhtes Risiko für
eine Hepatotoxizität
haben. Für weitere
Informationen siehe
die Fachinformation
zu Tipranavir.
Zidovudin (200 mg 300 mg alle 6 h ↓ Zidovudin --- ↓ 0.75 (0.66, 0.85) --- Mit Vorsicht anwende
alle 8 h) n
Endothelin-Antagonis
ten
Bosentan --- Nicht untersucht. Mit Vorsicht anwende
Die gleichzeitige n
Anwendung von
Bosentan und Ritonav
ir kann die maximale
n Bosentan steady-st
ate Konzentrationen
(Cmax) und die AUC
erhöhen.
Riociguat --- Nicht untersucht. Nicht empfohlen
Die Serumkonzentrati
onen erhöhen sich
möglicherweise
aufgrund der CYP3A-
und der P-gp-Inhibit
ion durch Ritonavir.
GnRH-Antagonisten
Elagolix (in der --- Die gleichzeitige Nicht empfohlen
Schweiz nicht Anwendung von
zugelassen) Elagolix und Ritonav
ir kann durch die
Hemmung von CYP3A
und P-gp die Elagoli
x Exposition erhöhen
. Bekannte schwerwie
gende unerwünschte
Wirkungen von
Elagolix beinhalten
Suizidgedanken und
Erhöhung der hepatis
chen Transaminasen.
Zusätzlich ist
Elagolix ein schwach
er/moderater Indukto
r von CYP3A. Dies
kann die Exposition
von Ritonavir
verringern.
HMG-CoA-Reduktase-In
hibitoren
Simvastatin, Atorvas --- Nicht untersucht. Simvastatin: kontrai
tatin, Rosuvastatin, Bei HMG-CoA-Reduktas ndiziert Rosuvastati
Pravastatin, e-hemmern wie n und Atorvastatin:
Fluvastatin Simvastatin, deren mit Vorsicht anwende
Metabolisierung in n
hohem Ausmass von
CYP3A abhängt,
werden bei gleichzei
tiger Anwendung mit
Ritonavir deutlich
erhöhte Plasmakonzen
trationen erwartet.
Da erhöhte Konzentra
tionen an HMG-CoA-Re
duktasehemmern zu
Myopathie, einschlie
sslich Rhabdomyolyse
, führen können,
ist die Kombination
dieser Arzneimittel
mit Ritonavir
kontraindiziert
(siehe "Kontraindika
tionen" ). Die
Metabolisierung von
Atorvastatin ist in
geringerem Ausmass
von CYP3A abhängig.
Bei Anwendung mit
Ritonavir sollte
die kleinst mögliche
Dosis von Atorvasta
tin gegeben werden.
Obwohl Rosuvastatin
schlecht über
CYP3A4 metabolisiert
wird, wurde eine
5- bzw. 2-fache
Erhöhung der Rosuvas
tatin Cmax und AUC
beobachtet. Der
Mechanismus dieser
Interaktion resultie
rt möglicherweise
aus der Hemmung von
Transportproteinen.
Die Metabolisierung
von Pravastatin und
Fluvastatin hängt
nicht von CYP3A ab
und Wechselwirkungen
mit Ritonavir
werden nicht erwarte
t.
Hormonelle Kontrazep
tiva
Ethinylestradiol 500 mg zweimal ↓ Ethinylestradiol ↓ 0.68 (0.61, 0.76) ↓ 0.60 (0.51, 0.69) --- Nicht empfohlen
(Einzeldosis 50 µg) täglich während 16
Tagen
Barriere- oder
andere nicht-hormone
lle Methoden zur
Empfängnisverhütung
sollten bei einer
Verabreichung von
Ritonavir in therape
utischen oder
geringen Dosierungen
angewendet werden.
Kinase Inhibitoren
Fostamatinib --- Nicht untersucht. Nicht empfohlen
Die gleichzeitige
Anwendung von
Fostamatinib mit
Ritonavir kann die
Exposition des
Fostamatinib Metabol
iten R406 erhöhen
was zu dosisabhängig
en unerwünschten
Wirkungen wie z.B.
Hepatoxizität und
Neutropenie führen
kann.
Lipidstoffwechsel-mo
difizierende Arzneim
ittel
Lomitapid --- Nicht untersucht. Kontraindiziert
Lomitapid ist ein
sensitives Substrat
des CYP3A4 Metabolis
mus. CYP3A4 Inhibito
ren erhöhen die
Exposition von
Lomitapid. Starke
CYP3A4 Inhibitoren
erhöhen die Expositi
on annähernd um das
27-fache.
PDE5 Inhibitoren
Avanafil (Einzeldosi 600 mg alle 12 h ↑ Avanafil ↑ 2.4 ↑ 13 --- Kontraindiziert
s 50 mg)
Sildenafil (Einzeldo 500 mg alle 12 h ↑ Sildenafil ↑ 3.9 (3.2, 4.9) ↑ 11 (9.0, 12.0) --- Mit Vorsicht anwende
sis 100 mg) während 8 Tagen n/ Kontraindiziert
bei Patienten mit
pulmonaler arteriell
er Hypertonie
(PAH). Die Gabe von
Sildenafil zur
Behandlung der
erektilen Dysfunktio
n zusammen mit
Ritonavir sollte
engmaschig überwacht
werden, und in
keinem Fall darf
die Sildenafil-Dosis
25 mg in 48 Stunden
überschreiten.
Tadalafil (Einzeldos 200 mg alle 12 h ↑ Tadalafil --- ↑ 2.24 --- Mit Vorsicht anwende
is 20 mg) n
Vardenafil (5 mg) 600 mg alle 12 h ↑ Vardenafil ↑ 13 ↑ 49 --- Kontraindiziert
Sedativa/Beruhigungs
mittel
Alprazolam (1 -- Nicht untersucht. Mit Vorsicht anwende
Einfachdosis) Der Metabolismus n. Vorsicht ist
von Alprazolam geboten bei gleichze
wurde nach Gabe von itiger Anwendung
Ritonavir inhibiert. von Alprazolam
Nach 10-tägiger während der ersten
Ritonavir-Einnahme paar Tage, nach
wurde kein inhibitor Beginn einer Ritonav
ischer Effekt mehr ir-Therapie und
beobachtet. bevor die Induktion
der Metabolisierung
von Alprazolam
eingesetzt hat.
200 mg alle 12 ↑ Alprazolam - ↑ 2.5 ↔
Stunden während 2
Tagen
500 mg alle 12 ↔ Alprazolam - ↔ 0.88 ↔ 0.84
Stunden während 10
Tagen
Buspiron (in der Ritonavir wurde mit Mit Vorsicht anwende
Schweiz nicht einem erhöhten n
zugelassen) Risiko unerwünschter
Ereignisse durch
Buspiron (wie z.B.
neurologische oder
psychische Störungen
) in Verbindung
gebracht, wenn die
Arzneimittel zusamme
n verabreicht
wurden. Eine möglich
e Erklärung können
klinisch relevante
Erhöhungen der
Buspiron-Spiegel
aufgrund einer
Hemmung des CYP-3A-a
bhängigen Metabolism
us von Buspiron
durch Ritonavir
sein.
Triazolam 200 mg, 4 Dosen ↑ Triazolam ↑ 1.87 ↑ 20.4 --- Kontraindiziert
Schlafmittel
Zolpidem 200 mg, 4 Dosen ↑ Zolpidem ↑ 1.22 ↑ 1.28 --- Mit Vorsicht anwende
n
Rauchentwöhnung
Bupropion* (Einzeldo 100 mg zweimal ↓ Bupropion ↓ 0.79 (0.66, 0.96) ↓ 0.78 (0.68, 0.90) --- Mit Vorsicht anwende
sis 150 mg) täglich n
600 mg zweimal ↓ 0.38 (0.35, 0.41) ↓ 0.34 (0.31, 0.36) ---
täglich
Steroide
Inhalativ, intranasa --- Nicht untersucht. Nicht empfohlen
l oder über Injektio Eine gleichzeitige
n verabreichtes Verabreichung von
Fluticason, Budesoni Ritonavir und
d, Triamcinolon anderen Glukokortiko
iden, welche über
CYP3A4 metabolisiert
werden, wird nicht
empfohlen. Es sei
denn der mögliche
Nutzen einer Behandl
ung überwiegt das
Risiko von möglichen
systemischen
Corticosteroideffekt
en, einschliesslich
Cushing Syndrom und
adrenaler Suppressio
n. Alternativen zu
Fluticason, Budesoni
d und über Injektion
verabreichtes
Triamcinolon sollten
in Betracht gezogen
werden, besonders
bei Langzeitgebrauch
.
Schilddrüsenhormon-E
rsatztherapie
Levothyroxin --- Nicht untersucht. Mit Vorsicht anwende
Es wurden Fälle n
nach der Markteinfüh
rung berichtet, die
auf eine potenzielle
Wechselwirkung
zwischen Ritonavir
enthaltenden Arzneim
itteln und Levothyro
xin hindeuten. Bei
Patienten, die mit
Levothyroxin behande
lt werden, sollten
zumindest im ersten
Monat nach Beginn
und/oder Ende der
Ritonavir-Behandlung
das Thyreoidea-stim
ulierende Hormon
(TSH) kontrolliert
werden.
* 90 % KI
Komedikation mit weiteren Substanzen
Zusätzlich zu den im Abschnitt "Kontraindikationen" aufgeführten Arzneimitteln wurde nachgewiesen bzw. wird, basierend auf dem Metabolismus dieser Arzneimittel, vermutet, dass sich die Serumspiegel der folgenden Arzneimittel oder Arzneimittelklassen aufgrund von Interaktionen mit Ritonavir verändern könnten:
Analgetika (Narkotika): Alfentanil¹, Fentanyl¹, Hydrocodon², Hydromorphon5, Codein5, Morphium5, Oxycodon², Tramadol².
Analgetika (nicht-steroidal): Diclofenac³, Flurbiprofen³, Ibuprofen³, Indomethacin³, Ketoprofen5, Ketorolac5, Nabumeton4 (in der Schweiz nicht zugelassen), Naproxen5.
Antiarrhythmika: Lidocain¹.
Antibiotika (Makrolide): Erythromycin¹.
Antidepressiva (trizyklische): Amitriptylin², Clomipramin², Doxepin4*, Imipramin² (in der Schweiz nicht zugelassen), Maprotilin² (in der Schweiz nicht zugelassen), Nortriptylin² (in der Schweiz nicht zugelassen), Trimipramin².
Antidepressiva (andere): Fluoxetin², Fluvoxamin4, Paroxetin², Sertralin¹, Venlafaxin².
Antidiabetika: Glimepirid³, Glipizid³ (in der Schweiz nicht zugelassen), Glibenclamid³.
Antiemetika/Prokinetika: Metoclopramid5, Ondansetron², Promethazin4* (in der Schweiz nicht zugelassen).
Antiepileptika: Carbamazepin¹, Clonazepam², Ethosuximid², Lamotrigin5, Phenobarbital4, Phenytoin³.
Antihistaminika: Loratadin¹.
Antihypertonika: Bosentan¹, Doxazosin4*, Losartan³, Terazosin4*.
Antimykotika: Itraconazol¹, Miconazol¹.
Antivirale Mittel gegen HCV: Glecaprevir/Pibrentasvir1
Beta-Blocker: Betaxolol4*, Metoprolol², Pindolol² (in der Schweiz nicht zugelassen), Propranolol³, Timolol².
Durchblutungsfördernde Mittel: Pentoxifyllin4.
Ergotalkaloide und Derivate: Bromocriptin¹, Ergometrin, Methylergometrin4.
Immunsuppressiva: Cyclosporin¹, Tacrolimus¹, Sirolimus1.
Kalziumkanal-Blocker: Amlodipin¹, Diltiazem¹, Felodipin¹, Isradipin¹, Nifedipin¹, Nimodipin¹, Nitrendipin¹, Verapamil¹.
Kortikosteroide: Dexamethason¹, Prednison².
Lipidsenker: Fluvastatin¹, Gemfibrozil4, Pravastatin².
Mittel gegen Parasiten: Albendazol4, Atovaquon5, Chinin¹, Chloroquin4, Metronidazol4, Proguanil³, Pyrimethamin4.
Mittel gegen Diarrhö: Loperamid5.
Mittel zur Ulkustherapie: Lansoprazol³, Omeprazol³.
Neuroleptika: Haloperidol², Perphenazin2* (in der Schweiz nicht zugelassen), Risperidon².
Psychostimulantien: Amphetamine und Amphetaminderivate², Methylphenidat4.
Sedativa: Lorazepam5, Oxazepam5, Propofol5, Temazepam5.
Zytostatika: Apalutamid4,, Cyclophosphamid³, Daunorubicin4*(in der Schweiz nicht zugelassen), Doxorubicin4*, Etoposid², Fostamatinib's Metabolit R4062, Ifosfamid³, Paclitaxel², Abemaciclib1, Encorafenib1, Tamoxifen¹, Dasatinib¹, Ivosidenib1, Nilotinib¹, Vinblastin², Vincristin².
¹ >3x Anstieg der AUC
² 1,5-3x Anstieg der AUC
³ 1,5-3x Anstieg oder Abfall der AUC
4 Mögliche Interaktion mit unbekannter Auswirkung (*ein Anstieg der AUC ist sehr wahrscheinlich)
5 Mögliche Abnahme der AUC
Aufgrund der veränderten Serumspiegel dieser Arzneimittel sollten diese ohne eine vorherige sorgfältige Beurteilung der möglichen Risiken und Vorteile nicht gleichzeitig mit Ritonavir verabreicht werden.
Bei der gleichzeitigen Verabreichung mit Ritonavir müssen die therapeutischen Wirkungen und die Nebenwirkungen dieser Arzneimittel sorgfältig überwacht werden.
Da Ritonavir stark an Proteine bindet, sollte die Möglichkeit einer gesteigerten therapeutischen und toxischen Wirkung aufgrund der Verschiebung der Eiweissbindung gleichzeitig verabreichter Arzneimittel in Betracht gezogen werden.
Es wurde über neurologische und kardiale Ereignisse berichtet, wenn Ritonavir gleichzeitig mit Fluoxetin eingenommen wurde. Das mögliche Vorliegen einer Wechselwirkung kann nicht ausgeschlossen werden.
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