Indikationen/AnwendungsmöglichkeitenMalarone ist indiziert:
zur Prophylaxe von Plasmodium falciparum Malaria bei Erwachsenen und Kindern (über 10 kg Körpergewicht);
zur Behandlung der akuten, unkomplizierten Plasmodium falciparum Malaria bei Erwachsenen und Kindern (≥5 kg Körpergewicht).
Malarone ist sowohl gegen empfindliche wie auch gegenüber anderen Malariamitteln resistente Stämme von P. falciparum wirksam. Das Präparat sollte deshalb zur Prophylaxe von P. falciparum-Infektionen in erster Linie in Gebieten eingesetzt werden, in denen Stämme verbreitet sind, die gegenüber anderen Malariamitteln resistent sind, sowie zur Behandlung von Patienten mit P. falciparum-Malariainfektionen während deren Aufenthalt in diesen Regionen.
Offizielle Richtlinien sowie lokale Empfehlungen der Prävalenz von Resistenz gegenüber Malariamitteln sollten berücksichtigt werden. Offizielle Richtlinien sind diejenigen der WHO und der Gesundheitsbehörden.
KontraindikationenMalarone ist kontraindiziert bei Patienten mit bekannter Überempfindlichkeit auf Atovaquon, Proguanil oder eine andere Komponente des Präparates.
Die Verabreichung von Malarone zur Malariaprophylaxe an Patienten mit schwerer Niereninsuffizienz (Kreatinin-Clearance <30 ml/min) ist kontraindiziert.
Warnhinweise und VorsichtsmassnahmenSchwere kutane Arzneimittelreaktionen:
Schwere kutane Arzneimittelreaktionen (SCARs), einschliesslich Stevens-Johnson-Syndrom (SJS), Arzneimittelexanthem mit Eosinophilie und systemischen Symptomen (DRESS) sowie Erythema multiforme (EM), wurden bei Patienten berichtet, die Atovaquon-Proguanil-HCl erhalten haben.Da SCARs lebensbedrohlich oder tödlich sein können, muss beim Auftreten von Anzeichen und Symptomen, die auf SCARs hindeuten, die Behandlung mit Atovaquon-Proguanil-HCl unverzüglich abgebrochen und eine alternative Behandlung eingeleitet werden. Patienten, bei denen unter der Anwendung von Atovaquon-Proguanil-HCl SCARs aufgetreten sind, dürfen kein Malarone mehr erhalten (siehe "Kontraindikationen" und" Unerwünschte Wirkungen" ).
Die Wirksamkeit von Malarone in der Behandlung von zerebraler Malaria oder anderen schweren Manifestationen wie Hyperparasitämie, pulmonalen Ödemen oder Nierenversagen wurde nicht untersucht.
Die Wirksamkeit und Verträglichkeit von Malarone zur Prophylaxe von Malaria bei Kindern mit einem Körpergewicht unter 11 kg und zur Behandlung von Malaria bei Kindern unter 5 kg Körpergewicht wurden nicht untersucht.
Im Falle einer rezidivierenden Infektion mit P. falciparum oder einem Versagen der Chemoprophylaxe sollte der Patient mit einer anderen schizontiziden Substanz behandelt werden.
Es traten häufig Rezidive auf, wenn eine P. vivax Malaria alleine mit Malarone behandelt wurde.
Reisende mit einer starken Exposition zu P. vivax oder P. ovale sowie jene mit einer Malariaerkrankung, die durch einen dieser beiden Parasiten verursacht wurde, sollten zusätzlich mit einem weiteren Medikament, wie beispielsweise Primaquin, behandelt werden, das gegen Hypnozoiten wirksam ist.
Patienten, die Malarone zur Prophylaxe oder Behandlung einer Malariaerkrankung verwenden, sollten eine Wiederholungsdosis einnehmen, falls sie sich innerhalb von einer Stunde nach der Einnahme der Dosis übergeben müssen.
Bei Durchfall während einer Prophylaxe ist der normale Dosierungsplan beizubehalten. Bei Patienten mit Durchfall oder Erbrechen kann die Atovaquon-Resorption beeinträchtigt sein, doch haben weder Durchfall noch Erbrechen zu einer reduzierten Wirksamkeit bei der Malariaprophylaxe im Rahmen der klinischen Studien mit Malarone geführt. Allerdings ist den Patienten mit Durchfall oder Erbrechen wie bei allen Malariamitteln anzuraten, auch weiterhin persönliche Schutzmassnahmen einzuhalten (Insektenschutzmittel, Moskitonetz über dem Bett).
Bei Patienten mit akuter Malaria, die von Durchfall oder Erbrechen betroffen sind, ist eine Alternativtherapie in Erwägung zu ziehen. Bei der Verwendung von Malarone zur Malariabehandlung bei diesem Patientenkreis sollte eine engmaschige Überwachung im Hinblick auf das Auftreten einer Parasitämie erfolgen.
Bei Patienten, welche unter einer gleichzeitigen Therapie mit Tetrazyklin oder Metoclopramid stehen, sollte das Vorhandensein von Malariaerregern im Blut ebenfalls genau überwacht werden (siehe "Interaktionen" ).
Die gleichzeitige Verabreichung von Malarone und Rifampicin oder Rifabutin ist nicht empfohlen (siehe "Interaktionen" ).
Bei Patienten mit schwerer Niereninsuffizienz (Kreatinin-Clearance <30ml/min) sollten wenn immer möglich andere Medikamente zur Behandlung der P. falciparum Malaria vorgezogen werden (siehe "Pharmakokinetik" , "Dosierung/Anwendung" und "Kontraindikationen" ).
Bei Patienten mit Leberinsuffizienz siehe "Pharmakokinetik" und "Dosierung/Anwendung, spezielle Dosierungsanweisungen" .
Malarone und Malarone junior enthalten weniger als 1 mmol Natrium (23 mg) pro Filmtablette, d.h. sie sind nahezu "natriumfrei" .
Schwangerschaft, StillzeitSchwangerschaft
Die Sicherheit einer kombinierten Anwendung von Atovaquon und Proguanil während der Schwangerschaft wurde nicht untersucht.
Untersuchungen zur Reproduktionstoxizität am Tier ergaben kein teratogenes Potential bei Dosen von Atovaquon:Proguanil-HCl bis zu 50:20 mg/kg/Tag bei Ratten oder 100:40 mg/kg/Tag bei Kaninchen. Bei Kaninchen, die Atovaquon allein in Dosierungen bis zu 1200 mg/kg/Tag erhielten, wurde eine erhöhte Inzidenz von Resorptionen sowie verringerte Grösse und Gewicht der Föten festgestellt. Diese Auswirkungen waren wahrscheinlich sekundär zu der Toxizität von Atovaquon beim Muttertier zu sehen.
Da jedoch Ergebnisse von Untersuchungen am Tier nicht in jedem Fall der Reaktion beim Menschen entsprechen, sollte die Gabe von Malarone während der Schwangerschaft nur erwogen werden, wenn der zu erwartende Nutzen für die Mutter das Risiko für den Fötus überwiegt.
Die Proguanil-Komponente von Malarone, metabolisiert zu Cycloguanil, wirkt durch eine Hemmung der parasitären Dihydrofolatreduktase. Es liegen keine klinischen Daten vor, die darauf hinweisen, dass eine ergänzende Folat-Verabreichung die Wirksamkeit des Medikaments verringert. Bei Frauen im gebärfähigen Alter, die Folat-Ergänzungspräparate zur Vorbeugung von Neuralrohr-Defekten erhalten, kann diese Behandlung während der Einnahme von Malarone fortgesetzt werden.
Stillzeit
In einer Studie mit Ratten betrug die Atovaquonkonzentration in der Muttermilch 30% der mütterlichen Plasmakonzentration. Ob Atovaquon in die menschliche Muttermilch ausgeschieden wird, ist nicht bekannt.
Proguanil wird beim Menschen in kleinen Mengen in die Muttermilch ausgeschieden.
Die Einnahme von Malarone während der Stillzeit kann deshalb nicht empfohlen werden.
Unerwünschte WirkungenDie unerwünschten Wirkungen werden nachfolgend nach Organklasse und Häufigkeit geordnet aufgeführt. Die Häufigkeiten werden wie folgt definiert: sehr häufig (>1/10), häufig (>1/100, <1/10), gelegentlich (>1/1000, <1/100), selten (>1/10'000, <1/1000), sehr selten (<1/10'000). Die Häufigkeiten für sehr häufige, häufige und gelegentliche unerwünschte Wirkungen werden normalerweise in klinischen Studien bestimmt. Seltene und sehr seltene unerwünschte Ereignisse wurden oft auch durch Spontanmeldungen erfasst. Die Häufigkeitsklassifizierung "Nicht bekannt" wurde auf diejenigen Reaktionen angewendet, bei denen anhand der verfügbaren Daten keine Häufigkeit abgeschätzt werden konnte.
Da Malarone Atovaquon und Proguanil-HCl enthält, können die Nebenwirkungen jeder dieser Substanzen auftreten. Es liegen keine Hinweise auf eine zusätzliche Toxizität nach gleichzeitiger Verabreichung von Atovaquon und Proguanil vor.
Die folgenden unerwünschten Wirkungen können bei Anwendung von Malarone, Atovaquon oder Proguanil-HCl auftreten:
Störungen des Blut- und Lymphsystems
Häufig: Anämie, Neutropenie.
Nicht bekannt: Panzytopenie bei Patienten mit schwerer Niereninsuffizienz.
Störungen des Immunsystems
Nicht bekannt: Überempfindlichkeitsreaktionen einschliesslich Angioödem, Bronchospasmus und Anaphylaxie; Vasculitis.
Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen
Häufig: Hyponatriämie, Anorexie.
Gelegentlich: erhöhte Amylasewerte.
Psychiatrische Störungen
Selten: Halluzinationen.
Nicht bekannt: Ungewöhnliche Träume, Depression, Angst, Panikattacken, Weinen, Albträume, Psychotische Störungen.
Störungen des Nervensystems
Sehr häufig: Kopfschmerzen.
Häufig: Schlaflosigkeit, Schwindel.
Atmungsorgane
Häufig: Husten.
Gastrointestinale Störungen
Sehr häufig: Bauchschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Durchfall.
Gelegentlich: Stomatitis.
Nicht bekannt: Gastrointestinale Unverträglichkeit, Ulzera der Mundhöhle.
Funktionsstörungen der Leber und der Galle
Häufig: Anstieg der Leberenzymwerte.
Nicht bekannt: Hepatitis, Cholestase.
Daten aus klinischen Studien für Malarone weisen darauf hin, dass Veränderungen von Leberparametern reversibel waren und nicht mit unangemessenen klinischen Manifestationen einhergingen.
Funktionsstörungen der Haut und des Unterhautzellgewebes
Häufig: Ausschlag.
Gelegentlich: Haarausfall, Urtikaria.
Sehr selten: Arzneimittelexanthem mit Eosinophilie und systemischen Symptomen (DRESS) (siehe "Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen" ).
Nicht bekannt: Stevens-Johnson-Syndrom, Erythema multiforme (siehe "Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen" ).
Allgemeine Störungen
Häufig: Fieber.
Die in klinischen Studien von Malarone zur Malariaprophylaxe unabhängig von der Zuordnung am häufigsten beobachteten Nebenwirkungen waren: Kopfschmerzen, Bauchschmerzen und Diarrhoe. Diese unerwünschten Wirkungen traten in der Malarone- und in der Placebogruppe mit derselben Häufigkeit auf.
In klinischen Studien von Malarone in der Behandlung der Malaria waren die am häufigsten beobachteten unerwünschten Wirkungen unabhängig von der Zuordnung: Bauchschmerzen, Kopfschmerzen, Anorexie, Übelkeit, Erbrechen, Durchfall und Husten. Diese wurden im Allgemeinen bei einem vergleichbaren Anteil von Patienten beobachtet, die Malarone oder ein anderes Malariamittel erhielten.
Daten aus offenen Studien von Malarone in der Behandlung der Malaria, an denen Kinder mit einem Körpergewicht zwischen 5 und 11 kg teilgenommen haben, deuten darauf hin, dass das Profil von unerwünschten Wirkungen ähnlich wie bei Erwachsenen ist.
Bei Kindern liegen Langzeitsicherheitsdaten nur begrenzt vor. Insbesondere wurden keine Untersuchungen über die Langzeiteffekte von Malarone auf das Wachstum, die Pubertät und die allgemeine Entwicklung durchgeführt.
Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von grosser Wichtigkeit. Sie ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels. Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdacht einer neuen oder schwerwiegenden Nebenwirkung über das Online-Portal ElViS (Electronic Vigilance System) anzuzeigen. Informationen dazu finden Sie unter www.swissmedic.ch.
Zulassungsnummer54150 (Swissmedic).
PackungenMalarone Filmtabletten: 12 (A)
Malarone Junior Filmtabletten: 12 (A)
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