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Fachinformation zu HerceptinÂź:Roche Pharma (Schweiz) AG
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FahrtĂŒcht.Unerw.WirkungenÜberdos.Eigensch.Pharm.kinetikPrĂ€klin.Sonstige H.Swissmedic-Nr.
PackungenReg.InhaberStand d. Info. 

Zusammensetzung

Wirkstoffe
Trastuzumabum (gentechnologisch hergestellt unter Verwendung von CHO [Chinese Hamster Ovary]-Zellen).
Hilfsstoffe
Herceptin-Durchstechflasche:
L-histidini hydrochloridum monohydricum, L-histidinum, α,α-trehalosum dihydricum, polysorbatum 20 (aus gentechnisch verÀndertem Mais hergestellt).
Durchstechflasche mit 20 ml Lösungsmittel (bakteriostatisches Wasser fĂŒr Injektionszwecke):
Alcohol benzylicus (E1519) (220 mg), aqua ad iniectabilia.

Darreichungsform und Wirkstoffmenge pro Einheit

Weisses Pulver fĂŒr ein Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung.
Durchstechflaschen zur Einfachdosierung mit 150 mg Trastuzumab.
Durchstechflaschen zur Mehrfachdosierung mit 440 mg Trastuzumab.
Rekonstituiertes Herceptin-Konzentrat enthÀlt 21 mg/ml Trastuzumab.

Indikationen/Anwendungsmöglichkeiten

Mammakarzinom
Die Überexpression von HER2 muss vor Beginn einer Herceptin-Behandlung im Tumorgewebe des Patienten immunohistochemisch mit 3+ oder molekularbiologisch [Bestimmung einer HER2-Genamplifikation mittels Fluoreszenz-in-situ-Hybridisierung (FISH) oder chromogener In-situ-Hybridisierung (CISH)] nachgewiesen worden sein.
Metastasiertes Mammakarzinom
Herceptin ist zur Behandlung von Patienten mit metastasiertem Mammakarzinom indiziert, wenn die Tumoren HER2 ĂŒberexprimieren:
a.als Monotherapeutikum zur Behandlung von Patienten, die bereits eine oder mehrere Chemotherapien gegen ihre metastasierte Erkrankung erhalten haben;
b.in Kombination mit Paclitaxel oder Docetaxel zur Behandlung von Patienten, die noch keine Chemotherapie gegen ihre metastasierte Erkrankung erhalten haben;
c.in Kombination mit einem Aromatasehemmer zur Behandlung von postmenopausalen Patienten mit Hormonrezeptor-positivem metastasiertem Mammakarzinom, die noch keine Chemotherapie gegen ihre metastasierte Erkrankung erhalten haben.
Über Patienten mit Mammakarzinom, die im FrĂŒhstadium Herceptin als adjuvante Behandlung erhalten haben, liegen keine Daten vor.
Mammakarzinom im FrĂŒhstadium
Herceptin ist indiziert fĂŒr die Behandlung von Patienten mit HER2-positivem Mammakarzinom im FrĂŒhstadium
im Anschluss an eine Operation, eine (neoadjuvante oder adjuvante) Chemotherapie und (falls anwendbar) eine Strahlentherapie;
im Anschluss an eine adjuvante Chemotherapie mit Doxorubicin und Cyclophosphamid, in Kombination mit Paclitaxel oder Docetaxel;
in Kombination mit einer adjuvanten Chemotherapie bestehend aus Docetaxel und Carboplatin;
in Kombination mit einer neoadjuvanten Chemotherapie gefolgt von adjuvantem Herceptin bei lokal fortgeschrittenem (einschliesslich entzĂŒndlichem) Mammakarzinom oder Tumoren mit einem Durchmesser >2 cm.
Metastasiertes Magenkarzinom oder Karzinom des gastroösophagealen Übergangs
Herceptin in Kombination mit Capecitabin oder intravenösem 5-Fluorouracil und Cisplatin ist indiziert fĂŒr die Behandlung von Patienten mit HER2-positivem metastasierendem Adenokarzinom des Magens oder des gastroösophagealen Übergangs, welche keine Chemotherapie im Rahmen der metastatischen Erkrankung erhalten haben. Herceptin sollte nur bei Patienten mit metastasierendem Magenkarzinom, deren Tumoren HER2 ĂŒberexprimieren, definiert durch IHC2+ und bestĂ€tigt durch ein positives FISH+- oder Silberin-situ-Hybridisierungsergebnis (SISH), oder IHC3+ bestimmt durch einen validierten Test, angewendet werden.

Dosierung/Anwendung

Eine Therapie mit Herceptin sollte unbedingt unter Aufsicht einer Ärztin oder eines Arztes eingeleitet werden mit Erfahrung in der Behandlung von Krebspatienten.
Ein validierter HER2-Test ist obligatorisch vor Beginn der Therapie durchzufĂŒhren (siehe "Eigenschaften/Wirkungen" ).
Zur Vermeidung von Medikationsfehlern ist es wichtig, die Etiketten der Durchstechflaschen zu prĂŒfen, um sicherzustellen, dass es sich beim Zubereiten und Verabreichen des Arzneimittels um Herceptin (Trastuzumab) und nicht um ein anderes Arzneimittel, das Trastuzumab als Antikörper-Wirkstoff-Konjugat enthĂ€lt (z.B. Trastuzumab Emtansin oder Trastuzumab Deruxtecan), handelt.
Um die RĂŒckverfolgbarkeit von biotechnologisch hergestellten Arzneimitteln sicherzustellen, wird empfohlen Handelsname und Chargennummer bei jeder Behandlung zu dokumentieren.
Metastasiertes Mammakarzinom - wöchentliches Therapieschema
Herceptin sollte mittels intravenöser Infusion verabreicht werden. Nicht mittels intravenöser Bolusinjektion verabreichen.
Die folgenden Initial- und weiteren Dosen werden fĂŒr eine Monotherapie und fĂŒr die Kombination mit einer Chemotherapie empfohlen:
Monotherapie
Initialdosis
Die empfohlene Initialdosis betrĂ€gt 4 mg/kg Körpergewicht Herceptin und soll als intravenöse Infusion ĂŒber einen Zeitraum von 90 Minuten verabreicht werden.
Weitere Dosen
Die empfohlene wöchentliche Erhaltungsdosis betrĂ€gt 2 mg/kg Körpergewicht Herceptin. Wurde die Initialdosis gut vertragen, so kann die Erhaltungsdosis als 30-minĂŒtige Infusion verabreicht werden.
Kombinationstherapie mit Paclitaxel oder Docetaxel
Die Dosierung von Herceptin in der Kombinationstherapie entspricht derjenigen der Monotherapie. Paclitaxel oder Docetaxel wird am folgenden Tag nach der ersten Behandlungsdosis mit Herceptin verabreicht. Anschliessend kann alle 3 Wochen Paclitaxel oder Docetaxel sofort nach den folgenden Herceptin-Dosen verabreicht werden, wenn die vorangehende Herceptin-Anwendung gut vertragen wurde. FĂŒr die Dosierung von Paclitaxel oder Docetaxel siehe die entsprechenden Fachinformationen.
Kombinationstherapie mit einem Aromatasehemmer
Die Dosierung von Herceptin in der Kombinationstherapie entspricht derjenigen der Monotherapie. In der zulassungsrelevanten Studie wurden Herceptin und Anastrozol am ersten Tag verabreicht. Bei gleichzeitiger Verabreichung gab es keine EinschrĂ€nkungen in Bezug auf das relative Timing. FĂŒr die Dosierung von Anastrozol siehe die entsprechende Fachinformation. Falls der Patient Tamoxifen erhielt, sollte dies mindestens ein Tag vor Beginn der Kombinationstherapie abgesetzt werden.
Metastasiertes Mammakarzinom - 3-wöchentliches Therapieschema
Monotherapie und Kombinationstherapie
Alternativ zur wöchentlichen Verabreichung wird in der Monotherapie und in Kombination mit Paclitaxel, Docetaxel oder einem Aromatasehemmer folgendes 3-wöchentliches Schema empfohlen:
Die Initialdosis betrĂ€gt 8 mg/kg Körpergewicht Herceptin, gefolgt von 6 mg/kg Körpergewicht 3 Wochen spĂ€ter. Die anschliessenden Herceptin-Dosen von 6 mg/kg Körpergewicht werden in 3-wöchentlichen AbstĂ€nden wiederholt. Die Verabreichung erfolgt mittels Infusion ĂŒber etwa 90 Minuten.
Wurde die Initialdosis gut vertragen, so kann die Erhaltungsdosis als 30-minĂŒtige Infusion verabreicht werden.
Mammakarzinom im FrĂŒhstadium
Herceptin wird fĂŒr die folgenden Therapieschemata bis zum Rezidiv oder ĂŒber total 52 Wochen verabreicht.
Wöchentliche Anwendung
Bei der wöchentlichen Anwendung betrÀgt die Initialdosis 4 mg/kg Körpergewicht, gefolgt von 2 mg/kg Körpergewicht jede Woche.
3-wöchentliche Anwendung
Bei der 3-wöchentlichen Anwendung betrÀgt die empfohlene Initialdosis Herceptin 8 mg/kg Körpergewicht. Die empfohlene Erhaltungsdosis Herceptin bei 3-wöchentlichen Intervallen betrÀgt 6 mg/kg Körpergewicht und wird 3 Wochen nach der Initialdosis begonnen.
Wenn Herceptin im Anschluss an eine Kombination mit Chemotherapie alleine fortgesetzt wird, wird bei 3-wöchigem Intervall 6 mg/kg Körpergewicht verabreicht.
Wie Herceptin in den Studien in Kombination mit Chemotherapie untersucht wurde, ist aus dem Abschnitt "Eigenschaften/Wirkungen" klinische Studien beim Mammakarzinom im FrĂŒhstadium ersichtlich.
Fortgeschrittenes Magenkarzinom oder Karzinom des gastroösophagealen Übergangs - 3-wöchentliches Therapieschema
Die Initialdosis betrĂ€gt 8 mg/kg Körpergewicht, gefolgt von 6 mg/kg Körpergewicht 3 Wochen spĂ€ter. Die anschliessenden Herceptin-Dosen von 6 mg/kg Körpergewicht werden in 3-wöchentlichen AbstĂ€nden wiederholt. Die Verabreichung erfolgt mittels Infusion ĂŒber ca. 90 Minuten. Wurde die Initialdosis gut vertragen, so kann die Erhaltungsdosis als 30-minĂŒtige Infusion verabreicht werden.
Therapiedauer
Patienten mit metastasiertem Mammakarzinom oder fortgeschrittenem Magenkarzinom und Karzinom des gastroösophagealen Übergangs sollten bis zur Krankheitsprogression bzw. bis zum Auftreten nicht beherrschbarer ToxizitĂ€t mit Herceptin behandelt werden. Patienten mit einem Mammakarzinom im FrĂŒhstadium sollten 1 Jahr lang oder bis zum Wiederauftreten der Krankheit bzw. bis zum Auftreten nicht beherrschbarer ToxizitĂ€t behandelt werden, je nachdem, welcher Fall zuerst eintritt. Die Behandlung eines Mammakarzinoms im FrĂŒhstadium ĂŒber die Dauer eines Jahres hinaus wird nicht empfohlen (siehe Abschnitt "Eigenschaften/Wirkungen: Klinische Wirksamkeit" ).
Dosisanpassung aufgrund unerwĂŒnschter Wirkungen
Falls der Patient eine infusionsbedingte Reaktion (IRR) entwickelt, sollte die Geschwindigkeit der Infusion von Herceptin IV verlangsamt oder die Infusion unterbrochen werden und der Patient sollte bis zum Abklingen aller beobachteten Symptome ĂŒberwacht werden (siehe "Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen" ).
In klinischen Studien wurde keine Dosisreduktion fĂŒr Herceptin vorgenommen. In Phasen einer reversiblen, Chemotherapie-induzierten Myelosuppression kann die Behandlung mit Herceptin fortgefĂŒhrt werden, doch die Patienten sollten wĂ€hrend dieser Zeit sorgfĂ€ltig auf Komplikationen durch Neutropenie kontrolliert werden. Die speziellen Anweisungen zur Dosisreduktion oder IntervallverlĂ€ngerung fĂŒr die Chemotherapie sind zu beachten.
Wenn die linksventrikulĂ€re Auswurffraktion (LVEF) um ≄10 Prozentpunkte unter den Ausgangswert oder unter 50% absinkt, sollte die Behandlung ausgesetzt und innerhalb von etwa 3 Wochen eine erneute LVEF-Messung durchgefĂŒhrt werden. Wenn die LVEF sich nicht verbessert, weiter absinkt oder sich eine symptomatische kongestive Herzinsuffizienz (KHI) entwickelt, sollte ein Abbruch der Behandlung mit Herceptin ernsthaft erwogen werden, es sei denn, dass man annimmt, dass der Nutzen fĂŒr den einzelnen Patienten das Risiko ĂŒberwiegt. Diese Patienten sollten zur Untersuchung an einen Kardiologen ĂŒberwiesen und weiterhin beobachtet werden.
Spezielle Dosierungsanweisungen
Ältere Patienten
Aufgrund der Daten ist anzunehmen, dass die VerfĂŒgbarkeit von Herceptin nicht altersabhĂ€ngig ist (siehe "Kinetik spezieller Patientengruppen" ).
In klinischen Studien erhielten Patienten ≄65 Jahren keine reduzierten Dosen von Herceptin.
Kinder und Jugendliche
Die Anwendung und Sicherheit von Herceptin bei Kindern und Jugendlichen <18 Jahren ist bisher nicht geprĂŒft worden.
VerspÀtete Dosisgabe
Falls der Patient eine Herceptin-Dosis im Zeitraum von höchstens einer Woche versĂ€umt hat, sollte die ĂŒbliche Erhaltungsdosis (wöchentliches Therapieschema: 2 mg/kg Körpergewicht; 3-wöchentliches Therapieschema: 6 mg/kg Körpergewicht) so bald wie möglich verabreicht werden (nicht bis zum nĂ€chsten planmĂ€ssigen Zyklus zuwarten). Nachfolgende Herceptin-Erhaltungsdosen sollten gemĂ€ss dem wöchentlichen bzw. drei-wöchentlichen Behandlungsschema 7 bzw. 21 Tage spĂ€ter verabreicht werden.
Falls der Patient eine Herceptin-Dosis im Zeitraum von mehr als einer Woche versĂ€umt hat, sollte erneut eine Initialdosis Herceptin ĂŒber ca. 90 Minuten so bald wie möglich verabreicht werden (wöchentliches Therapieschema: 4 mg/kg Körpergewicht; 3-wöchentliches Therapieschema: 8 mg/kg Körpergewicht). Nachfolgende Herceptin-Erhaltungsdosen (wöchentliches Behandlungsschema: 2 mg/kg; drei-wöchentliches Behandlungsschema 6 mg/kg) sollten gemĂ€ss dem wöchentlichen bzw. drei-wöchentlichen Behandlungsschema 7 bzw. 21 Tage spĂ€ter verabreicht werden.

Kontraindikationen

Herceptin ist kontraindiziert bei Patienten, bei denen eine Überempfindlichkeit gegenĂŒber Trastuzumab, Hamster-(CHO)-Zellprotein oder einem der Hilfsstoffe des Arzneimittels bzw. des Lösungsmittels bekannt ist.
Herceptin und Anthracycline sollten beim metastasierten Mammakarzinom und bei adjuvanter Behandlung nicht gleichzeitig verabreicht werden. Bei neoadjuvanter Behandlung sollte die gleichzeitige Verabreichung von Herceptin und Anthracyclinen mit Vorsicht und nur bei Chemotherapie-naiven Patienten eingesetzt werden.
Herceptin ist kontraindiziert bei Patienten, die aufgrund ihrer fortgeschrittenen malignen Erkrankung oder KomorbiditÀten an Ruhedyspnoe leiden.

Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen

Herceptin zur Mehrfachdosierung (Benzylalkohol)
Das Lösungsmittel fĂŒr Herceptin 440 mg (bakteriostatisches Wasser fĂŒr Injektionszwecke) enthĂ€lt 220 mg Benzylalkohol/20 ml als Konservierungsmittel. Benzylalkohol kann allergische Reaktionen hervorrufen. Benzylalkohol, wurde mit dem Risiko schwerwiegender Nebenwirkungen, einschliesslich Atemproblemen (sogenanntes "Gasping-Syndrom" ) bei Kleinkindern in Verbindung gebracht. Das PrĂ€parat darf bei Neugeborenen und Kleinkindern nicht angewendet werden. Falls Herceptin Patienten mit bekannter Überempfindlichkeit gegenĂŒber Benzylalkohol verabreicht werden soll, ist das Herceptin-Pulver ausschliesslich mit Wasser fĂŒr Injektionszwecke zu rekonstituieren und der Durchstechflasche nur eine Dosis Herceptin zu entnehmen. Die unverbrauchte Restmenge ist zu verwerfen.
Das sterile Wasser fĂŒr Injektionszwecke, das zur Rekonstitution der Herceptin 150 mg Vials zur Einfachdosierung verwendet wird, enthĂ€lt kein Benzylalkohol.
Infusionsbedingte Reaktionen
Teilweise schwerwiegende infusionsbedingte Reaktionen (typische Symptome z.B. Dyspnoe, Hypotonie, Übelkeit, Fieber, Bronchospasmus, Tachykardie, verminderte SauerstoffsĂ€ttigung, Urtikaria und Exanthem), wurden bei Patienten wĂ€hrend der Therapie mit Herceptin beobachtet. Diese unerwĂŒnschten Wirkungen können im Rahmen einer infusionsbedingten Reaktion oder als verspĂ€tete Reaktion auftreten. Zur Verringerung des Risikos fĂŒr das Auftreten von infusionsbedingten Reaktionen kann eine PrĂ€medikation verabreicht werden.
Die Patienten sollten auf infusionsbedingte Reaktionen ĂŒberwacht werden. Eine Unterbrechung der Infusion kann helfen, solche Symptome zu kontrollieren. Die Infusion kann wieder aufgenommen werden, wenn die Symptome abklingen. Diese Symptome können mit einem Analgetikum/Antipyretikum wie Pethidin oder Paracetamol oder einem Antihistaminikum wie Diphenhydramin behandelt werden. Schwerwiegende Reaktionen wurden mit einer symptomatischen Therapie, wie beispielsweise der Verabreichung von Sauerstoff, Beta-Agonisten und Kortikoiden erfolgreich behandelt. In seltenen FĂ€llen sind diese Reaktionen mit einem klinischen Verlauf verbunden, der einen letalen Ausgang haben kann. Patienten, die aufgrund ihrer fortgeschrittenen malignen Erkrankung oder KomorbiditĂ€ten an Ruhedyspnoe leiden, könnten einem erhöhten Risiko letaler Reaktionen bei der Infusion ausgesetzt sein. Deshalb sollten diese Patienten nicht mit Herceptin behandelt werden (siehe "Kontraindikationen" ).
Infusionsbedingte Reaktionen können klinisch mitunter nur schwer von Überempfindlichkeitsreaktionen unterschieden werden.
KardiotoxizitÀt
Allgemeine Hinweise
Bei Patienten unter Herceptin-Behandlung besteht ein erhöhtes Risiko einen kongestive Herzinsuffizienz NYHA Klasse II-IV oder asymptomatische Herzfunktionsstörungen zu entwickeln. Dies wurde bei Monotherapie mit Herceptin und in Kombination mit Taxanen nach Anthrazyklin (Doxorubicin, Epirubicin) Therapie beobachtet. Die Herzinsuffizienz kann mĂ€ssig bis schwer sein und zum Tod fĂŒhren (siehe "UnerwĂŒnschte Wirkungen" ). Die Behandlung bei Patienten mit einem erhöhten kardialen Risiko (z.B. Hypertonie, belegte koronare Herzkrankheit, kongestive Herzinsuffizienz, diastolische Dysfunktion, höheres Alter) sollte mit Vorsicht erfolgen.
Herceptin und Anthracycline sollten beim metastasierten Mammakarzinom und bei adjuvanter Behandlung nicht gleichzeitig verabreicht werden. Bei neoadjuvanter-Behandlung sollte die gleichzeitige Verabreichung von Herceptin und Anthracyclinen mit Vorsicht und nur bei Chemotherapie-naiven Patienten eingesetzt werden (siehe "Kontraindikationen" ). Die maximale kumulative Dosis der niedrig dosierten Anthracyclin-Therapie sollte 180 mg/m2 (Doxorubicin) oder 360 mg/m2 (Epirubicin) nicht ĂŒbersteigen. Wurden Patienten in der neoadjuvanten Therapie mit niedrig dosierten Anthracyclinen in Kombination mit Herceptin behandelt, sollte nach der Operation keine zusĂ€tzliche zytotoxische Chemotherapie verabreicht werden. Die klinische Erfahrung in der neoadjuvanten-adjuvanten Therapie bei Patienten ĂŒber 65 Jahren ist limitiert.
UnabhÀngig vom verwendeten Regime traten die meisten symptomatischen kardialen Nebenwirkungen innerhalb der ersten 18 Monate auf. Die kumulative Inzidenz nahm nach 3 Jahren nicht zu. Der Grossteil der linksventrikulÀren Dysfunktionen besserte sich nach Absetzen der Herceptin-Therapie und/oder Einleitung einer kardialen medikamentösen Therapie.
Populationspharmakokinetische Modellsimulationen deuten darauf hin, dass sich Trastuzumab noch bis zu 7 Monate nach Absetzen der Behandlung mit intravenös oder subkutan verabreichtem Herceptin im Blutkreislauf befinden kann (siehe "Pharmakokinetik" ). Patienten, die nach Absetzen von Herceptin Anthracycline erhalten, sind wahrscheinlich ebenfalls einem erhöhten Risiko fĂŒr KardiotoxizitĂ€t ausgesetzt.
Wenn möglich, sollte eine Anthracyclin-Therapie noch bis zu 7 Monate nach dem Absetzen von Herceptin vermieden werden.
Vor Behandlung mit Herceptin, insbesondere bei vorangegangener Behandlung mit Anthracyclin, sollte eine PrĂŒfung der Herzfunktion einschliesslich Anamnese und körperlicher Untersuchung sowie EKG, Echokardiogramm und/oder MUGA-Scan erfolgen. Eine Überwachung zur frĂŒhzeitigen Erkennung der Patienten, bei denen sich eine Herzfunktionsstörung entwickelt, sollte durch PrĂŒfung der Herzfunktion, wie vor Behandlungsbeginn, wĂ€hrend der Behandlung alle 3 Monate und nach Absetzen der Behandlung alle 6 Monate bis 24 Monate nach der letzten Verabreichung von Herceptin vorgenommen werden. Bei Patienten, die eine Anthracyclin-haltige Chemotherapie erhalten haben, ist eine weitere Überwachung empfohlen und sollte jĂ€hrlich bis zu 5 Jahre nach der letzten Verabreichung von Herceptin wiederholt werden oder lĂ€nger, falls eine kontinuierliche Reduktion der LVEF beobachtet wird.
Falls die LVEF gegenĂŒber dem Ausgangswert um 10 oder mehr Prozentpunkte abnimmt oder unter 50% fĂ€llt, sollte die Verabreichung von Herceptin vorĂŒbergehend eingestellt und innerhalb von ca. 3 Wochen eine wiederholte LVEF-Bestimmung vorgenommen werden. Im Falle, dass sich die LVEF in der Zwischenzeit nicht verbessert, weiter abgenommen hat, oder falls sich eine klinisch signifikante Herzinsuffizienz entwickelt hat, sollte das Absetzen von Herceptin dringend erwogen werden, ausser der Nutzen wird im einzelnen Fall höher als die Risiken eingeschĂ€tzt. Patienten, die eine asymptomatische Herzfunktionsstörung entwickeln, sollten hĂ€ufiger (z.B. alle 6 - 8 Wochen) kontrolliert werden. Falls Patienten einen andauernden Abfall der linksventrikulĂ€ren Herzfunktion zeigen aber asymptomatisch bleiben, sollte die Ärztin oder der Arzt einen Abbruch der Behandlung erwĂ€gen, es sei denn, der Nutzen fĂŒr den jeweiligen Patienten wird höher eingeschĂ€tzt als die Risiken. Diese Patienten sollten zur Untersuchung an einen Kardiologen ĂŒberwiesen und weiterhin beobachtet werden.
Die Sicherheit der FortfĂŒhrung oder Wiederaufnahme von Herceptin bei Patienten, bei denen eine Herzfunktionsstörung auftrat, ist nicht prospektiv untersucht worden. Falls wĂ€hrend der Herceptin-Therapie eine symptomatische Herzinsuffizienz auftritt, sollte diese mit der Standardmedikation fĂŒr Herzinsuffizienz behandelt werden. In den pivotalen Studien verbesserte sich der Zustand der meisten Patienten, die eine Herzinsuffizienz oder eine asymptomatische Herzfunktionsstörung entwickelt hatten, unter Therapie mit Angiotensin-Converting-Enzyme-Hemmern, Angiotensin-Rezeptorblockern und Betablockern.
Adjuvante and Neoadjuvante Behandlung
Patienten mit einer Vorgeschichte von Myokardinfarkt, Angina pectoris, welche eine medikamentöse Behandlung erfordert, mit einer Vorgeschichte von oder mit bestehender kongestiver Herzinsuffizienz (NYHA Klasse II-IV), anderen Kardiomyopathien, kardialen Arrhythmien, welche eine medikamentöse Behandlung erfordern, klinisch signifikanten Herzklappenerkrankungen, ungenĂŒgend eingestellter Hypertonie (mit Standardmedikation eingestellte Hypertonie ausgenommen) und hĂ€modynamisch wirksamem Perikarderguss wurden von den adjuvanten Mammakarzinom-Studien mit Herceptin ausgeschlossen.
Bei Patienten mit Mammakarzinom im FrĂŒhstadium wurde ein Anstieg der Inzidenz von symptomatischen und asymptomatischen kardialen Ereignissen beobachtet, wenn Herceptin nach einer Anthracyclin-haltigen Chemotherapie verabreicht wurde, im Vergleich zu einer nicht-Anthracyclin-haltigen Behandlung wie Docetaxel oder Carboplatin. Die Inzidenz war grösser, wenn Herceptin gleichzeitig mit Taxanen verabreicht wurde, als bei sequenzieller Gabe nach Taxanen. UnabhĂ€ngig vom verwendeten Behandlungsschema traten die meisten symptomatischen kardialen Nebenwirkungen innerhalb der ersten 18 Monate auf.
Die Risikofaktoren fĂŒr kardiale Nebenwirkungen waren fortgeschrittenes Alter (>50 Jahre), ein tiefer Ausgangswert und abnehmende LVEF (<55%), eine tiefe LVEF vor oder nach Beginn der Behandlung mit Paclitaxel, eine Herceptin-Behandlung und vorangegangene oder gleichzeitige Einnahme von antihypertensiven Arzneimitteln. Bei Patienten, die Herceptin nach Beendigung der adjuvanten Chemotherapie erhielten, stand das Risiko fĂŒr Herzfunktionsstörungen in Zusammenhang mit einer höheren, vor Beginn der Herceptin-Behandlung verabreichten kumulativen Dosis von Anthracyclinen und einem höheren Body Mass Index (BMI >25 kg/m2).
Pulmonale Reaktionen
Über schwerwiegende unerwĂŒnschte Wirkungen der Lunge wĂ€hrend der Behandlung mit Herceptin in der Post-Marketing Phase wurde berichtet (siehe "UnerwĂŒnschte Wirkungen" ). Diese FĂ€lle hatten gelegentlich einen fatalen Ausgang und können als Teil einer infusionsbedingten Reaktion oder als verspĂ€tete Reaktion auftreten. ZusĂ€tzlich wurde ĂŒber interstitielle Lungenerkrankung einschliesslich Lungeninfiltrationen, akutes Atemnot Syndrom, Pneumonie, Pneumonitis, pleurale Effusionen, Atembeschwerden, akute pulmonale Ödeme und Atemversagen berichtet.
Risikofaktoren im Zusammenhang mit interstitiellen Lungenerkrankungen schliessen frĂŒhere oder gleichzeitig durchgefĂŒhrte andere anti-neoplastische Therapien ein, bei denen ein Zusammenhang mit interstitiellen Lungenerkrankungen bekannt ist, wie beispielsweise Taxane, Gemcitabin, Vinorelbin und Strahlentherapie. Bei Patienten, die aufgrund von Komplikationen einer fortgeschrittenen malignen Erkrankung und KomorbiditĂ€ten an einer Ruhedyspnoe leiden, kann ein erhöhtes Risiko fĂŒr pulmonale Ereignisse bestehen. Daher sollten diese Patienten nicht mit Herceptin behandelt werden.

Interaktionen

Es wurden keine formalen Interaktionsstudien mit Herceptin beim Menschen durchgefĂŒhrt. Klinisch relevante Wechselwirkungen zwischen Herceptin und den Begleitmedikationen, die in klinischen PrĂŒfungen eingesetzt wurden, sind nicht beobachtet worden.
Pharmakokinetische Interaktionen
In-vivo Daten
In Studien, in welchen Herceptin in therapeutischen Dosen in Kombination mit Docetaxel, Carboplatin oder Anastrozol verabreicht wurde, wurde weder die Pharmakokinetik dieser Arzneimittel noch diejenige von Trastuzumab verÀndert.
Die Konzentrationen von Paclitaxel und Doxorubicin [sowie von deren Hauptmetaboliten 6-α-Hydroxyl-Paclitaxel (POH) und Doxorubicinol (DOL)] waren in Anwesenheit von Trastuzumab unverĂ€ndert. Trastuzumab kann jedoch die Gesamtexposition gegenĂŒber einem Doxorubicin-Metaboliten [7-Desoxy-13-Dihydro-Doxorubicinon (D7D)] erhöhen. Die BioaktivitĂ€t von D7D und die klinische Auswirkung der Erhöhung dieses Metaboliten sind ungewiss. In Anwesenheit von Paclitaxel und Doxorubicin wurden keine VerĂ€nderungen der Trastuzumab-Konzentrationen beobachtet.
Die Ergebnisse einer Arzneimittelinteraktions-Substudie zur Beurteilung der Pharmakokinetik von Capecitabin und Cisplatin bei Anwendung mit oder ohne Trastuzumab legen nahe, dass die Exposition gegenĂŒber den bioaktiven Metaboliten (z.B. 5-FU) von Capecitabin durch die gleichzeitige Anwendung von Cisplatin bzw. Cisplatin plus Trastuzumab nicht beeinflusst wurde. Capecitabin selbst zeigte jedoch bei Kombination mit Trastuzumab höhere Konzentrationen und eine lĂ€ngere Halbwertszeit. Die Daten legen ebenfalls nahe, dass die Pharmakokinetik von Cisplatin durch die gleichzeitige Anwendung von Capecitabin bzw. Capecitabin plus Trastuzumab nicht beeinflusst wurde.

Schwangerschaft, Stillzeit

Schwangerschaft
Frauen im gebĂ€rfĂ€higen Alter sollten wĂ€hrend der Behandlung mit Herceptin und 7 Monate nach Abschluss der Behandlung eine wirksame EmpfĂ€ngnisverhĂŒtung durchfĂŒhren (siehe "Pharmakokinetik" ).
Das Arzneimittel hat schÀdliche pharmakologische Wirkungen auf die Schwangerschaft und/oder den Föten bzw. das Neugeborene.
Herceptin sollte wĂ€hrend der Schwangerschaft nicht angewendet werden, es sei denn, dies ist eindeutig erforderlich d.h. der potentielle Nutzen fĂŒr die Mutter ĂŒberwiegt gegenĂŒber dem potentiellen Risiko fĂŒr den Fetus.
Nach der MarkteinfĂŒhrung des Arzneimittels sind bei schwangeren Frauen, die mit Herceptin behandelt worden waren, FĂ€lle von BeeintrĂ€chtigungen des fetalen Nierenwachstums (z.B. renale Hypoplasie) und/oder der fetalen Nierenfunktion in Verbindung mit Oligohydramnie gemeldet worden, von denen einige mit einer tödlich verlaufenen pulmonalen Hypoplasie des Fetus einhergingen. Frauen, die schwanger werden, sollten auf die Möglichkeit einer SchĂ€digung des Fetus hingewiesen werden. Wenn eine schwangere Frau mit Herceptin behandelt wird oder wenn eine Patientin wĂ€hrend der Behandlung mit Herceptin oder innerhalb von 7 Monaten nach Verabreichung der letzten Dosis Herceptin schwanger wird, ist eine engmaschige Überwachung durch ein multidisziplinĂ€res Team angezeigt.
Stillzeit
In einer Studie, in der Cynomolgus-Affen von Tag 120 bis 150 der TrĂ€chtigkeit Dosen erhielten, die dem 25-Fachen der wöchentlichen Erhaltungsdosis beim Menschen von 2 mg/kg Herceptin i.v. entsprachen, zeigte sich, dass Trastuzumab postpartal in die Milch abgegeben wird. Die Trastuzumab-Exposition in utero und das Vorhandensein von Trastuzumab im Serum gesĂ€ugter Jungaffen war nicht mit unerwĂŒnschten Auswirkungen auf deren Wachstum oder Entwicklung zwischen der Geburt und dem Lebensalter von 1 Monat verbunden.
Es ist nicht bekannt, ob Trastuzumab beim Menschen in die Milch ĂŒbertritt. Da menschliches IgG jedoch vom Serum in die Muttermilch ĂŒbertritt und das GefĂ€hrdungspotential fĂŒr den SĂ€ugling nicht bekannt ist, sollte wĂ€hrend einer Therapie mit Herceptin nicht gestillt werden.
FertilitÀt
Ob Herceptin bei Verabreichung an schwangere Frauen die ReproduktionsfÀhigkeit beeintrÀchtigen kann, ist nicht bekannt.
Reproduktionsstudien wurden an Cynomolgus-Affen mit Dosierungen bis zum 25-fachen der wöchentlichen Erhaltungsdosis beim Menschen von 2 mg/kg Körpergewicht Herceptin durchgefĂŒhrt. Trastuzumab erwies sich im frĂŒhen (20. bis 50. Gestationstag) und spĂ€ten (120. bis 150. Gestationstag) Stadium der fetalen Entwicklung als plazentagĂ€ngig. Die Studien ergaben jedoch keinen Hinweis auf eine SchĂ€digung der Feten oder eine BeeintrĂ€chtigung der FertilitĂ€t.

Wirkung auf die FahrtĂŒchtigkeit und auf das Bedienen von Maschinen

Herceptin hat geringen Einfluss auf die FahrtĂŒchtigkeit und die FĂ€higkeit, Maschinen zu bedienen. WĂ€hrend der Behandlung mit Herceptin können Schwindel und SchlĂ€frigkeit auftreten (siehe Abschnitt "UnerwĂŒnschte Wirkungen" ). Patienten mit infusionsbedingten Symptomen (siehe Abschnitt "Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen" ) sollten angewiesen werden, sich nicht ans Steuer eines Fahrzeuges zu setzen sowie keine Maschinen zu bedienen, bis die Symptome vollstĂ€ndig abgeklungen sind.

UnerwĂŒnschte Wirkungen

Die schwerwiegendsten und/oder hĂ€ufigsten gemeldeten unerwĂŒnschten Wirkungen bei der Behandlung mit Herceptin sind KardiotoxizitĂ€t, Reaktionen auf die Infusion, HĂ€matotoxizitĂ€t (vor allem Neutropenie), Infektionen und pulmonale unerwĂŒnschte Ereignisse.
KardiotoxizitĂ€t (Herzinsuffizienz) NYHA Klasse II - IV ist eine hĂ€ufige unerwĂŒnschte Wirkung unter Behandlung mit Herceptin und kann unter UmstĂ€nden einen letalen Ausgang haben (siehe "Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen" ).
SchĂ€tzungsweise 49-54% (MBC) und 18-54% (EBC) der mit Herceptin behandelten Patienten werden infusionsbedingten Reaktionen jeglicher Art erfahren. Die meisten dieser infusionsbedingten unerwĂŒnschten Wirkungen sind jedoch schwacher bis mĂ€ssiger IntensitĂ€t (nach NCI-CTC Kriterien) und kommen vor allem in den ersten Behandlungen vor, insbesondere wĂ€hrend den ersten drei Infusionen mit abnehmender HĂ€ufigkeit in den folgenden Infusionen. Reaktionen beinhalten unter anderem SchĂŒttelfrost, Fieber, Übelkeit, Urtikaria, Exanthem, Dyspnoe, Bronchospasmus, Tachykardie und Hypotonie (siehe auch "Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen" ).
Schwerwiegende anaphylaktische Reaktionen, welche eine sofortige zusÀtzliche Intervention bedingen, kommen sehr selten und normalerweise wÀhrend der ersten oder zweiten Infusion von Herceptin vor (siehe "Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen" ).
Leukopenie, febrile Neutropenie AnĂ€mie und Thrombozytopenie kommen sehr hĂ€ufig vor. HĂ€ufig vorkommende unerwĂŒnschte Ereignisse beinhalten Neutropenie. Die HĂ€ufigkeit, mit der HypoprothrombinĂ€mie vorkommt, ist nicht bekannt.
Schwerwiegende pulmonale unerwĂŒnschte Wirkungen unter Behandlung mit Herceptin kommen selten vor, wurden aber gelegentlich mit einem letalen Ausgang in Verbindung gebracht. Diese beinhalten unter anderem Lungeninfiltrationen, akutes Atemnotsyndrom, Pneumonie, Pneumonitis, Pleuraerguss, Atemnot, akutes pulmonales Ödem und respiratorische Insuffizienz (siehe "Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen" ).
Auflistung der unerwĂŒnschten Wirkungen
Die Auflistung der HĂ€ufigkeitskategorien erfolgt unter BerĂŒcksichtigung der MedDRA Terminologie: Sehr hĂ€ufig (≄1/10), hĂ€ufig (≄1/100 bis <1/10), gelegentlich (≄1/1000 bis <1/100), selten (≄1/10'000 bis <1/1000), sehr selten (<1/10'000), nicht bekannt (kann anhand der verfĂŒgbaren Daten nicht abgeschĂ€tzt werden).
Nachfolgend sind unerwĂŒnschte Arzneimittelwirkungen und unerwĂŒnschte Ereignisse aufgefĂŒhrt, die mit der Anwendung von intravenösem Herceptin allein oder in Kombination mit einer Chemotherapie in zulassungsrelevanten klinischen Studien und nach der MarkteinfĂŒhrung berichtet wurden.
Die HĂ€ufigkeitsangaben beziehen sich auf die maximalen prozentualen HĂ€ufigkeiten unerwĂŒnschter Wirkungen, die in zulassungsrelevanten klinischen Studien beobachtet wurden.
Infektionen und parasitÀre Erkrankungen
Sehr hÀufig: Infektion (24%), Nasopharyngitis (17%).
HĂ€ufig: Zystitis, Influenza, Pharyngitis, Hautinfektion, Sinusitis, Rhinitis, Infektion der oberen Atemwege, Harnwegsinfektion, neutropenische Sepsis.
HĂ€ufigkeit nicht bekannt: Meningitis, Bronchitis.
Gutartige, bösartige und nicht spezifizierte Neubildungen (einschl. Zysten und Polypen)
HĂ€ufigkeit nicht bekannt: fortschreitende maligne Neoplasie, fortschreitende Neoplasie.
Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems
Sehr hÀufig: Neutropenie (47%), AnÀmie (28%), febrile Neutropenie (23%), Thrombozytopenie (16%), Leukopenie (15%).
HÀufigkeit nicht bekannt: HypoprothrombinÀmie, LeukÀmie, Immunthrombozytopenie.
Erkrankungen des Immunsystems
HÀufig: HypersensitivitÀt.
Selten: anaphylaktische Reaktion, anaphylaktischer Schock.
Stoffwechsel- und ErnÀhrungsstörungen
Sehr hÀufig: Anorexie (46%), Gewichtsabnahme (23%), verringerter Appetit (20%), Gewichtszunahme (15%).
HÀufigkeit nicht bekannt: HyperkaliÀmie, Tumorlysesyndrom.
Psychiatrische Erkrankungen
Sehr hÀufig: Insomnie (11%).
HĂ€ufig: Depression, Angst.
HĂ€ufigkeit nicht bekannt: Lethargie, paraneoplastische Kleinhirndegeneration.
Erkrankungen des Nervensystems
Sehr hÀufig: ParÀsthesie (50%), Kopfschmerzen (25%), Schwindel (21%), Dysgeusie (19%), HypoÀsthesie (11%), $Tremor.
HÀufig: GeschmacksbeeintrÀchtigung, erhöhter Muskeltonus (Muskelhypertonie), periphere Neuropathie, Benommenheit, SchlÀfrigkeit.
HÀufigkeit nicht bekannt: Lethargie, Koma, zerebrovaskulÀre Störungen.
Augenerkrankungen
Sehr hÀufig: Konjunktivitis (38%), verstÀrkter TrÀnenfluss (21%).
HĂ€ufig: trockenes Auge.
HÀufigkeit nicht bekannt: Papillenödem, retinale Blutungen, Madarosis.
Erkrankungen des Ohrs und des Labyrinths
Gelegentlich: Taubheit.
Herzerkrankungen*
Sehr hÀufig: Ejektionsfraktion verkleinert (11%), $Herzflattern, $unregelmÀssiger Herzschlag.
HÀufig: $supraventrikulÀre Tachyarrhythmie, (kongestive) Herzinsuffizienz, Kardiomyopathie, $Herzklopfen.
Gelegentlich: Perikarderguss.
HĂ€ufigkeit nicht bekannt: kardiogener Schock, Galopprhythmus vorhanden, Tachykardie.
GefÀsserkrankungen
Sehr hÀufig: Hitzewallungen (17%), Lymphödem (11%).
HĂ€ufig: $Hypotension, $Hypertension, Vasodilatation.
Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und Mediastinums
Sehr hÀufig: Epistaxis (18%), Rhinorrhoe (18%), Husten (16%), oropharyngeale Schmerzen (15%), Dyspnoe (14%).
HĂ€ufig: Asthma, Lungenerkrankung, Pleuraerguss, Pneumonie.
Gelegentlich: Pneumonitis, $Keuchen.
HĂ€ufigkeit nicht bekannt: interstitielle Lungenerkrankung, einschliesslich Lungeninfiltration, pulmonale Fibrose, respiratorische Insuffizienz, Atemstillstand, akutes pulmonales Ödem, akute Atemnot, Bronchospasmus, Kehlkopfödem, Orthopnoe, Belastungsdyspnoe, Schluckauf, akutes Atemnotsyndrom, Atemnotsyndrom, verminderte SauerstoffsĂ€ttigung, Hypoxie, Cheyne-Stokes-Atmung.
Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts
Sehr hĂ€ufig: Übelkeit (78%), Diarrhoe (50%), Erbrechen (50%), Stomatitis (40%), Obstipation (27%), abdominale Schmerzen (20%), Dyspepsie (14%), $Lippenschwellung.
HĂ€ufig: trockener Mund, HĂ€morrhoiden.
Gelegentlich: Pankreatitis.
HĂ€ufigkeit nicht bekannt: Gastritis.
Leber- und Gallenerkrankungen
HÀufig: LeberzellschÀdigung, Hepatitis, Leberempfindlichkeit.
Selten: Gelbsucht.
Erkrankungen der Haut und des Unterhautgewebes
Sehr hÀufig: Alopezie (94%), palmar-plantare ErythrodysÀsthesie (26%), Ausschlag (24%), Erythem (23%), Nagelstörungen (17%), NageltoxizitÀt (11%), $Gesichtsödem.
HÀufig: Akne, Dermatitis, trockene Haut, subkutane Blutung, Hyperhidrose, makulopapulöser Ausschlag, Pruritus, Onychoklasie.
Gelegentlich: Urtikaria.
HÀufigkeit nicht bekannt: Angioödem, Onychorrhexis, Stevens-Johnson Syndrom.
Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen
Sehr hÀufig: Myalgie (35%), Arthralgie (28%), $Muskelverspannung.
HĂ€ufig: Arthritis, RĂŒckenschmerzen, Knochenschmerzen, MuskelkrĂ€mpfe, Nackenschmerzen, Schmerzen in den ExtremitĂ€ten, Schmerzen im Muskelskelett.
Erkrankungen der Nieren und Harnwege
HÀufig: renale Störung.
HÀufigkeit nicht bekannt: membranöse Glomerulonephritis, Glomerulonephropathie, Nierenversagen, Dysurie.
Erkrankungen der Geschlechtsorgane und der BrustdrĂŒse
HĂ€ufig: BrustentzĂŒndung/Mastitis, Brustschmerzen.
Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort
Sehr hĂ€ufig: infusionsbedingte Reaktionen (74%), Fatigue (53%), Asthenie (51%), grippeartige Erkrankung (23%), SchleimhautentzĂŒndung (23%), peripheres Ödem (17%), SchĂŒttelfrost (15%), Schmerzen (12%), Fieber (12%), Thoraxschmerzen (11%).
HĂ€ufig: Ödem, Unwohlsein.
$ Bedeutet, dass es sich bei der gezeigten Inzidenz um eine Summe der Inzidenzen mehrerer Terme handelt. Prozentangaben zu einzelnen unerwĂŒnschten Wirkungen sind nicht verfĂŒgbar.
UnerwĂŒnschte Wirkungen nach MarkteinfĂŒhrung
Nach der MarkteinfĂŒhrung wurden seltene FĂ€lle einer schweren Immunthrombozytopenie mit HĂ€morrhagie beobachtet, die innerhalb weniger Stunden nach der Infusion auftreten kann.
Beschreibung ausgewÀhlter Nebenwirkungen
ImmunogenitÀt
In einer neoadjuvant-adjuvanten Studie (BO22227) sind im Rahmen der Nachbeobachtung mit einer medianen Dauer von mehr als 70 Monaten, bei 10,1% (30/296) der Patienten Antikörper gegen Trastuzumab festgestellt worden (behandlungsbedingte als auch durch die Behandlung vermehrt auftretende Antikörper). Bei 2 von 30 Herceptin-Patienten sind in Proben, die nach Studienbeginn entnommen wurden, neutralisierende Antikörper gefunden worden. Die klinische Relevanz dieser Antikörper ist nicht bekannt. Die Pharmakokinetik, Wirksamkeit [bestimmt durch pathologisches Gesamtansprechen (pCR)] oder Sicherheit [bestimmt anhand der HÀufigkeit von infusionsbedingten Reaktionen] von Trastuzumab schien dennoch nicht nachteilig durch diese Antikörper gegen Trastuzumab beeinflusst zu sein.
* Kardiologische Langzeitnachbeobachtung bei Mammakarzinom im FrĂŒhstadium
Nach einer einjÀhrigen Behandlung mit Herceptin und einer medianen Nachbeobachtungszeit von 8 Jahren betrug in Studie BO16348, die HÀufigkeit schwerer chronischer Herzinsuffizienz (NYHA Klasse III & IV) 0,8% und die Quote milder symptomatischer und asymptomatischer linksventrikulÀrer Dysfunktion 4,6%.
Die ReversibilitĂ€t schwerer chronischer Herzinsuffizienz (definiert als die Folge von mindestens zwei aufeinanderfolgenden linksventrikulĂ€ren Ejektionsfraktionen mit Werten ≄50% nach dem Ereignis) war fĂŒr 71,4% der betroffenen Patienten offensichtlich. ReversibilitĂ€t milder symptomatischer und asymptomatischer linksventrikulĂ€rer Dysfunktion konnte bei 79,5% der betroffenen Patienten nachgewiesen werden. UngefĂ€hr 17% der durch eine kardiale Dysfunktion bedingten Ereignisse traten nach Abschluss der Behandlung mit Herceptin ein.
In der gemeinsamen Auswertung der Studien NSABP B-31 und NCCTG N9831 mit einer medianen Nachbeobachtungsdauer von 8,1 Jahren blieb in der AC→PH-Gruppe (Doxorubicin plus Cyclophosphamid, gefolgt von Paclitaxel plus Trastuzumab) die patientenbezogene HĂ€ufigkeit von neu auftretender kardialer Dysfunktion, bestimmt anhand der LVEF, im Vergleich zu der nach einer medianen Nachbeobachtung von 2,0 Jahren durchgefĂŒhrten Auswertung in der AC→PH-Gruppe unverĂ€ndert: bei 18,5% der AC→PH-Patienten war eine Abnahme der LVEF um ≄10% auf unter 50% zu beobachten. Eine ReversibilitĂ€t der linksventrikulĂ€ren Dysfunktion wurde bei 64,5% der Patienten in der AC→PH-Gruppe beobachtet, die eine symptomatische kongestive Herzinsuffizienz erlitten hatten und bei der letzten Nachuntersuchung asymptomatisch waren, sowie bei 90,3% der Patienten, die eine komplette oder partielle Erholung der LVEF aufwiesen.
Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von grosser Wichtigkeit. Sie ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-VerhĂ€ltnisses des Arzneimittels. Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdacht einer neuen oder schwerwiegenden Nebenwirkung ĂŒber das Online-Portal ElViS (Electronic Vigilance System) anzuzeigen. Informationen dazu finden Sie unter www.swissmedic.ch.

Überdosierung

Aus klinischen PrĂŒfungen liegen keine Erfahrungen zur Überdosierung beim Menschen vor. Einzelgaben von mehr als 10 mg/kg Körpergewicht wurden nicht geprĂŒft.

Eigenschaften/Wirkungen

ATC-Code
L01FD01
Wirkungsmechanismus
Trastuzumab ist ein in CHO (Chinese Hamster Ovary)-Zellen produzierter, rekombinanter, humanisierter monoklonaler IgG1 kappa Antikörper mit murinen hypervariablen Bereichen der variablen Region. Der Antikörper bindet spezifisch an die extrazellulÀre DomÀne des Human Epidermal Growth Factor Rezeptors 2 (HER2).
Das HER2 Protoonkogen (oder c-erbB2) codiert fĂŒr ein rezeptorĂ€hnliches transmembranes 185 kDa grosses Einzelstrangprotein, das strukturell mit dem Epidermal Growth Factor Rezeptor verwandt ist. Eine Überexpression von HER2 ist bei 15% bis 20% aller primĂ€ren Mammakarzinome zu beobachten. Die im Rahmen des Screenings fĂŒr die Studie BO18255 beobachtete Gesamtrate der HER2-PositivitĂ€t bei fortgeschrittenem Magenkarzinom bezogen auf IHC3+ oder IHC2+/FISH+ betrĂ€gt 15%. Bei Anwendung der weiter gefassten Definition bei der IHC3+ oder FISH+ fĂŒr eine HER2-PositivitĂ€t betrĂ€gt sie 22,1%. Durch die HER2 Genamplifikation steigt die HER2-Proteinexpression auf der ZelloberflĂ€che dieser Tumorzellen, welche mit einer starken Aktivierung des HER2-Proteins einhergeht.
Pharmakodynamik
Wie aus Studien hervorgeht, haben Mammakarzinom-Patienten mit Tumoren, die HER2 ĂŒberexprimieren, gegenĂŒber Patienten ohne HER2-ĂŒberexprimierende Tumoren eine kĂŒrzere krankheitsfreie Überlebenszeit.
Sowohl in vitro als auch in Tieren wurde gezeigt, dass Trastuzumab die Proliferation menschlicher Tumorzellen, die HER2 ĂŒberexprimieren, hemmt. Trastuzumab ist ein Mediator fĂŒr die Antikörper-abhĂ€ngige zellvermittelte ZytotoxizitĂ€t (ADCC). In vitro Daten zeigen eine Trastuzumab-vermittelte ADCC vorzugsweise an HER2-ĂŒberexprimierenden Krebszellen.
Detektion der HER2-Überexpression oder HER2-Genamplifikation beim Mammakarzinom
Herceptin sollte nur zur Behandlung von Patienten angewendet werden, deren Tumoren eine HER2-Überexpression oder eine HER2-Genamplifikation aufweisen. Eine HER2-Überexpression sollte durch eine immunhistochemische Untersuchung (IHC) fixierter Tumorblöcke diagnostiziert werden (siehe "Dosierung/Anwendung" ). Eine HER2-Genamplifikation sollte mittels Fluoreszenz-in-situ-Hybridisierung (FISH) oder chromogener In-situ-Hybridisierung (CISH) fixierter Tumorblöcke nachgewiesen werden. Patienten sind dann fĂŒr eine Therapie mit Herceptin geeignet, wenn sie eine starke HER2-Überexpression aufweisen, wie unter der 3+-Einstufung fĂŒr IHC beschrieben ist oder bei einem positiven FISH- oder CISH-Resultat.
Um genaue und reproduzierbare Ergebnisse zu erhalten, muss die Testung in spezialisierten Laboratorien durchgefĂŒhrt werden, die eine Validierung der Testmethoden sicherstellen können.
Das folgende Bewertungssystem wird fĂŒr die Beurteilung der IHC-FĂ€rbungsmuster empfohlen:

     Einstufung der        FĂ€rbungsmuster                                            Beurteilung der
FĂ€rbungsintensitĂ€t                                                              HER2-Überexpression
0                     Es ist keine FÀrbung oder eine MembranfÀrbung bei <10%    Negativ
                      der Tumorzellen zu beobachten                             
1+                    Eine schwache/kaum wahrnehmbare MembranfÀrbung ist bei    Negativ
                      >10% der Tumorzellen zu beobachten. Die Zellen sind nur   
                      an Teilen ihrer Membran gefÀrbt.                          
2+                    Eine schwache bis mÀssige FÀrbung der gesamten Membran    Nicht eindeutig
                      ist bei >10% der Tumorzellen zu beobachten.               
3+                    Eine mÀssige bis starke vollstÀndige MembranfÀrbung ist   Positiv
                      bei >10% der Tumorzellen zu beobachten.                   

Das Resultat des FISH-Tests wird im Allgemeinen als positiv eingestuft, wenn das VerhĂ€ltnis zwischen der Zahl der HER2-Genkopien pro Tumorzellen und der Anzahl Kopien von Chromosom 17 grösser oder gleich 2 ist, oder - falls Chromosom 17 nicht als Kontrolle mitgefĂŒhrt wird - wenn mehr als 4 Kopien des HER2-Gens pro Tumorzelle vorhanden sind.
Das Resultat des CISH-Tests wird im Allgemeinen als positiv eingestuft, wenn bei ĂŒber 50% der Tumorzellen mehr als 5 Kopien des HER2-Gens pro Zellkern vorhanden sind.
VollstĂ€ndige Angaben ĂŒber die Leistung und Interpretation dieser Tests finden Sie in den Packungsprospekten validierter FISH- und CISH-Assays.
Detektion der HER2-Überexpression oder HER2-Genamplifikation beim metastasierten Magenkarzinom oder Karzinom des gastroösophagealen Übergangs
FĂŒr die Bestimmung einer HER2-Überexpression oder einer HER2-Genamplifikation darf nur ein zuverlĂ€ssiger und validierter Test eingesetzt werden. IHC wird als erste TestmodalitĂ€t empfohlen. In FĂ€llen, in denen ein zusĂ€tzlicher HER2 Gen-Amplifikationsstatus benötigt wird, muss entweder eine Silberinsitu-Hybridisierungs- (SISH-) oder FISH-Methode angewendet werden. Um genaue und reproduzierbare Ergebnisse zu erhalten, muss die Testung in spezialisierten Laboratorien durchgefĂŒhrt werden, die eine Validierung der Testmethoden sicherstellen können. VollstĂ€ndige Angaben ĂŒber die Leistung und Interpretation dieser Tests finden Sie in den Produktinformationen validierter FISH- und SISH-Assays.
In der ToGA-Studie wurden Patienten mit entweder IHC3+ oder FISH-positiven Tumoren als HER2-positiv definiert und in die Studie eingeschlossen. Basierend auf den klinischen Studienergebnissen waren die positiven Effekte auf Patienten mit den höchsten Werten an HER2-Protein-Überexpression begrenzt, definiert durch IHC3+ oder IHC2+ und einen positiven FISH-Befund.
In einer Methodenvergleichsstudie (Studie D008548) von SISH- und FISH-Methoden zur Feststellung der HER2-Genamplifikation bei Patienten mit Magenkarzinom wurde eine hohe Übereinstimmungsrate (>95%) beobachtet.
Herceptin sollte nur bei Patienten eingesetzt werden, deren Tumor eine starke HER2-Überexpression aufweist, d.h. IHC3+ oder IHC2+ plus ein positives FISH- oder SISH-Resultat.
Die Amplifikation des HER2-Gens ist mittels in situ Hybridisierung z.B. FISH oder SISH fixierter Tumorblöcke nachzuweisen.
Das folgende Bewertungssystem wird fĂŒr die Beurteilung der IHC-FĂ€rbungsmuster empfohlen:

     Einstufung            Chirurgisches Probenmateria  Biopsie-Probenmaterial –     Beurteilung der
                      l – FĂ€rbungsmuster           FĂ€rbungsmuster               HER2-Überexpression
0                     Keine ReaktivitÀt oder       Keine ReaktivitÀt oder       Negativ
                      MembranreaktivitÀt bei       MembranreaktivitÀt in        
                      <10% der Tumorzellen         keinerlei Tumorzellen        
1+                    Schwache/kaum wahrnehmbare   Tumorzellencluster mit       Negativ
                      MembranreaktivitÀt bei       einer schwachen/kaum         
                      ≄10% der Tumorzellen; die    wahrnehmbaren Membranreakti  
                      Zellen sind nur an Teilen    vitÀt unabhÀngig vom         
                      ihrer Membran reaktiv        Prozentsatz gefÀrbter        
                                                   Tumorzellen                  
2+                    Schwache bis mÀssige         Tumorzellencluster mit       Nicht eindeutig
                      vollstÀndige oder            einer schwachen bis          
                      basolaterale Membranreaktiv  mÀssigen vollstÀndigen       
                      itĂ€t bei ≄10% der            basolateralen oder           
                      Tumorzellen                  lateralen MembranreaktivitÀ  
                                                   t unabhÀngig vom Prozentsat  
                                                   z gefÀrbter Tumorzellen      
3+                    Starke vollstÀndige,         Tumorzellencluster mit       Positiv
                      basolaterale oder laterale   einer starken vollstÀndigen  
                      MembranreaktivitĂ€t in ≄10%   , basolateralen oder         
                      der Tumorzellen              lateralen MembranreaktivitÀ  
                                                   t unabhÀngig vom Prozentsat  
                                                   z gefÀrbter Tumorzellen      

Im Allgemeinen wird das Resultat des FISH- respektive SISH-Testes als positiv eingestuft, wenn das VerhÀltnis zwischen der Zahl der HER2-Genkopien pro Tumorzellen und der Anzahl Kopien von Chromosom 17 grösser oder gleich 2 ist.
Überwiegend findet sich eine HER2 Expression beim intestinalen histologischen Subtyp. Im Unterschied zu Mammakarzinom ist die AnfĂ€rbung in der Immunhistochemie bei Magenkarzinom meist inkomplett.
HER2 kann als freies MolekĂŒl im Plasma nachgewiesen werden (Shedding). Das Ausmass der HER2 Expression im Plasma korreliert aber nicht mit dem klinischen Verlauf. Angaben zum Shedding bei Magenkarzinom liegen nicht vor.
Klinische Wirksamkeit
Metastasiertes Mammakarzinom
Herceptin wurde in klinischen PrĂŒfungen als Monotherapeutikum an Patienten mit metastasiertem Mammakarzinom verabreicht, deren Tumoren HER2 ĂŒberexprimierten und die auf eine oder mehrere Chemotherapien ihrer metastasierten Erkrankung nicht angesprochen hatten (Herceptin allein).
Herceptin wurde auch in Kombination mit Paclitaxel oder Docetaxel zur Behandlung von Patienten eingesetzt, die vorher noch keine Chemotherapie gegen ihr metastasiertes Mammakarzinom erhalten hatten. Patienten, die vorher eine adjuvante Chemotherapie auf Anthracyclin-Basis erhalten hatten, erhielten Paclitaxel (175 mg/m2, Infusionsdauer 3 Stunden) mit oder ohne Herceptin. In der Pivotal-Studie von Docetaxel (100 mg/m2 infundiert ĂŒber 1 Stunde) mit oder ohne Herceptin, erhielten 60% der Patienten vorher eine adjuvante Chemotherapie auf Anthracyclin-Basis. Die Patienten wurden bis zur Progredienz der Erkrankung mit Herceptin behandelt.
Die Wirksamkeit von Herceptin in Kombination mit Paclitaxel bei Patienten, die keine adjuvante Chemotherapie mit Anthracyclinen erhalten haben, ist nicht untersucht worden. Dennoch war Herceptin plus Docetaxel bei allen Patienten wirksam - ob sie adjuvantes Anthracyclin erhalten haben oder nicht.
Die Testmethode auf HER2-Überexpression, die in der Pivotal-Studie (Herceptin Monotherapie und Herceptin plus Paclitaxel) eingesetzt wurde, um die Eignung der Patienten zu bestimmen, basierte auf immunhistochemischer FĂ€rbung des HER2 an fixiertem Material von Brustkrebstumoren unter Verwendung der monoklonalen Mausantikörper CB11 und 4D5. Diese Gewebe wurden in Formalin oder Bouin's Lösung fixiert. Dieser Assay der klinischen PrĂŒfung wurde in einem zentralen Laboratorium durchgefĂŒhrt, wobei eine Skala von 0 bis 3+ verwendet wurde. Patienten, deren AnfĂ€rbung als 2+ und 3+ eingestuft wurde, wurden eingeschlossen, wĂ€hrend diejenigen mit einer AnfĂ€rbung von 0 oder 1+ ausgeschlossen wurden. Mehr als 70% der aufgenommenen Patienten zeigten eine Überexpression von 3+. Die Daten legen nahe, dass die positiven Effekte bei Patienten mit stĂ€rkerer Überexpression von HER2 (3+) ausgeprĂ€gter waren.
In der Pivotal-Studie von Docetaxel mit oder ohne Herceptin war die Immunohistochemie die wesentliche Testmethode zur Bestimmung der HER2-Überexpression. Eine Minderheit der Patienten wurde mittels FISH getestet. In dieser Studie hatten 87% der eingeschlossenen Patienten eine IHC3+-Überexpression und 95% der Patienten waren IHC3+- und/oder FISH-positiv.
Kombinationstherapie mit Herceptin und Paclitaxel oder Docetaxel
Die Wirksamkeitsdaten der Studien zur Monotherapie und zur Kombinationstherapie (mit Paclitaxel oder Docetaxel) sind in der folgenden Tabelle zusammengefasst:

       Parameter             Kombinationstherapie  Monotherapie
                      HerceptinplusPaclita  Paclitaxel1           HerceptinplusDocetax  Docetaxel2            Herceptin1
                      xel1                                        el2                                         
                      n=68                  n=77                  n=92                  n=94                  n=172
Mediane Ansprechzeit  8,3(7,3−8,8)          4,6(3,7−7,4)          11,7(9,3−15,0)        5,7(4,6−7,6)          9,1(5,6−10,3)
 (Monate) (95%                                                                                                
Konfidenzintervall)                                                                                           
Median TTP (Monate)(  7,1(6,2−12,0)         3,0(2,0−4,4)          11,7(9,2−13,5)        6,1(5,4−7,2)          3,2(2,6−3,5)
95% Konfidenzinterva                                                                                          
ll)                                                                                                           
Mediane Überlebensze  24,8(18,6−33,7)       17,9(11,2−23,8)       31,2(27,3−40,8)       22,7(19,1−30,8)       16,4(12,3−n.b.)
it(Monate) (95%                                                                                               
Konfidenzintervall)                                                                                           
Ansprechrate (%)(95%  49%(36−61)            17%(9−27)             61%(50−71)            34%(25−45)            18%(13−25)
 Konfidenzintervall)                                                                                          

TTP = time to progression (Zeitspanne bis zur Progredienz); "n.b." bedeutet, dass der Wert nicht bestimmt
werden konnte oder noch nicht erreicht war.
1 IHC3+ Patienten-Subgruppe
2 "Full Analysis" -Population (intent-to-treat)
Kombinationsbehandlung mit Herceptin und Anastrozol
Herceptin wurde in Kombination mit Anastrozol zur Erstlinientherapie bei HER2-ĂŒberexprimierenden und Hormonrezeptor-positiven (z.B. Östrogenrezeptor (ER)-positiven und/oder Progesteronrezeptor (PR)-positiven) postmenopausalen Patienten mit metastasiertem Mammakarzinom untersucht, die noch keine Chemotherapie gegen ihre metastasierte Erkrankung erhalten haben. Ausgeschlossen waren auch Patienten mit Hirnmetastasen. Das progressionsfreie Überleben wurde in der Gruppe mit Herceptin plus Anastrozol im Vergleich zu Anastrozol allein signifikant verbessert (4,8 Monate versus 2,4 Monate, p=0.0016). Zudem wurden die folgenden Parameter durch die Zugabe von Herceptin verbessert: Gesamtansprechrate (16,5% versus 6,7%), Clinical-Benefit-Rate (42,7% versus 27,9%) und Zeitdauer bis zum Fortschreiten der Krankheit (4,8 Monate versus 2,4 Monate). BezĂŒglich der Zeit bis zum Ansprechen sowie der Dauer des Ansprechens konnte zwischen den beiden Gruppen kein Unterschied festgestellt werden. Die mittlere GesamtĂŒberlebenszeit wurde bei den Patienten mit der Kombinationstherapie um 4,6 Monate verlĂ€ngert. Der Unterschied war statistisch nicht signifikant. Dabei ist zu berĂŒcksichtigen, dass ĂŒber die HĂ€lfte der Patienten aus der Gruppe mit Anastrozol als Monotherapeutikum nach dem Fortschreiten der Krankheit auf eine Herceptin-haltige Therapie wechselten (Crossover). 52% der Patienten, welche Herceptin plus Anastrozol erhielten, ĂŒberlebten mindestens 2 Jahre im Vergleich zu 45% der Patienten, welche lediglich zu Beginn der Therapie Anastrozol erhielten (Unterschied nicht statistisch signifikant).
Mammakarzinom im FrĂŒhstadium
FĂŒr die adjuvante Therapie wurde Herceptin im Rahmen von vier randomisierten, multizentrischen Phase III-Studien geprĂŒft:
Ziel der Studie BO16348 (HERA) war der Vergleich einer 3-wöchentlichen Therapie mit Herceptin (ĂŒber 1 und 2 Jahre) versus Beobachtung bei Patienten mit HER2-positivem Mammakarzinom im FrĂŒhstadium. Die Patienten erhielten vorgĂ€ngig eine Operation, eine etablierte Chemotherapie und (falls anwendbar) eine Strahlentherapie. ZusĂ€tzlich wurde die 2-jĂ€hrige Behandlung mit Herceptin mit der entsprechenden einjĂ€hrigen Behandlung verglichen. Patienten, die der Behandlung mit Herceptin zugeteilt worden waren, erhielten eine Initialdosis von 8 mg/kg Körpergewicht und anschliessend alle drei Wochen 6 mg/kg Körpergewicht wĂ€hrend einem oder zwei Jahren.
In der Studie BO16348 (HERA) waren die HER2-positiven Mammakarzinome im FrĂŒhstadium auf primĂ€re operable invasive Adenokarzinome der Brust mit positiven axillĂ€ren Lymphknoten oder negativen axillĂ€ren Lymphknoten bei Tumoren mit einem Durchmesser von mindestens 1 cm beschrĂ€nkt.
Die Resultate zur Wirksamkeit in der Studie BO16348 (HERA) sind in der nachstehenden Tabelle zusammengefasst:
Resultate der Wirksamkeit (Studie BO16348/HERA) von Herceptin (Behandlung fĂŒr 1 Jahr) versus Nicht-Behandlung: Resultate der medianen Nachbeobachtung nach 12 Monaten* und 8 Jahren**

                   Parameter             Mediane Nachbeobacht  Mediane Nachbeobacht
                      ung12 Monate          ung8 Jahre
                      Kein Herceptin, nur   Herceptin,1 Jahr      Kein Herceptin, nur   Herceptin,1 Jahr
                      Beobachtung                                 Beobachtung           
                      n=1693                n=1693                n=1697***             n=1702***
Krankheitsfreies
Überleben
-Anzahl Patienten     219 (12,9%)           127 (7,5%)            570 (33,6%)           471 (27,7%)
mit Ereignis                                                                            
-Anzahl Patienten     1474 (87,1%)          1566 (92,5%)          1127 (66,4%)          1231 (72,3%)
ohne Ereignis                                                                           
p-Wert vs. Nachbeoba  <0,00010,54           <0,00010,76
chtungHazard Ratio                          
vs. Beobachtung                             
Rezidiv-freies
Überleben
-Anzahl Patienten     208 (12,3%)           113 (6,7%)            506 (29,8%)           399 (23,4%)
mit Ereignis                                                                            
-Anzahl Patienten     1485 (87,7%)          1580 (93,3%)          1191 (70,2%)          1303 (76,6%)
ohne Ereignis                                                                           
p-Wert vs. Nachbeoba  <0,00010,51           <0,00010,73
chtungHazard Ratio                          
vs. Beobachtung                             
Überleben ohne
Erkrankung anderer
Organe
-Anzahl Patienten     184 (10,9%)           99 (5,8%)             488 (28,8%)           399 (23,4%)
mit Ereignis                                                                            
-Anzahl Patienten     1508 (89,1%)          1594 (94,6%)          1209 (71,2%)          1303 (76,6%)
ohne Ereignis                                                                           
p-Wert vs. Nachbeoba  <0,00010,50           <0,00010,76
chtungHazard Ratio                          
vs. Nachbeobachtung                         
GesamtĂŒberlebensrate
 (TodesfÀlle)
-Anzahl Patienten     40 (2,4%)             31 (1,8%)             350 (20,6%)           278 (16,3%)
mit Ereignis                                                                            
-Anzahl Patienten     1653 (97,65%)         1662 (98,2%)          1347 (79,4%)          1424 (83,7%)
ohne Ereignis                                                                           
p-Wert vs. Nachbeoba  0,240,75              0,00050,76
chtungHazard Ratio                          
vs. Nachbeobachtung                         

* Der co-primĂ€re Endpunkt krankheitsfreies Überleben nach einem Jahr versus Beobachtung lag innerhalb der vordefinierten statistischen Grenzen.
** Abschliessende Analyse (einschliesslich 52% der Patienten aus dem Beobachtungs-Arm, die zum Herceptin-Arm wechselten).
*** Es besteht eine Diskrepanz bezĂŒglich der Gesamtprobengrösse, die darauf zurĂŒckzufĂŒhren ist, dass eine kleine Patientengruppe nach dem Stichtag der 12-monatigen medianen Nachbeobachtung randomisiert wurde.
In der Zwischenanalyse ĂŒberschritten die Resultate bezĂŒglich der Wirksamkeit die im Protokoll vordefinierten statistischen Grenzen fĂŒr den Vergleich der einjĂ€hrigen Therapie mit Herceptin versus Beobachtung. Nach einer medianen Nachbeobachtungszeit von 12 Monaten betrug die Hazard Ratio (HR) fĂŒr das krankheitsfreie Überleben 0,54 (95% KI 0,44. 0,67), was ein absoluter Nutzen von 7,6 Prozentpunkten (85,8% vs. 78,2%) krankheitsfreies Überleben nach zwei Jahren zugunsten des Herceptin-Arms.
Eine nach einer medianen Nachbeobachtungszeit von 8 Jahren durchgefĂŒhrte abschliessende Analyse zeigte, dass die Behandlung mit Herceptin ĂŒber ein Jahr das Risiko verglichen mit der reinen Observationsgruppe (HR=0,76, 95% KI 0,67, 0,86) um 24% verringert. Dies kommt einem absoluten Nutzen von 6,4 Prozentpunkten krankheitsfreien Überlebens nach 8 Jahren zugunsten des Herceptin-Arms (einjĂ€hrige Behandlung) gleich.
In dieser abschliessenden Analyse zeigte die VerlĂ€ngerung der Herceptin-Behandlung auf zwei Jahre keinen zusĂ€tzlichen Nutzen gegenĂŒber der einjĂ€hrigen Behandlung [HR krankheitsfreies Überleben mit der Absicht (intent to treat, ITT), die Population 2 Jahre vs. 1 Jahr zu behandeln = 0,99 (95% KI: 0,87, 1,13), p-Wert = 0,90 und HR GesamtĂŒberleben = 0,98 (0,83, 1,15); p-Wert = 0,78]. Die Rate asymptomatischer kardialer Dysfunktion war im 2-Jahres-Behandlungs-Arm erhöht (8,1% versus 4,6% im 1-Jahres-Behandlungsarm). Im 2-Jahres-Behandlungsarm erlebten mehr Patienten mindestens ein unerwĂŒnschtes Ereignis von Grad 3 oder Grad 4 (20,4%) als im 1-Jahres-Behandlungsarm (16,3%).
Die Studien NCCTG N9831 und NSAPB B-31, welche gemeinsam ausgewertet wurden, waren zur Untersuchung des klinischen Nutzens der Kombination einer Herceptin (H)-Behandlung mit Paclitaxel (P) im Anschluss an eine AC- (Doxorubicin plus Cyclophosphamid) Chemotherapie konzipiert. Die Studie NCCTG N9831 untersuchte zusĂ€tzlich die sequentielle Gabe von Herceptin zu einer Chemotherapie mit AC/Paclitaxel bei Patienten mit HER2-positivem Mammakarzinom im FrĂŒhstadium im Anschluss an eine Operation.
In der gemeinsamen Auswertung der Studien NCCTG N9831 und NSAPB B-31 waren die Mammakarzinome im FrĂŒhstadium beschrĂ€nkt auf Frauen mit operablen Tumoren mit hohem Risiko, definiert als HER2-positiv mit positiven axillĂ€ren Lymphknoten oder HER2-positiv mit negativen axillĂ€ren Lymphknoten bei Vorliegen von Hochrisikomerkmalen (Tumorgrösse >1 cm und ER-negativ oder Tumorgrösse >2 cm unabhĂ€ngig vom hormonellen Zustand).
Herceptin wurde in Kombination mit Paclitaxel im Anschluss an eine AC-Chemotherapie verabreicht. Paclitaxel wurden wie folgt verabreicht:
-Paclitaxel intravenös - 80 mg/m2 in Form einer i.v. Dauerinfusion, verabreicht jede Woche wÀhrend 12 Wochen
oder
-Paclitaxel intravenös - 175 mg/m2 in Form einer i.v. Dauerinfusion, verabreicht alle 3 Wochen ĂŒber 4 Zyklen (Tag 1 jedes Zyklus).
Herceptin i.v. wurde in den Studien NCCTG 9831 und NSABP B-31 wöchentlich zusammen mit der Chemotherapie verabreicht: Initialdosis 4 mg/kg Körpergewicht als 90-minĂŒtige Infusion, gefolgt von 2 mg/kg Körpergewicht als 30-minĂŒtige Infusion. Die Behandlung mit Herceptin wurde ĂŒber eine Dauer von 1 Jahr ab dem Zeitpunkt der ersten Gabe fortgesetzt.
Zum Zeitpunkt der Interimsanalyse betrug die mediane Dauer der Nachbeobachtung 1,8 Jahre fĂŒr den AC→P Arm und 2,0 Jahre fĂŒr den AC→PH Arm.
Zusammenfassung der Wirksamkeitsresultate der gemeinsamen Auswertung der Studien NCCTG 9831 und NSABP B-31 zum Zeitpunkt der endgĂŒltigen Auswertung des krankheitsfreien Überlebens*

             Parameter                   AC→Pn=1679    AC→P+Hn=1672  p-Wert   Hazard Ratio
Krankheitsfreies Überleben
-Patienten mit Ereignis     261 (15,5%)   133 (8,0%)    <0,0001  0,48 (0,39-0,59)
-Patienten ohne Ereignis    1418 (84,5%)  1539 (92,0%)           
Rezidiv
-Patienten mit Ereignis     235 (14,0%)   117 (7,0%)    <0,0001  0,47 (0,37-0,58)
-Patienten ohne Ereignis    1444 (86,0%)  1555 (93,0%)           
Fernrezidiv (Metastase)
-Patienten mit Ereignis     193 (11,5%)   96 (5,7%)     <0,0001  0,47 (0,37-0,60)
-Patienten ohne Ereignis    1486 (88,5%)  1576 (94,3%)           
GesamtĂŒberleben
-Patienten mit Ereignis     92 (5,5%)     62 (3,7%)     0,014**  0,67 (0,48-0,92)
-Patienten ohne Ereignis    1587 (94,5%)  1610 (96,3%)           

* Bei einer medianen Nachbeobachtungsdauer von 1,8 Jahren bei den Patienten im AC→P-Arm und 2,0 Jahren bei den Patienten im AC→PH-Arm.
** p-Wert fĂŒr das GesamtĂŒberleben ĂŒberschritt die im Voraus festgelegte statistische Grenze fĂŒr den Vergleich zwischen AC→PH und AC→P nicht.
Hinsichtlich des primĂ€ren Endpunkts, des krankheitsfreien Überlebens, resultierte der Zusatz von Herceptin zu einer Chemotherapie mit Paclitaxel in einer Verminderung des Risikos fĂŒr Krankheitsrezidive um 52%. BezĂŒglich der Rate des krankheitsfreien 3-JahresĂŒberlebens widerspiegelt die Hazard Ratio einen absoluten Vorteil von 11,8 Prozentpunkten (87,2% vs. 75,4%) zugunsten des AC→PH (Herceptin)-Arms.
Die im Voraus geplante abschliessende Analyse des GesamtĂŒberlebens im Rahmen der gemeinsamen Auswertung der Studien NSABP B-31 und NCCTG N9831 wurde nach Eintreten von 707 TodesfĂ€llen durchgefĂŒhrt (mediane Nachbeobachtungsdauer 8,3 Jahre in der AC→PH-Gruppe). Die Behandlung mit AC→PH bewirkte eine statistisch signifikante VerlĂ€ngerung des GesamtĂŒberlebens im Vergleich zur Behandlung mit AC→P (stratifizierte HR=0,64; 95% KI [0,55, 0,74]; Log-Rank-p-Wert <0,0001). Nach 8 Jahren wurde die Überlebensrate auf 86,9% im AC→PH-Arm und 79,4% im AC→P-Arm geschĂ€tzt; dies entspricht einem absoluten Nutzen von 7,4% (95% KI 4,9%, 10,0%).
Die BCIRG 006 Studie untersuchte die Kombination von Herceptin und Docetaxel entweder im Anschluss an eine AC-Chemotherapie oder von Herceptin in Kombination mit Docetaxel und Carboplatin bei Patienten mit HER2-positivem Mammakarzinom im FrĂŒhstadium im Anschluss an eine Operation.
In der Studie BCIRG 006 waren die HER2-positiven Mammakarzinome im FrĂŒhstadium entweder beschrĂ€nkt auf Patienten mit positiven Lymphknoten oder auf Patienten mit negativen Lymphknoten bei hohem Risiko, definiert als negative (pN0) Lymphknotenbeteiligung und mindestens 1 der folgenden Faktoren: Tumorgrösse >2 cm, Östrogenrezeptor- und Progesteronrezeptor-negativ, histologischer und/oder nukleĂ€rer Grad 2-3 oder Alter <35 Jahre.
In der BCIRG 006 Studie wurde Herceptin entweder in Kombination mit Docetaxel im Anschluss an eine AC-Chemotherapie (AC-DH) oder in Kombination mit Docetaxel und Carboplatin (DCarbH) verabreicht.
Docetaxel wurde wie folgt verabreicht:
intravenös - 100 mg/m2 in Form einer i.v. Infusion ĂŒber 1 Stunde, verabreicht alle 3 Wochen ĂŒber 4 Zyklen (Tag 2 des Docetaxel-Zyklus 1, dann Tag 1 jedes weiteren Zyklus)
oder
intravenös - 75 mg/m2 in Form einer i.v. Infusion ĂŒber 1 Stunde, verabreicht alle 3 Wochen ĂŒber 6 Zyklen (Tag 2 des Zyklus 1, dann Tag 1 jedes weiteren Zyklus),
gefolgt von Carboplatin - bei einer Ziel-AUC von 6 mg/ml/min in Form einer i.v. Infusion ĂŒber 30-60 Minuten, verabreicht alle 3 Wochen ĂŒber insgesamt 6 Zyklen.
Herceptin i.v. wurde wöchentlich zusammen mit der Chemotherapie verabreicht: Initialdosis 4 mg/kg Körpergewicht als 90-minĂŒtige Infusion, gefolgt von 2 mg/kg Körpergewicht als 30-minĂŒtige Infusion. Nach Beendigung der Therapie mit Chemotherapie wurde Herceptin alle 3 Wochen verabreicht (Initialdosis 8 mg/kg Körpergewicht als 90-minĂŒtige Infusion, gefolgt von 6 mg/kg Körpergewicht als 30-minĂŒtige Infusion). Die Behandlung mit Herceptin wurde ĂŒber eine Dauer von 1 Jahr ab dem Zeitpunkt der ersten Gabe fortgesetzt.
Die mediane Dauer der Nachbeobachtung betrug im AC→D Arm 2,9 Jahre und im AC→DH Arm sowie im DCarbH Arm jeweils 3,0 Jahre.
Die Wirksamkeitsresultate der Studie BCIRG 006 sind in den folgenden Tabellen zusammengefasst:
Übersicht Wirksamkeitsanalysen AC→D versus AC→DH (Studie BCIRG 006)

          Parameter             AC→D(n=1073)          AC→DH(n=1074)         p-Wert vs. AC→D(Log-  Hazard Ratio vs.
                                                                  Rank)                 AC→D(95% KI)
Krankheitsfreies
Überleben
-Anzahl Patienten     195 (18,2%)           134 (12,5%)           <0,0001               0,61 (0,49-0,77)
mit Ereignis                                                                            
-Anzahl Patienten     878 (81,8%)           940 (87,5%)                                 
ohne Ereignis                                                                           
Fernmetastasen
-Anzahl Patienten     144 (13,4%)           95 (8,8%)             <0,0001               0,59 (0,46-0,77)
mit Ereignis                                                                            
-Anzahl Patienten     929 (86,6%)           979 (91,2%)                                 
ohne Ereignis                                                                           
Tod (Ereignis
betreffend das
GesamtĂŒberleben)
-Anzahl Patienten     80 (7,5%)             49 (4,6%)             0,0024                0,58 (0,40-0,83)
mit Ereignis                                                                            
-Anzahl Patienten     993 (92,5%)           1025 (95,4%)                                
ohne Ereignis                                                                           

AC→D = Doxorubicin plus Cyclophosphamid, gefolgt von Docetaxel; AC→DH = Doxorubicin plus Cyclophosphamid, gefolgt von Docetaxel plus Herceptin; KI = Konfidenzintervall
Übersicht Wirksamkeitsanalysen AC→D versus DCarbH (Studie BCIRG 006)

          Parameter             AC→D(n=1073)          DCarbH(n=1075)        p-Wert vs. AC→D(Log-  Hazard Ratio vs.
                                                                  Rank)                 AC→D(95% KI)
Krankheitsfreies
Überleben
-Anzahl Patienten     195 (18,2%)           145 (13,5%)           0,0003                0,67 (0,54-0,83)
mit Ereignis                                                                            
-Anzahl Patienten     878 (81,8%)           930 (86,5%)                                 
ohne Ereignis                                                                           
Fernmetastasen
-Anzahl Patienten     144 (13,4%)           103 (9,6%)            0,0008                0,65 (0,50-0,84)
mit Ereignis                                                                            
-Anzahl Patienten     929 (86,6%)           972 (90,4%)                                 
ohne Ereignis                                                                           
Tod (Ereignis
betreffend das
GesamtĂŒberleben)
-Anzahl Patienten     80 (7,5%)             56 (5,2%)             0,0182                0,66 (0,47-0,93)
mit Ereignis                                                                            
-Anzahl Patienten     993 (92,5%)           1019 (94,8%)                                
ohne Ereignis                                                                           

AC→D = Doxorubicin plus Cyclophosphamid, gefolgt von Docetaxel; DCarbH = Docetaxel, Carboplatin und Herceptin; KI = Konfidenzintervall
Hinsichtlich des primĂ€ren Endpunktes, des krankheitsfreien Überlebens, widerspiegelt die Hazard Ratio in der BCIRG 006 Studie einen absoluten Vorteil im krankheitsfreien 3-JahresĂŒberleben von 5,8 Prozentpunkten (86,7 vs. 80,9%) zugunsten des AC→DH (Herceptin)-Arms und von 4,6 Prozentpunkten (85,5 vs. 80,9%) zugunsten des DCarbH (Herceptin)-Arms verglichen mit AC→D.
Hinsichtlich des sekundĂ€ren Endpunkts, des GesamtĂŒberlebens, verminderte die Behandlung mit AC→DH das Sterberisiko um 42% im Vergleich zu AC→D; bei den Patienten, die mit DCarbH behandelt wurden, war das Sterberisiko im Vergleich zu AC→D um 34% reduziert.
In der Studie BCIRG 006 hatten 213/1075 Patienten im DCarbH Arm, 221/1074 Patienten im AC→DH Arm und 217/1073 im AC→D Arm einen Karnofsky-Index von ≀90 (entweder 80 oder 90). Es wurde kein Vorteil fĂŒr krankheitsfreies Überleben in dieser Patientensubgruppe festgestellt (Hazard Ratio = 1,16, 95% KI [0,73, 1,83] fĂŒr DCarbH vs. AC→D; Hazard Ratio 0,97, 95% KI [0,60, 1,55] fĂŒr AC→DH vs. AC→D).
Neoadjuvante/adjuvante Behandlung
In Studie MO16432 (NOAH) wurde die Verabreichung von Herceptin zusammen mit insgesamt 10 Zyklen einer neoadjuvanten Chemotherapie, die sowohl ein Anthracyclin als auch ein Taxan beinhaltete (Doxorubicin (A) und Paclitaxel (P) plus Herceptin (H), gefolgt von P+H, gefolgt von Cyclophosphamid/Methotrexat/Fluorouracil (CMF) plus H, gefolgt von adjuvantem Herceptin bis zu einer Gesamtbehandlungsdauer von 1 Jahr) bei Patienten mit neu diagnostiziertem lokal fortgeschrittenem (Stadium III) oder entzĂŒndlichem HER-2 positivem Mammakarzinom untersucht.
Die mediane Dauer der Nachbeobachtung im Herceptin-Arm betrug 3,8 Jahre. Pathologische Komplettremission ist definiert als Abwesenheit von invasivem Tumor sowohl in der Brust als auch in den axillÀren Lymphknoten.

    Parameter                         Chemotherapie +         Alleinige Chemothera  
                                  Herceptin(n=115)        pie(n=116)            
Ereignisfreies Überleben                                                        Hazard-Ratio(95% KI)
Anzahl der Patienten mit einem    46                      59                    0,65 (0,44, 0,96)p=0
Ereignis                                                                        ,0275
Pathologische Komplettremission   40%(31,0, 49,6)         20,7%(13,7, 29,2)     p=0,0014
insgesamt(95% KI)                                                               

Hinsichtlich des primĂ€ren Endpunktes, des ereignisfreien Überlebens, resultierte die Zugabe von Herceptin zu der neoadjuvanten Chemotherapie gefolgt von adjuvantem Herceptin wĂ€hrend einer Gesamtdauer von 52 Wochen in einer Verminderung des Risikos fĂŒr ein Rezidiv/Progression der Erkrankung um 35% (Hazard Ratio: 0,65 [95% KI: 0,44-0,96]; p<0,0275). Nach 3 Jahren waren 65% der Patienten im Herceptin-Arm und 52% im Kontrollarm ohne Ereignis. Dies spiegelt eine Verbesserung von 13% zugunsten des Herceptin-Arms wider.
ZNS Metastasen
In der HERA-Studie wurde bezĂŒglich der Lokalisation von Erstrezidiven in der Gruppe Herceptin ein Unterschied von 0.3% in Bezug auf ZNS-Metastasen festgestellt (1,2% der Patienten verglichen mit 0,9% der Patienten der Kontrollgruppe). Insgesamt war jedoch die Inzidenz von ZNS-Metastasen (Erst- und Folgerezidive) in den zwei Therapiegruppen Ă€hnlich (23 Patienten in der Beobachtungsgruppe gegenĂŒber 25 in der Gruppe Herceptin). Dies weist auf die Wahrscheinlichkeit hin, dass am Ende der adjuvanten Chemotherapie in den zwei Behandlungsgruppen etwa gleich hĂ€ufig Mikrometastasen im ZNS vorhanden waren.
Laut der gemeinsamen Auswertung der Studien NCCTG N9831 und NSAPB B-31 kamen isolierte Hirnmetastasen als Erstereignis in der Gruppe Herceptin hĂ€ufiger vor als in der Kontrollgruppe (21 gegenĂŒber 11 in der Studie B-31 und 12 gegenĂŒber 4 in der Studie N9831). Die Patienten der Studie B-31 wurden nach Auftreten der ersten Fernmetastasen bezĂŒglich weiterer Rezidive nachbeobachtet. Insgesamt wurden in dieser Studie Hirnmetastasen als Erst- oder Folgeereignis bei 28 Patienten der Gruppe Herceptin und 35 Patienten der Kontrollgruppe diagnostiziert (Hazard Ratio 0,79, p=0,35).
Somit war die Inzidenz der Hirnmetastasen in der Herceptin Gruppe nicht höher als in der Kontrollgruppe. Die unterschiedliche HĂ€ufigkeit des Auftretens von Hirnmetastasen als Erstereignis bei Patienten in der Kontrollgruppe kann wahrscheinlich auf einen frĂŒheren RĂŒckfall in einem anderen Organsystem zurĂŒckgefĂŒhrt werden.
Metastasiertes Adenokarzinom des Magens oder des gastroösophagealen Übergangs
Die Wirksamkeitsergebnisse der Studie BO18255 sind in der nachfolgenden Tabelle im Überblick dargestellt. An der Studie nahmen Patienten teil, die noch keine Behandlung gegen ein metastasiertes Adenokarzinom des Magens oder des gastroösophagealen Übergangs erhalten hatten. Der primĂ€re Endpunkt war das GesamtĂŒberleben. Zum Zeitpunkt der Analyse waren insgesamt 349 der randomisierten Patienten verstorben: 182 Patienten (62,8%) im Kontrollarm und 167 Patienten (56,8%) im Behandlungsarm. Die Ursachen der meisten TodesfĂ€lle standen in Zusammenhang mit der zugrundeliegenden Krebserkrankung.
Im Herceptin + Capecitabin/5-FU und Cisplatin Arm war das GesamtĂŒberleben signifikant besser als im Arm mit Capecitabin/5-FU und Cisplatin (p = 0,0046, Log-Rank-Test). Die mittlere Überlebensdauer lag bei 11,1 Monaten, wenn mit Capecitabin/5-FU und Cisplatin behandelt wurde, und bei 13,8 Monaten unter Herceptin + Capecitabin/5-FU und Cisplatin. Das Sterberisiko der Patienten im Herceptin Arm verringerte sich gegenĂŒber den Patienten im Capecitabin/5-FU Arm um 26% (Hazard Ratio [HR] 0,74 95% KI [0,60-0,91]).
Post-hoc-Analysen der Untergruppen ergaben, dass die Behandlung von Tumoren mit höheren Konzentrationen an HER2-Protein (IHC 2+/FISH+ und IHC 3+/unabhĂ€ngig vom FISH-Status) zu einem ausgeprĂ€gteren Behandlungseffekt fĂŒhrte. Das mittlere GesamtĂŒberleben der Gruppe mit stĂ€rkerer Expression von HER2 betrug 11,8 Monate gegenĂŒber 16 Monaten, HR 0,65 (95% KI 0,51-0,83) und das mittlere progressionsfreie Überleben betrug 5,5 Monate gegenĂŒber 7,6 Monaten, HR 0,64 (95% KI 0,51-0,79) fĂŒr Capecitabin/5-FU und Cisplatin respektive fĂŒr Herceptin + Capecitabin/5-FU und Cisplatin.
Zusammenfassung der Wirksamkeitsdaten (Studie BO18255)

                 Population/Parameter                                FPn=290  H+FPn=294  HR(95% KI)         p-Wert
Gesamtpopulation:
Medianes GesamtĂŒberleben (in Monaten)               11,1     13,8       0,74 (0,60-0,91)   0,0046
Medianes progressionsfreies Überleben (in Monaten)  5,5      6,7        0,71 (0,59-0,85)   0,0002
Gesamtansprechrate, %                               34,5%    47,3%      1,70a (1,22-2,38)  0,0017
IHC3+ (n=287)
Medianes GesamtĂŒberleben (in Monaten)               12,5     17,9       0,59 (0,43-0,81)   n.a.b
Medianes progressionsfreies Überleben (in Monaten)  5,7%     8,4%       0,59 (0,45-0,78)   n.a.b
IHC2+ und FISH+ (n=159)
Medianes GesamtĂŒberleben (in Monaten)               10,8     12,3       0,75 (0,51-1,11)   n.a.b
Medianes progressionsfreies Überleben (in Monaten)  5,0      5,7        0,73 (0,53-1,03)   n.a.b
Magenkarzinom
Medianes GesamtĂŒberleben (in Monaten)               11,1     14,6       0,76 (0,60-0,96)   n.a.b
Medianes progressionsfreies Überleben (in Monaten)  5,4      6,3        0,73 (0,60-0,90)   n.a.b
Gastroösophagealer Übergang
Medianes GesamtĂŒberleben (in Monaten)               8,6      10,9       0,67 (0,42-1,08)   n.a.b
Medianes progressionsfreies Überleben (in Monaten)  5,6      7,6        0,61 (0,40-0,93)   n.a.b

FP: Fluoropyrimidin/Cisplatin
H+FP: Fluoropyrimidin/Cisplatin + Herceptin
a Odds-Ratio
b p-Werte fĂŒr Subgruppen werden nicht aufgefĂŒhrt, da die Power nicht ausreichend ist, um Unterschiede zwischen den Studienarmen aufzuzeigen.

Pharmakokinetik

Die Pharmakokinetik von Trastuzumab wurde in einer Modellanalyse der Populationspharmakokinetik beurteilt, fĂŒr die gepoolte Daten von 1'582 Probanden aus 18 Studien der Phase I, II und III, die intravenöses Herceptin erhalten hatten, herangezogen wurden.
Absorption
Nicht zutreffend.
Distribution
In den folgenden Tabellen sind die populationsbezogenen PK-Expositionsprognosen (mit dem 5. - 95. Perzentil) und die PK-Parameterwerte bei klinisch relevanten Konzentrationen (Cmax und Cmin) bei Brustkrebs- und bei AGC-Patienten gezeigt, die mit den zugelassenen Dosierungsregimes q1w und q3w behandelt wurden.
Populationsbezogene PK-Expositionsprognosen in Zyklus 1 (mit dem median 5. - 95. Perzentil) fĂŒr intravenöse Regimes bei Brustkrebs- und AGC-Patienten

    Dosierung             PrimÀrer Tumortyp     N                     Cmin(”g/ml)           Cmax(”g/ml)           AUC(”g.Tag/ml)
8 mg/kg +6 mg/kg q3w  MBC/EBC               1195                  29,4(5,8-59,5)        178(117-291)          1373(736-2245)
AGC                   274                   23,1(6,1-50,3)        132(84,2-225)         1109(588-1938)
4 mg/kg +2 mg/kg qw   MBC/EBC               1195                  37,7(12,3-70,9)       88,3(58-144)          1066(586-1754)

Populationsbezogene PK-Expositionsprognosen im Steady-State (mit dem 5. - 95. Perzentil) fĂŒr intravenöse Regimes bei Brustkrebs- und AGC-Patienten

    Dosierung             PrimÀrer Tumortyp     N                     Cmin,ss(”g/ml)        Cmax,ss(”g/ml)        AUCss(”g.Tag/ml)      Zeit bis Steady-Stat  Gesamt-CL-Bereich
                                                                                                                                    e(Woche)              im Steady-State(l/Ta
                                                                                                                                                          g)
8 mg/kg + 6 mg/kgq3w  MBC/EBC               1195                  47,4(5-115)           179(107-309)          1794(673-3618)        12                    0,173-0,283
AGC                   274                   32,9(6,1-88,9)        131(72,5-251)         1338(557-2875)        9                     0,189-0,337
4 mg/kg + 2 mg/kgqw   MBC/EBC               1195                  66,1(14,9-142)        109(51,0-209)         1765(647-3578)        12                    0,201-0,244

Metabolismus
Nicht zutreffend.
Elimination
Auswaschen von Trastuzumab: Der Zeitraum des Auswaschens von Trastuzumab wurde unter Verwendung der jeweiligen Populations-PK-Modelle nach intravenöser und subkutaner Verabreichung beurteilt. Die Ergebnisse dieser Simulationen deuten darauf hin, dass mindestens 95% der Patienten 7 Monate nach der letzten Dosis Trastuzumab-Serumkonzentrationen <1 ”g/ml erreicht haben (ca. 3% der populationsbezogenen prognostizierten Cmin,ss bzw. etwa 97% Auswaschung).
Zirkulierendes HER2-Antigen
Brustkrebs: Messbare Konzentrationen der zirkulierenden extrazellulĂ€ren DomĂ€ne des HER2-Rezeptors ( "shed antigen" ) wurden im Serum von 64% der Patienten mit HER2-ĂŒberexprimierenden Brusttumoren nachgewiesen (bis zu 1880 ng/ml; median = 11 ng/ml). Patienten mit höheren Ausgangswerten von zirkulierendem HER2-Antigen hatten eher niedrigere minimale Serumkonzentrationen von Trastuzumab. Die meisten Patienten mit erhöhten zirkulierenden Antigen-Werten erreichten im Zuge der wöchentlichen Dosierung die angestrebten Serumkonzentrationen fĂŒr Trastuzumab bis zur Woche 6. Es konnte keine signifikante Beziehung zwischen dem Ausgangswert des zirkulierenden Antigens und der klinischen Wirkung beobachtet werden.
Bei Patienten mit Magenkarzinom oder Karzinom des gastroösophagealen Übergangs liegen keine Daten zu den Mengen an zirkulierendem HER2-Antigen vor.
LinearitÀt/Nicht LinearitÀt
Ein Zwei-Kompartiment-Modell mit paralleler linearer und nicht-linearer Elimination aus dem zentralen Kompartiment beschrieb das Konzentrations-Zeit-Profil von Trastuzumab. Aufgrund der nicht-linearen Elimination erhöhte sich die Gesamtclearance mit abnehmenden Konzentrationen. Die lineare Clearance betrugt bei Brustkrebs (MBC/EBC) 0,127 l/Tag und bei AGC 0,176 l/Tag. Die maximale Eliminationsrate (Vmax) betrug bei nicht-linearer Elimination 8,81 mg/Tag und die Michaelis-Menten-Konstante (Km) betrug 8,92 mg/l. Das Volumen im zentralen Kompartiment belief sich bei Patienten mit Brustkrebs auf 2,62 l und bei Patienten mit AGC auf 3,63 l.
Kinetik spezieller Patientengruppen
Leberfunktionsstörungen
Es wurden keine detaillierten pharmakokinetischen Studien bei Patienten mit eingeschrĂ€nkter Leberfunktion durchgefĂŒhrt.
Nierenfunktionsstörungen
Es wurden keine detaillierten pharmakokinetischen Studien bei Patienten mit eingeschrĂ€nkter Nierenfunktion durchgefĂŒhrt. In einer populationspharmakokinetischen Analyse wurde gezeigt, dass sich eine Nierenfunktionsstörung nicht auf die Disposition von Trastuzumab auswirkt.
Es wurde kein Einfluss von Serum-Kreatinin auf die pharmakologische Disposition von Trastuzumab gefunden.
Ältere Patienten
Es wurden keine detaillierten pharmakokinetischen Studien bei Ă€lteren Patienten durchgefĂŒhrt. Das Alter der Patienten hatte keinen Einfluss auf die Pharmakokinetik von Trastuzumab.

PrÀklinische Daten

Sicherheitspharmakologie/LangzeittoxizitÀt (bzw. ToxizitÀt bei wiederholter Verabreichung)
Trastuzumab wurde von MĂ€usen (nicht bindende Spezies) und Cynomolgus-Affen (bindende Spezies) in Einzeldosis-ToxizitĂ€tsstudien bzw. ToxizitĂ€tsstudien mit wiederholten Dosen mit einer Dauer von bis zu 6 Monaten gut vertragen. Es wurden keine Anzeichen fĂŒr eine akute oder chronische ToxizitĂ€t identifiziert.
Zwei nicht-klinische ToxizitĂ€tsstudien zur AbklĂ€rung zu kardiotoxischen Wirkungen von Herceptin wurden mit Javaneraffen (Cynomolgus-Affen) durchgefĂŒhrt.
Die Wirkungen von Herceptin wurden bei Tieren untersucht, die an einer durch die Vorbehandlung mit Doxorubicin verursachten manifesten HerzschĂ€digung litten. Nach Abschluss der Behandlung mit Herceptin traten keine VerĂ€nderungen von Parametern auf, die auf eine Herzmuskelzellnekrose hinweisen. Die Ergebnisse zeigten VerĂ€nderungen bei einem Parameter, Abstand E-Punkt der Mitralklappenbewegung zum Septum (EPSS), nicht aber bei zwei weiteren Parametern – VerkĂŒrzungsfraktion (FS) und zirkumferentiale FaserverkĂŒrzung (Vcf) – auf, die auf eine BeeintrĂ€chtigung der Herzfunktion hingewiesen hĂ€tten.
In einer Studie wurden die Nebenwirkungen der Kombinationstherapie mit Doxorubicin und Herceptin auf die Herzfunktion sowie auf Erythrozyten und Leukozyten mit den entsprechenden Nebenwirkungen der Monotherapie mit den jeweiligen Arzneimitteln verglichen. Die Nebenwirkungen der Kombinationstherapie hatten einen etwas höheren Schweregrad und eine lĂ€ngere Dauer als die Nebenwirkungen der Monotherapie mit Doxorubicin. Die Monotherapie mit Herceptin zeigte keinerlei unerwĂŒnschte Wirkungen.
KarzinogenitÀt
Es wurden keine KarzinogenitĂ€tsstudien durchgefĂŒhrt, um das karzinogene Potential von Herceptin zu untersuchen.
ReproduktionstoxizitÀt
Reproduktionsstudien, die bei Cynomolgus-Affen mit Dosen von bis zu dem 25-fachen der wöchentlichen Erhaltungsdosis beim Menschen von 2 mg/kg Herceptin durchgefĂŒhrt wurden, ergaben keine Anzeichen fĂŒr eine BeeintrĂ€chtigung der weiblichen FertilitĂ€t. Der Einfluss auf die Fruchtbarkeit mĂ€nnlicher Tiere wurde nicht geprĂŒft. Studien zur TeratogenitĂ€t und ToxizitĂ€t am Ende der Gestation und zur PlazentagĂ€ngigkeit lieferten keinen Hinweis auf eine ReproduktionstoxizitĂ€t.

Sonstige Hinweise

InkompatibilitÀten
Es wurde keine InkompatibilitÀt zwischen Herceptin und Beuteln aus Polyvinylchlorid, Polyethylen oder Polypropylen beobachtet.
Glucoselösung (5%) darf nicht verwendet werden, da sie eine Proteinaggregation auslöst.
Da keine VertrĂ€glichkeitsstudien durchgefĂŒhrt wurden, darf Herceptin nicht mit anderen Arzneimitteln gemischt oder verdĂŒnnt werden.
Haltbarkeit
Das Arzneimittel darf nur bis zu dem auf der Packung mit "EXP" bezeichneten Datum verwendet werden.
Haltbarkeit nach Anbruch
Herceptin 150 mg zur Einfachdosierung
Haltbarkeit des rekonstituierten Konzentrats
Das mit sterilem Wasser fĂŒr Injektionszwecke rekonstituierte Konzentrat ist bei 2 °C bis 8 °C bis zu 48 Stunden physikalisch und chemisch stabil.
Aus mikrobiologischen GrĂŒnden sollte das rekonstituierte Konzentrat sofort in der Infusionslösung weiterverdĂŒnnt werden. Falls nicht, liegen die Aufbewahrungsdauer und -bedingungen der fertigen Lösung vor der Anwendung in der Verantwortlichkeit des Anwenders und sollten 24 Stunden bei 2 °C bis 8 °C nicht ĂŒberschreiten, es sei denn, die Rekonstitution wurde unter kontrollierten und validierten aseptischen Bedingungen durchgefĂŒhrt.
Das rekonstituierte Konzentrat nicht einfrieren.
Haltbarkeit der fertig zubereiteten Herceptin 150 mg-Infusionslösung
Die fertig zubereitete Herceptin-Infusionslösung (verdĂŒnnt in 0,9%iger Natriumchloridlösung) ist bei 2 °C bis 8 °C bis zu 30 Tage und bei Raumtemperatur (≀30 °C) 24 Stunden physikalisch und chemisch stabil.
Aus mikrobiologischen GrĂŒnden sollte die Herceptin-Infusionslösung sofort verwendet werden. Falls sie nicht sofort verwendet wird, liegen deren Aufbewahrungsdauer und -bedingungen der Infusionslösung vor der Anwendung in der Verantwortlichkeit des Anwenders und sollten 24 Stunden bei 2 °C bis 8 °C nicht ĂŒberschreiten, es sei denn, Rekonstitution und VerdĂŒnnung wurden unter kontrollierten und validierten aseptischen Bedingungen durchgefĂŒhrt.
Herceptin 440 mg zur Mehrfachdosierung
Haltbarkeit des rekonstituierten Konzentrats
Das Herceptin-Konzentrat, das mit dem der 440-mg-Herceptin-Durchstechflasche beiliegenden bakteriostatischen Wasser fĂŒr Injektionszwecke rekonstituiert wurde, ist bei 2 °C bis 8 °C 28 Tage lang stabil. Es enthĂ€lt ein Konservierungsmittel und eignet sich daher fĂŒr die Mehrfachdosierung. Jede Restmenge des rekonstituierten Konzentrats sollte nach 28 Tagen verworfen werden.
FĂŒr eine Verabreichung von Herceptin an einen Patienten mit bekannter Überempfindlichkeit gegenĂŒber Benzylalkohol (siehe Rubrik "Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen Abschnitt Herceptin zur Mehrfachdosierung (Benzylakohol)" ) sollte Herceptin mit sterilem Wasser fĂŒr Injektionszwecke rekonstituiert werden, wobei aus jeder Durchstechflasche nur eine Dosis Herceptin entnommen werden sollte. Das mit sterilem Wasser fĂŒr Injektionszwecke rekonstituierte Konzentrat sollte sofort verwendet werden. Restmengen sind zu verwerfen.
Das rekonstituierte Konzentrat nicht einfrieren.
Haltbarkeit der fertig zubereiteten Herceptin 440 mg-Infusionslösung
Die fertig zubereitete Herceptin-Infusionslösung (verdĂŒnnt in 0,9%iger Natriumchloridlösung) ist bei 2 °C bis 8 °C bis zu 24 Stunden und danach wĂ€hrend 24 Stunden bei Temperaturen bis zu 30 °C physikalisch und chemisch stabil.
Aus mikrobiologischen GrĂŒnden sollte die Herceptin-Infusionslösung sofort verwendet werden. Falls sie nicht sofort verwendet wird, liegen die Aufbewahrungsdauer und -bedingungen vor der Anwendung in der Verantwortlichkeit des Anwenders. Die Aufbewahrungsdauer soll 24 Stunden bei 2 °C bis 8 °C nicht ĂŒberschreiten.
Hinweise zur Entsorgung
Nach Therapieabschluss oder Verfall sind nicht verwendete Arzneimittel in der Originalpackung der Abgabestelle (Arzt oder Apotheker) zur fachgerechten Entsorgung zu retournieren.
Besondere Lagerungshinweise
Im KĂŒhlschrank (2-8 °C) lagern.
Ausser Reichweite von Kindern aufbewahren.
Hinweise fĂŒr die Handhabung
Hinweise fĂŒr die Handhabung von Herceptin 150 mg zur Einfachdosierung
Zubereitung zur Anwendung:
Die Durchstechflasche mit Herceptin wird mit 7,2 ml sterilem Wasser fĂŒr Injektionszwecke (nicht mitgeliefert) rekonstituiert. Andere Rekonstitutionsmittel dĂŒrfen nicht verwendet werden. Daraus ergeben sich 7,4 ml Lösung fĂŒr eine Einfachdosierung, die 21 mg/ml Trastuzumab enthĂ€lt und einen pH-Wert von ca. 6,0 aufweist.
WĂ€hrend der Rekonstitution von Herceptin und der VerdĂŒnnung zur Infusionslösung ist SchĂŒtteln und ĂŒbermĂ€ssige Schaumbildung zu vermeiden, um eventuelles AusfĂ€llen und damit verbunden die Verringerung der gelösten Menge Herceptins zu verhindern. Ebenso ist rasches Herauspressen aus einer Spritze zu unterlassen.
Anleitung zur Rekonstitution:
1.Mit Hilfe einer sterilen Spritze langsam 7,2 ml steriles Wasser fĂŒr Injektionszwecke auf das in der Durchstechflasche befindliche Herceptin Lyophilisat zur Herstellung eines Infusionskonzentrats injizieren.
2.Durchstechflasche vorsichtig schwenken. NICHT SCHÜTTELN!
Eine leichte Schaumbildung wÀhrend des Rekonstitutionsprozesses ist nicht ungewöhnlich. Die Durchstechflasche nach der Rekonstitution ungefÀhr 5 Minuten lang stehen lassen. Die Lösung sollte danach im Wesentlichen keine sichtbaren Partikel enthalten.
Das rekonstituierte PrÀparat ist eine farblose bis schwachgelbe durchsichtige Lösung.
Hinweise fĂŒr die Handhabung von Herceptin 440 mg zur Mehrfachdosierung
Zubereitung zur Anwendung:
Es sollte ein geeignetes aseptisches Verfahren angewendet werden. Jede Durchstechflasche mit Herceptin wird mit 20 ml des beigefĂŒgten bakteriostatischen Wassers fĂŒr Injektionszwecke enthaltend 1,1% Benzylalkohol rekonstituiert. Daraus ergibt sich eine Lösung zur Mehrfachdosierung von 21 mg/ml Trastuzumab mit einem pH von ca. 6,0. Der Gebrauch anderer Lösungen fĂŒr die Rekonstitution sollte vermieden werden.
Zur Zubereitung einer Einzeldosis kann bei Überempfindlichkeit gegen Benzylalkohol auch Wasser fĂŒr Injektionszwecke (nicht mitgeliefert) verwendet werden. Solche Zubereitungen mĂŒssen sofort verwendet werden und RĂŒckstĂ€nde verworfen werden. Der Gebrauch anderer Lösungsmittel ist zu vermeiden.
WĂ€hrend der Rekonstitution von Herceptin und der VerdĂŒnnung zur Infusionslösung ist SchĂŒtteln und ĂŒbermĂ€ssige Schaumbildung zu vermeiden, um eventuelles AusfĂ€llen und damit verbunden die Verringerung der gelösten Menge Herceptins zu verhindern. Ebenso ist rasches Herauspressen aus einer Spritze zu unterlassen.
Anleitung zur Rekonstitution:
1.Mit Hilfe einer sterilen Spritze langsam 20 ml des bakteriostatischen Wassers auf das in der Durchstechflasche befindliche Herceptin Lyophilisat zur Herstellung eines Infusionskonzentrats injizieren.
2.Durchstechflasche vorsichtig schwenken. NICHT SCHÜTTELN!
Eine leichte Schaumbildung wÀhrend des Rekonstitutionsprozesses ist nicht ungewöhnlich. Die Durchstechflasche nach der Rekonstitution ungefÀhr 5 Minuten lang stehen lassen. Die Lösung sollte danach im Wesentlichen keine sichtbaren Partikel enthalten.
Das rekonstituierte PrÀparat ist eine farblose bis schwachgelbe durchsichtige Lösung.
Hinweise fĂŒr die Handhabung der Herceptin-Durchstechflaschen zur Einfach- und Mehrfachdosierung
VerdĂŒnnen der rekonstituierten Lösung
Das fĂŒr die Behandlung des betroffenen Patienten erforderliche Volumen der rekonstituierten Lösung wird folgendermassen bestimmt:
auf der Basis der Initialdosis von 4 mg Trastuzumab/kg Körpergewicht bzw. der wöchentlich verabreichten Dosen von 2 mg Trastuzumab/kg Körpergewicht:

auf der Basis einer Initialdosis von 8 mg Trastuzumab pro kg Körpergewicht bzw. der alle drei Wochen verabreichten weiteren Dosen von 6 mg Trastuzumab pro kg Körpergewicht:

Es sollte eine entsprechende Menge der rekonstituierten Lösung aus der Durchstechflasche (entweder aus 150 mg EinzeldosisbehĂ€ltnis oder 440 mg MehrfachdosenbehĂ€ltnis) mittels einer sterilen Nadel und Spritze entnommen und einem Infusionsbeutel mit 250 ml einer 0,9 %igen Natriumchloridlösung zugefĂŒgt werden.
Keine Glucoselösung (5%) verwenden (siehe "InkompatibilitÀten" ). Der Beutel sollte vorsichtig gedreht werden, um die Lösung ohne Schaumbildung zu vermischen.
Bei der Zubereitung des Konzentrats sowie der fertigen zubereiteten Infusionslösung ist jeweils darauf zu achten, die SterilitÀt der Lösungen sicherzustellen.
Parenterale Arzneimittel sind vor Verabreichung durch SichtprĂŒfung auf Schwebepartikel und VerfĂ€rbung zu untersuchen.
Nach Zubereitung sollte die Infusion umgehend verwendet werden. Bei VerdĂŒnnung unter aseptischen Bedingungen kann sie fĂŒr 24 Stunden gekĂŒhlt bei 2-8 °C aufbewahrt werden.

Zulassungsnummer

55065 (Swissmedic).

Packungen

150 mg Einzeldosierung:
1 Durchstechflasche mit Herceptin (Trastuzumab) [A]
440 mg Mehrfachdosierung:
Packung zu 1 Durchstechflasche mit Herceptin (Trastuzumab) und 1 Durchstechflasche mit 20 ml Lösungsmittel [A]

Zulassungsinhaberin

Roche Pharma (Schweiz) AG, Basel.

Stand der Information

Mai 2026.

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