InteraktionenPharmakokinetische Interaktionen
Voriconazol ist ein klinisch relevanter Inhibitor der Cytochrom-P450-Isoenzyme CYP2C19, CYP2C9 und CYP3A4 und ist zudem auch ein Substrat für diese Enzyme. Somit weist Voriconazol ein erhebliches Potenzial zur Erhöhung der Plasmakonzentrationen von Substanzen auf, die durch diese CYP450-Isoenzyme metabolisiert werden, insbesondere für Substanzen, die durch CYP3A4 metabolisiert werden, da Voriconazol ein starker CYP3A4-Inhibitor ist. Dabei ist die Grössenordnung der jeweiligen Veränderungen teilweise abhängig vom Substrat. Umgekehrt können Inhibitoren oder Induktoren dieser Isoenzyme die Voriconazol-Plasmakonzentration erhöhen bzw. erniedrigen. Es ist nicht möglich, hier sämtliche potenziellen Interaktionspartner namentlich zu nennen. Daher muss bei gleichzeitiger Anwendung anderer Arzneimittel grundsätzlich auch die Fachinformation dieser Produkte konsultiert werden, um sich über deren Metabolisierungswege sowie über eventuell erforderliche Dosisanpassungen (oder andere Massnahmen) zu informieren. In verstärktem Masse gilt dies für Patienten mit multiplen Komedikationen.
Einfluss anderer Arzneimittel auf die Pharmakokinetik von Voriconazol
Der Metabolismus von Voriconazol kann beeinflusst werden durch gleichzeitige Anwendung von Induktoren oder Inhibitoren von CYP3A4, CYP2C9 oder CYP2C19 sowie von Arzneimitteln, welche ebenfalls durch diese Enzyme metabolisiert werden. Entsprechend kann die Wirksamkeit reduziert oder das Risiko für unerwünschte Wirkungen erhöht werden. Es ist zu beachten, dass bei einigen Arzneimitteln, welche die Pharmakokinetik von Voriconazol beeinflussen können, umgekehrt auch deren Pharmakokinetik durch die gleichzeitige Gabe von Voriconazol beeinflusst werden kann. Siehe daher auch "Einfluss von Voriconazol auf die Pharmakokinetik anderer Arzneimittel" .
Induktoren von CYP3A4, CYP2C9 oder CYP2C19
In klinischen Interaktionsstudien führte die gleichzeitige Verabreichung starker CYP3A4-Induktoren zu einer Reduktion der Voriconazol-Exposition (AUC) um mehr als 50%.
Die gleichzeitige Verabreichung der folgenden CYP450-Induktoren mit Voriconazol ist kontraindiziert: langwirksame Barbiturate (z.B. Phenobarbital), Carbamazepin, Efavirenz in Standarddosen (400 mg und mehr, einmal täglich), Johanniskraut (CYP450-Induktor), Rifabutin, Rifampicin, hochdosiertes Ritonavir (2x täglich 400 mg oder mehr).
Moderate CYP3A4-Induktoren und CYP2C9- oder CYP2C19-Induktoren können ebenfalls zu einer klinisch relevanten Reduktion der Voriconazol-Exposition führen. Wenn eine gleichzeitige Verabreichung unvermeidbar ist, sollte das klinische Ansprechen während der Komedikation sorgfältig überwacht und bei Hinweisen auf eine unzureichende Wirksamkeit gegebenenfalls die Voriconazol-Dosis erhöht oder eine alternative antimykotische Therapie gewählt werden.
Beispiele für Wirkstoffe, die zu einer reduzierten Voriconazol-Exposition führen können und/oder eine Dosisanpassung von Voriconazol erfordern: Efavirenz (300 mg einmal täglich), Flucloxacilin, Letermovir (CYP2C9- und CYP2C19-Induktor), Phenytoin, niedrig dosiertes Ritonavir (100 mg zweimal täglich).
Inhibitoren von CYP3A4, CYP2C9 oder CYP2C19
Inhibitoren dieser Isoenzyme können die Voriconazol-Plasmakonzentration erhöhen. Bei gleichzeitiger Verabreichung mit Voriconazol ist Vorsicht geboten, und der Patient sollte sorgfältig auf unerwünschte Wirkungen überwacht werden.
Beispiele für Wirkstoffe, die zu einer erhöhten Voriconazol-Exposition führen können: Fluconazol (CYP2C9-, CYP2C19- und CYP3A4-Inhibitor), Omeprazol, kombinierte hormonelle Kontrazeptiva.
Einfluss von Voriconazol auf die Pharmakokinetik anderer Arzneimittel
Voriconazol ist ein starker Inhibitor von CYP3A4 sowie ein klinisch relevanter Inhibitor von CYP2C9 und CYP2C19 . Der Metabolismus von Arzneimitteln, die durch eines dieser Enzyme metabolisiert werden, insbesondere durch CYP3A4, kann bei gleichzeitiger Verabreichung mit Voriconazol deutlich reduziert werden. Auf diese Weise können die Plasmakonzentrationen dieser Arzneimittel erhöht und ihre erwünschten und unerwünschten Wirkungen verstärkt oder verlängert werden. Die sich daraus ergebenden Folgen sind abhängig vom jeweiligen Wirkstoff und dessen therapeutischer Breite. Es sollte daher eine engmaschige Überwachung und/oder eine Dosisanpassung während der Komedikation und auch in den ersten Wochen nach Absetzen von Voriconazol erwogen werden.
Insbesondere weisen CYP3A4-Substrate, welche das Potential haben, die QT-Dauer zu verlängern, bei gleichzeitiger Anwendung zusammen mit Voriconazol das Risiko ventrikulärer Tachyarrhythmien einschliesslich Torsades de Pointes auf. Die gleichzeitige Gabe von Voriconazol zusammen mit solchen Arzneimitteln kann daher kontraindiziert sein (siehe auch "Kontraindikationen" ).
Die gleichzeitige Anwendung von Voriconazol und Finerenon ist kontraindiziert, da sie zu einer signifikanten Erhöhung der Finerenon-Exposition und des Potenzials für schwerwiegende Nebenwirkungen führen kann.
Zu beachten ist auch, dass im Falle von Arzneimitteln, bei welchen der Wirkstoff als Prodrug appliziert und unter wesentlicher Beteiligung von CYP3A4 (oder CYP2C9/2C19) in den aktiven Wirkstoff umgewandelt wird, die gleichzeitige Anwendung eines Enzyminhibitors wie Voriconazol zu einer klinisch relevanten Abnahme der Plasmakonzentrationen des aktiven Wirkstoffes und damit zu einer reduzierten Wirksamkeit führen kann (dies gilt z.B. für Carbamazepin, Clopidogrel, Primidon oder Valproinsäure).
Nach Beendigung der Behandlung nehmen die Voriconazol-Konzentrationen je nach Dosis und Dauer der Behandlung unterschiedlich schnell ab. In der Folge sinken auch die Plasmaspiegel der gleichzeitig verabreichten CYP3A4-Substrate allmählich ab. Bei gleichzeitiger Verabreichung von Substanzen mit engem therapeutischem Fenster (wie z.B. Ciclosporin) sollten deren Plasmaspiegel daher auch nach Absetzen von Voriconazol überwacht und ggf. die Dosis angepasst werden.
CYP3A4-Substrate: In klinischen Interaktionsstudien führte die gleichzeitige Verabreichung von Voriconazol zusammen mit CYP3A4-Substraten zu einer Erhöhung der Substrat-Exposition, wobei deren Grössenordnung substratabhängig war (siehe Interaktionstabelle 2 unten).
Die gleichzeitige Anwendung der folgenden Arzneimittel mit Voriconazol ist daher kontraindiziert: QTc-verlängernde CYP3A4-Substrate (z.B. Amiodaron, Chinidin, Domperidon, Haloperidol, Ivabradin, Pimozid), durch CYP3A4 metabolisierte Ergot-Alkaloide (Ergotamin, Dihydroergotamin), Finerenon, Sirolimus.
Interaktionstabellen
Die nachfolgende Tabelle (Interaktionstabelle 1) zeigt Beispiele von Arzneimitteln, welche die Pharmakokinetik von Voriconazol beeinflussen, deren Metabolismus durch Voriconazol beeinflusst wird oder bei denen es zu einer wechselseitigen Interaktion kommen kann. Diese Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Bei der Anwendung anderer Arzneimittel zusammen mit Voriconazol ist daher grundsätzlich jeweils auch deren Fachinformation zu beachten. Ähnliche Effekte sind bei anderen, nicht erwähnten Wirkstoffen zu erwarten, die ebenfalls Substrate, Inhibitoren oder Induktoren von CYP3A4, CYP2C9 oder CYP2C19 sind.
Die nachfolgenden Empfehlungen sind wie folgt definiert:
- "kontraindiziert" : Substrate von CYP3A4, CYP2C9 oder CYP2C19 mit potentiell schwerwiegenden und unter Umständen irreversiblen unerwünschten Wirkungen (wie z.B. Torsades de Pointes, Rhabdomyolyse, etc.). Das Arzneimittel darf unter keinen Umständen zusammen mit Voriconazol verabreicht werden (siehe "Kontraindikationen" ).
- "nicht empfohlen" : Substrate von CYP3A4, CYP2C9 oder CYP2C19, bei denen erhöhte oder reduzierte Plasmakonzentrationen mit einem deutlich erhöhten Risiko für klinisch relevante unerwünschte Wirkungen einhergehen bzw. bei welchen eine reduzierte Wirksamkeit ein relevantes Risiko für den Patienten darstellt. Eine Anwendung des jeweiligen Arzneimittels während der Behandlung oder in den ersten Wochen nach Absetzen von Voriconazol sollte vermieden werden, sofern nicht der Nutzen die potentiell erhöhten Risiken überwiegt. Falls aufgrund fehlender Alternativen bzw. einer Unverträglichkeit gegenüber den alternativen Wirkstoffen eine gleichzeitige Verabreichung unvermeidbar ist, muss der Patient sorgfältig und engmaschig überwacht und ggf. die Dosierung des gleichzeitig verabreichten Arzneimittels angepasst werden. Für Wirkstoffe, für welche Zielkonzentrationen definiert sind, wird empfohlen, die Plasmakonzentrationen zu überwachen (sogenanntes "therapeutic drug monitoring" , TDM).
- "mit Vorsicht anwenden" : Substrate von CYP3A4, CYP2C9 oder CYP2C19, bei denen erhöhte oder reduzierte Plasmakonzentrationen ein klinisch relevantes Risiko darstellen können. Wird das Arzneimittel zusammen mit Voriconazol angewendet, so wird eine sorgfältige Überwachung empfohlen. Für Wirkstoffe, für welche Zielkonzentrationen definiert sind, wird ein TDM empfohlen. Ggf. muss die Dosierung des gleichzeitig verabreichten Arzneimittels angepasst werden.
- "Anwendung möglich" : keine klinisch relevante Interaktion. Eine gleichzeitige Anwendung des Wirkstoffes zusammen mit Voriconazol ist möglich, und eine Dosisanpassung ist nicht erforderlich.
Interaktionstabelle 1
Art der Empfehlung Beispiele für betroffene Wirkstoffe
kontraindiziert Avanafil langwirksame Barbiturate (z.B. Phenobarbital) Carbamazepin Efavirenz
in Standarddosierung durch CYP3A4 metabolisierte Ergot-Alkaloide (z.B.
Ergotamin, Dihydroergotamin) Finerenon Johanniskrautpräparate Lercanidipin
Quetiapin Ranolazin Rifabutin/Rifampicin hochdosiertes Ritonavir Sertindol
Sildenafil in der Indikation pulmonalarterielle Hypertonie Sirolimus
Ticagrelor CYP3A4-Substrate, für welche eine QT-verlängernde Wirkung bekannt
ist (z.B. Amiodaron, Chinidin, Domperidon, Dronedaron, Haloperidol,
Lurasidon, Ivabradin)
nicht empfohlen Everolimus (siehe auch "Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen" )
Flucloxacillin Fluconazol Letermovir orales Midazolam Phenytoin (siehe auch
"Dosierung/Anwendung" ) niedrigdosiertes Ritonavir Rivaroxaban einige
Tyrosinkinaseinhibitoren (z.B. Bosutinib, Ceritinib, Cobimetinib, Ibrutinib,
Nilotinib, Ribociclib; siehe auch unten unter "mit Vorsicht … anwenden" )
Venetoclax (während der Titrationsphase kontraindiziert!) verschiedene
antineoplastische Wirkstoffe (z.B. Trabectedin)
mit Vorsicht (und Apixaban Aprepitant Benzodiazepine (z.B. Midazolam) Ciclosporin
ggf. unter Dosisanpa Cumarinderivate Efavirenz in reduzierter Dosierung (siehe
ssung) anwenden "Dosierung/Anwendung" ) Ivacaftor durch CYP3A4 metabolisierte Kortikosteroide
(z.B. Hydrocortison, Dexamethason oder Budesonid) Methadon durch CYP2C9
metabolisierte NSAR (z.B. Diclofenac, Ibuprofen) Omeprazol kurzwirksame
Opiate (z.B. Alfentanil, Fentanyl, Sufentanil) langwirksame Opiate (z.B.
Oxycodon, Hydrocodon) durch CYP2C19 metabolisierte Protonenpumpeninhibitoren
Sildenafil in der Indikation erektile Dysfunktion Statine Sulfonylharnstoffe
Tacrolimus Tadalafil einige Tyrosinkinaseinhibitoren (z.B. Axitinib,
Cabozantinib, Dabrafenib, Dasatinib, Gefitinib, Sunitinib; siehe auch oben
unter "nicht empfohlen" ) Vardenafil Venlafaxin Zopiclon verschiedene
antineoplastische Wirkstoffe (z.B. Docetaxel, Trastuzumab) verschiedene
antivirale Wirkstoffe (z.B. Delavirdin, Nelfinavir, Nevirapin, Saquinavir)
Vinca-Alkaloide
Bei gleichzeitiger Anwendung antiviraler Kombinationen (HIV oder HCV) ist zu beachten, dass der Nettoeffekt der zu erwartenden Interaktion stark von den pharmakokinetischen Eigenschaften der enthaltenen Wirkstoffe (Enzym-Substrate, -Induktoren, -Inhibitoren) abhängig ist.
Für Arzneimittel, für welche spezifische Interaktionsstudien mit Voriconazol vorliegen, sind in der nachfolgenden Interaktionstabelle 2 die Ergebnisse im Detail aufgeführt ( "QD" = einmal täglich, "BID" = zweimal täglich, "TID" = dreimal täglich). Im allgemeinen wurden die Interaktionsstudien an gesunden männlichen Probanden bei oraler Mehrfachgabe von 200 mg Voriconazol alle 12 h bis zum Erreichen des Steady State durchgeführt.
Die Ratio wurde dabei wie folgt klassifiziert:
↑: Ratio <2; ↑↑: 2≤ Ratio <5; ↑↑↑: Ratio ≥5; ↓: Ratio >0.6; ↓↓: 0.2< Ratio ≤0.6; ↓↓↓: Ratio ≤0.2; ↔: keine relevante Veränderung
Interaktionstabelle 2
Arzneimittel Behandlungsschema Ratio Test / Referenz (90% oder Empfehlung
95% CI)a
Alfentanil Einzeldosis Alfentanil: ↑↑↑ AUC0-∞ 5.92 mit Vorsicht anwenden
(5.20, 6.71) Halbwertszeit 4.39 (siehe "Warnhinweise
(4.10, 4.69) und Vorsichtsmassnah
men" )
Azithromycin 500 mg QD zusammen Voriconazol: ↔ Cmax 1.18 (0.99, Anwendung möglich
mit Voriconazol 200 1.40) AUCτ 1.08 (0.95, 1.22)
mg BID
Ciclosporin (bei 150-375 mg QD Ciclosporin: ↑ Cmax 1.13 (0.90, mit Vorsicht anwenden
stabilen Patienten zusammen mit Voricon 1.41) AUCτ 1.70 (1.47, 1.96)
mit Nierentransplata azol 200 mg BID
tion)
Cimetidin 400 mg BID zusammen Voriconazol: ↑ Cmax 1.18 (1.06, Anwendung möglich
mit Voriconazol 200 1.32) AUCτ 1.23 (1.13, 1.33)
mg BID
Diclofenac 50 mg Einzeldosis Diclofenac: ↑↑ Cmax 214% (128, mit Vorsicht anwenden
300)* AUC0-∞ 178% (143, 212)* *%
Unterschied (95% CI)
Digoxin 0.25 mg QD Digoxin: ↔ Cmax 0.96 (0.88, Anwendung möglich
1.04) AUCτ 0.93 (0.87, 1.00)
Efavirenz 400 mg QD zusammen Efavirenz (im Vergleich zu kontraindiziert
mit Voriconazol 200 Monotherapie 600 mg QD): ↑ Cmax
mg BID 1.37 (1.29, 1.46) AUCτ 1.43
(1.36, 1.51) Voriconazol: ↓↓
Cmax 0.34 (0.27, 0.43) AUCτ 0.20
(0.16, 0.25)
Efavirenz 300 mg QD zusammen Efavirenz (im Vergleich zu mit Vorsicht anwenden
mit Voriconazol 400 Monotherapie 600 mg QD): ↔ Cmax (siehe "Dosierung/An
mg BID 0.96 (0.88, 1.03) AUCτ 1.17 wendung" und "Warnhin
(1.06, 1.29) Voriconazol (im weise und Vorsichtsma
Vergleich zu Monotherapie 200 mg ssnahmen" )
BID): ↔ Cmax 1.23 (0.99, 1.53)
AUCτ 0.93 (0.77, 1.13)
Efavirenz 300 mg QD zusammen Efavirenz (im Vergleich zu mit Vorsicht anwenden
mit Voriconazol 300 Monotherapie 600 mg QD): ↔ Cmax (siehe "Dosierung/An
mg BID 0.86 (0.79, 0.93) AUCτ 1.01 wendung" und "Warnhin
(0.92, 1.11) Voriconazol (im weise und Vorsichtsma
Vergleich zu Monotherapie 200 mg ssnahmen" )
BID): ↓↓ Cmax 0.64 (0.51, 0.79)
AUCτ 0.45 (0.38, 0.55)
Erythromycin 1 g BID zusammen Voriconazol: ↔ Cmax 1.08 (0.91, Anwendung möglich
mit Voriconazol 200 1.28) AUCτ 1.01 (0.89, 1.15)
mg BID
Fentanyl 5 µg/kg i.v. Einzeld Fentanyl: ↑ AUC0-∞ 1.34 (1.12, mit Vorsicht anwenden
osis 1.60) (siehe "Warnhinweise
und Vorsichtsmassnah
men" )
Finerenon Obwohl nicht untersucht, ist es kontraindiziert
wahrscheinlich, dass Voriconazol
die Plasmakonzentration von
Finerenon signifikant erhöht.
Fluconazol 200 mg QD zusammen Voriconazol: ↑ Cmax 1.57 (1.20, nicht empfohlen
mit Voriconazol 200 2.07) AUCτ 1.79 (1.41, 2.28)
mg QD
Ibuprofen 400 mg Einzeldosis S-Ibuprofen: ↑ Cmax 1.20 (1.09, mit Vorsicht anwenden
1.32) AUC 2.01 (1.80 - 2.22)
Indinavir 800 mg TID Indinavir: ↔ Cmax 0.91 (0.83, Anwendung möglich
1.01) AUCτ 0.88 (0.77, 1.00)
Voriconazol: ↔ Cmax 1.02 (0.91,
1.14) AUCτ 1.07 (0.98, 1.18)
Johanniskraut 300 mg TID, 400 mg Voriconazol: ↓↓ AUC0-∞ ↓ 59%** kontraindiziert
Voriconazol Einzeldo **Ratio und 90% CI keine Angaben
sis
Letermovir 480 mg QD Voriconazol: ↓↓ Cmax 0.61 (0.53, nicht empfohlen
0.71) AUC0-12 0.56 (0.51, 0.62)
Methadon 30-100 mg QD R-Methadon (activ): ↑ Cmax 1.31 mit Vorsicht anwenden
(1.22, 1.40) AUCτ 1.47 (1.38, (siehe "Warnhinweise
1.57) S-Methadon: ↑ Cmax 1.65 und Vorsichtsmassnah
(1.53, 1.79) AUCτ 2.03 (1.85, men" )
2.24) Methadon hatte keinen
relevanten Einfluss auf die
Voriconazol Plasmaspiegel.
Midazolam 0.05 mg/kg IV Midazolam: AUC0-∞ ↑ 3.7-fach Mit Vorsicht anwenden
Einzeldosis 7.5 mg Midazolam Cmax ↑ 3.8-fach AUC0-∞ Nicht empfohlen
oral Einzeldosis ↑ 10.3-fach
Mycophenolsäure 1 g Einzeldosis Mycophenolsäure: ↔ Cmax 1.02 Anwendung möglich
(0.91, 1.15) AUCt 1.10 (1.05,
1.15)
Norethisteron/Ethiny 1 mg/0.035 mg Ethinylestradiol: ↑ Cmax 1.36 keine Angaben
lestradiol (kombiniertes (1.28, 1.45) AUCτ 1.61 (1.50,
hormonales Kontrazep 1.72) Norethisteron: ↑ Cmax 1.15
tivum) (1.03, 1.28) AUCτ 1.53 (1.44,
1.64) Voriconazol: ↑ Cmax 1.14
(1.03, 1.27) AUCτ 1.46 (1.32,
1.61)
Oxycodon 10 mg Einzeldosis Oxycodon: ↑↑ Cmax 1.7** AUC0-∞ mit Vorsicht anwenden
3.6 (2.7, 5.6) Eliminationshalbwe
rtszeit ↑ 2-fach** **Ratio und
90% CI keine Angaben
Omeprazol 40 mg QD Omeprazol: ↑↑ Cmax 2.16 (1.78, mit Vorsicht anwenden
2.64) AUCτ 3.80 (3.28, 4.41)
Voriconazol: ↑ Cmax 1.15 (1.05,
1.25) AUCτ 1.41 (1.29, 1.55)
Phenytoin 300 mg QD Phenytoin: ↑ Cmax 1.67 (1.44, nicht empfohlen
1.93) AUCτ 1.81 (1.56, 2.10) (siehe "Dosierung/Anw
Voriconazol: ↓↓ Cmax 0.61 (0.50, endung" und "Warnhinw
0.74) AUCτ 0.36 (0.30, 0.43) eise und Vorsichtsmas
snahmen" )
Prednisolon 60 mg Einzeldosis Prednisolon: ↑ Cmax 1.11 (0.94, Anwendung möglich
1.32) AUC0-∞ 1.34 (1.24, 1.44)
Ranitidin 150 mg BID zusammen Voriconazol: ↔ Cmax 1.04 (0.93, Anwendung möglich
mit Voriconazol 200 1.15) AUCτ 1.04 (0.97, 1.12)
mg BID
Rifabutin zusammen mit Voricon Rifabutin: ↑↑ Cmax 2.95 (2.19, kontraindiziert
azol 400 mg BID 3.97) AUCτ 4.31 (3.47, 5.36)
Voriconazol: ↑ Cmax 2.04 (1.61,
2.57) AUCτ 1.87 (1.47, 2.37)
Rifabutin zusammen mit Voricon Voriconazol: ↓↓ Cmax 0.31 (0.23, kontraindiziert
azol 200 mg BID 0.43) AUCτ 0.22 (0.15, 0.32)
Rifampicin 600 mg QD Voriconazol: ↓↓↓ Cmax 0.07 kontraindiziert
(0.05, 0.10) AUCτ 0.05 (0.03,
0.07)
Ritonavir 400 mg BID Ritonavir: ↔ Cmax 0.97 (0.82, kontraindiziert
1.15) AUCτ 0.95 (0.77, 1.17)
Voriconazol: ↓↓↓ Cmax 0.32
(0.27, 0.38) AUCτ 0.17 (0.14,
0.20)
Ritonavir 100 mg BID Ritonavir: ↓ Cmax 0.75 (0.60, nicht empfohlen
0.95) AUCτ 0.87 (0.74, 1.03)
Voriconazol: ↓ Cmax 0.76 (0.64,
0.91) AUCτ 0.61 (0.48, 0.78)
Sirolimus 2 mg Einzeldosis Sirolimus: ↑↑↑ Cmax 6.56 (5.73, kontraindiziert
(oral) 7.52) AUCτ 11.14 (9.87, 12.6)
Tacrolimus 0.1 mg/kg Einzeldosi Tacrolimus: ↑↑ Cmax 2.17 (1.86, mit Vorsicht anwenden
s 2.52) AUCt 3.21 (2.69, 3.83)
Warfarin 30 mg Einzeldosis, Keine Daten zur Pharmakokinetik mit Vorsicht anwenden
zusammen mit Voricon siehe unten unter "Pharmakodynami
azol 300 mg BID sche Interaktionen"
a Wo keine Angaben zur Ratio Test/Referenz vorliegen, ist stattdessen die Veränderung des jeweiligen Parameters in Prozent angegeben.
Pharmakodynamische Interaktionen
Die gleichzeitige Gabe einer Einzeldosis von 30 mg Warfarin zusammen mit 300 mg Voriconazol erhöhte die maximale Prothrombinzeit um 93%. Für Acenocoumaron und Phenprocoumon liegen keine entsprechenden Studien vor, es ist jedoch mit vergleichbaren Veränderungen zu rechnen. Wird Voriconazol zusammen mit einem Cumarinderivat (Vitamin K-Antagonisten) angewendet, so sollten die Gerinnungsparameter engmaschig überwacht und ggf. die Antikoagulantien-Dosis angepasst werden.
|