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Fachinformation zu Bonviva® 150 mg:Atnahs Pharma Switzerland AG
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Zusammensetzung

Wirkstoffe
Natriumibandronat-Monohydrat (168.75 mg, entspricht 11 mg Natrium)
Hilfsstoffe
Povidon K25, Laktose Monohydrat (162.75 mg), Mikrokristalline Cellulose, Crospovidon, Stearinsäure, hochdisperses Siliciumdioxid, Hypromellose (E 464), Titandioxid (E171), Talk, Macrogol 6000

Darreichungsform und Wirkstoffmenge pro Einheit

Filmtabletten mit 150 mg Ibandronsäure (aus Ibandronsäure Mononatriumsalz Monohydrat).

Indikationen/Anwendungsmöglichkeiten

Therapie der Osteoporose bei postmenopausalen Frauen zur Reduktion des Risikos von vertebralen Frakturen.

Dosierung/Anwendung

Übliche Dosierung
Die empfohlene Dosierung beträgt einmal monatlich eine Filmtablette à 150 mg. Die Filmtablette soll vorzugsweise am selben Datum eines jeden Monats eingenommen werden.
Die Einnahme von Bonviva 150 mg muss morgens 60 Minuten vor der ersten Einnahme von Nahrung oder Flüssigkeit einschliesslich Mineralwasser sowie ebenfalls 60 Minuten vor der Einnahme von oralen Arzneimitteln (einschliesslich Calcium) erfolgen (siehe "Interaktionen" ).
-Die Tabletten müssen unzerkaut mit einem Glas Leitungswasser (nicht weniger als 200 ml) in aufrechter sitzender oder stehender Haltung geschluckt werden. Nach der Einnahme von Bonviva 150 mg dürfen sich die Patientinnen für 60 Minuten nicht hinlegen.
-Zur Einnahme von Bonviva 150 mg darf nur Leitungswasser verwendet werden. Es ist darauf hinzuweisen, dass einige Mineralwässer einen hohen Calciumgehalt haben können und daher nicht verwendet werden dürfen.
-Die Patientinnen dürfen die Bonviva 150 mg Filmtablette wegen der potenziellen Gefahr einer oropharyngealen Ulzeration nicht kauen oder lutschen.
Falls eine Einnahme vergessen wurde, müssen die Patientinnen angewiesen werden, am folgenden Morgen, nachdem die vergessene Einnahme bemerkt wurde, eine Tablette Bonviva 150 mg einzunehmen, es sei denn, die Zeit bis zur nächsten regulären Dosis beträgt weniger als 7 Tage.
In diesem Fall muss die vergessene Tablette ausgelassen und die Einnahme mit der nächsten monatlichen Dosis fortgeführt werden.
Die Patientinnen sollten nicht zwei Tabletten innerhalb der gleichen Woche einnehmen.
Falls die Zufuhr mit der Nahrung unzureichend ist, sollten die Patientinnen zusätzlich Calcium und/oder Vitamin D erhalten (siehe "Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen" ).
Therapiedauer
Die optimale Dauer der Behandlung einer Osteoporose mit Bisphosphonaten ist nicht geklärt. Der Bedarf für eine Fortsetzung einer Behandlung mit Bonviva sollte unter Berücksichtigung des Nutzens und der möglichen Risiken für die individuelle Patientin in regelmässigen Abständen erneut geprüft werden, insbesondere nach einer Anwendungsdauer von fünf oder mehr Jahren.
Spezielle Dosierungsanweisungen
Ältere Patientinnen
Eine Dosisanpassung ist nicht erforderlich (siehe "Pharmakokinetik" ). Die Abnahme der Nierenfunktion mit dem Alter sollte jedoch berücksichtigt werden.
Kinder und Jugendliche
Zu Sicherheit und Wirksamkeit bei Patientinnen unter 18 Jahren liegen keine Erfahrungen vor.
Patientinnen mit Nierenfunktionsstörungen
Bei Patientinnen mit leichter oder mässiger Niereninsuffizienz (Kreatininclearance ≥30 ml/min) ist keine Dosisanpassung erforderlich.
Bei einer Kreatininclearance <30 ml/min sollte die Gabe von Bonviva 150 mg auf einer individuellen Beurteilung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses basieren (siehe "Pharmakokinetik" ).
Patientinnen mit Leberfunktionsstörungen
Eine Dosisanpassung ist nicht erforderlich (siehe "Pharmakokinetik" ).

Kontraindikationen

Unkorrigierte Hypokalzämie.
Ösophagusanomalien, welche die Ösophagusentleerung verzögern, wie Strikturen oder Achalasie.
Bonviva ist bei Patientinnen kontraindiziert, die unfähig sind, während mindestens 60 Minuten zu stehen oder aufrecht zu sitzen.
Überempfindlichkeit gegenüber dem Wirkstoff oder einem der Hilfsstoffe gemäss Zusammensetzung.

Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen

Eine Hypokalzämie und andere Störungen des Knochen- und Mineralstoffwechsels müssen vor Beginn der Behandlung mit Bonviva 150 mg wirksam therapiert werden. Eine ausreichende Zufuhr von Calcium und Vitamin D ist bei allen Patientinnen wichtig.
Reizungen des Gastrointestinaltraktes
Oral verabreichte Bisphosphonate können lokale Reizungen des oberen Gastrointestinaltraktes verursachen. Wegen dieser möglichen Reizwirkungen und eines Potenzials für eine Verschlechterung der zugrunde liegenden Erkrankung ist bei der Verabreichung von Bonviva an Patientinnen mit aktiven Erkrankungen bzw. Beschwerden im oberen Gastrointestinaltrakt (z.B. Barrett-Ösophagus, Dysphagie, andere ösophageale Erkrankungen, Gastritis, Duodenitis oder Ulkus) Vorsicht geboten.
Unter Bisphosphonaten wurden Dysphagie, Ösophagitis sowie Ösophagus- und Magenulzera beobachtet. Diese waren in einigen Fällen schwer und machten eine Hospitalisation erforderlich oder waren von Strikturen oder Perforationen des Ösophagus gefolgt, gingen aber selten mit Blutungen einher. Die Patientinnen müssen daher die Hinweise zur Art der Anwendung (siehe "Dosierung/Anwendung" ) genauestens beachten und in der Lage sein, diese zu befolgen.
Bei klinischen Symptomen, die auf eine ösophageale Reizung hindeuten, wie neu auftretende oder sich verschlimmernde Schluckbeschwerden, Schmerzen beim Schlucken, retrosternale Schmerzen oder Sodbrennen, ist die Therapie abzubrechen.
Da sowohl nicht-steroidale Antirheumatika (NSARs) als auch Bisphosphonate zu gastrointestinalen Irritationen führen können, ist bei gleichzeitiger Gabe von NSARs und Bonviva 150 mg Vorsicht geboten.
Osteonekrosen des Kiefers (Osteonecrosis of the Jaw, ONJ) Bei mit Bisphosphonaten behandelten Patienten wurde über Osteonekrosen des Kiefers berichtet. Die meisten Fälle betrafen Malignompatienten, die sich zahnärztlichen Eingriffen unterzogen, einige traten jedoch bei Patientinnen mit postmenopausaler Osteoporose und anderen Diagnosen auf. Osteonekrosen des Kiefers stehen im Allgemeinen im Zusammenhang mit Zahnextraktionen und/oder lokalen Infektionen (einschliesslich Osteomyelitis). Bekannte Risikofaktoren für eine Osteonekrose des Kiefers umfassen Malignome, Begleittherapien (z.B. Chemotherapie einschliesslich Angiogenese-Inhibitoren, Radiotherapie, Kortikosteroide) und Komorbiditäten (z.B. Anämie, Koagulopathie, Infektion, vorbestehende Zahnerkrankungen). Die meisten gemeldeten Fälle betrafen Patienten, die intravenös mit Bisphosphonaten behandelt wurden; einige Fälle wurden aber auch unter oraler Behandlung beobachtet.
Bei Patientinnen, die während einer Bisphosphonattherapie eine Osteonekrose des Kiefers (ONJ) entwickeln, kann sich der Zustand durch zahnchirurgische Eingriffe verschlimmern. Es ist nicht bekannt, ob das Absetzen der Bisphosphonat-Behandlung vor einem zahnärztlichen Eingriff das Risiko einer ONJ reduziert. Eine zahnärztliche Untersuchung mit geeigneten Vorsorgemassnahmen wird vor einer Behandlung mit Bisphosphonaten bei Patientinnen mit gleichzeitigen Risikofaktoren (z.B. Krebs, Chemotherapie, Strahlentherapie, Kortikosteroide, schlechte Mundhygiene) empfohlen. Der Behandlungsplan für die einzelne Patientin sollte in enger Zusammenarbeit zwischen behandelndem Arzt und Zahnarzt bzw. Kieferchirurgen und unter individueller Nutzen-Risiko-Abwägung erstellt werden.
Bei Patienten unter Bisphosphonattherapie, einschliesslich Ibandronsäure, wurde auch über Fälle einer Osteonekrose an anderen orofazialen Stellen einschliesslich des äusseren Gehörgangs berichtet. Die Risikofaktoren sind ähnlich wie bei ONJ. Zu den zusätzlichen Risikofaktoren können wiederholte kleine Verletzungen gehören (z.B. gewohnheitsmässiger Gebrauch von Wattestäbchen). Die Möglichkeit einer Osteonekrose des äusseren Gehörgangs sollte in Betracht gezogen werden bei Patientinnen unter Bisphosphonat-Behandlung, die Ohrsymptome wie z.B. eine chronische Otitis aufweisen.
Atypische Femurfrakturen
Unter Therapie mit Bisphosphonaten wurden atypische subtrochanterische und diaphysäre Femurfrakturen berichtet, hauptsächlich bei Patienten, die über längere Zeit wegen einer Osteoporose behandelt wurden. Diese transversalen Frakturen oder kurzen Schrägfrakturen können an jeder Stelle entlang des Femurs von knapp unterhalb des Trochanter minor bis zu den Kondylen auftreten. Diese Frakturen treten nach einem minimalen Trauma oder ohne Trauma auf, und manche Patienten verspüren bereits Wochen bis Monate vor der Ausbildung einer vollständigen Femurfraktur Schmerzen im Oberschenkel oder im Bereich der Leiste, oftmals verbunden mit radiologischen Merkmalen einer Stressfraktur. Die Frakturen treten häufig bilateral auf; daher sollte bei Patientinnen unter Bisphosphonat-Therapie, die eine Femurschaftfraktur erleiden, auch der kontralaterale Femur untersucht werden. Auch wurde eine schlechte Heilung dieser Frakturen berichtet. Bei Patientinnen mit Verdacht auf eine atypische Femurfraktur sollte eine individuelle Nutzen-Risiko-Abwägung erfolgen und ein Abbruch der Bisphosphonat-Therapie in Erwägung gezogen werden.
Solche Frakturen wurden auch bei Patienten mit Osteoporose berichtet, die nicht mit Bisphosphonaten behandelt wurden.
Atypische Frakturen anderer Röhrenknochen
Bei Patienten unter einer Langzeitbehandlung mit Bisphosphonaten wurde auch über atypische Frakturen anderer Röhrenknochen, wie der Ulna und der Tibia, berichtet. Wie bei den atypischen Femurfrakturen traten diese Frakturen ohne Trauma oder nach einem minimalen Trauma auf, und bei einigen Patienten traten Prodromalschmerzen auf, bevor es zu einer vollständigen Fraktur kam. Bei Ulnafrakturen kann dies mit einer wiederholten Stressbelastung in Verbindung mit der langfristigen Verwendung von Gehhilfen zusammenhängen.
Überempfindlichkeitsreaktionen
Unter Anwendung von Ibandronat wurde über Überempfindlichkeitsreaktionen (Bronchospasmus, anaphylaktische Reaktionen, bis hin zu letalen Verläufen) berichtet. Solche Reaktionen traten insbesondere bei intravenöser Applikation von Ibandronat auf, können aber auch unter einer oralen Therapie nicht ausgeschlossen werden.
Hilfsstoffe von besonderem Interesse
Patientinnen mit der seltenen hereditären Galactose-Intoleranz, völligem Lactasemangel oder Glucose-Galactose-Malabsorption sollten dieses Arzneimittel nicht anwenden.
Dieses Arzneimittel enthält weniger als 1 mmol Natrium (23 mg) pro Tablette, d.h. es ist nahezu "natriumfrei" .

Interaktionen

Pharmakokinetische Interaktionen
Ibandronat wird renal eliminiert. Es wird nicht hepatisch metabolisiert und inhibiert nicht das hepatische Cytochrom P450- System. Es gibt keine Hinweise auf eine Beteiligung der bekannten sauren oder basischen Transportsysteme an der Elimination von Ibandronat.
In pharmakokinetischen Interaktionsstudien bei postmenopausalen Frauen wurde kein Wechselwirkungspotenzial mit Tamoxifen oder mit Hormonersatztherapien (Östrogen) nachgewiesen. Bei gleichzeitiger Gabe mit Melphalan/Prednisolon bei Patientinnen mit Plasmozytom wurden keine Interaktionen beobachtet.
In einer pharmakokinetischen Interaktionsstudie an gesunden Probandinnen erhöhten 75 mg Ranitidin (25 mg intravenös 90 resp. 15 Minuten vor sowie 30 Minuten nach Ibandronat Gabe) die orale Bioverfügbarkeit von 10 mg Ibandronat um 20%. Das Ausmass dieses Anstiegs wird als klinisch nicht relevant betrachtet.
Pharmakodynamische Interaktionen
In einer 1-jährigen Studie an postmenopausalen Frauen mit Osteoporose war die Inzidenz von Ereignissen im oberen Gastrointestinaltrakt bei Patientinnen, die gleichzeitig Acetylsalicylsäure oder NSAIDs und Bonviva 150 mg einmal monatlich eingenommen hatten, ähnlich.
Von den mehr als 1500 Patientinnen in dieser Studie benötigten 14% Histamin(H2)-Blocker oder Protonenpumpenhemmer.
Interaktionen mit der Nahrung
Die Resorption von Ibandronsäure wird durch die Einnahme von Nahrung und Flüssigkeit, insbesondere durch Produkte, die Calcium und andere mehrwertige Kationen (z.B. Aluminium, Magnesium, Eisen) enthalten, einschliesslich Milch und Mineralwasser, beeinflusst. Deshalb darf die Einnahme von Nahrung und Flüssigkeit, Calciumtabletten und anderen Arzneimitteln erst 60 Minuten nach der oralen Gabe von Bonviva 150 mg erfolgen (siehe "Dosierung / Anwendung" ).

Schwangerschaft, Stillzeit

Schwangerschaft
Bonviva 150 mg ist nur für postmenopausale Frauen vorgesehen und darf während einer Schwangerschaft nicht angewendet werden.
Es gibt keine hinreichenden Daten zur Anwendung bei Schwangeren. Studien in Ratten haben einige reproduktionstoxikologische Effekte gezeigt (siehe "Präklinische Daten" ). Das potenzielle Risiko für den Menschen ist nicht bekannt.
Stillzeit
Es ist nicht bekannt, ob Ibandronsäure in die Muttermilch übergeht. Bonviva darf während der Stillzeit nicht angewendet werden.

Wirkung auf die Fahrtüchtigkeit und auf das Bedienen von Maschinen

Es wurden keine entsprechenden Studien durchgeführt. Unter Anwendung von Ibandronat wurde jedoch über unerwünschte Wirkungen an den Augen (siehe "unerwünschte Wirkungen" ) sowie über Benommenheit berichtet, welche die Fahrtüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen beeinträchtigen können.

Unerwünschte Wirkungen

Die relevantesten gemeldeten unerwünschten Wirkungen sind anaphylaktische Reaktionen (einschliesslich anaphylaktischem Schock), atypische Femurfrakturen, Osteonekrose des Kiefers, gastrointestinale Symptome infolge einer lokalen Irritation und entzündliche Veränderungen der Augen.
Die am häufigsten gemeldeten unerwünschten Wirkungen waren Arthralgien und grippeähnliche Symptome. Diese Symptome traten typischerweise im Zusammenhang mit der ersten Dosis auf, waren im Allgemeinen von kurzer Dauer und klangen in der Regel trotz fortgesetzter Behandlung spontan ab.
Nachfolgend sind die unerwünschten Wirkungen nach Systemorganklassen und Häufigkeit geordnet aufgeführt, welche in der klinischen Studie und/oder während der Marktüberwachung unter Anwendung von Bonviva 150mg beobachtet wurden.
Die Häufigkeiten sind wie folgt definiert: sehr häufig (≥1/10), häufig (≥1/100 bis <1/10), gelegentlich (≥1/1'000 bis <1/100), selten (≥1/10'000 bis <1/1'000), sehr selten (<1/10'000), unbekannt (basierend überwiegend auf Spontanmeldungen aus der Marktüberwachung, genaue Häufigkeit kann nicht abgeschätzt werden).
Erkrankungen des Immunsystems
Selten: Überempfindlichkeitsreaktionen, Angioödem.
Sehr selten: allergische Reaktionen (einschliesslich Asthma-Exazerbationen), anaphylaktische Reaktionen/anaphylaktischer Schock (einschliesslich letal verlaufenden Ereignissen; siehe "Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen" ).
Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen
Gelegentlich: Hypocalcämie
Erkrankungen des Nervensystems
Häufig: Kopfschmerzen.
Gelegentlich: Benommenheit.
Augenerkrankungen
Sehr selten: Uveitis, Iridoskleritis, Skleritis.
Unter Behandlung mit Bisphosphonaten einschliesslich Ibandronsäure wurden entzündliche okuläre Ereignisse wie z.B. Uveitis, Iridoskleritis und Skleritis gemeldet. In einigen Fällen heilten diese Ereignisse erst ab, nachdem das Bisphosphonat abgesetzt wurde.
Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts
Häufig: Oesophagitis, Gastritis, gastro-oesophagealer Reflux, Dyspepsie, Diarrhoe, Bauchschmerzen, Übelkeit.
Gelegentlich: Dysphagie, Erbrechen, Flatulenz, Ösophagitis einschliesslich ösophagaler Ulcerationen oder Strikturen.
Selten: Duodenitis.
Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes
Häufig: Exanthem.
Selten: Gesichtsödem, Urtikaria.
Sehr selten: schwere Hautreaktionen (wie Stevens-Johnson-Syndrom, Erythema multiforme und bullöse Dermatose)
Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen
Häufig: Arthralgien, Myalgien, muskuloskelettale Schmerzen, Muskelkrampf, muskuloskelettale Steifheit.
Gelegentlich: Rückenschmerzen.
Selten: atypische subtrochanterische und diaphysäre Femurfrakturen (siehe "Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen" ).
Sehr selten: Osteonekrose des Kiefers und anderer orofazialer Stellen, einschliesslich des äusseren Gehörgangs. (siehe "Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen" )
Unbekannt: atypische subtrochantäre und diaphysäre Frakturen an anderen langen Röhrenknochen als dem Femur (siehe "Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen" )
Allgemeine Erkrankungen
Häufig: Grippe-ähnliche Erkrankung.
Gelegentlich: Müdigkeit.
Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von grosser Wichtigkeit. Sie ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels. Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdacht einer neuen oder schwerwiegenden Nebenwirkung über das Online-Portal ElViS (Electronic Vigilance System) anzuzeigen. Informationen dazu finden Sie unter www.swissmedic.ch.

Überdosierung

Anzeichen und Symptome
Basierend auf den Erfahrungen mit dieser Substanzklasse kann eine orale Überdosierung zu unerwünschten Wirkungen im oberen Gastrointestinaltrakt wie Magenverstimmung, Dyspepsie, Ösophagitis, Gastritis oder Ulkus führen.
Behandlung
Zur Therapie einer Überdosierung von Ibandronat stehen keine speziellen Informationen zur Verfügung. Ein spezifisches Antidot existiert nicht. Zur Bindung von oral verabreichtem Ibandronat sollten Milch oder Antazida gegeben werden. Wegen des Risikos einer Ösophagusreizung sollte kein Erbrechen ausgelöst werden und die Patientin in vollkommen aufrechter Haltung verbleiben.
Ibandronat ist dialysierbar. Erfahrungen mit dem Einsatz einer Hämodialyse bei einer Ibandronat-Überdosierung liegen aber nicht vor.

Eigenschaften/Wirkungen

ATC-Code
M05BA06
Wirkungsmechanismus
Ibandronsäure gehört zur Gruppe der stickstoffhaltigen Bisphosphonate, die auf das Knochengewebe wirken. Die selektive Wirkung beruht auf der hohen Affinität zur Mineralsubstanz des Knochens. Es hemmt die Osteoklastenaktivität, beeinträchtigt jedoch die Osteoklastenrekrutierung nicht.
Ibandronsäure reduziert die Knochenresorption ohne direkte Wirkung auf die Knochenbildung.
Pharmakodynamik
Bei Menschen wurde die Wirksamkeit der täglichen und der intermittierenden Verabreichung mit einem dosisfreien Intervall von 9-10 Wochen ohne Ibandronsäure in der klinischen Studie (MF 4411), bei der Bonviva eine Fraktur-verhindernde Wirkung zeigte, bestätigt.
In einer Phase-I-Bioäquivalenz-Studie, die an 72 postmenopausalen Frauen durchgeführt wurde, die alle 28 Tage insgesamt 4 orale Dosen à 150 mg erhielten, war nach der ersten Dosis bereits innert 24 Stunden nach der Einnahme eine Inhibierung des Serum-CTX (mediane Inhibierung 28%) zu sehen. Die mediane maximale Inhibierung (69%) wurde 6 Tage später erreicht. Nach der dritten und vierten Dosis betrug 6 Tage nach der Einnahme die mediane maximale Inhibierung 74%, 28 Tage nach der vierten Dosis verminderte sich die mediane Inhibierung auf 56%. Beim Verzicht auf weitere Ibandronat-Gaben kam es zu einem Suppressionsverlust von biochemischen Markern der Knochenresorption.
Klinische Wirksamkeit
Bonviva 150 mg einmal monatlich
Die Wirksamkeit von Bonviva 150mg einmal monatlich wurde in einer doppelblinden, 2-jährigen, multizentrischen Studie an n=327 postmenopausalen Patientinnen mit Osteoporose untersucht. Eingeschlossen wurden Patientinnen, welche Baseline einen T-Score für die Knochenmineraldichte (BMD) an der Lendenwirbelsäule (LWS) von < -2,5 aufwiesen .
Nach 1 Jahr betrug der mittlere Anstieg der BMD an der LWS 4,9 % (95 %-KI 4,4–5,3), im Gesamthüftbereich 3,1 %, am Schenkelhals 2,2 % und am Trochanter 4,6 %. Die Response-Rate lag an der LWS bei 91,3 %und an der Gesamthüfte bei 90,0 %. 83,9 % der Patientinnen erfüllten sowohl an der LWS als auch an der Gesamthüfte die Responsekriterien.
Nach 2 Jahren (n=291) zeigte sich eine weitere signifikante Zunahme der BMD an LWS (6,6 %), Gesamthüfte (4,2 %), Schenkelhals (3,1 %) und Trochanter (6,2 %).
Biochemische Marker des Knochenumbaus
Klinisch bedeutende Abnahmen der CTX-Serumspiegel wurden zu allen gemessenen Zeitpunkten beobachtet, d.h. nach 3, 6 und 12 und 24 Monaten. Nach 12 Monaten betrug die mediane relative Veränderung beim Dosierungsschema mit 150 mg monatlich -76% vom Ausgangswert, nach 24 Monaten -68%, wobei nach 24 Monaten 83% der Patientinnen, die 150 mg monatlich erhielten als Responder identifiziert wurden (definiert als ein Abfall von >50% vom Ausgangswert).
Basierend auf den Ergebnissen der Studie BM 16549 ist zu erwarten, dass Bonviva 150 mg einmal monatlich zur Vorbeugung von Frakturen mindestens so wirksam ist wie Bonviva 2,5 mg täglich.
Bonviva 2,5 mg täglich
In einer 3-jährigen, randomisierten, doppelblinden, Placebo-kontrollierten Studie wurde eine statistisch signifikante Abnahme neuer radiographisch-morphometrisch dokumentierter und klinischer Frakturen der Lendenwirbelsäule (LWS) nachgewiesen. In die Studie wurden Frauen im Alter von 55 bis 80 Jahren eingeschlossen, die sich seit mindestens 5 Jahren in der Postmenopause befanden, die eine Knochenmineraldichte (BMD) der LWS von -2 bis -5 SD unterhalb des prämenopausalen Mittelwertes (T-Score) in mindestens einem Wirbel (L1-L4) und bereits eine bis vier vertebrale Frakturen auswiesen. Alle Patientinnen erhielten täglich 500 mg Calcium und 400 I.E. Vitamin D. Die Wirksamkeit wurde bei 2'929 Patientinnen ausgewertet.
Bonviva 2,5 mg führte zu einer statistisch signifikanten Abnahme des relativen Risikos für neue radiographisch nachgewiesene vertebrale Frakturen um 62%. Klinische vertebrale Frakturen wurden ebenfalls signifikant um 49% gesenkt.
Es zeigte sich auch eine statistisch signifikante Verringerung des Körpergrössenverlustes im Vergleich zu Placebo.
Die Zunahme der BMD in der Lendenwirbelsäule betrug bei täglicher Gabe nach drei Jahren 5,3% im Vergleich zu Placebo (plus Calcium und Vitamin D) und 6,5% im Vergleich zum Ausgangswert.
Nach einem Behandlungsabbruch steigen die Knochenresorptionswerte wieder auf die vor Behandlungsbeginn vorliegenden Ausgangswerte an.
Die histologische Analyse der Knochenbiopsien nach 2- und 3-jähriger Behandlung postmenopausaler Frauen zeigte Knochen normaler Qualität und keine Hinweise für einen Mineralisationsdefekt.

Pharmakokinetik

Für Ibandronat konnte keine Konzentrations-Wirkungs-Beziehung gezeigt werden.
Absorption
Die Plasmakonzentrationen steigen bis zu einer oralen Einnahme von 50 mg proportional zur Dosis an, oberhalb dieser Dosis werden überproportionale Anstiege gesehen.
Die absolute Bioverfügbarkeit beträgt etwa 0,6%. Das Ausmass der Resorption wird bei gleichzeitiger Einnahme mit Nahrungsmitteln oder Getränken (mit Ausnahme von klarem Wasser) beeinträchtigt. Bei Gabe von Bonviva zusammen mit einem Standardfrühstück ist die Bioverfügbarkeit um 90% reduziert.
Maximale Plasmakonzentrationen wurden im Nüchternzustand innerhalb von 0,5 bis 2 Stunden erreicht (Median 1 Stunde). Wird Ibandronsäure 60 Minuten vor einer Mahlzeit eingenommen, kommt es nicht zu einer bedeutsamen Abnahme der Bioverfügbarkeit. Hingegen werden sowohl die Bioverfügbarkeit als auch die BMD-Zunahme reduziert, wenn Nahrung oder Getränke weniger als 60 Minuten nach der Einnahme von Bonviva aufgenommen werden.
In den klinischen Studien wurde ein Mindestabstand von 6 Stunden zwischen der letzten Mahlzeit und der Einnahme von Bonviva vorgeschrieben. Darüber hinaus sollten die Patienten nach der Einnahme von Bonviva jeweils eine weitere Stunde keine Nahrung zu sich nehmen.
Distribution
Nach einer anfänglichen systemischen Exposition bindet Ibandronsäure rasch an den Knochen oder wird mit dem Urin ausgeschieden. Das scheinbare terminale Verteilungsvolumen beträgt mindestens 90 l, und die Menge der Dosis, die den Knochen erreicht, wird auf 40-50% der zirkulierenden Dosis geschätzt. Die Proteinbindung im Humanserum beträgt etwa 85 % - 87 % (in vitro bei therapeutischen Konzentrationen bestimmt) .
Metabolismus
Es gibt keinerlei Hinweise, dass Ibandronsäure metabolisiert wird.
Elimination
Der resorbierte Anteil der Ibandronsäure wird zu 40–50% über die Knochenabsorption aus dem Kreislauf entfernt, der Rest wird unverändert über die Nieren ausgeschieden. Die nicht resorbierte Fraktion der Ibandronsäure wird unverändert mit den Faezes ausgeschieden.
Die terminale Eliminationshalbwertszeit liegt im Bereich von 10-72 Stunden. Die Plasmaspiegel fallen anfangs rasch ab und erreichen innerhalb von 8 Stunden nach oraler Gabe 10% der Spitzenwerte.
Die Gesamtclearance der Ibandronsäure ist niedrig mit 84-160 ml/min. Die renale Clearance (etwa 60 ml/min bei gesunden postmenopausalen Frauen) beträgt 50-60% der Gesamtclearance und korreliert mit der Kreatininclearance.
Kinetik spezieller Patientengruppen
Ältere Patientinnen
In einer multivariaten Analyse erwies sich das Alter nicht als unabhängiger Faktor für die untersuchten pharmakokinetischen Parameter. Da die Nierenfunktion mit dem Alter abnimmt, ist dies der einzige zu berücksichtigende Faktor (siehe Abschnitt "Niereninsuffizienz" ).
Kinder und Jugendliche
Bei Patientinnen unter 18 Jahren liegen keine pharmakokinetischen Daten vor.
Nierenfunktionsstörungen
Bei Patientinnen mit leichter bis mässiger Niereninsuffizienz (Kreatininclearance ≥30 ml/min) ist keine Dosisanpassung erforderlich.
Patientinnen mit schwerer Niereninsuffizienz (Kreatininclearance <30 ml/min), die für 21 Tage täglich 10 mg Ibandronsäure oral erhielten, zeigten 2–3 fach höhere Serumkonzentrationen als Patientinnen mit normaler Nierenfunktion, und die Gesamtclearance der Ibandronsäure betrug 44 ml/min. Nach intravenöser Gabe von 0,5 mg nahmen bei Patientinnen mit schwerer Niereninsuffizienz die Gesamtclearanceraten um 67%, die renalen Clearanceraten um 77% und die nicht-renalen Clearanceraten um 50% ab. Die erhöhte Exposition ging aber nicht mit einer verminderten Verträglichkeit einher (siehe auch "Dosierung / Anwendung" ).
Leberfunktionsstörungen
Für Patientinnen mit Leberinsuffizienz liegen keine pharmakokinetischen Daten für Ibandronsäure vor. Die Leber spielt bei der Clearance keine bedeutende Rolle, da Ibandronsäure nicht metabolisiert, sondern durch renale Ausscheidung und durch die Aufnahme in den Knochen aus dem Körper entfernt wird.
Rasse
Es gibt keine Hinweise auf Unterschiede in der Pharmakonetik in Abhängigkeit von der Ethnizität.

Präklinische Daten

In chronischen Studien, unabhängig von Dosierungsschema und Applikationsweg (i.v. oder oral), war die Niere das primäre Zielorgan der Toxizität; sekundäre Organe waren Leber und Intestinaltrakt.
Orale Studien mit intermittierender Applikation hoher Dosen wurden nicht durchgeführt.
Mutagenität
Ein Hinweis auf ein karzinogenes Potenzial wurde nicht beobachtet. Untersuchungen der Genotoxizität erbrachten keine Hinweise auf eine genetische Aktivität der Ibandronsäure.
Reproduktionstoxizität
Bei oral behandelten Ratten und Kaninchen konnte keine fetale toxische oder teratogene Wirkung der Ibandronsäure nachgewiesen werden, und bei einer extrapolierten Exposition, die mindestens 35 mal höher war als die Exposition beim Menschen, ergaben sich bei Ratten keine unerwünschten Wirkungen auf die Entwicklung der F1-Nachkommen. Die unerwünschten Wirkungen von Ibandronsäure in Studien zur Reproduktionstoxizität bei der Ratte glichen jenen, die bei der Substanzklasse der Bisphosphonate beobachtet wurden. Zu ihnen zählen eine verringerte Anzahl der Nidationsstellen, eine Beeinträchtigung der natürlichen Geburt (Dystokie), eine Zunahme viszeraler Abweichungen (Nierenbecken-Harnleitersyndrom) und Zahnanomalien bei der ersten Filialgeneration (F1).
In Studien mit laktierenden Ratten wurden nach intravenöser Gabe geringe Konzentrationen von Ibandronsäure in der Milch nachgewiesen.

Sonstige Hinweise

Haltbarkeit
Das Arzneimittel darf nur bis zu dem auf dem Behälter mit "EXP" bezeichneten Datum verwendet werden.
Besondere Lagerungshinweise
Nicht über 30°C lagern.
Ausser Reichweite von Kindern aufbewahren.

Zulassungsnummer

57297 (Swissmedic).

Packungen

Bonviva 150 mg Filmtabletten: 1, 3 [B]

Zulassungsinhaberin

Atnahs Pharma Switzerland AG, 6300 Zug.

Stand der Information

Oktober 2025

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