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Fachinformation zu Bondronat® 6 mg/6 ml Infusionslösungskonzentrat:Roche Pharma (Schweiz) AG
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Zusammensetzung

Wirkstoffe
Ibandronsäure in Form von Natriumibandronat-Monohydrat.
Hilfsstoffe
Natriumchlorid (entspricht 20.30 mg Natrium), Essigsäure 99%, Natriumacetat Trihydrat (entspricht 0.21 mg Natrium), Wasser für Injektionszwecke.

Darreichungsform und Wirkstoffmenge pro Einheit

Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung
1 Durchstechflasche zu 6 ml enthält 6 mg Ibandronsäure (entspricht 6,75 mg Ibandronsäure, Mononatriumsalz, entspricht 0.43 mg Natrium).

Indikationen/Anwendungsmöglichkeiten

Behandlung von Patientinnen mit Knochenmetastasen bei Mammakarzinom.

Dosierung/Anwendung

Übliche Dosierung
Die empfohlene Dosis beträgt 6 mg intravenös alle 3–4 Wochen.
Bondronat Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung wird nach Verdünnung als intravenöse Infusion verabreicht. Die Infusionsdauer soll mindestens 15 Minuten betragen.
Hierzu sollte der Inhalt der Durchstechflaschen entweder mit 100 ml isotonischer Kochsalzlösung oder mit 100 ml 5%-iger Glucoselösung verdünnt werden (siehe "Sonstige Hinweise" ).
Bondronat darf nur intravenös verabreicht werden, da eine intraarterielle oder paravenöse Applikation zu Gewebeschäden führen kann.
Spezielle Dosierungsanweisungen
Patientinnen mit Nierenfunktionsstörungen
Bei Patientinnen mit leichter Niereninsuffizienz (CLCr ≥50 und <80 ml/min) ist keine Dosisanpassung erforderlich. Bei Patientinnen mit moderater Niereninsuffizienz (CLCr ≥30 und <50 ml/min) oder mit schwerer Niereninsuffizienz (CLCr <30 ml/min) sollten die nachfolgenden Dosierungsempfehlungen befolgt werden.

    Creatinin- Clearance (ml/min)  Dosierung/Infusionsdauer1  Infusionsvolumen2
≥50, <80                       6 mg/15 Minuten            100 ml
≥30,<50                        4 mg/1 Stunde              500 ml
<30                            2 mg/1 Stunde              500 ml

1 Verabreichung alle 3 bis 4 Wochen.
2 0.9% Kochsalzlösung oder 5% Glucoselösung.
Patientinnen mit Leberfunktionsstörungen
Eine Dosisanpassung ist nicht erforderlich.
Ältere Patientinnen
Bei älteren Patientinnen ist keine Dosisanpassung notwendig. Es sollte jedoch berücksichtigt werden, dass die Nierenfunktion mit dem Alter abnimmt.
Kinder und Jugendliche
Sicherheit und Wirksamkeit bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren wurden nicht untersucht.

Kontraindikationen

-Hypocalcämie.
-Schwangerschaft und Stillzeit.
bekannte Überempfindlichkeit gegenüber dem Wirkstoff (Ibandronsäure) oder einem der Hilfsstoffe gemäss Zusammensetzung.

Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen

Überempfindlichkeitsreaktionen
Bei Patienten, die intravenös mit Ibandronsäure behandelt wurden, wurden Fälle von anaphylaktischen Reaktionen/anaphylaktischem Schock, einschliesslich tödlich verlaufenden Ereignissen, gemeldet. Insbesondere wurde bei Patientinnen mit Acetylsalicylsäure-sensitivem Asthma über bronchospastische Reaktionen im Zusammenhang mit der Anwendung von Bisphosphonaten berichtet.
Bei intravenöser Verabreichung von Ibandronsäure sollten geeignete medizinische Unterstützungs- und Überwachungsmassnahmen bereitstehen. Bei Auftreten von anaphylaktischen oder anderen schweren Überempfindlichkeits-/allergischen Reaktionen ist die Injektion sofort abzubrechen und eine geeignete Behandlung einzuleiten.
Vorsicht ist geboten bei bekannter Überempfindlichkeit gegenüber anderen Bisphosphonaten.
Osteonekrosen des Kiefers (Osteonecrosis of the Jaw, ONJ)
Bei mit Bisphosphonaten behandelten Patienten wurde über Osteonekrosen des Kiefers berichtet. Die meisten Fälle betrafen Malignompatienten, die sich zahnärztlichen Eingriffen unterzogen, einige traten jedoch bei Patientinnen mit postmenopausaler Osteoporose und anderen Diagnosen auf. Osteonekrosen des Kiefers stehen im Allgemeinen im Zusammenhang mit Zahnextraktionen und/oder lokalen Infektionen (einschliesslich Osteomyelitis). Bekannte Risikofaktoren für eine Osteonekrose des Kiefers umfassen Malignome, Begleittherapien (z.B. Chemotherapie einschliesslich Angiogenese-Inhibitoren, Radiotherapie, Kortikosteroide) und Komorbiditäten (z.B. Anämie, Koagulopathie, Infektion, vorbestehende Zahnerkrankungen). Die meisten gemeldeten Fälle betrafen Patienten, die intravenös mit Bisphosphonaten behandelt wurden.
Bei Patientinnen, die während einer Bisphosphonattherapie eine Osteonekrose des Kiefers (ONJ) entwickeln, kann sich der Zustand durch zahnchirurgische Eingriffe verschlimmern. Es ist nicht bekannt, ob das Absetzen der Bisphosphonat-Behandlung vor einem zahnärztlichen Eingriff das Risiko einer ONJ reduziert. Eine zahnärztliche Untersuchung mit geeigneten Vorsorgemassnahmen wird vor einer Behandlung mit Bisphosphonaten bei Patientinnen mit gleichzeitigen Risikofaktoren (z.B. Krebs, Chemotherapie, Strahlentherapie, Kortikosteroide, schlechte Mundhygiene) empfohlen. Der Behandlungsplan für die einzelne Patientin sollte in enger Zusammenarbeit zwischen behandelndem Arzt und Zahnarzt bzw. Kieferchirurgen und unter individueller Nutzen-Risiko-Abwägung erstellt werden.
Bei Patienten unter Bisphosphonattherapie, einschliesslich Ibandronsäure, wurde auch über Fälle einer Osteonekrose an anderen orofazialen Stellen einschliesslich des äusseren Gehörgangs berichtet. Die Risikofaktoren sind ähnlich wie bei ONJ. Zu den zusätzlichen Risikofaktoren können wiederholte kleine Verletzungen gehören (z.B. gewohnheitsmässiger Gebrauch von Wattestäbchen). Die Möglichkeit einer Osteonekrose des äusseren Gehörgangs sollte in Betracht gezogen werden bei Patientinnen unter Bisphosphonat-Behandlung, die Ohrsymptome wie z.B. eine chronische Otitis aufweisen.
Atypische Femurfrakturen
Unter Therapie mit Bisphosphonaten wurden atypische subtrochanterische und diaphysäre Femurfrakturen berichtet, hauptsächlich bei Patienten, die über längere Zeit wegen einer Osteoporose behandelt wurden. Diese transversalen Frakturen oder kurzen Schrägfrakturen können an jeder Stelle entlang des Femurs von knapp unterhalb des Trochanter minor bis zu den Kondylen auftreten. Diese Frakturen treten nach einem minimalen Trauma oder ohne Trauma auf, und manche Patienten verspüren bereits Wochen bis Monate vor der Ausbildung einer vollständigen Femurfraktur Schmerzen im Oberschenkel oder im Bereich der Leiste, oftmals verbunden mit radiologischen Merkmalen einer Stressfraktur. Die Frakturen treten häufig bilateral auf; daher sollte bei Patientinnen unter Bisphosphonat-Therapie, die eine Femurschaftfraktur erleiden, auch der kontralaterale Femur untersucht werden. Auch wurde über eine schlechte Heilung dieser Frakturen berichtet. Bei Patientinnen mit Verdacht auf eine atypische Femurfraktur sollte eine individuelle Nutzen-Risiko-Abwägung erfolgen und ein Abbruch der Therapie in Erwägung gezogen werden.
Solche Frakturen wurden auch bei Patienten mit Osteoporose berichtet, die nicht mit Bisphosphonaten behandelt wurden.
Atypische Frakturen anderer Röhrenknochen
Bei Patienten unter einer Langzeitbehandlung mit Bisphosphonaten wurde auch über atypische Frakturen anderer Röhrenknochen, wie der Ulna und der Tibia, berichtet. Wie bei den atypischen Femurfrakturen traten diese Frakturen ohne Trauma oder nach einem minimalen Trauma auf, und bei einigen Patienten traten Prodromalschmerzen auf, bevor es zu einer vollständigen Fraktur kam. Bei Ulnafrakturen kann dies mit einer wiederholten Stressbelastung in Verbindung mit der langfristigen Verwendung von Gehhilfen zusammenhängen.
Sonstige Vorsichtsmassnahmen
Vor Beginn der Behandlung mit Bondronat sollten eine Hypocalcämie und andere Störungen des Mineralstoffwechsels wirksam behandelt werden. Bei allen Patientinnen ist eine ausreichende Aufnahme von Calcium und Vitamin D wichtig. Bei unzureichender Zufuhr mit der Nahrung sollte eine Calcium- und/oder Vitamin-D-Substitution erfolgen.
In klinischen Studien wurde bei ca. 3% der Patienten ein Abfall des Serumcalciums auf hypocalcämische Werte beobachtet. Die verminderte Calcium-Ausscheidung im Urin geht ausserdem häufig mit einer nicht behandlungsbedürftigen Abnahme des Serum-Phosphat-Spiegels einher.
In randomisierten, placebokontrollierten klinischen Studien bei Patientinnen mit Brustkrebs-bedingten Knochenmetastasen wurden unter einer Langzeittherapie mit Ibandronat keine Hinweise auf eine Beeinträchtigung der Nierenfunktion beobachtet. Dennoch wird empfohlen, während der Behandlung mit Bondronat die Nierenfunktion sowie Calcium-, Phosphat- und Magnesium-Serumspiegel zu überwachen.
Hilfsstoffe von besonderem Interesse
Bondronat 6mg/6ml Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung enthält weniger als 1 mmol Natrium (23 mg) pro Dosis, d.h. es ist nahezu "natriumfrei" .

Interaktionen

Pharmakokinetische Interaktionen
Klinisch relevante Interaktionen sind unwahrscheinlich, da Ibandronsäure nur renal eliminiert wird und keiner Biotransformation unterliegt.
Pharmakodynamische Interaktionen
Vorsicht ist geboten, wenn Bisphosphonate zusammen mit Aminoglykosiden verabreicht werden, da beide Substanzgruppen zu einer Senkung des Serumcalciumspiegels über längere Zeiträume führen können. Auch auf eine möglicherweise gleichzeitig bestehende Hypomagnesiämie ist zu achten.
Bei gleichzeitiger Verabreichung von Ibandronsäure mit Melphalan/Prednisolon an Patientinnen mit multiplem Myelom wurden keine Interaktionen beobachtet.
Interaktionsstudien bei postmenopausalen Frauen ergaben kein Interaktionspotenzial mit Tamoxifen oder einer Hormonersatztherapie (Östrogen).
In klinischen Studien wurde Bondronat gleichzeitig mit üblichen Onkologika, Diuretika, Antibiotika und Analgetika verabreicht, ohne dass klinisch manifeste Interaktionen aufgetreten wären.

Schwangerschaft, Stillzeit

Schwangerschaft
Es gibt keine hinreichenden Daten zur Anwendung bei Schwangeren.
In tierexperimentelle Studien fand sich eine Reproduktionstoxizität (siehe "Präklinische Daten" ).
Es liegen keine hinreichenden tierexperimentellen Studien zur Auswirkung auf Schwangerschaft, Embryonalentwicklung, Entwicklung des Foeten und /oder die postnatale Entwicklung vor. Das potentielle Risiko für den Menschen ist nicht bekannt.
Während der Schwangerschaft darf Bondronat nicht verabreicht werden (siehe "Kontraindikationen" ).
Stillzeit
Es ist nicht bekannt, ob Ibandronsäure beim Menschen in die Muttermilch ausgeschieden wird. Studien an laktierenden Ratten haben gezeigt, dass nach intravenöser Verabreichung niedrige Konzentrationen von Ibandronsäure in der Muttermilch zu finden sind. Bondronat darf während der Stillzeit nicht angewendet werden.

Wirkung auf die Fahrtüchtigkeit und auf das Bedienen von Maschinen

Es wurde nicht untersucht, ob Bondronat einen Einfluss auf Reaktionsvermögen, Urteilskraft und kognitive Fähigkeiten hat. Unter der Anwendung von Ibandronat wurde jedoch über unerwünschte Wirkungen an den Augen (siehe "unerwünschte Wirkungen" ) sowie über Benommenheit berichtet, welche die Fahrtüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen beeinträchtigen können.

Unerwünschte Wirkungen

Nachfolgend sind die unerwünschten Wirkungen aufgeführt, die in zwei Phase-III-Studien und/oder während der Marktüberwachung unter Anwendung von Ibandronat beobachtet wurden, geordnet nach Organsystem (MedDRA) und Häufigkeit. Dabei werden folgende Definitionen zugrundegelegt:
Sehr häufig (≥1/10), häufig (≥1/100, <1/10), gelegentlich (≥1/1000, <1/100), selten (≥1/10'000, <1/1000), sehr selten (<1/10'000), unbekannt (basierend überwiegend auf Spontanmeldungen aus der Marktüberwachung, genaue Häufigkeit kann nicht abgeschätzt werden)
Infektionen und parasitäre Erkrankungen
Häufig: Infektion
Selten: orale Candidiasis
Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems
Selten: Anämie, Lymphödem
Erkrankungen des Immunsystems
Sehr selten: Überempfindlichkeitsreaktionen, allergische Reaktionen (einschliesslich Asthma-Exazerbationen), anaphylaktische Reaktionen / anaphylaktischer Schock (einschliesslich letal verlaufenden Ereignissen; siehe "Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen" ), Angioödem
Endokrine Erkrankungen
Häufig: Parathormon erhöht
Selten: Gewichtsverlust
Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen
Häufig: Hypocalcämie
Selten: Hypophosphatämie
Psychiatrische Erkrankungen
Selten: Angst, Amnesie
Erkrankungen des Nervensystems
Häufig: Kopfschmerzen, Benommenheit, Dysgeusie
Selten: Schlafstörungen, zirkumorale Parästhesien, Hyperästhesien, Läsion einer Nervenwurzel, Neuralgie, Migräne, Parosmie
Augenerkrankungen
Häufig: Katarakt
Sehr selten: Uveitis, Iridoskleritis, Skleritis
Unter Behandlung mit Bisphosphonaten einschliesslich Ibandronsäure wurden entzündliche okuläre Ereignisse wie z.B. Uveitis, Iridoskleritis und Skleritis gemeldet. In einigen Fällen heilten diese Ereignisse erst ab, nachdem das Bisphosphonat abgesetzt wurde.
Erkrankungen des Ohrs und des Labyrinths
Selten: Taubheit
Herzerkrankungen
Häufig: Schenkelblock
Selten: Palpitationen, Myokardischämie
Gefässerkrankungen
Selten: Hypertonie
Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und Mediastinums
Selten: Lungenödem, Stridor
Sehr selten: Bronchospasmen
Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts
Häufig: Diarrhoe, Dyspepsie, Erbrechen, Bauchschmerzen, Pharyngitis, Zahnerkrankung
Selten: Dysphagie, Gastroenteritis, Stomatitis
Leber- und Gallenerkrankungen
Häufig: erhöhte Gamma-GT
Selten: Cholelithiasis
Erkrankungen der Haut und des Unterhautgewebes
Häufig: Bläschen, Ekchymosen
Selten: Cheilitis, Rash, Alopezie
Sehr selten: schwere Hautreaktionen (wie Stevens-Johnson-Syndrom, Erythema multiforme und bullöse Dermatose)
Sklelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen
Häufig: Myalgien, Arthralgien, Knochenschmerzen
Gelegentlich: muskuloskelettale Steifigkeit
Selten: Beckenschmerzen, atypische subtrochanterische und diaphysäre Femurfrakturen (siehe "Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen" ), Anstieg der alkalischen Phosphatase
Sehr selten: Osteonekrose des Kiefers und anderer orofazialer Stellen, einschliesslich des äusseren Gehörgangs (siehe "Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen" )
Unbekannt: atypische subtrochantäre und diaphysäre Frakturen an anderen langen Röhrenknochen als dem Femur (siehe "Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen" )
Erkrankungen der Nieren und der Harnwege
Häufig: erhöhtes Kreatinin
Selten: Blasenentzündung, Harnstauung
Erkrankungen der Geschlechtsorgane und der Brustdrüse
Selten: Vaginitis
Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort
Sehr häufig: Fieber (11%)
Häufig: Asthenie, periphere Ödeme, übermässiger Durst, Grippe-ähnliche Erkrankung
Selten: Schmerzen an der Injektionsstelle, Hypothermie
Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von grosser Wichtigkeit. Sie ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels. Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdacht einer neuen oder schwerwiegenden Nebenwirkung über das Online-Portal ElViS (Electronic Vigilance System) anzuzeigen. Informationen dazu finden Sie unter www.swissmedic.ch.

Überdosierung

Symptome
Im Falle einer Überdosierung ist mit dem vermehrten Auftreten der in der Rubri "unerwünschte Wirkungen" genannten unerwünschten Wirkungen zu rechnen, insbesondere mit dem Auftreten einer Hypocalciämie.
Behandlung
Es liegen keine spezifischen Informationen über die Behandlung einer Überdosierung mit Ibandronsäure vor. Ein spezifisches Antidot existiert nicht. Nieren- und Leberfunktion sollten überwacht werden.
Tritt eine klinisch relevante Hypocalcämie auf, kann sie durch Infusion von Calciumgluconat behoben werden.
Standard-Hämodialyseverfahren resultieren in einer signifikanten Clearance der Ibandronsäure.

Eigenschaften/Wirkungen

ATC-Code
M05BA06
Wirkungsmechanismus
Ibandronsäure gehört zur Stoffklasse der Bisphosphonatverbindungen, welche gezielt am Knochen ansetzen. Ihre selektive Beeinflussung des Knochengewebes beruht auf der hohen Affinität gegenüber dem mineralischen Knochenanteil. Bisphosphonate bewirken eine Hemmung der Osteoklastenaktivität; der genaue Mechanismus ist nicht bekannt.
In vivo verhindert Ibandronsäure die experimentell erzeugte Knochenzerstörung, die durch den Ausfall der Gonadenfunktion, durch Retinoide, Tumore oder Tumorextrakte verursacht wird.
Dadurch wird ein übersteigerter Knochenabbau verhindert, und erhöhte Calciumspiegel werden normalisiert. Dosierungen, die wesentlich höher waren als die pharmakologisch wirksamen Dosen zeigten keine Wirkung auf die Mineralisation des Knochens. In klinischen Studien konnte nachgewiesen werden, dass der Hemmeffekt von Ibandronsäure auf die tumorbedingte Osteolyse und insbesondere auf die tumorbedingte Hypercalcämie durch eine Verminderung des Serumcalciums und der Calciumausscheidung im Urin gekennzeichnet ist.
Pharmakodynamik
Siehe "Wirkungsmechanismus" .
Klinische Wirksamkeit
Die Wirksamkeit von Ibandronat zur Therapie von Knochenmetastasen eines Mammakarzinoms wurde in einer randomisierten, placebokontrollierten Phase III-Studie an n=312 Patientinnen untersucht. Die Patientinnen erhielten über insgesamt 96 Wochen in 3 bis 4-wöchigen Intervallen jeweils 6 mg Ibandronat i.v. oder Placebo. Eingeschlossen waren Patientinnen mit Mammakarzinom und radiologisch bestätigten Knochenmetastasen. Primärendpunkt der Studie war die skelettale Morbiditätsrate pro Zeiteinheit (skeletal morbidity period rate, SMPR), bei welcher die Inzidenz vertebraler und nicht-vertebraler Frakturen, die Bestrahlung von Knochengewebe sowie eine eventuelle operative Therapie von Frakturen berücksichtigt wurden. Es zeigte sich ein statistisch signifikanter Vorteil von Ibandronat gegenüber Placebo (Reduktion der SMPR unter Ibandronat gegenüber Placebo: 0.29; p=0.004). Dies entsprach einer Risikoreduktion um 40%.
Die Befunde konnten durch zwei ähnliche Studien mit oraler Gabe von Ibandronat (50 mg/Tag) bestätigt werden.
Zu den sekundären Endpunkten gehörten die Messung der Knochenschmerzen, der Lebensqualität sowie die Bestimmung der Knochenresorptionsmarker im Urin. Unter Bondronat verbesserten sich diese Messwerte gegenüber Placebo.
In einer Studie mit 130 Patientinnen mit metastasierendem Brustkrebs wurde die Sicherheit von Bondronat bei einer Infusionsdauer von einer Stunde mit derjenigen bei einer Infusionsdauer von 15 Minuten verglichen. In Bezug auf die Nierenfunktion wurden keine Unterschiede festgestellt. Das Nebenwirkungsprofil von Bondronat stimmte bei einer Infusionsdauer von 15 Minuten mit dem bekannten Sicherheitsprofil bei längeren Infusionszeiten überein; im Zusammenhang mit der Infusionsdauer von 15 Minuten sind keine neuen unerwünschten Wirkungen beobachtet worden.
Bei Krebspatientinnen mit einer Creatinin-Clearance von <50 ml/min wurde die Infusionsdauer von 15 Minuten nicht untersucht.

Pharmakokinetik

Absorption
Die Plasmakonzentration von Ibandronsäure nimmt nach intravenöser Verabreichung von bis zu 6 mg proportional zur Dosis zu.
Distribution
Das apparente terminale Verteilungsvolumen beträgt mindestens 90 Liter. Nach einer anfänglichen systemischen Exposition bindet Ibandronsäure rasch an das Knochengewebe. Der Anteil, der das Knochengewebe erreicht, wird auf 40-50% der zirkulierenden Dosis geschätzt. Die Proteinbindung im Humanplasma beträgt bei therapeutischen Konzentrationen etwa 87%, so dass Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln durch Verdrängung unwahrscheinlich sind.
Metabolismus
Es gibt keine Hinweise dafür, dass Ibandronsäure beim Menschen oder bei Tieren einem Metabolismus unterliegt.
Elimination
Der systemisch verfügbare Anteil von Ibandronsäure, der nicht vom Knochengewebe absorbiert wird, wird unverändert über die Nieren ausgeschieden.
Die terminale Halbwertzeit liegt im Bereich von 10-60 Stunden. Die anfänglichen Plasmaspiegel fallen rasch und erreichen 10% der maximalen Werte innerhalb von 3 bzw. 8 Stunden nach intravenöser Gabe.
Bei Patientinnen mit metastatischer Knochenerkrankung war nach 48 Wochen Behandlung mit Ibandronsäure, einmal alle 4 Wochen intravenös gegeben, keine systemische Akkumulation zu beobachten.
Die Gesamt-Clearance von Ibandronsäure ist mit durchschnittlichen Werten im Bereich von 84-160 ml/min gering. Die renale Clearance (etwa 60 ml/min bei gesunden Frauen in der Postmenopause) macht 50-60% der Gesamt-Clearance aus und korreliert mit der Creatinin- Clearance. Es wird angenommen, dass der Unterschied zwischen der apparenten Gesamt- Clearance und der renalen Clearance auf den Anteil zurückzuführen ist, der vom Knochengewebe aufgenommen wird.
Kinetik spezieller Patientengruppen
Ältere Patientinnen
In einer multivariaten Analyse erwies sich das Alter nicht als unabhängiger Faktor für die untersuchten pharmakokinetischen Parameter. Da die Nierenfunktion mit dem Alter abnimmt, ist dies der einzige zu berücksichtigende Faktor (siehe Abschnitt "Nierenfunktionsstörung" ).
Kinder und Jugendliche
Es liegen keine Daten über die Anwendung von Bondronat bei Patientinnen unter 18 Jahren vor.
Nierenfunktionsstörungen
Bei Patientinnen mit leichter Niereninsuffizienz (Creatinin-Clearance CLcr >50-<80 ml/min) bzw. bei Patientinnen mit moderater Niereninsuffizienz (CLcr >30-<50 ml/min), die eine Einzeldosis von 6 mg intravenös (Infusionsdauer von 15 Minuten) erhielten, war die AUC im Vergleich zu gesunden Probanden um 14% bzw. um 86% erhöht.
Patientinnen mit schwerer Niereninsuffizienz (CLcr ≤30 ml/min) wiesen 2–3 Mal höhere Plasmakonzentrationen auf als Patientinnen mit normaler Nierenfunktion (CLcr >90 ml/min) (s. "Dosierung/Anwendung, Spezielle Dosierungsanweisungen" ).
Leberfunktionsstörungen
Für Patientinnen mit eingeschränkter Leberfunktion liegen keine pharmakokinetischen Daten zu Ibandronsäure vor. Die Leber spielt keine relevante Rolle bei der Clearance von Ibandronsäure, da diese nicht metabolisiert, sondern einerseits intakt über die Niere ausgeschieden und andererseits in den Knochen aufgenommen wird. Deshalb ist eine Dosisanpassung bei Patientinnen mit eingeschränkter Leberfunktion nicht erforderlich.
Geschlecht/ethnische Zugehörigkeit
Es gibt bisher keinen Hinweis, dass Geschlecht oder ethnische Zugehörigkeit die pharmakokinetischen Parameter beeinflussen.

Präklinische Daten

Wie bei anderen Bisphosphonaten wurde die Niere als primäres Zielorgan der systemischen Toxizität ermittelt. Bei Tieren wurden toxische Wirkungen in Dosen beobachtet, die über der Maximaldosis beim Menschen liegen.
Mutagenität
Es wurden keine Anzeichen für ein genotoxisches Potenzial beobachtet.
Karzinogenität
Es wurden keine Anzeichen für ein karzinogenes Potenzial beobachtet.
Reproduktionstoxizität
Bei oral mit Ibandronsäure behandelten Ratten und Kaninchen wurden keine Anzeichen für eine unmittelbare toxische oder teratogene Wirkung auf den Foetus beobachtet, und bei Ratten zeigten sich in einer extrapolierten Dosis, die weit über der beim Menschen zu erwartenden Exposition liegt, keine unerwünschten Wirkungen auf die Entwicklung der F1-Nachkommen. In Reproduktionsstudien an Ratten wurden die für die Wirkstoffklasse der Bisphosphonate zu erwartenden unerwünschten Wirkungen festgestellt. Hierzu gehören eine verringerte Anzahl an Nidationsstellen, eine Beeinträchtigung des natürlichen Geburtsverlaufs (Dystokie), eine Zunahme viszeraler Veränderungen (Nierenbecken-Harnleiter-Syndrom) und Zahnanomalien bei der ersten Filialgeneration (F1).
In Fertilitätsstudien beeinträchtigte Ibandronsäure in einer Dosis von 1,2 mg/kg/Tag i.v. die Fertilität von Rattenweibchen. Bei Verabreichung einer Dosis von 1,0 bis 16 mg/kg/Tag p.o. und 1,2 mg/kg/Tag i.v. nahm die Zahl der Nidationsstellen ab.
Teratogenität
Bei intravenös oder oral mit Ibandronsäure behandelten Ratten und Kaninchen wurden keine Anzeichen einer direkten fetalen Toxizität oder teratogener Effekte beobachtet.

Sonstige Hinweise

Inkompatibilitäten
Um mögliche Unverträglichkeiten auszuschliessen, sollte Bondronat Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung nur mit isotonischer Kochsalzlösung oder mit 5%-iger Glucoselösung verdünnt werden. Bondronat darf nicht mit Calcium-haltigen Lösungen gemischt werden.
Haltbarkeit
Das Arzneimittel darf nur bis zu dem auf dem Behälter mit "EXP" bezeichneten Datum verwendet werden.
Die verdünnten Infusionszubereitungen sind nicht konserviert. Die chemische und physikalische Stabilität der gebrauchsfertigen Lösung wurde bei 2-8°C für 24 Stunden gezeigt. Aus mikrobiologischen Gründen ist die gebrauchsfertige Zubereitung unmittelbar nach der Verdünnung zu verwenden.
Besondere Lagerungshinweise
Bei Raumtemperatur (15-25°C) lagern.
Ausser Reichweite von Kindern aufbewahren.
Das Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung ist zur einmaligen Anwendung bestimmt, nicht verwendete Reste sind zu verwerfen.
Hinweise für die Handhabung
Die Freisetzung pharmazeutischer Präparate in die Umwelt ist auf ein Minimum zu reduzieren. Das Arzneimittel sollte nicht ins Abwasser entsorgt werden, und die Entsorgung im Haushaltsabfall ist zu vermeiden. Nicht verwendete Arzneimittel oder davon stammende Abfallmaterialien sind entsprechend den geltenden Vorschriften zu entsorgen.

Zulassungsnummer

57424 (Swissmedic).

Packungen

Bondronat 6 mg/6 ml: 1 Durchstechflasche [B]

Zulassungsinhaberin

Atnahs Pharma Switzerland AG, 6300 Zug.

Stand der Information

Oktober 2025

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