Dosierung/AnwendungDie Behandlung soll durch eine erfahrene Fachperson überwacht werden.
Nplate sollte nur bei Patienten mit erhöhtem Blutungsrisiko infolge ausgeprägter Thrombozytopenie eingesetzt werden.
Die Injektionslösung von Nplate wird subkutan verabreicht.
Anweisungen zur Rekonstitution von Nplate vor der Anwendung sind unter "Sonstige Hinweise: Hinweise für die Handhabung" vorzufinden.
Um die Rückverfolgbarkeit von biotechnologisch hergestellten Arzneimitteln sicherzustellen, wird empfohlen Handelsname und Chargennummer bei jeder Behandlung zu dokumentieren.
Medikationsfehler, einschliesslich Über- und Unterdosierung, wurden bei Patienten berichtet, die Nplate erhielten. Dies kann zu thromboembolischen Ereignissen bzw. Blutungen führen. Während der Berechnung der Dosierung, der Rekonstitution mit dem richtigen Volumen des sterilen Wassers und der Entnahme des zu verabreichenden Volumens sind die Anwendungsanweisungen strikt zu befolgen. Bei einigen pädiatrischen Patienten erfordert die genaue Dosierung einen zusätzlichen Verdünnungsschritt nach der Rekonstitution. Die Thrombozyten-Zahl ist engmaschig zu überwachen (siehe "Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen" und "Überdosierung" ).
Die empfohlene Anfangsdosis von Nplate beträgt 1 Mikrogramm (mcg)/kg Körpergewicht, verabreicht einmal wöchentlich als subkutane Injektion. Die Dosis soll entsprechend der untenstehenden Tabelle so eingestellt werden, dass eine Thrombozytenzahl von über 50 × 109/l erreicht und aufrechterhalten wird. Die maximale Dosis soll dabei 10 Mikrogramm (mcg)/kg nicht übersteigen.
Dosisanpassungen sollen aufgrund wöchentlicher Thrombozytenbestimmungen vorgenommen werden, bis die Werte im empfohlenen Bereich liegen und stabil sind. Danach soll die Thrombozytenzahl mindestens einmal monatlich bestimmt und die Dosis entsprechend der Tabelle für die Dosisanpassung bei Erwachsenen (Tabelle 1) oder der Tabelle für die Dosisanpassung bei pädiatrischen Patienten (Tabelle 2) so angepasst werden, dass die Thrombozytenzahl im empfohlenen Bereich verbleibt. Siehe untenstehende Tabelle 1 und Tabelle 2 für Dosisanpassung und Überwachung.
Dosisbestimmung
Das anzuwendende Volumen wird basierend auf dem Körpergewicht, der erforderlichen Dosis und der Konzentration des Arzneimittels berechnet.
Tabelle 1. Richtlinien zur Dosisanpassung bei Erwachsenen gemäss Thrombozytenzahl
Thrombozytenzahl (× 109/l) Massnahme Anpassungshäufigkeit
Die Anfangsdosis beträgt 1
Mikrogramm (mcg)/kg gemäss
tatsächlichem Körpergewicht
< 50 Dosiserhöhung in Schritten von 1 mcg/kg. wöchentlich
> 200 bis 400 Dosisreduktion im Ermessen des Alle 2 Wochen
behandelnden Arztes in Schritten von 1
mcg/kg, um eine empfohlene
Thrombozytenzahl zwischen 50 und 200 ×
109/l aufrechtzuerhalten.
> 400 Nicht verabreichen, Aussetzen der wöchentlich
geplanten Dosis. Die Thrombozytenzahl
sollte mindestens einmal pro Woche
kontrolliert werden, um eine Veränderung
der Thrombozytenzahl zu ermitteln.
Wiederaufnahme der Behandlung mit einer
um 1 mcg/kg verminderten, einmal pro
Woche anzuwendenden Dosis, mit dem Ziel
eine Thrombozytenzahl von über 50 ×
109/l beizubehalten. In klinischen
Studien wurde die Dosierung wieder
aufgenommen, wenn die Thrombozytenzahl
unter 200 × 109/l fiel. Dabei soll
beachtet werden, dass der Therapieeffekt
von Nplate meistens mit 1-2-wöchiger
Verzögerung eintritt und sich die
Thrombozytenzahl rasch vermindern kann.
Falls nach einem Therapieunterbruch
die Thrombozytenzahl abnimmt, ist
die Therapie mit der letzten
Nplate-Dosis wiederaufzunehmen. In
den placebokontrollierten Studien
lagen die häufigsten wöchentlichen
Dosen für splenektomierte
Patienten im Bereich 2-7 mcg/kg
(25.-75. Perzentil; Median 3
mcg/kg) und für nicht-splenektomier
te Patienten bei 1-3 mcg/kg
(25.-75. Perzentil; Median 2
mcg/kg).
Siehe "Warnhinweise und
Vorsichtsmassnahmen" für den Fall,
dass der Patient nicht mehr auf
Nplate anspricht.
Tabelle 2. Richtlinien zur Dosisanpassung bei pädiatrischen Patienten gemäss Thrombozytenzahl
Thrombozytenzahl (× Massnahme Anpassungshäufigkeit
109/l)
Die Anfangsdosis
beträgt 1 Mikrogramm
(mcg)/kg gemäss
tatsächlichem
Körpergewicht
< 50 Dosiserhöhung in Schritten von 1 mcg/kg. wöchentlich
50 bis 200 Dosis bleibt konstant. wöchentlich
> 200 bis < 400 Dosisreduktion in Schritten von 1 mcg/kg. wöchentlich
während 2 aufeinande
rfolgender Wochen
≥400 Nicht verabreichen, aussetzen der geplanten Dosis. wöchentlich
Wiederaufnahme der Therapie, wenn eine Thrombozytenzahl
von < 200 × 109/l erreicht ist. Eine Reduzierung der
Dosis um 1 mcg/kg zum Zeitpunkt der nächsten geplanten
Dosierung ist in Betracht zu ziehen. Eine Beibehaltung
der Romiplostim-Dosis ist in Betracht zu ziehen, wenn
die Erhöhung der Thrombozytenzahl auf den
Therapiebeginn oder eine Dosissteigerung eines
gleichzeitig angewendeten ITP-Arzneimittels
zurückzuführen ist.
Falls nach einem
Therapieunterbruch
die Thrombozytenzahl
abnimmt, ist die
Therapie mit der
letzten Nplate-Dosis
wiederaufzunehmen.
Siehe "Warnhinweise
und Vorsichtsmassnah
men" für den Fall,
dass der Patient
nicht mehr auf
Nplate anspricht.
Tabelle 3. Richtlinien für die Berechnung der individuellen Patientendosis und des anzuwendenden Romiplostim-Volumens
Individuelle Patient Individuelle Patientendosis (mcg) = Gewicht (kg) × Dosis in mcg/kg. Bei der
endosis (mcg) Berechnung der Anfangsdosis sollte immer das tatsächliche Körpergewicht bei
Behandlungsbeginn zugrunde gelegt werden. -Bei Erwachsenen basieren künftige
Dosisanpassungen lediglich auf Veränderungen der Thrombozytenzahlen. -Bei
pädiatrischen Patienten basieren künftige Dosisanpassungen auf Veränderungen
der Thrombozytenzahlen und Veränderungen des Körpergewichts. Eine erneute
Überprüfung des Körpergewichts im Abstand von 12 Wochen wird empfohlen.
Bei einer individuel Lyophilisiertes Arzneimittel rekonstituieren (wie unter "Sonstige Hinweise:
len Patientendosis Hinweise für die Handhabung" beschrieben). Dies ergibt eine Konzentration von
≥23 mcg 500 mcg/ml. Zu verabreichendes Volumen (ml) = individuelle Patientendosis
(mcg) / 500 mcg/ml (Volumen auf hundertstel ml auf- bzw. abrunden).
Bei einer individuel Zur Sicherstellung der genauen Dosierung ist eine Verdünnung erforderlich.
len Patientendosis Lyophilisiertes Arzneimittel rekonstituieren und anschliessend verdünnen wie
< 23 mcg unter "Sonstige Hinweise: Hinweise für die Handhabung" beschrieben. Dies
ergibt eine Konzentration von 125 mcg/ml. Zu verabreichendes Volumen (ml) =
individuelle Patientendosis (mcg) / 125 mcg/ml (Volumen auf hundertstel ml
auf- bzw. abrunden).
Beispiel Ein 10 kg schwerer Patient beginnt mit 1 mcg/kg Romiplostim. Individuelle
Patientendosis (mcg) = 10 kg × 1 mcg/kg = 10 mcg. Da die Dosis < 23 mcg
beträgt, ist die Verdünnung erforderlich, um eine genaue Dosierung
sicherzustellen. Lyophilisiertes Arzneimittel rekonstituieren und
anschliessend verdünnen wie unter "Sonstige Hinweise: Hinweise für die
Handhabung" beschrieben. Dies ergibt eine Konzentration von 125 mcg/ml. Zu
verabreichendes Volumen (ml) = 10 mcg / 125 mcg/ml = 0,08 ml.
Behandlungsabbruch
Nach einem Behandlungsabbruch ist mit dem Wiederauftreten der Thrombozytopenie zu rechnen (siehe "Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen" ). Die Patienten sollen periodisch klinisch beurteilt werden und der behandelnde Arzt bzw. die behandelnde Ärztin sollte über eine Weiterführung der Behandlung individuell entscheiden. Dies sollte bei nicht-splenektomierten Patienten eine Einschätzung hinsichtlich einer Splenektomie einschliessen.
Fehlendes Therapieansprechen
Patienten, die mit der höchsten wöchentlichen Dosis von Nplate 10 mcg/kg auch nach 4 Wochen eine Thrombozytenzahl von mindestens 20 × 109/l nicht erreichen, sollten die Behandlung abbrechen.
Spezielle Dosierungsanweisungen
Patienten mit Leberfunktionsstörungen
Romiplostim sollte bei Patienten mit mässig gradiger und schwerer Leberinsuffizienz (Child-Pugh, Score ≥7) nicht angewendet werden, es sei denn, der erwartete Nutzen einer Behandlung der Thrombozytopenie mit TPO-Agonisten übersteigt das bekannte Risiko einer Pfortaderthrombose bei Patienten mit einer Leberinsuffizienz (siehe "Unerwünschte Wirkungen" ).
Wird die Anwendung von Romiplostim als notwendig erachtet, sollte die Thrombozytenzahl engmaschig überwacht werden, um das Risiko thromboembolischer Komplikationen zu minimieren.
Patienten mit Nierenfunktionsstörungen
Es wurden keine Studien durchgeführt.
Ältere Patienten (≥65 Jahre)
Es wurden keine signifikanten Unterschiede bezüglich Wirksamkeit oder Sicherheit zwischen Patienten < 65 und ≥65 Jahren festgestellt (siehe "Eigenschaften/Wirkungen" ). Bei älteren Patienten sind keine Dosierungsanpassungen erforderlich.
Pädiatrische Population
Es gibt keine relevante Anwendung von Romiplostim bei pädiatrischen Patienten mit chronischer ITP im Alter von unter 1 Jahr.
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