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Fachinformation zu Teicoplanin-Evultis, 200/400mg, Pulver oder Pulver und Lösungsmittel zur Herstellung einer Injektions-/Infusionslösung oder Lösung zum Einnehmen:Evultis SA
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Eigenschaften/Wirkungen

ATC-Code
J01XA02
Wirkungsmechanismus
Teicoplanin ist ein Glykopeptid, das das Wachstum sensibler Bakterien (aerobe und anaerobe grampositive Keime) durch Beeinflussung ihrer Zellwandsynthese an einer Angriffsstelle, die sich von jener der Betalaktame unterscheidet, hemmt. Die Peptidoglycan-Synthese wird durch spezifische Bindung an D-Alanyl-D-Alanin-Reste blockiert.
Pharmakodynamik
Mikrobiologie
Teicoplanin wirkt im Allgemeinen bakterizid. In einigen Ausnahmefällen (Enterokokken, Listeria monocytogenes und vereinzelt koagulasenegative Staphylokokken) wirkt Teicoplanin bakteriostatisch.
Teicoplanin wirkt unter anderem gegen Staphylokokken (inklusive derjenigen Stämme, die gegen Methicillin oder andere Betalactam-Antibiotika resistent sind), gegen Streptokokken, Enterokokken, Listeria monocytogenes, Mikrokokken, Corynebakterien der Gruppe J/K und grampositive Anaerobier inklusive Clostridioides difficile.
Für die Schweiz können die kritischen Konzentrationen anhand der Daten von EUCAST (European Committee on Antimicrobial Susceptibility Testing) extrapoliert werden. Die Grenzwerte der MHK nach EUCAST, Version 11.0 vom 01. Januar 2021 (www.eucast.org) sind in der folgenden Tabelle aufgeführt:

Mikroorganismen                                           Sensibel              Resistent
Staphylococcus aureusa                                    ≤2 mg/l               >2 mg/ml
Koagulasenegative Staphylokokkena,b                       ≤4 mg/l               >4 mg/ml
Enterococcus spp.                                         ≤2 mg/l               >2 mg/ml
Streptococcus spp. (A, B, C, G) b                         ≤2 mg/l               >2 mg/ml
Streptococcus pneumoniae b                                ≤2 mg/l               >2 mg/ml
Streptokokken der Viridans-Gruppe b                       ≤2 mg/l               >2 mg/ml
Grampositive Anaerobier ausser Clostridioides difficile   DU                    DU
PK-/PD-Schwellen (nicht artgebunden) c,d                  DU                    DU
a Die Glykopeptid-MHK-Werte sind methodenabhängig und
müssen durch Bouillon-Mikrodilution bestimmt werden
(Referenz ISO 20776-1). S. aureus mit
Vancomycin-MHK-Werten von 2 mg/ml liegen im
Grenzbereich der Wildtyp-MHK-Verteilung und zeigen
möglicherweise ein eingeschränktes klinisches
Ansprechen. Der Grenzwert für S. aureus wurde auf 2
mg/ml reduziert, um eine Einstufung der Isolate als
GISA zu vermeiden, da schwere Infektionen durch
GISA-Isolate nicht mit hohen Dosen von Vancomycin oder
Teicoplanin behandelbar sind.   b Isolate mit
MHK-Werten oberhalb des Resistenz-Grenzwertes sind sehr
selten oder noch nicht berichtet worden. Die Tests zur
Identifizierung und Empfindlichkeitsbestimmung müssen
für jedes solcher Isolate wiederholt werden, und bei
Bestätigung muss das Isolat an ein Referenz-Labor
geschickt werden. Bis zum Vorliegen der Erkenntnisse
zum klinischen Ansprechen dieser Isolate mit
bestätigten MHK-Werten oberhalb des derzeitigen
Resistenz-Grenzwertes sollten sie als resistent
eingestuft werden.   c DU bedeutet, dass nur
unzureichende Daten vorliegen, um zu zeigen, dass die
betreffende Spezies einen geeigneten Zielorganismus für
die Behandlung mit diesem Arzneimittel darstellt.   d
Es kann eine MHK mit einem Kommentar aber ohne
begleitende S-, I- oder R-Einstufung gemeldet worden
sein.

 

Üblicherweise sensible Spezies                            Inkonstant sensible   Von Natur aus
                                                          Spezies (Erworbene    resistente Bakterien
                                                          Resistenz >10 %)      
Grampositive aerobe Bakterien Corynebacterium jeikeiuma   Grampositive aerobe   Alle gramnegativen
Enterococcus faecalis Staphylococcus aureus (darunter     Bakterien: Enterococ  Bakterien Andere
Methicillin-resistente Stämme) Streptococcus agalactiae   cus faecium Staphylo  Bakterien: Chlamydia
Streptococcus dysgalactiae subsp. equisimilisa            coccus epidermidis     spp. Chlamydophila
(Streptokokken der Gruppen C & G) Streptococcus           Staphylococcus        spp. Legionella
pneumoniae Streptococcus pyogenes Streptokokken der       haemolyticus Staphyl  pneumophila Mycoplas
Viridans-Gruppea,b Grampositive anaerobe Bakterien        ococcus hominis       ma spp.
Clostridioides difficilea Peptostreptococcus spp.a                              
a Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung der Tabellen lagen
keine aktuellen Daten vor. Die wichtigsten Daten aus
der Literatur, die Grundlagendokumente und die
Therapieempfehlungen lassen auf eine Sensibilität
schliessen. b Sammelbezeichnung für eine Gruppe
heterogener Streptokokkenarten. Der Resistenzgrad kann
je nach entsprechender Streptokokkenart schwanken.

 
Resistenzmechanismus
Eine Teicoplanin-Resistenz kann auf folgenden Mechanismen beruhen:
-Veränderung der Zielstruktur: Diese Form der Resistenz ist insbesondere bei der Spezies Enterococcus faecium aufgetreten. Die Veränderung beruht auf dem Austausch der endständigen D-Alanin-D-Alanin-Funktion der Aminosäureseitenkette einer Mureinvorstufe durch D-Ala-D-Laktat, sodass die Affinität zu Vancomycin vermindert ist. Die hierfür verantwortlichen Enzyme sind eine neu gebildete D-Laktat-Dehydrogenase bzw. Ligase.
-Die verminderte Empfindlichkeit oder Resistenz bei Staphylokokken gegenüber Teicoplanin beruht auf der Überproduktion von Vorstufen des Mureins, an die Teicoplanin gebunden wird.
Eine Kreuzresistenz zwischen Teicoplanin und Vancomycin kann auftreten. Einige Vancomycin-resistente Enterokokken sind gegenüber Teicoplanin empfindlich (Phänotyp Van-B).
Die Prävalenz der Resistenz kann geografisch und im Zeitverlauf für die selektierten Stämme variieren. Lokale Informationen können sich als sehr nützlich erweisen, insbesondere bei der Behandlung schwerer Infektionen, bei denen eine mikrobiologische Diagnostik mit Isolierung des Krankheitserregers und Sensibilitätsnachweis empfohlen wird. Es empfiehlt sich, einen Spezialisten zu Rate zu ziehen, insbesondere, wenn aufgrund einer hohen lokalen Resistenz die Anwendung von Teicoplanin-Evultis unter bestimmten Umständen fragwürdig ist.
Klinische Wirksamkeit
Es liegen keine Informationen vor.

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