ZusammensetzungWirkstoffe
Kapuzinerkressenkrautpulver (Tropaeolum majus L., herba), Meerrettichwurzelpulver (Armoracia rusticana G. Gaertn., B. Mey. & Scherb., radix).
Hilfsstoffe
Kartoffelstärke, Natriumcarboxymethylstärke Typ A (entsprechend 0.434 – 0.651 mg Natrium), Hypromellose, Macrogol 4000, Cellulosepulver, Talkum, Titandioxid (E 171), hochdisperses Siliciumdioxid, Stearinsäure, Eisen(III)-oxid gelb (E 172), Eisen(III)-oxid rot (E 172), Eisen(III)oxid braun (E 172).
Darreichungsform und Wirkstoffmenge pro EinheitFilmtabletten
1 Filmtablette enthält: 200 mg Kapuzinerkressenkrautpulver, 80 mg Meerrettichwurzelpulver
Indikationen/Anwendungsmöglichkeitentraditionsgemäss zur Besserung von Beschwerden bei akuten Entzündungen der Bronchien und Nasennebenhöhlen
traditionsgemäss bei weiblichen Erwachsenen mit Beschwerden bei Harnwegsinfekten (Cystitis)
Dosierung/AnwendungBeschwerden bei akuten Entzündungen der Atemwege
Erwachsene und Jugendliche über 12 Jahre
3-5 mal täglich 4-5 Filmtabletten (Standarddosis: 3 mal täglich 4 Filmtabletten).
Kinder von 6 bis 12 Jahren nur auf Anweisung des Arztes bzw. der Ärztin
3-4 mal täglich 2-4 Filmtabletten (Standarddosis: 3 mal täglich 3 Filmtabletten).
Zur Anwendung von Angocin bei Kindern unter 6 Jahren liegen keine ausreichenden Daten aus systematischen Untersuchungen vor. Es soll deshalb bei dieser Altersgruppe nicht angewendet werden.
Beschwerden bei Harnwegsinfekten
Weibliche Erwachsene ab 18 Jahre (eine Schwangerschaft muss ausgeschlossen sein)
3-5 mal täglich 4-5 Filmtabletten (Standarddosis: 3 mal täglich 4 Filmtabletten).
Harnwegsbeschwerden von Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren sowie männlichen Erwachsenen gelten grundsätzlich als kompliziert, bedürfen einer ärztlichen Abklärung und dürfen nicht mit Angocin behandelt werden.
Die Filmtabletten werden unzerkaut mit ausreichend Flüssigkeit nach den Mahlzeiten eingenommen.
Angocin sollte nicht länger als zwei Wochen eingenommen werden. Wenn die Symptome länger anhalten oder sich während der Anwendung des Arzneimittels verschlimmern, bzw. Fieber oder Harnverhalten hinzukommt, sollte ein Arzt bzw. eine Ärztin aufgesucht werden.
Kontraindikationen-Überempfindlichkeit gegenüber Kapuzinerkressenkraut, Meerrettichwurzel oder einem der Hilfsstoffe gemäss Zusammensetzung
-Akute Magen- und Darmgeschwüre
-Akute Nierenentzündungen
-Schwangerschaft
Warnhinweise und VorsichtsmassnahmenHarnwegsbeschwerden von Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren sowie männlichen Erwachsenen und Schwangeren gelten grundsätzlich als kompliziert, bedürfen einer ärztlichen Abklärung und dürfen nicht mit Angocin behandelt werden (siehe auch unter "Kontraindikationen" und "Schwangerschaft/Stillzeit" ).
Bei Kindern von 6 bis 12 Jahren mit Beschwerden bei akuten Entzündungen der Atemwege soll Angocin nur nach Verordnung durch einen Arzt bzw. eine Ärztin angewendet werden.
Zur Anwendung von Angocin bei Kindern unter 6 Jahren liegen keine ausreichenden Daten aus systematischen Untersuchungen vor. Es soll deshalb bei dieser Altersgruppe nicht angewendet werden.
Angocin enthält Natriumcarboxymethylstärke: dieses Arzneimittel enthält weniger als 1 mmol Natrium (23 mg) pro Tablette, d.h. es ist nahezu "natriumfrei" .
InteraktionenWirkung von Angocin auf andere Arzneimittel
Der Wirkstoff Kapuzinerkressenkrautpulver enthält Vitamin K1. Mit einer Tagesdosis des Arzneimittels führen Jugendliche und Erwachsene 37.8 µg und Kinder 24.2 µg zu. Dadurch kann die Wirkung gerinnungshemmender Arzneimittel, sogenannter Vitamin K-Antagonisten wie Phenprocoumon und Acenocoumaron, beeinträchtigt werden.
Der Quick- bzw. INR-Wert ist in diesem Fall engmaschiger zu kontrollieren, und es ist gegebenenfalls eine Dosisreduktion von Angocin bzw. eine Dosisanpassung des Gerinnungshemmers vorzunehmen.
Schwangerschaft, StillzeitSchwangerschaft
Es liegen keine ausreichenden Daten für die Verwendung von Angocin bei Schwangeren vor. Das Arzneimittel ist im Tierversuch unzureichend auf reproduktionstoxikologische Eigenschaften untersucht (s. Rubrik "Präklinische Daten – Reproduktionstoxizität" ). Das potentielle Risiko für den Menschen ist nicht bekannt. Angocin soll daher während der Schwangerschaft nicht angewendet werden. Auch aus grundsätzlichen medizinischen Erwägungen dürfen Schwangere keine Behandlung mit Angocin vornehmen (siehe unter "Kontraindikationen" und "Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen" ).
Stillzeit
Es ist nicht bekannt, ob die Wirkstoffe von Angocin in die Muttermilch übergehen. Das Arzneimittel soll daher während der Stillzeit nicht angewendet werden.
Fertilität
Es liegen keine Fertilitätsdaten vor.
Wirkung auf die Fahrtüchtigkeit und auf das Bedienen von MaschinenEs wurden keine entsprechenden Studien durchgeführt.
Unerwünschte WirkungenErkrankungen des Immunsystems
Gelegentlich: Systemische allergische Reaktionen sowie Überempfindlichkeitsreaktionen der Haut (z.B. Hautrötungen mit Hitzegefühl (Flush), Hautausschlag und/oder Pruritus).
Bei Auftreten dieser Nebenwirkung soll das Arzneimittel abgesetzt werden.
Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts
Häufig: Magen- und Darmbeschwerden wie Übelkeit, Druckgefühl im Oberbauch, Diarrhoe, Blähungen oder Sodbrennen.
Bei Auftreten dieser Nebenwirkung soll die Dosis des Arzneimittels reduziert werden. Bei Persistieren dieser Nebenwirkungen nach Dosisreduktion soll das Arzneimittel abgesetzt werden.
Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von grosser Wichtigkeit. Sie ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels. Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdacht einer neuen oder schwerwiegenden Nebenwirkung über das Online-Portal ElViS (Electronic Vigilance System) anzuzeigen. Informationen dazu finden Sie unter www.swissmedic.ch.
ÜberdosierungEs wurden keine Fälle einer Überdosierung berichtet. Möglicherweise treten bei Überdosierung die oben aufgeführten Nebenwirkungen verstärkt auf. Beim Auftreten von Überdosierungserscheinungen ist eine symptomatische Therapie erforderlich.
Eigenschaften/WirkungenATC-Code
R05X und G04BX
Wirkungsmechanismus und Pharmakodynamik
Die Anwendung dieses pflanzlichen Arzneimittels mit Pulver aus Kapuzinerkressenkraut und Meerrettichwurzel in den genannten Anwendungsgebieten beruht ausschliesslich auf der traditionellen Verwendung.
Klinische Wirksamkeit
Entfällt, da Phytoarzneimittel mit traditioneller Verwendung.
PharmakokinetikAbsorption
Es wurden keine Studien durchgeführt.
Distribution
Es wurden keine Studien durchgeführt.
Metabolismus
Es wurden keine Studien durchgeführt.
Elimination
Es wurden keine Studien durchgeführt.
Präklinische DatenAkute Toxizität
Die einmalige perorale Gabe der Dosierungen von 100, 500 und 2‘500 mg/ kg Köpergewicht einer Mischung aus Kapuzinerkressenkrautpulver und Meerrettichwurzelpulver in einem Verhältnis von 2.5 zu 1 (suspendiert in DMSO), entsprechend dem Mischungsverhältnis der Drogenpulver in Angocin, ergab bei Ratten keine Anzeichen einer Intoxikation. Makroskopische Untersuchungen ergaben keine Hinweise auf pathologische Organschädigungen.
Mäuse, die oral Einzeldosen von 1‘000 bis 2‘000 mg/ kg Körpergewicht einer Mischung aus den zwei Drogenpulvern im Verhältnis 2.5 zu 1 (suspendiert in DMSO) erhielten, zeigten innerhalb 24 (bis 48) Stunden keine Anzeichen einer Toxizität bzw. Letalität.
Chronische Toxizität
Tierexperimentelle Untersuchungen zur chronischen Toxizität der in Angocin verwendeten Wirkstoffkombination wurden bisher nicht durchgeführt.
Reproduktionstoxizität
Für Angocin liegen derzeit keine ausreichenden tierexperimentellen Untersuchungen zur Fertilität sowie zum Einfluss auf die embryonal-fetale bzw. prä- und postnatale Entwicklung vor.
Mutagenität / Karzinogenität
Nach peroraler Verabreichung der in Angocin verwendeten Wirkstoffkombination in Mäusen, ergab der Mikrokerntest keine Hinweise auf ein Chromosomen- oder den Mitoseapparat schädigendes Potential. Im Ames-Test zeigte Angocin keine mutagene Wirkung. Es liegen keine Untersuchungen zur Karzinogenität mit Angocin vor.
Sonstige HinweiseInkompatibilitäten
Nicht zutreffend.
Haltbarkeit
Das Arzneimittel darf nur bis zu dem auf der Packung mit "EXP" bezeichneten Datum verwendet werden.
Besondere Lagerungshinweise
Nicht über 30° C lagern.
Ausser Reichweite von Kindern aufbewahren.
Zulassungsnummer66092 (Swissmedic)
PackungenPackung mit 50 Filmtabletten (D)
Packung mit 100 Filmtabletten (D)
Packung mit 200 Filmtabletten (D)
ZulassungsinhaberinMax Zeller Söhne AG, 8590 Romanshorn
Stand der InformationMärz 2025
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