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Fachinformation zu Efavirenz/Emtricitabin/Tenofovir Viatris:Viatris Pharma GmbH
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Unerwünschte Wirkungen

Die Beurteilung der unerwünschten Wirkungen für die Fixkombination Efavirenz/Emtricitabin/Tenofovir Viatris basiert auf:
einer klinischen Studie zu Efavirenz/Emtricitabin/Tenofovirdisoproxil über 48 Wochen
einer klinischen Studie in der Efavirenz, Emtricitabin und Tenofovirdisoproxil gleichzeitig angewendet wurden
klinischen Studien und Post-Marketing-Erfahrungen mit den einzelnen Wirkstoffen von Efavirenz/Emtricitabin/Tenofovir Viatris
Die unerwünschten Wirkungen sind nach Organklassen und Häufigkeit gegliedert. Innerhalb jeder Häufigkeitsgruppe werden die unerwünschten Wirkungen nach abnehmendem Schweregrad angegeben. Die Häufigkeiten sind wie folgt definiert: sehr häufig (≥1/10), häufig (≥1/100, <1/10), gelegentlich (≥1/1000, <1/100), nicht bekannt (kann aufgrund der verfügbaren Daten nicht geschätzt werden).
Unerwünschte Wirkungen aus klinischen Studien mit Efavirenz/Emtricitabin/Tenofovirdisoproxil
In einer offenen, randomisierten, klinischen Studie über 48 Wochen mit HIV-infizierten Patienten, wurden die Patienten entweder auf Efavirenz/Emtricitabin/Tenofovirdisoproxil umgestellt (n = 203) oder erhielten weiterhin ihre bisherige antiretrovirale Therapie (n = 97). Efavirenz/Emtricitabin/Tenofovirdisoproxil wurde auf nüchternen Magen eingenommen (siehe "Dosierung/Anwendung" ). Unerwünschte Wirkungen, die möglicherweise oder wahrscheinlich mit der Studienmedikation in Zusammenhang stehen und bei Patienten auftraten, die Efavirenz/Emtricitabin/Tenofovirdisoproxil in Studie AI266073 erhielten, sind in der nachfolgenden Tabelle 2 aufgeführt.
Tabelle 2: Alle unerwünschten Wirkungen, die möglicherweise oder wahrscheinlich mit Efavirenz/Emtricitabin/Tenofovirdisoproxil in Zusammenhang stehen und in Studie AI266073 (über 48 Wochen) auftraten

                                 Efavirenz/Emtricitabin/Tenofovirdisoproxil (n = 203)
Stoffwechsel- und Ernährungsstö
rungen
Häufig                           Anorexie
Gelegentlich                     Fettumverteilung, Hypertriglyzeridämie, Gewichtsverlust,
                                 gesteigerter Appetit
Psychiatrische Erkrankungen
Häufig                           Albträume, Depression, depressive Stimmung, Angst,
                                 Schlaflosigkeit, Stimmungsänderungen, abnorme Träume,
                                 Schlafstörungen
Gelegentlich                     Verwirrtheitszustand, Orientierungslosigkeit,
                                 Persönlichkeitsveränderungen, Stimmungsschwankungen, verminderte
                                 Libido
Erkrankungen des Nervensystems
Sehr häufig                      Schwindelgefühl (10,8%)
Häufig                           Schläfrigkeit, Kopfschmerzen
Gelegentlich                     Zusammenhangloses Sprechen
Augenerkrankungen
Gelegentlich                     Verschwommenes Sehen, geänderte visuelle Tiefenwahrnehmung
Erkrankungen des Ohrs und des
Labyrinths
Gelegentlich                     Vertigo
Gefässerkrankungen
Häufig                           Flush
Erkrankungen des Gastrointestin
altrakts
Häufig                           Diarrhö, Übelkeit
Gelegentlich                     Akute Pankreatitis, Erbrechen, orale Parästhesie, orale
                                 Hypästhesie, Flatulenz, Mundtrockenheit
Leber- und Gallenerkrankungen
Gelegentlich                     Akute Hepatitis
Erkrankungen der Haut und des
Unterhautgewebes
Häufig                           Exantheme, nächtliches Schwitzen
Gelegentlich                     Pruritus
Skelettmuskulatur-,
Bindegewebs- und Knochenerkrank
ungen
Gelegentlich                     Myalgie
Erkrankungen der Nieren und
Harnwege
Häufig                           Erhöhtes Kreatinin
Erkrankungen der Geschlechtsorg
ane und der Brustdrüse
Gelegentlich                     Brustvergrösserung
Allgemeine Erkrankungen
Häufig                           Müdigkeit, vermehrte Energie
Gelegentlich                     Sich-nicht-normal-Fühlen, Überspanntheitsgefühl, Frösteln

 
Unerwünschte Wirkungen aus klinischen Studien mit Efavirenz + Emtricitabin + Tenofovirdisoproxil
In einer offenen, randomisierten, klinischen Studie (GS-01-934; siehe "Klinische Wirksamkeit" ) erhielten antiretroviral naive Patienten Emtricitabin, Tenofovirdisoproxil und Efavirenz über 144 Wochen (ab Woche 96 Anwendung der Fixkombination Truvada plus Efavirenz).
Das Sicherheitsprofil von Emtricitabin und Tenofovirdisoproxil stimmte mit früheren Erfahrungen mit den beiden Wirkstoffen überein, wenn diese jeweils mit anderen antiretroviralen Wirkstoffen angewendet wurden.
Ausgewählte unerwünschte Wirkungen, die möglicherweise oder wahrscheinlich mit der Studienmedikation dieser Studie in Zusammenhang stehen und bei Patienten nach 144 Wochen Behandlung auftraten, sind in Tabelle 3 nach Organklassen und Häufigkeit aufgeführt.
Tabelle 3: Ausgewählte, im Rahmen der klinischen Studie GS-01-934 über 144 Wochen aufgetretene unerwünschte Wirkungen, die möglicherweise oder wahrscheinlich mit der Studienmedikation (Efavirenz, Emtricitabin und Tenofovirdisoproxil) in Zusammenhang stehen

                               Efavirenz+Emtricitabin+Tenofovirdisoproxil (n = 257)
Erkrankungen des Blutes und
des Lymphsystems
Gelegentlich                   Neutropenie
Stoffwechsel- und Ernährungss
törungen
Häufig                         Verminderter Appetit, gesteigerter Appetit
Gelegentlich                   Hypertriglyzeridämie, Anorexie
Psychiatrische Erkrankungen
Sehr häufig                    Abnorme Träume (17%)
Häufig                         Albträume, Depression, Schlaflosigkeit, Schlafstörungen,
                               euphorische Stimmung
Gelegentlich                   Paranoia, psychomotorische Agitation, Wahnvorstellungen,
                               Verwirrtheitszustand, Angst, Aggression, Nervosität,
                               Orientierungslosigkeit
Erkrankungen des Nervensystem
s
Sehr häufig                    Schwindelgefühl (25%)
Häufig                         Schläfrigkeit, Benommenheit, Lethargie, Kopfschmerzen,
                               Konzentrationsstörung
Gelegentlich                   Amnesie, Ataxie, Gleichgewichtsstörungen, Geschmacksstörungen
Augenerkrankungen
Gelegentlich                   Verschwommenes Sehen
Erkrankungen des Ohrs und
des Labyrinths
Häufig                         Vertigo
Gefässerkrankungen
Häufig                         Flush
Erkrankungen der Atemwege,
des Brustraums und
Mediastinums
Gelegentlich                   Dyspnoe
Erkrankungen des Gastrointest
inaltrakts
Sehr häufig                    Übelkeit (18%)
Häufig                         Diarrhö, Erbrechen, Bauchschmerzen, Flatulenz, Bauchaufblähung,
                               Mundtrockenheit
Gelegentlich                   Dyspepsie
Erkrankungen der Haut und
des Unterhautgewebes
Sehr häufig                    Exantheme (11%)
Häufig                         Pruritus, Hyperpigmentierung der Haut, Dermatitis
Gelegentlich                   Urtikaria, Hauttrockenheit, Ekzem
Allgemeine Erkrankungen
Häufig                         Müdigkeit, Fieber
Gelegentlich                   Asthenie, Trunkenheitsgefühl

 
Leberenzyme: In der klinischen Studie GS-01-934 wurden Erhöhungen der Aspartat-Aminotransferase (AST >5-mal ULN (= Obergrenze des Normbereichs)) bei 3% und der Alanin-Aminotransferase (ALT >5- mal ULN) bei 2% der mit Efavirenz, Emtricitabin und Tenofovirdisoproxil behandelten Patienten (n = 257) sowie jeweils bei 3% der mit Efavirenz und der Fixkombination Zidovudin/Lamivudin behandelten Patienten (n = 254) beobachtet.
Unerwünschte Wirkungen im Zusammenhang mit den einzelnen Wirkstoffen von Efavirenz/Emtricitabin/Tenofovir Viatris
Die bedeutendsten unerwünschten Wirkungen, die in klinischen Studien mit Efavirenz auftraten, sind Exantheme sowie nervensystem-bedingte Symptome. Die Einnahme von Efavirenz mit Nahrung kann die Efavirenz-Exposition und damit die Häufigkeit unerwünschter Wirkungen erhöhen (siehe "Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen" ).
Es liegen Post-Marketing-Berichte vor, die im Zusammenhang mit Tenofovirdisoproxil von Erkrankungen der Nieren und Harnwege wie Nierenversagen, proximaler renaler Tubulopathie (einschliesslich Fanconi-Syndrom), akuter Tubulusnekrose und nephrogenem Diabetes insipidus berichten.
Leberversagen unter Efavirenz: Leberversagen, einschliesslich Fälle bei Patienten ohne vorbestehende Lebererkrankung oder erkennbare Risikofaktoren, über die Post-Marketing-Berichte vorliegen, war mitunter durch einen fulminanten Verlauf gekennzeichnet, der in einigen Fällen zur Transplantation oder zum Tod führte.
Die in klinischen Studien und in der Post-Marketing-Erfahrung beobachteten unerwünschten Wirkungen, die während antiretroviraler Kombinationstherapien mit den einzelnen Wirkstoffen von Efavirenz/Emtricitabin/Tenofovir Viatris aufgetreten sind, sind in der nachfolgenden Tabelle 4 aufgeführt.
Tabelle 4: Unerwünschte Wirkungen im Zusammenhang mit den einzelnen Wirkstoffen von Efavirenz/Emtricitabin/Tenofovir Viatris auf Basis klinischer Studien und der Post-Marketing-Erfahrung

                      Efavirenz               Emtricitabin            Tenofovirdisoproxil
Erkrankungen des
Blutes und des
Lymphsystems
Häufig                                        Neutropenie             
Gelegentlich                                  Anämie                  
Erkrankungen des
Immunsystems
Gelegentlich          Überempfindlichkeit                             
Nicht bekannt*                                                        Angioödem
Stoffwechsel- und
Ernährungsstörungen
Sehr häufig                                                           Hypophosphatämie (12%)
Häufig                Hypertriglyzeridämie    Hyperglykämie,          
                                              Hypertriglyzeridämie    
Gelegentlich          Hypercholesterinämie                            
Nicht bekannt*                                                        Laktatazidose, Hypokaliämie
Psychiatrische
Erkrankungen
Häufig                Depression (bei 1,6%    Abnorme Träume,         
                      in schwerer Form),      Schlaflosigkeit         
                      Angst, abnorme                                  
                      Träume, Schlaflosigkei                          
                      t                                               
Gelegentlich          Selbstmordversuch,                              
                      Selbstmordgedanken,                             
                      Manie, Paranoia,                                
                      Halluzination,                                  
                      euphorische Stimmung,                           
                      Affektlabilität,                                
                      Verwirrtheitszustand,                           
                      Aggression, Katatonie                           
Nicht bekannt*        Vollzogener Suizid,                             
                      Psychose, Wahnvorstell                          
                      ungen, Neurose                                  
Erkrankungen des
Nervensystems
Sehr häufig                                   Kopfschmerzen (10,2%)   Schwindelgefühl (28%)
Häufig                Schläfrigkeit,          Schwindelgefühl         
                      Kopfschmerzen,                                  
                      Konzentrationsstörung,                          
                       Schwindelgefühl                                
Gelegentlich          Krämpfe, Amnesie,                               
                      abnormes Denken,                                
                      Ataxie, Koordinationss                          
                      törungen, Agitation                             
Nicht bekannt*        Kleinhirn-bedingte                              
                      Koordinations- und                              
                      Gleichgewichtsstörunge                          
                      n, Tremor, Enzephalopa                          
                      thie                                            
Augenerkrankungen
Gelegentlich          Verschwommenes Sehen                            
Erkrankungen des
Ohrs und des Labyrin
ths
Gelegentlich          Vertigo                                         
Nicht bekannt*        Tinnitus                                        
Gefässerkrankungen
Nicht bekannt*        Plötzliches Erröten                             
                      (Flushing)                                      
Erkrankungen der
Atemwege, des
Brustraums und
Mediastinums
Nicht bekannt*                                                        Dyspnoe
Erkrankungen des
Gastrointestinaltrak
ts
Sehr häufig                                   Diarrhö (14,0%),        Diarrhö (22%), Erbrechen
                                              Übelkeit (10,0%)        (12%), Übelkeit (20%)
Häufig                Diarrhö, Erbrechen,     Erhöhte Amylasen        Flatulenz
                      Bauchschmerzen,         einschliesslich         
                      Übelkeit                erhöhter Pankreas-Amyl  
                                              ase, erhöhte Serum-Lip  
                                              ase, Erbrechen,         
                                              Bauchschmerzen,         
                                              Dyspepsie               
Gelegentlich          Akute Pankreatitis                              
Nicht bekannt*                                                        Pankreatitis, erhöhte
                                                                      Serum-Amylase, Bauchschmerzen
Leber- und Gallenerk
rankungen
Häufig                Erhöhte Aspartat-Amino  Erhöhte Serum-AST       
                      transferase (AST),      und/oder erhöhte        
                      erhöhte Alanin-Aminotr  Serum-ALT, Hyperbiliru  
                      ansferase (ALT),        binämie                 
                      erhöhte Gammaglutamylt                          
                      ransferase (GGT)                                
Gelegentlich          Akute Hepatitis                                 
Nicht bekannt*        Leberversagen                                   Hepatitis, erhöhte Transaminas
                                                                      ewerte, Hepatosteatose
Erkrankungen der
Haut und des Unterha
utgewebes
Sehr häufig           Exantheme (11,6%,                               
                      alle Schweregrade 18%)                          
Häufig                Pruritus                Allergische Reaktion,   
                                              vesikulobullöses        
                                              Exanthem, pustulöses    
                                              Exanthem, makulopapulö  
                                              ses Exanthem, Exanthem  
                                              e, Pruritus, Urtikaria  
                                              , Hyperpigmentierung    
                                              der Haut                
Gelegentlich          Stevens-Johnson-Syndro                          
                      m, Erythema multiforme                          
                      , schweres Exanthem                             
                      (<1%)                                           
Nicht bekannt*        photoallergische                                Exantheme
                      Dermatitis                                      
Skelettmuskulatur-,
Bindegewebs- und
Knochenerkrankungen
Sehr häufig                                   Erhöhte Kreatinkinase   
                                              (10,2%)                 
Häufig                                                                Abnahme der Knochenmineraldich
                                                                      te**
Nicht bekannt*                                                        Rhabdomyolyse, Osteomalazie
                                                                      (manifestiert als Knochenschme
                                                                      rzen und selten Mitursache
                                                                      bei Frakturen), Muskelschwäche
                                                                      , Myopathie
Erkrankungen der
Nieren und Harnwege
Nicht bekannt*                                                        Akutes Nierenversagen,
                                                                      Nierenversagen, akute
                                                                      Tubulusnekrose, proximale
                                                                      renale Tubulopathie
                                                                      einschliesslich Fanconi-Syndro
                                                                      m, Nephritis (einschliesslich
                                                                      akuter interstitieller
                                                                      Nephritis), nephrogener
                                                                      Diabetes insipidus,
                                                                      Niereninsuffizienz, erhöhtes
                                                                      Kreatinin, Proteinurie,
                                                                      Polyurie
Erkrankungen der
Geschlechtsorgane
und der Brustdrüse
Gelegentlich          Gynäkomastie                                    
Allgemeine Erkrankun
gen
Häufig                Müdigkeit               Schmerzen, Asthenie     
Nicht bekannt*                                                        Asthenie

 
* Diese unerwünschten Wirkungen wurden im Rahmen der Post-Marketing-Überwachung der Sicherheit beobachtet; die Häufigkeit ist nicht bekannt.
** Die Häufigkeit dieser Nebenwirkung wurde auf der Grundlage von Sicherheitsdaten aus verschiedenen klinischen Studien mit Tenofovirdisoproxil bei HBV-infizierten Patienten geschätzt. Siehe "Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen" .
Beschreibung ausgewählter Nebenwirkungen
Immun-Reaktivierungs-Syndrom: Bei HIV-infizierten Patienten mit schwerem Immundefekt kann sich zum Zeitpunkt der Einleitung einer ART eine entzündliche Reaktion auf asymptomatische oder residuale opportunistische Infektionen entwickeln. Es liegen auch Berichte über Autoimmunerkrankungen (wie z.B. Morbus Basedow) vor; allerdings ist der Zeitpunkt des Auftretens sehr variabel und diese Ereignisse können viele Monate nach Beginn der Behandlung auftreten (siehe "Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen" ).
Metabolische Parameter: Während einer antiretroviralen Therapie können eine Gewichtszunahme und ein Anstieg der Blutlipid- und Blutglucosewerte auftreten (siehe "Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen" ).
Psychiatrische Symptome unter Efavirenz: Patienten mit psychiatrischen Erkrankungen in der Anamnese scheinen ein grösseres Risiko für schwere psychiatrische unerwünschte Wirkungen zu haben; mit einer Häufigkeit, die von 0,3% für manische Reaktionen bis zu 2,0% für schwere Depressionen und Selbstmordgedanken reicht.
Nervensystem-bedingte Symptome unter Efavirenz: In kontrollierten, klinischen Studien traten bei 19,4% der Patienten im Vergleich zu 9,0% der Patienten in der Kontrollgruppe nervensystem-bedingte Symptome von mittelschwerer bis schwerer Intensität auf. Diese Symptome waren bei 2,0% der Patienten unter einmal täglich 600 mg Efavirenz und bei 1,3% der Patienten in der Kontrollgruppe schwerwiegend. In klinischen Studien brachen 2,1% der mit 600 mg Efavirenz behandelten Patienten die Therapie aufgrund von nervensystem-bedingten Symptomen ab.
Nervensystem-bedingte Symptome treten im Allgemeinen innerhalb der ersten beiden Therapietage auf und klingen in der Regel nach den ersten zwei bis vier Wochen ab. Nervensystem-bedingte Symptome können häufiger auftreten, wenn Efavirenz zu den Mahlzeiten eingenommen wird, wohl aufgrund von erhöhten Efavirenz-Plasmaspiegeln (siehe "Pharmakokinetik" ). Die Einnahme vor dem Schlafengehen scheint die Toleranz gegenüber diesen Symptomen zu verbessern (siehe "Dosierung/Anwendung" ).
Analysen der Langzeitdaten aus einer klinischen Studie (mediane Nachbeobachtung 180 Wochen, 102 Wochen bzw. 76 Wochen für Patienten, die mit Efavirenz + Zidovudin + Lamivudin, Efavirenz + Indinavir oder Indinavir + Zidovudin + Lamivudin behandelt wurden) zeigten, dass bei einer Therapie über 24 Wochen hinaus die Inzidenzen von erstmalig auftretenden nervensystem-bedingten Symptomen bei mit Efavirenz behandelten Patienten generell denen in der Kontrollgruppe ähnlich waren.
Patienten mit HIV/HBVoder HCV-Koinfektion: Nur eine limitierte Anzahl von Patienten in Studie GS-01-934 war mit HBV (n = 13) oder HCV (n = 26) koinfiziert. Das Sicherheitsprofil von Efavirenz, Emtricitabin und Tenofovirdisoproxil bei diesen koinfizierten Patienten ähnelte dem von HIV-infizierten Patienten ohne Koinfektion. Wie jedoch bei dieser Patienten-Population zu erwarten, kamen erhöhte AST- und ALT-Werte häufiger vor als bei Patienten mit alleiniger HIV-Infektion.
Exazerbation der Hepatitis nach Absetzen der Behandlung: Bei HIV-infizierten Patienten mit HBV-Koinfektion können nach Absetzen der Behandlung klinische und laborchemische Hinweise von Exazerbationen der Hepatitis auftreten (siehe "Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen" ).
Hautausschlag unter Efavirenz: Bei den Exanthemen handelt es sich in der Regel um leichte bis mittelschwere makulopapulöse Exantheme, die innerhalb der ersten beiden Wochen der Therapie mit Efavirenz auftreten. Bei den meisten Patienten klingen diese Exantheme bei fortgesetzter Therapie mit Efavirenz innerhalb eines Monats ab. In klinischen Studien brachen 1,7% der mit Efavirenz behandelten Patienten die Therapie aufgrund des Exanthems ab. Die Behandlung mit Efavirenz kann bei Patienten, die wegen Auftreten eines Exanthems die Therapie mit Efavirenz abgesetzt hatten, wieder aufgenommen werden. Wird die Behandlung mit Efavirenz wieder aufgenommen, ist der Einsatz geeigneter Antihistaminika und/oder Kortikosteroide zu empfehlen.
Die Erfahrungen mit Efavirenz bei Patienten, die andere antiretrovirale Wirkstoffe der NNRTI-Klasse abgesetzt haben, sind limitiert. 19 Patienten, die Nevirapin aufgrund eines Exanthems abgesetzt hatten, wurden mit Efavirenz behandelt. Bei neun dieser Patienten trat während der Therapie mit Efavirenz ein leichtes bis mittelschweres Exanthem auf, zwei brachen die Therapie wegen eines Exanthems ab.
Generalisierte motorische Schwäche: Sehr selten wurde unter der Behandlung mit Nukleosid-Analoga eine generalisierte motorische Schwäche beobachtet, welche klinisch einem Krankheitsbild wie dem Guillain-Barré-Syndrom ähnelte. Eine solche motorische Schwäche kann mit und ohne Hyperlaktatämie einschliesslich respiratorischer Insuffizienz auftreten (siehe auch "Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen" ).
Osteonekrose: Fälle von Osteonekrose wurden insbesondere bei Patienten mit allgemein bekannten Risikofaktoren, fortgeschrittener HIV-Erkrankung oder Langzeitanwendung einer ART berichtet. Die Häufigkeit des Auftretens ist unbekannt (siehe "Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen" ).
Proximale renale Tubulopathie unter Tenofovirdisoproxil: Folgende unerwünschte Wirkungen, die in den oben erwähnten Organklassen aufgeführt sind, können als Folge einer proximalen renalen Tubulopathie auftreten: Rhabdomyolyse, Osteomalazie (manifestiert als Knochenschmerzen und selten Mitursache bei Frakturen), Hypokaliämie, Muskelschwäche, Myopathie und Hypophosphatämie. Liegt keine proximale renale Tubulopathie vor, wird kein kausaler Zusammenhang dieser Ereignisse mit der Therapie mit Tenofovirdisoproxil angenommen. In der Regel klang eine proximale renale Tubulopathie nach dem Absetzen von Tenofovirdisoproxil ab oder verbesserte sich. Allerdings verbesserte sich bei einigen Patienten trotz des Absetzens von Tenofovirdisoproxil die verringerte Kreatinin-Clearance nicht wieder vollständig. Bei Patienten mit einem Risiko für eine Nierenfunktionsstörung (beispielsweise Patienten mit schon bestehenden Risikofaktoren für eine Nierenfunktionsstörung, fortgeschrittener HIV-Erkrankung oder Patienten, die gleichzeitig nephrotoxische Arzneimittel erhalten) besteht ein erhöhtes Risiko, dass es bei ihnen trotz des Absetzens von Tenofovirdisoproxil zu einer unvollständigen Erholung der Nierenfunktion kommt (siehe "Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen" ).
Laktatazidose: Fälle von Laktatazidose wurden bei der Einnahme von Tenofovirdisoproxilfumarat allein oder in Kombination mit anderen antiretroviralen Arzneimitteln berichtet. Patienten mit prädisponierenden Faktoren wie einer dekompensierten Lebererkrankung oder Patienten, die Begleitmedikamente erhalten, von denen bekannt ist, dass sie eine Laktatazidose auslösen, haben ein erhöhtes Risiko, während der Tenofovirdisoproxilfumaratbehandlung eine schwere Laktatazidose zu bekommen, einschliesslich tödlicher Verläufe.
Laborwertabweichungen
Amylase unter Efavirenz: In klinischen Studien wurde bei 10% der mit Efavirenz und 6% der mit einer Kontrolltherapie behandelten Patienten ein asymptomatischer Anstieg des Amylasespiegels im Serum auf >1,5-mal ULN (= Obergrenze des Normbereichs) festgestellt. Die klinische Signifikanz des asymptomatischen Anstieges des Amylasespiegels im Serum ist unbekannt.
Interaktion mit dem Cannabinoid-Test: Efavirenz bindet nicht an Cannabinoid-Rezeptoren. Bei nicht-infizierten Probanden und HIV-infizierten Patienten, die Efavirenz erhielten, wurden basierend auf einigen Screening Assays falsch-positive Ergebnisse des Cannabinoid-Tests im Urin berichtet. In solchen Fällen werden Bestätigungtests durch spezifischere Methoden wie z.B. Gaschromatographie/Massenspektrometrie empfohlen.
Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von grosser Wichtigkeit. Sie ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels. Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdacht einer neuen oder schwerwiegenden Nebenwirkung über das Online-Portal ElViS (Electronic Vigilance System) anzuzeigen. Informationen dazu finden Sie unter www.swissmedic.ch.

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