Unerwünschte WirkungenDie Beurteilung der unerwünschten Wirkungen für die Fixkombination Efavirenz/Emtricitabin/Tenofovir Viatris basiert auf:
einer klinischen Studie zu Efavirenz/Emtricitabin/Tenofovirdisoproxil über 48 Wochen
einer klinischen Studie in der Efavirenz, Emtricitabin und Tenofovirdisoproxil gleichzeitig angewendet wurden
klinischen Studien und Post-Marketing-Erfahrungen mit den einzelnen Wirkstoffen von Efavirenz/Emtricitabin/Tenofovir Viatris
Die unerwünschten Wirkungen sind nach Organklassen und Häufigkeit gegliedert. Innerhalb jeder Häufigkeitsgruppe werden die unerwünschten Wirkungen nach abnehmendem Schweregrad angegeben. Die Häufigkeiten sind wie folgt definiert: sehr häufig (≥1/10), häufig (≥1/100, <1/10), gelegentlich (≥1/1000, <1/100), nicht bekannt (kann aufgrund der verfügbaren Daten nicht geschätzt werden).
Unerwünschte Wirkungen aus klinischen Studien mit Efavirenz/Emtricitabin/Tenofovirdisoproxil
In einer offenen, randomisierten, klinischen Studie über 48 Wochen mit HIV-infizierten Patienten, wurden die Patienten entweder auf Efavirenz/Emtricitabin/Tenofovirdisoproxil umgestellt (n = 203) oder erhielten weiterhin ihre bisherige antiretrovirale Therapie (n = 97). Efavirenz/Emtricitabin/Tenofovirdisoproxil wurde auf nüchternen Magen eingenommen (siehe "Dosierung/Anwendung" ). Unerwünschte Wirkungen, die möglicherweise oder wahrscheinlich mit der Studienmedikation in Zusammenhang stehen und bei Patienten auftraten, die Efavirenz/Emtricitabin/Tenofovirdisoproxil in Studie AI266073 erhielten, sind in der nachfolgenden Tabelle 2 aufgeführt.
Tabelle 2: Alle unerwünschten Wirkungen, die möglicherweise oder wahrscheinlich mit Efavirenz/Emtricitabin/Tenofovirdisoproxil in Zusammenhang stehen und in Studie AI266073 (über 48 Wochen) auftraten
Efavirenz/Emtricitabin/Tenofovirdisoproxil (n = 203)
Stoffwechsel- und Ernährungsstö
rungen
Häufig Anorexie
Gelegentlich Fettumverteilung, Hypertriglyzeridämie, Gewichtsverlust,
gesteigerter Appetit
Psychiatrische Erkrankungen
Häufig Albträume, Depression, depressive Stimmung, Angst,
Schlaflosigkeit, Stimmungsänderungen, abnorme Träume,
Schlafstörungen
Gelegentlich Verwirrtheitszustand, Orientierungslosigkeit,
Persönlichkeitsveränderungen, Stimmungsschwankungen, verminderte
Libido
Erkrankungen des Nervensystems
Sehr häufig Schwindelgefühl (10,8%)
Häufig Schläfrigkeit, Kopfschmerzen
Gelegentlich Zusammenhangloses Sprechen
Augenerkrankungen
Gelegentlich Verschwommenes Sehen, geänderte visuelle Tiefenwahrnehmung
Erkrankungen des Ohrs und des
Labyrinths
Gelegentlich Vertigo
Gefässerkrankungen
Häufig Flush
Erkrankungen des Gastrointestin
altrakts
Häufig Diarrhö, Übelkeit
Gelegentlich Akute Pankreatitis, Erbrechen, orale Parästhesie, orale
Hypästhesie, Flatulenz, Mundtrockenheit
Leber- und Gallenerkrankungen
Gelegentlich Akute Hepatitis
Erkrankungen der Haut und des
Unterhautgewebes
Häufig Exantheme, nächtliches Schwitzen
Gelegentlich Pruritus
Skelettmuskulatur-,
Bindegewebs- und Knochenerkrank
ungen
Gelegentlich Myalgie
Erkrankungen der Nieren und
Harnwege
Häufig Erhöhtes Kreatinin
Erkrankungen der Geschlechtsorg
ane und der Brustdrüse
Gelegentlich Brustvergrösserung
Allgemeine Erkrankungen
Häufig Müdigkeit, vermehrte Energie
Gelegentlich Sich-nicht-normal-Fühlen, Überspanntheitsgefühl, Frösteln
Unerwünschte Wirkungen aus klinischen Studien mit Efavirenz + Emtricitabin + Tenofovirdisoproxil
In einer offenen, randomisierten, klinischen Studie (GS-01-934; siehe "Klinische Wirksamkeit" ) erhielten antiretroviral naive Patienten Emtricitabin, Tenofovirdisoproxil und Efavirenz über 144 Wochen (ab Woche 96 Anwendung der Fixkombination Truvada plus Efavirenz).
Das Sicherheitsprofil von Emtricitabin und Tenofovirdisoproxil stimmte mit früheren Erfahrungen mit den beiden Wirkstoffen überein, wenn diese jeweils mit anderen antiretroviralen Wirkstoffen angewendet wurden.
Ausgewählte unerwünschte Wirkungen, die möglicherweise oder wahrscheinlich mit der Studienmedikation dieser Studie in Zusammenhang stehen und bei Patienten nach 144 Wochen Behandlung auftraten, sind in Tabelle 3 nach Organklassen und Häufigkeit aufgeführt.
Tabelle 3: Ausgewählte, im Rahmen der klinischen Studie GS-01-934 über 144 Wochen aufgetretene unerwünschte Wirkungen, die möglicherweise oder wahrscheinlich mit der Studienmedikation (Efavirenz, Emtricitabin und Tenofovirdisoproxil) in Zusammenhang stehen
Efavirenz+Emtricitabin+Tenofovirdisoproxil (n = 257)
Erkrankungen des Blutes und
des Lymphsystems
Gelegentlich Neutropenie
Stoffwechsel- und Ernährungss
törungen
Häufig Verminderter Appetit, gesteigerter Appetit
Gelegentlich Hypertriglyzeridämie, Anorexie
Psychiatrische Erkrankungen
Sehr häufig Abnorme Träume (17%)
Häufig Albträume, Depression, Schlaflosigkeit, Schlafstörungen,
euphorische Stimmung
Gelegentlich Paranoia, psychomotorische Agitation, Wahnvorstellungen,
Verwirrtheitszustand, Angst, Aggression, Nervosität,
Orientierungslosigkeit
Erkrankungen des Nervensystem
s
Sehr häufig Schwindelgefühl (25%)
Häufig Schläfrigkeit, Benommenheit, Lethargie, Kopfschmerzen,
Konzentrationsstörung
Gelegentlich Amnesie, Ataxie, Gleichgewichtsstörungen, Geschmacksstörungen
Augenerkrankungen
Gelegentlich Verschwommenes Sehen
Erkrankungen des Ohrs und
des Labyrinths
Häufig Vertigo
Gefässerkrankungen
Häufig Flush
Erkrankungen der Atemwege,
des Brustraums und
Mediastinums
Gelegentlich Dyspnoe
Erkrankungen des Gastrointest
inaltrakts
Sehr häufig Übelkeit (18%)
Häufig Diarrhö, Erbrechen, Bauchschmerzen, Flatulenz, Bauchaufblähung,
Mundtrockenheit
Gelegentlich Dyspepsie
Erkrankungen der Haut und
des Unterhautgewebes
Sehr häufig Exantheme (11%)
Häufig Pruritus, Hyperpigmentierung der Haut, Dermatitis
Gelegentlich Urtikaria, Hauttrockenheit, Ekzem
Allgemeine Erkrankungen
Häufig Müdigkeit, Fieber
Gelegentlich Asthenie, Trunkenheitsgefühl
Leberenzyme: In der klinischen Studie GS-01-934 wurden Erhöhungen der Aspartat-Aminotransferase (AST >5-mal ULN (= Obergrenze des Normbereichs)) bei 3% und der Alanin-Aminotransferase (ALT >5- mal ULN) bei 2% der mit Efavirenz, Emtricitabin und Tenofovirdisoproxil behandelten Patienten (n = 257) sowie jeweils bei 3% der mit Efavirenz und der Fixkombination Zidovudin/Lamivudin behandelten Patienten (n = 254) beobachtet.
Unerwünschte Wirkungen im Zusammenhang mit den einzelnen Wirkstoffen von Efavirenz/Emtricitabin/Tenofovir Viatris
Die bedeutendsten unerwünschten Wirkungen, die in klinischen Studien mit Efavirenz auftraten, sind Exantheme sowie nervensystem-bedingte Symptome. Die Einnahme von Efavirenz mit Nahrung kann die Efavirenz-Exposition und damit die Häufigkeit unerwünschter Wirkungen erhöhen (siehe "Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen" ).
Es liegen Post-Marketing-Berichte vor, die im Zusammenhang mit Tenofovirdisoproxil von Erkrankungen der Nieren und Harnwege wie Nierenversagen, proximaler renaler Tubulopathie (einschliesslich Fanconi-Syndrom), akuter Tubulusnekrose und nephrogenem Diabetes insipidus berichten.
Leberversagen unter Efavirenz: Leberversagen, einschliesslich Fälle bei Patienten ohne vorbestehende Lebererkrankung oder erkennbare Risikofaktoren, über die Post-Marketing-Berichte vorliegen, war mitunter durch einen fulminanten Verlauf gekennzeichnet, der in einigen Fällen zur Transplantation oder zum Tod führte.
Die in klinischen Studien und in der Post-Marketing-Erfahrung beobachteten unerwünschten Wirkungen, die während antiretroviraler Kombinationstherapien mit den einzelnen Wirkstoffen von Efavirenz/Emtricitabin/Tenofovir Viatris aufgetreten sind, sind in der nachfolgenden Tabelle 4 aufgeführt.
Tabelle 4: Unerwünschte Wirkungen im Zusammenhang mit den einzelnen Wirkstoffen von Efavirenz/Emtricitabin/Tenofovir Viatris auf Basis klinischer Studien und der Post-Marketing-Erfahrung
Efavirenz Emtricitabin Tenofovirdisoproxil
Erkrankungen des
Blutes und des
Lymphsystems
Häufig Neutropenie
Gelegentlich Anämie
Erkrankungen des
Immunsystems
Gelegentlich Überempfindlichkeit
Nicht bekannt* Angioödem
Stoffwechsel- und
Ernährungsstörungen
Sehr häufig Hypophosphatämie (12%)
Häufig Hypertriglyzeridämie Hyperglykämie,
Hypertriglyzeridämie
Gelegentlich Hypercholesterinämie
Nicht bekannt* Laktatazidose, Hypokaliämie
Psychiatrische
Erkrankungen
Häufig Depression (bei 1,6% Abnorme Träume,
in schwerer Form), Schlaflosigkeit
Angst, abnorme
Träume, Schlaflosigkei
t
Gelegentlich Selbstmordversuch,
Selbstmordgedanken,
Manie, Paranoia,
Halluzination,
euphorische Stimmung,
Affektlabilität,
Verwirrtheitszustand,
Aggression, Katatonie
Nicht bekannt* Vollzogener Suizid,
Psychose, Wahnvorstell
ungen, Neurose
Erkrankungen des
Nervensystems
Sehr häufig Kopfschmerzen (10,2%) Schwindelgefühl (28%)
Häufig Schläfrigkeit, Schwindelgefühl
Kopfschmerzen,
Konzentrationsstörung,
Schwindelgefühl
Gelegentlich Krämpfe, Amnesie,
abnormes Denken,
Ataxie, Koordinationss
törungen, Agitation
Nicht bekannt* Kleinhirn-bedingte
Koordinations- und
Gleichgewichtsstörunge
n, Tremor, Enzephalopa
thie
Augenerkrankungen
Gelegentlich Verschwommenes Sehen
Erkrankungen des
Ohrs und des Labyrin
ths
Gelegentlich Vertigo
Nicht bekannt* Tinnitus
Gefässerkrankungen
Nicht bekannt* Plötzliches Erröten
(Flushing)
Erkrankungen der
Atemwege, des
Brustraums und
Mediastinums
Nicht bekannt* Dyspnoe
Erkrankungen des
Gastrointestinaltrak
ts
Sehr häufig Diarrhö (14,0%), Diarrhö (22%), Erbrechen
Übelkeit (10,0%) (12%), Übelkeit (20%)
Häufig Diarrhö, Erbrechen, Erhöhte Amylasen Flatulenz
Bauchschmerzen, einschliesslich
Übelkeit erhöhter Pankreas-Amyl
ase, erhöhte Serum-Lip
ase, Erbrechen,
Bauchschmerzen,
Dyspepsie
Gelegentlich Akute Pankreatitis
Nicht bekannt* Pankreatitis, erhöhte
Serum-Amylase, Bauchschmerzen
Leber- und Gallenerk
rankungen
Häufig Erhöhte Aspartat-Amino Erhöhte Serum-AST
transferase (AST), und/oder erhöhte
erhöhte Alanin-Aminotr Serum-ALT, Hyperbiliru
ansferase (ALT), binämie
erhöhte Gammaglutamylt
ransferase (GGT)
Gelegentlich Akute Hepatitis
Nicht bekannt* Leberversagen Hepatitis, erhöhte Transaminas
ewerte, Hepatosteatose
Erkrankungen der
Haut und des Unterha
utgewebes
Sehr häufig Exantheme (11,6%,
alle Schweregrade 18%)
Häufig Pruritus Allergische Reaktion,
vesikulobullöses
Exanthem, pustulöses
Exanthem, makulopapulö
ses Exanthem, Exanthem
e, Pruritus, Urtikaria
, Hyperpigmentierung
der Haut
Gelegentlich Stevens-Johnson-Syndro
m, Erythema multiforme
, schweres Exanthem
(<1%)
Nicht bekannt* photoallergische Exantheme
Dermatitis
Skelettmuskulatur-,
Bindegewebs- und
Knochenerkrankungen
Sehr häufig Erhöhte Kreatinkinase
(10,2%)
Häufig Abnahme der Knochenmineraldich
te**
Nicht bekannt* Rhabdomyolyse, Osteomalazie
(manifestiert als Knochenschme
rzen und selten Mitursache
bei Frakturen), Muskelschwäche
, Myopathie
Erkrankungen der
Nieren und Harnwege
Nicht bekannt* Akutes Nierenversagen,
Nierenversagen, akute
Tubulusnekrose, proximale
renale Tubulopathie
einschliesslich Fanconi-Syndro
m, Nephritis (einschliesslich
akuter interstitieller
Nephritis), nephrogener
Diabetes insipidus,
Niereninsuffizienz, erhöhtes
Kreatinin, Proteinurie,
Polyurie
Erkrankungen der
Geschlechtsorgane
und der Brustdrüse
Gelegentlich Gynäkomastie
Allgemeine Erkrankun
gen
Häufig Müdigkeit Schmerzen, Asthenie
Nicht bekannt* Asthenie
* Diese unerwünschten Wirkungen wurden im Rahmen der Post-Marketing-Überwachung der Sicherheit beobachtet; die Häufigkeit ist nicht bekannt.
** Die Häufigkeit dieser Nebenwirkung wurde auf der Grundlage von Sicherheitsdaten aus verschiedenen klinischen Studien mit Tenofovirdisoproxil bei HBV-infizierten Patienten geschätzt. Siehe "Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen" .
Beschreibung ausgewählter Nebenwirkungen
Immun-Reaktivierungs-Syndrom: Bei HIV-infizierten Patienten mit schwerem Immundefekt kann sich zum Zeitpunkt der Einleitung einer ART eine entzündliche Reaktion auf asymptomatische oder residuale opportunistische Infektionen entwickeln. Es liegen auch Berichte über Autoimmunerkrankungen (wie z.B. Morbus Basedow) vor; allerdings ist der Zeitpunkt des Auftretens sehr variabel und diese Ereignisse können viele Monate nach Beginn der Behandlung auftreten (siehe "Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen" ).
Metabolische Parameter: Während einer antiretroviralen Therapie können eine Gewichtszunahme und ein Anstieg der Blutlipid- und Blutglucosewerte auftreten (siehe "Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen" ).
Psychiatrische Symptome unter Efavirenz: Patienten mit psychiatrischen Erkrankungen in der Anamnese scheinen ein grösseres Risiko für schwere psychiatrische unerwünschte Wirkungen zu haben; mit einer Häufigkeit, die von 0,3% für manische Reaktionen bis zu 2,0% für schwere Depressionen und Selbstmordgedanken reicht.
Nervensystem-bedingte Symptome unter Efavirenz: In kontrollierten, klinischen Studien traten bei 19,4% der Patienten im Vergleich zu 9,0% der Patienten in der Kontrollgruppe nervensystem-bedingte Symptome von mittelschwerer bis schwerer Intensität auf. Diese Symptome waren bei 2,0% der Patienten unter einmal täglich 600 mg Efavirenz und bei 1,3% der Patienten in der Kontrollgruppe schwerwiegend. In klinischen Studien brachen 2,1% der mit 600 mg Efavirenz behandelten Patienten die Therapie aufgrund von nervensystem-bedingten Symptomen ab.
Nervensystem-bedingte Symptome treten im Allgemeinen innerhalb der ersten beiden Therapietage auf und klingen in der Regel nach den ersten zwei bis vier Wochen ab. Nervensystem-bedingte Symptome können häufiger auftreten, wenn Efavirenz zu den Mahlzeiten eingenommen wird, wohl aufgrund von erhöhten Efavirenz-Plasmaspiegeln (siehe "Pharmakokinetik" ). Die Einnahme vor dem Schlafengehen scheint die Toleranz gegenüber diesen Symptomen zu verbessern (siehe "Dosierung/Anwendung" ).
Analysen der Langzeitdaten aus einer klinischen Studie (mediane Nachbeobachtung 180 Wochen, 102 Wochen bzw. 76 Wochen für Patienten, die mit Efavirenz + Zidovudin + Lamivudin, Efavirenz + Indinavir oder Indinavir + Zidovudin + Lamivudin behandelt wurden) zeigten, dass bei einer Therapie über 24 Wochen hinaus die Inzidenzen von erstmalig auftretenden nervensystem-bedingten Symptomen bei mit Efavirenz behandelten Patienten generell denen in der Kontrollgruppe ähnlich waren.
Patienten mit HIV/HBVoder HCV-Koinfektion: Nur eine limitierte Anzahl von Patienten in Studie GS-01-934 war mit HBV (n = 13) oder HCV (n = 26) koinfiziert. Das Sicherheitsprofil von Efavirenz, Emtricitabin und Tenofovirdisoproxil bei diesen koinfizierten Patienten ähnelte dem von HIV-infizierten Patienten ohne Koinfektion. Wie jedoch bei dieser Patienten-Population zu erwarten, kamen erhöhte AST- und ALT-Werte häufiger vor als bei Patienten mit alleiniger HIV-Infektion.
Exazerbation der Hepatitis nach Absetzen der Behandlung: Bei HIV-infizierten Patienten mit HBV-Koinfektion können nach Absetzen der Behandlung klinische und laborchemische Hinweise von Exazerbationen der Hepatitis auftreten (siehe "Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen" ).
Hautausschlag unter Efavirenz: Bei den Exanthemen handelt es sich in der Regel um leichte bis mittelschwere makulopapulöse Exantheme, die innerhalb der ersten beiden Wochen der Therapie mit Efavirenz auftreten. Bei den meisten Patienten klingen diese Exantheme bei fortgesetzter Therapie mit Efavirenz innerhalb eines Monats ab. In klinischen Studien brachen 1,7% der mit Efavirenz behandelten Patienten die Therapie aufgrund des Exanthems ab. Die Behandlung mit Efavirenz kann bei Patienten, die wegen Auftreten eines Exanthems die Therapie mit Efavirenz abgesetzt hatten, wieder aufgenommen werden. Wird die Behandlung mit Efavirenz wieder aufgenommen, ist der Einsatz geeigneter Antihistaminika und/oder Kortikosteroide zu empfehlen.
Die Erfahrungen mit Efavirenz bei Patienten, die andere antiretrovirale Wirkstoffe der NNRTI-Klasse abgesetzt haben, sind limitiert. 19 Patienten, die Nevirapin aufgrund eines Exanthems abgesetzt hatten, wurden mit Efavirenz behandelt. Bei neun dieser Patienten trat während der Therapie mit Efavirenz ein leichtes bis mittelschweres Exanthem auf, zwei brachen die Therapie wegen eines Exanthems ab.
Generalisierte motorische Schwäche: Sehr selten wurde unter der Behandlung mit Nukleosid-Analoga eine generalisierte motorische Schwäche beobachtet, welche klinisch einem Krankheitsbild wie dem Guillain-Barré-Syndrom ähnelte. Eine solche motorische Schwäche kann mit und ohne Hyperlaktatämie einschliesslich respiratorischer Insuffizienz auftreten (siehe auch "Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen" ).
Osteonekrose: Fälle von Osteonekrose wurden insbesondere bei Patienten mit allgemein bekannten Risikofaktoren, fortgeschrittener HIV-Erkrankung oder Langzeitanwendung einer ART berichtet. Die Häufigkeit des Auftretens ist unbekannt (siehe "Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen" ).
Proximale renale Tubulopathie unter Tenofovirdisoproxil: Folgende unerwünschte Wirkungen, die in den oben erwähnten Organklassen aufgeführt sind, können als Folge einer proximalen renalen Tubulopathie auftreten: Rhabdomyolyse, Osteomalazie (manifestiert als Knochenschmerzen und selten Mitursache bei Frakturen), Hypokaliämie, Muskelschwäche, Myopathie und Hypophosphatämie. Liegt keine proximale renale Tubulopathie vor, wird kein kausaler Zusammenhang dieser Ereignisse mit der Therapie mit Tenofovirdisoproxil angenommen. In der Regel klang eine proximale renale Tubulopathie nach dem Absetzen von Tenofovirdisoproxil ab oder verbesserte sich. Allerdings verbesserte sich bei einigen Patienten trotz des Absetzens von Tenofovirdisoproxil die verringerte Kreatinin-Clearance nicht wieder vollständig. Bei Patienten mit einem Risiko für eine Nierenfunktionsstörung (beispielsweise Patienten mit schon bestehenden Risikofaktoren für eine Nierenfunktionsstörung, fortgeschrittener HIV-Erkrankung oder Patienten, die gleichzeitig nephrotoxische Arzneimittel erhalten) besteht ein erhöhtes Risiko, dass es bei ihnen trotz des Absetzens von Tenofovirdisoproxil zu einer unvollständigen Erholung der Nierenfunktion kommt (siehe "Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen" ).
Laktatazidose: Fälle von Laktatazidose wurden bei der Einnahme von Tenofovirdisoproxilfumarat allein oder in Kombination mit anderen antiretroviralen Arzneimitteln berichtet. Patienten mit prädisponierenden Faktoren wie einer dekompensierten Lebererkrankung oder Patienten, die Begleitmedikamente erhalten, von denen bekannt ist, dass sie eine Laktatazidose auslösen, haben ein erhöhtes Risiko, während der Tenofovirdisoproxilfumaratbehandlung eine schwere Laktatazidose zu bekommen, einschliesslich tödlicher Verläufe.
Laborwertabweichungen
Amylase unter Efavirenz: In klinischen Studien wurde bei 10% der mit Efavirenz und 6% der mit einer Kontrolltherapie behandelten Patienten ein asymptomatischer Anstieg des Amylasespiegels im Serum auf >1,5-mal ULN (= Obergrenze des Normbereichs) festgestellt. Die klinische Signifikanz des asymptomatischen Anstieges des Amylasespiegels im Serum ist unbekannt.
Interaktion mit dem Cannabinoid-Test: Efavirenz bindet nicht an Cannabinoid-Rezeptoren. Bei nicht-infizierten Probanden und HIV-infizierten Patienten, die Efavirenz erhielten, wurden basierend auf einigen Screening Assays falsch-positive Ergebnisse des Cannabinoid-Tests im Urin berichtet. In solchen Fällen werden Bestätigungtests durch spezifischere Methoden wie z.B. Gaschromatographie/Massenspektrometrie empfohlen.
Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von grosser Wichtigkeit. Sie ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels. Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdacht einer neuen oder schwerwiegenden Nebenwirkung über das Online-Portal ElViS (Electronic Vigilance System) anzuzeigen. Informationen dazu finden Sie unter www.swissmedic.ch.
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