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Fachinformation zu TUKYSA:Pfizer AG
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Interaktionen

Andere Interaktionen
Arzneimittel ohne klinisch relevante Interaktionen mit TUKYSA
Basierend auf Arzneimittelinteraktionsstudien mit TUKYSA wurden keine klinisch relevanten Interaktionen mit Arzneimitteln beobachtet, wenn TUKYSA zusammen mit Omeprazol (einem Protonenpumpenhemmer) oder Tolbutamid (einem empfindlichen CYP2C9-Substrat) angewendet wurde.
Wirkung von TUKYSA auf andere Arzneimittel
In den Tabellen 6 und 7 ist die Wirkung von TUKYSA auf andere Arzneimittel zusammengefasst.
Tabelle 6: Interaktionen von TUKYSA, die sich auf andere Arzneimittel auswirken

CYP3A-Substrate
Klinische Auswirkung  Bei gleichzeitiger Anwendung mit CYP3A-Substraten können die
                      Plasmakonzentrationen der CYP3A-Substrate ansteigen (siehe Tabelle 7).
                      Erhöhte Plasmakonzentrationen von CYP3A-Substraten können zu einem Anstieg
                      der Toxizität dieser CYP3A-Substrate führen.
Prävention oder       Die gleichzeitige Anwendung mit empfindlichen CYP3A-Substraten vermeiden.
Behandlung            Wenn die Anwendung empfindlicher CYP3A-Substrate unvermeidbar ist, kann eine
                      Dosisanpassung von CYP3A-Substraten mit engem therapeutischem Bereich
                      und/oder eine verstärkte Überwachung auf potenzielle in der jeweiligen
                      Fachinformation beschriebene Nebenwirkungen erwogen werden.
P-Glycoprotein(P-gp)
-Substrate
Klinische Auswirkung  Bei gleichzeitiger Anwendung mit P-gp-Substraten können die
                      Plasmakonzentrationen der P-gp-Substrate ansteigen. Die gleichzeitige
                      Anwendung mit Digoxin, einem P-gp-Substrat, führte zu einem Anstieg der
                      Digoxin-Konzentrationen (siehe Tabelle 7). Erhöhte Digoxin-Konzentrationen
                      können zu einem erhöhten Risiko für Nebenwirkungen einschliesslich
                      Kardiotoxizität führen.
Prävention oder       Bei Anwendung von P-gp-Substraten mit engem therapeutischem Bereich wie z.B.
Behandlung            Digoxin zusammen mit TUKYSA ist Vorsicht geboten. Empfehlungen für die
                      Dosisanpassung von empfindlichen P-gp-Substraten aufgrund von Interaktionen
                      entnehmen Sie bitte der entsprechenden Fachinformation.

 
Tabelle 7: Wirkung von TUKYSA auf andere Arzneimittel

Begleitmedikation        TUKYSA-Dosis          Verhältnis (90%-KI) der
(Dosis)                                        Expositionsparameter für
                                               Tucatinib-Kombination/ohne
                                               Kombination
Cmax                     AUC
Repaglinid (CYP2C8)      300 mg zweimal        1.69 (1.37; 2.10)                1.69 (1.51; 1.90)
(0.5 mg Einzeldosis)     täglich                                                
Midazolam (CYP3A) (2     3.01 (2.63; 3.45)     5.74 (5.05; 6.53)
mg Einzeldosis)                                
Digoxin (P-gp) (0.5 mg   2.35 (1.90; 2.90)     1.46 (1.29; 1.66)
Einzeldosis)                                   
Metformin (MATE1/2-K)a   1.08 (0.95; 1.23)     1.39 (1.25; 1.54)
(850 mg Einzeldosis)                           

 
a TUKYSA reduzierte die renale Clearance von Metformin ohne jegliche Auswirkung auf die GFR, gemessen mittels Iohexol-Clearance und Serum-Cystatin C.
Wirkung anderer Arzneimittel auf TUKYSA
In den Tabellen 8 und 9 sind die Interaktionen mit Auswirkung auf die Pharmakokinetik von TUKYSA zusammengefasst.
Tabelle 8: Interaktionen anderer Arzneimittel, die sich auf TUKYSA auswirken

Starke CYP3A- oder
moderate CYP2C8-Indu
ktoren
Klinische Auswirkung  Bei gleichzeitiger Anwendung mit einem starken CYP3A- oder moderaten
                      CYP2C8-Induktor nimmt die AUC von Tucatinib ab (siehe Tabelle 9), wodurch
                      sich die Wirksamkeit von Tucatinib vermindern kann.
Prävention oder       Die gleichzeitige Anwendung mit einem starken CYP3A- oder moderaten
Behandlung            CYP2C8-Induktor vermeiden.
Starke oder moderate
 CYP2C8-Inhibitoren
Klinische Auswirkung  Bei gleichzeitiger Anwendung mit einem starken CYP2C8-Inhibitor nimmt die AUC
                      von Tucatinib zu (siehe Tabelle 9), wodurch das Risiko einer
                      Tucatinib-Toxizität ansteigen kann.
Prävention oder       Die gleichzeitige Anwendung mit starken CYP2C8-Inhibitoren vermeiden. Falls
Behandlung            die gemeinsame Verabreichung mit einem starken CYP2C8-Inhibitior nicht
                      vermieden werden kann, soll die TUKYSA Anfangsdosis auf 100 mg oral zweimal
                      täglich reduziert werden (siehe Rubrik "Dosierung/Anwendung" ). Bei Anwendung
                      von moderaten CYP2C8-Inhibitoren die Überwachung auf TUKYSA-Toxizität erhöhen.

 
Tabelle 9: Wirkung anderer Arzneimittel auf TUKYSA

Begleitmedikation (Dosis)    TUKYSA-Dosis          Verhältnis (90%-KI) der
                                                   Expositionsparameter für
                                                   Tucatinib-Kombination/ohne
                                                   Kombination
Cmax                         AUC
CYP3A-Hemmung Itraconazol    300 mg Einzeldosis    1.32 (1.23; 1.42)            1.34 (1.26; 1.43)
(200 mg zweimal täglich)                                                        
CYP3A/2C8-Induktion          0.632 (0.531; 0.753)  0.520 (0.452; 0.597)
Rifampin (600 mg einmal                            
täglich)                                           
CYP2C8-Hemmung Gemfibrozil   1.62 (1.47; 1.79)     3.04 (2.66; 3.46)
(600 mg zweimal täglich)                           

 
In vitro Studien
Tucatinib ist ein Substrat von CYP2C8 und CYP3A.
Tucatinib ist ein reversibler Inhibitor von CYP2C8 und CYP3A und ein zeitabhängiger Inhibitor von CYP3A, bei klinisch relevanten Konzentrationen.
Tucatinib hat ein geringes Potenzial CYP1A2, CYP2B6, CYP2C9, CYP2C19, CYP2D6, und UGT1A1 bei klinisch relevanten Konzentrationen zu inhibieren.
Tucatinib ist ein Substrat von P-gp und BCRP. Tucatinib ist kein Substrat von OAT1, OAT3, OCT1, OCT2, OATP1B1, OATP1B3, MATE1, MATE2-K, und BSEP.
Tucatinib inhibiert den MATE1/MATE2-K-abhängigen Transport von Metformin und den OCT2/MATE1-abhängigen Transport von Kreatinin. Der beobachtete Anstieg von Serum-Kreatinin in klinischen Studien mit Tucatinib erfolgt aufgrund der Inhibition der tubulären Sekretion von Kreatinin via OCT2 und MATE1.

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