Unerwünschte WirkungenNachfolgend sind die unerwünschten Arzneimittelwirkungen, die im Rahmen einer gepoolten Analyse der Daten aus klinischen Studien der Phasen IIb und III und in der Post-Marketing-Phase festgestellt wurden, nach MedDRA-Systemorganklasse und Häufigkeit des Auftretens aufgeführt. Die Häufigkeiten sind wie folgt definiert: sehr häufig (≥1/10), häufig (≥1/100 und <1/10), gelegentlich (≥1/1000 und <1/100), selten (≥1/10'000 und <1/1000) und sehr selten (<1/10'000), einschliesslich Einzelfälle.
Tabelle 3: Unerwünschte Wirkungen
Störungen des Immunsystem Gelegentlich Überempfindlichkeit
s (siehe "Warnhinweise
und Vorsichtsmassnahme
n" )
Gelegentlich Immun-Reaktivierungs-Syndrom (siehe
"Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen" )
Stoffwechsel- undErnährun Häufig Gewichtszunahme*
gsstörungen
Psychiatrische Störungen Häufig Schaflosigkeit
Häufig abnormes Träumen
Häufig Depression
Häufig Angst
Gelegentlich Suizidgedanken*, Suizidversuch** (im
Speziellen bei Patienten mit einer Depression
oder psychiatrischen Erkrankungen in der
Vorgeschichte)
Störungen des Nervensyste Sehr häufig Kopfschmerzen (12%)
ms
Häufig Schwindel
Erkrankungen des Blutes Sehr selten Sideroblastische
und des Lymphsystems Anämie*, **
Gastrointestinale Sehr häufig Durchfall (16%)
Störungen
Sehr häufig Übelkeit (12%)
Häufig Erbrechen
Häufig Flatulenz
Häufig Schmerzen im Oberbauch
Häufig Bauchschmerzen
Häufig Abdominale Beschwerden
Funktionsstörungen der Gelegentlich Hepatitis
Leber und der Galle
Selten Akutes Leberversagen mit Lebertransplantation
bis hin zu Todesfällen* (siehe Warnhinweise
und Vorsichtsmassnahmen)***
Funktionsstörungen des Gelegentlich Arthralgie*
Bewegungsapparates, des
Bindegewebes und der
Knochen
Gelegentlich Myalgie*
Funktionsstörungen der Häufig Hautausschlag
Haut
Häufig Juckreiz
Allgemeine Störungen und Häufig Abgeschlagenheit
Reaktionen an der
Applikationsstelle
* Post-Marketing-Erfahrung
** Reversible sideroblastische Anämie wurde unter Dolutegravir-haltigen Therapien berichtet. Die Rolle von Dolutegravir in diesen Fällen ist unklar.
*** Akutes Leberversagen wurde unter einem Dolutegravir-enthaltenden Regime berichtet.
Der Beitrag von Dolutegravir in diesen Fällen ist unklar.
Das Sicherheitsprofil war über die Gruppen der Therapie-naiven, der vorbehandelten (und Integrase-Inhibitor-naiven) Patienten und der Patienten mit Integrase-Inhibitor-resistenten HIV-1 hinweg ähnlich.
Laborwert-Veränderungen
In der ersten Behandlungswoche mit Tivicay wurden erhöhte Serum-Creatininwerte beobachtet, die bis Woche 48 unverändert blieben. Bei Therapie-naiven Patienten wurde nach 48 Behandlungswochen eine mittlere Änderung von 9,96 µmol/l (Bereich: -53 µmol/l bis 54,8 µmol/l) gegenüber dem Ausgangswert festgestellt. Die Creatinin-Anstiege waren vergleichbar für die verwendeten NRTI Backbones und fielen bei vorbehandelten Patienten ähnlich aus. Diese Änderungen werden als klinisch nicht relevant erachtet, da sie nicht auf eine Änderung der glomerulären Filtrationsrate zurückgehen (siehe "Eigenschaften/Wirkungen - Auswirkungen auf die Nierenfunktion" ).
Anstiege des Gesamtbilirubins (ohne klinische Manifestationen eines Ikterus) wurden im Studienprogramm in den Behandlungsarmen mit Dolutegravir und Raltegravir (jedoch nicht im Behandlungsarm mit Efavirenz) beobachtet. Diese Veränderungen werden als klinisch nicht relevant eingestuft und sind wahrscheinlich darauf zurückzuführen, dass Dolutegravir und nichtkonjugiertes Bilirubin um einen gemeinsamen Abbauweg (UGT1A1) konkurrieren (siehe "Pharmakokinetik – Metabolismus" ).
Von asymptomatischen Erhöhungen der Creatinphosphokinase-(CPK-)Werte unter einer Tivicay-Behandlung, hauptsächlich im Zusammenhang mit körperlicher Belastung, wurde berichtet.
Metabolische Parameter
Während einer antiretroviralen Therapie können Gewichtszunahme und ein Anstieg der Blutlipide und Blutglucosewerte auftreten.
Koinfektion mit Hepatitis-B- oder Hepatitis-C-Virus
In die Phase-III-Studien konnten auch Patienten mit Hepatitis-B- und/oder Hepatitis-C-Koinfektion eingeschlossen werden, sofern die Ausgangswerte der Leberfunktionstests nicht über dem Fünffachen der oberen Normbereichsgrenze (ULN) lagen. Insgesamt war das Sicherheitsprofil bei Patienten mit Hepatitis-B- und/oder Hepatitis-C-Koinfektion vergleichbar mit jenem bei Patienten ohne Hepatitis-B- oder C-Koinfektion, obwohl in der Untergruppe mit Hepatitis-B- und/oder Hepatitis-C-Koinfektion in allen Behandlungsarmen die Rate von abnormalen AST- und ALT-Werten höher war. Erhöhte, auf ein Immun-Reaktivierungs-Syndrom hindeutende Leberfunktionswerte wurden bei manchen Teilnehmern mit Hepatitis-B- und/oder Hepatitis-C-Koinfektion zu Beginn der Tivicay-Behandlung beobachtet, insbesondere in Fällen, in denen die Anti-Hepatitis-B-Therapie abgebrochen wurde (siehe "Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen" ).
Zur Behandlung mit dem 2-Arzneistoff-Regime Dolutegravir 50 mg plus Lamivudin 300 mg einmal täglich von Patienten mit Hepatitis-B-Koinfektion liegen keine Daten vor.
Pädiatrische Patienten
In den laufenden Studien P1093 (ING112578) und ODYSSEY (201296) bei Kindern und Jugendlichen (im Alter von mindestens 4 Wochen bis weniger als 18 Jahren, mit einem Gewicht von mindestens 3 kg) erhielten 258 Teilnehmer mindestens eine Dosis Dolutegravir. Bis Woche 24 wurden bei mindestens 2 Teilnehmern arzneimittelbedingte Ereignisse berichtet, die für Erwachsene nicht aufgeführt sind, darunter
eine Abnahme der Neutrophilenzahl (n=9),
eine Abnahme des Hämoglobins (n=6),
eine Abnahme des Blutbikarbonats (n=4),
eine Proteinurie (n=3),
eine Abnahme des Natriums im Blut (n=3) und
ein Anstieg des alkalischen Phosphats im Blut (n=2).
Bei all diesen Ereignissen handelte es sich um nicht schwerwiegende UAWs der Grade 1 oder 2. Mit Ausnahme des entzündlichen Immunrekonstitutionssyndroms wurden bis zur 24. Woche keine weiteren arzneimittelbedingten UAWs der Grade 3 oder 4 gemeldet.
Von den Teilnehmern, die mindestens eine Dosis Dolutegravir erhielten, erhielten insgesamt 172 Teilnehmer die empfohlenen Dosen von Dolutegravir Filmtabletten oder Tabletten zur Herstellung einer Suspension zum Einnehmen (123 für ≥24 Wochen).
Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von grosser Wichtigkeit. Sie ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels. Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdacht einer neuen oder schwerwiegenden Nebenwirkung über das Online-Portal ElViS (Electronic Vigilance System) anzuzeigen. Informationen dazu finden Sie unter www.swissmedic.ch.
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