InteraktionenInteraktionsstudien wurden nur bei Erwachsenen durchgeführt. Finerenon wird fast ausschliesslich durch Cytochrom-P450- (CYP-)vermittelte oxidative Verstoffwechslung (hauptsächlich durch CYP3A4 [90 %] und zu einem geringen Anteil durch CYP2C8 [10 %]) eliminiert.
Wirkung anderer Arzneimittel auf Kerendia
Enzyminhibitoren
Starke CYP3A4-Inhibitoren
Die gleichzeitige Anwendung von Kerendia mit Itraconazol, Clarithromycin und anderen starken CYP3A4-Inhibitoren (z.B. Ketoconazol, Ritonavir, Nelfinavir (in der Schweiz nicht zugelassen), Cobicistat, Telithromycin (in der Schweiz nicht zugelassen) oder Nefazodon (in der Schweiz nicht zugelassen) ist kontraindiziert, da ein deutlicher Anstieg der Finerenon-Exposition zu erwarten ist (siehe Rubrik "Kontraindikationen" ). Simulationen zeigen, dass die gleichzeitige Anwendung von Kerendia mit Itraconazol (200 mg zweimal täglich) die Finerenon-Exposition erhöht (geometrisches mittleres Verhältnis (GMR) und 90% Populationsintervall für AUC und Cmax: 6.31 [3.36-11.41] und 2.37 [1.76-3.31]). Clarithromycin (500 mg zweimal täglich) führt ebenfalls zum erwartungsgemässen Anstieg der Finerenon-Exposition (GMR und 90% Populationsintervall für AUC und Cmax: 5.28 [2.88-10.48] und 2.25 [1.76-2.98]).
Mässige CYP3A4-Inhibitoren
Die gleichzeitige Anwendung von Erythromycin (500 mg dreimal täglich), eines mässigen CYP3A4-Inhibitors, erhöhte die mittlere Finerenon-Exposition (GMR und 90% Konfidenzintervall für AUC und Cmax: 3.48 [3.02-4.02] und 1.88 [1.63-2.17]). Ein anderer mässiger CYP3A4-Inhibitor, Verapamil (240 mg-Tablette mit verzögerter Wirkstoffabgabe einmal täglich), erhöhte die mittlere Finerenon-Exposition (GMR und 90% Konfidenzintervall für AUC und Cmax: 2.70 [2.43-3.01] und 2.22 [1.88-2.62]). Da das Serumkalium damit ansteigen kann, muss der Serumkaliumspiegel überwacht werden (siehe Rubriken "Dosierung/Anwendung" und "Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen" ).
Schwache CYP3A4-Inhibitoren
Simulationen deuten darauf hin, dass Fluvoxamin (100 mg zweimal täglich), ein schwacher CYP3A4-Inhibitor, die Finerenon-Exposition erhöht (GMR und 90% Populationsintervall für AUC und Cmax: 1.57 [1.25-2.08] und 1.38 [1.18-1.64]). Da das Serumkalium damit ansteigen kann, muss der Serumkaliumspiegel überwacht werden (siehe Rubriken "Dosierung/Anwendung" und "Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen" ).
Grapefruit
Die gleichzeitige Aufnahme von Grapefruit oder Grapefruitsaft erhöht wahrscheinlich die Plasmakonzentration von Finerenon und sollte vermieden werden (siehe Rubriken "Dosierung/Anwendung" und "Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen" ).
Enzyminduktoren
Die gleichzeitige Anwendung von Kerendia mit Rifampicin und anderen starken CYP3A4-Induktoren (z.B. Carbamazepin, Phenytoin, Phenobarbital, Johanniskraut) oder mit Efavirenz und anderen mässigen CYP3A4-Induktoren wird nicht empfohlen. Diese CYP3A4-Induktoren verringern die Plasmakonzentrationen von Finerenon deutlich und führen zu reduzierter therapeutischer Wirkung (siehe Rubrik "Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen" ).
Simulationen deuten darauf hin, dass Rifampicin (600 mg einmal täglich), ein starker CYP3A4-Induktor, die Finerenon-Exposition verringert (GMR und 90% Populationsintervall für AUC und Cmax: 0.07 [0.05-0.11] und 0.14 [0.11-0.21]). Efavirenz (600 mg einmal täglich), ein mässiger CYP3A4-Induktor, verringert die Finerenon-Exposition (GMR und 90% Populationsintervall für AUC und Cmax: 0.19 [0.14-0.27] und 0.32 [0.23-0.43]).
Pharmakodynamische Interaktionen
Arzneimittel, die das Serumkalium erhöhen
Es ist zu erwarten, dass Arzneimittel, die das Serumkalium erhöhen, bei gleichzeitiger Anwendung mit Kerendia das Risiko für eine Hyperkaliämie erhöhen.
Die gleichzeitige Anwendung von Kerendia mit folgenden Arzneimitteln sollte vermieden werden:
kaliumsparende Diuretika (z.B. Amilorid, Triamteren (in der Schweiz nicht zugelassen))
andere Mineralokortikoid-Rezeptor-Antagonisten (MRA) (z.B. Eplerenon, Spironolacton, Esaxerenon (in der Schweiz nicht zugelassen), Canrenon (in der Schweiz nicht zugelassen))
Kerendia sollte bei gleichzeitiger Anwendung mit folgenden Arzneimitteln mit Vorsicht angewendet und der Serumkaliumspiegel muss während der Behandlung überwacht werden:
-Kaliumsupplemente
-Trimethoprim oder Trimethoprim-Sulfamethoxazol. Eine vorübergehende Unterbrechung der Behandlung mit Kerendia kann erforderlich sein (siehe Rubrik "Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen" ).
Wirkung von Kerendia auf andere Arzneimittel
CYP3A4 Hemmung
Bei einer Dosis von 40 mg einmal täglich ist Finerenon ein schwacher Inhibitor des CYP3A4-Enzyms in vivo. Nach Mehrfachgabe von 40 mg Finerenon einmal täglich erhöhte sich die mittlere Exposition des CYP3A4-Substrats Midazolam bei gemeinsamer Applikation (GMR und 90% Konfidenzintervall für AUC und Cmax: 1.31 [1.23-1.40] und 1.15 [1.08-1.22]). Bei gleichzeitiger Anwendung von Finerenon 40 mg einmal täglich sollte die potenziell erhöhte Exposition von CYP3A4-Substraten mit engem therapeutischem Fenster (z.B. Tacrolimus, Ciclosporin) berücksichtigt werden. Ein Mehrdosisschema von 20 mg Finerenon einmal täglich hatte keine Auswirkung auf die AUC des CYP3A4-Substrats Midazolam. In dieser Dosierung bewirkt Finerenon weder eine Hemmung noch eine Induktion von CYP3A4.
CYP2C8 Hemmung
Bei einer Dosis von 40 mg einmal täglich ist Finerenon ein schwacher Inhibitor des CYP2C8-Enzyms in vivo. Nach Mehrfachgabe von 40 mg Finerenon einmal täglich erhöhte sich die mittlere Exposition des CYP2C8-Substrats Repaglinid bei gemeinsamer Applikation (GMR und 90% Konfidenzintervall für AUC und Cmax: 1.59 [1.50-1.69] und 1.30 [1.20-1.41]). Bei gleichzeitiger Anwendung von Finerenon 40 mg einmal täglich sollte die potenziell erhöhte Exposition von CYP2C8-Substraten mit engem therapeutischem Fenster (z.B. Paclitaxel) berücksichtigt werden. Eine Einzeldosis von 20 mg Finerenon hatte keine Auswirkung auf die AUC und Cmax des CYP2C8-Substrats Repaglinid. Finerenon hemmt CYP2C8 in dieser Dosierung nicht.
Andere Interaktionen
Es wurde keine gegenseitige pharmakokinetische Wechselwirkung zwischen Finerenon und dem CYP2C9-Substrat Warfarin nachgewiesen. Bei einer Dosis von 20 mg hatte Finerenon in vivo keinen klinisch relevanten Effekt auf die Plasma Konzentration des P-gp Substrats Digoxin, was auch bei einer 40 mg Dosierung erwartet wird.
Mehrfachdosen von 40 mg Finerenon einmal täglich hatten keine klinisch relevante Auswirkung auf die AUC oder Cmax des BCRP- und OATP-Substrats Rosuvastatin.
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