Dosierung/AnwendungDie Behandlung mit Zejula muss durch einen in der Anwendung antineoplastischer Medikamente erfahrenen Arzt eingeleitet und überwacht werden.
Dosierung
First line-Erhaltungstherapie bei Ovarialkarzinom
Vor Beginn der Behandlung mit Zejula muss bestätigt sein, dass bei der Patientin entweder eine BRCA-Mutation oder eine andere HRD mit genomischer Instabilität vorliegt. Der Nachweis einer HRD mit genomischer Instabilität muss mit einer validierten Testmethode erfolgen (siehe "Eigenschaften/Wirkungen" ).
Die Anfangsdosis von Zejula beträgt zwei Tabletten zu 100 mg einmal täglich, entsprechend einer täglichen Gesamtdosis von 200 mg.
Für Patientinnen mit einem Gewicht ≥77 kg und einer normalen Thrombozytenzahl (≥150'000/μl) beträgt die Anfangsdosis drei Tabletten zu 100 mg einmal täglich, entsprechend einer täglichen Gesamtdosis von 300 mg.
Die Patientinnen sind aufzufordern, die Tabletten jeden Tag ungefähr zur gleichen Zeit einzunehmen.
Erhaltungstherapie bei rezidivierendem Ovarialkarzinom mit Keimbahn-BRCA-Mutation
Vor Beginn der Behandlung mit Zejula erfolgt die Selektion der Patientinnen für die Erhaltungstherapie bei rezidivierendem Ovarialkarzinom basierend auf der Präsenz einer pathogenen oder vermutlich pathogenen Keimbahn-BRCA-Mutation.
Die Anfangsdosis von Zejula beträgt zwei Tabletten zu 100 mg einmal täglich, entsprechend einer täglichen Gesamtdosis von 200 mg.
Für Patientinnen mit einem Gewicht ≥77 kg und einer normalen Thrombozytenzahl (≥150'000/μl) beträgt die Anfangsdosis drei Tabletten zu 100 mg einmal täglich, entsprechend einer täglichen Gesamtdosis von 300 mg.
Die Patientinnen sind aufzufordern, die Tabletten jeden Tag ungefähr zur gleichen Zeit einzunehmen.
Behandlungsdauer
First line-Erhaltungstherapie bei Ovarialkarzinom
Es wird empfohlen, die Behandlung 36 Monate fortzusetzen, ausser es kommt vorher zu einer Krankheitsprogression oder zum Auftreten unerwünschter Wirkungen, die nicht unter Kontrolle gebracht werden können.
Erhaltungstherapie bei rezidivierendem Ovarialkarzinom mit Keimbahn-BRCA-Mutation
Die Behandlung mit Zejula ist bis zur Krankheitsprogression oder zum Auftreten von unerwünschten Wirkungen, die nicht unter Kontrolle gebracht werden können, fortzusetzen.
Vergessen einer Dosis
Wenn die Patientin die Einnahme einer Dosis von Zejula vergisst, soll sie die nächste Dosis zu der normalerweise vorgesehenen Zeit einnehmen.
Dosisanpassung bei unerwünschten Arzneimittelwirkungen
Die empfohlenen Dosisanpassungen bei unerwünschten Wirkungen sind in den Tabellen 1, 2 und 3 aufgeführt.
Im Allgemeinen wird empfohlen, die Behandlung zunächst zu unterbrechen (aber nicht mehr als 28 aufeinanderfolgende Tage), damit sich die Patientin von der unerwünschten Wirkung erholen und dann dieselbe Dosierung wieder aufnehmen kann. Falls die unerwünschte Wirkung erneut auftritt, wird eine Unterbrechung der Behandlung und ihre spätere Wiederaufnahme mit der nächstniedrigeren Dosis empfohlen. Falls die unerwünschten Wirkungen länger als 28 Tage nach Unterbrechung der Behandlung anhalten, wird der endgültige Abbruch der Behandlung mit Zejula empfohlen. Wenn die unerwünschten Wirkungen mit dieser Strategie der Dosisunterbrechung und -reduktion nicht unter Kontrolle gebracht werden können, wird der definitive Behandlungsabbruch von Zejula empfohlen.
Tabelle 1: Empfohlene Dosisanpassungen bei
unerwünschten Wirkungen
Anfangsdosis 200 mg/Tag (zwei 300 mg/Tag (drei
Tabletten zu 100 mg) Tabletten zu 100 mg)
Erste Dosisreduktion 100 mg/Tag* (eine 200 mg/Tag (zwei
Tablette zu 100 mg) Tabletten zu 100 mg)
Zweite Dosisreduktion Abbruch der Behandlung 100 mg/Tag* (eine
Tablette zu 100 mg)
* Wird eine erneute Dosisreduktion auf weniger als 100 mg/Tag erforderlich, ist die Behandlung mit Zejula abzubrechen.
Tabelle 2: Dosisanpassungen bei
nicht-hämatologischen unerwünschten
Wirkungen
Behandlungsbedingte nicht-hämatologisc Erstmaliges Vorkommen: -Zejula während maximal 28 Tagen
he unerwünschte Wirkung des oder bis zum Verschwinden der unerwünschten Wirkung
Schweregrads ≥3 nach CTCAE*, für die unterbrechen. -Zejula mit reduzierter Dosis gemäss Tabelle
eine Prophylaxea als nicht möglich 1 wieder einnehmen. Für die Dosis 300 mg sind bis zu zwei
gilt, oder unerwünschte Wirkung, die Dosisreduktionen erlaubt; für die Dosis 200 mg ist eine
trotz Behandlung weiterbesteht. einzige Dosisreduktion zulässig.
Behandlungsbedingte unerwünschte Behandlung abbrechen.
Wirkung des Schweregrads ≥3 nach
CTCAE während mehr als 28 Tagen,
solange die Patientin Zejula 100
mg/Tag nimmt.
*CTCAE = Gemeinsame Terminologie-Kriterien für unerwünschte Ereignisse ( "Common Terminology Criteria for Adverse Events" )
a Zur Prophylaxe gehören u.a. Medikamente zur Vorbeugung von Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Verstopfung, Kopfschmerzen, Rückenschmerzen, Myalgie, Arthralgie, Schlaflosigkeit, Appetitlosigkeit oder Mundtrockenheit.
Tabelle 3: Dosisanpassungen bei
hämatologischen unerwünschten Wirkungen
Während der Behandlung mit Zejula wurden
unerwünschte hämatologische Wirkungen
insbesondere zu Beginn der Behandlung
beobachtet. Es wird daher empfohlen, das
Blutbild im ersten Behandlungsmonat
wöchentlich zu kontrollieren und die Dosis
bei Bedarf individuell anzupassen. Nach dem
ersten Monat wird die Kontrolle des Blutbilds
einmal pro Monat und danach in regelmässigen
Abständen empfohlen (siehe "Warnhinweise und
Vorsichtsmassnahmen" ).
Unerwünschte hämatologische Wirkung, die eine -Für Patientinnen mit einer Thrombozytenzahl
Transfusion oder Unterstützung durch einen ≤10'000/μl ist eine Plättchentransfusion zu
hämatopoetischen Wachstumsfaktor erforderlich erwägen. Beim Vorliegen weiterer Risikofaktoren
macht. für Blutungen wie die gleichzeitige Gabe von
Antikoagulanzien oder Plättchenaggregationshemmern
ist eine Unterbrechung dieser Medikamente und/oder
eine Transfusion schon bei höherer
Thrombozytenzahl zu erwägen. -Zejula mit einer
reduzierten Dosis wieder einnehmen (siehe Tabelle
1).
Thrombozytenzahl < 100'000/μl Erstmaliges Vorkommen: -Zejula während maximal 28
Tagen unterbrechen und das Blutbild einmal pro
Woche kontrollieren, bis die Thrombozytenzahl
wieder auf ≥100'000/μl angestiegen ist. -Je nach
klinischer Beurteilung ist Zejula mit derselben
oder mit einer reduzierten Dosis wieder
einzunehmen gemäss Tabelle 1. -Wenn die
Thrombozytenzahl zu irgendeinem Zeitpunkt <
75'000/μl beträgt, ist die Behandlung mit
reduzierter Dosis wieder aufzunehmen gemäss
Tabelle 1.
Zweites Vorkommen: -Zejula während maximal 28
Tagen unterbrechen und das Blutbild einmal
pro Woche kontrollieren, bis die
Thrombozytenzahl wieder auf ≥100'000/μl
angestiegen ist. -Zejula mit reduzierter
Dosis wieder einnehmen gemäss Tabelle 1.
-Zejula absetzen, wenn die Thrombozytenzahl
innerhalb von 28 Tagen nach Unterbrechung der
Einnahme nicht auf ein akzeptables Niveau
zurückkehrt oder wenn die Patientin die Dosis
bereits auf 100 mg täglich reduziert hatte.
Neutrophile < 1'000/μl oder Hämoglobin < 8 -Zejula während maximal 28 Tagen unterbrechen und
g/dl das Blutbild einmal pro Woche kontrollieren, bis
die Neutrophilenzahl wieder auf ≥1'500/μl oder das
Hämoglobin wieder auf ≥9 g/dl angestiegen ist.
-Zejula mit einer reduzierten Dosis wieder
einnehmen gemäss Tabelle 1. -Zejula absetzen, wenn
die Neutrophilenzahl und/oder das Hämoglobin
innerhalb von 28 Tagen nach Unterbrechung der
Einnahme nicht auf ein akzeptables Niveau
zurückgekehrt ist oder wenn die Patientin die
Dosis bereits auf 100 mg täglich reduziert hatte.
Bestätigte Diagnose eines myelodysplastischen -Zejula definitiv absetzen
Syndroms (MDS) oder einer akuten
myeloblastischen Leukämie (AML)
Spezielle Dosierungsanweisungen
Ältere Patientinnen
Für ältere Patientinnen (≥65 Jahre) ist keinerlei Dosisanpassung erforderlich. Für Patientinnen > 75 Jahre liegen begrenzte klinische Daten vor.
Niereninsuffizienz
Für Patientinnen mit leichter oder mässiger Niereninsuffizienz ist keine Dosisanpassung erforderlich. Die Sicherheit von Zejula bei Patientinnen mit schwerer Niereninsuffizienz oder mit Nephropathie in der terminalen Phase unter Behandlung mit Hämodialyse ist nicht bekannt.
Leberinsuffizienz
Bei Patientinnen mit leichter Leberinsuffizienz ist keine Dosisanpassung erforderlich.
Bei Patientinnen mit mässig schwerer Leberinsuffizienz beträgt die empfohlene Anfangsdosis von Zejula unabhängig vom Körpergewicht und der Thrombozytenzahl einmal täglich 200 mg (s. "Pharmakokinetik" ).
Bei Patientinnen mit schwerer Leberinsuffizienz ist die Sicherheit von Zejula nicht bekannt.
Patientinnen mit einem ECOG-Leistungsstatus 2 bis 4 (ECOG = Eastern Cooperative Oncology Group)
Es gibt keine klinische Studie für Patientinnen mit einem ECOG-Leistungsstatus 2 bis 4.
Kinder und Jugendliche
Die Sicherheit und Wirksamkeit von Zejula bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren sind noch nicht belegt. Es liegen keine Daten vor (siehe "Pharmakokinetik" ).
Anwendungsweise
Zejula wird per os genommen. Zejula kann ohne Berücksichtigung der Mahlzeiten geschluckt werden.
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