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Fachinformation zu IFINWIL:Norgine AG
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Dosierung/Anwendung

Die Behandlung sollte von einem Arzt eingeleitet und beaufsichtigt werden, der Erfahrung mit onkologischen Behandlungen hat.
Vor der Behandlung mit Ifinwil sollten ein grosses Blutbild, Leberfunktionstests und ein Eingangs-Hörtest durchgeführt werden (siehe "Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen" ).
Die individuelle Dosis wird auf der Grundlage der Körperoberfläche (KOF) gemäss Tabelle 1 festgelegt:
Tabelle 1 Ifinwil Dosierungsempfehlung

Körperoberfläche (m2)  Dosierung
> 1,5                  768 mg (4 Tabletten) oral zweimal täglich
0,75 bis 1,5           576 mg (3 Tabletten) oral zweimal täglich
0,5 bis < 0,75         384 mg (2 Tabletten) oral zweimal täglich
0,25 bis < 0,5         192 mg (1 Tablette) oral zweimal täglich

 
Therapiedauer
Es wird empfohlen, die Behandlung 2 Jahre lang oder bis zum Wiederauftreten der Erkrankung oder dem Auftreten einer inakzeptablen Toxizität fortzusetzen. Eine Dosisanpassung aufgrund von Veränderungen der Körperoberfläche, insbesondere bei jüngeren im Wachstum befindlichen Kindern, sollte alle drei Monate nach Einleitung der Behandlung vorgenommen werden, sofern dies für die Behandlungsdauer erforderlich ist.
Dosisanpassung aufgrund unerwünschter Wirkungen Interaktionen
Bei unerwünschten Wirkungen befolgen Sie die empfohlenen Dosisanpassungen für das Toxizitätsmanagement wie unten angegeben (Tabelle 2).
Wie in Tabelle 2 dargestellt, kann je nach Einschätzung des Arztes hinsichtlich des Schweregrades der unerwünschten Arzneimittelreaktionen von Eflornithin bei Patienten eine tablettenweise Reduktion der Dosis oder eine vorübergehende Unterbrechung der Behandlung vorgenommen werden, bis das Ereignis abgeklungen ist und das ursprüngliche Dosierungsschema wieder aufgenommen werden kann. Eine weitere Dosisreduzierung kann erfolgen, bis die Einnahme einer einzigen Tablette täglich erreicht ist, wobei die Therapie bei anhaltenden schweren unerwünschten Wirkungen abgebrochen werden kann (siehe "Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen" ). Brechen Sie die Gabe von Ifinwil ab, wenn der Patient die Minimaldosis von 192 mg einmal täglich nicht verträgt.
Die empfohlenen Dosisreduktionen für Patienten mit Nebenwirkungen (siehe "Unerwünschte Wirkungen" ) sind in Tabelle 2 dargestellt.
Tabelle 2 Empfohlene Dosisreduzierungen bei Nebenwirkungen

Aktuelle Dosierung                         Reduzierte Dosierung
768 mg (4 Tabletten) oral zweimal täglich  576 mg (3 Tabletten) oral zweimal täglich
576 mg (3 Tabletten) oral zweimal täglich  384 mg (2 Tabletten) oral zweimal täglich
384 mg (2 Tabletten) oral zweimal täglich  192 mg (1 Tablette) oral zweimal täglich
192 mg (1 Tablette) oral zweimal täglich   192 mg (1 Tablette) oral einmal täglich

 
Die empfohlenen Dosisanpassungen für Ifinwil für die Behandlung von unerwünschten Wirkungen (siehe "Unerwünschte Wirkungen" ) sind in Tabelle 3 aufgeführt und sollten in Verbindung mit den Empfehlungen in Tabelle 2 verwendet werden.
Tabelle 3 Empfohlene Dosisanpassungen bei schweren Nebenwirkungen (Grad 3 und höher)

Unerwünschte Wirkung  Schweregrad*                      Dosisanpassung
 des Arzneimittels                                      
Anomalien im Blutbil
d ( "Warnhinweise
und Vorsichtsmassnah
men" )
Verminderte Neutroph  < 500/mm3                         Pausieren von Ifinwil bis zum Erreichen von
ilenanzahl                                              ≥500/mm3. -bei Erholung innerhalb von 7
                                                        Tagen Fortsetzung der Ifinwil-Gabe in der
                                                        gleichen Dosierung -bei Erholung später als
                                                        nach 7 Tagen, Fortsetzung der Ifinwil-Gabe
                                                        mit der nächstniedrigeren Dosierung Wenn
                                                        innerhalb von 14 Tagen keine Erholung
                                                        eintritt, dann dauerhaftes Absetzen von
                                                        Ifinwil.
Verminderte Thromboz  < 25.000/mm3                      Pausieren von Ifinwil bis zum Erreichen von
ytenanzahl                                              ≥25.000/mm3. -bei Erholung innerhalb von 7
                                                        Tagen Fortsetzung der Ifinwil-Gabe in der
                                                        gleichen Dosierung -bei Erholung nach 7 bis
                                                        14 Tagen Fortsetzung der Ifinwil-Gabe mit
                                                        der nächstniedrigeren Dosierung Wenn
                                                        innerhalb von 14 Tagen keine Erholung
                                                        eintritt, dann dauerhaftes Absetzen von
                                                        Ifinwil.
Anämie                HB < 8 g/dl                       Pausieren von Ifinwil bis zum Erreichen von
                                                        ≥8 g/dl. -Fortsetzung der Ifinwil-Gabe in
                                                        der gleichen Dosierung Wenn erneut eine
                                                        Anämie auftritt (< 8 g/dl) -Pausieren von
                                                        Ifinwil bis zum Erreichen von ≥8 g/dl.
                                                        -Fortsetzung der Ifinwil-Gabe mit der
                                                        nächstniedrigeren Dosierung
Erhöhte Leberenzyme
(siehe "Warnhinweise
 und Vorsichtsmassna
hmen" )
Aspartataminotransfe  AST oder ALT ≥10 × ULN            Pausieren von Ifinwil bis zum Erreichen von
rase erhöht oder                                        <10 × ULN (Obergrenze des Normalbereichs).
Alaninaminotransfera                                    -bei Erholung innerhalb von 7 Tagen
se erhöht                                               Fortsetzung der Ifinwil-Gabe in der
                                                        gleichen Dosierung -bei Erholung später als
                                                        nach 7 Tagen, Fortsetzung der Ifinwil-Gabe
                                                        mit der nächstniedrigeren Dosierung Wenn
                                                        innerhalb von 14 Tagen keine Erholung
                                                        eintritt, dann dauerhaftes Absetzen von
                                                        Ifinwil.
Gehörverlust (siehe
"Warnhinweise und
Vorsichtsmassnahmen"
 )
Gehörverlust          Klinisch bedenklicher neuer       Fortsetzung der Ifinwil-Gabe und
                      oder sich verschlimmernder        Wiederholung des Audiogramms nach 3 Wochen.
                      Gehörverlust im Vergleich zum     -bei Verbesserung Fortsetzung der
                      Eingangs-Audiogramm vor der       Ifinwil-Gabe in gleicher Dosierung -wenn
                      Ifinwil-Behandlung                die klinisch bedenklichen Veränderungen
                                                        weiterhin bestehen, Ifinwil für bis zu 30
                                                        Tage pausieren und erneutes Audiogramm
                                                        durchführen Bei gleichem oder besserem
                                                        Ergebnis Fortsetzung der Ifinwil-Gabe mit
                                                        niedrigerer Dosierung
Andere Nebenwirkunge
n (siehe "Unerwünsch
te Wirkungen" )
Übelkeit              Bei unzureichender oraler         Wenn die Symptome auf unterstützende
                      Kalorien- oder Flüssigkeitsaufna  Behandlung ansprechen (z.B. Antiemetika,
                      hme; Sondenernährung, TPN oder    Antidiarrhoika), Fortsetzung der
                      wenn ein Krankenhausaufenthalt    Ifinwil-Gabe in der gleichen Dosierung.
                      angezeigt ist                     Wenn die Symptome nicht auf Behandlung
                                                        ansprechen: -Pausieren von Ifinwil bis zum
                                                        Erreichen von ≤ Grad 2 -Fortsetzung der
                                                        Ifinwil-Gabe mit der nächstniedrigeren
                                                        Dosierung
Erbrechen             Falls Sondenernährung, TPN oder   Wenn die Symptome auf eine unterstützende
                      ein Krankenhausaufenthalt         Behandlung (z.B. Antiemetikum) ansprechen,
                      angezeigt ist                     setzen Sie die Behandlung mit Ifinwil in
                                                        der gleichen Dosis fort. Wenn die Symptome
                                                        nicht auf die Behandlung ansprechen, Setzen
                                                        Sie Ifinwil bis zur Genesung bis zu ≤ Grad
                                                        2 aus. Setzen Sie Ifinwil mit der nächsten
                                                        reduzierten Dosisstufe fort.
Diarrhoe              Zunahme von ≥7 Stuhlgängen pro    Wenn die Symptome auf eine unterstützende
                      Tag gegenüber dem Ausgangswert;   Behandlung ansprechen (z.B. gegen
                      Krankenhausaufenthalt             Durchfall), setzen Sie die Behandlung mit
                      angezeigt; starke Zunahme des     Ifinwil in der gleichen Dosis fort. Wenn
                      Stomaausstosses im Vergleich      die Symptome nicht auf die Behandlung
                      zum Ausgangswert; Einschränkung   ansprechen, Setzen Sie Ifinwil bis zur
                      der Selbstpflege bei              Genesung bis zu ≤ Grad 2 aus. Setzen Sie
                      Aktivitäten des täglichen         Ifinwil mit der nächsten reduzierten Dosis
                      Lebens (ADL)                      fort.
Andere Nebenwirkunge  Bei medizinisch bedeutsamen,      Pausieren von Ifinwil bis zum Erreichen von
n                     aber nicht unmittelbar            ≤ Grad 2 -Fortsetzung der Ifinwil-Gabe mit
                      lebensbedrohlichen oder           der nächstniedrigeren Dosierung
                      lebensbedrohlichen Nebenwirkunge  
                      n; Nebenwirkungen, die zu einem   
                      Krankenhausaufenthalt, einer      
                      Verlängerung des Krankenhausaufe  
                      nthalts oder einer Behinderung    
                      führen                            
Wiederkehrende        dauerhaftes Absetzen von Ifinwil
Nebenwirkungen mit    
lebensbedrohlichen    
Folgen, die ein       
sofortiges Eingreife  
n erfordern           

 
*Schweregrad gemäss der Definition der Common Terminology Criteria for Adverse Events Version 4.03 des National Cancer Institute (NCI CTCAE)
Kinder und Jugendliche
Die Sicherheit und Wirksamkeit bei Kindern unter 1 Jahr ist nicht gezeigt. Es liegen keine Daten vor.
Patienten mit Leberfunktionsstörungen
Für Patienten mit leichter Leberfunktionsstörung wird keine Anpassung der individuellen Anfangsdosis empfohlen. Ifinwil wurde bei Patienten mit mässiger oder starker Leberfunktionsstörung nicht getestet (siehe "Pharmakokinetik" ).
Patienten mit Nierenfunktionsstörungen
Dosierungsempfehlungen bei Nierenfunktionsstörungen
Bei Patienten mit einer geschätzten glomerulären Filtrationsrate (GFR) zwischen 30 und 59 ml/min/1,73 m² (mittelschwere Nierenfunktionsstörung) ist Vorsicht geboten. Die Patienten sollten engmaschig auf Nebenwirkungen wie Hepatotoxizität, Myelosuppression und Hörverlust überwacht werden, und die empfohlenen Dosisanpassungen zur Behandlung von Toxizität sollten befolgt werden (siehe Tabelle 4 für empfohlene Dosisanpassungen bei schweren Nebenwirkungen (Grad 3 und höher)).
Bei Patienten mit einer eGFR von weniger als oder gleich 29 ml/min/1,73 m² (schwere Nierenfunktionsstörung) muss die empfohlene Dosis um 50 % reduziert werden, wie in Tabelle 4 beschrieben (siehe "Pharmakokinetik" ).
Es sind keine Daten für Patienten unter Dialyse verfügbar, so dass für diese Patienten keine Empfehlung gegeben werden kann.
Tabelle 4 Ifinwil-Dosierungsempfehlungen für Patienten mit schwerer Nierenfunktionsstörung

Körperoberfläche (m2)  Dosierung für Patienten mit schwerer Nierenfunktionsstörung
> 1,5                  384 mg (2 Tabletten) oral zweimal täglich
0,75 bis 1,5           384 mg (2 Tabletten) oral morgens und 192 mg (1 Tablette) abends
0,5 bis < 0,75         192 mg (1 Tablette) oral zweimal täglich
0,25 bis < 0,5         192 mg (1 Tablette) oral einmal täglich

 
Art der Anwendung
Ifinwil ist zur oralen Einnahme bestimmt.
Ifinwil kann mit einem Glas Wasser im Ganzen geschluckt werden und kann mit oder ohne Nahrung eingenommen werden.
Bei Patienten mit Schluckbeschwerden können die Ifinwil-Tabletten zerkaut oder bis zu Pulverform zerkleinert werden und mit einer kleinen Menge (ca. 2 Esslöffel oder 30 ml) weicher Nahrung oder Flüssigkeit vermischt werden.
Bleiben Reste der zerkleinerten Tablette zurück, mischen Sie sie mit einer zusätzlichen kleinen Menge Flüssigkeit oder Weichkost und vergewissern Sie sich, dass die restlichen Bestandteile der zerkleinerten Tablette geschluckt wurden. Überzeugen Sie sich visuell, dass die zerkleinerten Tabletten innerhalb einer Stunde komplett eingenommen wurden. Entsorgen Sie die übrige Tablettenmischung nach einer Stunde.
Vergessene Einnahme:
Eine vergessene Einnahme sollte so bald wie möglich nachgeholt werden. Wenn jedoch die nächste Einnahme innerhalb der nächsten 7 Stunden fällig ist, sollte die vergessene Dosis ausgelassen werden.
Wenn nach der Einnahme Erbrechen auftritt, sollte keine zusätzliche Dosis eingenommen werden. Die Einnahme sollte zum nächsten geplanten Zeitpunkt wie üblich fortgesetzt werden.

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