ZusammensetzungWirkstoffe
Nirmatrelvirum (entspricht der Substanz mit der chemischen Bezeichnung: (1R,2S,5S)-N-((1S)-1-Cyano-2-((3S)-2-oxopyrrolidin-3-yl)ethyl)-3-((2S)-3,3-dimethyl-2-(2,2,2-trifluoracetamido)butanoyl)-6,6-dimethyl-3-azabicyclo[3.1.0]hexan-2-carboxamid); ritonavirum.
Hilfsstoffe
Nirmatrelvir
Lactosum monohydricum (185 mg), cellulosum microcristallinum, carmellosum natricum, silica colloidalis, natrii stearylis fumaras, hypromellosum, titanii dioxidum, macrogolum 400, ferrum oxydatum rubrum.
Gesamtnatriumgehalt pro Filmtablette: 0.99 mg.
Ritonavir
Copovidonum, sorbitani laureas, silica colloidalis anhydrica, calcii hydrogenophosphas, natrii stearylis fumaras, hypromellosum, titanii dioxidum, macrogolum 400, hydroxypropylcellulosum, talcum, macrogolum 3350, polysorbatum 80.
Gesamtnatriumgehalt pro Filmtablette: 0.39 mg.
Darreichungsform und Wirkstoffmenge pro EinheitNirmatrelvir
Filmtablette.
1 Nirmatrelvir Filmtablette enthält 150 mg Nirmatrelvir.
Rosafarbene, ovale Tablette, ungefähr 17.6 mm lang und 8.6 mm breit, gestempelt mit "PFE" auf der einen und "3CL" auf der anderen Seite.
Ritonavir
Filmtablette.
1 Ritonavir Filmtablette enthält 100 mg Ritonavir.
Weisse bis gebrochen weisse, kapselförmige Tablette, ungefähr 17.1 mm lang und 9.1 mm breit, gestempelt mit "H" auf der einen und "R9" auf der anderen Seite.
Indikationen/AnwendungsmöglichkeitenPaxlovid wird angewendet für die Behandlung der Coronavirus-Krankheit 2019 (COVID-19) bei Erwachsenen, die keine Sauerstofftherapie oder Hospitalisierung aufgrund von COVID-19 benötigen und bei denen ein erhöhtes Risiko für einen schweren Verlauf von COVID-19 besteht (siehe "Klinische Wirksamkeit" ).
Paxlovid ist nicht als Ersatz für eine Impfung gegen COVID-19 vorgesehen.
Paxlovid sollte gemäss den offiziellen Empfehlungen und unter Berücksichtigung der lokalen epidemiologischen Daten zu zirkulierenden SARS-CoV-2-Varianten angewendet werden.
Dosierung/AnwendungPaxlovid Packungen enthalten Nirmatrelvir- und Ritonavir-Filmtabletten.
Der Tagesblister enthält zwei getrennte Abschnitte, die jeweils zwei Tabletten mit Nirmatrelvir und eine Tablette mit Ritonavir enthalten; dies entspricht der Standard-Tagesdosis.
Übliche Dosierung
Die empfohlene Dosierung beträgt 300 mg Nirmatrelvir (zwei Tabletten zu je 150 mg) und 100 mg Ritonavir (eine Tablette zu 100 mg) zur gleichzeitigen Einnahme alle 12 Stunden (morgens und abends), über einen Zeitraum von 5 Tagen.
Paxlovid sollte so schnell wie möglich nach einem positiven Virustest auf SARS-CoV-2 erfolgen, auch wenn COVID-19-Symptome zu Beginn nur leicht sind (siehe "Eigenschaften/Wirkungen" ). Zur Bestätigung von COVID-19 wird ein Nukleinsäure-Amplifikationstechnik (NAT) Test bevorzugt. Auch wenn der Patient nach Beginn der Paxlovid-Behandlung aufgrund von schwerem oder kritischem COVID-19 hospitalisiert werden muss, wird empfohlen, im Ermessen des behandelnden Arztes, die 5-tägige Behandlung vollständig abzuschliessen.
Versäumte Dosis
Wenn der Patient eine Paxlovid-Dosis innerhalb von 8 Stunden nach der üblichen Einnahmezeit vergessen hat, sollte diese so bald wie möglich eingenommen und der normale Einnahmeplan fortgeführt werden. Wenn der Patient eine Dosis um mehr als 8 Stunden vergessen hat, sollte die vergessene Dosis ausgelassen und stattdessen die nächste Dosis zum regulären Zeitpunkt eingenommen werden. Der Patient sollte die Dosis nicht verdoppeln, um eine vergessene Dosis auszugleichen.
Spezielle Dosierungsanweisungen
Patienten mit Leberfunktionsstörungen
Bei Patienten mit leichten (Child-Pugh-Klasse A) oder mittelschweren (Child-Pugh-Klasse B) Leberfunktionsstörungen ist keine Dosisanpassung erforderlich.
Paxlovid soll bei Patienten mit schweren (Child-Pugh-Klasse C) Leberfunktionsstörungen nicht angewendet werden (siehe "Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen" und "Pharmakokinetik" ).
Patienten mit Nierenfunktionsstörungen
Bei Patienten mit leichter Nierenfunktionsstörung [geschätzte glomeruläre Filtrationsrate (estimated glomerular filtration rate (eGFR) ≥60-<90 ml/min] ist keine Dosisanpassung erforderlich.
Bei Patienten mit mittelschwerer Nierenfunktionsstörung (eGFR ≥30-<60 ml/min) oder mit schwerer Nierenfunktionsstörung (eGFR <30 ml/min), einschliesslich dialysepflichtiger Patienten, sollte die Paxlovid-Dosis wie in Tabelle 1 dargestellt reduziert werden. Paxlovid sollte über 5 Tage jeden Tag etwa zur gleichen Zeit verabreicht werden. An Tagen, an denen Patienten mit schweren Nierenfunktionsstörungen sich einer Hämodialyse unterziehen, sollte die Paxlovid-Dosis nach der Hämodialyse verabreicht werden (siehe "Pharmakokinetik" ).
Tabelle 1: Empfohlene Dosis und empfohlenes Behandlungsschema für Patienten mit mittelschweren und schweren Nierenfunktionsstörungen
Nierenfunktion Paxlovid-Behandlungs Dosis und Einnahmehäuf
tage igkeita
Mittelschwere Nierenfunktionsstörung(eGFR ≥30 bis Tage 1-5 150 mg Nirmatrelvir
<60 ml/min) (eine 150 mg Tablette)
mit 100 mg Ritonavir
(eine 100 mg Tablette)
alle 12 Stunden,
über einen Zeitraum
von 5 Tagen
Schwere Nierenfunktionsstörung(eGFR <30 ml/min) Tag 1 300 mg Nirmatrelvir
einschliesslich dialysepflichtiger Patientenb (zwei 150 mg Tabletten
) mit 100 mg Ritonavir
(eine 100 mg Tablette
) einmalig an Tag 1
Tage 2-5 150 mg Nirmatrelvir
(eine 150 mg Tablett
e) mit 100 mg
Ritonavir (eine 100
mg Tablette) einmal
täglich an den
Tagen 2 bis 5
Abkürzungen: eGFR = estimated glomerular filtration
rate (geschätzte glomeruläre Filtrationsrate). a
Paxlovid sollte über 5 Tage jeden Tag ungefähr zur
gleichen Zeit verabreicht werden. b An Tagen, an
denen eine Hämodialyse durchgeführt wird, sollte
die Paxlovid-Dosis nach der Hämodialyse verabreicht
werden.
Zur besonderen Beachtung bei Patienten mit mittelschweren NierenfunktionsstörungenDer Tagesblister enthält zwei getrennte Abschnitte, die jeweils zwei Tabletten mit Nirmatrelvir und eine Tablette mit Ritonavir enthalten; dies entspricht der Standard-Tagesdosis.Patienten mit mittelschweren Nierenfunktionsstörungen sind gezielt darauf hinzuweisen, dass sie nur eine Nirmatrelvir-Tablette zusammen mit einer Ritonavir-Tablette alle 12 Stunden einnehmen sollten.
Zur besonderen Beachtung bei Patienten mit schweren NierenfunktionsstörungenDer Tagesblister enthält zwei getrennte Abschnitte, die jeweils zwei Tabletten mit Nirmatrelvir und eine Tablette mit Ritonavir enthalten; dies entspricht der Standard-Tagesdosis.Patienten mit schweren Nierenfunktionsstörungen sind gezielt darauf hinzuweisen, dass sie einmalig an Tag 1 zwei Nirmatrelvir-Tabletten zusammen mit einer Ritonavir-Tablette einnehmen sollten, gefolgt von einer Nirmatrelvir-Tablette zusammen mit einer Ritonavir-Tablette einmal täglich an Tag 2 bis Tag 5.
Kinder und Jugendliche
Sicherheit und Wirksamkeit bei pädiatrischen Patienten unter 18 Jahren sind bisher nicht belegt. Es sind keine Daten verfügbar.
Patienten mit anderen Grunderkrankungen
Gleichzeitige Behandlung mit einer ritonavir- oder cobicistathaltigen Therapie
Eine Anpassung der Paxlovid-Dosis ist nicht erforderlich.
Bei Patienten, die eine Therapie mit Ritonavir oder Cobicistat erhalten (z.B. zur HIV-Behandlung), sollte die Therapie wie angezeigt fortgesetzt werden.
Art der Anwendung
Zum Einnehmen.
Nirmatrelvir muss zusammen mit Ritonavir eingenommen werden. Wird Nirmatrelvir nicht ordnungsgemäss zusammen mit Ritonavir eingenommen, resultieren daraus Nirmatrelvir-Plasmaspiegel, die nicht ausreichen, um die gewünschte therapeutische Wirkung zu erzielen.
Paxlovid kann mit oder ohne eine Mahlzeit eingenommen werden (siehe "Pharmakokinetik" ). Die Tabletten sollten als Ganzes geschluckt und nicht gekaut, zerbrochen oder zerdrückt werden, da zurzeit keine entsprechenden Daten verfügbar sind.
KontraindikationenArzneimittel mit stark CYP3A-abhängiger Clearance und bei denen erhöhte Konzentrationen mit schwerwiegenden und/oder lebensbedrohlichen Reaktionen einhergehen.
α1-Adrenorezeptor-Antagonist: Alfuzosin
-Analgetika: Pethidin
-Antianginöse Arzneimittel: Ranolazin
-Antiarrhythmika: Amiodaron, Dronedaron, Encainid*, Flecainid, Propafenon*, Chinidin*
-Antikoagulantien: Dabigatran
-Arzneimittel gegen Gicht: Colchicin
-Antihistaminika: Astemizol*, Terfenadin*
-Antipsychotika/ Neuroleptika: Lurasidon, Pimozid*, Quetiapin
-Arzneimittel gegen benigne Prostatahyperplasie: Silodosin
-Kardiovaskulär wirksame Arzneimittel: Eplerenon, Ivabradin
-Ergotaminderivate: Dihydroergotamin*, Ergometrin*, Ergotamin*, Methylergometrin
-GI-Motorik beeinflussende Arzneimittel: Cisaprid*
-Immunsuppressiva: Voclosporin
-Lipidmodifizierende Wirkstoffe:
-HMG-CoA-Reduktase-Inhibitoren: Lovastatin*, Simvastatin
-Inhibitoren des Mikrosomalen-Triglycerid-Transferproteins (MTTP): Lomitapid*
-Migränearzneimittel: Eletriptan, Ubrogepant*
-Mineralkortikoid-Rezeptor-Antagonisten: Finerenon
-Nichtopioid-Analgetika (selektive Blocker der Nav1.8-Natriumkanäle): Suzetrigin*
-Opioidantagonisten: Naloxegol
-PDE5-Inhibitoren: Avanafil, Sildenafil, Tadalafil, Vardenafil
-Sedativa/Hypnotika: Clorazepat, Diazepam, Estazolam*, Flurazepam, Triazolam, oral angewendetes Midazolam
-Serotonin-Rezeptor 1A-Agonisten/Serotonin-Rezeptor 2A-Antagonisten: Flibanserin*
-Vasopressin-Rezeptor-Antagonisten: Tolvaptan
* in der Schweiz nicht zugelassen
Arzneimittel, die starke CYP3A-Induktoren sind, bei denen signifikant reduzierte Nirmatrelvir/Ritonavir-Konzentrationen im Plasma mit einem potenziellen Verlust des virologischen Ansprechens und einer möglichen Resistenzbildung einhergehen können. Die Therapie mit Paxlovid darf nicht unmittelbar nach dem Absetzen eines der folgenden Arzneimittel aufgenommen werden, da die Wirkung des kürzlich abgesetzten CYP3A-Induktors verzögert nachlässt (siehe "Interaktionen" ).
Für die Festlegung des geeigneten Zeitpunkts für den Beginn einer Paxlovid-Behandlung sollte ein multidisziplinärer Ansatz (z.B. unter Einbeziehung von Ärzten und Fachärzten für klinische Pharmakologie) in Betracht gezogen werden, wobei die verzögert nachlassende Wirkung des kürzlich abgesetzten CYP3A-Induktors und die Notwendigkeit, die Paxlovid-Behandlung innerhalb von 5 Tagen nach Symptombeginn zu initiieren, zu berücksichtigen sind.
-Onkologika: Neratinib, Venetoclax, Apalutamid, Enzalutamid
-Antibiotika: Fusidinsäure, Rifampicin, Rifapentin*
-Antikonvulsiva: Carbamazepin, Phenobarbital, Phenytoin, Primidon
-Potentiatoren des Transmembran-Leitfähigkeitsreglers bei zystischer Fibrose: Lumacaftor/Ivacaftor
-Pflanzliche Zubereitungen: Johanniskraut (Hypericum perforatum)
* in der Schweiz nicht zugelassen
Bei den oben und unter "Interaktionen" aufgelisteten Arzneimitteln handelt es sich um eine Orientierungshilfe, nicht um eine vollständige Liste aller Arzneimittel, die zusammen mit Paxlovid kontraindiziert sind.
Überempfindlichkeit auf die Wirkstoffe oder einen der unter "Zusammensetzung" genannten Hilfsstoffe.
Warnhinweise und VorsichtsmassnahmenRisiko schwerwiegender Nebenwirkungen aufgrund von Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln
Die Einleitung einer Behandlung mit Paxlovid, einem CYP3A-Inhibitor, bei Patienten, die über CYP3A metabolisierte Arzneimittel erhalten, bzw. der Beginn einer Therapie mit Arzneimitteln, die über CYP3A metabolisiert werden, bei Patienten, die bereits Paxlovid erhalten, kann die Plasmakonzentrationen von CYP3A-metabolisierten Arzneimitteln erhöhen.
Bei Anwendung von CYP3A inhibierenden oder induzierenden Arzneimitteln kann sich die Konzentration von Paxlovid erhöhen bzw. verringern.
Mögliche Folgen solcher Wechselwirkungen können sein:
-Klinisch signifikante Nebenwirkungen mit potenziell schwerwiegenden, lebensbedrohlichen oder tödlichen Folgeereignissen durch die höhere Exposition gegenüber gleichzeitig angewendeten Arzneimitteln.
-Klinisch signifikante Nebenwirkungen aufgrund einer höheren Paxlovid-Exposition.
-Verlust der therapeutischen Wirkung von Paxlovid und mögliche Entwicklung einer Virusresistenz.
Bei Patienten, die mit Paxlovid behandelt wurden, wurde über schwerwiegende, lebensbedrohliche und tödliche Nebenwirkungen aufgrund von Arzneimittelwechselwirkungen berichtet.
In Tabelle 2 sind Arzneimittel aufgeführt, die bei gleichzeitiger Anwendung mit Nirmatrelvir/Ritonavir kontraindiziert sind oder zu signifikanten Wechselwirkungen führen (siehe "Interaktionen" ). Die Dauer des Zeitraums, in dem das Risiko einer Wechselwirkung besteht, ist nicht genau bekannt. Vor, während und nach der Paxlovid-Therapie sollten mögliche Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln in Betracht gezogen werden. Die gleichzeitige Anwendung anderer Arzneimittel sollte, während der Paxlovid-Therapie geprüft und Patienten sollten auf mögliche Nebenwirkungen im Zusammenhang mit den gleichzeitig angewendeten Arzneimitteln überwacht werden.
Gleichzeitige Verabreichung von Paxlovid mit Calcineurin-Inhibitoren und mTOR-Inhibitoren
Eine multidisziplinäre Gruppe (z.B. mit Ärzten, Spezialisten für Immunsuppressionstherapien und/oder Spezialisten für klinische Pharmakologie) muss konsultiert werden, um die Komplexität dieser gleichzeitigen Verabreichung zu handhaben, indem die Konzentration des Immunsuppressivums im Blut genau und regelmässig überwacht und die Dosis des Immunsuppressivums gemäss den neuesten Richtlinien angepasst wird (siehe "Interaktionen" ).
Überempfindlichkeitsreaktionen
Anaphylaxie, Überempfindlichkeitsreaktionen und schwere Hautreaktionen (einschliesslich Toxischer Epidermaler Nekrolyse und Stevens-Johnson-Syndrom) wurden für Paxlovid gemeldet (siehe "Unerwünschte Wirkungen" ). Beim Auftreten von Symptomen einer klinisch relevanten Überempfindlichkeitsreaktion bzw. Anaphylaxie ist Paxlovid sofort abzusetzen und eine geeignete Medikation und/oder unterstützende Behandlung zu initiieren.
Schwere Nierenfunktionsstörungen
Es liegen nur begrenzte klinische Daten zur Sicherheit für Patienten mit schweren Nierenfunktionsstörungen (einschliesslich ESRD-Patienten) vor.
Schwere Leberfunktionsstörungen
Es liegen keine pharmakokinetischen und klinischen Daten für Patienten mit schwerer Leberfunktionsstörungen vor. Daher sollte Paxlovid bei Patienten mit schwerer Leberfunktionsstörungen nicht angewendet werden.
Hepatotoxizität
Bei Patienten, die mit Ritonavir behandelt wurden, traten Erhöhungen der Lebertransaminasewerte sowie klinische Hepatitis und Ikterus auf. Paxlovid sollte daher bei Patienten mit vorbestehenden Lebererkrankungen, Leberenzymveränderungen oder Hepatitis mit Vorsicht angewendet werden.
Risiko zur Entwicklung einer HIV-1-Resistenz
Da Nirmatrelvir gleichzeitig mit Ritonavir verabreicht wird, besteht bei Personen mit unkontrollierter oder nicht diagnostizierter HIV-1-Infektion möglicherweise das Risiko für eine Resistenzentwicklung gegen HIV-Protease-Inhibitoren.
Hilfsstoffe von besonderem Interesse
Nirmatrelvir Filmtabletten enthalten den Hilfsstoff Laktosemonohydrat. Patienten mit der seltenen hereditären Galaktose-Intoleranz, völligem Laktasemangel oder Glucose-Galaktose- Malabsorption sollten dieses Arzneimittel nicht anwenden.
Nirmatrelvir und Ritonavir Filmtabletten enthalten weniger als 1 mmol Natrium (23 mg) pro Dosis, d.h. sie sind nahezu "natriumfrei" .
InteraktionenPaxlovid (Nirmatrelvir/Ritonavir) ist ein starker CYP3A-Inhibitor sowie ein Inhibitor von CYP2D6, P-Glycoprotein (P-gp) und OATP1B1. Die gleichzeitige Verabreichung von Paxlovid mit Arzneimitteln, die hauptsächlich über CYP3A und CYP2D6 metabolisiert werden oder über P-gp oder OATP1B1 transportiert werden, kann zu erhöhten Plasmakonzentrationen dieser Arzneimittel führen und das Risiko von Nebenwirkungen erhöhen.
Paxlovid (Nirmatrelvir/Ritonavir) weist zudem auch starke Affinität zu CYP2C9 auf.
Aufgrund dieser Eigenschaften weist der Wirkstoff ein erhebliches Interaktionspotential auf und es ist nicht möglich, sämtliche potentiellen Interaktionspartner hier namentlich zu nennen. Bei gleichzeitiger Anwendung anderer Arzneimittel sollte daher grundsätzlich auch deren Fachinformation herangezogen werden, um sich über deren Metabolisierungswege und potentiellen Interaktionen sowie über daraus resultierende mögliche Risiken und eventuell erforderliche Dosisanpassungen (oder andere Massnahmen) zu informieren.
Einfluss von Paxlovid auf die Pharmakokinetik anderer Substanzen
Paxlovid (Nirmatrelvir/Ritonavir) ist ein starker CYP3A-Inhibitor und kann die Plasmakonzentrationen von primär über CYP3A metabolisierten Arzneimitteln erhöhen. Arzneimittel, die in besonders hohem Mass über CYP3A metabolisiert werden und einen hohen First-Pass-Metabolismus aufweisen, sind bei gleichzeitiger Anwendung mit Nirmatrelvir/Ritonavir offenbar am anfälligsten für stark erhöhte Expositionen. Daher ist die gleichzeitige Anwendung von Paxlovid mit Arzneimitteln mit stark CYP3A-abhängiger Clearance, bei denen erhöhte Konzentrationen mit schwerwiegenden und/oder lebensbedrohlichen Reaktionen einhergehen, kontraindiziert (siehe Tabelle 2).
In klinisch relevanten Konzentrationen führt Nirmatrelvir in vitro nicht zu einer reversiblen Hemmung von CYP2D6, CYP2C9, CYP2C19, CYP2C8 oder CYP1A2. In-vitro-Studien zeigen, dass Nirmatrelvir CYP3A4, CYP2B6, CYP2C8, and CYP2C9 induzieren kann. Ob dies klinisch von Bedeutung ist, ist nicht bekannt. Auf der Basis von In-vitro-Daten hat Nirmatrelvir nur ein niedriges Potenzial zur Inhibierung von BCRP, MATE2K, OAT1, OAT3, OATP1B3 und OCT2. In klinisch relevanten Konzentrationen hat Nirmatrelvir das Potential MDR1, MATE1, OCT1 und OATP1B1 zu inhibieren.
Ritonavir hat eine hohe Affinität zu verschiedenen Cytochrom-P450 (CYP)-Isoformen und kann die Oxidation in der folgenden Reihenfolge hemmen: CYP3A4>CYP2D6. Ritonavir hat auch eine hohe Affinität zu P-Glykoprotein (P-gp) und kann diesen Transporter hemmen. Ritonavir kann die Glucuronidierung und Oxidation durch CYP1A2, CYP2C8, CYP2C9 und CYP2C19 induzieren und dadurch die Biotransformation einiger Arzneimittel, die über diese Stoffwechselwege metabolisiert werden, verstärken, was zu einer verminderten systemischen Exposition gegenüber solchen Arzneimitteln führen und damit deren therapeutische Wirkung verringern oder verkürzen kann.
Die gleichzeitige Anwendung von anderen CYP3A4-Substraten (siehe Tabelle 2), die zu potenziell signifikanten Wechselwirkungen führen können, sollte nur in Betracht gezogen werden, wenn der Nutzen die Risiken überwiegt.
Als konservative Massnahme sollten die Wechselwirkungen, welche Ritonavir bei chronischer HIV-Infektion (600 mg BID bei ursprünglicher Verwendung als antiretrovirales Mittel und 100 mg BID bei der derzeitigen Verwendung als pharmakokinetischer Verstärker mit antiretroviralen Mitteln) betreffen, auch für Paxlovid gelten. Künftige Untersuchungen ermöglichen es eventuell, die Empfehlungen zu Arzneimittelwechselwirkungen an die 5-tägige Behandlungsdauer von Paxlovid anzupassen.
Die in Tabelle 2 aufgeführten Arzneimittel stellen eine Orientierungshilfe dar. Es handelt sich nicht um eine vollständige Liste aller Arzneimittel, die zusammen mit Nirmatrelvir/Ritonavir kontraindiziert sind oder damit interagieren und daher mit Vorsicht anzuwenden sind.
Tabelle 2: Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und andere Formen von Wechselwirkungen
Arzneimittelklasse Wirkstoff innerhalb Kommentar
der Arzneimittelklas
se (AUC- bzw.
Cmax-Veränderung)
α1-Adrenorezeptor-An ↑Alfuzosin Erhöhte Plasmakonzentration von Alfuzosin kann zu
tagonist schwerer Hypotonie führen und ist daher kontraindiziert
(siehe "Kontraindikationen" ).
↑Tamsulosin Gleichzeitige Anwendung vermeiden.
Amphetaminderivate ↑Amphetamin Ritonavir, dosiert zur anti-retroviralen Behandlung,
hemmt wahrscheinlich CYP2D6 und wird daher
voraussichtlich die Konzentrationen von Amphetamin und
seinen Derivaten erhöhen. Eine sorgfältige Überwachung
der unerwünschten Wirkungen wird empfohlen, wenn diese
Arzneimittel zusammen mit Paxlovid verabreicht werden.
Analgetika ↑Buprenorphin (57%, Die Erhöhung der Plasmaspiegel von Buprenorphin und
77%), ↑Norbuprenorph seinem aktiven Metaboliten führte in einer Population
in (33%, 108%) von opioidtoleranten Patienten nicht zu klinisch
bedeutsamen pharmakodynamischen Veränderungen. Eine
Dosisanpassung von Buprenorphin ist daher
möglicherweise nicht erforderlich, wenn die beiden
Wirkstoffe zusammen verabreicht werden.
↓Pethidin (62%, Die Einnahme von Pethidin und Ritonavir ist aufgrund
59%), ↑Norpethidin-M der erhöhten Konzentrationen des Metaboliten
etabolit (47%, 87%) Norpethidin, der sowohl analgetische als auch
ZNS-stimulierende Wirkung hat, kontraindiziert. Erhöhte
Plasmakonzentrationen von Norpethidin können das Risiko
von ZNS-Effekten, z.B. Krampfanfällen, erhöhen (siehe
"Kontraindikationen" ).
↓Piroxicam Erniedrigte Piroxicam Exposition durch Paxlovid
bedingte Induktion von CYP2C9.
↑Fentanyl, ↑Hydrocod Ritonavir, das als pharmakokinetischer Verstärker
on*, ↑Oxycodon, verabreicht wird, hemmt CYP3A4 und dürfte daher die
↑Meperidin* Plasmakonzentrationen von Fentanyl erhöhen. Eine
sorgfältige Überwachung der therapeutischen und
unerwünschten Wirkungen (einschliesslich
Atemdepression) wird empfohlen, wenn Fentanyl,
Hydrocodon, Oxycodon oder Meperidin gleichzeitig mit
Ritonavir verabreicht werden. Wenn eine gleichzeitige
Anwendung erforderlich ist, sollte eine
Dosisreduzierung des narkotischen Analgetikums in
Betracht gezogen und die Patienten in regelmässigen
Abständen engmaschig überwacht werden. Weitere
Informationen siehe Fachinformation des jeweiligen
Wirkstoffs.
↓Methadon (36%, 38%) Methadon-Patienten sind auf Anzeichen von
Entzugserscheinungen zu überwachen. Bei gleichzeitiger
Verabreichung mit Ritonavir, das als
pharmakokinetischer Verstärker verabreicht wird, kann
aufgrund der Induktion der Glucuronidierung eine höhere
Methadondosis erforderlich sein. Eine Dosisanpassung
sollte in Abhängigkeit vom klinischen Ansprechen des
Patienten auf die Methadontherapie erwogen werden.
↓Morphin Der Morphinspiegel kann aufgrund der Induktion der
Glucuronidierung durch gleichzeitig verabreichtes
Ritonavir, das als pharmakokinetischer Verstärker
verabreicht wird, verringert werden.
Antianginöse Arzneim ↑Ranolazin Aufgrund der CYP3A-Hemmung durch Ritonavir ist eine
ittel Erhöhung der Ranolazin-Konzentration zu erwarten. Die
gleichzeitige Verabreichung mit Ranolazin ist
kontraindiziert (siehe "Kontraindikationen" ).
Antiarrhythmika ↑Amiodaron, ↑Droneda Die gleichzeitige Verabreichung von Ritonavir führt
ron, ↑Encainid*, wahrscheinlich zu erhöhten Plasmakonzentrationen von
↑Flecainid, ↑Propafe Amiodaron, Dronedaron, Encainid, Flecainid, Propafenon
non*, ↑Chinidin* und Chinidin und ist daher kontraindiziert (siehe
"Kontraindikationen" ).
↑Disopyramid*, Es ist Vorsicht geboten; bei Antiarrhythmika wird
↑Lidocain (systemisc empfohlen, die therapeutische Konzentration zu
h) überwachen, falls verfügbar.
↑Digoxin Diese Wechselwirkung ist möglicherweise auf eine
Veränderung des P-gp-vermittelten Digoxin-Effluxes
durch Ritonavir zurückzuführen, das als
pharmakokinetischer Verstärker verabreicht wird. Bei
der gleichzeitigen Verabreichung von Paxlovid mit
Digoxin ist Vorsicht geboten. Die Digoxin-Serumspiegel
sind entsprechend zu überwachen. Weitere Informationen
siehe Fachinformation des Digoxin-Produkts.
Antiasthmatika ↓Theophyllin (43%, Bei gleichzeitiger Verabreichung mit Ritonavir kann
32%) aufgrund der Induktion von CYP1A2 eine erhöhte
Theophyllindosis erforderlich sein.
Onkologika ↑Afatinib Die Serumkonzentrationen können aufgrund der Hemmung
des Brustkrebsresistenzproteins (BCRP) und der akuten
P-gp-Hemmung durch Ritonavir erhöht sein. Das Ausmass
des Anstiegs von AUC und Cmax hängt vom Zeitpunkt der
Verabreichung von Ritonavir ab. Bei der Verabreichung
von Afatinib mit Paxlovid ist Vorsicht geboten (siehe
Fachinformation von Afatinib). Überwachung auf
Nebenwirkungen von Afatinib.
↑Abemaciclib Die Serumkonzentrationen können aufgrund der
CYP3A4-Hemmung durch Ritonavir erhöht sein. Die
gleichzeitige Verabreichung von Abemaciclib und
Paxlovid sollte vermieden werden. Wenn eine
gleichzeitige Verabreichung von Abemaciclib und
Paxlovid als unvermeidlich erachtet wird, sind die
Empfehlungen zur Dosisanpassung in der Fachinformation
von Abemaciclib zu beachten. Überwachung auf
Nebenwirkungen von Abemaciclib.
↑Apalutamid Apalutamid ist ein mittelstarker bis starker
CYP3A4-Induktor, was zu einer verminderten Exposition
von Nirmatrelvir/Ritonavir und einem möglichen Verlust
des virologischen Ansprechens führen kann. Darüber
hinaus können die Serumkonzentrationen von Apalutamid
bei gleichzeitiger Verabreichung mit Ritonavir erhöht
sein, was zu schwerwiegenden unerwünschten Ereignissen
einschliesslich Krampfanfällen führen kann. Die
gleichzeitige Anwendung von Paxlovid mit Apalutamid ist
daher kontraindiziert (siehe "Kontraindikationen" ).
↑Ceritinib Die Serumkonzentration von Ceritinib kann aufgrund der
CYP3A- und P-gp-Hemmung durch Ritonavir erhöht sein.
Bei der Verabreichung von Ceritinib mit Paxlovid sollte
Vorsicht walten. Empfehlungen zur Dosierungsanpassung
siehe Fachinformation von Ceritinib. Überwachung auf
Nebenwirkungen von Ceritinib.
↑Dasatinib, ↑Nilotin Die Serumkonzentrationen können bei gleichzeitiger
ib, ↑Vincristin, Verabreichung mit Ritonavir erhöht sein, was zu einem
↑Vinblastin erhöhten Auftreten von unerwünschten Ereignissen führen
kann.
↑Encorafenib ↑Ivosid Die Serumkonzentrationen von Encorafenib oder
enib* Ivosidenib können bei gleichzeitiger Verabreichung mit
Ritonavir erhöht sein, was das Risiko von Toxizität,
einschliesslich des Risikos schwerwiegender
unerwünschter Ereignisse wie QT-Intervall-Verlängerungen
, erhöhen kann. Die gleichzeitige Verabreichung von
Encorafenib oder Ivosidenib und Ritonavir sollte
vermieden werden. Wenn der Nutzen das Risiko überwiegt
und Ritonavir verwendet werden muss, sollten die
Patienten sorgfältig auf ihre Sicherheit überwacht
werden.
Enzalutamid Enzalutamid ist ein starker CYP3A4-Induktor, und dies
kann zu einer verminderten Paxlovid-Exposition, einem
möglichen Verlust des virologischen Ansprechens und
einer möglichen Resistenz führen. Die gleichzeitige
Anwendung von Enzalutamid und Paxlovid ist
kontraindiziert (siehe "Kontraindikationen" ).
↑Fostamatinib Die gleichzeitige Verabreichung von Fostamatinib mit
Ritonavir kann die Exposition gegenüber dem
Fostamatinib-Metaboliten R406 erhöhen, was zu
dosisabhängigen unerwünschten Ereignissen wie
Hepatotoxizität, Neutropenie, Bluthochdruck oder
Diarrhö führen kann. Für Empfehlungen zur
Dosisreduktion bei Auftreten solcher Ereignisse ist die
Produktinformation von Fostamatinib zu beachten.
↑Ibrutinib Die Serumkonzentrationen von Ibrutinib können aufgrund
der CYP3A-Hemmung durch Ritonavir erhöht sein, was zu
einem erhöhten Risiko für Toxizität einschliesslich des
Risikos eines Tumorlyse-Syndroms führt. Die
gleichzeitige Verabreichung von Ibrutinib und Ritonavir
sollte vermieden werden. Wenn der Nutzen das Risiko
überwiegt und Ritonavir verwendet werden muss, sollte
die Ibrutinib-Dosis auf 140 mg reduziert und der
Patient engmaschig auf Toxizität überwacht werden.
↑Neratinib Die Serumkonzentrationen können aufgrund der
CYP3A4-Hemmung durch Ritonavir erhöht sein. Die
gleichzeitige Anwendung von Neratinib mit Paxlovid ist
aufgrund schwerwiegender und/oder lebensbedrohlicher
möglicher Reaktionen einschliesslich Hepatotoxizität
kontraindiziert. (siehe "Kontraindikationen" ).
↑Venetoclax Die Serumkonzentrationen können aufgrund der
CYP3A-Hemmung durch Ritonavir erhöht sein, was zu einem
erhöhten Risiko eines Tumorlyse-Syndroms während der
Initiations- und der Titrierphase führt und ist darum
kontraindiziert (siehe "Kontraindikationen" und
Fachinformation von Venetoclax). Bei Patienten, die die
Titrierphase abgeschlossen haben und eine konstante
Tagesdosis Venetoclax erhalten, ist die
Venetoclax-Dosis um mindestens 75 % zu reduzieren, wenn
sie mit starken CYP3A-Inhibitoren behandelt werden.
(Dosierungsvorgaben siehe Fachinformation von
Venetoclax).
Antikoagulantien ↑Rivaroxaban (153%, Die Hemmung von CYP3A und P-gp führt zu erhöhten
53%) Plasmaspiegeln und pharmakodynamischen Wirkungen von
Rivaroxaban, die zu einem erhöhten Blutungsrisiko
führen können. Daher wird die Verwendung von Ritonavir
bei Patienten, die Rivaroxaban erhalten, nicht
empfohlen.
↑Dabigatranb (94%, Die gleichzeitige Anwendung von Paxlovid und Dabigatran
133%) ist kontraindiziert.
↑Apixaban Die gleichzeitige Verabreichung von P-gp- und starken
CYP3A4-Inhibitoren erhöht die Blutspiegel von Apixaban
und erhöht das Blutungsrisiko. Die
Dosierungsempfehlungen für die gleichzeitige
Verabreichung von Apixaban mit P-gp und starken
CYP3A4-Inhibitoren hängen von der Apixaban-Dosis ab.
Weitere Informationen siehe Fachinformation von
Apixaban.
↑Vorapaxar* Die Serumkonzentrationen können aufgrund der
CYP3A-Hemmung durch Ritonavir erhöht sein. Die
gleichzeitige Verabreichung von Vorapaxar mit Paxlovid
ist zu vermeiden.
Warfarin*, ↑↓S-Warfa Die Induktion von CYP1A2 und CYP2C9 führt zu
rin (9%, 9%), verringerten R-Warfarin-Spiegeln, während bei der
↓↔R-Warfarin (33%) gleichzeitigen Verabreichung mit Ritonavir nur geringe
pharmakokinetische Auswirkungen auf S-Warfarin
festgestellt werden. Verminderte R-Warfarin-Spiegel
können zu einer verminderten Antikoagulation führen,
daher wird empfohlen, dass die Antikoagulationsparameter
überwacht werden, wenn Warfarin zusammen mit Ritonavir
verabreicht wird.
Antikonvulsiva Carbamazepina, Carbamazepin, Phenobarbital, Phenytoin und Primidon
Phenobarbital, sind starke CYP3A4-Induktoren, was zu einer
Phenytoin, Primidon verminderten Exposition von Nirmatrelvir und Ritonavir
und einem möglichen Verlust der virologischen Reaktion
führen kann. Die gleichzeitige Anwendung mit Paxlovid
ist kontraindiziert (siehe "Kontraindikationen" ).
↓Divalproex*, Ritonavir, das als pharmakokinetischer Verstärker
↓Lamotrigin, ↓Phenyt verabreicht wird, induziert die Oxidation durch CYP2C9
oin und die Glucuronidierung und dürfte daher die
Plasmakonzentrationen von Antikonvulsiva verringern.
Eine sorgfältige Überwachung der Serumspiegel oder der
therapeutischen Wirkungen wird empfohlen, wenn diese
Arzneimittel zusammen mit Ritonavir verabreicht werden.
Phenytoin kann die Serumspiegel von Ritonavir
verringern. Die gleichzeitige Anwendung von Paxlovid
und Phenytoin ist kontraindiziert (siehe
"Kontraindikationen" ).
Clonazepam Bei gleichzeitiger Verabreichung von Clonazepam kann
eine Dosisreduzierung erforderlich sein; eine klinische
Überwachung wird empfohlen.
Antidepressiva ↑Amitriptylin, Ritonavir, das als antiretrovirales Mittel verabreicht
↑Fluoxetin, ↑Imipram wird, hemmt wahrscheinlich CYP2D6 und wird daher
in, ↑Nortriptylin*, voraussichtlich die Konzentrationen von Imipramin,
↑Paroxetin, ↑Sertral Amitriptylin, Nortriptylin, Fluoxetin, Paroxetin oder
in Sertralin erhöhen. Eine sorgfältige Überwachung der
therapeutischen und unerwünschten Wirkungen wird
empfohlen, wenn diese Arzneimittel gleichzeitig mit
antiretroviralen Dosen von Ritonavir verabreicht werden
(siehe "Interaktionen" ).
↑Desipramin* (145%, Die AUC und Cmax des 2-Hydroxy-Metaboliten waren um 15%
22%) bzw. 67% verringert. Eine Dosisreduzierung von
Desipramin wird bei gleichzeitiger Verabreichung mit
Ritonavir empfohlen.
Arzneimittel gegen ↑Colchicin Es ist zu erwarten, dass die Konzentrationen von
Gicht Colchicin bei gleichzeitiger Verabreichung mit
Ritonavir ansteigen. Bei Patienten, die mit Colchicin
und Ritonavir behandelt wurden, wurden
lebensbedrohliche und tödliche Arzneimittelwechselwirkun
gen berichtet (CYP3A4- und P-gp-Hemmung). Die
gleichzeitige Anwendung von Colchicin mit Paxlovid ist
kontraindiziert (siehe "Kontraindikationen" ).
Antihistaminika ↑Astemizol*, ↑Terfen Erhöhte Plasmakonzentrationen von Astemizol und
adin* Terfenadin. Dadurch erhöhtes Risiko von schweren
Herzrhythmusstörungen durch diese Wirkstoffe; die
gleichzeitige Anwendung mit Paxlovid kontraindiziert
(siehe "Kontraindikationen" ).
↑Fexofenadin Ritonavir kann den P-gp-vermittelten Fexofenadin-Efflux
verändern, wenn es als pharmakokinetischer Verstärker
verabreicht wird, was zu erhöhten Fexofenadin-Konzentrat
ionen führt.
↑Loratadin Ritonavir, das als pharmakokinetischer Verstärker
verabreicht wird, hemmt CYP3A und wird daher
voraussichtlich die Plasmakonzentrationen von Loratadin
erhöhen. Eine sorgfältige Überwachung der
therapeutischen und unerwünschten Wirkungen wird
empfohlen, wenn Loratadin zusammen mit Ritonavir
verabreicht wird.
Antiinfektiva ↑Rifabutin (4-fach, Aufgrund des starken Anstiegs der AUC von Rifabutin,
2.5-fach), ↑25-O-des kann bei gleichzeitiger Verabreichung mit Ritonavir als
acetyl Rifabutin pharmakokinetischem Verstärker eine Reduzierung der
Metabolit (38-fach, Rifabutin-Dosis auf 150 mg dreimal pro Woche angezeigt
16-fach) sein.
↓Voriconazol (39%, Die gleichzeitige Verabreichung von Voriconazol und
24%) Ritonavir, das als pharmakokinetischer Verstärker
dosiert wird, sollte vermieden werden, es sei denn,
eine Abwägung des Nutzens/Risikos für den Patienten
rechtfertigt die Verwendung von Voriconazol.
↑Ketoconazol (oral) Ritonavir hemmt den CYP3A-vermittelten Metabolismus von
(3.4-fach, 55%) Ketoconazol. Aufgrund einer erhöhten Inzidenz von
gastrointestinalen und hepatischen Nebenwirkungen
sollte eine Dosisreduktion von Ketoconazol bei
gleichzeitiger Verabreichung mit Ritonavir in Betracht
gezogen werden.
↑Itraconazola, Itraconazol erhöht die AUC und Cmax von Nirmatrelvir um
↑Erythromycin 39%, bzw. 19%. Ritonavir, das als pharmakokinetischer
Verstärker verabreicht wird, hemmt CYP3A4 und dürfte
daher die Plasmakonzentrationen von Itraconazol und
Erythromycin erhöhen. Eine sorgfältige Überwachung der
therapeutischen und unerwünschten Wirkungen wird
empfohlen, wenn Erythromycin oder Itraconazol zusammen
mit Ritonavir verabreicht wird.
↓Atovaquon Ritonavir, das als pharmakokinetischer Verstärker
verabreicht wird, induziert die Glucuronidierung und
dürfte infolgedessen die Plasmakonzentrationen von
Atovaquon verringern. Eine sorgfältige Überwachung der
Serumspiegel oder der therapeutischen Wirkungen wird
empfohlen, wenn Atovaquon zusammen mit Ritonavir
verabreicht wird.
↑Bedaquilin* Es gibt keine Interaktionsstudie mit Ritonavir allein.
Aufgrund des Risikos von Bedaquilin-Nebenwirkungen
sollte eine gleichzeitige Verabreichung vermieden
werden. Wenn der Nutzen das Risiko überwiegt, muss die
gleichzeitige Verabreichung von Bedaquilin mit
Ritonavir mit Vorsicht erfolgen. Häufigere
Elektrokardiogramm-Kontrollen und die Überwachung der
Transaminasen werden empfohlen (siehe Fachinformation
Bedaquilin).
Delamanid* Es gibt keine Interaktionsstudie mit Ritonavir. In
einer Wechselwirkungsstudie mit gesunden Freiwilligen,
die Delamanid 100 mg zweimal täglich und
Lopinavir/Ritonavir 400/100 mg zweimal täglich über 14
Tage einnahmen, war die Exposition des
Delamanid-Metaboliten DM-6705 um 30% erhöht. Aufgrund
des Risikos einer QTc-Verlängerung im Zusammenhang mit
DM-6705 wird eine engmaschige EKG-Überwachung während
der gesamten Behandlungsdauer von Delamanid empfohlen,
wenn die gleichzeitige Verabreichung von Delamanid mit
Ritonavir als notwendig erachtet wird (siehe
"Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen" und die
Produktinformation von Delamanid).
↑Clarithromycin Aufgrund des grossen therapeutischen Fensters von
(77%, 31%), ↓14-OH Clarithromycin sollte bei Patienten mit normaler
Clarithromycin Nierenfunktion keine Dosisreduktion erforderlich sein.
Metabolit (100%, Clarithromycin-Dosen von mehr als 1 g pro Tag sollten
99%) nicht zusammen mit Ritonavir verabreicht werden, das
als pharmakokinetischer Verstärker eingesetzt wird. Bei
Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion sollte
eine Dosisreduktion von Clarithromycin erwogen werden:
bei Patienten mit einer Kreatinin-Clearance von 30 bis
60 ml/min sollte die Dosis um 50%, bei Patienten mit
einer Kreatinin-Clearance von weniger als 30 ml/min um
75% reduziert werden.
Sulfamethoxazol/Trim Eine Dosisanpassung von Sulfamethoxazol/Trimethoprim
ethoprim während einer gleichzeitigen Therapie mit Ritonavir
sollte nicht erforderlich sein.
↑Fusidinsäure Die gleichzeitige Verabreichung von Ritonavir führt
wahrscheinlich zu erhöhten Plasmakonzentrationen sowohl
von Fusidinsäure als auch von Ritonavir und ist daher
kontraindiziert (siehe "Kontraindikationen" ).
Rifampicin/Rifapenti Rifampicin und Rifapentin sind starke
n* CYP3A4-Induktoren, was zu einer verminderten Exposition
von Nirmatrelvir/Ritonavir und einem möglichen Verlust
des virologischen Ansprechens führen kann. Die
gleichzeitige Anwendung von Rifampicin oder Rifapentin
mit Paxlovid ist kontraindiziert (siehe
"Kontraindikationen" ).
Antiparasitikum ↓Albendazol Aufgrund der Induktion durch Ritonavir kann es zu einer
signifikanten Abnahme der Plasmakonzentration von
Albendazol und seinem aktiven Metaboliten kommen, mit
dem Risiko einer verminderten Wirksamkeit von
Albendazol. Es wird eine klinische Überwachung des
therapeutischen Ansprechens und eine mögliche Anpassung
der Albendazol-Dosis während der Behandlung mit
Paxlovid und nach dem Absetzen empfohlen.
Anti-HIV Arzneimitte ↑Efavirenz (21%) Eine höhere Häufigkeit von Nebenwirkungen (z.B.
l Schwindel, Übelkeit, Parästhesien) und Laboranomalien
(erhöhte Leberenzyme) wurden bei der gleichzeitigen
Verabreichung von Efavirenz mit Ritonavir beobachtet.
↑Maraviroc (161%, Ritonavir erhöht die Serumspiegel von Maraviroc als
28%) Folge der CYP3A-Hemmung. Maraviroc kann mit Ritonavir
verabreicht werden, um die Maraviroc-Exposition zu
erhöhen. Weitere Informationen siehe Fachinformation
von Maraviroc.
↓Raltegravir (16%, Die gleichzeitige Verabreichung von Ritonavir und
1%) Raltegravir führt zu einer geringfügigen Verringerung
der Raltegravir-Spiegel.
↓Zidovudin (25%, ND) Ritonavir kann die Glucuronidierung von Zidovudin
induzieren, was zu leicht verringerten
Zidovudinspiegeln führt. Eine Dosisanpassung sollte
nicht erforderlich sein.
↑Atazanavir, ↑Daruna Weitere Informationen siehe jeweilige Fachinformation
vir, ↑Nevirapin, der Anti-HIV-Arzneimittel. Ritonavir kann die
↑Tipranavir*, Plasmakonzentrationen von Bictegravir durch
↑Bictegravir/↔Emtric CYP3A-Inhibition signifikant erhöhen. Es wird erwartet,
itabin/ ↑Tenofovir dass Ritonavir die Resorption von Tenofoviralafenamid
durch Inhibition von P-gp erhöht, wodurch sich die
systemische Konzentration von Tenofovir erhöht.
Anti-HCV-Arzneimitte ↑Glecaprevir/Pibrent Die Serumkonzentrationen können aufgrund der Hemmung
l asvir von P-gp, BCRP und OATP1B durch Ritonavir erhöht sein.
Die gleichzeitige Verabreichung von
Glecaprevir/Pibrentasvir und Paxlovid ist aufgrund
eines erhöhten Risikos von ALT-Erhöhungen in Verbindung
mit einer erhöhten Glecaprevir-Exposition zu vermeiden.
↑Sofosbuvir/Velpatas Die Serumkonzentrationen sind möglicherweise aufgrund
vir/Voxilaprevir der OATP1B-Inhibition durch Ritonavir erhöht. Die
gleichzeitige Anwendung von Sofosbuvir/Velpatasvir/Voxil
aprevir und Paxlovid wird nicht empfohlen. Für weitere
Informationen siehe Fachinformation von
Sofosbuvir/Velpatasvir/Voxilaprevir.
Antipsychotika ↑Haloperidol, Ritonavir hemmt wahrscheinlich CYP2D6 und wird daher
↑Risperidon, ↑Thiori voraussichtlich die Konzentrationen von Haloperidol,
dazin Risperidon und Thioridazin erhöhen. Eine sorgfältige
Überwachung der therapeutischen und unerwünschten
Wirkungen wird empfohlen, wenn diese Arzneimittel
gleichzeitig mit antiretroviralen Dosen von Ritonavir
verabreicht werden.
↑Lurasidon Aufgrund der CYP3A-Hemmung durch Ritonavir sind höhere
Konzentrationen von Lurasidon zu erwarten. Die
gleichzeitige Verabreichung mit Lurasidon ist
kontraindiziert (siehe "Kontraindikationen" ).
↑Pimozide* Die gleichzeitige Verabreichung von Ritonavir führt
wahrscheinlich zu erhöhten Plasmakonzentrationen von
Pimozid und ist daher kontraindiziert (siehe
"Kontraindikationen" ).
↑Clozapin Angesichts des Risikos eines erheblichen Anstiegs der
Clozapin-Exposition und der damit verbundenen
unerwünschten Ereignissen, sollte die gleichzeitige
Verabreichung nicht erfolgen, ausser ein
multidisziplinärer Rat wird eingeholt, um die
Koadministration sicher zu begleiten.
↑Quetiapin Aufgrund der CYP3A-Hemmung durch Ritonavir ist eine
Erhöhung der Quetiapin-Konzentration zu erwarten. Die
gleichzeitige Verabreichung von Paxlovid und Quetiapin
ist kontraindiziert, da sie die Quetiapin-bezogene
Toxizität erhöhen kann (siehe "Kontraindikationen" ).
Langwirksame β2-Symp ↑Salmeterol Ritonavir hemmt CYP3A4, so dass ein deutlicher Anstieg
athomimetika der Plasmakonzentration von Salmeterol zu erwarten ist.
Daher ist die gleichzeitige Anwendung mit Paxlovid zu
vermeiden.
Arzneimittel gegen ↑Silodosin Wegen möglicher posturaler Hypotonie ist die
benigne Prostatahype gleichzeitige Anwendung kontraindiziert (siehe
rplasie "Kontraindikationen" ).
Kalziumkanalblocker ↑Amlodipin, ↑Diltiaz Ritonavir, das als pharmakokinetischer Verstärker oder
em, ↑Felodipin, als antiretrovirales Mittel verabreicht wird, hemmt
↑Nicardipin, ↑Nifedi CYP3A4 und dürfte daher die Plasmakonzentrationen von
pin, ↑Verapamil Kalziumkanalantagonisten erhöhen. Eine sorgfältige
Überwachung der therapeutischen und unerwünschten
Wirkungen wird empfohlen, wenn diese Arzneimittel
gleichzeitig mit Ritonavir verabreicht werden.
Lercanidipin Die gemeinsame Verabreichung von Paxlovid und
Lercanidipin sollte vermieden werden.
Kardiovaskulär ↑Aliskiren Die gleichzeitige Anwendung mit Paxlovid ist zu
wirksame Arzneimitte vermeiden.
l
↑Eplerenon Die gleichzeitige Verabreichung mit Eplerenon ist wegen
der Gefahr einer Hyperkaliämie kontraindiziert (siehe
"Kontraindikationen" ).
↑Ivabradin Die gleichzeitige Verabreichung mit Ivabradin ist
aufgrund des Potenzials für Bradykardie oder
Erregungsleitungsstörungen kontraindiziert (siehe
"Kontraindikationen" ).
↑Ticagrelor, ↑Vorapa Die gleichzeitige Anwendung mit Paxlovid ist zu
xar*, ↓Clopidogrel, vermeiden.
aktiver Clopidogrel-
Metabolite
↑Cilostazol* Eine Dosisanpassung von Cilostazol wird empfohlen.
Weitere Informationen siehe Fachinformation von
Cilostazol.
Vorwiegend über ↑Betamethason, Die gleichzeitige Verabreichung mit Kortikosteroiden
CYP3A metabolisierte ↑Budesonid, ↑Cicleso (alle Verabreichungswege), deren Exposition durch
Kortikosteroide nid, ↑Dexamethason, starke CYP3A-Inhibitoren signifikant erhöht wird, kann
↑Fluticason, ↑Methyl das Risiko eines Cushing-Syndroms und einer
prednisolon, ↑Mometa Nebennierensuppression erhöhen. Das Risiko eines
son, ↑Triamcinolon Cushing-Syndroms und einer Nebennierensuppression bei
kurzfristiger Einnahme eines starken CYP3A4-Hemmers ist
jedoch gering. Alternative Kortikosteroide wie
Beclomethason, Prednison und Prednisolon sollten in
Betracht gezogen werden.
Potentiatoren des Lumacaftor/Ivacaftor Die gleichzeitige Anwendung ist wegen des möglichen
Transmembran-Leitfäh Verlusts der virologischen Reaktion und möglicher
igkeitsreglers bei Resistenz kontraindiziert (siehe "Kontraindikationen" ).
zystischer Fibrose
↑Ivacaftor, ↑Elexaca Reduzierung der Dosierung bei gleichzeitiger
ftor/Tezacaftor/ Verabreichung mit Paxlovid. Weitere Informationen siehe
Ivacaftor, ↑Tezacaft jeweilige Fachinformation.
or/Ivacaftor
Dipeptidylpeptidase ↑Saxagliptin Eine Dosisanpassung von Saxagliptin wird empfohlen.
4 (DPP4)-Inhibitoren Weitere Informationen siehe Fachinformation von
Saxagliptin.
Endothelin-Rezeptor- ↑Bosentan Die gleichzeitige Verabreichung von Bosentan und
Antagonisten Ritonavir kann die maximale Bosentan-Konzentration
(Cmax) und AUC im Steady-State erhöhen. Die Einnahme
von Bosentan muss mindestens 36 h vor Beginn der
Behandlung mit Paxlovid eingestellt werden. Weitere
Informationen siehe Fachinformation von Bosentan.
Ergotaminderivate ↑Dihydroergotamin*, Die gleichzeitige Verabreichung von Ritonavir führt
↑Ergometrin*, wahrscheinlich zu erhöhten Plasmakonzentrationen von
↑Ergotamin*, ↑Methyl Ergotamin-Derivaten und ist daher kontraindiziert
ergometrin (siehe "Kontraindikationen" ).
GI-Motorik beeinflus ↑Cisaprid* Erhöhte Plasmakonzentrationen von Cisaprid. Dadurch
sende Arzneimittel erhöht sich das Risiko schwerwiegender
Herzrhythmusstörungen durch dieses Arzneimittel. Die
gleichzeitige Anwendung mit Paxlovid ist
kontraindiziert (siehe "Kontraindikationen" ).
Pflanzliche Zubereit Johanniskraut Pflanzliche Zubereitungen, die Johanniskraut (Hypericum
ungen perforatum) enthalten: wegen des Risikos verminderter
Plasmakonzentrationen und verminderter klinischer
Wirkungen von Nirmatrelvir und Ritonavir ist die
gleichzeitige Anwendung mit Paxlovid kontraindiziert
(siehe "Kontraindikationen" ).
HMG-CoA-Reduktase-In ↑Lovastatin*, HMG-CoA-Reduktase-Inhibitoren, die in hohem Masse vom
hibitoren ↑Simvastatin CYP3A-Stoffwechsel abhängig sind, wie Lovastatin und
Simvastatin, werden voraussichtlich deutlich erhöhte
Plasmakonzentrationen aufweisen, wenn sie zusammen mit
Ritonavir als antiretrovirales Mittel oder als
pharmakokinetischer Verstärker verabreicht werden. Da
erhöhte Konzentrationen von Lovastatin und Simvastatin
die Patienten für Myopathien, einschliesslich
Rhabdomyolyse, prädisponieren können, ist die
Kombination dieser Arzneimittel mit Ritonavir
kontraindiziert (siehe "Kontraindikationen" ).
Lovastatin und Simvastatin sind mindestens 12 h vor
Beginn der Behandlung mit Paxlovid, während der 5 Tage
Behandlung mit Paxlovid und für 5 Tage nach Beendigung
der Behandlung mit Paxlovid abzusetzen.
↑Atorvastatin, Der Metabolismus von Atorvastatin ist weniger abhängig
↑Rosuvastatinb von CYP3A. Obwohl die Ausscheidung von Rosuvastatin
nicht von CYP3A abhängig ist, wurde bei gleichzeitiger
Verabreichung von Ritonavir über eine erhöhte
Rosuvastatin-Exposition berichtet. Der Mechanismus
dieser Wechselwirkung ist nicht klar, könnte aber das
Ergebnis einer Transporterhemmung sein. Wenn Ritonavir
als pharmakokinetischer Verstärker oder als
antiretrovirales Mittel eingesetzt wird, sollten die
niedrigstmöglichen Dosen von Atorvastatin oder
Rosuvastatin verabreicht werden. Die Einnahme von
Atorvastatin und Rosuvastatin muss vor Beginn sowie
nach Abschluss der Paxlovid-Therapie nicht abgesetzt
werden.
↑Fluvastatin, Der Metabolismus von Pravastatin und Fluvastatin ist
↑Pravastatin nicht von CYP3A abhängig, und es sind keine
Wechselwirkungen mit Ritonavir zu erwarten. Wenn eine
Behandlung mit einem HMG-CoA-Reduktase-Hemmer angezeigt
ist, wird Pravastatin oder Fluvastatin empfohlen.
Hormonelle Kontrazep ↓Ethinylestradiol Während der 5-tägigen Behandlung mit Paxlovid und bis
tiva (40%, 32%) zu einem Menstruationszyklus nach Absetzen von Paxlovid
sollte zur Empfängnisverhütung eine Barriere-Methode
oder ein nicht hormonelles Kontrazeptivum in Betracht
gezogen werden, wenn Ritonavir, in Dosierungen als
antiretrovirales Mittel oder zur Verbesserung der
Pharmakokinetik, gemeinsam mit Ethinylestradiol
verabreicht wird. Ritonavir kann das Blutungsverhalten
ändern und reduziert die Wirksamkeit östrogenhaltiger
Kontrazeptiva.
Immunosuppressiva Calcineurin-Inhibito Die gleichzeitige Anwendung von Calcineurin-Inhibitoren
ren: ↑Ciclosporin, und mTOR-Inhibitoren während der Behandlung mit
↑Tacrolimus Paxlovid sollte vermieden werden.
mTOR- Inhibitoren: Falls dies nicht möglich ist, werden während und nach
↑Everolimus, ↑Siroli der Behandlung mit Paxlovid eine Dosisanpassung des
mus Immunsuppressivums sowie eine engmaschige und
regelmässige Überwachung der Immunsuppressivum-Konzentra
tionen und der immunsuppressivum-assoziierten
unerwünschten Wirkungen empfohlen. Weitere
Informationen finden Sie in der Fachinformation des
jeweiligen Immunsuppressivums und in den neuesten
Therapierichtlinien. Lassen Sie sich von einer
multidisziplinären Expertengruppe beraten (siehe
"Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen" ).
↑Voclosporin Die gleichzeitige Verabreichung ist aufgrund des
Potenzials für akute und/oder chronische
Nephrotoxizität kontraindiziert (siehe
"Kontraindikationen" ).
Janus-Kinase (JAK) ↑Tofacitinib Eine Dosisanpassung von Tofacitinib wird empfohlen.
Inhibitoren Weitere Informationen siehe Fachinformation von
Tofacitinib.
↑Upadacitinib Die Dosierungsempfehlungen für die gleichzeitige
Verabreichung von Upadacitinib mit Paxlovid hängen von
der jeweiligen Indikation von Upadacitinib ab. Weitere
Informationen siehe Fachinformation von Upadacitinib.
Lipidmodifizierende ↑Lomitapid* CYP3A4-Inhibitoren erhöhen die Exposition von
Wirkstoffe Lomitapid, wobei starke Inhibitoren die Exposition um
das 27-Fache erhöhen. Aufgrund der CYP3A-Hemmung durch
Ritonavir ist eine Erhöhung der Lomitapid-Konzentration
zu erwarten. Die gleichzeitige Anwendung von Paxlovid
mit Lomitapid ist wegen des Potenzials für
Hepatotoxizität und gastrointestinale Nebenwirkungen
kontraindiziert (siehe "Kontraindikationen" ).
Migränearzneimittel ↑Eletriptan Die gleichzeitige Verabreichung von Eletriptan
innerhalb von mindestens 72 h nach der Einnahme von
Paxlovid ist aufgrund des Potenzials für schwerwiegende
unerwünschte Reaktionen, einschliesslich
kardiovaskulärer und zerebrovaskulärer Ereignisse,
kontraindiziert (siehe "Kontraindikationen" ).
↑Rimegepant Die gleichzeitige Anwendung ist zu vermeiden.
↑Ubrogepant* Die gleichzeitige Verabreichung von Ubrogepant ist
aufgrund des Potenzials für schwerwiegende unerwünschte
Reaktionen kontraindiziert (siehe "Kontraindikationen"
).
Mineralkortikoid-Rez ↑Finerenon Die gleichzeitige Verabreichung ist kontraindiziert
eptor-Antagonisten aufgrund des Potenzials für schwerwiegende unerwünschte
Reaktionen, einschliesslich Hyperkaliämie, Hypotonie
und Hyponatriämie (siehe "Kontraindikationen" ).
Muscarin-Rezeptor-An ↑Darifenacin Die Tagesdosis von Darifenacin sollte bei
tagonisten gleichzeitiger Verabreichung mit Paxlovid 7.5 mg nicht
überschreiten. Weitere Informationen siehe
Fachinformation von Darifenacin.
↑Solifenacin Die Tagesdosis von Solifenacin sollte bei
gleichzeitiger Verabreichung mit Paxlovid 5 mg nicht
überschreiten. Weitere Informationen siehe
Fachinformation von Solifenacin.
Neuropsychiatrische ↑Suvorexant* Die gleichzeitige Anwendung von Suvorexant ist zu
Arzneimittel vermeiden.
↑Aripiprazol, Eine Dosisanpassung von Aripiprazol, Brexpiprazol,
↑Brexpiprazol, Cariprazin, Iloperidon, Lumateperon und Pimavanserin
↑Cariprazin, ↑Iloper wird empfohlen. Weitere Informationen siehe jeweilige
idon*, ↑Lumateperon* Produktinformation.
, ↑Pimavanserin*
Nichtopioid-Analgeti ↑Suzetrigin* und Die gleichzeitige Verabreichung ist kontraindiziert
ka (selektive aktiver Metabolit aufgrund des Potenzials schwerwiegender und/oder
Blocker der Nav1.8-N M6-SUZ lebensbedrohlicher Nebenwirkungen von Suzetrigin (siehe
atriumkanäle) "Kontraindikationen" ).
Opioidantagonisten ↑Naloxegol Die gleichzeitige Verabreichung ist aufgrund des
Potenzials für Opioid-Entzugssymptome kontraindiziert
(siehe "Kontraindikationen" ).
Phosphodiesterase ↑Avanafil (13-fach, Da ein sicheres und wirksames Dosierungsschema für
(PDE5) Inhibitoren 2.4-fach) Avanafil noch nicht etabliert wurde, ist die
gleichzeitige Anwendung von Avanafil mit Paxlovid
kontraindiziert (siehe "Kontraindikationen" ).
↑Sildenafil (11-fach Die gleichzeitige Anwendung von Sildenafil mit Paxlovid
, 4-fach) ist kontraindiziert. (siehe "Kontraindikationen" ).
↑Tadalafil (124%, ↔) Die gleichzeitige Anwendung von Tadalafil mit Paxlovid
ist kontraindiziert (siehe "Kontraindikationen" ).
↑Vardenafil (49-fach Die gleichzeitige Anwendung von Vardenafil mit Paxlovid
, 13-fach) ist kontraindiziert (siehe "Kontraindikationen" ).
Sedativa/Hypnotika ↑Clorazepat, ↑Diazep Die gleichzeitige Verabreichung von Ritonavir führt
am, ↑Estazolam*, wahrscheinlich zu erhöhten Plasmakonzentrationen von
↑Flurazepam Clorazepat, Diazepam, Estazolam und Flurazepam und ist
daher kontraindiziert (siehe "Kontraindikationen" ).
↑Buspiron*, ↑Zolpide Eine Dosisreduzierung sowie eine Überwachung auf
m (28%, 22%) unerwünschte Ereignisse kann für diese Medikamente
erforderlich sein, wenn sie zusammen mit Paxlovid
verabreicht werden.
↑Oral (1330%, 268%) Midazolam wird in hohem Mass durch CYP3A4
und parenteral metabolisiert. Die gleichzeitige Verabreichung mit
angewendetes Midazol Paxlovid kann einen starken Anstieg der
am b Midazolam-Konzentration verursachen. Es ist zu
erwarten, dass die Plasmakonzentrationen von Midazolam
bei oraler Verabreichung von Midazolam deutlich höher
sind. Daher sollte Paxlovid nicht zusammen mit oral
verabreichtem Midazolam verabreicht werden (siehe
"Kontraindikationen" ), während bei der gleichzeitigen
Verabreichung von Paxlovid und parenteralem Midazolam
Vorsicht geboten ist. Daten aus der gleichzeitigen
Anwendung von parenteralem Midazolam mit anderen
Proteaseinhibitoren deuten auf einen möglichen
3-4-fachen Anstieg der Midazolam-Plasmaspiegel hin.
Wenn Paxlovid zusammen mit parenteralem Midazolam
verabreicht wird, sollte dies auf einer Intensivstation
oder einer ähnlichen Einrichtung geschehen, die eine
engmaschige klinische Überwachung und ein angemessenes
medizinisches Management im Falle einer Atemdepression
und/oder einer verlängerten Sedierung gewährleistet.
Eine Dosisanpassung von Midazolam sollte in Betracht
gezogen werden, vor allem wenn mehr als eine
Einzeldosis Midazolam verabreicht wird.
↑Triazolam (>20-fach Die gleichzeitige Verabreichung von Ritonavir führt
, 87%) wahrscheinlich zu erhöhten Plasmakonzentrationen von
Triazolam und ist daher kontraindiziert (siehe
"Kontraindikationen" ).
↑Alprazolam (2.5-fac Der Alprazolam-Metabolismus wird nach der Einführung
h, ↔) von Ritonavir gehemmt. In den ersten Tagen der
gleichzeitigen Verabreichung von Alprazolam mit
Ritonavir, das als antiretrovirales Mittel oder als
pharmakokinetischer Verstärker verabreicht wird, ist
Vorsicht geboten, bevor die Induktion des
Alprazolam-Stoffwechsels abläuft.
Serotonin-Rezeptor ↑Flibanserin* Die gleichzeitige Verabreichung ist kontraindiziert
1A-Agonisten/Seroton aufgrund des Potenzials für Hypotonie, Synkope und
in-Rezeptor 2A-Antag ZNS-Depression (siehe "Kontraindikationen" ).
onisten
Raucherentwöhnung ↓Bupropion (22%, Bupropion wird hauptsächlich durch CYP2B6
21%) metabolisiert. Bei gleichzeitiger Verabreichung von
Bupropion mit wiederholten Dosen von Ritonavir ist mit
einer Verringerung der Bupropion-Spiegel zu rechnen. Es
wird angenommen, dass diese Wirkungen auf eine
Induktion des Bupropion-Metabolismus zurückzuführen
sind. Da Ritonavir jedoch auch CYP2B6 in vitro hemmt,
sollte die empfohlene Bupropion-Dosis nicht
überschritten werden. Im Gegensatz zur
Langzeitverabreichung von Ritonavir gab es nach
kurzfristiger Verabreichung niedriger Ritonavir-Dosen
(200 mg zweimal täglich über 2 Tage) keine
nennenswerten Wechselwirkungen mit Bupropion, was
darauf hindeutet, dass die Verringerung der
Bupropion-Konzentration möglicherweise erst einige Tage
nach Beginn der Ritonavir-Koadministration einsetzt.
Schilddrüsenhormon-e Levothyroxin Nach dem Inverkehrbringen wurden Fälle gemeldet, die
rsatztherapie auf eine mögliche Wechselwirkung zwischen
Ritonavir-haltigen Produkten und Levothyroxin
hinweisen. Das schilddrüsenstimulierende Hormon (TSH)
sollte bei Patienten, die mit Levothyroxin behandelt
werden, mindestens im ersten Monat nach Beginn und/oder
Beendigung der Behandlung mit Ritonavir überwacht
werden.
Stimulatoren der ↑Riociguat Die Serumkonzentrationen können aufgrund der Hemmung
löslichen Guanylatzy von CYP3A und P-gp durch Ritonavir erhöht sein. Eine
klase (sGC) Dosisanpassung wird für Riociguat empfohlen. Weitere
Informationen siehe Fachinformation von Riociguat.
Vasopressin-Rezeptor ↑Tolvaptan Die gleichzeitige Anwendung ist kontraindiziert wegen
-Antagonisten möglicher Dehydratation, Hypovolämie und Hyperkaliämie
(siehe "Kontraindikationen" ).
Abkürzungen: ALT =
Alanin Aminotransfer
ase * in der Schweiz
nicht zugelassen,
a siehe "Interaktion
en" Tabelle 4, b
siehe "Interaktionen
" Tabelle 3.
Die Auswirkungen einer gleichzeitigen Verabreichung von Paxlovid mit Midazolam (CYP3A4-Substrat), Dabigatran (P-gp-Substrat) oder Rosuvastatin (OATP1B1-Substrat) auf die AUCinf und Cmax von Midazolam, Dabigatran bzw. Rosuvastatin sind in Tabelle 3 zusammengefasst.
Tabelle 3: Auswirkung von Nirmatrelvir/Ritonavir auf die Pharmakokinetik des gleichzeitig verabreichten Arzneimittels
Gleichzeitig verabre Dosis (Schema) N Prozentuales Verhält
ichtes Arzneimittel nisa von Test/Refere
nz der geometrischen
Mittelwerte (90%-KI
); kein Effekt = 100
Gleichzeitig verabre Nirmatrelvir/Ritonav Cmax AUCinf
icht ir
Midazolamb 2 mg (1 Dosis) 300 mg/100 mg 10 368.33 (318.91, 1430.02 (1204.54,
zweimal täglich (9 425.41) 1697.71)
Dosen)
Dabigatranb 75 mg (1 Dosis) 300 mg/100 mg 24 233.06 (172.14, 194.47 (155.29,
zweimal täglich (4 315.54) 243.55)
Dosen)
Rosuvastatinb 10 mg(1 Dosis) 300 mg/100 mg 12 212.44 (174.31, 131.18 (115.89,
zweimal täglich(3 258.90) 148.48)
Dosen)
Abkürzungen: AUCinf
= Fläche unter der
Plasmakonzentrations
-Zeit-Kurve von
Zeitpunkt 0 bis
unendlich, KI =
Konfidenzintervall,
Cmax = maximale
Plasmakonzentration;
CYP3A4 = Cytochrom
P450 3A4; OATP1B1 =
organisches Anionen-
transportierendes
Polypeptid 1B1;
P-gp = P-Glykoprotei
n. a Prozentuales
Verhältnis von Test
(d.h. Midazolam,
Dabigatran oder
Rosuvastatin in
Kombination mit
Nirmatrelvir/Ritonav
ir)/Referenz (d.h.
Midazolam, Dabigatra
n oder Rosuvastatin
allein). b Für
Midazolam, Test =
Nirmatrelvir/Ritonav
ir plus Midazolam,
Referenz = Midazolam
. Midazolam ist ein
CYP3A4-Index-Substra
t. Für Dabigatran,
Test = Nirmatrelvir/
Ritonavir plus
Dabigatran, Referenz
= Dabigatran.
Dabigatran ist ein
P-gp-Index-Substrat.
Für Rosuvastatin,
Test = Nirmatrelvir/
Ritonavir plus
Rosuvastatin,
Referenz = Rosuvasta
tin. Rosuvastatin
ist ein OATP1B1-Inde
x-Substrat.
Einfluss anderer Substanzen auf die Pharmakokinetik von Paxlovid
Nirmatrelvir und Ritonavir sind CYP3A-Substrate; daher können CYP3A induzierende Arzneimittel die Plasmakonzentrationen von Nirmatrelvir und Ritonavir verringern und die therapeutische Wirkung von Paxlovid reduzieren.
Die Auswirkungen einer gleichzeitigen Anwendung von Paxlovid mit Itraconazol (CYP3A-Inhibitor) und Carbamazepin (CYP3A-Induktor) auf die AUC und Cmax von Nirmatrelvir sind in Tabelle 4 (Auswirkungen anderer Arzneimittel auf Nirmatrelvir) zusammengefasst.
Tabelle 4: Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln: pharmakokinetische Parameter für Nirmatrelvir in Gegenwart gleichzeitig verabreichter Arzneimittel
Gleichzeitig verabre Dosis (Schema) N Prozentuales Verhält
ichtes Arzneimittel nis der pharmakokine
tischen Parameter
von Nirmatrelvira
(90%-KI); kein
Effekt = 100
Gleichzeitig verabre Nirmatrelvir/Ritonav Cmax AUCb
ichtes Arzneimittel ir
Carbamazepinc 300 mg zweimal 300 mg/100 mg 10 56.82 (47.04; 68.62) 44.50 (33.77; 58.65)
täglich(16 Dosen) einmal täglich (2
Dosen)
Itraconazol 200 mg einmal 300 mg/100 mg 11 118.57 (112.50; 138.82 (129.25;
täglich(8 Dosen) zweimal täglich(5 124.97) 149.11)
Dosen)
Abkürzungen: AUC =
Fläche unter der
Plasmakonzentrations
-Zeit-Kurve, KI =
Konfidenzintervall,
Cmax = beobachtete
maximale Plasmakonze
ntration. a Prozentu
ales Verhältnis von
Test (d.h. Carbamaze
pin oder Itraconazol
in Kombination mit
Nirmatrelvir/Ritonav
ir)/Referenz (d.h.
Nirmatrelvir/Ritonav
ir allein). b Für
Carbamazepin: AUC =
AUCinf, für Itracona
zol: AUC = AUCtau c
Dosistitration von
Carbamazepin bis
300 mg zweimal
täglich an Tag 8
bis Tag 15 (z.B.
100 mg zweimal
täglich an Tag 1
bis Tag 3 und 200
mg zweimal täglich
an Tag 4 bis Tag 7)
Schwangerschaft, StillzeitGebärfähige Frauen
Es liegen nur im begrenzten Umfang Daten zur Anwendung von Paxlovid bei Schwangeren vor, die Aufschluss über das Risiko arzneimittelassoziierter unerwünschter Wirkungen auf die Entwicklung des Fötus/Embryos geben würden. Gebärfähige Frauen sollten eine Schwangerschaft während und bis 7 Tage nach Beendigung der Behandlung mit Paxlovid vermeiden.
Die Anwendung von Ritonavir kann die Wirksamkeit kombinierter hormoneller Kontrazeptiva verringern. Patientinnen, die kombinierte hormonelle Kontrazeptiva einnehmen, sollte geraten werden, während der Behandlung mit Paxlovid und bis einen Menstruationszyklus danach, eine alternative wirksame Methode zur Empfängnisverhütung oder eine zusätzliche Barriere-Methode anzuwenden (siehe "Interaktionen" ).
Schwangerschaft
Es liegen nur in begrenztem Umfang Daten zur Anwendung von Paxlovid bei Schwangeren vor.
In Studien zur embryofötalen Entwicklungstoxizität an Ratten- und Kaninchen zeigten sich bei keiner der getesteten Dosen Auswirkungen von Nirmatrelvir auf die fötale Morphologie oder die embryofötale Lebensfähigkeit, obwohl bei Kaninchen ein geringeres fötales Körpergewicht beobachtet wurde. In einer prä- und postnatalen Entwicklungsstudie an Ratten wurden keine schädlichen Wirkungen von Nirmatrelvir festgestellt (siehe "Präklinische Daten" ).
Daten einer grossen Anzahl von Frauen, die während der Schwangerschaft gegenüber Ritonavir exponiert waren, deuten nicht auf einen Anstieg der Fehlbildungsrate im Vergleich zu den Raten hin, die anhand von Meldesystemen für Fehlbildungen in der Bevölkerung beobachtet werden.
Tierexperimentelle Daten zu Ritonavir zeigten eine Reproduktionstoxizität (siehe "Präklinische Daten" ).
Eine Anwendung von Paxlovid während der Schwangerschaft und bei Frauen im gebärfähigen Alter, die keine Empfängnisverhütung anwenden, wird nicht empfohlen, es sei denn, die klinischen Umstände erfordern eine Behandlung mit Paxlovid.
Stillzeit
In einer klinischen Pharmakokinetik-Studie erhielten 8 gesunde stillende Frauen, die mindestens 12 Wochen nach der Geburt waren, 3 Dosen (Steady-State-Dosierung) von 300 mg/100 mg Nirmatrelvir/Ritonavir. Nirmatrelvir und Ritonavir gingen in geringen Mengen in die Muttermilch über, mit einem Milch-Plasma-AUC-Verhältnis von 0.26 bzw. 0.07. Die geschätzte tägliche kindliche Dosis (unter Annahme einer durchschnittlichen Milchaufnahme von 150 ml/kg/Tag) betrug 1.8% bzw. 0.2% der mütterlichen Dosis.
Es liegen keine Daten vor über die Auswirkungen von Nirmatrelvir oder Ritonavir auf das gestillte Neugeborene/den Säugling oder die Milchproduktion. Ein Risiko für das Neugeborene/den Säugling kann nicht ausgeschlossen werden. Das Stillen sollte während der Behandlung mit Paxlovid und bis 48 Stunden nach Beendigung der Behandlung mit Paxlovid eingestellt werden.
Fertilität
Es liegen keine Humandaten zur Auswirkung von Paxlovid (Nirmatrelvir und Ritonavir) oder Ritonavir allein auf die Fertilität vor.
Weder Nirmatrelvir noch Ritonavir, separat untersucht, zeigten bei Ratten Auswirkungen auf die Fertilität (siehe "Präklinische Daten" ).
Wirkung auf die Fahrtüchtigkeit und auf das Bedienen von MaschinenEin Einfluss von Paxlovid auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen wird nicht erwartet.
Unerwünschte WirkungenZusammenfassung des Sicherheitsprofils
Die Sicherheit von Paxlovid basiert auf den Daten aus zwei randomisierten, placebokontrollierten Phase-2/3-Studien an erwachsenen Teilnehmern ab 18 Jahren (siehe "Pharmakodynamik" ):
-In den Studien C4671005 (EPIC-HR) und C4671002 (EPIC-SR) wurde Paxlovid (Nirmatrelvir/Ritonavir 300 mg/100 mg) alle 12 Stunden über 5 Tage bei symptomatischen Teilnehmern mit einer im Labor bestätigten Diagnose einer SARS-CoV-2-Infektion untersucht. Die Teilnehmer mussten bei Studienbeginn eine leichte bis mittelschwere COVID-19-Infektion aufweisen.
In den zwei Studien erhielten 1'692 Teilnehmer eine Paxlovid-Dosis und 1'687 Teilnehmer eine Placebo-Dosis. Die häufigsten unerwünschten Wirkungen (Inzidenz ≥1% in der Paxlovid-Gruppe) waren Dysgeusie (5.4% bzw. 0.2%) und Diarrhö (3.4% bzw. 2.1%).
Das Sicherheitsprofil von Paxlovid bei Teilnehmern mit schweren Nierenfunktionsstörungen, einschliesslich dialysepflichtiger Patienten, stimmte mit dem in placebokontrollierten Studien beobachteten Sicherheitsprofil überein.
Liste der unerwünschten Wirkungen
Die unerwünschten Wirkungen sind nach MedDRA-Systemorganklassen und Häufigkeit gemäss folgender Konvention geordnet: "sehr häufig" (≥1/10); "häufig" (≥1/100, <1/10); "gelegentlich" (≥1/1000, <1/100); "selten" (≥1/10'000, <1/1000); "sehr selten" (<1/10'000); "nicht bekannt" (kann aus den verfügbaren Daten nicht abgeschätzt werden).
Tabelle 5: Unerwünschte Wirkungen von Paxlovid
Systemorganklasse Häufigkeit Nebenwirkungen
Erkrankungen des Immunsystems Gelegentlich Überempfindlichkeit*
Nicht bekannt Anaphylaxie
Erkrankungen des Nervensystems Häufig Dysgeusie, Kopfschmerzen
Gefässerkrankungen Gelegentlich Bluthochdruck
Erkrankungen des Gastrointestinaltrakt Häufig Diarrhoe, Übelkeit*, Erbrechen
s
Gelegentlich Abdominalschmerzen*
Erkrankungen der Haut und des Selten Toxische epidermale Nekrolyse*,
Unterhautgewebes Stevens-Johnson-Syndrom*
Allgemeine Erkrankungen und Nicht bekannt Unwohlsein*
Beschwerden am Verabreichungsort
* Nach dem Inverkehrbringen festgestellte unerwünschte Arzneimittelwirkungen
Beschreibung spezifischer unerwünschter Wirkungen und Zusatzinformationen
In der EPIC-HR-Studie wurden mit Myalgie und Hypertension in Verbindung stehende unerwünschte Wirkungen numerisch öfter beobachtet.
Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von grosser Wichtigkeit. Sie ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels. Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdacht einer neuen oder schwerwiegenden Nebenwirkung über das Online-Portal ElViS (Electronic Vigilance System) anzuzeigen. Informationen dazu finden Sie unter www.swissmedic.ch.
ÜberdosierungDie Behandlung einer Überdosierung von Paxlovid sollte allgemeine unterstützende Massnahmen umfassen, einschliesslich der Überwachung der Vitalzeichen und der Beobachtung des klinischen Zustands des Patienten. Es gibt kein spezifisches Antidot für eine Überdosierung von Paxlovid.
Eigenschaften/WirkungenATC-Code
J05AE30
Wirkungsmechanismus
Nirmatrelvir ist ein peptidomimetischer Inhibitor der SARS-CoV-2-Hauptprotease (Mpro), die auch als 3C-ähnliche Protease (3CLpro) oder nsp5-Protease bezeichnet wird. Durch die Hemmung der SARS-CoV-2 Mpro wird diese unfähig, Polyproteinvorläufer zu verarbeiten, wodurch die Virusreplikation verhindert wird.
Ritonavir inhibiert den CYP3A-vermittelten Metabolismus von Nirmatrelvir und sorgt so für höhere Plasmakonzentrationen von Nirmatrelvir.
Antivirale Aktivität
Antivirale Aktivität in-vitro
Nirmatrelvir zeigte antivirale Aktivität gegen SARS-CoV-2-Infektionen von dNHBE [differentiated normal human bronchial epithelial]-Zellen, einer primären menschlichen Lungen-Alveolarepithel-Zelllinie (EC50-Wert von 61.8 nM und EC90-Wert von 181 nM) nach dreitägiger Exposition gegenüber dem Arzneimittel.
Die antivirale Aktivität von Nirmatrelvir gegen die Omikron-Subvarianten BA.2, BA.2.12.1, BA.4, BA.4.6, BA.5, BF.7 (P252L+F294L), BF.7 (T243I), BQ.1.11, BQ.1, XBB.1.5, EG.5 und JN.1 wurde in Vero E6-TMPRSS2-Zellen in Gegenwart eines P-gp-Inhibitors untersucht. Nirmatrelvir hatte einen medianen EC50-Wert von 88 nM (Bereich: 39–146 nM) gegen die Omikron-Subvarianten, was eine Veränderung des EC50-Wertes um ≤1.8 im Vergleich zum USA-WA1/2020-Isolat widerspiegelt.
Zusätzlich wurde die antivirale Aktivität von Nirmatrelvir gegen die Varianten SARS-CoV-2 Alpha, Beta, Gamma, Delta, Lambda, Mu und Omikron BA.1 in Vero E6 P-gp Knockout-Zellen untersucht. Nirmatrelvir hatte einen medianen EC50-Wert von 25 nM (Bereich: 16–141 nM). Die Beta-Variante war die am wenigsten empfindliche Variante, mit einer EC50-Veränderung von 3.7 im Vergleich zum USA WA1/2020 Isolat. Die anderen Varianten hatten EC50-Werte ≤1.1 im Vergleich zum USA WA1/2020 Isolat.
Antivirale Resistenz in Zellkulturen und biochemischen Tests
SARS-CoV-2-Mpro-Rückstände, die potenziell mit Nirmatrelvir-Resistenz assoziiert sind, wurden mit einer Reihe von Methoden identifiziert, darunter die SARS-CoV-2-Resistenzselektion, das Testen rekombinanter SARS-CoV-2-Viren mit Mpro-Substitutionen und biochemische Tests mit rekombinanter SARS-CoV-2-Mpro, die Aminosäuresubstitutionen enthält. Tabelle 6 zeigt Mpro-Substitutionen und Kombinationen von Mpro-Substitutionen, die in Nirmatrelvir selektierten SARS-CoV-2-Viren in Zellkulturen beobachtet wurden. Einzelne Mpro-Substitutionen sind unabhängig davon aufgeführt, ob sie allein oder in Kombination mit anderen Mpro-Substitutionen auftraten. Beachten Sie, dass die Mpro-Substitutionen S301P und T304I die Positionen P6 und P3 der nsp5/nsp6- Schnittstelle am C-Terminus von Mpro überlappen. Substitutionen an anderen Mpro- Schnittstellen wurden in Zellkulturen nicht mit einer Nirmatrelvir-Resistenz in Verbindung gebracht. Die klinische Bedeutung dieser Substitutionen ist unbekannt.
Tabelle 6: SARS-CoV-2 Mpro-Aminosäuresubstitutionen, selektiert durch Nirmatrelvir in Zellkultur
Einzel-Substitution T21I (1.1-4.8), L50F (1.5-4.2), P108S (ND), T135I (ND), F140L (4.1), S144A
(Änderung im EC50-We (2.2-5.3), C160F (ND), E166A (3.3), E166V (25-288), L167F (ND), T169I (ND),
rt) H172Y (ND), A173V (0.9-1.7), V186A (ND), R188G (ND), A191V (ND), A193P (ND),
P252L (5.9), S301P (ND), und T304I (1.4-5.5).
≥2 Substitutionen T21I+S144A (9.4), T21I+E166V (83), T21I+A173V (3.1-8.9), T21I+T304I
(Änderung im EC50-We (3.0-7.9), L50F+E166V (34-175), L50F+T304I (5.9), T135I+T304I (3.8),
rt) F140L+A173V (10.1), H172Y+P252L (ND), A173V+T304I (20.2),
T21I+L50F+A193P+S301P (28.8), T21I+S144A+T304I (27.8),
T21I+C160F+A173V+V186A+T304I (28.5), T21I+A173V+T304I (15), und
L50F+F140L+L167F+T304I (54.7).
Abkürzungen: ND = keine Daten (die Substitution ist aus der Nirmatrelvir-Resistenzselektion hervorgegangen, wurde aber nicht für die Bestimmung der EC50 in einem antiviralen Assay getestet).
In einem biochemischen Test mit rekombinanter SARS-CoV-2 Mpro, die Aminosäuresubstitutionen enthält, führten die folgenden SARS-CoV-2 Mpro-Substitutionen zu einer ≥3-fach reduzierten Aktivität (Änderung basierend auf Ki-Werten) von Nirmatrelvir: Y54A (25), F140A (21), F140L (7.6), F140S (230), G143S (3.6), S144A (46), S144E (480), S144T (170), H164N (6.7), E166A (35), E166G (6.2), E166V (7700), P168del (9.3), H172Y (250), A173S (4.1), A173V (16), R188G (38), Q192L (29), Q192P (7.8), und V297A (3.0). Zusätzlich führten die folgenden Kombinationen von Mpro-Substitutionen zu einer ≥3-fach reduzierten Nirmatrelvir-Aktivität: T21I+S144A (20), T21I+E166V (11000), T21I+A173V (15), L50F+E166V (4500), E55L+S144A (56), T135I+T304I (5.1), F140L+A173V (95), S144A+T304I (28), E166V+L232R (5700), P168del+A173V (170), H172Y+P252L (180), A173V+T304I (28), T21I+S144A+T304I (51), T21I+A173V+T304I (55), L50F+E166A+L167F (180), T21I+L50F+A193P+S301P (7.3), L50F+F140L+L167F+T304I (190), und T21I+C160F+A173V+V186A+T304I (28). Die folgenden Substitutionen und Kombinationen von Substitutionen traten in der Zellkultur auf, führten aber in biochemischen Assays zu einer <3-fach reduzierten Nirmatrelvir-Aktivität: T21I (1.6), L50F (0.2), P108S (2.9), T135I (2.2), C160F (0.6), L167F (1.5), T169I (1.4), V186A (0.8), A191V (0.8), A193P (0.9), P252L (0.9), S301P (0.2), T304I (1.0), T21I+T304I (1.8), und L50F+T304I (1.3). Die klinische Bedeutung dieser Substitutionen ist unbekannt.
Die meisten Einzel- und einige Doppel-Mpro-Aminosäuresubstitutionen, die identifiziert wurden und welche die Anfälligkeit von SARS-CoV-2 für Nirmatrelvir verringerten, führten zu einer EC50-Verschiebung von <5-fach verglichen mit dem SARS-CoV-2 Wildtyp in einem antiviralen Zelltest. Viren, die E166V enthalten, zeigen die grösste Reduktion der Empfindlichkeit gegenüber Nirmatrelvir und scheinen Replikationsdefekte zu haben, da sie entweder nicht generiert werden konnten oder einen sehr niedrigen Virustiter ergaben. Im Allgemeinen führten Dreifach- und einige Doppel-Mpro-Aminosäuresubstitutionen zu EC50-Veränderungen von mehr als dem 5-Fachen des Wildtyps. Die klinische Signifikanz muss noch besser verstanden werden, insbesondere im Zusammenhang mit einer hohen klinischen Exposition von Nirmatrelvir (≥5× EC90). Bislang wurden diese Substitutionen in der EPIC-HR oder EPIC-SR-Studien nicht als aus der Behandlung entstandene Substitutionen identifiziert, die mit einer Hospitalisierung oder Tod assoziiert gewesen wären.
Die behandlungsbedingten Substitutionen wurden unter den Teilnehmern der klinischen Studien EPIC-HR/SR ausgewertet, wobei Sequenzdaten sowohl zu Studienbeginn als auch nach Studienende zur Verfügung standen (n = 907 Paxlovid-behandelte Teilnehmer, n = 946 Placebo-behandelte Teilnehmer). Veränderungen der SARS-CoV-2 Mpro-Aminosäuren wurden als mit Paxlovid behandelte Substitutionen klassifiziert, wenn sie zu Studienbeginn fehlten, bei 3 oder mehr mit Paxlovid-behandelten Teilnehmern an der gleichen Aminosäure-Position auftraten und ≥2.5-fach häufiger bei Paxlovid-behandelten Teilnehmern auftraten als bei Placebo-behandelten Teilnehmern nach Einnahme. Die folgenden mit Paxlovid behandlungsbedingten Mpro-Substitutionen wurden beobachtet: T98I/R/del (n = 4), E166V (n = 3) und W207L/R/del (n = 4). Innerhalb der Mpro-Spaltstellen wurden die folgenden Substitutionen der Paxlovid-Behandlung beobachtet: A5328S/V (n = 7) und S6799A/P/Y (n = 4). Diese Substitutionen an der Spaltungsstelle waren nicht mit dem gleichzeitigen Auftreten spezifischer Mpro-Substitutionen assoziiert.
Keine der oben aufgeführten behandlungsbedingten Substitutionen an Mpro oder Mpro-Spaltungsstellen trat bei mit Paxlovid behandelten Patienten auf, die hospitalisiert wurden. Daher ist die klinische Bedeutung dieser Substitutionen nicht bekannt.
Rebound der Viruslast
Nach der Behandlung wurde ein Anstieg der nasalen SARS-CoV-2-RNA-Spiegel (d.h. ein Rebound der viralen RNA) an Tag 10 und/oder Tag 14 bei einer Untergruppe von Paxlovid- und Placebo-Empfängern in EPIC-HR und EPIC-SR beobachtet, unabhängig von COVID-19-Symptomen. Die Häufigkeit des Nachweises eines nasalen viralen RNA-Rebounds nach der Behandlung variierte je nach Analyseparametern, war aber im Allgemeinen bei Paxlovid- und Placebo-Empfängern ähnlich. Ein ähnlicher oder geringerer Prozentsatz der Placebo-Empfänger im Vergleich zu den Paxlovid-Empfängern hatte zu allen Studienzeitpunkten sowohl in der Behandlungs- als auch in der Nachbehandlungsphase, nasale virale RNA-Ergebnisse < untere Bestimmungsgrenze (LLOQ).
Der Wiederanstieg der viralen RNA nach der Behandlung war bis zum Tag 28 nach der 5-tägigen Behandlung mit Paxlovid nicht mit dem primären klinischen Ergebnis einer COVID-19-bedingten Hospitalisierung oder Tod jeglicher Ursache verbunden. Die klinische Relevanz eines Anstiegs der viralen RNA nach der Behandlung mit Paxlovid oder Placebo ist nicht bekannt.
EPIC-HR und EPIC-SR waren nicht zur Beurteilung eines symptomatischen viralen RNA-Rebounds konzipiert, und die meisten Symptome traten nach Tag 14 auf (der letzte Tag an dem SARS-CoV-2-RNA-Spiegel routinemässig bestimmt wurden). Die Häufigkeit des Wiederauftretens der Symptome bis zum Tag 28 war unabhängig von den Ergebnissen der viralen RNA bei Paxlovid- und Placebo-Patienten ähnlich.
Kreuzresistenz
Eine Kreuzresistenz zwischen Nirmatrelvir und anderen Anti-SARS-CoV-2-Wirkstoffen, die keine Mpro-Hemmer sind, ist nicht zu erwarten.
Pharmakodynamik
Kardiale Elektrophysiologie
Beim 3-Fachen der maximalen Plasmakonzentration (Cmax) im Steady-State bei der empfohlenen Dosis verlängert Nirmatrelvir das QTc-Intervall nicht in klinisch relevantem Ausmass.
Auswirkungen auf die virale RNA-Konzentration
Die Veränderungen der viralen RNA-Werte in nasopharyngealen Proben am Tag 5 gegenüber dem Ausgangswert relativ zu Placebo sind in Tabelle 7 nach Studien zusammengefasst.
Tabelle 7: Analyse der Veränderung von Baseline bis Tag 5 in log10 (Virus-RNA-Spiegel, Kopien/ml);
EPIC HR und EPIC-SR (mITT1-Analyse-Set)
EPIC-HR (mITT1a) EPIC-SR (mITT1b)
Paxlovid Placebo Paxlovid Placebo
Primäre VoCc Delta (99%) Delta (79%) Omikron
(19%)
Baseline n = 764 n = 784 n = 542 n = 514
Median 6.075 5.990 6.615 6.430
Mittelwert (SD) 5.780 (2.077) 5.617(2.143) 6.214(1.794) 6.045(1.862)
Tag 5 n = 676 n = 683 n = 498 n = 473
Mediane Veränderung -2.990 -2.160 -3.680 -2.630
gegenüber dem
Ausgangswert
Mediane Reduktion -0.830 -1.050
im Vergleich zu
Placebo
Bereinigte Veränderu -3.087(-3.219,-2.955 -2.310(-2.439,-2.180 -3.419(-3.584,-3.253 -2.551(-2.723,-2.378
ng gegenüber dem ) ) ) )
Ausgangswert,
Mittelwert (95% CI)
Reduktion im Verglei -0.777(-0.937,-0.617 -0.868(-1.073,-0.663
ch zu Placebo, ) )
Mittelwert (95% CI)
p-Wert <0.0001 <0.0001
Abkürzungen: CI =
Konfidenzintervall;
COVID-19 = Coronavir
us-Krankheit 2019;
mAb = monoklonaler
Antikörper; mITT =
modifiziertes
Intent-to-treat;
RT-PCR = reverse
Transkriptase-Polyme
rase-Kettenreaktion;
SD = Standardabweic
hung; VoC = Variante
von Bedeutung. a
Alle behandelten
Teilnehmer mit
Symptombeginn ≤5
Tage, die zu Beginn
der Studie keine
therapeutische
Behandlung mit dem
mAb COVID-19 erhalte
n haben oder erhalte
n sollten. b Alle
behandelten Teilnehm
er mit mindestens
einem Besuch nach
Studienbeginn bis
Tag 28; 57% dieser
Teilnehmer waren
bei Studienbeginn
gegen COVID-19
geimpft. c Der
Prozentsatz der
VoC-Abstammung
bezieht sich auf
die gesamte Studienp
opulation für
EPIC-HR und EPIC-SR.
Das Ausmass der Verringerung der viralen RNA-Werte im Vergleich zu Placebo nach einer 5-tägigen Behandlung mit Paxlovid war in allen Studien ähnlich, einschliesslich der Studien mit ungeimpften Teilnehmern (EPIC-HR) und der Studien mit ungeimpften und geimpften Teilnehmern (EPIC-SR).
Wirkung auf Lipide
Die Veränderungen der Lipide in der mit Nirmatrelvir/Ritonavir behandelten Gruppe unterschieden sich statistisch nicht von der mit Placebo/Ritonavir behandelten Gruppe; dies wurde in einer explorativen Lipid-Analyse mit mehreren Dosis-Kohorten, in welchen gesunde Probanden randomisiert entweder ansteigende Dosen (75, 250 und 500 mg) von Nirmatrelvir (n = 4 pro Kohorte) oder Placebo (n = 2 pro Kohorte) zusammen mit Ritonavir 100 mg zweimal täglich für 10 Tage erhielten.
Bei den Probanden, die zweimal täglich Placebo/Ritonavir erhielten, wurde ein leichter Anstieg des Cholesterins (≤27.2 mg/dl), des LDL-Cholesterins (≤23.2 mg/dl), der Triglyceride (≤64.3 mg/dl) und eine Abnahme des HDL-Cholesterins (≤4 mg/dl) beobachtet. Die klinische Bedeutung solcher Veränderungen bei einer Kurzzeitbehandlung ist nicht bekannt.
Klinische Wirksamkeit
Wirksamkeit bei Teilnehmern mit hohem Risiko, eine schwere COVID-19-Erkrankung zu entwickeln (EPIC-HR)
Angaben zur Wirksamkeit von Paxlovid basieren auf der Zwischenanalyse sowie der unterstützenden vorläufigen Schlussanalyse der Studie EPIC-HR, einer randomisierten, doppelblinden, placebokontrollierten Phase-2/3-Studie an nicht hospitalisierten symptomatischen erwachsenen Teilnehmern mit laborbestätigter Diagnose einer SARS-CoV-2-Infektion.
Geeignete Teilnehmer waren 18 Jahre alt und älter und wiesen mindestens einen der folgenden Risikofaktoren für einen schweren Verlauf auf: Diabetes, Übergewicht (BMI >25), chronische Lungenerkrankung (einschliesslich Asthma), chronische Nierenerkrankung, gegenwärtig Raucher, immunsuppressive Erkrankung oder immunsuppressive Therapie, Herz-Kreislauf-Erkrankung, Hypertonie, Sichelzellenanämie, Entwicklungsneurologische Erkrankungen, aktive Krebserkrankung, medizinisch bedingte technologische Abhängigkeit, Alter ab 60 Jahre unabhängig von Begleiterkrankungen.
In die Studie aufgenommen wurden Teilnehmer mit Beginn der COVID-19-Symptomatik vor höchstens 5 Tagen. Von der Studie ausgeschlossen waren Personen mit einer bekannten früheren COVID-19-Infektion oder -Impfung.
Die Teilnehmer wurden randomisiert (1:1) und erhielten 5 Tage lang alle 12 Stunden oral Paxlovid (Nirmatrelvir 300 mg/Ritonavir 100 mg) oder Placebo. Primärer Wirksamkeitsendpunkt war der Anteil der Teilnehmer mit COVID-19-bedingter Hospitalisierung oder Todesfall jeglicher Ursache bis Tag 28. Die Analyse wurde im modifizierten Intent-to-Treat (mITT)-Analyseset [alle behandelten Probanden mit Symptombeginn ≤3 Tage, die zu Beginn der Studie keine therapeutische Behandlung mit monoklonalen COVID-19-Antikörpern (mAb) erhielten und bei denen dies auch nicht zu erwarten war], im mITT1-Analyseset (alle behandelten Probanden mit Symptombeginn ≤5 Tage, die zu Beginn der Studie keine therapeutische Behandlung mit mAb COVID-19 erhielten und bei denen dies auch nicht zu erwarten war) und im mITT2-Analyseset (alle behandelten Probanden mit Symptombeginn ≤5 Tage) durchgeführt.
Insgesamt wurden 2113 Teilnehmer randomisiert, um entweder Paxlovid oder Placebo zu erhalten. Bei Studienbeginn betrug das Durchschnittsalter 45 Jahre, mit 12% der Teilnehmer im Alter von 65 Jahren und älter (3% waren 75 Jahre und älter); 51% waren männlich; 71% waren Weisse, 4% waren Schwarze oder Afroamerikaner und 15% waren Asiaten; 41% waren Hispanoamerikaner oder Latinos; 67% der Teilnehmer hatten einen Symptombeginn von ≤3 Tagen vor Beginn der Studienbehandlung; 80% hatten einen BMI >25 kg/m2 (36% einen BMI >30 kg/m2); 11% hatten Diabetes mellitus; weniger als 1% der Studienpopulation hatte eine Immunschwäche, 49% der Teilnehmer waren bei Studienbeginn serologisch negativ, 49% serologisch positiv. Die mittlere (SD) Ausgangsviruslast betrug 4.71 log10 Kopien/ml (2.89); 27% der Teilnehmer hatten eine Ausgangsviruslast von >107 (Kopien/ml); 6% der Teilnehmer erhielten zum Zeitpunkt der Randomisierung entweder eine therapeutische mAb-Behandlung mit COVID-19 oder sollten eine solche erhalten und wurden von den mITT- und mITT1-Analysen ausgeschlossen. Die primäre SARS-CoV-2-Variante in beiden Behandlungsarmen war Delta (99%), meist Klade 21J.
Die demografischen und krankheitsbezogenen Ausgangsdaten zwischen der Paxlovid- und der Placebogruppe waren ausgeglichen.
Tabelle 8 enthält die Ergebnisse für den primären Endpunkt in der mITT1-Analysepopulation. Für den primären Endpunkt betrug die relative Risikoreduktion in der mITT1-Analysepopulation für Paxlovid im Vergleich zu Placebo 86% (95% CI: 72%, 93%).
Tabelle 8: Wirksamkeitsergebnisse bei nicht hospitalisierten Erwachsenen mit COVID-19, die innerhalb von 5 Tagen nach Auftreten der Symptome behandelt wurden und die zu Beginn der Studie keine Behandlung mit COVID-19 mAb erhalten hatten (mITT1-Analyseset)
Paxlovid (N = 977) Placebo (N = 989)
COVID-19-bedingter Krankenhausaufenthalt oder Tod aus
beliebiger Ursache bis Tag 28
n (%) Reduktion im Vergleich zu Placeboa [95% KI], % 9 (0.9%) -5.64 64 (6.5%)
(-7.31, -3.97)
p-Wert <0.0001
Gesamtmortalität bis Woche 24, % 0 15 (1.5%)
Abkürzungen: KI = Konfidenzintervall; N = Anzahl
Patienten, mAb = monoklonaler Antikörper a Der
geschätzte kumulative Anteil der Teilnehmer, die bis
Tag 28 in ein Krankenhaus eingewiesen wurden oder
verstarben, wurde für jede Behandlungsgruppe anhand der
Kaplan-Meier-Methode berechnet, wobei Probanden, die
bis Tag 28 nicht in ein Krankenhaus eingewiesen wurden
oder verstarben, zum Zeitpunkt des Studienabbruchs
zensiert wurden.
Die geschätzte Risikoreduzierung betrug -6.1% mit einem 95%-KI von (-8.2%, -4.1%) bei Teilnehmern, die innerhalb von 3 Tagen nach Symptombeginn behandelt wurden, und -4.6% mit einem 95%-KI von (-7.4%, -1.8%) in der mITT1-Untergruppe der Teilnehmer, die >3 Tage nach Symptombeginn behandelt wurden.
In den Populationen für die finalen mITT- und mITT2-Analysen wurden übereinstimmende Ergebnisse beobachtet. Insgesamt wurden 1318 Probanden in die mITT-Analysepopulation aufgenommen. Die Ereignisraten betrugen 5/671 (0.75%) in der Paxlovid-Gruppe und 44/647 (6.80%) in der Placebo-Gruppe.
Die Resultate aus der Subgruppen-Analyse entsprachen denen der Gesamtpopulation, unabhängig vom serologischen Baseline-Status (Tabelle 9).
Tabelle 9: COVID-19 Progression (Hospitalisierung oder Tod) bis Tag 28 bei symptomatischen Erwachsenen mit erhöhtem Risiko für einen schweren Verlauf; mITT1-Analyseset
Paxlovid 300 mg/100 Placebo
mg
Anzahl Patienten 977 989
Negative Serologie n = 475 n = 497
Patienten mit Hospitalisierung oder Toda (%) 8 (1.7%) 56 (11.3%)
Geschätzter Anteil in 28 Tagen [95% KI], % 1.72 (0.86, 3.40) 11.50 (8.97, 14.68)
Verringerung im Vergleich zu Placebo [95% KI], % -9.79 (-12.86,
-6.72)
p-Wert p<0.0001
Positive Serologie n = 490 n = 479
Patienten mit Hospitalisierung oder Toda (%) 1 (0.2%) 8 (1.7%)
Geschätzter Anteil in 28 Tagen [95% KI], % 0.20 (0.03, 1.44) 1.68 (0.84, 3.33)
Verringerung im Vergleich zu Placebo [95% KI], % -1.5 (-2.70, -0.25)
p-Wert p = 0.0180
Abkürzungen: KI = Konfidenzintervall; mITT = modified
intent-to-treat. Alle Teilnehmer, die nach dem
Zufallsprinzip der Studienintervention zugewiesen
wurden, die mindestens eine Dosis der
Studienintervention eingenommen haben, die zu
Studienbeginn keine therapeutische Behandlung mit dem
monoklonalen Antikörper COVID-19 erhalten haben und bei
denen auch nicht zu erwarten war, dass sie eine solche
erhalten würden, und die ≤5 Tage nach Auftreten der
COVID-19-Symptome behandelt wurden. Seropositivität
wurde definiert, wenn die Ergebnisse eines
serologischen Immunoassays, der spezifisch für
Wirtsantikörper gegen entweder S- oder N-Virusproteine
ist, positiv waren. Die Differenz der Proportionen in
den beiden Behandlungsgruppen und ihr
95%-Konfidenzintervall auf der Grundlage einer normalen
Annäherung der Daten werden dargestellt. a COVID-19
bedingte Hospitalisierung oder Tod jeglicher Ursache.
Die Wirksamkeitsergebnisse von mITT1 waren in allen Untergruppen der Teilnehmer konsistent, einschliesslich Alter (≥65 Jahre), BMI (BMI >25 und BMI >30) und Diabetes.
PharmakokinetikDie Pharmakokinetik von Nirmatrelvir/Ritonavir wurde bei gesunden Teilnehmern untersucht und bei Patienten mit leichtem bis mittelschwerem COVID-19.
Ritonavir wird zur Verstärkung der PK zusammen mit Nirmatrelvir verabreicht und führt zu höheren systemischen Konzentrationen und einer längeren Halbwertszeit von Nirmatrelvir.
Bei wiederholter Anwendung von Nirmatrelvir/Ritonavir 75 mg/100 mg, 250 mg/100 mg und 500 mg/100 mg zweimal täglich ist der Anstieg der systemischen Exposition im Steady-State geringer als dosisproportional. Bei einer Mehrfachdosierung über einen Zeitraum von 10 Tagen wurde der Steady-State an Tag 2 erreicht, mit einer etwa 2-fachen Akkumulation. Die systemische Exposition an Tag 5 war bei allen Dosierungen ähnlich wie an Tag 10. Simulierte Expositionen bei wiederholter Verabreichung von Nirmatrelvir/Ritonavir 300 mg/100 mg zweimal täglich bei erwachsenen Teilnehmern der EPIC-HR-Studie ergaben eine mittlere AUCtau von 30.4 µg*h/ml, eine mittlere Cmax von 3.43 µg/ml und eine mittlere Cmin von 1.57 µg/ml.
Absorption
Nach peroraler Anwendung einer Einzeldosis Nirmatrelvir/Ritonavir 300 mg/100 mg lag das geometrische Mittel der Cmax von Nirmatrelvir bei 2.21 µg/ml und AUCinf bei 23.01 µg*h/ml. Die mediane Zeit bis zur Cmax (Tmax) betrug 3.00 h.
Nach peroraler Anwendung einer Einzeldosis Nirmatrelvir/Ritonavir 300 mg/100 mg betrugen das geometrische Mittel der Cmax von Ritonavir 0.36 µg/ml und der AUCinf 3.60 µg*h/ml. Die mediane Zeit bis zur Cmax (Tmax) betrug 3.98 h.
Auswirkungen einer Mahlzeit auf die orale Resorption
Bei Anwendung von 300 mg Nirmatrelvir und 100 mg Ritonavir-Tabletten zusammen mit einer fettreichen Mahlzeit erhöhte sich die Nirmatrelvir-Exposition im Vergleich zu einer Anwendung im nüchternen Zustand (Anstieg der mittleren Cmax um etwa 61% und der mittleren AUClast um etwa 20%).
Distribution
Die Proteinbindung von Nirmatrelvir in menschlichem Plasma beträgt etwa 69%.
Die Proteinbindung von Ritonavir in menschlichem Plasma beträgt etwa 98–99%.
Metabolismus
In-vitro-Studien zur Untersuchung von Nirmatrelvir ohne gleichzeitige Gabe von Ritonavir lassen darauf schliessen, dass Nirmatrelvir hauptsächlich durch CYP3A4 metabolisiert wird. Die Anwendung von Nirmatrelvir zusammen mit Ritonavir hemmt den Nirmatrelvir-Metabolismus. Im Plasma wurde nach gemeinsamer Gabe mit Ritonavir als einzige mit dem Arzneimittel in Zusammenhang stehende Substanz unverändertes Nirmatrelvir nachgewiesen.
In-vitro-Studien mit humanen Lebermikrosomen wiesen Cytochrom P450 3A (CYP3A) als wichtigste Isoform für den Ritonavir-Metabolismus nach, wobei CYP2D6 auch zur Bildung des oxidativen Metaboliten M-2 beiträgt.
Elimination
Primärer Ausscheidungsweg von Nirmatrelvir bei Verabreichung mit Ritonavir war die Ausscheidung des intakten Arzneimittels über die Nieren. Etwa 49.6% der verabreichten Nirmatrelvir-Dosis von 300 mg wurden im Urin und etwa 35.3% in den Fäzes wiedergefunden. Nirmatrelvir war die vorherrschende mit dem Wirkstoff in Zusammenhang stehende Substanz, mit geringen Mengen an Metaboliten, die durch Hydrolysereaktionen in den Ausscheidungen entstanden.
Nach peroraler Anwendung einer Einzeldosis Nirmatrelvir/Ritonavir 300 mg/100 mg betrug das arithmetische Mittel der terminalen Eliminationshalbwertszeit von Nirmatrelvir 6.1 h.
Untersuchungen am Menschen mit radioaktiv markiertem Ritonavir zeigten, dass die Ausscheidung von Ritonavir in erster Linie über das hepatobiliäre System erfolgt. Ca. 86% der radioaktiv markierten Substanz wurden im Stuhl wiedergefunden. Vermutlich handelt es sich bei einem Teil davon um nicht resorbiertes Ritonavir.
Nach peroraler Anwendung einer Einzeldosis Nirmatrelvir/Ritonavir 300 mg/100 mg betrug das arithmetische Mittel der terminalen Eliminationshalbwertszeit von Ritonavir 6.1 h.
Kinetik spezieller Patientengruppen
Leberfunktionsstörungen
Verglichen mit Gesunden ohne Leberfunktionsstörungen unterschied sich die PK von Nirmatrelvir bei Probanden mit mässiger Leberfunktionsstörung nicht signifikant. Das mittlere, bereinigte, geometrische Verhältnis (90% CI) von AUCinf und Cmax von Nirmatrelvir beim Vergleich von mittelschwerer Leberfunktionsstörung (Test) und normaler Leberfunktion (Referenz) betrug 98.78 % (70.65%, 138.12%) bzw. 101.96% (74.20%, 140.11%).
Nirmatrelvir/Ritonavir wurde bei Patienten mit schweren Leberfunktionsstörungen nicht untersucht.
Nierenfunktionsstörungen
Im Vergleich zu gesunden Kontrollpersonen ohne Nierenfunktionsstörung war die Pharmakokinetik von Nirmatrelvir bei Patienten mit leichter Nierenbeeinträchtigung nicht signifikant unterschiedlich. Bei den mässig und schwer beeinträchtigten Patienten betrugen die Verhältnisse der angepassten geometrischen Mittelwerte (90% KI) für die AUCinf von Nirmatrelvir jedoch 187.40% (148.52%, 236.46%) bzw. 304.49% (237.6%, 390.21%) im Vergleich zur gesunden Kontrollgruppe.
Patienten mit schweren Nierenfunktionsstörungen, einschliesslich dialysepflichtiger Patienten
Die Pharmakokinetik von Nirmatrelvir bei Teilnehmern mit leichter bis mittelschwerer COVID-19-Erkrankung und schwerer Nierenfunktionsstörung (eGFR <30 ml/min), die entweder eine Hämodialyse (n = 12) oder keine Hämodialyse (n = 2) benötigten, wurde nach der einmaligen Verabreichung von 300 mg/100 mg Nirmatrelvir/Ritonavir an Tag 1, gefolgt von 150 mg/100 mg Nirmatrelvir/Ritonavir einmal täglich an den Tagen 2-5 über insgesamt 5 Dosen untersucht.
Während einer 4-stündigen Hämodialyse wurde ca. 6.9% der Nimatrelvir-Dosis durch die Dialyse eliminiert. Die Hämodialyse-Clearance betrug 1.83 l/h.
Populationspharmakokinetische Modellsimulationen zeigten, dass die Einnahme von 300 mg/100 mg Nirmatrelvir/Ritonavir einmalig an Tag 1, gefolgt von 150 mg/100 mg Nirmatrelvir/Ritonavir einmal täglich an den Tagen 2-5 bei Teilnehmern mit schwerer Nierenfunktionsstörung zu vergleichbaren Expositionen an Tag 1 und im Steady-State (AUC0-24 und Cmax) führte, wie bei Teilnehmern mit normaler Nierenfunktion, die 300 mg/100 mg Nirmatrelvir/Ritonavir zweimal täglich über 5 Tage erhielten.
Alter und Geschlecht
In einer Populations-PK-Analyse hatten Alter und Geschlecht keinen Einfluss auf die Pharmakokinetik von Nirmatrelvir.
Kinder und Jugendliche
Die Pharmakokinetik von Nirmatrelvir/Ritonavir wurde bei pädiatrischen Patienten nicht untersucht.
Ethnischer Ursprung
Die systemische Exposition bei japanischen Teilnehmern war numerisch geringer, unterschied sich aber nicht in klinisch bedeutsamer Weise von der bei westlichen Teilnehmern. In einer Populations-PK-Analyse hatte der ethnische Ursprung keinen Einfluss auf die Pharmakokinetik von Nirmatrelvir.
Präklinische DatenPräklinische Studien mit Nirmatrelvir in Kombination mit Ritonavir wurden nicht durchgeführt.
Toxizität bei wiederholter Gabe
Studien zur Toxizität bei wiederholter Gabe zeigten kein von Nirmatrelvir ausgehendes Risiko.
In tierexperimentellen Toxizitätsstudien mit wiederholter Gabe von Ritonavir erwiesen sich Leber, Netzhaut, Schilddrüse und Nieren als die wichtigsten Zielorgane. Die Leberveränderungen betrafen die Leberzellen, das Gallensystem und die Phagozyten und gingen mit einem Anstieg der Leberenzyme einher. Eine Hyperplasie des Netzhautpigmentepithels und eine Netzhautdegeneration wurden in allen Untersuchungen an Nagern, die mit Ritonavir durchgeführt wurden, festgestellt, nicht aber bei Hunden. Untersuchungen der Ultrastruktur lassen darauf schliessen, dass diese Netzhautveränderungen Folgeerscheinungen einer Phospholipidose sind. Klinische Studien lieferten jedoch keine Hinweise auf durch die Prüfsubstanz induzierte Augenveränderungen beim Menschen. Sämtliche Veränderungen an der Schilddrüse waren nach Absetzen von Ritonavir reversibel. Klinische Untersuchungen am Menschen ergaben keine klinisch relevanten Veränderungen der Schilddrüsenfunktionstests.
Bei Ratten wurden Nierenveränderungen wie z.B. eine Degeneration der Nierenkanälchen, chronische Entzündung und Proteinurie festgestellt, die jedoch vermutlich auf speziesspezifische, spontane Erkrankungen zurückzuführen sind. Darüber hinaus wurden in klinischen Studien keine klinisch relevanten Nierenveränderungen festgestellt.
Genotoxizität
Studien zur Genotoxizität ergaben kein Risiko aufgrund von Nirmatrelvir.
Genotoxizitätsstudien ergaben kein von Ritonavir ausgehendes Risiko.
Kanzerogenität
Studien zum kanzerogenen Potenzial von Nirmatrelvir wurden nicht durchgeführt.
Langzeitkanzerogenitätsstudien mit Ritonavir an Mäusen und Ratten lassen ein für diese Arten spezifisches Tumorpotenzial erkennen, welches für den Menschen aber als nicht relevant angesehen werden kann.
Reproduktionstoxizität
Nirmatrelvir
In Studien zur Fruchtbarkeit und embryofötalen Entwicklung bei Ratten wurden keine nachteiligen Auswirkungen beobachtet. Eine Studie an trächtigen Kaninchen zeigte eine nachteilige Abnahme des fötalen Körpergewichts, ohne dass eine signifikante maternale Toxizität vorlag. Die systemische Exposition (AUC24) bei Kaninchen bei der maximalen Dosis ohne nachteilige Auswirkungen auf das Körpergewicht des Fötus war schätzungsweise etwa viermal so hoch wie die Exposition beim Menschen bei der empfohlenen therapeutischen Dosis von Paxlovid.
In der prä- und postnatalen Entwicklungsstudie wurde bei den Nachkommen trächtiger Ratten, denen Nirmatrelvir verabreicht wurde, bei einer mütterlichen systemischen Exposition (AUC24), die etwa 9-mal höher war als die klinische Exposition bei der zugelassenen Humandosis von Paxlovid, eine Abnahme des Körpergewichts (bis zu 8%) beobachtet. Bei der systemischen Exposition des Muttertiers (AUC24), die etwa 6-mal höher war als die klinische Exposition bei der zugelassenen Humandosis von Paxlovid, wurden keine Veränderungen des Körpergewichts der Nachkommen festgestellt.
Ritonavir
Bei Ratten hatte Ritonavir keine Auswirkungen auf die Fertilität.
Bei Ratten wurde vorwiegend bei maternaltoxischer Dosierung eine Entwicklungstoxizität beobachtet (Embryoletalität, reduziertes fötales Körpergewicht und Verzögerungen der Ossifikation sowie Visceralveränderungen, inklusive einer verzögerten Hodensenkung). Bei Kaninchen wurde bei maternaltoxischer Dosierung ebenfalls eine Entwicklungstoxizität (Embryoletalität, verminderte Wurfgrössen und reduziertes foetales Körpergewichtgewicht) nachgewiesen.
Sonstige HinweiseInkompatibilitäten
Nicht zutreffend.
Haltbarkeit
Das Arzneimittel darf nur bis zu dem auf der Packung mit "EXP" bezeichneten Datum verwendet werden.
Besondere Lagerungshinweise
Nicht über 25 °C lagern. Nicht im Kühlschrank lagern oder einfrieren.
Ausser Reichweite von Kindern aufbewahren.
Zulassungsnummer68793 (Swissmedic).
PackungenPaxlovid: Packungen zu 30 Filmtabletten, entsprechend 5 Tagesdosen. [A]
Jede Blisterkarte enthält 4 Nirmatrelvir- und 2 Ritonavir-Filmtabletten.
ZulassungsinhaberinPfizer AG, Zürich.
Stand der InformationOktober 2025.
LLD V026
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