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Fachinformation zu Altuvoct:Swedish Orphan Biovitrum AG
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Dosierung/Anwendung

Die Behandlung sollte unter Aufsicht eines in der Hämophiliebehandlung erfahrenen Arztes eingeleitet werden.
Nach einer entsprechenden Schulung zur korrekten Injektionstechnik (siehe „Zusätzliche Information zur Rekonstitution“ und Packungsbeilage) kann ALTUVOCT vom Patienten selbst oder von der Betreuungsperson des Patienten injiziert werden, wenn der Arzt bzw. die Ärztin dies für angemessen hält.
Um die Rückverfolgbarkeit von biotechnologisch hergestellten Arzneimitteln sicherzustellen, wird empfohlen, Handelsname und Chargennummer bei jeder Behandlung zu dokumentieren.
Therapieüberwachung
Das Ansprechen einzelner Patienten auf Faktor VIII kann variieren, was sich in unterschiedlichen Halbwertszeiten und verschiedenen Recoveries zeigt. Die auf dem Körpergewicht basierenden Dosis kann bei unter- oder übergewichtigen Patienten eine Anpassung erfordern. Eine Überwachung des Faktor-VIII-Spiegels zum Zwecke der Dosisanpassung ist bei der Routineprophylaxe üblicherweise nicht erforderlich. Bei grösseren Operationen oder lebensbedrohlichen Blutungen ist eine Bestimmung des Faktor-VIII-Spiegels erforderlich, um die Dosierung und Häufigkeit von wiederholten Injektionen festzulegen.
Wird zur Bestimmung der Faktor-VIII-Aktivität in Blutproben des Patienten ein einstufiger In-vitro-Gerinnungstest auf Basis der Thromboplastinzeit (aPTT) verwendet, so können die Ergebnisse der Faktor-VIII-Aktivität im Plasma sowohl von der Art des aPTT-Reagenz als auch von dem im Test verwendeten Referenzstandard erheblich beeinflusst werden. Ferner kann es zu erheblichen Diskrepanzen zwischen den Ergebnissen des aPTT-basierten einstufigen Gerinnungstests und des chromogenen Assays nach Europäischem Arzneibuch (Ph. Eur.) kommen. Dies ist besonders dann zu beachten, wenn das Labor und/oder die im Test verwendeten Reagenzien gewechselt werden.
Es wird empfohlen, einen validierten einstufigen Gerinnungstest zur Bestimmung der Faktor-VIII-Aktivität von ALTUVOCT im Plasma zu verwenden. Während der klinischen Entwicklung wurde ein einstufiger Gerinnungstest mit Actin FSL genutzt.
Nach den Ergebnissen einer vergleichenden Analyse klinischer Studienproben, sollten die mit einem chromogenen Test erzielten Ergebnisse durch 2,5 geteilt werden, um die Faktor VIII-Aktivität des Patienten zu ermitteln (siehe "Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen" ). Darüber hinaus ergab eine Feldstudie, in der verschiedene aPTT-Reagenzien verglichen wurden, dass die Faktor VIII-Aktivität bei Verwendung von Actin FS anstelle von Actin FSL im einstufigen Gerinnungstest etwa 2,5- fach höher ist und bei Verwendung von SynthASil 30 % niedriger ausfällt.
Dosierung
Dosierung und Dauer der Substitutionstherapie richten sich nach dem Schweregrad des Faktor-VIII-Mangels, der Lokalisation und dem Ausmass der Blutung sowie nach dem klinischen Zustand des Patienten.
Die Anzahl der anzuwendenden Einheiten des Faktors VIII wird in Internationalen Einheiten (I.E.) auf Basis des derzeitigen WHO-Konzentrationsstandards für Faktor-VIII-Präparate angegeben. Die Faktor-VIII-Aktivität im Plasma wird entweder als Prozentsatz (bezogen auf normales menschliches Plasma) oder bevorzugt in Internationalen Einheiten (bezogen auf den Internationalen Standard für Faktor VIII im Plasma) ausgedrückt.
Eine I.E. der Faktor-VIII-Aktivität entspricht der Menge an Faktor VIII in einem ml normalem menschlichem Plasma.
Für die Dosis von 50 I.E. Faktor VIII/kg Körpergewicht wird die erwartete In-vivo-Plasma-Recovery des Faktor-VIII-Spiegels, ausgedrückt als I.E./dl (oder % des Normalwerts), anhand folgender Formel geschätzt:
Geschätzte Faktor-VIII-Zunahme (I.E./dl oder % des Normalwerts) = 50 I.E./kg x 2 (I.E./dl pro I.E./kg)
Bedarfsbehandlung
Die Dosierung von ALTUVOCT für die Bedarfsbehandlung, die Kontrolle von Blutungsepisoden und das perioperative Management ist in Tabelle 1 angegeben.
Tabelle 1: Richtlinien für die Dosierung von ALTUVOCT zur Behandlung von Blutungsepisoden und bei chirurgischen Eingriffen

Schweregrad der       Empfohlene Dosierung  Zusätzliche Informationen
Blutung / Art des                           
chirurgischen                               
Eingriffs                                   
Blutung Frühe         Einzeldosis von 50    Bei leichten und mittelschweren Blutungsepisoden, die
Hämarthrosen,         I.E./kg               innerhalb von 2 bis 3 Tagen nach einer prophylaktischen
Muskelblutungen                             Dosis auftreten, kann eine niedrigere Dosis von 30
oder orale Blutungen                        I.E./kg verwendet werden. Es kann eine zusätzliche
                                            Dosis von 30 oder 50 I.E./kg nach 2 bis 3 Tagen in
                                            Betracht gezogen werden.
Umfangreichere        Einzeldosis von 50    Zusätzliche Dosen von 30 oder 50 I.E./kg alle 2 bis 3
Hämarthrosen,         I.E./kg               Tage können in Betracht gezogen werden, bis die Blutung
Muskelblutungen                             gestillt ist.
oder Hämatome                               
Lebensbedrohende      Einzeldosis von 50    Zusätzliche Dosen von 30 oder 50 I.E./kg alle 2 bis 3
Blutungen             I.E./kg               Tage können verabreicht werden, bis die Blutung unter
                                            Kontrolle ist.
Chirurgische Eingrif  Einzeldosis von 50    Es kann eine zusätzliche Dosis von 30 oder 50 I.E./kg
fe Kleinere Eingriff  I.E./kg               nach 2 bis 3 Tagen in Betracht gezogen werden.
e einschliesslich                           
Zahnextraktion                              
Grössere chirurgisch  Einzeldosis von 50    Zusätzliche Dosen von 30 oder 50 I.E./kg alle 2 bis 3
e Eingriffe           I.E./kg               Tage können bei klinischem Bedarf bis zur adäquaten
                                            Wundheilung verabreicht werden.

 
Für die Wiederaufnahme der Prophylaxe (sofern zutreffend) nach der Behandlung einer Blutung wird empfohlen, zwischen der letzten Dosis von 50 I.E./kg zur Behandlung der Blutung und der Wiederaufnahme der Prophylaxe einen Zeitraum von mindestens 72 Stunden einzuhalten. Anschliessend kann die Prophylaxe nach dem regulären Dosierungsschema des Patienten wie gewohnt fortgesetzt werden.
Prophylaxe
Die empfohlene Dosierung für die Routineprophylaxe bei Erwachsenen und Kindern beträgt 50 I.E./kg ALTUVOCT, einmal wöchentlich verabreicht.
Spezielle Dosierungsanweisungen
Ältere Patienten
Bei Patienten ≥ 65 Jahren liegen nur begrenzte Erfahrungen vor. Es gelten die gleichen Dosierungsempfehlungen wie für die Patienten < 65 Jahren.
Kinder und Jugendliche
Die Dosierungsempfehlungen sind dieselben wie bei Erwachsenen.
Die derzeit verfügbaren Daten sind in den Rubriken "Unerwünschte Wirkungen" , "Eigenschaften/Wirkungen" und "Pharmakokinetik" näher erläutert.
Art der Anwendung
ALTUVOCT ist für die intravenöse Anwendung bestimmt.
Die vollständige ALTUVOCT Dosis sollte, abhängig vom Befinden des Patienten, über 1 bis 10 Minuten intravenös injiziert werden.
Hinweise zur Verdünnung des Arzneimittels vor der Anwendung, siehe "Hinweise für die Handhabung" .

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