Unerwünschte WirkungenZusammenfassung des Sicherheitsprofils
Die häufigsten unerwünschten Wirkungen sind Hyperpigmentierungsstörungen (67%), Reaktionen an der Injektionsstelle 46%), Übelkeit (36%) und Kopfschmerzen (20%).
Liste der unerwünschten Wirkungen
Die in klinischen Prüfungen beobachteten unerwünschten Wirkungen sind nachstehend nach Systemorganklasse und Häufigkeit gemäss der MedDRA-Konvention der Häufigkeiten aufgeführt, die wie folgt definiert ist: sehr häufig (≥ 1/10), häufig (≥1/100 bis <1/10), gelegentlich (≥1/1000 bis <1/100).
Tabelle 14 unerwünschten Wirkungen
Systemorganklasse Häufigkeit
gemäss MedDRA
Sehr häufig Häufig Gelegentlich
Erkrankungen der Hyperpigmentationser Pruritus, Ausschlag, Erythem, Hautstriae,
Haut und des Unterha krankungen trockene Haut, Hautläsion, Hyperhidrose, Lipodystrophi
utzellgewebes Alopezie e erworben, Urtikaria,
Exfoliation der Haut
Allgemeine Erkrankun Reaktionen an der Asthenie, Schmerz Temperaturintoleranz,
gen und Beschwerden Injektionsstelle a, Schüttelfrost
am Verabreichungsort Ermüdung
Erkrankungen des Übelkeit, Erbrechen Diarrhö, Abdominalschmerz, Zahnfleischverfärbung,
Gastrointestinaltrak Mundtrockenheit, Dyspepsie, Bauch aufgetrieben,
ts Obstipation, abdominale Hypersalivation, Flatulenz
Beschwerden, Gastroösophage
ale Refluxerkrankung
Leber- und Gallenerk Blutlaborwerte erhöht für
rankungen ALT, AST, Bilirubin,
Gamma-GT und AP
Erkrankungen des Kopfschmerzen Schwindelgefühl Somnolenz, Migräne,
Nervensystems Parosmie, Geschmacksstörung
Erkrankungen der Spontane Peniserekti Vulvovaginale Beschwerdenc Sexuelle Erregungsstörung
Geschlechtsorgane onb der Frauc, Beschwerden im
und der Brustdrüse Genitalbereich, Erkrankung
der weiblichen Geschlechtso
rganec, genitale Hyperästhe
sie, Dysmenorrhoe
Psychiatrische Depression, Schlaflosigkeit Schlafstörungen, Alptraum,
Erkrankungen , Störung der sexuellen Libido vermindert
Erregung, Libido gesteigert
Gutartige, bösartige Melanozytischer Dysplastischer Nävus
und unspezifische Nävus
Neubildungen (einsch
l. Zysten und
Polypen)
Erkrankungen des Eosinophilie
Blutes und des
Lymphsystems
Skelettmuskulatur-, Rückenschmerzen, Myalgie, Arthralgie, Schmerzen des
Bindegewebs- und Muskelspasmen Muskel und Skelettsystems,
Knochenerkrankungen Schmerz in einer Extremität
, Kreatinphosphokinase im
Blut erhöht
Erkrankungen der Husten Gähnen, Rhinorrhoe
Atemwege, des
Brustraums und
Mediastinums
Augenerkrankungen Skleraverfärbung,
Gefässerkrankungen Hitzewallung
Erkrankungen des Vertigo
Ohrs und des Labyrin
ths
Stoffwechsel- und Appetitstörung, Durst
Ernährungsstörungen
a Gruppierter Begriff (die vollständige Liste der enthaltenen Begriffe finden Sie unter „Beschreibung ausgewählter Nebenwirkungen“).
b Nenner nur für Männer.
c Nenner nur für Frauen.
Beschreibung spezifischer unerwünschter Wirkungen und Zusatzinformationen
Reaktionen an der Injektionsstelle
Reaktionen an der Injektionsstelle traten bei 46% der mit Setmelanotid behandelten Patienten auf. Die häufigsten Reaktionen an der Injektionsstelle waren Erythem an der Injektionsstelle (28%), Jucken an der Injektionsstelle (21%), Verhärtung an der Injektionsstelle (16%) und Schmerzen an der Injektionsstelle (16%). Diese Reaktionen waren in der Regel mild, von kurzer Dauer und schritten nicht fort oder führten nicht zum Abbruch der Therapie. Reaktionen an der Injektionsstelle umfassen folgende die Injektionsstelle betreffende Ereignisse: Erythem, Pruritus, Ödem, Schmerzen, Verhärtung, blaue Flecken, Schwellung, Blutung, Überempfindlichkeit, Hämatom, Knötchen, Verfärbung, Reizung, Wärme, Hypertrophie, und Urtikaria.
Hyperpigmentationserkrankungen
Eine Verdunkelung der Haut wurde bei 67% der mit Setmelanotid behandelten Patienten beobachtet. Dies trat im Allgemeinen innerhalb von 2 bis 3 Wochen nach Therapiebeginn auf, setzte sich für die Dauer der Behandlung fort und klang nach Absetzen der Behandlung ab. Diese Verdunkelung der Haut ist auf den Wirkmechanismus zurückzuführen und ist die Folge einer Stimulation des MC1-Rezeptors. Hyperpigmentierungserkrankungen umfassen Hauthyperpigmentierung, Hautverfärbung, Ephelides, Änderungen der Haarfarbe, Lentigo, Macula, Nagelverfärbung, Melanodermie, Pigmentierungsstörungen, Lentigo solaris, Acanthosis nigricans, Caféaulait Flecken, Nagelpigmentation, Pigmentation der Lippe, Zungenpigmentierung, Hyperpigmentierung des Zahnfleischs, und orale Pigmentierung.
Gastrointestinale Störungen
Übelkeit und Erbrechen wurden bei 36% bzw. 16% der mit Setmelanotid behandelten Patienten berichtet. Übelkeit und Erbrechen traten im Allgemeinen zu Therapiebeginn (innerhalb des ersten Monats) auf, waren leicht und führten nicht zum Absetzen der Therapie. Diese Wirkungen waren vorübergehend und hatten keine Auswirkungen auf die Therapietreue im Hinblick auf die empfohlenen täglichen Injektionen.
Peniserektionen
Spontane Peniserektionen wurden bei 16% bzw. < 14% der mit Setmelanotid behandelten männlichen Patienten berichtet; keiner dieser Patienten meldete eine verlängerte Erektionsdauer (länger als 4 Stunden), die eine dringende medizinische Untersuchung erforderlich gemacht hätte (siehe "Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen" ). Diese Wirkung kann auf die Nervenstimulation des Melanocortin 4(MC4)-Rezeptors zurückzuführen sein.
Immunogenität
Die beobachtete Häufigkeit von Antikörpern gegen Setmelanotid (Anti-Drug-Antikörper, ADA) hängt stark von der Sensitivität und Spezifität des verwendeten Assays ab. Unterschiede bei den Assaymethoden verhindern aussagekräftige Vergleiche der ADA-Häufigkeit in den Zulassungsstudien zu Setmelanotid mit der ADA-Häufigkeit in anderen Studien.
Für Patienten mit Bardet-Biedl-Syndrom (BBS) bzw. Patienten mit POMC-, PCSK1- oder LEPR-Mangel liegen keine ausreichenden Informationen vor, um die ADA-Bildung auf Setmelanotid und die Auswirkungen von ADA auf Pharmakokinetik, Pharmakodynamik, Sicherheit oder Wirksamkeit von Setmelanotid zu charakterisieren.
In der Gruppe der Patienten im Alter von 2 bis unter 6 Jahren wurden bei einem Probanden Antikörper gegen Setmelanotid nachgewiesen. Der Befund wurde mit einem niedrigen Titer bestätigt, ohne dass anschliessend weitere ADA nachgewiesen wurden (siehe Studie 4 im Abschnitt „Klinische Wirksamkeit“). Aufgrund der geringen Anzahl von Probanden mit ADA-positiven Antikörpern gegen Setmelanotid und der begrenzten Stichprobengrösse ist der Einfluss dieser Antikörper auf die Pharmakokinetik, Pharmakodynamik, Sicherheit und Wirksamkeit von Setmelanotid unbekannt.
In bisherigen klinischen Studien wurde eine geringe Inzidenz von Antikörpern gegen alpha-MSH festgestellt. Dies umfasst sowohl bereits vorhandene Antikörper gegen alpha-MSH als auch die Entwicklung von Antikörpern gegen alpha-MSH während der Behandlung. Aufgrund dieser geringen Inzidenz liegen keine ausreichenden Daten vor, um die Auswirkungen von Antikörpern gegen Alpha-MSH auf die Pharmakokinetik, Pharmakodynamik, Sicherheit und Wirksamkeit von Setmelanotid zu charakterisieren.
Kinder und Jugendliche
Insgesamt 221 pädiatrische Patienten (n = 12 im Alter von 2 bis < 6 Jahren; n = 72 im Alter von 6 bis < 12 Jahren, n = 137 im Alter von 12 bis < 18 Jahren) waren gegenüber Setmelanotid exponiert, einschliesslich 21 pädiatrischer Patienten mit POMC- oder LEPR-Mangel-bedingter Adipositas, die an den pivotalen klinischen Prüfungen teilnahmen (n = 7 im Alter von 2 bis < 6 Jahren; n = 6 im Alter von 6 bis < 12 Jahren, n = 8 im Alter von 12 bis < 18 Jahren) und 33 pädiatrische Patienten mit BBS (n = 5 im Alter von 2 bis < 6 Jahren; n = 8 im Alter von 6 bis < 12 Jahren, n = 20 im Alter von 12 bis < 18 Jahren). Die Häufigkeit, Art und Schwere der Nebenwirkungen waren in den erwachsenen und pädiatrischen Populationen ähnlich.
Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von grosser Wichtigkeit. Sie ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels. Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdacht einer neuen oder schwerwiegenden Nebenwirkung über das Online-Portal ElViS (Electronic Vigilance System) anzuzeigen. Informationen dazu finden Sie unter www.swissmedic.ch.
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