ZusammensetzungWirkstoffe
Vibegron
Hilfsstoffe
Tablettenkern: Mannitol (E421), Mikrokristalline Cellulose (E460), Croscarmellose-Natrium (entspricht 0,405 mg Natrium) (E468), Hydroxypropylcellulose (E463), Magnesiumstearat
Filmüberzug: Indigotin (E132), Hypromellose (E464), gelbes Eisenoxid (E172), Laktose-Monohydrat (1,575 mg), Titandioxid (E171), Triacetin
Darreichungsform und Wirkstoffmenge pro EinheitFilmtablette.
Jede Filmtablette enthält 75 mg Vibegron
Hellgrüne ovale Filmtablette mit der Prägung V75 auf einer Seite und glatt auf der anderen Seite. Die Abmessungen der Tablette sind ungefähr 9 mm (Länge) x 4 mm (Breite) x 3 mm (Höhe).
Indikationen/AnwendungsmöglichkeitenObgemsa wird angewendet bei Erwachsenen zur symptomatischen Therapie bei überaktiver Blase (Overactive Bladder (OAB) -Syndrom).
Dosierung/AnwendungÜbliche Dosierung
Die empfohlene Dosis beträgt 75 mg einmal täglich.
Spezielle Dosierungsanweisungen
Patienten mit Leberfunktionsstörungen
Bei Patienten mit leichter bis mittelschwerer Leberfunktionsstörung (Child Pugh A und B) wird keine Dosisanpassung von Vibegron empfohlen. Bei Patienten mit stark eingeschränkter Leberfunktion (Child Pugh C) wurde Vibegron nicht untersucht und wird daher bei dieser Patientenpopulation nicht empfohlen (siehe Rubrik Pharmakokinetik).
Patienten mit Nierenfunktionsstörungen
Bei Patienten mit leichter, mässiger oder schwerer Nierenfunktionsstörung (15 ml/min < GFR < 90 ml/min und nicht dialysepflichtig) wird keine Dosisanpassung von Vibegron empfohlen. Bei Patienten mit terminaler Niereninsuffizienz (GFR < 15 ml/min mit oder ohne Hämodialyse) wurde Vibegron nicht untersucht und wird daher bei diesen Patienten nicht empfohlen (siehe Rubrik Pharmakokinetik).
Kinder und Jugendliche
Die Sicherheit und Wirksamkeit von Obgemsa bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren ist nicht gezeigt. Es liegen keine Daten vor.
Art der Anwendung
Zum Einnehmen mit oder ohne Nahrung. Mit 200-300ml Wasser (entspricht einem Glas) schlucken.Obgemsa 75 mg Filmtabletten können auch zerkleinert und mit einem Esslöffel (ungefähr 15 ml) weicher Nahrung (z. B. Apfelmus) vermischt zusammen mit einem Glas Wasser eingenommen werden.
KontraindikationenÜberempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der im Rubrik Zusammensetzung genannten sonstigen Bestandteile.
Warnhinweise und VorsichtsmassnahmenPatienten mit Obstruktion am Blasenausgang und Patienten, die Antimuskarinika zur Behandlung einer OAB einnehmen
Bei Patienten, die Obgemsa einnahmen, wurde von Harnverhalt berichtet. Das Risiko für Harnverhalt kann bei Patienten mit Blasenausgangsobstruktion , mit vorbestehender Blasenentleerungsstörung anderer Ursache (wie z.B. Schädigung des unteren Blasenzentrums im Rückenmark) und bei Patienten, die zusammen mit Obgemsa Muskarinantagonisten einnehmen, erhöht sein. Vor und während der Behandlung mit Vibegron ist auf Anzeichen und Symptome für einen Harnverhalt zu achten, insbesondere bei Patienten mit klinisch signifikanter Blasenausgangsobstruktion, Patienten mit prädisponierenden Zuständen für eine Blasenausgangsobstruktion und bei Patienten, die Vibegron zusammen mit Muskarinantagonisten einnehmen.
Obgemsa sollte bei Patienten, die einen Harnverhalt entwickeln, abgesetzt werden.
Laktose
Patienten mit der seltenen hereditären Galactose-Intoleranz, völligem Lactase-Mangel oder Glucose-Galactose-Malabsorption sollten dieses Arzneimittel nicht anwenden.
Natrium
Dieses Arzneimittel enthält weniger als 1 mmol Natrium (23 mg) pro Tablette, d. h., es ist nahezu „natriumfrei“.
InteraktionenWirkung von Obgemsa auf andere Arzneimittel
In vitro Daten
Vibegron ist kein Inhibitor von CYP1A2, CYP2B6, CYP2C8, CYP2C9, CYP2C19, CYP2D6, oder CYP3A4/5 und hat keine Zeit-abhängige Inhibierung dieser Enzyme verursacht.
Vibegron ist kein Induktor von CYP1A2, CYP2B6, oder CYP3A4.
Vibegron ist ein Inhibitor von OCT1 in vitro. Diese Wechselwirkung wurde nicht in vivo untersucht, und die klinische Relevanz ist derzeit unbekannt.
Bei klinisch relevanten Konzentrationen inhibierte Vibegron die folgenden Transporter nicht: Pgp, BCRP, OATP1B1, OATP1B3, OAT1, OAT3, OCT2, MATE1, oder MATE2K.
Vibegron ist kein Inhibitor von UGT1A1, UGT1A3, UGT1A4, UGT1A6, UGT1A9, UGT2B7, UGT2B15 und UGT2B17.
Klinische Daten
Eine Einzeldosis von 100 mg Vibegron erhöhte die Cmax und AUC des Pgp-Substrats Digoxin um 21 % bzw. 11 % bei gesunden Probanden. Die Digoxin-Serumkonzentrationen sollten überwacht und zur Dosiseinstellung von Digoxin bis zur gewünschten klinischen Wirkung verwendet werden.
Bei der Kombination mit empfindlichen P gp-Substraten mit enger therapeutischer Breite wie z. B. Dabigatranetexilat, Apixaban oder Rivaroxaban sollten mögliche Wechselwirkungen mit P gp durch Vibegron berücksichtigt werden.
Vibegron hatte keinen klinisch relevanten Einfluss auf die Pharmakokinetik von Tolterodin (CYP2D6 Substrat), oder dessen Metabolit 5-Hydroxy-Tolterodin, Metoprolol (CYP2D6 Substrat), R- oder S-Warfarin (CYP2C9/CYP2C19 Substrat) oder ein orales Kontrazeptivum (Ethinylestradiol und Levonorgestrel, CYP3A4/5 Substrate).
Wirkung anderer Arzneimittel auf Obgemsa
In vitro / präklinische Daten
Vibegron ist ein Substrat für das Cytochrom P450 (CYP) 3A4/5, mehrere UGT-Enzyme und den Effluxtransporter P Glykoprotein (Pgp).
Vibegron ist kein Substrat für die folgenden Transporter: BCRP, MATE1, MATE2 K, OAT1, OAT3, OCT2, OATP1B1, OATP1B3 und OCT1.
Klinische Daten
CYP3A4/Pgp Inhibitoren
Die Vibegron-Exposition (AUC) war bei gesunden Probanden in Gegenwart des starken CYP3A/Pgp Inhibitors Ketoconazol um den Faktor 2,1 und in Gegenwart des mässigen CYP3A/P gp-Inhibitors Diltiazem um den Faktor 1,6 erhöht. Bei Kombination von Vibegron mit starken und mässigen CYP3A und/oder P gp-Inhibitoren ist keine Dosisanpassung erforderlich.
CYP3A4/Pgp Induktoren
Die AUC von Vibegron war bei wiederholter Gabe von Rifampicin, einem starken Induktor von CYP3A/P gp, an gesunde Probanden nicht verändert, während die Cmax von Vibegron um 86 % erhöht war. Bei Anwendung von Vibegron mit CYP3A oder P gp-Induktoren ist keine Dosisanpassung erforderlich.
Tolterodin und Diltiazem hatten ebenfalls keinen klinisch relevanten Einfluss auf die Pharmakokinetik von Vibegron.
Pharmakodynamische Interaktionen
Die gleichzeitige Anwendung von Vibegron und Metoprolol, einem repräsentativen Betablocker, oder Amlodipin, einem repräsentativen Vasodilatator, führte im Vergleich zu Metoprolol allein oder Amlodipin allein nicht zu klinisch bedeutsamen Ab- oder Zunahmen des systolischen Blutdrucks.
Kinder und Jugendliche
Studien zur Erfassung von Wechselwirkungen wurden nur bei Erwachsenen durchgeführt.
Schwangerschaft, StillzeitFrauen im gebärfähigen Alter
Die Anwendung von Vibegron bei Frauen im gebärfähigen Alter, die nicht verhüten, wird nicht empfohlen.
Schwangerschaft
Bisher liegen keine oder nur sehr begrenzte Daten aus der Anwendung von Obgemsa bei Schwangeren vor. Tierexperimentelle Studien haben eine Reproduktionstoxizität gezeigt (siehe Rubrik Präklinische Daten).
Die Anwendung von Obgemsa während der Schwangerschaft wird nicht empfohlen. Bei geplanter oder diagnostizierter Schwangerschaft sollte die Behandlung mit Obgemsa abgebrochen und gegebenenfalls eine alternative Therapie eingeleitet werden.
Stillzeit
Es ist nicht bekannt, ob Obgemsa/Metabolite in die Muttermilch ausgeschieden werden.
Tierexperimentelle Studien haben gezeigt, dass Obgemsa/Metabolite in die Milch ausgeschieden werden (siehe Rubrik Präklinische Daten).
Ein Risiko für das Neugeborene/den Säugling kann nicht ausgeschlossen werden.
Obgemsa soll nicht während der Stillzeit angewendet werden.
Fertilität
Die Auswirkungen von Obgemsa auf die Fertilität beim Menschen wurden nicht untersucht. Tierexperimentelle Studien haben keine Auswirkungen auf die Fertilität weiblicher oder männlicher Ratten gezeigt (siehe Rubrik Präklinische Daten).
Wirkung auf die Fahrtüchtigkeit und auf das Bedienen von MaschinenObgemsa hat keinen oder einen vernachlässigbaren Einfluss auf die Fahrtüchtigkeit oder die Fähigkeit, Maschinen zu bedienen.
Unerwünschte WirkungenZusammenfassung des Sicherheitsprofils
Die am häufigsten berichteten Nebenwirkungen sind Harnwegsinfektion (6,6 %), Kopfschmerzen (5,0 %), Diarrhoe (3,1 %) und Übelkeit (3,0 %).
Die Häufigkeit der Nebenwirkungen, die zum Absetzen der Behandlung führten, beträgt 0,9 %. Die Nebenwirkungen, die am häufigsten zu einem Absetzen der Behandlung führten, sind: Kopfschmerzen (0,5 %), Obstipation, Diarrhoe, Übelkeit und Ausschlag (jeweils 0,2 %).
Liste der unerwünschten Wirkungen
Die folgende Tabelle enthält die unter Vibegron beobachteten Nebenwirkungen aus der 12wöchigen Phase-III-Studie, der Phase III-Langzeitverlängerungsstudie, (637 Probanden wurden in die Safety-Population eingeschlossen) und den Post-Marketing-Daten. Die unerwünschten Wirkungen sind nach MedDRA-Systemorganklassen und Häufigkeit gemäss folgender Konvention geordnet: „sehr häufig“ (≥1/10), „häufig“ (≥1/100, <1/10), „gelegentlich“ (≥1/1‘000, <1/100), „selten“ (≥1/10‘000, <1/1‘000), „sehr selten“ (<1/10‘000), „nicht bekannt“ (kann aus den verfügbaren Daten nicht abgeschätzt werden).
Tabelle 1: Für Vibegron 75 mg berichtete Nebenwirkungen
Systemorganklasse Nebenwirkung Häufigkeit
Infektionen und parasitäre Harnwegsinfektion Häufig
Erkrankungen
Erkrankungen des Nervensyst Kopfschmerzen Häufig
ems
Gefässerkrankungen Hitzewallung Gelegentlich
Erkrankungen des Gastrointe Obstipation, Diarrhoe, Übelkeit Häufig
stinaltrakts
Erkrankungen der Haut und Ausschlaga Angioödemb Hypersensitivitätsreakt Gelegentlich Nicht
des Unterhautgewebes ionen einschliesslich Urticariab bekannt Nicht bekannt
Erkrankungen der Nieren Restharn erhöht Harnverhalt c Häufig Gelegentlich
und Harnwege
a einschliesslich Ausschlag mit Juckreiz und erythematöser Hautausschlag
b Nebenwirkungen aus Post-Marketing Erfahrung
c einschliesslich Anstrengen beim Wasserlassen
Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von grosser Wichtigkeit. Sie ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels. Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdacht einer neuen oder schwerwiegenden Nebenwirkung über das Online-Portal ElViS (Electronic Vigilance System) anzuzeigen. Informationen dazu finden Sie unter www.swissmedic.ch.
ÜberdosierungDie Fälle von Überdosierung wurden in einem Dosisbereich zwischen 100 mg und 375 mg pro Tag gemeldet. Alle beobachteten unerwünschten Ereignisse nach der gemeldeten Überdosierung waren nicht schwerwiegend. Die gemeldeten unerwünschten Ereignisse waren gastrointestinale Störungen, Kopfschmerzen und Dyspnoe.
Bei Verdacht auf Überdosierung erfolgt eine symptomatische und unterstützende Behandlung.
Eigenschaften/WirkungenATC-Code
G04BD15
Pharmakotherapeutische Gruppe: Urologika, Mittel bei häufiger Blasenentleerung und Harninkontinenz.
Wirkungsmechanismus
Vibegron ist ein selektiver und starker humaner Beta 3 Adrenozeptoragonist, mit sehr geringer Affinität zu Beta 1- und Beta 2 Adrenorezeptoren. Die Aktivierung des Beta 3 Adrenozeptors im Detrusormuskel der Blase erhöht die Blasenkapazität, indem während der Blasenfüllung die glatte Detrusormuskulatur entspannt wird.
Pharmakodynamik
Elektrophysiologie des Herzens
Vibegron zeigte keine klinisch relevante Verlängerung des QT Intervalls nach Gabe einer Einzeldosis in 5.3-facher Höhe (9-fach höhere Cmax ) der empfohlenen therapeutischen Dosis von 75 mg.
RubrikKlinische Wirksamkeit
Die Wirksamkeit von Vibegron 75 mg wurde in einer 12wöchigen, doppelblinden, randomisierten, placebo- und aktiv kontrollierten Phase III Studie (EMPOWUR) bei Patienten mit überaktiver Blase (OAB) und Symptomen von imperativem Harndrang und hoher Miktionsfrequenz mit oder ohne Dranginkontinenz untersucht. Die Patienten wurden im Verhältnis 5:5:4 randomisiert und erhielten Vibegron 75 mg, Placebo oder Tolterodin Retard 4 mg oral einmal täglich über 12 Wochen. Für die Teilnahme an der Studie mussten die Patienten folgende Kriterien erfüllen: Symptome einer OAB seit mindestens 3 Monaten mit durchschnittlich 8 oder mehr Miktionen pro Tag und mindestens 1 Dranginkontinenz pro Tag oder durchschnittlich 8 oder mehr Miktionen pro Tag und durchschnittlich mindestens 3 Episoden von imperativem Harndrang pro Tag. Dranginkontinenz war definiert als jeglicher Harnverlust ungeachtet der Menge, weil der Patient den Drang bzw. das Bedürfnis verspürte, unverzüglich zu urinieren. Die Studienpopulation umfasste Patienten, die zuvor keine Arzneimittel gegen die OAB erhalten hatten, sowie Patienten, die mit Arzneimitteln gegen die OAB vorbehandelt waren. Insgesamt wurden 1518 Patienten randomisiert: 547 Personen in die Vibegron-Gruppe, 540 in die Placebo-Gruppe und 431 in die Tolterodin-Gruppe. Bis zu 15% der Patienten durften männlichen Geschlechts sein. Von diesen 1 518 Patienten, brachen 54 der mit Placebo behandelten Patienten (10,0 %) und 45 der mit Vibegron 75 mg behandelten Patienten (8,2 %) die Studie ab. Der Hauptgrund für den Abbruch der Studie war die Rücknahme der Einwilligung (3,9 % in der Placebo-Gruppe und 2,6 % in der Vibegron-Gruppe).
Ko-primäre Endpunkte waren die Veränderungen der durchschnittlichen täglichen Anzahl der Miktionen und der Dranginkontinenzepisoden in Woche 12 gegenüber dem Ausgangswert.
Insgesamt 1515 Patienten erhielten mindestens eine Tagesdosis Placebo (n =540), Vibegron 75 mg (n =545) oder der aktiven Kontrolle (n = 430). Die Mehrzahl der Patienten war kaukasischer Abstammung (78 %) und weiblich (85 %), das mittlere Alter betrug 60 (Spanne: 18 bis 93) Jahre. 77 % der Patienten hatten bei der Vorstellung eine Dranginkontinenz (nasse OAB). Der prozentuale Anteil der Patienten, die zu Studienbeginn über 65 Jahre alt waren, betrug 42,6 % und 12,1 % waren älter als 75 Jahre.
Vibegron 75mg war bei der Behandlung der Symptome einer OAB innerhalb von 2 Wochen wirksam. Die Wirksamkeit blieb über den 12 wöchigen Behandlungszeitraum erhalten (die Ergebnisse sind unten in Tabelle 2 dargestellt).
Tabelle 2: Mittlere Ausgangswerte und Änderungen gegenüber den Ausgangswerten in Woche 12 für Miktionshäufigkeit, Dranginkontinenzepisoden, Episoden mit imperativem Harndrang, Gesamtinkontinenzepisoden und Miktionsvolumen
Parameter Placebo Obgemsa 75 mg Tolterodin Retard 4
mg
Durchschnittliche tägliche Anzahl
an Miktionena
Mittlerer Ausgangswert (n) 11,8 (520) 11,3 (526) 11,5 (417)
Änderung gegenüber Ausgangswertb -1,3 (475) -1,8 (492) -1,6 (378)
(n)
Differenz zu Placebo -0,5 -0,3
95 %-Konfidenzintervall -0,8; -0,2 -0,6; 0,1
p-Wert (versus Placebo) < 0,001d,e 0,0988
Durchschnittliche tägliche Anzahl
an Dranginkontinenzepisodenc
Mittlerer Ausgangswert (n) 3,5 (405) 3,4 (403) 3,4 (319)
Änderung gegenüber Ausgangswertb -1,4 (372) -2,0 (383) -1,8 (286)
(n)
Differenz zu Placebo -0,6 -0,4
95 %-Konfidenzintervall -0,9; -0,3 -0,7; -0,1
p-Wert (versus Placebo) <0,0001d, e 0,0123
a FAS-Population: Full Analysis Set. Alle randomisierten Patienten mit OAB, die mindestens 1 Dosis der doppelblind verabreichten Prüfpräparat erhalten haben und für die mindestens eine auswertbare Änderung gegenüber der Miktionsmessung zu Studienbeginn vorlag.
b Kleinste-Quadrate-Mittelwert, adjustiert für Behandlung, Ausgangswert, Art der OAB (nur bei FAS-Analysen), Geschlecht, geographische Region, Studientermin und Interaktion zwischen Studientermin und Behandlung.
c FAS-I-Population: angewendet für die Inkontinenzendpunkte; Patienten in der FAS-Population mit OAB nass zu Studienbeginn und mindestens 1 auswertbaren Änderung gegenüber der Dranginkontinenzmessung zu Studienbeginn.
d Statistisch signifikant.
e Im multiplen Testverfahren eingeschlossene Parameter. Die Hypothese wurde nur für Vibegron-Placebo getestet.
Die Langzeit- Sicherheit und Wirksamkeit von Vibegron 75 mg wurde über bis zu 52 Wochen in einer Phase-III-Verlängerungsstudie an 505 Patienten untersucht, die die 12wöchige Phase-III-Studie (EMPOWUR) abgeschlossen hatten. Die klinische Wirksamkeit von Vibegron hielt über einen Zeitraum von 52 Wochen an
Pädiatrie
Die Europäische Arzneimittel-Agentur hat für Obgemsa eine Zurückstellung von der Verpflichtung zur Vorlage von Ergebnissen zu Studien in einer oder mehreren pädiatrischen Altersklassen in der Behandlung der neurogenen Detrusorüberaktivität gewährt (siehe Rubrik Dosierung/Anwendung bzgl. Informationen zur Anwendung bei Kindern und Jugendlichen).
PharmakokinetikAbsorption
Die mittlere Cmax und AUC von Vibegron stiegen mehr als dosisproportional bis zu 600 mg nach einmaliger und 400 mg nach wiederholter Gabe an. Steady-State-Konzentrationen werden bei einmal täglicher Gabe innerhalb von 7 Tagen erreicht. Das mittlere Akkumulationsverhältnis (Rac) betrug 1,7 für Cmax und 2,4 für AUC0-24h. Die mediane Tmax von Vibegron beträgt ungefähr 1 bis 3 Stunden.
Die orale Verabreichung von Vibegron 75 mg als zerkleinerte Filmtablette gemischt mit 15 ml Apfelmus führte nicht zu klinisch bedeutsamen Veränderungen der Pharmakokinetik von Vibegron im Vergleich zur Verabreichung als intakte Vibegron 75 mg Filmtablette. Daher kann Vibegron zur Verabreichung mit weicher Nahrung zerkleinert werden.
Einfluss von Nahrung:
Die Einnahme einer 75mg-Tablette zu einer fettreichen Mahlzeit hatte eine Verringerung der Cmax und AUC von Vibegron um 63 % bzw. 37 % zur Folge. Der Einfluss von Nahrung schien im Steady State geringer zu sein (unveränderte AUC und 30 % geringere Cmax). In den Phase III Studien zum Nachweis der Wirksamkeit und Sicherheit wurde Vibegron mit oder ohne Nahrung verabreicht. Entsprechend kann Vibegron mit oder ohne Nahrung eingenommen werden.
Distribution
Das mittlere scheinbare Verteilungsvolumen nach oraler Verabreichung beträgt 9120 Liter. Die Plasmaproteinbindung von Vibegron beim Menschen beträgt ungefähr 50 %. Das durchschnittliche Blut-Plasma-Konzentrationsverhältnis beträgt 0,9.
Metabolismus
Vibegron wird über Oxidation und direkte Glucuronidierung metabolisiert, jedoch ist die Metabolisierung kein hauptsächlicher Ausscheideweg. Vibegron ist nach einmaliger Anwendung von 14C-Vibegron die hauptsächlich zirkulierende Verbindung. Im menschlichen Plasma wurde ein wichtiger Metabolit nachgewiesen, ein Glucuronid der Phase II, das 12 % bis 14 % der Gesamtexposition ausmacht. Alle rekombinanten UGT-Enzyme, die in vitro untersucht wurden, zeigten einen gewissen Metabolismus von Vibegron (hauptsächlich UGT1A3, UGT1A4, UGT1A6, UGT2B10, UGT2B15). Obwohl in vitro-Studien auf eine Beteiligung von CYP3A4 am oxidativen Metabolismus von Vibegron hinweisen, zeigen in vivo-Ergebnisse, dass diese Isoenzyme für die Elimination insgesamt eine begrenzte Rolle spielen.
Elimination
Die mittlere terminale Halbwertszeit (t½) nach wiederholter Verabreichung beträgt zwischen 59 bis 94 Stunden bei jüngeren und älteren Probanden und die effektive Halbwertszeit über alle Populationen hinweg beträgt 31 Stunden.
Nach oraler Gabe von 100 mg 14C-Vibegron an gesunde Probanden wurden etwa 59 % der radioaktiv markierten Substanz im Stuhl und 20 % im Urin nachgewiesen. Unverändertes Vibegron machte den grössten Teil der ausgeschiedenen Radioaktivität (54 % der radioaktiv markierten Substanz im Stuhl und 19 % im Urin) aus. Der grösste Teil der in den Fäkalien wiedergefundenen Dosis ist wahrscheinlich nicht resorbierte Substanz. Die Ausscheidung der unveränderten Substanz mit dem Urin ist ein wichtiger Ausscheidungsweg (etwa 50 % des absorbierten Vibegron). Die biliäre Ausscheidung der unveränderten Substanz kann ebenfalls zur Ausscheidung beitragen, während der hepatische Metabolismus eine geringe Rolle zu spielen scheint.
Kinetik spezieller Patientengruppen
Die Pharmakokinetik von Vibegron zeigte keine klinisch bedeutsamen Unterschiede auf der Basis von Alter (untersuchter Bereich: 18 bis 93 Jahre), Gewicht, Geschlecht oder ethnischer Herkunft.
Das Gewicht (untersuchter Bereich: 39 bis 161 kg) hatte in der populationspharmakokinetischen Analyse einen mässigen Einfluss auf die Clearance und das zentrale Verteilungsvolumen. Der Anstieg der Vibegron-Expositionen aufgrund von Gewichtsunterschieden wird daher nicht als klinisch bedeutsam angesehen.
Leberfunktionsstörungen
Im Vergleich zu Probanden mit normaler Leberfunktion erhöhte die einmalige Gabe von 100 mg Vibegron die mittlere Cmax und AUC um das 1,3- bzw. 1,3fache bei Probanden mit mässig eingeschränkter Leberfunktion (Child-Pugh B).
Bei Patienten mit leicht bis mässig eingeschränkter Leberfunktion (Child-Pugh A und B) wird keine Dosisanpassung von Vibegron empfohlen. Bei Patienten mit stark eingeschränkter Leberfunktion (Child-Pugh C) wurde Vibegron nicht untersucht und wird daher bei dieser Patientenpopulation nicht empfohlen.
Nierenfunktionsstörungen
Im Vergleich zu Probanden mit normaler Nierenfunktion (GFR ≥ 90 ml/min) erhöhte die einmalige Gabe von 100 mg Vibegron die mittlere Cmax und AUC um:
das 1,6- bzw. 2,1fache bei Probanden mit leicht eingeschränkter Nierenfunktion (60 ≤ GFR < 90 ml/min),
das 2,0- bzw. 1,6fache bei Probanden mit mässig eingeschränkter Nierenfunktion (30 ≤ GFR < 60 ml/min),
das 1,8- bzw. 1,2fache bei Probanden mit stark eingeschränkter Nierenfunktion (GFR < 30 ml/min).
Bei Patienten mit leicht, mässig oder stark eingeschränkter Nierenfunktion (15 ml/min < GFR < 90 ml/min und nicht dialysepflichtig) wird keine Dosisanpassung von Vibegron empfohlen. Vibegron wurde nicht bei Patienten mit terminaler Niereninsuffizienz (GFR < 15 ml/min mit oder ohne Hämodialyse) untersucht und wird daher bei diesen Patienten nicht empfohlen.
Kinder und Jugendliche
Es liegen keine pharmakokinetischen Daten bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren vor.
Präklinische DatenVibegron zeigte für Kaninchen und Ratten im Vergleich zum Menschen eine 9- bzw. 78mal geringere β3-AR-Potenz in vitro. Daher sind die Sicherheitsabstände für potenzielle β3-ARvermittelte Auswirkungen auf die Entwicklung oder Reproduktion entsprechend geringer als für nichtβ3-ARbezogene Wirkungen.
In tierexperimentellen Studien wurden keine Auswirkungen auf die embryofetale Entwicklung nach oraler Verabreichung von Vibegron im Zeitraum der Organogenese bei einer Exposition (AUC) beobachtet, die etwa das 275-Fache (bei Ratten) bzw. 285-Fache (bei Kaninchen) der klinischen Exposition bei der empfohlenen humanen Dosis (recommended human dose = RHD) von 75 mg Vibegron /Tag betrug. Bei Kaninchen wurden bei einer Exposition, die ca. dem 898-Fachen der klinischen Exposition (AUC) bei der RHD entsprach, bei Vorliegen maternaler Toxizität eine verzögerte fetale Skelettossifikation und verminderte fetale Körpergewichte beobachtet. Bei Ratten, die während der Trächtigkeit und Laktation Vibegron erhielten, wurden bei dem 89-Fachen der klinischen Exposition bei der RHD keine Auswirkungen auf die Nachkommen beobachtet. Bei Nachkommen wurde bei einer Exposition, die ca. dem 458-Fachen der klinischen Exposition (AUC) bei der RHD entsprach, bei Vorliegen maternaler Toxizität eine Entwicklungstoxizität beobachtet.
Nach Verabreichung einer oralen Einzeldosis von radioaktiv markiertem Vibegron an postnatal laktierende Ratten wurde in der Milch Radioaktivität nachgewiesen.
Bei Dosen von bis zu 300 mg/kg/Tag, die mit einer systemischen Exposition (AUC) von mindestens dem 275-Fachen der Exposition beim Menschen bei einer RHD von 75 mg/Tag verbunden waren, wurden bei weiblichen oder männlichen Ratten keine Auswirkungen auf die Fertilität beobachtet. Bei Gabe von 1 000 mg/kg/Tag an weibliche Ratten, was mit einer geschätzten systemischen Exposition (AUC) des 1 867-Fachen der Exposition beim Menschen bei der RHD von 75 mg/Tag verbunden war, wurden allgemeine Toxizität, verminderte Fruchtbarkeit und verminderte Fertilität beobachtet.
Sonstige HinweiseInkompatibilitäten
Nicht zutreffend.
Haltbarkeit
Das Arzneimittel darf nur bis zu dem auf der Packung mit „EXP“ bezeichneten Datum verwendet werden.
Besondere Lagerungshinweise
Nicht über 30°C lagern.
Ausser Reichweite von Kindern aufbewahren.
Zulassungsnummer69983 (Swissmedic).
Packungen1 Flasche à 30 Filmtabletten [B]
1 Flasche à 90 Filmtabletten [B]
ZulassungsinhaberinPierre Fabre AG, Basel
Stand der InformationJanuar 2025
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