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Fachinformation zu Obgemsa:Pierre Fabre Pharma SA
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Eigenschaften/Wirkungen

ATC-Code
G04BD15
Pharmakotherapeutische Gruppe: Urologika, Mittel bei häufiger Blasenentleerung und Harninkontinenz.
Wirkungsmechanismus
Vibegron ist ein selektiver und starker humaner Beta 3 Adrenozeptoragonist, mit sehr geringer Affinität zu Beta 1- und Beta 2 Adrenorezeptoren. Die Aktivierung des Beta 3 Adrenozeptors im Detrusormuskel der Blase erhöht die Blasenkapazität, indem während der Blasenfüllung die glatte Detrusormuskulatur entspannt wird.
Pharmakodynamik
Elektrophysiologie des Herzens
Vibegron zeigte keine klinisch relevante Verlängerung des QT Intervalls nach Gabe einer Einzeldosis in 5.3-facher Höhe (9-fach höhere Cmax ) der empfohlenen therapeutischen Dosis von 75 mg.
RubrikKlinische Wirksamkeit
Die Wirksamkeit von Vibegron 75 mg wurde in einer 12wöchigen, doppelblinden, randomisierten, placebo- und aktiv kontrollierten Phase III Studie (EMPOWUR) bei Patienten mit überaktiver Blase (OAB) und Symptomen von imperativem Harndrang und hoher Miktionsfrequenz mit oder ohne Dranginkontinenz untersucht. Die Patienten wurden im Verhältnis 5:5:4 randomisiert und erhielten Vibegron 75 mg, Placebo oder Tolterodin Retard 4 mg oral einmal täglich über 12 Wochen. Für die Teilnahme an der Studie mussten die Patienten folgende Kriterien erfüllen: Symptome einer OAB seit mindestens 3 Monaten mit durchschnittlich 8 oder mehr Miktionen pro Tag und mindestens 1 Dranginkontinenz pro Tag oder durchschnittlich 8 oder mehr Miktionen pro Tag und durchschnittlich mindestens 3 Episoden von imperativem Harndrang pro Tag. Dranginkontinenz war definiert als jeglicher Harnverlust ungeachtet der Menge, weil der Patient den Drang bzw. das Bedürfnis verspürte, unverzüglich zu urinieren. Die Studienpopulation umfasste Patienten, die zuvor keine Arzneimittel gegen die OAB erhalten hatten, sowie Patienten, die mit Arzneimitteln gegen die OAB vorbehandelt waren. Insgesamt wurden 1518 Patienten randomisiert: 547 Personen in die Vibegron-Gruppe, 540 in die Placebo-Gruppe und 431 in die Tolterodin-Gruppe. Bis zu 15% der Patienten durften männlichen Geschlechts sein. Von diesen 1 518 Patienten, brachen 54 der mit Placebo behandelten Patienten (10,0 %) und 45 der mit Vibegron 75 mg behandelten Patienten (8,2 %) die Studie ab. Der Hauptgrund für den Abbruch der Studie war die Rücknahme der Einwilligung (3,9 % in der Placebo-Gruppe und 2,6 % in der Vibegron-Gruppe).
Ko-primäre Endpunkte waren die Veränderungen der durchschnittlichen täglichen Anzahl der Miktionen und der Dranginkontinenzepisoden in Woche 12 gegenüber dem Ausgangswert.
Insgesamt 1515 Patienten erhielten mindestens eine Tagesdosis Placebo (n =540), Vibegron 75 mg (n =545) oder der aktiven Kontrolle (n = 430). Die Mehrzahl der Patienten war kaukasischer Abstammung (78 %) und weiblich (85 %), das mittlere Alter betrug 60 (Spanne: 18 bis 93) Jahre. 77 % der Patienten hatten bei der Vorstellung eine Dranginkontinenz (nasse OAB). Der prozentuale Anteil der Patienten, die zu Studienbeginn über 65 Jahre alt waren, betrug 42,6 % und 12,1 % waren älter als 75 Jahre.
Vibegron 75mg war bei der Behandlung der Symptome einer OAB innerhalb von 2 Wochen wirksam. Die Wirksamkeit blieb über den 12 wöchigen Behandlungszeitraum erhalten (die Ergebnisse sind unten in Tabelle 2 dargestellt).
Tabelle 2: Mittlere Ausgangswerte und Änderungen gegenüber den Ausgangswerten in Woche 12 für Miktionshäufigkeit, Dranginkontinenzepisoden, Episoden mit imperativem Harndrang, Gesamtinkontinenzepisoden und Miktionsvolumen

             Parameter                           Placebo               Obgemsa 75 mg         Tolterodin Retard 4
                                                                                mg
Durchschnittliche tägliche Anzahl
an Miktionena
Mittlerer Ausgangswert (n)          11,8 (520)            11,3 (526)            11,5 (417)
Änderung gegenüber Ausgangswertb    -1,3 (475)            -1,8 (492)            -1,6 (378)
(n)                                                                             
Differenz zu Placebo                -0,5                  -0,3
95 %-Konfidenzintervall             -0,8; -0,2            -0,6; 0,1
p-Wert (versus Placebo)             < 0,001d,e            0,0988
Durchschnittliche tägliche Anzahl
an Dranginkontinenzepisodenc
Mittlerer Ausgangswert (n)          3,5 (405)             3,4 (403)             3,4 (319)
Änderung gegenüber Ausgangswertb    -1,4 (372)            -2,0 (383)            -1,8 (286)
(n)                                                                             
Differenz zu Placebo                -0,6                  -0,4
95 %-Konfidenzintervall             -0,9; -0,3            -0,7; -0,1
p-Wert (versus Placebo)             <0,0001d, e           0,0123

a FAS-Population: Full Analysis Set. Alle randomisierten Patienten mit OAB, die mindestens 1 Dosis der doppelblind verabreichten Prüfpräparat erhalten haben und für die mindestens eine auswertbare Änderung gegenüber der Miktionsmessung zu Studienbeginn vorlag.
b Kleinste-Quadrate-Mittelwert, adjustiert für Behandlung, Ausgangswert, Art der OAB (nur bei FAS-Analysen), Geschlecht, geographische Region, Studientermin und Interaktion zwischen Studientermin und Behandlung.
c FAS-I-Population: angewendet für die Inkontinenzendpunkte; Patienten in der FAS-Population mit OAB nass zu Studienbeginn und mindestens 1 auswertbaren Änderung gegenüber der Dranginkontinenzmessung zu Studienbeginn.
d Statistisch signifikant.
e Im multiplen Testverfahren eingeschlossene Parameter. Die Hypothese wurde nur für Vibegron-Placebo getestet.
Die Langzeit- Sicherheit und Wirksamkeit von Vibegron 75 mg wurde über bis zu 52 Wochen in einer Phase-III-Verlängerungsstudie an 505 Patienten untersucht, die die 12wöchige Phase-III-Studie (EMPOWUR) abgeschlossen hatten. Die klinische Wirksamkeit von Vibegron hielt über einen Zeitraum von 52 Wochen an
Pädiatrie
Die Europäische Arzneimittel-Agentur hat für Obgemsa eine Zurückstellung von der Verpflichtung zur Vorlage von Ergebnissen zu Studien in einer oder mehreren pädiatrischen Altersklassen in der Behandlung der neurogenen Detrusorüberaktivität gewährt (siehe Rubrik Dosierung/Anwendung bzgl. Informationen zur Anwendung bei Kindern und Jugendlichen).

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