ZusammensetzungWirkstoffe
Influenza-Virus Stämme (inaktiviert, gespalten) der Typen A/H1N1, A/H3N2 und B/Victoria nach den jährlichen Empfehlungen der WHO (für die nördliche Hemisphäre).
Hilfsstoffe
Natriumchlorid, Dinatriumhydrogenphosphat dodecahydrat, Kaliumdihydrogenphosphat, Kaliumchlorid, Magnesiumchlorid hexahydrat, α-Tocopherylhydrogensuccinat, Polysorbat 80, Octoxinol 10 und Wasser für Injektionszwecke.
Rückstände
Ovalbumin, Hydrokortison, Gentamicinsulfat, Formaldehyd und Natriumdesoxycholat.
Eine Impfdosis enthält 1,7 mg Natrium und 0,1 mg Kalium.
Darreichungsform und Wirkstoffmenge pro EinheitInjektionssuspension in einer Fertigspritze (i.m.).
Die Antigenzusammensetzung wird jährlich auf der Grundlage der offiziellen Empfehlungen überarbeitet.
Eine Impfdosis (0,5 mL) enthält jeweils 15 Mikrogramm Hämagglutinin der empfohlenen Stämme.
Fluarix ist eine farblose bis leicht opaleszierende Suspension.
Indikationen/AnwendungsmöglichkeitenFluarix wird angewendet zur aktiven Immunisierung von Erwachsenen und Kindern im Alter ab 6 Monate zur Prophylaxe einer Influenza, verursacht durch die beiden Influenza A-Virus-Subtypen und eine Influenza B-Viruslinie, die im Impfstoff enthalten sind (siehe "Eigenschaften/Wirkungen" ).
Fluarix ist gemäss den offiziellen Impfempfehlungen anzuwenden.
Dosierung/AnwendungDosierung
Erwachsene:
Fluarix sollte als Einzelinjektion von 0,5 mL verabreicht werden.
Kinder und Jugendliche:
Fluarix sollte als Einzelinjektion von 0,5 mL verabreicht werden.
Kinder im Alter von 6 Monaten bis unter 9 Jahren, die noch nie gegen Grippe geimpft wurden, sollten im Abstand von mindestens 4 Wochen eine zweite Dosis von 0,5 mL erhalten.
Bei Kleinkindern unter 6 Monaten ist die Sicherheit und Wirksamkeit von Fluarix nicht erwiesen.
Um die Rückverfolgbarkeit von biotechnologisch hergestellten Arzneimitteln sicherzustellen, wird empfohlen Handelsname und Chargennummer bei jeder Behandlung zu dokumentieren.
Art der Anwendung
Die Verabreichung von Fluarix erfolgt mittels intramuskulärer Injektion, vorzugsweise in den Deltamuskel oder den anterolateralen Oberschenkel (abhängig von der Muskelmasse).
KontraindikationenÜberempfindlichkeit gegen einen Bestandteil des Impfstoffs (Wirkstoffe, Hilfsstoffe, Rückstände z.B. Ovalbumin, andere Eiproteine, Formaldehyd, Gentamicinsulfat und Natriumdeoxycholat) (siehe "Zusammensetzung" ).
Warnhinweise und VorsichtsmassnahmenVor der Impfung
Wie bei allen injizierbaren Impfstoffen müssen für den Fall eines anaphylaktischen Ereignisses nach Verabreichung des Impfstoffs die entsprechende medizinische Behandlung und Überwachung stets verfügbar sein.
Nach oder sogar vor einer Impfung kann es als psychogene Reaktion auf die Nadelinjektion zu einer Synkope (Ohnmacht) kommen. Es ist wichtig, Massnahmen zu ergreifen, um Verletzungen durch die Ohnmacht zu verhindern.
Wie bei anderen Impfstoffen sollte die Impfung mit Fluarix bei Personen, die an einer akuten schweren fiebrigen Erkrankung leiden, auf einen späteren Zeitpunkt verschoben werden. Leichte Infektionen, z.B. eine Erkältung, sollten nicht zu einem Aufschub der Impfung führen.
Falls innerhalb von 6 Wochen nach einer früheren Influenza-Impfung ein Guillain-Barré-Syndrom (GBS) aufgetreten ist, sollte bei der Entscheidung über eine Anwendung von Fluarix der potenzielle Nutzen sorgfältig gegen die möglichen Risiken abgewogen werden.
Fluarix soll Schutz bieten gegen die im Impfstoff enthaltenen Stämme und damit eng verwandte Virusstämme. Fluarix ist möglicherweise nicht gegen alle möglichen Stämme von Influenzaviren wirksam.
Wie bei allen Impfstoffen wird möglicherweise nicht bei allen geimpften Personen eine schützende Immunantwort erzielt.
Vorsichtsmassnahmen bei der Verwendung
Fluarix darf nicht intravasal verabreicht werden.
Wie bei anderen intramuskulär verabreichten Impfstoffen ist auch bei der Verabreichung von Fluarix an Personen mit Thrombozytopenie oder Gerinnungsstörungen Vorsicht geboten, da in diesen Fällen nach intramuskulärer Verabreichung eine Blutung eintreten kann.
Systemische Immunsuppressiva und Immunschwäche
Bei Patienten, die eine immunsuppressive Behandlung erhalten oder bei Personen mit Immunschwäche führt die Impfung möglicherweise nicht zu einer adäquaten Immunantwort.
Hilfsstoffe
Dieses Arzneimittel enthält weniger als 1 mmol Natrium (23 mg) pro Impfdosis, d.h. es ist nahezu "natriumfrei" .
Dieses Arzneimittel enthält Kalium, jedoch weniger als 1 mmol (39 mg) pro Impfdosis, d.h. es ist nahezu "kaliumfrei" .
InteraktionenDie gleichzeitige Verabreichung von adjuvantiertem Herpes-Zoster-Impfstoff oder Boten-Ribonukleinsäure-(mRNA-)Impfstoffen gegen die Coronavirus-Krankheit-2019 (COVID-19) wurde in Studien mit Fluarix Tetra (quadrivalenter Influenza-Impfstoff) untersucht (siehe "Eigenschaften/Wirkungen" ).
Die Inzidenz von Erschöpfung, Kopfschmerzen, Myalgie, Arthralgie, gastrointestinalen Symptomen (einschliesslich Übelkeit, Erbrechen, Diarrhoe und/oder Bauchschmerzen) und Schüttelfrost bei gleichzeitig mit Fluarix Tetra und dem Herpes-Zoster-Impfstoff (rekombinant, adjuvantiert) geimpften Personen ähnelt jener, die bei dem Herpes-Zoster-Impfstoff (rekombinant, adjuvantiert) allein beobachtet wurde und ist höher im Vergleich zur alleinigen Impfung mit Fluarix Tetra.
In einer Studie zur Ko-Administration mit einem COVID-19-mRNA-Impfstoff war die Häufigkeit von Schmerzen an der Injektionsstelle (jeglicher Art) nach der Impfung mit Fluarix Tetra höher in der Flu D-QIV-Ko-Administration-Studiengruppe (48,1%) als in der Flu D-QIV Sequentielle-Studiengruppe (30,6%). Diese Ereignisse waren jedoch von kurzer Dauer (1 Tag) und überwiegend von leichtem bis mittlerem Schweregrad.
Die Häufigkeit der gemeldeten unerwünschten Ereignisse bei Probanden, die gleichzeitig mit Fluarix Tetra und einem COVID-19 mRNA-Impfstoff geimpft wurden, ähnelt jener, die mit einem COVID-19mRNA-Impfstoff allein beobachtet wurde, und ist höher im Vergleich zur alleinigen Impfung mit Fluarix Tetra.
Wenn Fluarix gleichzeitig mit einem anderen injizierbaren Impfstoff verabreicht werden soll, müssen für die beiden Impfstoffe unterschiedliche Injektionsstellen gewählt werden.
Schwangerschaft, StillzeitSchwangerschaft
Fluarix kann Schwangeren verabreicht werden, wenn der mögliche Nutzen die potenziellen Risiken überwiegt.
Die Sicherheit von Fluarix bei Verabreichung an schwangere Frauen wurde nicht in klinischen Studien untersucht.
Auf einer systematischen Literaturrecherche beruhende Sicherheitsdaten zu inaktivierten Impfstoffen gegen die saisonale Grippe sowie die verfügbaren Daten nach Inverkehrbringen von Fluarix ergeben keine Hinweise auf ein erhöhtes Risiko unerwünschter Schwangerschaftsausgänge bei Verabreichung während der Schwangerschaft.
Tierexperimentelle Studien zu Fluarix ergeben keine Hinweise auf direkte oder indirekte schädliche Wirkungen in Bezug auf die Reproduktions- und Entwicklungstoxizität (siehe "Präklinische Daten" ).
Stillzeit
Die Sicherheit von Fluarix bei Verabreichung an Stillende wurde nicht untersucht. Es ist nicht bekannt, ob Fluarix in die Muttermilch übergeht.
Fluarix sollte in der Stillzeit nur angewendet werden, wenn der zu erwartende Nutzen die möglichen Risiken überwiegt.
Fertilität
Daten bezogen auf den Einfluss auf die Fertilität beim Menschen sind nicht verfügbar.
Tierexperimentelle Studien ergeben keine Hinweise auf direkte oder indirekte schädliche Wirkungen auf die weibliche Fertilität.
Wirkung auf die Fahrtüchtigkeit und auf das Bedienen von MaschinenZu den Auswirkungen auf die Fahrtüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen wurden keine Studien mit Fluarix durchgeführt. Einige der unter "Unerwünschte Wirkungen" aufgeführten Effekte (z.B. Erschöpfung oder Schwindelgefühl) könnten vorübergehend die Fahrtüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen beeinträchtigen.
Unerwünschte WirkungenDaten aus klinischen Studien
In kontrollierten klinischen Studien wurde Fluarix mehr als 24'500 Probanden im Alter von 18 Jahren und darüber und mehr als 8'600 Probanden im Alter von 6 Monaten bis unter 18 Jahren verabreicht.
Die in allen Altersgruppen am häufigsten gemeldete lokale unerwünschte Wirkung nach der Impfung war Schmerzen an der Injektionsstelle (52,7%).
Bei Erwachsenen ab 18 Jahren waren die am häufigsten gemeldeten systemischen unerwünschten Wirkungen nach der Impfung Müdigkeit (17,4%), Kopfschmerzen (15,7%) und Muskelschmerzen/Myalgie (16,9%).
Bei Probanden im Alter von 5 bis 17 Jahren waren die am häufigsten gemeldeten systemischen unerwünschten Wirkungen nach der Impfung Müdigkeit (20,6%), Kopfschmerzen (18,8%) und Myalgie (27,5%).
Bei Probanden im Alter von 6 Monaten bis 4 Jahren waren die am häufigsten berichteten systemischen unerwünschten Wirkungen nach der Impfung Reizbarkeit (29,5%), Appetitlosigkeit (22%) und Schläfrigkeit (20,6%).
Die unerwünschten Wirkungen sind nach MedDRA-Systemorganklassen und Häufigkeit gemäss folgender Konvention geordnet: "sehr häufig" (≥1/10), "häufig" (≥1/100, <1/10), "gelegentlich" (≥1/1'000, <1/100), "selten" (≥1/10'000, <1/1'000), "sehr selten" (<1/10'000).
Folgende unerwünschte Wirkungen pro Impfdosis wurden berichtet:
Systemorganklasse Unerwünschte Wirkung Häufigkeit
en
6 bis < 36 (Monate) 3 bis < 6 (Jahre) 6 bis < 18 (Jahre) ≥18 (Jahre)
Stoffwechsel- und Appetitlosigkeit Sehr häufig (bis Sehr häufig (bis N/A N/R
Ernährungsstörungen 22,0%) 22,0%)
Psychiatrische Reizbarkeit Sehr häufig (bis Sehr häufig (bis N/A N/R
Erkrankungen 29,5%) 29,5%)
Erkrankungen des Kopfschmerzen N/A N/A Sehr häufig (bis Sehr häufig (15,7%)
Nervensystems 18,8%)
Benommenheit Sehr häufig (bis Sehr häufig (bis N/A N/R
20,6%) 20,6%)
Schwindelgefühl N/R N/R N/R Gelegentlich
Erkrankungen des Gastrointestinale Häufig Häufig Häufig Häufig
Gastrointestinaltrak Symptome (einschlies
ts slich Übelkeit,
Erbrechen, Diarrhoe
und/oder Bauchschmer
zen)
Erkrankungen der Schwitzen N/R N/R N/R Häufig
Haut und des Unterha
utgewebes
Skelettmuskulatur-, Myalgie N/A N/A Sehr häufig (bis Sehr häufig (16,9%)
Bindegewebs- und 27,5%)
Knochenerkrankungen
Arthralgie N/A N/A Häufig Häufig
Allgemeine Erkrankun Erschöpfung N/A N/A Sehr häufig (bis Sehr häufig (17,4%)
gen und Beschwerden 20,6%)
am Verabreichungsort
Schüttelfrost N/A N/A Häufig Häufig
Fieber Häufig Häufig Häufig Gelegentlich
Schmerz an der Sehr häufig (bis Sehr häufig (bis Sehr häufig (bis Sehr häufig (39,8%)
Injektionsstelle 52,7%) 52,7%) 52,7%)
Rötung an der Sehr häufig (bis Sehr häufig (bis Sehr häufig (bis Häufig
Injektionsstelle 19,3%) 19,3%) 19,3%)
Schwellung an der Sehr häufig (bis Sehr häufig (bis Sehr häufig (bis Häufig
Injektionsstelle 14,8%) 14,8%) 14,8%)
Verhärtung an der N/R N/R N/R Häufig
Injektionsstelle
N/A = nicht erhoben in dieser Altersgruppe
N/R = nicht berichtet
Unerwünschte Wirkungen aus der Postmarketingphase
Systemorganklasse Häufigkeit Unerwünschte Wirkungen
Erkrankungen des Blutes und des Selten Vorübergehende Lymphadenopathie
Lymphsystems
Erkrankungen des Immunsystems Selten Allergische Reaktionen (einschliesslich
anaphylaktischer Reaktionen)
Erkrankungen des Nervensystems Selten Fieberkrampf, Neuritis, akute
disseminierte Enzephalomyelitis,
Guillain-Barré-Syndrom
Erkrankungen der Haut und des Selten Urtikaria, Pruritus, Erythem,
Unterhautgewebes Ausschlag, Angioödem
Allgemeine Erkrankungen und Selten Grippeähnliche Erkrankung, Unwohlsein
Beschwerden am Verabreichungsort
Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von grosser Wichtigkeit. Sie ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels. Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdacht einer neuen oder schwerwiegenden Nebenwirkung über das Online-Portal ElViS (Electronic Vigilance System) anzuzeigen. Informationen dazu finden Sie unter www.swissmedic.ch.
ÜberdosierungEs liegen keine hinreichenden Daten vor.
Eigenschaften/WirkungenATC-Code
J07BB02
Wirkungsmechanismus
Fluarix bewirkt eine aktive Immunisierung gegen die drei im Impfstoff enthaltenen Influenza-Virusstämme (zwei A-Subtypen und eine B-Linie).
Fluarix induziert humorale Antikörper gegen die Hämagglutinine. Diese Antikörper neutralisieren die Influenzaviren.
Die jeweilige Höhe der nach einer Impfung mit inaktivierten Influenzavirus-Impfstoffen ermittelten Titer an hämagglutinationshemmenden (HI) Antikörpern wurde nicht mit dem Impfschutz gegen eine Influenza korreliert, wurde aber als Mass für die Impfstoffaktivität verwendet. Bei einigen Belastungsstudien am Menschen waren HI-Antikörper-Titer von 1:40 oder höher bei bis zu 50% der geimpften Personen mit dem Schutz vor einer Influenzaerkrankung assoziiert.
Pharmakodynamik
Die immunologischen Daten und Schätzwerte für die Wirksamkeit von Fluarix wurden in Studien mit Fluarix oder mit Fluarix Tetra untersucht.
Klinische Wirksamkeit
Wirksamkeit bei Kindern zwischen 6 und 35 Monaten
Die Wirksamkeit von Fluarix Tetra wurde in einer randomisierten, Beobachter-verblindeten und mit einem nicht gegen Influenza immunisierenden Impfstoff kontrollierten klinischen Studie D-QIV-004 während der Influenzasaisons 2011 bis 2014 (nördliche Hemisphäre) beurteilt. Gesunde Teilnehmende im Alter zwischen 6 und 35 Monaten erhielten per Randomisierung im Verhältnis 1:1 entweder Fluarix Tetra (N = 6'006) oder einen Kontrollimpfstoff, der nicht gegen Influenza immunisiert (N = 6'012). Sie erhielten 1 Impfdosis (sofern sie bereits in der Vergangenheit gegen Influenza geimpft worden waren) oder 2 Impfdosen im Abstand von ca. 28 Tagen.
Die Wirksamkeit von Fluarix Tetra wurde beurteilt in Bezug auf die Prävention einer durch Reverse-Transkriptase-Polymerase-Kettenreaktion (RT-PCR) bestätigten, durch einen saisonalen Influenza-Stamm hervorgerufenen Influenza A- und/oder Influenza B-Erkrankung (mässig bis schwer bzw. alle Schweregrade). Ab 2 Wochen nach der Impfung wurden bis zum Ende der Influenzasaison (ca. 6 Monate später) nach einer grippeähnlichen Erkrankung (definiert als Fieber ≥38°C mit einem der folgenden Symptome: Husten, laufende Nase, verstopfte Nase oder Atembeschwerden) Nasenabstriche entnommen und mittels RT-PCR auf Influenza A und/oder Influenza B getestet. An allen laut RT-PCR positiven Proben wurden darüber hinaus Vitalitätstests in der Zellkultur durchgeführt und die Übereinstimmung der Virusstämme mit den im Impfstoff enthaltenen Stämmen untersucht.
Fluarix Tetra erfüllte die vorgegebenen Kriterien für die in Tabelle 1 zusammengefassten primären Ziele der Impfstoffwirksamkeit.
Tabelle 1: Fluarix Tetra: Anfallsraten und Impfstoffwirksamkeit bei Kindern zwischen 6 und 35 Monaten (According-to-Protocol-[ATP-]Kohorte für die Wirksamkeit - Zeit bis zum Ereignis)
Fluarix Tetra Kontrollimpfstoff1 Wirksamkeit des
Impfstoffs
N2 = 5'707 N2 = 5'697
n3 Anfallsrate (n/N) n3 Anfallsrate (n/N) % KI
(%) (%)
Influenza aller
Schweregrade5
RT-PCR-bestätigt 344 6,03 662 11,62 49,8 41,8; 56,84
Mässige bis schwere
Influenza6
RT-PCR bestätigt 90 1,58 242 4,25 63,2 51,8: 72,34
1 Kinder erhielten einen dem Alter angemessenen, nicht gegen Influenza immunisierenden Kontrollimpfstoff.
2 Anzahl Teilnehmende in der ATP-Wirksamkeitskohorte - Zeit bis zum Ereignis. Diese Kohorte umfasste Teilnehmende, die alle Eignungskriterien erfüllten, im Hinblick auf die Wirksamkeit beobachtet wurden und bis zum Eintreten der Episode ihren Verpflichtungen als Studienteilnehmende nachgekommen waren.
3 Anzahl Teilnehmende, die im Berichtszeitraum mindestens einen Fall meldeten.
4 Zweiseitiges 97,5%-Konfidenzintervall.
5 Influenzaerkrankung aller Schweregrade war definiert als Episode einer grippeähnlichen Erkrankung (influenza-like illness, ILI, d.h. Fieber ≥38°C mit einem der folgenden Symptome: Husten, laufende Nase, Nasenverstopfung oder Schwierigkeiten beim Atmen) oder als Folgeerkrankung einer Infektion mit dem Influenzavirus (akute Otitis media [AOM] oder Erkrankung der unteren Atemwege [lower respiratory illness, LRI]).
6 Mässige bis schwere Influenza umfasste eine Untergruppe aller Influenza-Erkrankungen mit einem der folgenden Symptome: Fieber > 39°C, ärztlich diagnostizierte AOM aufgrund otoskopischer Befunde, ärztlich diagnostizierte Infektion der unteren Atemwege, ärztlich diagnostizierte schwerwiegende extrapulmonale Komplikationen, Einweisung in die Intensivstation oder über mehr als 8 Stunden erforderliche Gabe von zusätzlichem Sauerstoff.
Wirksamkeit bei Erwachsenen ab 18 Jahren
Die Wirksamkeit von Fluarix wurde in der randomisierten, doppelblinden, placebokontrollierten klinischen Studie Fluarix-US-006 in 2 europäischen Ländern (Tschechien und Finnland) während der Influenzasaison 2006-2007 untersucht. Die Studie beurteilte die Wirksamkeit bei 7'652 Teilnehmenden (N = 5'103 für Fluarix und N = 2'549 für Placebo) in Bezug auf die Verhinderung von in der Kultur bestätigten Influenza A- und/oder Influenza B-Fällen für Antigen-übereinstimmende Impfstämme.
Die Teilnehmenden wurden überwacht auf grippeähnliche Erkrankungen mit nachfolgender Influenzabestätigung in der Kultur (Tabelle 2). Eine grippeähnliche Erkrankung war definiert als mindestens ein allgemeines Symptom (Fieber ≥37,8°C und/oder Myalgie) und mindestens ein respiratorisches Symptom (Husten und/oder rauer Hals).
Tabelle 2: Anfallsraten und Impfstoffwirksamkeit gegen eine Erkrankung im Zusammenhang mit dem Nachweis einer Influenza A- oder Influenza B-Infektion bei Erwachsenen zwischen 18 und 64 Jahren (gesamte Impfkohorte)
Fluarix Placebo Wirksamkeit des
Impfstoffs
N1 = 5'103 N1 = 2'549
n2 Anfallsrate (n/N) n2 Anfallsrate (n/N) % 95%-KI3
(%) (%)
Antigen-übereinstimm 49 1,0 74 2,9 66,9 51,9; 77,4
ende, in der Kultur
bestätigte Influenza
4
In der Kultur 63 1,2 82 3,2 61,6 46,0; 72,8
bestätigte Influenza
insgesamt (übereins
timmend, nicht
übereinstimmend und
nicht typisiert)5
1 Gesamtzahl der Studienteilnehmenden.
2 Anzahl Fälle.
3 Konfidenzintervall.
4 Es gab keine mit den Impfstämmen übereinstimmenden, in der Kultur bestätigten Fälle durch die Influenzastämme A/New Caledonia/20/1999 (H1N1) oder B/Malaysia/2506/2004 unter Fluarix oder Placebo.
5 Von den 22 zusätzlichen Fällen waren 18 nicht übereinstimmend und 4 nicht typisiert; 15 der 22 Fälle waren A (H3N2) (11 Fälle bei Fluarix und 4 Fälle bei Placebo).
Daten zur Immunogenität
Die Immunogenität von Fluarix Tetra wurde beurteilt in Bezug auf den geometrischen Mittelwert des HI-Antikörper-Titers (GMT) und die HI-Serokonversionsrate (4-facher Anstieg des reziproken Titers oder Änderung von Nichtnachweisbarkeit [< 10] auf einen reziproken Titer von ≥40) an Tag 28 (Kinder) oder an Tag 21 (Erwachsene) nach der letzten Dosis.
Immunogenität bei Kindern zwischen 6 und 35 Monaten
In Studie D-QIV-004 erfolgte die Beurteilung an einer Subkohorte von 1'332 Kindern (753 in der Gruppe mit Fluarix Tetra und 579 in der Kontrollgruppe). Die Ergebnisse sind in Tabelle 3 zusammengefasst.
Tabelle 3: GMT, Seroprotektionsraten und Serokonversionsraten nach der Impfung bei Kindern (6 bis 35 Monate) (According-to-Protocol-Kohorte)
Fluarix Tetra Kontrolle3
N1 = 750-753 N2 = 742-746 N2 = 744-753 N1 = 578-579 N2 = 566-568 N2 = 567-579
GMT4 (95%-KI) Serokonversionsrate2 Seroprotektionsrate4 GMT4 (95%-KI) Serokonversionsrate4 Seroprotektionsrate4
(95%-KI) (95%-KI) (95%-KI) (95%-KI)
A/H1N1 165,3 (148,6; 183,8) 80,2% (77,2; 83,0) 85,1% (82,4; 87,6) 12,6 (11,1; 14,3) 3,5% (2,2; 5,4) 25,3% (21,8; 29,0)
A/H3N2 132,1 (119,1; 146,5) 68,8% (65,3; 72,1) 81,3% (78,3; 84) 14,7 (12,9; 16,7) 4,2% (2,7; 6,2) 30,3% (26,6; 34,2)
B (Victoria) 92,6 (82,3; 104,1) 69,3% (65,8; 72,6) 71,9% (68,5; 75,1) 9,2 (8,4; 10,1) 0,9% (0,3; 2,0) 17,4% (14,4; 20,8)
B (Yamagata) 121,4 (110,1; 133,8) 81,2% (78,2; 84,0) 84,7% (82,0; 87,2) 7,6 (7,0; 8,3) 2,3% (1,2; 3,9) 11,1% (8,6; 13,9)
1 Anzahl Teilnehmende, für die postvakzinale Ergebnisse vorlagen (für den GMT).
2 Anzahl Teilnehmende, für die prä- und postvakzinale Ergebnisse vorlagen (für die Seroprotektionsrate und die Serokonversionsrate).
3 Nicht gegen Influenza immunisierender Kontrollimpfstoff.
4 Ergebnisse der Subkohorte für Immunogenität.
Die Wirkung einer Zwei-Dosen-Grundimmunisierung in D-QIV-004 wurde anhand der Immunantwort auf die Wiederimpfung ein Jahr später mit 1 Dosis Fluarix Tetra in Studie D-QIV-009 beurteilt. Diese Studie zeigte, dass bei Kindern zwischen 6 und 35 Monaten 7 Tage nach der Impfung das Immungedächtnis für alle vier Impfstämme angelegt war.
Immunogenität bei Kindern im Alter von 3 bis < 18 Jahre
In einer doppelblinden Phase-III-Studie (D-QIV-003) erhielten die Kinder per Randomisierung je nach Influenza-Impfanamnese entweder 1 oder 2 Dosen Fluarix (N = 818) oder Fluarix Tetra (N = 791). Die von Fluarix und Fluarix Tetra induzierten Immunantworten sind in Tabelle 4 zusammengefasst.
Tabelle 4: GMT, Seroprotektionsraten und Serokonversionsraten nach der Impfung bei Kindern und Jugendlichen (3 bis < 18 Jahre) (According-to-Protocol-Kohorte)
Fluarix3 Fluarix Tetra
N1 = 818 N2 = 818 N2 = 818 N1 = 791 N2 = 790 N2 =790
GMT (95%-KI) Serokonversionsrate Seroprotektionsrate GMT (95%-KI) Serokonversionsrate Seroprotektionsrate
(95%-KI) (95%-KI) (95%-KI) (95%-KI)
A/H1N1 433,2 (401,0; 468,0) 89,9% (87,6; 91,8) 96,9% (95,5; 98,0) 386,2 (357,3; 417,4) 91,4% (89,2; 93,3) 96,6% (95,1; 97,7)
A/H3N2 227,3 (213,3; 242,3) 70,7% (67,4; 73,8) 97,8% (96,5; 98,7) 228,8 (215,0; 243,4) 72,3% (69,0; 75,4) 98,0% (96,7; 98,8)
B (Victoria) 245,6 (229,2; 263,2) 68,5% (65,2; 71,6) 96,6% (95,1; 97,7) 244,2 (227,5; 262,1) 70,0% (66,7; 73,2) 97,3% (96,0; 98,3)
B (Yamagata) 224,7 (207,9; 242,9) 37,0% (33,7; 40,5) 94,4% (92,6; 95,9) 569,6 (533,6; 608,1) 72,5% (69,3; 75,6) 99,2% (98,4; 99,7)
1 Anzahl Teilnehmende, für die postvakzinale Ergebnisse vorlagen (für den GMT).
2 Anzahl Teilnehmende, für die prä- und postvakzinale Ergebnisse vorlagen (für die Seroprotektionsrate und die Serokonversionsrate).
3 Der Yamagata-B-Stamm war in Fluarix nicht enthalten.
Immunogenität bei Erwachsenen ab 18 Jahren
In einer randomisierten, teilverblindeten Phase-III-Studie (D-QIV-008) erhielten etwa 600 Teilnehmende 1 Dosis Fluarix und etwa 1'800 Teilnehmende 1 Dosis Fluarix Tetra. Die von Fluarix und Fluarix Tetra induzierten Immunantworten sind in Tabelle 5 zusammengefasst.
Tabelle 5: GMT, Seroprotektionsraten und Serokonversionsraten nach der Impfung bei Erwachsenen ab 18 Jahren (According-to-Protocol-Kohorte)
Fluarix3 Fluarix Tetra
N1 = 608 N2 = 605 N2 = 608 N1 = 1'809 N2 = 1'801 N2 = 1'809
GMT (95%-KI) Serokonversionsrate Seroprotektionsrate GMT (95%-KI) Serokonversionsrate Seroprotektionsrate
(95%-KI) (95%-KI) (95%-KI) (95%-KI)
A/H1N1 218,4 (194,2; 245,6) 77,2% (73,6; 80,5) 91,8% (89,3; 93,8) 201,1 (188,1; 215,1) 77,5% (75,5; 79,4) 91,3% (89,9; 92,5)
A/H3N2 298,2 (268,4; 331,3) 65,8% (61,9; 69,6) 95,9% (94,0; 97,3) 314,7 (296,8; 333,6) 71,5% (69,3; 73,5) 96,8% (95,9; 97,6)
B (Victoria) 393,8 (362,7; 427,6) 55,4% (51,3; 59,4) 98,5% (97,2; 99,3) 404,6 (386,6; 423,4) 58,1% (55,8; 60,4) 98,8% (98,2; 99,3)
B (Yamagata) 386,6 (351,5; 425,3) 45,6% (41,6; 49,7) 97,9% (96,4; 98,9) 601,8 (573,3; 631,6) 61,7% (59,5; 64,0) 99,1% (98,5; 99,5)
1 Anzahl Teilnehmende, für die postvakzinale Ergebnisse vorlagen (für den GMT).
2 Anzahl Teilnehmende, für die prä- und postvakzinale Ergebnisse vorlagen (für die Seroprotektionsrate und die Serokonversionsrate).
3 Der Yamagata-B-Stamm war in Fluarix nicht enthalten.
Gleichzeitige Verabreichung
Gleichzeitige Verabreichung von adjuvantiertem Herpes-Zoster-Impfstoff (Shingrix)
In der klinischen Studie Zoster-004 wurden 828 Erwachsene im Alter von ≥50 Jahren randomisiert, um 2 Dosen Shingrix im Abstand von 2 Monaten zu erhalten, die entweder gleichzeitig mit der ersten Dosis (N = 413) oder nicht gleichzeitig (N = 415) mit einer Dosis Fluarix Tetra verabreicht wurden. Die Antikörperantworten auf jeden Impfstoff waren ähnlich, unabhängig davon, ob sie gleichzeitig oder nicht gleichzeitig verabreicht wurden. Darüber hinaus wurde, bezogen auf die HI-Antikörper-GMTs, für alle vier in Fluarix Tetra enthaltenen Stämme eine immunologische Nichtunterlegenheit zwischen der gleichzeitigen und der nicht gleichzeitigen Verabreichung nachgewiesen.
Gleichzeitige Verabreichung von COVID-19-mRNA-Impfstoff
In der kontrollierten, randomisierten, unverblindeten klinischen Studie Zoster-091 erhielten 988 Erwachsene im Alter von ≥18 Jahren Fluarix Tetra und einen monovalenten COVID-19-mRNA-1273-Booster-Impfstoff (50 Mikrogramm) (ursprünglicher SARS-CoV-2-Stamm) entweder gleichzeitig (N = 498) oder nicht gleichzeitig im Abstand von zwei Wochen voneinander (N = 490). Die COVID-19 mRNA-Auffrischungsdosis wurde mit einem Mindestabstand von 6 Monaten nach der Grundimmunisierung mit zwei Dosen verabreicht. Die Antikörperantworten auf jeden Impfstoff waren unabhängig vom Verabreichungsschema ähnlich. Die immunologische Nichtunterlegenheit zwischen der gleichzeitigen und der nicht gleichzeitigen Verabreichung wurde für alle vier in Fluarix Tetra enthaltenen Stämme in Bezug auf die HI-Antikörper-GMTs und für den COVID-19-mRNA-1273-Booster-Impfstoff in Bezug auf den Anti-Protein-S-Antikörper-GMC nachgewiesen.
Klinische Wirksamkeit
Siehe unter "Pharmakodynamik" .
PharmakokinetikEine Beurteilung der pharmakokinetischen Eigenschaften ist für Impfstoffe nicht erforderlich.
Absorption
Nicht zutreffend.
Distribution
Nicht zutreffend.
Metabolismus
Nicht zutreffend.
Elimination
Nicht zutreffend.
Präklinische DatenDie präklinischen Daten basieren auf den üblichen Sicherheitsstudien zu akuter Toxizität, lokaler Verträglichkeit, chronischer Toxizität und Reproduktions-/Entwicklungstoxizität und deuten nicht auf ein besonderes Risiko für den Menschen hin.
Sonstige HinweiseInkompatibilitäten
Da keine Kompatibilitätsstudien durchgeführt wurden, darf Fluarix nicht mit anderen Arzneimitteln gemischt werden.
Haltbarkeit
Der Impfstoff darf nur bis zu dem auf der Packung mit "EXP" bezeichneten Datum verwendet werden.
Besondere Lagerungshinweise
Im Kühlschrank (2-8°C), vor Licht geschützt in der Originalpackung und ausser Reichweite von Kindern aufbewahren. Nicht einfrieren.
Hinweise für die Handhabung
Impfstoffe sind vor der Verabreichung optisch auf etwaige Fremdpartikel und/oder Zustandsveränderungen zu untersuchen. Der Impfstoff ist vor der Anwendung gut zu schütteln, um eine farblose bis leicht opaleszierende Flüssigkeit zu erhalten. Sollte der Inhalt anders aussehen, ist er zu entsorgen.
Es muss der gesamte Inhalt der Spritze injiziert werden.
Gebrauchsanweisung für die Fertigspritze
Halten Sie die Spritze am Zylinder, nicht am Kolben. Schrauben Sie die
Spritzenkappe ab, indem Sie sie gegen den Uhrzeigersinn drehen.
Um die Nadel an der Spritze anzubringen, verbinden Sie den Nadelkopf mit dem
Luer-Lock-Adapter und drehen Sie die Nadel eine Vierteldrehung im
Uhrzeigersinn, bis Sie spüren, dass sie einrastet. Ziehen Sie den
Spritzenkolben nicht aus dem Zylinder heraus. Sollte dies geschehen,
verabreichen Sie den Impfstoff nicht.
Entsorgung
Nicht verwendeter Impfstoff oder Abfallmaterialien sind entsprechend den lokalen Anforderungen zu entsorgen.
Zulassungsnummer70042 (Swissmedic)
PackungenPackungen zu 1 oder 10 Fertigspritzen (0,5 mL) mit separater Nadel [B]
ZulassungsinhaberinGlaxoSmithKline AG, 6340 Baar
Stand der InformationJanuar 2025
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