Was ist Priadel retard und wann wird es angewendet?Priadel retard Tabletten enthalten Lithium in Form eines Retardpräparates und werden bei der
Therapie von Depressionen und zur Vorsorge und Behandlung gestörter psychischer Funktionen (manisch depressiven Krankheit) verabreicht. Priadel retard darf nur auf ärztliche Verordnung eingenommen werden.
Was sollte dazu beachtet werden?Die volle Wirkung tritt mitunter erst nach Monaten ein und in vielen Fällen ist eine jahrelange, ununterbrochene Lithiumtherapie notwendig.
Wann darf Priadel retard nicht angewendet werden?Priadel retard darf bei Überempfindlichkeit auf Lithium oder gegen einen anderen Inhaltsstoff nicht angewendet werden.
Priadel retard darf bei Nierenkrankheit, bei Herzfunktionsstörungen, bei Störungen der
Schilddrüsenfunktion, bei Wasseroder Salzmangelzuständen durch starkes Schwitzen (z.B. nach schwerer körperlicher Anstrengung, Aufenthalt in heissem Klima oder während einer fieberhaften Erkrankung) sowie bei allen Erkrankungen, die eine kochsalzarme Diät erfordern oder während der Stillzeit nicht eingenommen werden.
Priadel retard darf Kindern unter 12 Jahren nicht verabreicht werden.
Wann ist bei der Anwendung von Priadel retard Vorsicht geboten?Sie sollten stets für eine ausreichende Flüssigkeits- und Kochsalzaufnahme besorgt sein. Dies ist besonders wichtig in schweisstreibenden Situationen (z.B. Sport) oder wenn Sie übermässig viel Harn lassen. Vermeiden Sie rigorose Abmagerungskuren oder salzarme Diäten (siehe "Welche Nebenwirkungen kann Priadel retard haben?" ).
Der in Priadel retard enthaltene Wirkstoff Lithium ist bei erhöhten Konzentrationen im Blut schädlich. Deshalb führt Ihr Arzt eine regelmässige Blutuntersuchung zur Bestimmung des Lithium-Blutspiegels durch, um unerwünschte Wirkungen zu vermeiden.
Die Empfindlichkeit auf Lithium ist von Patient zu Patient verschieden. Brechen Sie die Therapie mit Priadel retard sofort ab und informieren Sie oder Ihre Angehörigen ohne Verzug Ihren Arzt, falls Sie eines oder mehrere der folgenden Symptome deutlich verspüren:
Ständiger starker Durst und Harndrang, Durchfall, Übelkeit, Bewegungs- und Sprachstörungen, starkes und unter Umständen unregelmässiges Zittern der Hände, Muskelzuckungen und starke Schläfrigkeit oder Trägheit.
Wenn Sie Lithium gleichzeitig mit entzündungshemmenden Schmerzmitteln, Metronidazol, bestimmten Arzneimitteln zur Behandlung von Bluthochdruck oder Herzinsuffizienz wie ACE-Hemmer
(z.B. Captopril, Enalapril) oder Angiotensin-II-Rezeptor·Antagonisten ( "Sartane" , z.B. Candesartan,
Valsartan) einnehmen, kann die Lithiumkonzentration im Blut ansteigen und zu unerwünschten Wirkungen führen. Informieren Sie Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin, wenn Sie solche Medikamente einnehmen.
Wenn Sie gleichzeitig auch andere Medikamente wie Diuretika, Antidepressiva, Medikamente zur
Behandlung von Störungen der Psyche, Antiepileptika, Empagliflozin (Medikament bei Typ-2Diabetes oder Herzinsuffizienz), Dapagliflozin (Medikament bei Typ-2-Diabetes, Herzinsuffizienz oder chronischer Nierenerkrankung), Topiramat (zur Behandlung von Epilepsie oder Migräne) oder Calcitonin einnehmen, informieren Sie Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin oder sprechen Sie mit ihm bzw. ihr darüber.
Dieses Arzneimittel kann die Reaktionsfähigkeit, die Fahrtüchtigkeit und die Fähigkeit, Werkzeuge oder Maschinen zu bedienen, beeinträchtigen, vor allem aber zu Behandlungsbeginn.
Während der Behandlung mit Priadel retard sollten alkoholische Getränke vermieden werden.
Sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker bzw. mit Ihrer Ärztin oder Apothekerin:
Wenn Sie eine Operation zur Gewichtsabnahme planen oder sich einer solchen unterzogen haben, kann eine geringere Dosis Lithium erforderlich sein. Ihr Arzt bzw. Ihre Ärztin wird den Lithiumspiegel in Ihrem Blut überwachen und Ihre Dosis entsprechend anpassen.
Wenn bei Ihnen eine Erkrankung vorliegt, die als Brugada-Syndrom bezeichnet wird (eine erbliche Herzerkrankung), oder wenn in Ihrer Familie bereits das Brugada-Syndrom, Herzstillstand oder plötzlicher Herztod aufgetreten ist.
Bei Patienten mit schwerer Niereninsuffizienz, die über einen Zeitraum von mehr als 10 Jahren Lithium erhalten haben, besteht möglicherweise ein Risiko für die Entwicklung von gutbzw. bösartigen Nierentumoren (Mikrozysten, Onkozytom oder Ductus-Bellini-Karzinom der Niere).
Dieses Arzneimittel enthält weniger als 1 mmol Natrium (23 mg) pro Retardtablette, d.h. es ist nahezu „natriumfrei“.
Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin, wenn Sie
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