Ausdruck von http://www.oddb.org
Arnuity Ellipta
GlaxoSmithKline AG

Zusammensetzung

Wirkstoffe
Fluticasonfuroat.
Hilfsstoffe
Lactose-Monohydrat 12.5 mg (mit geringen Mengen an Milchprotein).

Darreichungsform und Wirkstoffmenge pro Einheit

Einzeldosiertes Pulver zur Inhalation.
Eine Einzeldosis Arnuity Ellipta 46 enthält 50 µg Fluticasonfuroat. Die abgegebene Dosis (die Dosis, welche vom Mundstück des Ellipta-Inhalators abgegeben wird) beträgt 46 µg Fluticasonfuroat.
Eine Einzeldosis Arnuity Ellipta 90 enthält 100 µg Fluticasonfuroat. Die abgegebene Dosis (die Dosis, welche vom Mundstück des Ellipta-Inhalators abgegeben wird) beträgt 90 µg Fluticasonfuroat.
Eine Einzeldosis Arnuity Ellipta 182 enthält 200 µg Fluticasonfuroat. Die abgegebene Dosis (die Dosis, welche vom Mundstück des Ellipta-Inhalators abgegeben wird) beträgt 182 µg Fluticasonfuroat.

Indikationen/Anwendungsmöglichkeiten

Arnuity Ellipta wird zur regelmässigen Behandlung von Asthma bronchiale bei Erwachsenen und Kindern ab 5 Jahren angewendet.

Dosierung/Anwendung

Anwendung
Arnuity Ellipta ist ausschliesslich zur (oralen) Inhalation bestimmt.
Arnuity Ellipta wird einmal täglich, immer zur gleichen Tageszeit verabreicht.
Die Patienten sollen darauf hingewiesen werden, nach der Inhalation den Mund mit Wasser auszuspülen, ohne das Spülwasser zu schlucken, um Mundsoor und Rachenirritationen zu vermeiden.
Die Patienten sollten zudem darauf hingewiesen werden, dass zur dauerhaften Kontrolle ihrer Asthmasymptome eine regelmässige tägliche Anwendung erforderlich ist und dass die Behandlung auch dann fortgesetzt werden muss, wenn keine Symptome mehr vorhanden sind.
Dosierung
Erwachsene und Jugendliche ab 12 Jahren:
1 Inhalation Arnuity Ellipta 90 1-mal täglich.
oder
1 Inhalation Arnuity Ellipta 182 1-mal täglich.
Wenn die Patienten unter Arnuity Ellipta 90 nicht ausreichend kontrolliert sind, kann eine Aufdosierung auf 182 µg in Erwägung gezogen werden.
Falls im Zeitraum zwischen zwei Verabreichungen Asthmasymptome auftreten, sollte zur sofortigen Symptomlinderung ein kurzwirkender Beta-2-Agonist eingesetzt werden.
Die Patienten müssen weiterhin regelmässig ärztlich beurteilt werden, damit sie Fluticasonfuroat stets in der jeweils optimalen Dosisstärke erhalten. Eine Dosisänderung sollte nur auf ärztliche Anweisung erfolgen. Dabei muss immer auf die niedrigste, zur Aufrechterhaltung einer wirksamen Symptomkontrolle ausreichende Dosis eingestellt werden.
Kinder zwischen 5 und 12 Jahren:
1 Inhalation Arnuity Ellipta 46 1-mal täglich.
Kinder mit schweren Asthmaexazerbationen in der Vorgeschichte wurden von klinischen Studien ausgeschlossen, weshalb die Sicherheit und Wirksamkeit von Arnuity Ellipta in dieser Subpopulation nicht untersucht ist.
Kinder unter 5 Jahren:
Die Sicherheit und Wirksamkeit von Arnuity Ellipta in Kindern unter 5 Jahren mit Asthma wurde noch nicht genügend untersucht.
Besondere Patientengruppen
Ältere Patienten (> 65 Jahre)
Bei dieser Patientengruppe ist keine Anpassung der Dosierung erforderlich (vgl. "Pharmakokinetik" ).
Eingeschränkte Nierenfunktion
Bei dieser Patientengruppe ist keine Anpassung der Dosierung erforderlich (vgl. "Pharmakokinetik" ).
Eingeschränkte Leberfunktion
In Studien an erwachsenen Patienten mit leichter, mässiger und hochgradiger Leberfunktionsbeeinträchtigung wurde eine bis zu 3-fach erhöhte systemische Fluticasonfuroat-Exposition (sowohl Cmax als auch AUC) festgestellt (vgl. "Pharmakokinetik" ).
Bei der Verabreichung an Patienten mit eingeschränkter Leberfunktion, bei welchen die Gefahr von kortikosteroidbedingten unerwünschten systemischen Wirkungen unter Umständen höher sein kann, ist Vorsicht geboten.
Für Patienten ab 12 Jahren mit mässig oder hochgradig beeinträchtigter Leberfunktion beträgt die zulässige Höchstdosis eine tägliche Inhalation mit Arnuity Ellipta 90. Arnuity wurde bei Kindern im Alter von 5 – 11 Jahren mit eingeschränkter Leberfunktion nicht untersucht.

Kontraindikationen

Arnuity Ellipta ist kontraindiziert bei Patienten mit bekannter Überempfindlichkeit gegenüber Fluticasonfuroat, einem anderen Inhaltsstoff oder schwerer Milcheiweiss-Allergie (vgl. "Zusammensetzung" ).

Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen

Kurzwirkende Bronchodilatatoren
Arnuity Ellipta darf nicht zur Behandlung akuter Asthmasymptome angewendet werden, bei denen jeweils ein kurzwirkender Bronchodilatator erforderlich ist. Wenn die Anwendung von kurzwirkenden Bronchodilatatoren zur Symptomlinderung immer häufiger erforderlich wird, ist dies ein Hinweis auf eine Verschlechterung der Symptomkontrolle; in diesem Fall müssen die betreffenden Patienten ärztlich beurteilt werden.
Paradoxer Bronchospasmus
Wie bei anderen inhalativen Therapien kann es zu einem paradoxen Bronchospasmus mit sofortiger Verstärkung des Giemens nach Verabreichung kommen. Dieser muss umgehend mit einem kurzwirkenden inhalativen Bronchodilatator behandelt werden. In diesem Fall ist Arnuity Ellipta unverzüglich abzusetzen; der betreffende Patient muss eingehend untersucht werden und gegebenenfalls eine alternative Behandlung erhalten.
Systemische Kortikosteroideffekte
Die gleichzeitige Gabe von Arnuity mit starken Inhibitoren von CYP3A4 sollte vermieden werden.
Systemische Wirkungen können unter allen inhalativen Kortikosteroiden auftreten, insbesondere, wenn sie langfristig in hohen Dosen verschrieben werden. Die Wahrscheinlichkeit derartiger Wirkungen ist jedoch geringer als bei oralen Kortikosteroiden. Zu den möglichen systemischen Wirkungen gehören eine Suppression der Hypothalamus-Hypophysen-Nebennieren-(HPA-)Achse, eine Abnahme der Knochendichte, Wachstumsverzögerungen bei Kindern und Jugendlichen (siehe Rubrik "Eigenschaften/Wirkungen" ) sowie Katarakt und Glaukom oder seltene Erkrankungen wie zentrale seröse Chorioretinopathie (CSCR).
Sehstörungen:
Bei der systemischen und topischen Anwendung von Kortikosteroiden können Sehstörungen auftreten. Wenn ein Patient mit Symptomen wie verschwommenem Sehen oder anderen Sehstörungen vorstellig wird, sollte eine Überweisung des Patienten an einen Augenarzt zur Bewertung möglicher Ursachen in Erwägung gezogen werden; diese umfassen unter anderem Katarakt, Glaukom oder seltene Erkrankungen, wie z.B. CSCR, die nach der Anwendung systemischer oder topischer Kortikosteroide gemeldet wurden.
Wie alle kortikoidhaltigen Arzneimittel darf Arnuity Ellipta an Patienten mit Lungentuberkulose oder mit chronischen bzw. unbehandelten Infektionen nur bei Einhaltung entsprechender Vorsichtsmassnahmen verabreicht werden.
Pneumonien
Bei Patienten mit chronisch obstruktiver Lungenerkrankung (COPD) unter inhalativen Kortikosteroiden traten gehäuft Fälle von Pneumonie auf. In Studien an Asthma-Patienten wurde bezüglich der Pneumonie-Inzidenz kein Unterschied zwischen Arnuity Ellipta 90 und Placebo festgestellt. Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass es bei Asthma-Patienten unter höher dosierten inhalativen Kortikosteroiden häufiger zu Pneumonien kommt.

Interaktionen

Klinisch relevante, durch Fluticasonfuroat bei klinischer Dosierung vermittelte Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln werden aufgrund der niedrigen Plasmakonzentrationen nach inhalativer Verabreichung als unwahrscheinlich eingestuft.
Pharmakokinetische Interaktionen:
CYP3A4-Inhibitoren
Fluticasonfuroat wird im Rahmen eines umfassenden, durch das Leberenzym CYP3A4 vermittelten First-Pass-Metabolismus rasch abgebaut.
Die gleichzeitige Verabreichung mit starken CYP3A4 Inhibitoren (z.B. Ketoconazol, Itraconazol, Clarithromycin, Ritonavir oder Produkte, welche Cobicistat enthalten) kann zu erhöhter Exposition gegenüber Kortikosteroiden führen und somit zu einem erhöhten Risiko von Nebenwirkungen systemischer Kortikosteroide. Die gleichzeitige Verabreichung sollte vermieden werden, es sei denn, der Nutzen überwiegt das erhöhte Risiko systemischer Kortikosteroid-Nebenwirkungen; in diesem Fall sollten die Patienten im Hinblick auf systemische Kortikosteroid-Nebenwirkungen überwacht werden (vgl. "Pharmakokinetik" ).

Schwangerschaft, Stillzeit

Schwangerschaft
Zur Exposition in der Schwangerschaft liegt beim Menschen nur eingeschränktes Datenmaterial vor. Aus tierexperimentellen Studien ist eine Reproduktionstoxizität nach Verabreichung von Kortikosteroiden bekannt (vgl. "Präklinische Daten" ).
Arnuity Ellipta darf während der Schwangerschaft nicht angewendet werden, es sei denn es ist klar notwendig.
Stillzeit
Zur Ausscheidung von Fluticasonfuroat bzw. seiner Metaboliten in die Muttermilch liegt nur eingeschränktes Datenmaterial vor. Andere Kortikosteroide sind jedoch in der Muttermilch nachweisbar. Ein Risiko für gestillte Neugeborene/Säuglinge kann nicht ausgeschlossen werden.
Unter Abwägung der Vorteile des Stillens für das Kind und des Nutzens der Behandlung für die Mutter muss entweder abgestillt oder die Behandlung mit Arnuity Ellipta eingestellt werden.

Wirkung auf die Fahrtüchtigkeit und auf das Bedienen von Maschinen

Es wurden keine spezifischen Studien zum Einfluss von Arnuity Ellipta auf die Fahrtüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen durchgeführt.
Angesichts der Pharmakologie von Fluticasonfuroat ist nicht mit einer ungünstigen Beeinflussung derartiger Tätigkeiten zu rechnen.

Unerwünschte Wirkungen

Die Häufigkeit unerwünschter Wirkungen im Zusammenhang mit Arnuity Ellipta wurde anhand von Daten aus grossangelegten klinischen Studien zu Asthma bestimmt. Im klinischen Entwicklungsprogramm für Asthma bei Erwachsenen und Jugendlichen (ab 12 Jahren) gingen die Daten von über 6'000 Patienten in eine integrierte Auswertung der unerwünschten Wirkungen ein, mehr als 1'600 Patienten wurden mit 100 µg Fluticasonfuroat und mehr als 600 Patienten wurden mit 200 µg Fluticasonfuroat behandelt.
Die folgenden unerwünschten Wirkungen traten in den Schlüsselstudien zur Wirksamkeit bei erwachsenen und jugendlichen Personen unter Fluticasonfuroat-Monotherapie mit einer Häufigkeit von 3 % oder mehr und häufiger als unter Placebo auf.
Die unerwünschten Wirkungen sind nach Systemorganklasse und Häufigkeit aufgelistet. Die Häufigkeiten sind gemäss der folgenden Konvention absteigend geordnet: sehr häufig (> 1/10), häufig (≥ 1/100, < 1/10), gelegentlich (≥ 1/1‘000, < 1/100), selten (≥ 1/10‘000, < 1/1‘000), sehr selten (< 1/10‘000), "nicht bekannt" (kann aus den verfügbaren Daten nicht abgeschätzt werden). Innerhalb jeder Häufigkeitskategorie sind die unerwünschten Reaktionen absteigend nach ihrem Schweregrad aufgeführt.
Infektionen und Infestationen
Häufig: Infektionen der oberen Atemwege, Bronchitis, Grippesymptome, Candidose von Mund und Rachen.
Nervensystem
Sehr häufig: Kopfschmerzen (7-14%).
Atmungsorgane
Sehr häufig: Nasopharyngitis (9-11%).
Häufig: Schmerzen im Mund- und Rachenraum, Sinusitis, Pharyngitis, Husten.
Muskelskelettsystem
Häufig: Rückenschmerzen.
Das Entwicklungsprogramm für Fluticasonfuroat bei pädiatrischem Asthma umfasste eine klinische Studie an 593 Patienten im Alter zwischen 5 und 12 Jahren. Die Teilnehmer wurden mit Dosen zwischen 25 µg und 100 µg Fluticasonfuroat einmal täglich behandelt; 120 Teilnehmer davon erhielten 50 µg Fluticasonfuroat. Die unerwünschten Wirkungen waren den bei Erwachsenen und Jugendlichen beobachteten ähnlich. Die unter Fluticasonfuroat 50 µg mit einer Häufigkeit von mindestens 3 % und häufiger als unter Placebo auftretenden unerwünschten Wirkungen waren Bronchitis, Pharyngitis und virale Infektionen. Alle fielen unter die Kategorie "häufig" .
Unerwünschte Wirkungen nach Markteinführung
Erkrankungen des Immunsystems
Nicht bekannt: Hypersensitivitätsreaktionen einschliesslich Anaphylaxie, Angioödem, Rash und Urtikaria.
Respiratorische, thorakale und mediastinale Funktionsstörungen
Nicht bekannt: Dysphonie.
Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von grosser Wichtigkeit. Sie ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels. Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdacht einer neuen oder schwerwiegenden Nebenwirkung über das Online-Portal ElViS (Electronic Vigilance System) anzuzeigen. Informationen dazu finden Sie unter www.swissmedic.ch.

Überdosierung

Anzeichen und Symptome
Es liegen keine Daten aus klinischen Studien hinsichtlich einer Überdosierung von Arnuity Ellipta (Fluticasonfuroat) vor.
Im Falle einer Überdosierung von Arnuity Ellipta (Fluticasonfuroat) kann es zu Anzeichen und Symptomen kommen, die den bekannten Klasseneffekte der inhalativen Kortikosteroide entsprechen (vgl. "Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen" ).
Behandlung
Für die Überdosierung von Arnuity Ellipta (Fluticasonfuroat) ist keine spezifische Behandlung verfügbar. Im Falle einer Überdosierung muss der Patient die jeweils angemessene unterstützende Behandlung erhalten und entsprechend überwacht werden.
Das weitere Vorgehen richtet sich nach den klinischen Erfordernissen bzw., sofern zutreffend, nach den Empfehlungen des jeweiligen toxikologischen Informationszentrums.

Eigenschaften/Wirkungen

ATC-Code
R03BA09
Wirkungsmechanismus
Fluticasonfuroat ist ein synthetisches, trifluoriniertes Kortikosteroid mit hochpotenter antiinflammatorischer Wirksamkeit.
Pharmakodynamik
Immunsystem
Kortikosteroide haben nachweislich ein breites Wirkungsspektrum auf unterschiedliche Zellarten (z.B. Eosinophile, Makrophagen, Lymphozyten) und Mediatoren (z.B. die am Entzündungsgeschehen beteiligten Zytokine und Chemokine).
HPA-Achse
Eine randomisierte, doppelblinde Parallelgruppenstudie an Asthma-Patienten im Alter zwischen 5 und 12 Jahren (n = 104) zeigte unter einer einmal täglichen Behandlung mit Fluticasonfuroat 50 µg bezüglich der Serumcortisol-Mittelwerte (0–24 h) nach und vor der sechswöchigen Behandlung ein logarithmiertes Verhältnis von 1.06, unter Placebo betrug dieses Verhältnis 0.97.
Längenwachstum:
In einer 2-Weg "Crossover" -Studie wurden 60 Kinder im Alter von 5-11 Jahren (