| 2 Änderungen an Fachinfo Etoposid Sandoz 100 mg/5 ml |
- +Zusammensetzung
- +Wirkstoffe
- +Etoposidum.
- +Hilfsstoffe
- +Acidum citricum; Polysorbatum 80; Macrogolum 300; Alcohol benzylicus 20 mg, Ethanolum 96% 260,6 mg ad solutionem pro 1 ml.
- +Alkoholgehalt: 32,94 % V/V.
- +Darreichungsform und Wirkstoffmenge pro Einheit
- +Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung (i.v.) in Durchstechflaschen zu 100 mg/5 ml, 400 mg/20 ml und 1000 mg/50 ml.
- +Indikationen/Anwendungsmöglichkeiten
- +In Kombination mit anderen Zytostatika oder als Monotherapie bei akuter myeloischer Leukämie, Morbus Hodgkin, Nicht-Hodgkin-Lymphomen in fortgeschrittenen Stadien, kleinzelligem Lungenkarzinom, Keimzelltumoren; in Reserveschemata bei einer Reihe anderer Malignome wie Chorionkarzinom, nicht-kleinzelligem Lungenkarzinom.
- +Dosierung/Anwendung
- +Etoposid Sandoz soll nur unter der Kontrolle eines erfahrenen Onkologen/Hämatologen verwendet werden.
- +In allen Fällen, in denen die Anwendung von Etoposid für eine Chemotherapie in Betracht gezogen wird, muss der Arzt die Notwendigkeit und den Nutzen des Arzneimittels gegen das Risiko von Nebenwirkungen abwägen. Die meisten dieser Nebenwirkungen sind reversibel, wenn sie frühzeitig erkannt werden. Wenn schwere Reaktionen auftreten, muss das Arzneimittel in der Dosis reduziert oder abgesetzt werden und es sind geeignete korrektive Massnahmen nach der klinischen Beurteilung durch den Arzt einzuleiten. Die Wiederaufnahme der Therapie mit Etoposid sollte mit Vorsicht und unter angemessener Berücksichtigung der weiteren Notwendigkeit des Arzneimittels und des möglichen erneuten Auftretens von Toxizitäten erfolgen.
- +Etoposid Sandoz wird nach Verdünnung als intravenöse Infusion im Allgemeinen über 30–60 Minuten verabreicht. Etoposid Sandoz soll nicht als intravenöse Injektion im Bolus verabreicht werden. Zubereitung der Infusionslösung und Verabreichung siehe "Sonstige Hinweise, Hinweise für die Handhabung" .
- +Die Dosis hängt von der Indikation, dem Therapieschema und der individuellen Pharmakokinetik ab. Eine vorgängige Bestrahlung oder Chemotherapie mit myelosuppressiver Wirkung sollte berücksichtigt werden. Bei einer Kombinationsbehandlung muss die Dosis im Allgemeinen reduziert werden. Details sind der Spezialliteratur zu entnehmen.
- +In der Monotherapie beträgt die Dosis im Allgemeinen 50–100 mg/m² Etoposid an den Tagen 1–5 oder 100 mg/m² Etoposid an den Tagen 1, 3 und 5 eines Therapie-Zyklus von 3–4 Wochen.
- +Spezielle Dosierungsanweisungen
- +Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion
- +Bei Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion liegen nur wenige Erfahrungen vor. Bei mässiggradiger Niereninsuffizienz (Creatinin-Clearance 15–50 ml/min) ist die Dosis zu reduzieren, je nach Allgemeinzustand auf 50–75% der üblichen Dosis.
- +Bei Patienten mit einer Creatinin-Clearance von <15 ml/min. gibt es keine Erfahrungen. Es können daher keine Dosierungsempfehlungen gemacht werden.
- +Patienten mit eingeschränkter Leberfunktion
- +Bei Patienten mit Hyperbilirubinämie ist keine Dosisanpassung erforderlich.
- +Pädiatrie
- +Die therapeutische Sicherheit und Wirksamkeit bei Kindern und Jugendlichen ist nicht durch kontrollierte klinische Studien belegt. Etoposid Sandoz sollte bei Kindern und Jugendlichen nur im Rahmen von klinischen Studien verabreicht werden.
- +Kontraindikationen
- +Überempfindlichkeit gegenüber Etoposid, Etoposidphosphat, anderen Podophyllotoxinderivaten oder einem der Hilfsstoffe; Schwangerschaft und Stillzeit (siehe "Schwangerschaft, Stillzeit" ).
- +Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen
- +Die Knochenmarksuppression ist die häufigste unter Etoposid Sandoz beobachtete Nebenwirkung. Diese ist dosislimitierend. Als Folge können Infektionen oder Blutungen auftreten, in schwerwiegenden Fällen kann sie zum Tod führen. Der Nadir wird im Allgemeinen zwischen Tag 7 und 16 erreicht. Das Blutbild normalisiert sich meist innerhalb von drei Wochen.
- +Vor Therapiebeginn sowie vor und während jedem Behandlungszyklus ist ein grosses Blutbild zu erstellen. Im Falle einer Thrombozytopenie <50'000/mm³ oder einer Neutropenie <500/mm³ ist die Behandlung zu unterbrechen, bis sich die hämatologischen Werte normalisiert haben. Im nächsten Zyklus ist eine Dosisreduktion in Erwägung zu ziehen. Eine Beeinträchtigung des Knochenmarks durch vorangegangene Strahlen- oder Chemotherapie ist zu berücksichtigen.
- +Überempfindlichkeitsreaktionen, gekennzeichnet durch Schüttelfrost, Fieber, Tachykardie, Bronchospasmus, Dyspnoe, Flush, Krampfanfälle oder Hypotonie, können während oder nach der intravenösen Infusion auftreten und sind bereits bei der ersten Verabreichung möglich. Ohne sofortige Gegenmassnahmen können sie zum Tode führen. Daher ist die Etoposid Sandoz-Infusion bei Anzeichen von Überempfindlichkeitsreaktionen einzustellen und mit der sofortigen Verabreichung von Adrenergika oder, je nach Fall, Kortikosteroiden, Antihistaminika oder Blutexpandern zu beginnen. Es wurde ein erhöhtes Risiko für infusionsbedingte Überempfindlichkeitsreaktionen beobachtet, wenn während der Verabreichung von Etoposid In-Line-Filter verwendet wurden. Inline-Filter sollen daher nicht verwendet werden.
- +In experimentellen Anwendungen wurden, insbesondere bei Kindern, nach Verabreichung supratherapeutischer Dosierungen von Etoposidphosphat im Zusammenhang mit einer Strahlenbehandlung Fälle von akutem Nierenversagen berichtet, die in einzelnen Fallberichten über 50% der exponierten Patienten betrafen. Obwohl die Nierenfunktionsstörungen reversibel zu sein schienen, ist eine erhöhte Mortalität nicht auszuschliessen.
- +Die Nierenfunktion sollte vor und nach der Gabe von Etoposid Sandoz so lange kontrolliert werden, bis diese vollständig wiederhergestellt wurde.
- +Während der Anwendung von Etoposid Sandoz können Reaktionen an der Injektionsstelle auftreten. Da die Möglichkeit einer Paravasation besteht, wird während der Arzneimittelverabreichung empfohlen, die Infusionsstelle auf mögliche Infiltration genau zu überwachen. Bei Auftreten eines Paravasates ist die Infusion sofort zu stoppen. Eine spezifische Behandlung bei Paravasation ist zum jetzigen Zeitpunkt nicht bekannt.
- +Für Patienten mit niedrigem Serumalbumin besteht ein erhöhtes Risiko für eine Etoposid-bedingte Toxizität.
- +Unter der Behandlung mit Etoposid wurden nicht selten Sekundärmalignome beobachtet.
- +Über das Auftreten einer akuten Leukämie mit oder ohne myelodysplastisches Syndrom wurde bei Patienten berichtet, die mit Etoposid in Kombination mit anderen antineoplastisch wirksamen Arzneimitteln behandelt wurden. Weder das kumulative Risiko noch die prädisponierenden Faktoren für die Entwicklung einer sekundären Leukämie sind bekannt. Ebenso gibt es dazu noch keine Erkenntnisse über die Rolle der Verabreichungsschemata sowie die der kumulativen Dosen von Etoposid. In einigen Fällen wurde bei Patienten mit sekundärer Leukämie, die Epipodophyllotoxine erhalten hatten, eine Chromosomenanomalie bei 11q23 beobachtet. Diese Anomalie wurde ebenfalls bei Patienten, die nach der Behandlung mit Chemotherapieschemata ohne Epipodophyllotoxine eine sekundäre Leukämie entwickelten und bei de novo auftretenden Leukämien, festgestellt. Ein weiteres Merkmal, das eine sekundäre Leukämie bei Patienten nach Epipodophyllotoxin-Therapie kennzeichnet, scheint eine kurze Latenzzeit zu sein; so beträgt die mediane Dauer bis zur Entwicklung einer Leukämie etwa 32 Monate.
- +Über Tumorlyse-Syndrom (mit zum Teil fatalem Ausgang) wurde nach der Anwendung von Etoposid zusammen mit anderen Chemotherapeutika berichtet. Eine engmaschige Überwachung der Patienten ist erforderlich, um frühe Anzeichen eines Tumorlyse-Syndroms zu erkennen, insbesondere bei Patienten mit Risikofaktoren wie z.B. voluminösen behandlungsempfindlichen Tumoren und Niereninsuffizienz. Bei Patienten mit einem Risiko für diese Behandlungskomplikation sind zusätzliche geeignete Präventionsmassnahmen in Betracht zu ziehen.
- +Die gleichzeitige Anwendung von Etoposid mit einem Lebendvirusvakzin kann die Replikation des Impfvirus beschleunigen und/oder die unerwünschten Wirkungen des Impfvirus verstärken, da die normalen Abwehrmechanismen durch Etoposid unterdrückt werden können. Die Impfung eines mit Etoposid behandelten Patienten mit einem Lebendvakzin kann zu schweren Infektionen führen. Die Antikörperreaktion des Patienten auf Vakzine kann verringert sein. Die Anwendung von Lebendvakzinen ist zu vermeiden und der Rat eines entsprechenden Spezialisten ist einzuholen (siehe "Interaktionen" ).
- +Dieses Arzneimittel enthält 250,18 mg Alkohol (Ethanol) pro Durchstechflasche entsprechend 250 mg/ml (12,51%/ml). Die Menge in 20 mg/ml dieses Arzneimittels entspricht weniger als 7 ml Bier oder 3 ml Wein.
- +Dieses Arzneimittel enthält 20 mg Benzylalkohol pro Durchstechflasche entsprechend 20 mg/ml. Benzylalkohol kann allergische Reaktionen hervorrufen.
- +Benzylalkohol wurde mit dem Risiko schwerwiegender Nebenwirkungen, einschliesslich Atemprobleme (sogenanntes "Gasping-Syndrom" ), bei Kleinkindern in Verbindung gebracht.
- +Wenden Sie dieses Arzneimittel nicht bei Ihrem neugeborenen Baby (jünger als 4 Wochen) an, es sei denn, Ihr Arzt bzw. Ihre Ärztin hat es empfohlen.
- +Interaktionen
- +Die Kombination mit anderen Zytostatika erhöht die Myelotoxizität von Etoposid.
- +Eine vorangegangene Therapie mit Cisplatin kann zu einer reduzierten Clearance von Etoposid führen.
- +Arzneimittel mit starker Plasmaproteinbindung wie Phenylbutazon, Natriumsalicylat oder Acetylsalicylsäure können Etoposid aus der Proteinbindung verdrängen.
- +Eine gleichzeitige Therapie mit Phenytoin oder Carbamazepin ist mit einer verstärkten Clearance und reduzierter Wirksamkeit von Etoposid verbunden, und eine Therapie mit anderen Antiepileptika kann ebenfalls mit einer verstärkten Clearance und reduzierter Wirksamkeit von Etoposid verbunden sein.
- +Die gleichzeitige Verabreichung von Antiepileptika und Etoposid kann aufgrund von pharmakokinetischen Wechselwirkungen zu einer verringerten Anfallskontrolle führen.
- +Eine gleichzeitige Therapie mit Warfarin (in der Schweiz nicht zugelassen) kann zu einer erhöhten International Normalized Ratio (INR) führen. Eine genaue Überwachung der INR wird empfohlen.
- +In präklinischen Versuchen wurde über eine Kreuzresistenz zwischen Anthrazyklinen und Etoposid berichtet.
- +Bei gleichzeitiger Anwendung von Lebendvakzinen besteht ein erhöhtes Risiko einer tödlichen systemischen Impferkrankung. Lebendvakzine werden bei immunsupprimierten Patienten nicht empfohlen (siehe "Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen" ).
- +Da Etoposidphosphat in vivo durch Phosphorylierung in Etoposid umgewandelt wird, ist Vorsicht geboten, wenn Etoposidphosphat gleichzeitig mit Medikamenten gegeben wird, die bekanntermassen die Phosphataseaktivität hemmen, da eine solche Kombination die Wirksamkeit von Etoposidphosphat verringern kann.
- +Schwangerschaft, Stillzeit
- +Schwangerschaft
- +Etoposid kann den Fötus schädigen (siehe "Präklinische Daten" ). Klinische Erfahrungen liegen nicht vor. Die Verabreichung von Etoposid während der Schwangerschaft ist kontraindiziert.
- +Patienten beiderlei Geschlechts sollten während der gesamten Behandlung sowie den folgenden 6 Monaten ein zuverlässiges Kontrazeptivum anwenden.
- +Eine genetische Beratung wird empfohlen, wenn sich die Patienten nach dem Ende der Behandlung Kinder wünschen. Da Etoposid die männliche Fruchtbarkeit verringern kann, kann vor Behandlungsbeginn die Spermakonservierung für eine spätere Vaterschaft in Erwägung gezogen werden.
- +Stillzeit
- +Vor der Behandlung mit Etoposid Sandoz soll abgestillt werden.
- +Wirkung auf die Fahrtüchtigkeit und auf das Bedienen von Maschinen
- +Aufgrund möglicher unerwünschter Wirkungen wie Nausea und Blutdruckabfall kann Etoposid Sandoz die Fahrtüchtigkeit und die Fähigkeit, Maschinen zu bedienen, beeinträchtigen.
- +Unerwünschte Wirkungen
- +Die häufigste und schwerwiegendste Nebenwirkung von Etoposid Sandoz ist die dosislimitierende Knochenmarkstoxizität.
- +Die aufgeführte Häufigkeit ist gemäss folgenden Kriterien definiert: "sehr häufig" (≥1/10), "häufig" (≥1/100 bis <1/10), "gelegentlich" (≥1/1000 bis <1/100), "selten" (≥1/10'000 bis <1000), "sehr selten" (<1/10'000), "nicht bekannt" (kann anhand der verfügbaren Daten nicht abgeschätzt werden).
- +Infektionen und parasitäre Erkrankungen
- +Nicht bekannt: Infektion*.
- +* einschliesslich opportunistische Infektionen wie Pneumocystis jirovecii-Pneumonie (wurde nach Markteinführung festgestellt).
- +Gutartige, bösartige und nicht spezifizierte Neubildungen (einschl. Zysten und Polypen)
- +Selten: akute Leukämie und andere Sekundärmalignome.
- +Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems
- +Sehr häufig: Leukopenie (91%), Neutropenie (88%, Grad 4: 37%), Thrombozytopenie (23%), Anämie (72%, <80 g/l: 19%).
- +Erkrankungen des Immunsystems
- +Häufig: Überempfindlichkeitsreaktionen mit Schüttelfrost, Fieber, Tachykardie, Bronchospasmus, Apnoe, Dyspnoe, Flush, Krampfanfällen oder Blutdruckabfall.
- +Bei Kindern trat eine solche Überempfindlichkeitsreaktion häufiger auf.
- +Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen
- +Sehr häufig: Anorexie (16%).
- +Häufigkeit nicht bekannt: Tumorlyse-Syndrom (gelegentlich tödlich).
- +Erkrankungen des Nervensystems
- +Häufig: Schwindel.
- +Gelegentlich: periphere Neuropathie.
- +Selten: Somnolenz, Müdigkeit, Krampfanfälle.
- +Augenerkrankungen
- +Selten: vorübergehende kortikale Blindheit, Optikusneuritis.
- +Herzerkrankungen
- +Häufig: Myokardinfarkt und Arrhythmien.
- +Gefässerkrankungen
- +Häufig: Blutdruckabfall, Phlebitis.
- +Selten: Hypertonie.
- +Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und des Mediastinums
- +Selten: interstitielle Pneumonie/pulmonale Fibrose.
- +Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts
- +Sehr häufig: Übelkeit/Erbrechen (37%), Mucositis (11%).
- +Häufig: Stomatitis, Obstipation, abdominale Schmerzen, Diarrhöe, Geschmacksstörungen.
- +Selten: Dysphagie.
- +Leber- und Gallenerkrankungen
- +Selten: Erhöhung der Leberenzym-Werte, Lebertoxizität.
- +Erkrankungen der Haut und des Unterhautgewebes
- +Sehr häufig: Alopezie (33
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