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Fachinformation zu Urfamycine®:Zambon Svizzera SA
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Eigenschaften/Wirkungen

Urfamycine (Thiamphenicol) gehört zur Gruppe der Phenicole. Es ist wirksam gegen die wichtigsten grampositiven und gramnegativen aeroben wie anaeroben Keime sowie Chlamydien, Gardnerella vaginalis, Bacteroides fragilis, Mykoplasmen und Rickettsien (vergleiche in-vitro-Spektrum).
Urfamycine hat eine vorwiegend bakteriostatische Wirkung, zeigt jedoch gegenüber schnellwachsenden Keimen oder bei Harnwegsinfektionen eine bakterizide Wirkung, da im Urin hohe Konzentrationen erreicht werden.
Der Wirkungsmechanismus von Urfamycine basiert auf einer Hemmung der Proteinsynthese der Bakterien.
Das antimikrobielle in-vitro-Spektrum umfasst:

Minimale Hemmkonzentrationen von Thiamphenicol

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                                       MHK90 (µg/ml)
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Empfindliche Keime (MHK <= 0,5-4 µg/ml)             
 Haemophilus ducrei                      0,25       
 Pneumococci                             0,5        
 N. meningitidis                         0,5        
 H. influenzae                           0,5        
 Mycoplasma pneumoniae                   0,5-2      
 Staph. pyogenes                         1          
 Chlamydia trachomatis                   1          
 Shigella sonnei                         2          
 Neisseria gonorrhoeae                   2          
 Staph. pneumoniae                       2          
 Propionibacterium species               2-4        
 Fusobacterium species                   4          
 Gardnerella vaginalis                   4          
 Streptococci                            4          
Mässig empfindliche Keime (MHK = 8-64 µg/ml)        
 Bacteroides species                     2-8        
 Clostridium species                     2-8        
 S. typhi                                8          
 Staphylococcus aureus                   8-32       
 E. coli                                32          
 Enterococci                            32          
 Citrobacter                            64          
 Salmonella                             64          
 Staph. albus                           64          
Resistente Keime (MHK > 64 µg/ml)                   
 Enterobacter                         > 64          
 Proteus                              > 64          
 K. pneumoniae                        > 64          
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Empfindlichkeitstests
Bei durch mässig empfindliche Keime verursachten Infektionen ist die Durchführung eines Empfindlichkeitstests zu empfehlen, um eine eventuelle Resistenz auszuschliessen. Die Empfindlichkeit auf Urfamycine kann anhand von standardisierten Verfahren, wie sie beispielsweise vom National Committee for Clinical Laboratory Standards (NCCLS) empfohlen werden, mit Disk- oder Verdünnungstests bestimmt werden. Dabei werden vom NCCLS die folgenden Parameter als Empfindlichkeitskriterien empfohlen:

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                Disktest (30 µg)     Verdünnungstest
                Durchmesser (mm)     MHK (mg/l)     
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sensibel        > 18                  < 8           
intermediär       13-17                16           
resistent       < 12                 > 32           
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Laborresultate im Dilutionstest oder im standardisierten Disk-Diffusionstest sollten nach folgenden Kriterien interpretiert werden:
Mässig empfindliche Keime sind empfindlich bei hoher Dosierung oder wenn die Infektion auf Gewebe und Flüssigkeiten begrenzt ist, in denen hohe Antibiotikaspiegel erreicht werden.

Resistenz
Der Resistenzmechanismus bei gram-negativen Keimen (ausser P. aeruginosa) beruht auf der Synthese des Enzyms Acetyltransferase, das Thiamphenicol in inaktive Diacetylderivate umwandelt. Thiamphenicolresistente Keime zeigen auch meistens eine Resistenz gegenüber Streptomycin, Sulfonamiden und Tetracyclinen. Die Resistenz bei P. aeruginosa ist enzymunabhängig. Sie liegt in der Blockierung der Membranpermeabilität gegenüber dem Antibiotikum begründet.

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