Dosierung/AnwendungBehandlungsziele und Unterbrechung der Behandlung
Vor Beginn der Behandlung mit Rapifen sollte in Übereinstimmung mit den Leitlinien für die Schmerzbehandlung mit dem Patienten eine Behandlungsstrategie vereinbart werden, die die Behandlungsdauer und die Behandlungsziele umfasst.
Während der Behandlung sollte ein regelmässiger Kontakt zwischen Arzt und Patient bestehen, um die Notwendigkeit einer Fortsetzung der Behandlung zu beurteilen, ein Absetzen des Arzneimittels in Erwägung zu ziehen und gegebenenfalls die Dosierung anzupassen. Wenn ein Patient die Behandlung mit Rapifen nicht länger benötigt, kann es ratsam sein, die Dosis schrittweise zu reduzieren, um Entzugserscheinungen zu vermeiden (siehe Rubrik «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»). Bei unzureichender Schmerzkontrolle sollte die Möglichkeit einer Gewöhnung (Toleranz) und eines Fortschreitens der Grunderkrankung in Betracht gezogen werden (siehe Rubrik «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).
Die Dosierung soll individuell festgelegt werden. Dabei sollten folgende Faktoren berücksichtigt werden: Alter, Körpergewicht, physischer Zustand, zugrundeliegende Erkrankungen, gleichzeitige Einnahme anderer Arzneimittel, Art der zur Anwendung gelangenden Anästhesie und Art und Dauer des chirurgischen Eingriffes.
Zur Vorbeugung von Bradykardie kann eine geringe Dosis eines Anticholinergikums intravenös (i.v.) unmittelbar vor Einleitung der Anästhesie verabreicht werden.
1. Für kurze Eingriffe und Anwendung bei ambulanten Patienten
Rapifen in kleinen Dosen eignet sich für kleine, kurze chirurgische Eingriffe, Manipulationen und für ambulante Patienten, vorausgesetzt kardiopulmonale Überwachungseinrichtungen sind vorhanden.
Für Eingriffe, die weniger als 10 Min. dauern, genügt im Allgemeinen eine i.v. Bolus-Injektion von 7–15 µg/kg Körpergewicht (KG) (1-2 ml/70 kg KG). Wenn der Eingriff länger als 10 Min. dauert, sollten weitere Dosen von 7–15 µg/kg KG (1-2 ml/70 kg KG) alle 10–15 Min. oder nach Bedarf verabreicht werden.
Geräte zur Unterstützung der Atmung müssen auf jeden Fall verfügbar sein. In den meisten Fällen kann die spontane Atmung aufrechterhalten werden, wenn eine Dosis von 7 µg/kg KG (1 ml/70 kg KG) oder weniger langsam injiziert wird. Empfohlene weitere Dosen mit dieser Methode sind dann 3,5 µg/kg KG (0,5 ml/70 kg KG).
Eine postoperative Nausea ist von relativ kurzer Dauer und in der Regel mit den üblichen Methoden zu kontrollieren.
2. Bei Eingriffen mittlerer Dauer
Die Dosis der initialen i.v. Bolus-Injektion kann entsprechend der voraussichtlichen Dauer der Operation gemäss folgendem Schema bestimmt werden:
Dauer des Eingriffes (Min.)
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Rapifen-Dosis bei i.v. Bolus-Injektion
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µg/kg KG
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ml/70 kg KG
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10-30
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20-40
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3-6
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30-60
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40-80
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6-12
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>60
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80-150
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12-20
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Wenn der Eingriff länger als 60 Min. dauert oder sehr schmerzhaft ist, sollte die Analgesie folgendermassen aufrechterhalten werden:
·Fraktionierte Bolus-Dosis von 15 µg/kg KG (2 ml/70 kg KG) Rapifen oder
·Dauer-Infusion von 1 µg/kg/Min. (0,14 ml/70 kg KG/Min).
Um einer postoperativen Atemdepression vorzubeugen, sollte die letzte Dosis Rapifen 10 Minuten vor Ende des Eingriffs verabreicht werden.
Perioden schmerzhafter Stimuli können mit geringeren Dosis-Gaben von Rapifen oder durch vorübergehende Erhöhung der Infusionsgeschwindigkeit leicht überbrückt werden.
Wenn Rapifen ohne N2O/O2, andere Inhalationsanästhetika oder Hypnotika verwendet wird, sollte die Erhaltungsdosis erhöht werden.
3. Bei länger dauernden Eingriffen
Rapifen kann als analgetischer Bestandteil der Anästhesie bei chirurgischen Eingriffen längerer Dauer verwendet werden, insbesondere wenn eine rasche Extubation indiziert ist. Optimale analgetische und stabile autonome Bedingungen werden mittels einer individuell angepassten intravenösen Erhaltungsdosis aufrechterhalten, sowie durch Veränderung der Infusionsgeschwindigkeit, je nach chirurgischen Stimuli und klinischen Reaktionen des Patienten.
4. Zur Einleitung der Anästhesie
Bei Patienten mit adäquater Muskelrelaxierung bewirkt eine i.v. Bolus-Dosis von ≥120 µg/kg KG (17 ml/70 kg KG) Rapifen Bewusstlosigkeit und Analgesie bei gleichzeitiger Erhaltung einer guten kardiovaskulären Stabilität.
Spezielle Dosierungsanweisungen
Bei älteren (>65 Jahre) und geschwächten Patienten sollte die Initialdosis reduziert werden.
Die Wirkung der Initialdosis sollte bei der Bestimmung weiterer Dosen berücksichtigt werden.
Auch bei Patienten mit Leberinsuffizienz sollte, um eine Akkumulation zu vermeiden, bei wiederholten Injektionen oder bei einer Dauerinfusion die Dosis entsprechend reduziert werden. Eine reduzierte Dosis ist bei Patienten mit einer Schilddrüsenunterfunktion ratsam. Bei Niereninsuffizienz ist keine Dosisanpassung erforderlich.
Kinder und Jugendliche
Die Anwendung und Sicherheit von Rapifen Injektionslösung bei Kindern und Jugendlichen ist bisher nicht ausreichend geprüft worden.
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