Unerwünschte WirkungenAlle unerwünschten Wirkungen – mit Ausnahme der dermatologischen – stehen in Beziehung zu den Funktionen der Opiatrezeptoren.
Häufigkeit der unerwünschten Wirkungen: sehr häufig (≥1/10), häufig (<1/10, ≥1/100), gelegentlich (<1/100, ≥1/1'000), selten (<1/1'000, ≥1/10'000) sehr selten (<1/10'000).
Gutartige, bösartige und unspezifische Neubildungen (einschl. Zysten und Polypen)
Pethidin kann bei Patienten mit Phäochromozytom eine hypertensive Krise auslösen.
Erkrankungen des Immunsystems
Überempfindlichkeitsreaktionen wie anaphylaktischer Schock und Hautreaktionen können auftreten.
Endokrine Erkrankungen
Pethidin kann zu einer Hyperglykämie führen.
Psychiatrische Erkrankungen
Pethidin kann verschiedene psychische Nebenwirkungen zeigen, die hinsichtlich Intensität und Art individuell unterschiedlich (je nach Persönlichkeit und Medikationsdauer) sein können.
Häufig: Je nach Ausgangslage euphorische Zustände oder, im Gegenteil, häufig Dysphorie mit Angst und Unruhe. Veränderungen der sensorischen und kognitiven Leistungsfähigkeit (z. B. Entscheidungsschwäche und Wahrnehmungsstörungen), Halluzinationen.
Abhängigkeit
Das primäre Abhängigkeitspotential ist geringer als das von Morphin. Während die psychische Abhängigkeit individuell ist, entsteht eine physische Abhängigkeit oft nach 2–3 Wochen.
Symptome: Schlaflosigkeit, Schüttelfrost, Übelkeit, Unruhe.
Toleranz
Das Risiko einer Toleranzentwicklung ist unterschiedlich und kann bis zur Therapieresistenz führen.
Entzugserscheinungen
Die Entzugssymptome sind von kürzerer Dauer und die neurovegetativen Anzeichen sind weniger ausgeprägt als nach einer Therapie mit Morphin.
Psychische Symptome: Unruhe, Angstzustand, Depressionen, Erregbarkeit.
Neurovegetative Symptome: Asthenie, Kreislaufversagen, Tachykardie, Muskelschmerzen, Gähnen, Tränen, Schwitzen, Mydriasis, Bauchkrämpfe, Erbrechen und Durchfall.
Erkrankungen des Nervensystems
Häufig: In äquianalgetischen Dosen zu Morphin kann Pethidin durch Hemmung des Atemzentrums häufig eine analoge Atemdepression verursachen. Dies kann zu einem Anstieg der CO2-Konzentration mit nachfolgender Steigerung des Hirndrucks führen. Pethidin darf daher nicht bei Patienten mit erhöhtem Hirndruck angewendet werden.
Sedierung, Kopfschmerzen, Verminderung der geistigen Leistungsfähigkeit, Schwindel, Reizung und Hypothermie treten häufig auf.
Unter hohen Dosen können sich als Folge von Atemdepression und Hypotonie eine Kreislaufinsuffizienz und ein tiefes Koma entwickeln.
Das Auftreten von konvulsiven Krisen ist möglich, insbesondere im Fall hoher Dosen, bei eingeschränkter Nierenfunktion und bei erhöhter Krampfbereitschaft (z. B. medikamentös bedingt).
Augenerkrankungen
Miosis.
Funktionsstörungen des Ohrs und des Innenohrs
Häufig: Schwindel.
Herzerkrankungen
Häufig: Nach i.v.-Applikation von 100 mg Pethidin können Zirkulationsstörungen auftreten wie zum Beispiel eine Erhöhung der Herzfrequenz.
Gelegentlich: postoperative Sinustachykardien.
Im Gegensatz zu anderen Opiaten geht Pethidin mit anticholinergen Wirkungen wie Palpitationen und Tachykardie einher.
Aufgrund seines vagolytischen Effekts muss Pethidin bei Patienten mit atrialem Flimmern oder supraventrikulärer Tachykardie mit Vorsicht angewendet werden.
Gefässerkrankungen
Häufig: Nach i.v.-Applikation von 100 mg Pethidin können Zirkulationsstörungen auftreten wie zum Beispiel eine Erhöhung des mittleren Aortendrucks und des systemischen Gefässwiderstands.
Leichte Blutdrucksenkung mit Neigung zu orthostatischen Beschwerden. Diese Wirkung wird wahrscheinlich zentral gesteuert, involviert Histamin und führt zu einem Verlust des Gefässtonus.
Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und Mediastinums
Häufig: Atemdepression durch Hemmung des Atemzentrums. Hohe Dosen von Pethidin können zum Tod durch Atemstillstand führen.
Die Dämpfung des Atemzentrums ist klinisch bedeutsam, insbesondere bei vorliegenden Lungenerkrankungen und bei Neugeborenen, wobei kein Gefühl der Atemnot besteht.
In analgetisch wirksamen Dosen reduziert Pethidin das Atemminutenvolumen um etwa 10% bei gleichzeitiger Steigerung des pCO2. Die Atemdepression ist dosisabhängig.
Nach rascher intravenöser Verabreichung kann es zu Bronchospasmen kommen.
Häufigkeit nicht bekannt: Zentrales Schlafapnoe-Syndrom.
Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts
Häufig: Übelkeit, Erbrechen.
Die Intensität von Erbrechen hängt von der Intensität der Analgesie ab.
Die Wirkung auf den Magen-Darm-Trakt ist schwächer und kürzer als diejenige von Morphin: Die Verminderung der Magenperistaltik und der Magensaftsekretion kann zusammen mit einer vermehrten Pyloruskonstriktion zu einer spastischen Obstipation führen.
Häufigkeit nicht bekannt: Pankreatitis.
Hepatobiliäre Störungen
Zunahme des Drucks in den Gallenwegen und Spasmus des Sphinkter Oddi.
Funktionsstörungen der Haut und des Unterhautzellgewebes
Exanthem, Juckreiz, Quaddelsucht, Erythem.
Muskelskelettsystem
Das Auftreten von Krampfanfällen ist möglich, insbesondere bei höherer Dosierung, die durch eine Einschränkung der Nierenfunktion oder eine generell erhöhte Krampfbereitschaft verschlimmert werden können.
Erkrankungen der Nieren und Harnwege
Obstipation und Miktionsbeschwerden können infolge einer Tonuserhöhung der glatten Muskulatur im Harnwegsbereich auftreten.
Schwangerschafts-, Wochenbett- und perinatale Erkrankungen
Beim Neugeborenen kann eine Atemdepression auftreten. Diese ist weniger ausgeprägt als unter Morphin und hängt vom Zeitpunkt der Applikation während der Geburt und der Dosis ab.
Erkrankungen der Geschlechtsorgane und der Brustdrüse
Eine verminderte Libido oder Potenz kann auftreten.
Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort
Reizung an der Injektionsstelle
Nach intravenöser Injektion können Schmerzen und (rote) Quaddelbildung entlang der betroffenen Vene auftreten.
Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von grosser Wichtigkeit. Sie ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels. Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdacht einer neuen oder schwerwiegenden Nebenwirkung über das Online-Portal ElViS (Electronic Vigilance System) anzuzeigen. Informationen dazu finden Sie unter www.swissmedic.ch.
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