PharmakokinetikAbsorption
Dihydrocodein wird rasch und nahezu vollständig aus dem Gastrointestinaltrakt resorbiert, unterliegt jedoch einem stark ausgeprägten First-Pass-Metabolismus und besitzt daher eine relative Bioverfügbarkeit von nur etwa 20% gegenüber parenteraler Gabe.
Die Resorption von Dihydrocodein nach Gabe von Codicontin Tabletten retard wird durch die Nahrungsaufnahme nicht signifikant beeinflusst.
Distribution
Die maximale Plasmakonzentration (Cmax) wird nach ca. 3-4 Stunden erreicht. Sie beträgt nach einmaliger Einnahme von 1 Codicontin 60 mg Tablette retard 125 ng/ml und im Fliessgleichgewicht nach 2× täglich 1 Codicontin 60 mg Tablette retard während 5 Tagen 190 ng/ml.
Metabolismus
Dihydrocodein wird hauptsächlich in der Leber metabolisiert. Der Metabolismus von Dihydrocodein erfolgt über eine N-Demethylierung, O-Demethylierung und 6-keto-Reduktion. Als Hauptmetabolit entsteht Dihydrocodein-6-Glukuronid. Der Metabolit Dihydromorphin trägt zur analgetischen Wirkung bei.
Elimination
Dihydrocodein und seine Metaboliten werden überwiegend mit dem Harn ausgeschieden. Die Plasma-Eliminations-Halbwertszeit beträgt 3,0-4,5 Stunden.
Kinetik spezieller Patientengruppen
Leberfunktionsstörungen
Bei Patienten mit stark eingeschränkter Leberfunktion (Child-Pugh Score 10-15) kann nicht ausgeschlossen werden, dass es aufgrund eines reduzierten First-Pass-Effekts und einer verminderten metabolischen Aktivität zu erhöhten Dihydrocodein-Plasmakonzentrationen und somit zu einer verstärkten und verlängerten Wirksamkeit kommt.
Nierenfunktionsstörungen
Im Vergleich zu Nierengesunden zeigen Patienten mit stark eingeschränkter Nierenfunktion (Kreatininclearance < 30 ml/min) eine veränderte Dihydrocodein-Pharmakokinetik. Die Plasma-AUC ist erhöht und die Clearance ist vermindert.
Ältere Patienten
Nach mehrmaliger Verabreichung einer schnell-freisetzenden Dihydrocodein-Formulierung war die Dihydrocodein-Exposition (AUC0-12h) bei älteren Patienten im Vergleich zu jüngeren Probanden signifikant erhöht.
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