PharmakokinetikAbsorption
Bei 3mal täglicher Gabe von Nevanac 1 mg/ml Augentropfensuspension in beide Augen wurden in der Mehrzahl der Probanden 2 respektive 3 Stunden nach Applikation geringe, aber quantifizierbare Plasmakonzentrationen von Nepafenac und Amfenac nachgewiesen. Nach Verabreichung am Auge lag das durchschnittliche steady-state Plasma Cmax für Nepafenac bei 0,310 ± 0,104 ng/ml und für Amfenac bei 0,422 ± 0,121 ng/ml.
Distribution
Amfenac hat eine hohe Affinität zu Serumalbumin. In vitro waren 98,4% Amfenac an Ratten-Albumin, 95,4% an Humanalbumin und 99,1% an Humanserum gebunden.
Studien an Ratten haben aufgezeigt, dass sich, nach einzelner und mehrfacher oraler Gabe von 14C-Nepafenac, von der Wirksubstanz abstammende Stoffe im Körper weit verteilen.
Metabolismus
Nepafenac erfährt eine relativ schnelle Bioaktivierung zu Amfenac durch intraokuläre Hydrolasen. Danach wird Amfenac weitgehend zu stärker polaren Stoffwechselprodukten metabolisiert, bedingt durch die Hydroxylierung des aromatischen Rings, was zur Entstehung von Glucuronid-Konjugaten führt. Radiochromatografische Analysen vor und nach Hydrolisierung durch β–Glucuronidase deuten darauf hin, dass mit Ausnahme von Amfenac alle Metaboliten als Glucuronid-Konjugate vorliegen. Amfenac war der häufigste Metabolit im Plasma und repräsentierte etwa 13% der gesamten Plasmaradioaktivität. Der zweithäufigste Plasmametabolit war 5-Hydroxy-Nepafenac, welches ungefähr 9% der totalen Radioaktivität darstellte.
Interaktionen mit anderen Arzneimitteln: Weder Nepafenac noch Amfenac hemmten in vitro in Konzentrationen bis zu 300 ng/ml die metabolischen Aktivitäten der wichtigsten menschlichen Cytochrome P450 (CYP1 A2, 2C9, 2C19, 2D6, 2E1 und 3A4). Demgemäss sind keine Wechselwirkungen mit anderen, gleichzeitig verabreichten Arzneimitteln, welche einen CYP-vermittelten Metabolismus einschliessen, anzunehmen. Durch Proteinbindung vermittelte Interaktionen sind ebenso unwahrscheinlich.
Elimination
Nach oraler Verabreichung von 14C-Nepafenac an gesunden Freiwilligen wurde festgestellt, dass die grösste Menge der Radioaktivität (85%) über den Urin ausgeschieden wird, während die fäkale Exkretion lediglich 6% der Dosis ausmachte. Nepafenac und Amfenac waren im Urin nicht quantifizierbar.
In 25 Kataraktoperationspatienten wurden die Kammerwasserkonzentrationen 15, 30, 45 und 60 Minuten nach einer einzelnen Gabe von Nevanac 1 mg/ml Augentropfensuspension gemessen. Es zeigte sich, dass maximale Kammerwasserkonzentrationen im Mittel nach einer Stunde erreicht wurde (Nepafenac 177 ng/ml, Amfenac 44,8 ng/ml). Diese Resultate weisen auf eine rasche corneale Penetration hin.
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