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Fachinformation zu Prick-Testlösungen:Bencard AG
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Fahrtücht.Unerw.WirkungenÜberdos.Eigensch.Pharm.kinetikPräklin.Sonstige H.Swissmedic-Nr.
PackungenReg.InhaberStand d. Info. 

Zusammensetzung

Wirkstoffe: Allergenextrakte (aus Pollen, Milben, Schimmelpilze, Tierepithelien, Nahrungsmittel)
Verfügbare Allergenlösungen: siehe Rubrik «Packungen».
Hilfsstoffe:
Alle: Phenol 0,5 % (G/V), Natriumchlorid, Glycerol, Wasser für Injektionszwecke.
Allergenspezifisch: Natriummonohydrogenphosphat 12 H2O, Natriumdihydrogenphosphat 2 H2O, Kaliumdihydrogenphosphat.

Galenische Form und Wirkstoffmenge pro Einheit

Wässrige Lösung (Allergenextrakt) zur Anwendung auf der Haut. Angabe des allergenen Ausgangsmaterials sowie dessen Gehalt, deklariert in % G/V, in DU oder DU ODC, siehe Etikette des Fläschchens (DU = Diagnostic Units, ODC = Optimal Diagnostic Concentration).
Die Farbe der einzelnen Prick-Testlösungen variiert je nach Rohmaterial. Beispielsweise sind Pollenextrakte eher gelblich, Schimmelpilzextrakte braun.

Indikationen/Anwendungsmöglichkeiten

Prick-Testlösungen dienen zur Diagnose einer spezifischen IgE-vermittelten Sensibilisierung mittels Hauttest (Pricktest). Die genaue Spezifität und Sensitivität der Testungen für die einzelnen Allergene sind nicht bekannt. Die Diagnose einer Allergie sollte bei positiven Testresultaten nur in Zusammenhang mit dem klinischen Bild gestellt werden. Im Zweifelsfall kann auch ein in-vitro-diagnostischer Nachweis von spezifischem IgE hilfreich sein.

Dosierung/Anwendung

Zur Anwendung auf der Haut bei Durchführung einer Allergiediagnose (Haut-Pricktest).
Art der Anwendung
Testort ist die Volarseite des Unterarms oder der Rücken. Es können mehrere Allergene gleichzeitig getestet werden.
Nach Reinigung des Testareals mit Wasser, Alkohol o.ä. sollte vor der Testung die Normalisierung der Hautdurchblutung abgewartet werden (ca. 2 Minuten).
Im Abstand von mindestens 2 cm wird jeweils 1 Tropfen der zu testenden Allergenextrakte auf die Haut gebracht. Durch den Tropfen hindurch wird mit einer Pricklanzette die Haut oberflächlich senkrecht blutfrei durchstochen bzw. beim modifizierten Pricktest im spitzen Winkel blutfrei angestochen und leicht angehoben. Nicht in ein Blutgefäss pricken. Es darf nicht bluten. Pro Allergenlösung/-tropfen ist eine sterile Pricklanzette zu verwenden.
Die einzelnen Testfelder (Allergenlösungen) sind zu deren Identifizierung vor der Pricktestung auf der Haut zu bezeichnen. Es ist zu beachten, dass die Tropfen der einzelnen Allergenlösungen nicht ineinanderfliessen. Überschüssige Allergenlösungen sind vorsichtig mit einem Tupfer abzutupfen. Eine Kontamination der einzelnen Allergenlösungen ist unbedingt zu vermeiden.
Zur Überprüfung der Hautreagibilität wird bei jeder Testserie eine Testung mit dem Lösungsmittel der Allergenextrakte (Negativkontrolle) und eine Testung mit einer 0,1%igen Histaminlösung (Positivkontrolle) durchgeführt.
Die Positivkontrolle ergibt im Normalfall eine juckende Quaddel von etwa 3 mm Durchmesser mit Erythem.
Auswertung der Testresultate
Die Hautreaktion wird nach etwa 15 Minuten abgelesen. Bei positiver Reaktion bildet sich beim Pricktest eine zentrale Quaddel mit umgebendem Erythem, begleitet von Juckreiz.
Der Durchmesser der Quaddel und die Grösse des Erythems geben Rückschluss auf den Grad der Sensibilisierung. Die Bewertung erfolgt stets im Vergleich mit der Negativ- und Positivkontrolle.
Bewertung:
0 Keine Quaddel, kein Erythem (entspr. Negativkontrolle)
+ Keine oder sehr kleine Quaddel (kleiner als Quaddel der Positivkontrolle), Erythem bis 3 mm Durchmesser
++ Quaddel bis 3 mm Durchmesser (entspr. der Quaddel der Positivkontrolle), mit assoziiertem Erythem
+++ Quaddel 3–5 mm Durchmesser (grösser als Quaddel der Positivkontrolle), mit Erythem.
++++ Jede stärkere Reaktion, eventuell Pseudopodien
Zeigt die Negativkontrolle eine Hautreaktion, kann der Haut-Pricktest infolge erhöhter Hautreagibilität nicht abschliessend bewertet werden. Der Pricktest ist zu einem späteren Zeitpunkt zu wiederholen oder es ist ein allergenspezifischer in-vitro-Test durchzuführen.

Kontraindikationen

Der Pricktest sollte nicht durchgeführt werden bei akuter allergischer Symptomatik, schwerer Allgemeinerkrankung, fieberhaftem Infekt, gestörter Hautreagibilität (Hyperkeratosis, Ichthyosis, Urticaria factitia) und akutem oder chronischem Ekzem (atop. Dermatitis) im Testbereich, Sekundärinfektionen der Haut (Keimverschleppung), Behandlung mit Betablockern (verminderte Reaktion auf Adrenalin/Epinephrin) und ACE-Hemmern, Schwangerschaft, Überempfindlichkeit auf enthaltene Hilfsstoffe.
Patienten mit Dermographismus sind nicht für die Pricktestung geeignet.
Hinweis: Starke aktuelle Allergenexposition (z.B. während der Pollenflugzeit) oder erst kurze Zeit zurückliegende massive allergische Symptomatik können die Reaktionslage verändern.

Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen

Pricklösungen dürfen nicht zur Intrakutantestung verwendet werden.
Da überschiessende allergische Reaktionen, im Extremfall ein anaphylaktischer Schock, bei Verabreichung von Allergenextrakten nie ausgeschlossen werden können, ist eine entsprechend ausgestattete Notfall-/Schockapotheke, speziell eine gebrauchsfertige Adrenalin/Epinephrin-Spritze, stets griffbereit zu halten.
Der Patient soll für mindestens 30 Minuten nach Auftragung der Testlösungen in der Praxis unter Aufsicht verbleiben. Sollten während dieser Zeit unerwünschte Wirkungen auftreten, muss die Beobachtung des Patienten bis zur Normalisierung des Gesundheitszustandes verlängert werden.
Bei der Pricktestung kann äusserst selten innerhalb von Minuten nach der Behandlung und mitunter noch vor dem Eintreten einer Lokalreaktion ein anaphylaktischer Schock auftreten. Typische Alarmsymptome eines anaphylaktischen Schocks sind:
Akuter Krankheitsbeginn (meist innerhalb von Minuten, sehr selten nach Stunden) unter Beteiligung von Haut oder Schleimhaut UND EINEM DER FOLGENDEN SYMPTOME: Beeinträchtigte Atmung, Blutdruckabfall, gastrointestinale Symptome, oder Symptome, die mit einer Endorgandysfunktion einhergehen.
Behandlung im Falle von überschiessenden Immunreaktionen:
Allfällig sich noch auf der Haut befindliche Prick-Lösung sollte umgehend entfernt werden.
Leichte Allgemeinreaktion: Behandlung mit systemischen Antiallergika.
Verstärkte Allgemeinreaktionen, anaphylaktische Reaktionen/anaphylaktischer Schock: Umgehende Verabreichung von Adrenalin (in der Regel 0,01 mg/kg Körpergewicht als intramuskuläre Injektion in die Mitte der Oberschenkel-Aussenseite ). Dabei ist allerdings zu beachten, dass Patienten, die mit trizyklischen Antidepressiva und/oder Monoaminooxidasehemmern (MAO-Hemmern) behandelt werden, verstärkt auf Adrenalin (Epinephrin) reagieren, was möglicherweise lebensbedrohliche Folgen haben kann. Die Wirkungen des Adrenalins können umgekehrt bei Patienten, die Betablocker einnehmen, abgeschwächt sein.
Zur Senkung des Risikos für verspätet eintretende Atemwegssymptome können systemische Glukokortikoide gegeben werden. Bei Obstruktion der oberen Atemwege können hochdosierte Glukokortikoid-Sprays hilfreich sein.
Schockpatienten müssen mindestens 24 Stunden lang überwacht werden.

Interaktionen

Topische und systemische Antiallergika (Antihistaminika, Kortikosteroide in höherer Dosierung) sowie andere Medikamente, die die Hautreagibilität beeinflussen (Psychopharmaka, H2-Blocker) können das Testergebnis verfälschen. Sie sind mindestens 48 Stunden (abhängig von deren Pharmakokinetik) vor der Haut-Pricktestung abzusetzen.

Schwangerschaft/Stillzeit

Es liegen weder klinische Daten über die Anwendung von Prick-Testlösungen bei Schwangeren vor, noch gibt es Hinweise bezüglich einer teratogenen Wirkung von Allergenextrakten. Wenn auch die Möglichkeit einer Schädigung des Fötus durch eine Haut-Pricktestung per se unwahrscheinlich ist, sollte während der Schwangerschaft keine Pricktestung durchgeführt werden, da Änderungen im Sensibilisierungsgrad und in der Reaktivität des Immunsystems während einer Schwangerschaft nicht vorhersehbar sind.
Während der Stillzeit ist Haut-Pricktestung möglich.

Wirkung auf die Fahrtüchtigkeit und auf das Bedienen von Maschinen

Es liegen keine Daten vor.

Unerwünschte Wirkungen

Zusammenfassung des Sicherheitsprofils
Nebenwirkungen, in Form von gesteigerten bis überschiessenden allergischen Reaktionen, treten bei der Pricktestung sehr selten auf. Sie sind aber, auch bei korrekter Anwendung, nicht völlig auszuschliessen.
Bei hochgradig sensibilisierten Patienten kann es zu verstärkten allergischen Reaktionen kommen, die in der Regel innerhalb von 20 Minuten nach Applikation auftreten, wie:
Häufige überschiessende Lokalreaktionen am Applikationsort (Quaddelgrösse von einigen cm).
In seltenen Fällen ist auch noch Stunden später eine Spätreaktion in Form einer diffusen Schwellung möglich. Behandlung der Symptome mit topischen und/oder oralen Antihistaminika/Symptomatika.
Selten eine Exazerbation der patientenspezifischen, allergischen Symptome in Form von Augenjucken, Niesreiz, Husten, atopischem Ekzem oder einer gesteigerten Allgemeinreaktion (pfeifendes Atmungsgeräusch und Atemnot, generalisierte Urtikaria, Quincke-Ödem).

Überdosierung

Bei korrekter Pricktestung ist eine Überdosierung nicht möglich. Im Falle von versehentlicher intrakutaner Anwendung können verstärkte allergische Reaktionen auftreten, die eine entsprechende Behandlung erfordern (siehe Kapitel «Unerwünschte Wirkungen»).

Eigenschaften/Wirkungen

ATC-Code: V04C L
Tests für allergische Erkrankungen
Die Prick-Testlösungen führen bei entsprechend spezifisch sensibilisierten Patienten am Applikationsort innerhalb 10–20 Min. zu örtlich begrenzten allergischen Hautreaktionen in Form von Quaddelbildung mit umgebendem Erythem. Diese urtikarielle Reaktion ist Ausdruck einer IgE-vermittelten allergischen Sofortreaktion und wird bei einer vorliegenden Sensibilisierung durch die Bindung des entsprechenden Allergens an spezifische, zellständige IgE-Antikörper ausgelöst, die wiederum die Freisetzung verschiedener Mediatoren (u.a. Histamin) auslösen, die die Hauterscheinungen hervorrufen. Die Grösse der Quaddeln und die Ausdehnung der Rötung geben Hinweise auf den Grad der Sensibilisierung, korrelieren aber nicht immer mit dem Schwergrad einer allfälligen Allergie. Die genaue Spezifität und Sensitivität der Testungen für die einzelnen Allergene sind nicht bekannt.

Pharmakokinetik

Es liegen keine Daten vor.

Präklinische Daten

Keine relevanten Daten bekannt.

Sonstige Hinweise

Inkompatibilitäten
Es liegen keine Kompatibilitätsstudien vor. Die Testlösungen dürfen nicht mit anderen Arzneimitteln gemischt werden.
Beeinflussung diagnostischer Methoden
Keine bekannt.
Haltbarkeit
Die Prick-Testlösungen haben eine Haltbarkeit von 3 Jahren (Expiry siehe Flaschenetikette) mit folgender Ausnahme: Schimmelpilze (1100, 1300): 2 Jahre.
Besondere Lagerungshinweise
Im Kühlschrank (2–8 °C) lagern, nicht gefrieren.
Hinweise zur Handhabung
Das Überdrehen der Verschlusskappe kann zum Auslaufen des Flascheninhalts führen.

Zulassungsnummer

60727-60730, 60736-60738, 60743, 60744, 60747-60749, 60752, 60755, 60756, 60758-60763, 60765-60767, 60770, 60771, 60773, 60779, 60780, 60789, 60791, 60792, 60794, 60818, 60829, 60832, 60833 (Swissmedic).

Packungen

Glasfläschen mit Tropfpipette zu je 2 ml Prick-Testlösung. [A]
Folgende Prick-Testlösungen Bencard zurAllergiediagnose sind erhältlich:
Pollen:
Gräser: 4100 B2 Grasmischung (12 Gräser), 4110 Wiesenlieschgras, 4904 Hundszahngras (Bermudagras), 4961 Roggen.
Bäume: 4201 Erle, 4202 Esche, 4203 Buche, 4204 Birke, 4205 Ulme, 4207 Hasel, 4209 Eiche, 4210 Platane, 4212 Weide, 4944 Pappel.
Kräuter: 4006 Nessel, 4007 Wegerich, 4503 Gänsefuss, 4601 Beifuss, 4602 Melde, 4957 Traubenkraut (Ragweed, Ambrosia).
Milben:
2800 Dermatophagoides farinae, 2801 Dermatophagoides pteronyssinus
Schimmelpilze:
1100 Alternaria alternata, 1300 Cladosporium cladosporioides.
Tierepithelien (Haare, Schuppen):
3203 Pferd, 3204 Katze, 3205 Hund, 3301 Kaninchen, 3507 Meerschweinchen, 3508 Goldhamster.
Nahrungsmittel:
Zerealien: 6184 Weizenmehl, 6354 Roggenmehl.
Milch, Eier: 5201 Vollei, 5202 Kuhmilch.
Fisch: 5601 Kabeljau.
Nüsse: 6128 Haselnuss.
Kontroll-Lösungen:
1908 Negativ-Kontrolle (Lösung den Hilfsstoffen),
6370 Positiv-Kontrolle (Histamindihydrochlorid 0,1%).

Zulassungsinhaberin

Bencard AG, 8606 Greifensee ZH

Stand der Information

März 2018.

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